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Die Achillesferse des Lüneburger Oberbürgermeisters

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(Den Blog.jj füttert Hans-Herbert Jenckel, Geschäftsführender Redakteur und Online-Chef der LZ. Er schreibt an dieser Stelle regelmäßig über politische Themen aus Stadt und Landkreis Lüneburg. Der Blog heißt jj, weil das sein Kürzel in der LZ ist.)

Lüneburg, 27. Januar

Hanse-Viertel? Zu teuer. Rotes Feld? Sowieso. Innenstadt? Alles dicht. Kaltenmoor? Zu unsicher. Und die Neubausiedlungen vor den Toren der Stadt? Na, da stehen vielleicht doch schon zu viele „Säulen-Villen“, bei denen man glauben könnte, Renaissance-Genie Andrea Palladio sei nach 435 Jahren auferstanden, allerdings mit zwei linken Händen.

Bildungspolitik mag die Lüneburger schon seit einem Jahrzehnt umtreiben, auch die Frage, wo neue Discounter öffnen. Aber mehr noch sorgen sie sich aktuell um Wohnungen, solche, die sie noch bezahlen können. Längst ist der Wohnungsmarkt der Hansestadt zu einem reinen Verkäufermarkt degeneriert. Die Preise explodieren, die Makler spekulieren und die wütenden Bürger pflegen ihr Vorurteil: Wer im Hanse-Viertel Quartier bezieht, wird per se als reicher Hamburger Schnösel gedisst, der für die Lüneburger die Preise ruiniert. Im Roten Feld wird man als Spekulant verspottet. Und wer dann nach Kaltenmoor ausweicht, ist gleich ein potentieller Amokläufer.

Häuser werden zwar noch angeboten, aber noch lieber angesichts der Interessenten-Schar versteigert. ,,Geben Sie doch bis Montag ein Gebot ab“, charmiert der Makler-Abgesandte mit Haifisch-Lächeln. Da hilft kein Verweis auf den Preis in der Annonce. Man glaubt sich in einer Auktionshalle. Die Atmosphäre ist vergiftet.

So hitzig die Diskussion über Bauland und Wohnraum geführt wird, so mickrig ist der Baulandstreifen, der Lüneburg überhaupt noch zu Verfügung steht.

Vor diesem Hintergrund haben die Eingemeindungs-Träume des Lüneburger Oberbürgermeisters gar nichts mit Großmannssucht zu tun, die ihm gerne unterstellt wird, sondern eher mit Alternativlosigkeit. Es ist die pure Not, die ihn treibt. Und jede Gemeinde sollte es wohl überlegen: Wer unters Rathausdach schlüpft, wird immerhin in den Adelsstand „Hansestadt“ erhoben. Der Titel ist Gold wert, verspricht Ulrich Mädge.

Der Oberbürgermeister steht in der Frage unter Druck. Der Wohnungsmarkt könnte seine Achillesferse werden. Als Mann mit Elefantengedächtnis und notfalls dem vermutlich größten privaten LZ-Artikel-Archiv im Keller weiß er genau, mit welchen Themen er 1991 das Amt des Oberbürgermeisters erobert hat: Finanzen, Verkehr und vor allem Bauland.

Jetzt muss er aufpassen, dass er in der Erfolgsspur bleibt und sich nicht im Kreis dreht und dort wieder landet, wo er angefangen hat: beim Wohnraum-Mangel.
Hans-Herbert Jenckel

42 Kommentare

  1. Wer unters Rathausdach schlüpft, kann künftig auch mit dem werbeträchtigen Titeln Hansestadt Lüneburg werben. Der ist Gold wert, sagt Mädge.+

    klingt nach dem ehemaligen stadtsprecher von lüneburg. ha ha. wer war das bloß ?

  2. Na da bin ich gespannt, wie die Stadt Lüneburg in den nächsten Monaten auf Bauanträge zur Hinterlandbebauung reagieren wird. Vor allen Dingen wie schnell…

  3. Lüneburg hat die Altstadt verkommen lassen. Bloß nichts investieren oder renovieren beim Städtischen Wohnraum. Wäre H.Pomp nicht gewesen wäre nicht mehr viel übrig geblieben. Das gleiche ist im Kaltenmoor passiert und am Weissen Turm.Und dann günstig verscherbeln. An Investoren verkaufen die sich ne goldene Nase verdienen und völlig überteuert verkaufen,das ist im Moment in.Besser kann es für die Stadt doch kaum laufen. Und sich dann aufregen als Stadt Lüneburg wie im Kaltenmoor und WeissenTurm das nichts saniert wird obwohl Sie selbst das als Eigentümer nicht getan haben.

    • Man mag sich zu recht über nicht sanierte Hochhäuser in Kaltenmoor und am Weißen Turm aufregen, aber die Aussage, diese Häuser gehörten mal der Stadt Lüneburg und diese hätte sie verscherbelt und sich eine goldene Nase damit verdient ist falsch, denn die Häuser haben nie der Stadt gehört und hat daher auch nichts verkommen lassen. Genaus falsch ist die Aussage, die Hansestadt würde in diese Stadtteile nichts investieren. Allein in den Stadtteil Kaltenmoor hat die Stadt seit 1999 in das Schulzentrum, Kitias, Bücherei, Jugendzentrum, Spielplätze, Aktivspielplatz, Sportverein, Straßen, Wohnwege, öffentliche Plätze….. ca. 40 Millionen Euros inverstiert !!!!
      Uwe Nehring, Quartiersmanager Kaltenmoor

      • In Kaltenmoor wurden seit 1999 ca. 40 Mio € investiert. Tja, warum wohl? Das fragen sich die Bewohner der anderen Stadtteile auch immer wieder. Nicht das dort nicht investiert werden soll/muss. Aber irgendwie steht Kaltenmoor immer ganz oben auf den Listen. Die Antwort ist immer die Gleiche….

  4. Tobias Günther

    Herrn Stadtrat Michèle Pauly hatte ich in einem Brief, der vorläufig (?) leider unbeantwortet blieb, im Kern gefragt, ob teure „Prestigebauten“, deren „ästhetische Qualitäten“ überzeugend zu belegen, bisher noch niemandem gelungen ist und über die ernsthaft nachzudenken, vielmehr durch ein Dauergeschwurbel schlechterdings nicht halt- und plausibisierbaren „Aufklärungs-“ und „Aufwertungs-„Geredes – man hat den Eindruck – beinahe systematisch verhindert wird*, ich fragte, ob solche kostspieligen „Extravaganzen“ tatsächlich den Vorrang vor „sozialem“, d. h. vor einem von der breiteren Masse der Lüneburger erschwinglichen Wohnraum genießen sollte. An die Lobredner von „Prestigequartieren“ à la „Hanseviertel“ kann man die gleiche Frage richten.

    *(Eines der schauderhafteren, weil im Grunde nur aufstampfende Hilflosigkeit dokumentierenden Beispiele für nahezu sinnleere Reklame- und Überredungsrhetorik, die sich dampfiger Terminologiewolken gravitätisch-prätentiös aufgebrezelter Appelle, Expressionen und Imperative zum Zwecke des autoritativen Rechtbehaltens bedient, ist das Dekret des Historikers Achatz von Müller in der Zeit Nº 28/2013 vom 4. Juli 2013 –> http://www.zeit.de/2013/28/leuphana-libeskind-lueneburg)

    Hier ein Ausriss aus dem erwähnten Kommentar von mir an den Stadtrat Pauly:

    „Extravaganz und Pomp, Herr Pauly, sind kein Ausweis von Stadt- oder Architekturqualität. Sperrige “Signature Buildings” ermöglichen keine Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt. Das Primäre ist, dass man sich geborgen und gut aufgehoben fühlt, dass man auf dem Bürgersteig spazierengehen kann, um am öffentlichen Leben im Stadtraum zu partizipieren, und anschließend in ein Haus zurückkehrt, das man als sein Zuhause, seinen “Wohnsitz” schätzt — und in dem man seinen Wohnraum bezahlen kann. Wenn die Menschen durch Lüneburg gehen und sagen: “Es ist verdammt schön hier. Wir haben individuelle Vielfalt, alte und junge Leute, alte und neue Häuser, die auch unsere Zeit im Stadtbild erfahrbar machen auch ohne dieses stumpfsinnige Kontrastprinzip. Hier bin ich sesshaft. Dies ist eine Stadt in der ich gerne, in der ich selbstverständlich wohne”, dann haben Sie “Attraktivität”. Denn der Wohnsitz – nicht der “Leuchtturm” oder das Zirkuszelt – ist die primäre Voraussetzung für eine Identifikation mit der Stadt.“

    Findet sich hier: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/211768-ist-eigentlich-gute-kommunalpolitik-und-macht-ein-gutes-ratsmitglied-aus#comment-33900

  5. Die Achillesferse des Lüneburger Oberbürgermeisters?
    tut mir leid, dem ehemaligen stadtsprecher zu wiedersprechen. uns ulli hat probleme, weil er soldat war. nicht jeder kann es verkraften. so mancher kommandoton bleibt erhalten. in der freien wirtschaft hätte er schon längst einen einlauf bekommen. da aber das obrigkeitsdenken insbesondere bei der verwaltung ausgeprägt ist, jeder strebt da ja zu was höherem, kommt man mit dieser nummer durch. so ein alphatier tritt nicht freiwillig zurück.

