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Und bitte: Im Kinospot zur Verkehrssicherheitsaktion "Achtung! Die Kurzen kommen" trifft Kinder-Darstellerin Lina auf Puppe Lucy, gespielt von Inga Heikens von der Präventionspuppenbühne der Polizei. Foto: kwl
Und bitte: Im Kinospot zur Verkehrssicherheitsaktion "Achtung! Die Kurzen kommen" trifft Kinder-Darstellerin Lina auf Puppe Lucy, gespielt von Inga Heikens von der Präventionspuppenbühne der Polizei. Foto: kwl

„Achtung! Die Kurzen kommen“ jetzt im Kino

kwl/tl Lüneburg. Elsa will eigentlich gar nicht mehr. Lina scheint unerschütterlich. Und Polizei-Kommissarin Inga Heikens ist die Müdigkeit trotz ihres strahlenden Lächelns langsam auch anzumerken. Kein Wunder: Immerhin sind die beiden siebenjährigen Elsa und Lina sowie Heikens von der Präventionspuppenbühne der Polizei schon mehrere Stunden bei den Dreharbeiten. Und trotzdem, konzentriert spielen sie auch die letzte Szene immer wieder, bis sie schließlich von Regisseur Timm-Christian Schindel und Kamerafrau Julia Lohmann erlöst werden. „Achtung! Die Kurzen kommen“ ist im Kasten. An diesem Donnerstag kommt der Verkehrssicherheits-Spot in die Lüneburger Kinos.

„Achtung! die Kurzen kommen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt, das seit 13 Jahren von der Landeszeitung, der Polizei und der Verkehrswacht für sichere Straßen während der Einschulungszeit sorgen will. In diesem Jahr ist das ADAC Fahrsicherheitszentrum Hansa/Lüneburg mit ins Boot gekommen. Und mit Kinospot, Achtung!-Die-Kurzen-kommen-Song und einem passenden Video dazu macht das Projekt noch intensiver auf den Schulanfang aufmerksam. Denn die neuen Abc-Schützen sind nach den Sommerferien wieder besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer.

„Achtung! Die Kurzen kommen“ – Das Making-of

Drei Monate vorher: Die ersten Ideen für das Achtung!-Projekt werden im Konferenzraum der Landeszeitung entwickelt. Immer mit dabei: die Verkehrssicherheitsberater der Polizei, Hauptkommissar Uwe Schröder und Kommissar Martin Schwanitz. Mit Verlagsleitung, LZ-Marketing-Abteilung und Redaktion werden die ersten Pflöcke eingeschlagen: bemalte Mädchen und Jungen aus Holz vor den Grundschulen, eine Ausstellung in der KulturBäckerei, ein Video von der Band „Radau“, die den Achtung!-Song bereits im vergangenen Jahr für die Aktion komponiert und eingespielt hat, und schließlich ein frecher Kinospot, der nachhaltig auf die Kurzen aufmerksam machen soll.

Band-Video und Kinospot sollen von der Lüneburger Film-Produktionsfirma „Granarte Film“ professionell in bewegte Bilder gepackt werden. Gemeinsam mit dem Achtung!-Team entstehen die Ideen für die Drehbücher. Das Video der Band „Radau“ wird auf dem Gelände des neuen Partners ADAC im Fahrsicherheitszentrum in Embsen gedreht. Bis dahin müssen alle Beteiligten ordentlich Gas geben – um beim Thema zu bleiben. Was beim Band-Video noch halbwegs locker über die Bühne geht, ist beim Dreh des Kinospots vor der Schule am Sandberg in Ochtmissen eine echte Herausforderung – logistisch, wetter- und auch filmtechnisch.

Im Kinospot wird Kinder-Darstellerin Lina beim Überqueren der Straße fast von einem Auto erfasst - so sieht es für die Zuschauer auf der Leinwand aus. Die Dreharbeiten verliefen für die 11-Jährige völlig ungefährlich. Foto: kwl
Im Kinospot wird Kinder-Darstellerin Elsa beim Überqueren der Straße fast von einem Auto erfasst – so sieht es für die Zuschauer auf der Leinwand aus. Die Dreharbeiten verliefen für die 11-Jährige aber natürlich völlig ungefährlich. Foto: kwl

„Ich bin eigentlich der Böse“, erklärt Carsten Nolte. Der Gastronom und Musiker hat erst kurz vor dem Dreh von seiner Rolle erfahren. „Ich bin der unkonzentrierte Autofahrer, der mit ziemlicher Geschwindigkeit die Straße langfährt, dabei mit dem Handy spielt und eine Banane isst. Und dann läuft mir das Kind vor das Auto. Ja“, Nolte überlegt einen Moment, „ja, ich bin wohl der Böse.“ Doch der Dreh macht ihm richtig Spaß, auch wenn es im Cabriolet langsam anfängt warm zu werden.

