Donnerstag , 8. Dezember 2016
Aktuell

Die Badesaison ist eröffnet!

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Ende April startete das Freibad Dahlenburg, das 2016 als erstes seine Tore öffnete, noch bei Schnee- und Graupelschauern in die Saison. Doch nun ist er endlich da, der Sommer mit Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad! Schnell suchen da die Ersten schon wieder nach einer Abkühlung im nächsten Schwimmbecken oder Badesee. Möglichkeiten für einen Sprung ins Wasser gibt es im Landkreis Lüneburg reichlich. Auf dieser Seite haben wir für Sie alle Informationen zu Freibädern und Badeseen in der Region zusammen gestellt. Welche Bäder befinden sich in Ihrer Nähe? Wie lange ist das Naturbad geöffnet und welches Freibad kennen Sie bislang noch gar nicht? - Hier werden Sie fündig!



Hier wartet die nächste Abkühlung:



Krabbe

Wasserqualität: Badeseen auf dem Prüfstand



emi Scharnebeck. Montag, 9.30 Uhr, Wind wühlt den Scharnebecker Inselsee auf. Sabine Meyer-Olbersleben streift sich Gummihose und -stiefel über und watet ins Wasser. In ihren Händen hält sie einen langen Teleskoparm, an dem eine sterile Plastikflasche befestigt ist. Mit schwungvollen Bewegungen lässt sie den Stab durchs Wasser gleiten. Minuten später steht sie wieder am Ufer und schraubt das Fläschchen zu. Die erste Wasserprobe des Tages ist entnommen.



Die 47-Jährige ist Hygiene-kon­trolleurin beim Gesundheitsamt des Landkreises Lüneburg. Während der Badesaison vom 15. Mai bis 15. September fahren Sabine Meyer-Olbersleben und ihre Kollegen alle vier Wochen los, um die Wasserqualität an den fünf als EU-Badestellen ausgewiesenen Seen im Kreis zu überprüfen. Das sind der Reihersee in Lüdershausen, der Barumer See, der Inselsee in Scharnebeck, die Badestelle Haar am Sumter See und die Badestelle Zeetze.

Seepferd_2"Wenn ich ankomme, schaue ich mir erstmal an, ob der Badesee verfärbt und wie die Strandlage ist", erklärt die Kontrolleurin. Neben der optischen Überprüfung spielen die Proben eine große Rolle. Im Labor wird später ganz genau gemessen, wie viele Bakterien sich im Badewasser befinden -- konkret geht es um die Fäkalindikatoren Escherichia Coli und intestinale Enterokokken. Werden bei den Escherichia Coli höhere Werte als 1800 koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter Wasser, bei den intestinalen Enterokokken höhere als 700 festgestellt, deutet das auf eine Verunreinigung hin -- etwa durch Einträge von Wasservögeln. Das Gesundheitsamt muss dann ein Badeverbot anordnen.

Doch davon sind die Gewässer im Kreis Lüneburg weit entfernt. Vier von fünf sind mit der Top-Bewertung "ausgezeichnet" versehen, der Inselsee erreicht das zweitbeste Prädikat "Gut". Woran das liegt, können die Kontrolleure nicht genau sagen, eine Ursache könnte sein, dass der See, anders als die anderen, nicht an ein Fließgewässer angebunden ist. Die Einstufung basiert auf dem Durchschnitt der Untersuchungsergebnisse der vergangenen vier Jahre. Schon ein "Ausreißer-Jahr" bei den Messwerten kann das Gesamturteil verändern.

Nachdem Sabine Meyer-Olbersleben das Plastikfläschchen in einem Koffer verstaut hat, schöpft sie mit einem weiteren Behälter aus Glas Wasser aus dem Inselsee. Noch am Ufer misst sie darin mithilfe eines kleinen schwarzen Geräts und einer Sonde pH-Wert und Wassertemperatur. 24,1 Grad zeigt das Display an, nach kurzer Wartezeit blinkt der pH-Wert auf: 8,5. "Zwischen 7 und 9 ist okay", sagt die Expertin zufrieden, und trägt die Werte in eine Liste ein. Dann packt sie ihre Sachen zusammen. Ihre Arbeit ist beendet -- zumindest in Scharnebeck. An den anderen Seen gibt es noch zu tun. Und schon in etwa vier Wochen wird sie sich wieder Hose und Gummistiefel überstreifen und in den Inselsee hineinwaten.