  6. Lieber Herr Günther,

    Extravaganz sollte keineswegs Vorrang haben vor sozialer Ausgewogenheit, vor einer zubauenden Wohnungspolitik. Es sollte aber auch an Orten des Zusammenkommens extravagante Bauten der öffentlichen Hand möglich sein, also Schulen, Universitäten, Gemeinschaftshäuser, Plätze, etc. Wenn wir alles architektonisch-wertvolle denjenigen überlassen, die heute das Geld haben, dann gibt man als Politik auch den Anspruch auf, Stadt als Öffentlichkeit, als Gemeinschaft positiv mit zu gestalten. Aus meiner Sicht braucht die öffentliche Hand Mittel um sowohl sozialen Wohnungsbau zu betreiben, aber gleichzeitig auch architektonisch-anspruchsvolleres zu bauen. Ich will zwischen den Orten der Gemeinschaft aller Bürgerinnen und Bürger und den Orten des „Kapitals“ kein ästhetisches Gefälle haben. Wenn wir das nicht schaffen, werden wir die Gesellschaft weiter sozial entmischen.

    • Aus meiner Sicht braucht die öffentliche Hand Mittel um sowohl sozialen Wohnungsbau zu betreiben, aber gleichzeitig auch architektonisch-anspruchsvolleres zu bauen.
      wo sollen die mittel herkommen? sollen die kleinen leute die paläste des mittelstandes weiter bezahlen? wer geht ins theater, wer ins museum , wer in die oper, wer auf die uni?

    • Schade, wie platt und undifferenziert hier doch die Kritiken ausfallen.

      Zugegeben: Die sprachlichen Auswüchse in dem Zeit-Aufsatz von Professor Achatz von Müller sind an Dummblabla kaum zu übertreffen. Gleichermaßen fragwürdig ist die ursprüngliche Entscheidung für diesen Neubau überhaupt, der der Stadtkämmerei der Stadt Lüneburg in Zukunft sicher alle Jahre wieder massive Kopfschmerzen beim Herumfingern im Geldsäckel bereiten wird.

      Stadtrat Pauly erklärt: „Aus meiner Sicht braucht die öffentliche Hand Mittel um sowohl sozialen Wohnungsbau zu betreiben, aber gleichzeitig auch architektonisch-anspruchsvolleres zu bauen. Ich will zwischen den Orten der Gemeinschaft aller Bürgerinnen und Bürger und den Orten des “Kapitals” kein ästhetisches Gefälle haben.“

      Etwas „architektonisch-anspruchsvolleres“ (oder „Anspruchsvolleres“?) bauen? Was gefällt Ihnen nicht am „extravaganten“ Bau von Herrn Libeskind, Herr Pauly? Wie bitte schön sollte denn ein noch gelungeneres und „architektonisch anspruchsvolleres“ Gebäude aussehen, das sich harmonisch und angemessen ins Stadtbild einfügt? Ihre und auch Tobias Günthers Kritiken sind „platt und undifferenziert“, weil sie leider einseitig und in keiner Weise konstruktiv sind und die Qualitäten, die in dem Gebäudekomplex mit seinen vielfältigen Anforderungen zweifelsfrei stecken, unbeachtet lassen. Ist es keine integrierende Lösung? Ist die maßstäbliche Einfügung in das fragile Gewebe des Roten Feldes nicht vorbildlich? Wo hat Lüneburg einen einheitlicheren älteren Charakter? Soll tatsächlich jede Form zeitgenössischer Architektur in Lüneburg unterbunden werden? Möchten Sie einen Städtebau, der sich zukünftig aus Repliken historisierender Fassaden zusammensetzt? Ist das Ihr Verständnis von historischer Identität, Herr Günther?

      Dabei kann man hinsichtlich der Ästhetik des Zentralgebäude-Neubaus durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Ohne Zweifel ist so ein Hochschul-Bau auch ein massiver Eingriff in die Struktur des Roten Feldes, insbesondere aus der Vogelperspektive. All das hat aber nichts mit der Preiswürdigkeit der Architektur und der städtebaulichen Einbindung zu tun. In der Tat hat der weltberühmte Architekt Libeskind es geschafft, das üppige Raumprogramm der Uni als maßstäblichen Bau in die umgebende Architektur am Bockelsberg einzubinden. Die Fassaden nehmen sich mit ihrer einfachen, hellen und feingliedrigen, diagonalen Struktur zurück und versuchen erst gar nicht, die denkmalgeschützten Nachbarn in irgendeiner Form zu “übertrumpfen”. Um diese Qualitäten wahrzunehmen, muss man natürlich die Ansichten im wahrsten Sinne des Wortes ändern und die Perspektive aus dem Straßenraum einnehmen. Gerade bezüglich der städtebaulichen Einbindung erschließen sich bei näherem Betrachten und tieferer Auseinandersetzung mit dem Gebäude architektonische Qualitäten: Vorbildlich ist die maßstäbliche Einfügung des großen Bauvolumens in das fragile Gewebe des Quartiers.

      An dieser Stelle möchte ich aus dem Wiener Memorandum der UNESCO-Kommission von 2005 zitieren: “Unter Berücksichtigung der grundlegenden Definition sollten Stadtplanung, zeitgenössische Architektur und Erhaltung der historischen Stadtlandschaft alle Formen pseudohistorischer Gestaltung vermeiden, da diese eine Verleugnung des Historischen und des Zeitgenössischen darstellen. Es soll nicht eine historische Sicht die andere verdrängen, da Geschichte ablesbar bleiben muss, während die kulturelle Kontinuität mittels qualitätvoller baulicher Eingriffe das höchste Ziel ist.” (s.a. https://www.wien.gv.at/rk/msg/2005/0512/022.html)

      Ich will zwischen den Orten der Gemeinschaft aller Bürgerinnen und Bürger und den Orten des “Kapitals” kein ästhetisches Gefälle haben“, schreibt Herr Pauly.

      „Denn der Wohnsitz – nicht der ‚Leuchtturm‘ oder das Zirkuszelt – ist die primäre Voraussetzung für eine Identifikation mit der Stadt“, schreibt sein Kompagnon Günther.

      Ist das Auditorium Maximum „ein Ort des Kapitals“ ein “Leuchtturm” oder ein „Zirkuszelt“? Wieso? Geht es auch etwas weniger platt und undifferenziert?

      Herr Pauly sollte einen Deutschkurs an der Volkshochschule besuchen. Dort würde er vielleicht auch lernen, was ein Audimax ist. Am besten mit Herrn Tobegünther als Oberlehrer…

      • Ich empfehle einen Besuch des VHS-Kurses „Stadtkunde Lüneburg“.

        „Dabei kann man hinsichtlich der Ästhetik des Zentralgebäude-Neubaus durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Ohne Zweifel ist so ein Hochschul-Bau auch ein massiver Eingriff in die Struktur des Roten Feldes. “
        tzzzzzzz

    • Tobias Günther

      Tom, Sie wenden sich nicht nur an Herrn Pauly. Was Herr Pauly Ihnen entgegnet, bleibt abzuwarten. Da auch ich angesprochen bin, darf ich Ihnen für den kleinen Scherz in Ihrem Abspann danken. Aber war es klug, ihn zu machen? Sie wollen doch vor den Lesern durch eine unplatte und differenzierte Sichtweise, vielleicht sogar durch ein ebensolches Denken auffallen. Und da machen Sie ein so anspruchslos plattes Witzchen? Erinnern Sie sich nicht an Robert Gernhardt, der, kaum daß Reagan an der Macht war, vor Ihrer Art, Witze zu machen, warnte?

