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Eckhard ohne Land

Lüneburg, 18. Juli 2014

Lüneburgs CDU-Allzweckwaffe a. D. Eckhard Pols hat in wenigen Tagen zweimal am eigenen Leib den Wahrheitsgehalt des geflügelten Wortes ,,Man sieht sich immer zweimal“ erfahren müssen. Nach der verlorenen Oberbürgermeisterwahl in der Hansestadt dankte er erst als Fraktionsvorsitzender im Rat ab, und jetzt wurde er auch noch vom CDU-Chefsessel im Kreis geschubst. Nun ist er Eckhard ohne Land.

Denn das hat Pols im Augenblick seines Abgangs richtig erkannt: Wer im eigenen Wahlkreis demontiert wird, ist auch für die Bundes-CDU nur noch von begrenztem Wert, weil der direkte Zugriff von Berlin bis in die Winkel der Republik nicht mehr gewährleistet ist. Der Rückhalt in der Partei vor Ort über einen wichtigen Posten gehört zum Repertoire eines Bundestagsabgeordneten, das ist die Rückversicherung für die Dauerfahrtkarte nach Berlin. Nur über eigene Großtaten in Berlin bis nach Lüneburg zu strahlen und eine erneute Nominierung abzusichern, dass ist für einen Mann der zweiten Reihe in der Bundestagsfraktion nicht einfach. Die Basis muss einem Halt geben.

Pols hat den Flurschaden missachtet, den er angerichtet hat, als er Parteifreunden zu Recht oder zu Unrecht kräftig auf die Füße trat. Er hat Regina Baumgarten als Fraktionschefin im Rat abgelöst. Sie ist ihm im OB-Wahlkampf einmal so in die Parade gefahren, dass Pols schon eine Basta-Mail verschickte. Sie sitzt jetzt im Kreisvorstand der CDU. Und mit dem Vorsitzenden des Stadtverbandes, Niels Webersinn, war der Kandidat im OB-Wahlkampf alles andere als ein Traumduo. Webersinn ist jetzt für Pols Fraktionschef im Rat. Und wer trägt die Schuld? Das spielt eigentlich keine Rolle. Zu spät.

Ausschlaggebend ist es, als Parteivorsitzender rechtzeitig zu lernen, wie man Macht absichert: Regie führen, aber auch teilen, loben, einbinden, delegieren, mal uneigennützig ausputzen. In Pols‘ Art, burschikos, manchmal mit einem Hang zur Ruppigkeit, haben das offensichtlich zu viele vermisst. Stattdessen hat er es sich mit CDU-Größen in Stadt und Kreis verscherzt.

Es passt ins Bild, dass er zum Abschied noch einmal austeilt. Und es passt, dass als brüchige Begründung fürs Ausbooten herhalten muss: Man wolle Amt und Mandat trennen. Kollektiv statt Machtpolitik. Was Mutti in Berlin, die Allmacht in der CDU und die mächtigste Frau Europas, wohl zu solchen Anwandlungen sagt?

Hans-Herbert Jenckel

2 Kommentare

  1. Ab in die “Komm-Vor-Zone”

    Die wird wohl sagen, so sie überhaupt Notiz davon nimmt, wer, wie Ekki, der blasseste Handwerker unter den blassesten Hinterbänklern, ab jetzt auch noch im Glashaus sitzt, darf auf keinen Fall mehr mit Steinen hantieren.

    Als Fachmann wird Pols ja wissen, dass Glastüren auch Drehtüren sein können.

    Und vielleicht sollte er schon einmal üben: „So geh´n die Gauchos …“

    Wie sie geh´n, kann er vor in jeder Hinsicht facettenreich gefertigten Spiegeln in der Käthe-Krüger-Straße 21 in 21337 Lüneburg einstudieren und sich dabei selber überzeugen: Quadratisch, als Viel-Eck, rund oder oval, mit Sandstrahldekor oder Facettenschliff setzen diese Spiegel Akzente und öffnen Räume.

  2. wen interessieren eigentlich diese provinzpossen?