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Herr Tur Tur, die Marketing GmbH und der Aufsichtsrat

 

Lüneburg, 25. Juli 2014

Die Lüneburger Marketing GmbH gerät beim Personal regelmäßig in die Bredouille. Gesellschafter und Aufsichtsrat scheinen kein Händchen fürs Personal zu haben. Die Folge: Die Fluktuation ist hoch. Das Dutzend Geschäftsführer in gut zwanzig Jahren ist bald voll – inklusive der Aspiranten, die schon bei ihrer Nominierung zurückzuckten. Jetzt will Marketing-Chef Stefan Pruschwitz weg.

Woran liegt es dieses Mal? Es heißt von Gesellschaftern, der Kasus Knacktus sei neben anderen Querelen die Bilanz. Manche stufen sie als bitteren Zahlensalat ein.

Doch das ist es nicht allein, was das Verhältnis trübte. Händler, Schausteller, Gastronomen oder Bands gingen seit Jahren bei mancher Marketing-Volte auf Distanz, weil sie sich vor den Kopf gestoßen fühlten. Der Marketing-Chef funkte oftmals auf einer anderen Wellenlänge. Es machte den Eindruck: Irgendwie war Stefan Pruschwitz nie so richtig in Lüneburg angekommen.

Er entpuppte sich doch so manches Mal als eine Art Herr Tur Tur, der berühmte Scheinriese aus der Augsburger Puppenkiste, der riesig aus der Ferne, aber nur durchschnittlich groß aus der Nähe wirkt. Im Fall Marketing waren die Ideen in der Theorie riesig und, je näher der Praxistest rückte, die Resultate oftmals leider mickrig.

Das Stadtfest am Ende blutarm, die Nacht der Romantik in der Versenkung verschwunden, die Kalkberg-Burg als bombastische Illumination blieb fixe Idee, der Lichterglanz an der Stintbrücke in der Etappe stecken. Und dann der Rohrkrepierer Solarbahn.

Das und mehr kann man bedauern und kritisieren, aber es bleibt die Frage: Wo war da eigentlich der Aufsichtsrat und sein Chef als Korrektiv bei all den Plänen, Bilanzen und Personalien?

Aufsicht? Diese Misere hat mehr als einen Vater und fordert wohl mehr als einen Wechsel. Es gehört auch ein neues Leitbild und Wir-Gefühl dazu, aber bitte nicht in der Theorie, also auf dem Papier, sondern in der Praxis und mit Herzblut.
Hans-Herbert Jenckel

5 Kommentare

  1. Gisela Kyriazis.Uhde

    Vielleicht sollte man einfach mal ein STADTfest begehen, so wie es auch der Sinn der Sache ist. Also Künstler, Gewerbestreibende und Händler AUS und UM Lüneburg. Alles in einem normalen Rahmen und mit vernünftigen Vorstellungen. Ich bin der Überzeugung, dass ein Fest, dass für Bürger mit Bürgern aus Lüneburg ohne überzogene und selbstdarstellerische Aufmachung immer noch das beste Publikumsmagnet sein würde. Und was ich so gar nicht nachvollziehen kann, ist, dass ständig der finanzielle Rahmen gesprengt werden muss. Jeder hat doch nur ein Portmonai. Jeder hat gelernt, bzw sollte gelernt haben, mit seinem Etat umzugehen. Dafür gibt es eine Buchhaltung und Kostenstellenrechnung. Die Bilanz ist der allerletzte Sch…, weil die nämlich nur widerspiegelt, was WAR, also Vergangenheit. Wo also war bis dahin das Controlling und wer bitte hat das Ausgabenüberwachungsmanagement? Was sind das alle für Pennbrüder? Hinterher zu jaulen und schlauer sein… ja, das kann jeder, aber warum gibt es denn einen Aufsichtsrat!!??

  2. Wo war denn der „Aufsichtsrat“, als der selbsternannte Schlagerexperte Jörg Mandt alias DJ Wahnsinn dem Herrn Tur Tur seine seichte Schlagersuppe verkaufte? Auf diesen Herrn sind doch Jahre zuvor schon einmal zwei Gesellschafter der LMG herein gefallen(Stichwort Schlagermeile), da hätten doch im Aufsichtsrat alle Alarmglocken bimmeln müssen. Wer hat die Kalkulation einer Sat 1 Gold Aufzeichnung geprüft und für gut befunden? Wo war die Kontrolle durch den Aufsichtsrat?
    Ich finde es richtig, dass die müde Gesellschaftertruppe jetzt Ihre Einlagen erhöhen muss, die arrogant dabei zuschaute, wie der Karren in den Dreck gefahren wurde.
    Stefan Pruschwitz hatte gute Ideen, verfügte aber leider nicht über die dafür in Lüneburg notwendigen diplomatischen Fähigkeiten in dem Haifischbecken des irrsinnigen Gesellschafterkonstrukts LMG zu bestehen.
    Das Problem des Geschäftsführers ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Die alten Konzepte, wie die vom Jim Knopf der Feste, Gerhard Kreutz, funktionieren nicht mehr. Lüneburg verlässt sich auf die tägliche Werbesendung „Rote Rosen“, die hiesigen Hotelbetreibern Traumumsätze beschert. Niemand denkt darüber nach, dass dies mal ein Ende haben wird. Die grossen Profiteure des „Rote Rosen“Hypes investieren keinen Cent in das Stadtmarketing, das gemessen an anderen Regionen und Städten, mit einem lächerlichen Etat da steht. Das Stadtmarketing benötigt eine bessere finanzielle Ausstattung, damit neue Ideen entwickelt und damit auch neue Einnahmequellen erschlossen werden können. Die Hotels der Stadt müssten in einem angemessenerem Rahmen an den Kosten für das Marketing beteiligt werden. Die Stadt Lüneburg muss ihre eigene Vermarktung adäquat subventionieren und personell ausstatten. Aufsichtsratmitglieder, die immer noch denken, dass Werbemaßnahmen wie „lieber nach Lüneburg“ Luftballons damit gemeint sind, gehören ausgetauscht. Die Gesellschafter haben mit den Verpflichtungen von Wolff und Pruschwitz eindrucksvoll die eigene Inkompetenz bewiesen, der Aufsichtsrat hat durch Kontrollverlust bewusst die eigene Schieflage der GmbH einkalkuliert. Der Fisch stinkt immer vom Kopf….

    • Es gibt da einen sehr aufmerksamen, diskreten und vor allem kompetenten Leser, der wichtige und richtige Vorschläge anbietet. Dafür Danke.

      Beim Tippen auf dem iPhone rutscht doch viel durch, vor allem wenn man in Heidelberg in der überfüllten, holzgetäfelten alten Aula am Uni-Platz bei 30 Grad wie eine Ölsardine bei einer Examensfeier sitzt und einem Ethnologen lauscht, der Juristen endlos und unlustig typisiert.
      Für eine diskrete Kontaktaufnahme wäre ich dankbar. hhjenckel@gmail.com
      LG

  3. Ich muss mich ohnehin wundern, dass diese Gesellschaft noch existiert.