      Oder ist es möglich, daß Sie nur diese Verse kennen: „Lieber Gott, nimm es hin / dass ich was Besondres bin / Und gib ruhig einmal zu / dass ich klüger bin als du / Preise künftig meinen Namen / denn sonst setzt es etwas. Amen“ ?

      Wenn Sie an der Ausdrucksfähigkeit des Stadtrates Pauly etwas auszusetzen haben, ohne im Geringsten darauf zu achten, was er eigentlich sagt – , dann sollten auch Sie den Besuch eines weiterbildenden Kurses in Erwägung ziehen.

      Freilich nicht unter meiner Leitung. Ich würde nur Schüler annehmen, die lernen wollen; die Lüneburg auch vom Kalkberg oder vom Johanniskirchturm betrachten (oder meinetwegen auch aus einem Heißluftballon in Gesellschaft von Hans-Herbert Jenckel und Ulrich Mädge), wenn sie das Stadtbild beurteilen sollen; Schüler, denen man Sichtweisen, wenn durch Gleichnis und Vergleich erklärt, nicht nochmal und nochmal erklären muß; die ein Wörterbuch benutzen, wenn sie nicht wissen, was ein Wort bedeutet; die die Aufklärung nicht nur dem Namen nach kennen: ihren Verstand nicht im Schatten einer in ihrer Universalität unsinnigen Doktrin (Extravaganz, Prestige, Aufmerksamkeit) zur Ruhe betten; die … Nun, wie fühlt es sich an, wenn Sie von oben herab behandelt werden? Bedauern Sie Ihre Arroganz? Wollen Sie sich in ihr verhärten? Soll ich mich, um Sie zu spiegeln, auf eine noch höhere Sprosse stellen? Ich wäre froh, wenn Sie sich einen Gegner suchten, der besser in Ihre unplatte und differenzierte Welt paßt.

      So wenig es auch in Ihrem Kopf bewirken mag, aber es lesen ja nicht nur Sie und ich, was Sie und ich schreiben: Wie sähe Venedig heute aus, wenn Menschen wie Sie (wahlweise: die Mehrheit des Lüneburger Stadtrats) dort das Sagen hätten? Man mag manches tadeln: den mittlerweile alten Neubau des Hotels Danieli an der Riva degli Schiavoni, die Mosaiken am Palazzo Barbarigo und anderes, aber das Wissen, daß ihre Stadt einen eigentümlichen Charakter hat, und den Willen, diesen Charakter zu bewahren – zwei in Lüneburg unterentwickelte, im Stadtrat fast überhaupt nicht verifizierbare Eigenschaften – , das sind ebensolche Stärken, wie sie hier, in unserer Kommune, Schwächen sind. Die „weltberühmten“ Architekten Frank Lloyd Wright, Le Corbusier, Louis Kahn – sie alle wollten und durften nicht. Die Venezianer waren einfach zu „platt“ und zu „undifferenziert“; sie wollten auf „die Kellers, die Spouns, die Mädges, die Ohlms, die Doktormänner und die Wankas“ dieser Welt nicht hören; ein einheitliches Gepräge war ihnen lieber als ein von Könnern zersetztes Gebilde. Ohne daß sie je von Jellinek gehört hätten, fürchteten sie „die normative Kraft des Faktischen“, an dem Lüneburg zugrunde gehen wird. Noch zwei, drei Mädges … und die Stadt wird aussehen wie irgendeine im Ruhrpott, mit vier, fünf Sehenswürdigkeiten, die es dort nicht gibt, die man aber aus verkehrstechnischen Gründen auch noch beseitigen würde, wenn es nicht diese Touristen gäbe, die so etwas sehen wollen. Sie bezweifeln das? 1906 wurde das Rote Tor an der Roten Straße abgerissen, aus genau den genannten Gründen. Dem Verkehr zuliebe. „Welchen Nutzen haben die Stadtthore noch, seitdem die Eingangs-Abgaben sämmtlich in Wegfall gekommen sind? Platterdings gar keinen, wohl aber machen sie Unterhaltungskosten nothwendig, die gespart und zu anderen nützlicheren Zwecken verwandt werden können.“ So sei beispielsweise bekannt, daß sich von „neben einander reitenden Militairs der eine oder andere nicht unerhebliche Verletzungen an den Thorpfeilern und Thorflügeln zugezogen“ habe. Ein Zeitgenosse nimmt 1869 klar Partei dafür, die Tore abbrechen zu lassen: Der Verkehr laufe einfacher, Schutz böten die Sperren auch kaum und Abgaben, die sonst beim Eintritt in die Stadt erhoben wurden, seien hinfällig geworden. Der Vorgänger, ein Bau mit Renaissance-Giebeln und einem „60 Schritt langen Gewölbe“ war bereits um 1826/27 abgebrochen worden. Tore machten dort angeblich auch deshalb keinen Sinn mehr, „da Lüneburg Ende des 19. Jahrhunderts in das Rote Feld hineinwuchs“ (LZ vom 9. Dezember 2014, http://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/204805-neues-ala-heft-als-die-stadt-die-ruestung-ablegte). Die schöne, damals gebaute MTV-Halle mit ihren beiden Türmen am Handwerkerplatz in der Lindenstraße 30 wurde 1976 abgerissen und schon 1971, „noch bevor der Denkmalschutz eingreifen konnte“, ein „städtebauliche Glanzstück“ der Hansestadt, das alte Badehaus am Kurpark nämlich, „ein imposanter Bau im Barockstil nach Entwürfen des Bardowicker Architekten Wilhelm Mathies“ — nicht zu verwechseln mit LZ-Volontär Maximilian Matthies! (LZ vom 5. Januar 2014, http://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/133201-altes-badehaus-soll-neu-erstehen). „Hätte es in Lüneburg keine Bürgerinitiativen gegeben, hätten wir heute keinen Wasserturm mehr und keine Altstadt“ stellte Stefan Wabnitz aus dem „Wabnitz Weinkontor und Kaffeehaus“ in der Schröderstraße 9 am 20. August 2014 um 21:24 Uhr zu Recht fest (http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/184176-und-es-ist-mir-laengst-klar-dass-nichts-bleibt-wie-es-war#comment-7975)

      Und wie „feingliedrig, diagonal strukturiert“ und geklont (siehe Altes Kaufhaus) sähe heute das Ilmenauufer im Hafenviertel aus, wenn es nicht einen in allen Stadtteilen erfolgreichen Bürgerentscheid gegeben hätte, und wie das Arreal vor und hinter dem alten Johanneums wenn es nicht jene Bürger-Initiative gegeben hätte? Und ist es nicht das deutlichste Indiz für die Richtung, in die Lüneburg abdriftet, daß der Denkmalschutz mit dem Bauamt schon vor dem jetzigen Oberbürgermeister im Stadtbaurat „zusammengelegt“ wurde und daß infolge dieser Legung die Zahl der geschützten Bauten, laut Bauamt, abnimmt? Was, um „die kulturelle Kontinuität mittels qualitätvoller baulicher Eingriffe“ zu bewahren, hat der Stadtrat denn selbst oder andere bauen lassen, und warum schauen Sie es sich nicht jeden Tag an? Ja, warum scheuen Sie jeden Tag den Gang in die Höhe? Da sind vor allem die grauenvollen Wohnsiloklötze in Kaltenmoor, dann das neue graue, an eine Einsegnungshalle erinnernde Museumdebakel, das „Seminaris“-Unglück beim Kurpark, die Kefersteinstraße 9, bald die Lessingstraße 7, Volgerstraße 38, und – erschrecken nicht plötzlich auch Sie, wenn Sie das von Ihnen verteidigte Objekt an der Uelzener Straße sehen? Fragen nicht plötzlich, in jäher Erleuchtung, auch Sie sich: Ja, gibt es denn hier keinen Denkmalschutz? Kann denn hier jeder bauen, wie er will? – Wie es um die Stadt bestellt ist, können Sie auch an einer Kleinigkeit erkennen: Schauen Sie sich die in der Innenstadt aufgestellten öffentlichen Bänke und Sitzmöglichkeiten an oder denken sie an die Solarbahnpläne, und Sie wissen, daß die Stadtverwaltung nicht weiß, was für eine Architektur sie verwaltet.

      „Menschen“ dagegen – und unter ihnen nicht nur Dr. Rolf Johannes – „ fühlen sich gestört von Neubauten, die nach ihrem Gefühl nicht in ihre Viertel passen: zu wuchtig, abweichend vom Stil der anderen Häuser, architektonisch wenig gelungen“ (http://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/201281-eine-frage-der-aesthetik).

