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Und in Lüneburg ist Stadtfest

Freitag, 20.06.2014

  Das Lüneburger Stadtfest ist in seinen Grundfesten resistent gegen Quengelei. Jahr um Jahr bietet es Nahrung für Nörgler. Mal sind die Standmieten zu hoch, mal die Bratwürste zu teuer, mal die Musik zu laut, mal die Künstler zu lau, mal das Wetter zu schlecht.  Aber das ändert gar nichts. Dieses Mal werden die Besucher zum Start zu unbezahlten Statisten einer TV-Show. Eine Schlagerparade garniert das Fest,  eine Art musikalischer Heidehonig  mit Gold- und Platin-Interpreten, die sich mit Liebe und Sehnsucht ins Herz der Fans eingenistet haben. Aber auch Trash-Größen wie ,,Der Wendler“ sind dabei, der als Hassobjekt ein Alleinstellungsmerkmal in der Republik hat. Zum Stadtfest wurde sogar eine Anti-Wendler-Facebook-Gruppe eröffnet.  Zwecklos. Er ist da. Und natürlich fragen sich Besucher auf dem Marktplatz angesichts der Phalanx von schneeweißen Neuwagen an der  Waagestraße am Rathaus, ob sie sich auf eine Automeile verirrt haben. Nein. Aber so viel Sponsoring-Gegenleistung  muss erlaubt sein. Aber was zum Teufel hat das Fan-Fest der „Roten Rosen“  in den Studios im fernen Industrie-Gebiet Hafen, das mit beworben wird, tatsächlich mit dem Stadtfest im Herzen der Stadt zu tun? Frage gestrichen. Dem Fest, diesmal zum Auftakt eine Schlagermeile, fehlt es an Haltung und Kreativität, an Lüneburger Stallgeruch. Es hat auch Niveau mit Bands wie Loifior, nite club und Skaramanga oder Jazzern wie Hans Malte Witte, um nur einige zu nennen. Aber es ist auch aufgeblasen, hat mindestens zwei potemkinsche Bühnen.  Heiße Luft. Weniger wäre mehr. Es hilft nichts.  Augen zu, Feiermiene aufsetzen und durch.  Oder? ******

Schlagerstars unter Vollplayback bewegen die Lippen auf dem Markt für eine TV-Show, klinisch reine Stimmung. Jeder Ton stimmt. Alles im Zeitplan. Animateure wie im Robinson Club befehlen ,,die Hände hoch“ und gute Stimmung. Das also ist die Hauptattraktion des Stadtfestes 2014. jj