Der schicke Viersitzer mit dem Stern ist eigentlich das Auto von „Stern-Partner“-Geschäftsführer Thomas Dannacker. Für „Achtung! Die Kurzen kommen“ stellte er das Cabriolet den ganzen Drehtag zur Verfügung. Und überaus behutsam bugsierte sich das Filmteam mit Kamerausrüstung, Tontechnik und akrobatischen Höchstleistungen auf die Ledersitze. „Auch wenn es eng ist: In dem Wagen selbst zu arbeiten, ist der reinste Luxus. Wir haben mal mit fünf Leuten in einem Fiat Panda gedreht, da hatten wir ein echtes Platzproblem“, erinnert sich Lana Kloodt, die für den Schnitt des Films zuständig ist.

„Uuund bitte!“ Regisseur Timm-Christian Schindel lässt die Bananenszene ein um das andere Mal drehen. Warum eigentlich? „Ganz einfach: Wir haben jetzt die Szenerie aufgebaut, alle Mitwirkenden sind hier versammelt“, so Kamerafrau Julia Lohmann. „Wir drehen von Carsten verschiedene Varianten. Mal soll er genervt gucken, mal gelangweilt, mal erschrocken. Erst beim Schneiden wählen wir dann die Szene aus, die sich am besten in die Dramaturgie einfügt. Würden wir erst dann auf die Idee kommen, dass er auch ruhig mal lustig gucken könnte, wäre es zu spät. Wir müssten das ganze Set wieder aufbauen.“

Regisseur Timm-Christian Schindel, hier mit Kinder-darstellerin Lina, gibt bei den Dreharbeiten für den Kinospot Anweisungen für die nächste Szene. Foto: kwl
Regisseur Timm-Christian Schindel, hier mit Kinder-Darstellerin Elsa, gibt bei den Dreharbeiten Anweisungen für die nächste Szene. Foto: kwl

Also fährt der Wagen an, Carsten fummelt an der Banane, macht ein gelangweiltes Gesicht – und fährt wieder einige Meter zurück, um beim Anfahren dieses Mal eine andere Miene aufzusetzen. Gerade diese Innenaufnahmen sind eine echte Herausforderung an das Team: Acht, neun Mal hält Julia die Kamera auch auf Carstens Knie: Soll es sich bewegen oder nicht? Ist genug Licht drauf oder ist es zu dunkel? „Wir nähern uns der Idealeinstellung sozusagen an“, verrät Julia hinter der Kamera.

Vom Drehbuch selbst entfernt sich die Crew kaum. Im Vorfeld wird ein Storyboard gezeichnet, in dem genau festgelegt ist, was in welcher Szene zu passieren hat. Sieht richtig gut aus, wie ein Comic. Und wer hat das angefertigt? „Das war ich“, sagt Daniel Menzel und strahlt. Er ist der zweite Regieassistent. „Ursprünglich bin ich Grafikdesigner, da lernt man solche Dinge natürlich“, kommentiert er bescheiden. „Für so ein Storyboard braucht man ungefähr einen Tag, um es zu zeichnen. Das liegt daran, dass die etwa 40 Sekunden, die der Spot dauern soll, im Vorfeld haargenau auf Papier festgehalten werden. Beim Drehen selbst ist das dann eine große Hilfe – wie ein roter Faden, an dem sich das ganze Team orientieren kann.“

„Uuund bitte!“ Regisseur Timm-Christian Schindel fordert sein Team erneut auf, eine Szene einzufangen. Innenaufnahmen, Außenaufnahmen, Detailaufnahmen: Bei jeder Szene ist der Kameraaufbau ein anderer, der Einsatz von Kamera und Licht ist sehr aufwendig. Wer an diesen Arbeiten nicht direkt beteiligt ist, muss warten. „Warten macht etwa die Hälfte der Arbeit aus“, sagt Cutterin Lana. Das sei bei vielen Filmproduktionen nicht anders – der Traum von der Schauspielerei erscheint auf einmal in einem ganz anderen Licht.

Regisseur Schindel guckt indes beim Dreh der Szene nicht direkt zu, sondern verschwindet mit seinem Oberkörper und Kopf unter einem großen dunklen Tuch, das einen Bildschirm verdeckt. Auf ihm sieht er die einzelnen Szenen gleich so, wie sie später einmal über die Leinwand flimmern könnten. Geräusche selbst werden übrigens nicht aufgenommen – die werden erst nachträglich eingebaut.

„Achtung! Die Kurzen kommen“ – Das Musikvideo

Downloads:

        Schulanfangssong „Achtung! Die Kurzen kommen“ von der Band „Radau“ als MP3

        Der Songtext von „Achtung! Die Kurzen kommen“ als pdf-Datei

 

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