      Ich stelle fest, daß ich Ihnen einige Antworten schulde: „Wie bitte schön sollte denn ein […] Gebäude aussehen, das sich harmonisch und angemessen ins Stadtbild einfügt?“ Fahren Sie nach Venedig. Scarpa fügte sich; also durfte er: Museum Correr, Gallerie dell’Accademia, Fondazione Querini Stampalia … „Ist es [ = das Ihrer Ansicht nach „architektonisch anspruchsvolle Libeskind-Gebäude“ ] keine integrierende Lösung?“ Ich sagte „Sichtweise“ und meine eine, die, wie das Wörterbuch sagt, das Ganze (hier: der Innenstadt) berücksichtigt. „Möchten Sie einen Städtebau, der sich zukünftig aus Repliken historisierender Fassaden zusammensetzt?“ Nein. Aber möchten Sie einen, der sich aus Repliken von verkaufstüchtigen Star-Architekten zusammensetzt, die sich seit fünfzehn Jahren überall auf der Welt nur noch selbst zitieren? „Ist die maßstäbliche Einfügung in das fragile Gewebe des Roten Feldes nicht vorbildlich?“ Nein, da sie nicht maßstäblich ist, und vorbildlich nur insofern, als sie einen Maßstab dafür aufrichtet, wie man es besser nicht machen sollte. „Wo hat Lüneburg einen einheitlichen älteren Charakter?“ Überall, wo es nicht 160 von insgesamt 2.500 aus der Renaissance stammenden Häusern, die man im Lüneburg der 1950er Jahre wild abgerissen hat, durch kalte Kästen ersetzt und sich verunstaltet hat. Nur das Gebäude des am 8. Oktober 1961 bezogenen neuen Stadttheaters Lüneburg, selbst wenn exorbitant hässlich, ist zu klein, um stören zu können. „Soll tatsächlich jede Form zeitgenössischer Architektur in Lüneburg unterbunden werden?“ Lüneburg ist größer als die Innenstadt. Das Hanseviertel empört mich nicht wirklich, obwohl mich seine zwanghaft wirkende Regelmäßigkeit auch nicht begeistert. „Ist das Auditorium Maximum ‚ein Ort des Kapitals‘ ein ‚Leuchtturm‘ oder ein ‚Zirkuszelt‘?“ Nach meiner – persönlichen – Meinung: ja, vor allem ist es ein Zirkuszelt! Aber nochmal: Lüneburg ist größer als die Innenstadt. Diese ist, wenn nötig, wie ein Ganzes, wie ein lebendes Wesen, zu restaurieren. Fahren Sie nach Danzig oder nur nach Görlitz, um zu erleben, daß so etwas möglich ist. „Ist das Ihr Verständnis von historischer Identität?“ Ja. Vielfalt bedeutet nicht Labskaus, sondern – je nach Größe und Charakter der Stadt – ein oder mehrere Zentren, um die herum similia similibus gilt.

      Schließlich: Das Gebäude, um das wir uns streiten, hat so, wie es entsteht, nicht mal eine Daseinsberechtigung. Daß die verantwortlichen Stadträte für die Mißgeburt keine Verantwortung, d.h. die Pflegekosten, übernehmen wollen, ist unter dem Thema „Pathologie der Lüneburger Demokratie“ zu behandeln.

      Nun zur anderen „Achillesferse“ unseres Oberbürgermeisters. An seinem Beispiel läßt sich erkennen, man kann mehr als eine haben:

      Sehr berechtigt erscheint mir in unserem Zusammenhang die Frage Nr. 3 der Studentin Frau Paulina von Essen (oben, 29. Januar 2015 um 01:26): „Wie viele Schulen, Kindergärten, Altenheime und Sporthallen in Lüneburg hätte man mit den 50 bis 75 Millionen Euro wohl sanieren oder neu bauen können, um welche die ursprünglich veranschlagten Kosten des Audimax von 57 Millionen am Ende angewachsen sein werden? “

      Dazu bei Gelegenheit mehr.

      LG Tobias Günther

  7. Ist wirklich die berühmte Ferse das richtige Bild für die verfehlte Wohnungsbaupolitik des Oberbürgermeisters?

    Bekanntlich fand Achilleus den Tod (Herr Mädge aber werde hundert Jahre alt!) kurz nachdem er Hektor, den größten Helden der Troer, getötet hatte (An wen sollte man da denken? An Michèl Pauly? Auch der werde hundert Jahre alt!), als er an seiner verwundbaren Ferse von einem Pfeil des Paris getroffen wurde (Sollte sich der schöne, wenngleich verstoßene Königssohn Trojas etwa bei der LZ versteckt halten?), den der Gott Apoll (Andreas Meihsies? Oder doch Björn Adam?) dorthin lenkte. Achill war also an der späteren Zerstörung des von den Griechen (d. h. den bösen, bösen Standortwettbewerbern) belagerten Troja nicht beteiligt, hatte aber das Seine dazu beigetragen.

    Nein. nein! Es war der alte oberschlaue Ratsfuchs und Verwaltungschef Odysseus, der die Griechen dazu brachte, das große hölzerne Pferd von weltberühmten Stararchitekten entwerfen und für sagenhafte Geldsummen bauen zu lassen, in dem sich die Krieger versteckten, welche „die Perle“ auf dem Kalkberg am Schwarzen Meer mit Bau- und Unterhaltskosten für extravagante Leuchttürme und ihren modernen Lebensstil ruinierten. Die spektakuläre Konstruktion war derartig sensationell gewaltig gebaut, dass es nicht durch Trojas Tore gepasst hätte. Entgegen den Warnungen der Kassandra (Horst Opaschowski gehörte nicht zu den Warnern. Er hatte bereits gekündigt und sich auf das lukrative Erstellen von Horoskopen für Stadtkämmerer, Universitätspräsidenten und Arbeitsmarktstrategen geworfen.) und des Priesters Laokoon (Dechant Menges?) haben die Trojaner (vorneweg ein hauptberuflicher Vizepräsident) die eigenen Mauern eingerissen, das Pferd in die Stadt geholt und machten es zum Prestige- und Zentralgebäude ihrer Kommunaluniversität neuen Typs.

    In der Nacht dann kletterten die Griechen (die sich selbst Zivilgesellschaftspropheten für das 21. Jahrhundert nannten) aus ihrem Versteck, verteilten sich überall in der Stadt, bezogen Stadtvillen, Hanseviertel und Rote Felder und öffneten die Tore (für windige „wissenschaftliche“ Kongresstouristen und „Forschungsinvestoren“ aus Wirtschaft und Politik) und konnten so die Trojaner überwältigen, sie in den Raum der Stille verfrachten und die Stadt in den schleichenden finanziellen Kollaps und und in den Sozialwohnrauminfarkt treiben. Aus dieser Begebenheit heraus entstand der bis heute gängige Begriff des Trojanischen Pferdes.

  8. @ Michèl Pauly

    1. Worin besteht der architektonische „Wert“ des zwischen niedrigen Backsteinbauten eingezwängten Zentralgebäudeklotzes?

    „Dass ich die Architektur an dieser Stelle für nicht schön halte, ist rein subjektiv und wer weiß? Vielleicht sieht es am Ende ja ganz gut aus.“

    http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/211768-ist-eigentlich-gute-kommunalpolitik-und-macht-ein-gutes-ratsmitglied-aus#comment-33869

    2. Ja, wer weiß ? Sie sagen, Sie hielten das Gebäude nicht für schön. Die Frage nach der Schönheit ist schwierig zu beantworten und wohl immer spielen subjektive Geschmacksurteile hinein. Letztlich muss man dran glauben. Was ich aber entsetzlich finde, ist, wie A) dieser Frage ausgewichen wird, indem man einerseits mit den quantitativen Aspekten des “spektakulären” Imponierens hausieren geht und andererseits immer wieder die angeblich kontrastierende Wirkung einer nebulösen “Modernität” gegen die angeblich in sich hineingeduckte “Gewalt” der gleichförmigen Kasernenvergangenheit ausspielt, ohne dabei genau sagen zu können, worüber man eigentlich redet (dazu die guten Kommentare hier: sieht: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/212209-es-gibt-immer-einen-kritischen-punkt-interview-mit-daniel-libeskind). Bauwerke “bewältigen” keine historischen Untaten. Dazu bedarf es des Wissens, des Lesens, des Nachdenkens und des Miteinandersprechens. Und es stößt ab, wenn man dauernd augenrollend großspurig wabernde Phrasen über “Reflexionskultur” und “Brechungseffekte” vorgesetzt bekommt, hinter denen sich nichts als der erbärmliche Wille zur Durchsetzung einer Meinungshoheit verbirgt, die gar nicht begründen kann, worin ihre Berechtigung eigentlich besteht. Ebenso furchtbar ist, wie B) unbeweisbare Floskeln über “Prestige” und “Standortaufwertung” benutzt werden, um eine nicht unwahrscheinliche Kostensteigerung von weit über 100 % als Kleinigkeit abzutun. Ist mein Eindruck falsch, dass Sie sich auch in diese Richtung zu bewegen beginnen? Wenn´s schon teuer wird, dann darf´s auch richtig teuer werden?