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Aus dem Archiv:


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Das Freibad Hagen auf einer alten Aufnahme in den Siebzigern: Damals wie heute ist es an heißen Tagen Anziehungspunkt für Lüneburger. Foto: von Hartz


Baden ohne Sicherheitsrisiko


Außerhalb der Freibäder können Wasserratten in der Ilmenau als auch in der Elbe auf eigene Gefahr schwimmen. Die Flüsse sind offiziell nicht als Badegewässer ausgewiesen, unterliegen aber dem Gemeingebrauch. „Immer mehr Leute baden in der Elbe, weil die Wasserqualität besser geworden ist“, weiß Matthias Groth, Leiter des Bezirks Nordheide der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Um Notfälle zu vermeiden und gegebenenfalls schnell eingreifen zu können, patroulliert die DLRG mit Booten entlang der Elbe bei Artlenburg und Alt Garge. „Wenn viel los ist, gehen wir dort auch schon mal vor Anker.“ Von der DLRG überwacht werden außerdem der Inselsee bei Scharnebeck sowie der Reihersee bei Brietlingen.

Sicherheits-Tipps der DLRG:
  • Die eigene Leistungsfähigkeit kritisch einschätzen, nicht übermütig werden.

  • Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlassen Sie das Wasser sofort.

  • Auch nach vielen warmen Tagen ist oft nur die Wasseroberfläche angenehm warm. Tiefe Gewässer wie Baggerseen sind darunter immer noch kalt. Das kann zu Unterkühlung und Krämpfen führen und lebensgefährlich werden.

  • Nie in unbekannte Gewässer springen. Nur an ausgewiesenen Sprungbereichen ins Wasser springen. Kopfsprünge im Ufer- und Flachwasserbereich können lebensgefährlich sein oder schwerste, dauerhafte Schäden nach sich ziehen.

  • Bewachsene und sumpfige Uferzonen bergen Gefahren. Pflanzendurchwachsene Gewässer sowie unbekannte Ufer sind zu meiden.

  • Das Bad in Seen und Flüssen ist besonders gefährlich. Strömungen, Brückenpfeiler, Sogwirkungen, Unterwasserhindernisse und Fahrrinnen mit Freizeit- und Berufsschifffahrt bilden unkalkulierbare Risiken.

  • Eltern sollten kleine Kinder am Wasser nie aus den Augen lassen und immer in Griffweite bleiben. Achten Sie darauf, dass Kinder nicht zu weit hinaus treiben und beachten Sie die ausgewiesenen Badezonen.

  • Bevor die Kinder ins Wasser gehen, sollen sie sich abkühlen. Holen Sie die Kinder aus dem Wasser, wenn sie frieren.

  • Trinken Sie vor dem Baden keinen Alkohol und vermeiden Sie ein Bad unmittelbar nach dem Essen

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Lebensretter am Handgelenk: Lüneburger entwickeln Wasser-Airbag


"Das Ertrinken ist ein stiller Tod", sagt Michael Brendle, denn die in Not geratenen Personen gelangen entweder nicht mehr schnell genug an die Wasseroberfläche oder werden von potentiellen Helfern nicht gesehen. So ging es auch einem guten Freund von ihm, der während Michaels Auslandssemesters in Kalifornien in einem Badesee ertrank. Und er ist kein Einzelfall: Weltweit ertrinken jährlich rund 372.000 Menschen. "Dagegen muss man doch etwas machen können", dachte sich der 23-Jährige und entwickelte in einem deutsch-amerikanischen Team den Wasser-Airbag "Kingii", der einen mit Hilfe eines mit CO2-gefüllten Ballons im Notfall an die Wasseroberfläche zieht und für andere sichtbar macht. Zusammen mit seinen Lüneburger Freunden Sascha Firtina und Eike Freitag arbeitete Michael im vergangenen Jahr jede freie Minute daran, den kleinen Lebensretter bereit für den Markteintritt zu machen - mit Erfolg!



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