    SIE SAGEN: „Ich will zwischen den Orten der Gemeinschaft aller Bürgerinnen und Bürger und den Orten des “Kapitals” kein ästhetisches Gefälle haben.“

    Kein „ästhetisches“ Gefälle?

    3. Wie viele Schulen, Kindergärten, Altenheime und Sporthallen in Lüneburg hätte man mit den 50 bis 75 Millionen Euro wohl sanieren oder neu bauen können, um welche die ursprünglich veranschlagten Kosten des Audimax von 57 Millionen am Ende angewachsen sein werden?

    SIE SAGTEN: „Die Frage aus meiner Sicht ist, warum hat man ein Projekt dieser Größe unter den gegebenen Umständen überhaupt geplant? Unter Einbeziehung der Risiken wären andere Umbauten oder funktionalere Neubauten sicherlich aus Sicht der Studierenden von größerem Nutzen gewesen.“

    http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/211768-ist-eigentlich-gute-kommunalpolitik-und-macht-ein-gutes-ratsmitglied-aus#comment-33600

    4. Ja, warum hat man es getan? Haben Sie eine Idee? Prestige? Worin besteht der soziale Gegenwert von Prestige?

    SIE SAGTEN: „Es mögen sich aber jene erklären, die 7 Millionen Euro kommunaler Mittel in eine gemischt genutzte Halle gegeben haben, ohne zu wissen, mit welcher Nutzungsmöglichkeit oder mit welchem Nutzungsumfang sie rechnen dürfen und ab wann diese Halle denn auch der Kommune zur Verfügung gestellt werden kann. Diese Fragen sind bis heute nicht beantwortet.“

    http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/211768-ist-eigentlich-gute-kommunalpolitik-und-macht-ein-gutes-ratsmitglied-aus#comment-33399

    5. Wie sollten sie es einmal erklären können, wenn entweder kein Nutzungswert dieser „Investition“ entspricht, oder die Nutzungspflicht und das Streben nach Vermietungsgewinnen mit den Bildungs- und Ausbildungsaufgaben der Hochschule kollidiert?

    6. Andererseits wird die finanziell notwendige Auslastung des Gebäudes von verschiedenen Seiten angezweifelt. Entsteht hier nicht eine verhängnisvolle Spirale von Zielkonflikten?

    7. Landespolitiker der Grünen sprachen bis Ende 2012 von „Vertragsbruch“ und kritisieren damit die Zuschüsse aus der Stadt- und Kreiskasse. Wie stehen Sie dazu? Geht die Reise in Richtung Privat-Uni? Richtung „Think-Tank“ für Unternehmensberatungen und „wirtschaftsliberale“ Stiftungen?

    SIE SAGTEN: Der Konflikt von Vermarktungszwängen des Gebäudes und Bildungsauftrag der Leuphana „widerspricht dem humboldtschen Universitätsideal, das Forschung um seiner selbst willen als eigentliches Ziel ansieht. Davon weicht meiner Meinung nach das aktuelle Präsisidium der Universität ab – in Richtung eines Verwertungs- und Vermarktungsinteresses bei Forschung und Lehre. Bildung und Forschung sind nicht mehr die Suche nach der Wahrheit, sondern die Suche nach der wirtschaftlichen Nützlichkeit. Damit entspricht die Leuphana leider unserem Zeitgeist. In ihrer Selbstdarstellung nennt sich das glaube ich “Anwendungsorientierung”. Etwas, das Humboldt vermutlich nicht als Zielstellung einer Universität gesehen hätte.“

    http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/211768-ist-eigentlich-gute-kommunalpolitik-und-macht-ein-gutes-ratsmitglied-aus#comment-33600

    8. Glauben Sie nicht, dass der „Prestigebau“ gerade aus den von Ihnen genannten Gründen eher als ein Symptom einer falschen Vorstellung von den Aufgaben einer Hochschule zu gelten hat, als dass er ein Wahrzeichen freier, unabhängiger Forschung und Lehre ist? Braucht unabhängige Forschung und Lehre architektonische „Wahrzeichen“? Schießt Luxus Nobelpreise?

    9. Wie begründen Sie, dass der Libeskind-Bau anders als die „Orte des Kapitals” nicht dazu beiträgt „die Gesellschaft weiter sozial zu entmischen“ ? Ist er nicht auch eine gesellschaftsferne Renommier-Kathedrale des akademischen „Verwertungs- und Vermarktungsinteresses bei Forschung und Lehre“, von dem Sie oben sprachen?

    Paulina von Essen (Studentin)

    • Liebe Frau von Essen,
      zunächst ganz kurz zu meiner Vita: Ich war drei Legislaturen im Studierendenparlament und führte 1 1/2 Jahre den Vorsitz, galt dort als großer Kritiker dieses Audimax‘ und bin es auch bis heute – bis auf einen Punkt. Vorab aber sei hinzugefügt, dass ich nunmehr für ein Baustoffunternehmen arbeite, das auch Beton liefert und geschäftlich daher zumindest mit der Universität zu tun haben könnte. (Ich arbeite freilich für die Verwaltung des Unternehmens, nicht im Bereich Beton).

      Dies vorweg geschickt um eventuelle Interessenskonflikte offenzulegen kurz zu ihren Punkten:

      „1. Worin besteht der architektonische “Wert” des zwischen niedrigen Backsteinbauten eingezwängten Zentralgebäudeklotzes?“

      Das mögen andere beurteilen, die mehr von Architektur verstehen. Die Backsteinbauten sind auf dem Campus entstammen aber einer militärischen Nutzung und sind für mich nun nicht gerade das Nonplusultra der Ästhetik (die Ausbauten der Dächer hingegen finde ich gelungen). Was ich nicht immer gut finde, ist eine Art Immitatismus historischer Bauten. Eine Periode sollte sich durchaus auch zeigen und abgrenzen, und glatte Flächen, Glas und Luftigkeit sind heute wohl modern. Das finde ich – jedenfalls in Lüneburg – nirgendwo gut gelungen, aber muss ich das wirklich entscheiden? Dass ein Bau aus der Zeit fällt, das hingegen finde ich nicht verkehrt. Den Innenhof des Louvre hat man ja auch nicht historisierend nachgebildet, sondern eine (moderne) Glaspyramide eingebaut. Das erzeugt Spannung und ist auch Zeichen einer neuen Zeit. Ein bloßes Verharren in einer ja oft nur vorgeblich „guten alten Zeit“, auch architektonisch, ist ein stückweit rückwärtsgewandt.

      Zu 2.
      die Kostensteigerungen werden wohl immens ausfallen. Ich habe immer geahnt, dass es neunstellig werden wird – bei gleichzeitig wegfallenden Finanzierungsbausteinen (Erlöse Außenstandorte, Vorsteuerabzug, etc.) NOCH allerdings steht die Bausumme unterhalb und NOCH ist es eine nur maßvolle Baukostensteigerung und eine Verkalkulation den Finanzbausteinen. Aus meiner Sicht gibt es auch einen Verantwortungsträger dafür im Präsidium, meine Position dazu sollte bekannt sein. (http://www.dielinke-lueneburg.de/index.php?id=57860&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=78930&tx_ttnews%5BbackPid%5D=57858)
      Ich habe allerdings die stille Hoffnung, mich geirrt zu haben. Tatsächlich haben wir aber den „Point of no return“ überschritten. Ich werde trotz aller Kritik am Ende meine Hand auch für weitere kommunale Mittel heben um größeren Schaden abzuwenden. Diejenigen, die aus meiner Warte unbedachterweise ihre Hand für große Summen hoben, behaupten ja bis heute dass kein kommunaler Cent mehr in diesen Bau fließt als geplant. Doch auch ihre Hände werden am Ende hoch gehen. Und gleichzeitig, das finde ich viel bedenklicher, steht der genaue Nutzungsumfang der Kommunen gar nicht fest, da auch noch kein Fertigstellungstermin feststeht. Von dieser Kritik am Verfahren, an den Verhandlungen und Verträgen, habe ich nichts zurückzunehmen. ABER: Ganz grundsätzlich sind teure, architektonisch besondere Bauten nichts verwerfliches für die öffentliche Hand. Wie schön ist doch Lüneburg durch Kirchen, Rathäuser, IHK und andere Gebäude. Wollen wir diese markanten Gebäude, Teile unserer Kultur, wirklich nur dem Großkapital und vielleicht noch Religionsgemeinschaften überlassen? Ich sage, wir sollten die öffentliche Hand rechtlich und finanziell in die Lage versetzen auch „extravagant“ zu bauen und wir sollten unsere Kritik an jedem größeren Bau besser reflektieren. Was wäre etwa Sydney ohne seine berühmte Oper? Die Kritik an Sydneys Opernbau war wohl noch um einiges größer als beim Lüneburger „Audimax“. Nur an dieser Stelle meiner früheren Kritik bin ich zur Einsicht gekommen, vielleicht aus Prinzip, aus Bequemlichkeit oder Mitläufertum das Audimax an diesem Punkt fälschlicherweise kritisiert zu haben. Es darf auch groß und teuer und extravagant sein. Es muss nur auch sinnvoll sein. 1200 Plätze im Hörsaal sind das aus meiner Sicht nicht, 3x 400 Plätze wohl eher.

      Zu 3.
      Genau diese Abwägung gegen Kindergärten ist einem materiellen Zwang geschuldet, den der Gesetzgeber selbst produziert hat. Es gibt so große Vermögen in unserem Land wie noch nie. Größte Vermögen, die nicht mehr angebunden sind an eigene Arbeit sondern an der Arbeit anderer Menschen. Wir haben gegen das Grundgesetz aufgehört dieses Vermögen zum Wohle der Allgemeinheit angemessen abzuschöpfen, d.h. einen Teil dem Allgemeinwohl zur Verfügung zu stellen. Es ist dies Vermögen das in so wenigen Händen ist, dass es kaum mehr Wohlstand stiftet, sondern höchstens ein Machtfaktor ist. Wenn wir uns trauen Vermögende und Bestverdiener angemessen zu besteuern, können wir uns Kindergärten, Schulen, eine gute Infrastruktur und anspruchsvolle Architektur leisten. Und Geld geht ja nicht verloren in unserem Wirtschaftssystem. Konsum und Investitionen der öffentlichen Hand sind ja auch Mittel der Vermögensdistribution. Es wird wieder verdient, wieder konsumiert, akkumuliert, usw… Ein Kreislauf.

      Zu 4.
      Lösen wir uns einen Moment von dem negativ konnotierten Wort „Prestige“ (wie ich es oben schon tat). Es ist anspruchsvolle Architektur, es ist ein attraktiver, herausragender Ort wo Menschen öffentlich zusammenkommen, egal ob sie Anteilseigner der Deutschen Bank sind oder nicht. Wenn alle Menschen, auch jene die keine Höchstvermögen besitzen, in den Genuss einer auch architektonisch attraktiven Umgebung kommen, ist das auch ein stückweit soziale Balance. Ich will dass jeder ein Stück Schönheit genießen kann. Seien es Opernbesucher in Sydney, Pendler im Bahnhof oder Studierende. Sozialismus ist für mich nicht nur Brot und Butter für alle, sondern auch ein Stück des Kaviars für jeden.

      „5. Wie sollten sie es einmal erklären können, wenn entweder kein Nutzungswert dieser “Investition” entspricht, oder die Nutzungspflicht und das Streben nach Vermietungsgewinnen mit den Bildungs- und Ausbildungsaufgaben der Hochschule kollidiert?“

      Hier stimme ich Ihrer Kritik ausdrücklich zu. Sowohl die Vorgabe unbedingt Erlöse zu erzielen stößt auf meinen Widerstand als auch die Kollision mit der Aufgabe von Universität Forschund und Lehre zu betreiben. Ein architektonisch-anspruchsvolles Gebäude das, na träumen wir mal, wirklich der Universität und in den lehrfreien Zeiten anderen öffentlichen Veranstaltungen offen steht, das hingegen hat für mich sehr wohl einen hohen Nutzwert, siehe das Thema Kaviar für alle.

      „6. Andererseits wird die finanziell notwendige Auslastung des Gebäudes von verschiedenen Seiten angezweifelt. Entsteht hier nicht eine verhängnisvolle Spirale von Zielkonflikten?“

      Ja, richtigerweise wird es angezweifelt und ja, es gibt eine verhängnisvolle Spirale von Zielkonflikten.

      „7. Landespolitiker der Grünen sprachen bis Ende 2012 von “Vertragsbruch” und kritisieren damit die Zuschüsse aus der Stadt- und Kreiskasse. Wie stehen Sie dazu? Geht die Reise in Richtung Privat-Uni? Richtung “Think-Tank” für Unternehmensberatungen und “wirtschaftsliberale” Stiftungen?“

      Das waren nicht Landespolitiker der Grünen die dieses Thema erstmals aufbrachten sondern Landespolitiker der Linken, allen voran Victor Perli und die Linke im Rat der Stadt (Malte Riechey). Beides damals übrigens unter anderem aus meiner Feder. Und es war schon Mitte 2010: http://www.dielinke-lueneburg.de/index.php?id=57860&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=45574&tx_ttnews%5BbackPid%5D=57858

      Zu 8.
      Nein, ich glaube nict dass es Symptom einer falschen Vorstellung von Universität ist. Und ich glaube sogar, dass freie Forschung und freie Lehre auch das Recht auf eine weitgehend von Kapitalmangel freie Architektur hat. Vielleicht „braucht“ Forschung und Lehre das nicht, aber es kann nützlich und sinnvoll sein. Ob es das mit der Libeskindarchitektur in Lüneburg ist, das mögen Künstlerinnen und Künstler beurteilen oder nachfolgende Generationen. Ich weiß aber aus Berlin das Libeskind-Bauten grandios aussehen können. Den Audimax-Entwurf, den es beinahe identisch auch in Kanada gibt, finde ich aber nicht unbedingt neu und „extravagant“ genug um ein Wahrzeichen zu sein. Und Nobelpreise wird das kaum beeinflussen können.

      Zu 9:
      Universität ist ein öffentlicher Ort, anders als Firmenzentralen. Auch wenn wir noch weit von diesem Ideal entfernt sind, so sollten doch Universitäten allen Menschen zugänglich sein, auch Menschen mit geringsten Einkommen. Es ist für mich ein Zeichen sozialer Durchschmischung wenn Architektur auch erlebt wird von Menschen aus solchen ärmeren Familien. Man stelle sich vor es wäre ein Privileg einer Vermögenselite solche Gebäude zu sehen, zu betreten und darin zu leben oder zu arbeiten. Das wäre Entmischung. Genau das will ich verhindern.

      Interessant ist ja, das einige den Eindruck gewinnen könnten, ich wäre großer Unterstützer des Audimax‘. Ich bleibe der größte Kritiker im Rat. Aber bitte aus den Gründen, die ich auch aus vollem Herzen so vertrete und nicht nur, weil sie opportun sind.

      • Paulina von Essen

        Lieber Herr Pauly,

        vielen Dank für die guten Antworten. Ich würde fast alles unterschreiben. Nur mit Ihren Ausführungen zur „Ästhetik“ bin ich unzufrieden. Da sehe ich bisher weder bei Ihnen noch irgendwo anders überzeugende Erläuterungen. Für mich ist das meiste, was dazu gesagt wird Reklamelyrik. Sie sagen selbst, der Bau sei eine Kopie. Mehr als das Wort „Aufmerksamkeit“ als Essenz ist in keiner Apologie zu finden. Doch Aufmerksamkeit ist eine Kategorie aus der Darstellungsbranche, die Sie in Ihrem Bereich scharf kritisiert haben. Aufmerksamkeit ist die Obsession unserer Zeit, in der alles zugehen muss wie in einem „Zirkuszelt“ in der Glitzer- und Casino-Welt Monacos. Da gebe ich Tobias Günther Recht.

        Trotzdem

        vielen Dank

        Paulina von Essen

      • Hilde Wittkenstein

        Sehr geehrter Herr Pauly, ihr Zitat:

        Ganz grundsätzlich sind teure, architektonisch besondere Bauten nichts verwerfliches für die öffentliche Hand.
        Ist Ihre Partei mit Ihnen d’accord? Trotz leerer Kassen soll so weitergemacht werden, wie bisher? Nichts gegen schöne Bauten. Wer soll diese in der Zukunft bezahlen? Ist ihre Partei nicht deswegen entstanden, weil es die Diskrepanz zwischen wollen , müssen und bezahlen gibt? Vom Nutzen ganz zu schweigen?

        d’accord

        • Na sehen Sie, Herr Bruns. Kaum haben Sie Ihre Überwachungskameras und Abhörgeräte ausgeschaltet und den Dienst bei der Staats- und Blog.jj-Sicherheit quittiert, der Sie zu allerlei ungehörigen Mitarbeiter-Schnüffeleien und inakzeptablen Nachstellereien verpflichtete, kommen wieder gute Sachen von Ihnen. Auch der von Ihnen gewählte Nom de Plume scheint mir eines Reppenstedter Rationalisten mehr als würdig.

          Sie haben Recht, Klaus. Herrn Paulys später versöhnlicher Blick vom Olymp der mildtätig gönnenden Götter herab auf den steuergeldfinanzierten Protzbau, durch den auch „Menschen aus ärmeren Familien“ architektonisch „Anspruchsvolles“ dürfen erleben können, verwundert. Man sollte grundsätzlich immer dann hellhörig werden, wenn in luftigster allgemeiner Unverbindlichkeit von „Brücken in die Gesellschaft“ oder von sozialpädagogischen Geschenken der „kulturellen Teilhabe“ an „alle Menschen“ geredet wird.

          Sie fragen zu Recht, Herr Bruns: „Trotz leerer Kassen soll so weitergemacht werden, wie bisher?“

          So scheint es. Titel, Thesen, Temperamente! Aber nirgendwo ein Plan oder Argumente.

          So wundert Herrn Jenckels Diagnose auch nicht: Das einzige Lockmittel, das Herr Mädge zu haben scheint, um Nachbargemeinden in den Verein der Geltungssüchtigen zu ziehen, ist der „Adelstitel Hansestadt“.

          • Mein lieber Snowden, mein voriges Verhalten, war nur der Tatsache geschuldet, heraus zubekommen, mit wem ich es hier zu tun habe. Ich habe mehr als 10Jahre Erfahrungen im Blog.
            Ich weiß jetzt, was ich wissen wollte und möchte mich hiermit bei den Usern entschuldigen, die sich von mir getroffen gefühlt haben. Was mich hier aber ärgert, ist die Absulotion, die hier gern stattfindet. Beobachten ohne zu urteilen ist nicht einfach. Ich stelle gern in frage, würde von mir aber nie behaupten, den Stein des Weisen zu kennen.

          • Mein lieber Bruns,

            lassen Sie einfach das Herausbekommenwollen. Reden Sie von Gründen. Um die geht es. Nicht darum, wer sie vorbringt. Das hatte einer Ihrer Anonymusse Ihnen geschrieben. Sofern Sie nicht für die NSA arbeiten, wissen Sie gar nichts –, außer dass Sie nichts wissen. Mich zum Beispiel registrieren Sie nicht einmal, wenn Sie die Lönsstraße entlanggeschlufft kommen. Aber das Nichtwissen ist Sokrates zufolge ja bekanntlich aller heilsamen Ratlosigkeit Anfang.

            Schauen Sie sich die berühmte Stelle einmal genau an:

            „Ich ging zu einem von den für weise Gehaltenen, um dort […] zu zeigen: Dieser ist doch wohl weiser als ich […]. Indem ich nun diesen beschaute, denn ihn mit Namen zu nennen ist nicht nötig, es war aber einer von den Staatsmännern, auf welchen schauend es mir folgendergestalt erging, ihr Athener. Im Gespräch mit ihm schien mir dieser Mann zwar vielen andern Menschen auch, am meisten aber sich selbst sehr weise vorzukommen, es zu sein aber gar nicht. Darauf nun versuchte ich ihm zu zeigen, er glaubte zwar weise zu sein, wäre es aber nicht; wodurch ich dann ihm selbst verhaßt ward und vielen der Anwesenden. Indem ich also fortging, gedachte ich bei mir selbst, als dieser Mann bin ich nun freilich weiser. Denn es mag wohl eben keiner von uns beiden etwas tüchtiges oder sonderliches wissen; allein dieser doch meint zu wissen, da er nicht weiß, ich aber, wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht. Ich scheine also um dieses wenige doch weiser zu sein als er, daß ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen.“

            (Quelle: Platon, Apologie 21a–22a, Übersetzung von Friedrich Schleiermacher, bearb. von Heinz Hofmann, 5. Aufl., WBG, Darmstadt 2005; […] οὖτος μὲν οἴεταί τι εἰδέναι οὐκ εἰδώς, ἐγὼ δέ, ὥσπερ οὖν οὐκ οἶδα, οὐδὲ οἴμαι, „Dieser MEINT irgendetwas zu wissen, obwohl er es NICHT weiß, aber ich, wie ich es nun nicht weiß, GLAUBE es auch nicht.“)

            Zwei Dinge sind hier wichtig. Erstens: Derjenige, der anderen ihr Nichtwissen, ihre mangelnde Weisheit also, durch Fragen nachweist, macht sich verhasst. Das tut Sokrates und er nimmt es hin. Zweitens aber: Derjenige, der meint, durch die Einsicht in sein Nichtwissen um ein winziges Stück weiser zu sein als die, die DIESE Einsicht nicht haben, ist sich SEINER Weisheit SICHER: „Indem ich also fortging, gedachte ich bei mir selbst, als dieser Mann bin ich nun freilich weiser.“

            Meiner Ansicht nach liegt Sokrates nur im ersten Fall richtig. Das Fragenstellen, auch wenn es auf wenig Gegenliebe stößt, ist notwendig. Im zweiten Fall kommt Überhebung auf. Aus der EINSICHT, kein Besserwisser zu sein, wird der STOLZ kein Besserwisser zu sein –, wird der Stolz des Besserseienden. Das macht Sokrates zu einer tragischen Figur. NUR zu einer Figur, denn wir haben es mit einer Dichtung Platons zu tun. Sie sollten da aufpassen: „Ich habe mehr als 10Jahre Erfahrungen im Blog“, „Ich weiß jetzt, was ich wissen wollte“… Das sind so Sätze, die stutzig machen, weil sie Überlegenheit und Autorität prätendieren, ohne die geringste Aussicht, weder die eine noch die andere überhaupt jemals unter Beweis stellen zu KÖNNEN. Wen sollten diese Gratisbehauptungen wie und warum beeindrucken? Für reale Personen ist Überhebung weit tragischer als für literarische Figuren. Bleiben Sie lieber beim Fragenstellen. Auch da werden Sie nicht geliebt, weil Sie herausfordern, aber das ist Mut zur Aufklärung, was ja Illumination oder Erhellung heißt. Bringen Sie Licht ins Dunkel, Klaus. Fragen Sie. Aber treten Sie nicht vor andere hin, wie jemand, der sich deswegen dünkt besser zu sein, weil er – wie er meint – bescheidener ist. Sie sagen: „Mich ärgert die Absolution, die mancher sich hier selbst erteilt.“ Obwohl dieser Ärger – vielleicht – berechtigt ist, ist es – mit Sicherheit – unklug ihn zu äußern. Fragen sind besser. Auch der Widerwille gegen unangebrachte Selbstabsolution bei anderen kann angemaßte Selbstabsolution bei sich sein, kann zur POSE des Kritikers werden, der sich ALS Kritiker im Recht wähnt, kann zur HALTUNG des Rechthabers werden. Der Unterschied zwischen Bescheidenheit und Bescheidenheitsprotzerei besteht darin, dass die Bescheidenheit sich NICHT dabei beobachtet (und sich nicht selbst dafür auf die Schulter klopft), dass sie bescheiden ist.

    • An die Stadtratenden Damen und Herren ..

      .. Grunau, Schmidt, Adam, Pauly, von Mansberg und Webersinn,

      sollten wir nach der ausufernden Debatte über den Libeskind-Bau jetzt nichmal zur Achillesferse des Ulrich Mädge zurückkehren? Ich habe zwölf Fragen.

      1.FRAGE: Wo sehen Sie praktikable Wege, auf denen die Wohnraummisere in Lüneburg angegangen werden könnte oder sollte?

      Seit Jahren ist Lüneburg auf Wachstumskurs. Pro Jahr kommen durchschnittlich 500 Einwohner dazu. Die Nachfrage nach Wohnraum und Grundstücken ist enorm, zumal die Stadt nicht nur Neubürger aus allen Teilen der Republik etwas bieten muss, sondern die Hansestadt auch Zuzugsgebiet für Hamburger ist, die gegebenen Falles bereit sind, sehr hohe Preise zu bezahlen. Aber auch viele Studenten und vor allem immer mehr „ältere Menschen aus der ländlichen Region ziehen in die Stadt aufgrund der besseren Infrastruktur, kürzerer Wege, der Gesundheitsversorgung und der hohen Lebensqualität.“

      2. FRAGE: Was genau kann getan werden, damit Wohnraum auch für Studierende und Rentner bezahlbar ist?

      Am 21. April 2013 hat unser Oberbürgermeister in der LZ (http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/69798-grundstuckskosten-sieht-madge-als-preistreiber) gesagt, es werde immer eine Innenverdichtung geben. Doch „Verwaltung und die Mehrheiten im Rat sind sich aber einig, dass mit Blick auf die Nachhaltigkeit nicht jede Ecke in der Stadt bebaut werden soll.“

      3. FRAGE: Wie verträgt sich dieser hehre Grundsatz mit den Vorgängen im Roten Feld, besonders auf dem Gelände der alten IBUS-Villa in der Lessingstraße?

      Das Thema Migranten, Flüchtlinge und Wohnraum ist auch in Lüneburg schwierig. Linda Beckmann und Birger Rietz von der Willkommensinitiative, wiesen darauf hin, dass sie, wenn „sie beispielsweise für Flüchtlinge aus Syrien nach Wohnungen suchen, … oft auf Ablehnung“ stoßen. „Mancher habe das Bild eines Hungerleiders im Kopf. Dabei seien unter den Menschen viele, die in ihrer alten Heimat selber Häuser und große Grundstücke besessen hätten. Selbst in Kaltenmoor, das bei Wohnungssuchenden nicht zu den beliebtesten Stadtteilen zählt, sei es schwierig geworden, etwas zu finden. (http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/208660-mangel-statt-markt-um-guenstigen-wohnraum-konkurrieren-viele-in-der-stadt)

      4. FRAGE: Warum verfolgt man in Lüneburg nicht auch das Konzept der dezentralen Unterbringung? Sind nicht Quoten ein Weg? Dann müsste, wer baut und Fördermittel einwerben möchte, einen Teil als Wohnungen mit Sozialbindung schaffen. Wären über solche verpflichtenden Regelungen nicht Wohnungen für Flüchtlinge einfacher zu entwickeln und „nachhaltiger“ zu beschaffen?

      Die kommunal geprägte Lüneburger Wohnungsbaugesellschaft verfügt über gut 2100 Wohnungen an der Ilmenau, die vor allem im günstigeren Preissegment liegen. “Wir haben eine Warteliste”, berichtet Geschäftsführerin Heiderose Schäfke. Die Managerin ist aus Sicht der Politik erste Ansprechpartnerin, um neue Wohnungen zu schaffen, die sich auch Leute mit kleinem Geldbeutel leisten können.

      5. FRAGE: Warum ist der Anteil von sozialem, also niedrigpreisigen Wohnraum im Neubaugebiet Rosenkamp II, am Pilgerpfad oder im Hanseviertel und auf dem Areal Wittenberger Bahn so gering?

      Am 27. Oktober 2014 befanden die Mitglieder des CDU-Kreisverbandes im Gasthaus Schenck in Amelinghausen, dass die Diskussion über die AfD, die durch zunehmende Bürgerunzufriedenheit wachse, eine prima Gelegenheit sei, sich auch mit der ,,Vermarktung” des eigenen politischen Profils auseinander zu setzen. Mit dem Anspruch wieder eine Volkspartei zu werden, müsse die CDU sich verstärkt „um das das kümmern, was die Menschen bewegt”, forderte unter anderen Wolfgang-Peter Paul, beispielsweise „für bezahlbaren Wohnraum sorgen….” (http://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/197031-ignorieren-ist-das-falsche-signal)

      6. FRAGE: Wäre es nicht sinnvoller, anstatt die FORDERUNG nach “bezahlbaren Wohnraum” als “prima Gelegenheit” für die „Vermarktung des eigenen politischen Profils“ anzusehen, die man werbetechnisch geschickt zu platzieren habe, damit man wieder als Volkspartei „gesehen“ wird, das PROBLEM des “bezahlbaren Wohnraums” als eine kommunalpolitische AUFGABE in Angriff zu nehmen?

      Die SPD-Bürgerschaftsfraktion in Hamburg verfolgt aufgrund des Wohnungsmangels eine schärfere Gesetzgebung gegen Immobilien-Spekulanten. Leere Wohnungen sollen künftig zwangsvermietet werden.

      7. FRAGE: Ist das, entgegen der Bedenken von Herrn Mädge, das führe zu langen juristischen Auseinandersetzungen, nicht doch ein Vorgehen, das Sie sich auch in Lüneburg bewähren könnte?

      Lüneburg hat viele Neubürger, die hohe Preise bezahlen können. Das treibt die Preisspirale für Grundstücke und Eigenheime hoch.

      8. FRAGE: Hat die Stadt da nicht auch eine soziale Verantwortung, regulierend einzugreifen? Und sind es wirklich vor allem die Grundstücks- und Erschließungskosten, die den Preis treiben?

      Am 23. August 2014 hat Heiko Dörbaum, Ortsvorsteher vom Ebensberg, und Stadtrat in Lüneburg angedeutet, wo sich in den kommenden Jahren ein neues Baugebiet gewinnen ließe. Rund 200 Einfamilienhäuser könnten auf einer Fläche entstehen, die sich rechts hinter dem Ebensberg in Richtung Erbstorf anschließt. (http://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/184873-wo-lueneburg-wachsen-soll)

      9. FRAGE: Wie wahrscheinlich ist es, dass es hier schnell zu einem neuen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan kommt. Sind dort Sozialwohnungen wahrscheinlich?

      Wohnbebauung ist außerdem für den Bereich zwischen Ostumgehung/Abfahrt Kaltenmoor, Hagen und der Kreisstraße nach Wendisch Evern geplant. 100 bis 150 Einfamilienhäuser wären hier möglich.

      10. FRAGE: Wie will man die Eigentümer dazu bringen, die Flächen zu einem Preis bereitzustellen, der sozialen Wohnraum finanzierbar macht?

      Nachdrücklich halten sich auch Gerüchte, dass Lüneburg zwischen Rettmer, Oedeme und Heiligenthal wachsen könnte. Klaus Hoppe vom Verein Campus Lüneburg denkt darüber nach, auf dem Arreal der ehemaligen Ziegelei in Rettmer ein Blockheizkraftwerk bauen zu lassen, „wenn ein Wohngebiet auf dem Areal um die Ziegelei entstehen würde und ein Investor ein Anschließen wünscht.”

      11. FRAGE: Wäre hier nicht ein städtisches Engagement denkbar, um vor allem bezahlbaren Wohnraum zu schaffen?

      Der erste Bauabschnitt des Hanseviertels ist so gut wie beendet, nun soll das Hanseviertel II mit Geschossbauten und Geschäften im Zentrum wachsen, und die Stadt hofft darüber hinaus auf zügige Verhandlungen mit dem Bund für den Erwerb der Flächen Hanseviertel Ost. Auch die Grundstücke für Pilgerpfad Süd waren schnell verkauft. Aktuell laufen die Vorarbeiten für das Neubaugebiet Ilmenau Garten, wo 400 Wohneinheiten, Läden und Büros realisiert werden sollen, sowie für das Neubaugebiet Auekamp auf dem ehemaligen Gelände des LSK, wo auf 26 Grundstücken Einfamilienhäuser geplant sind.

      12. FRAGE: Wie sind hier die Quoten für sozialen Wohnraum oder für Menschen, die ihr Geld als Verkäuferin oder Schichtarbeiter verdienen?

      Vielen Dank für Ihre Mühe

      MfG

      Felix Röpke

      • Den stadtratenden Damen und Herren

        .. Grunau, Schmidt, Adam, Pauly, von Mansberg und Webersinn,

        sage ich: Schade, dass Sie (noch?) nicht die Zeit für Antworten auf meine Fragen gefunden haben. Ich nehme nämlich an, die würden viele Lüneburger mit Interesse lesen.

        MfG

        Felix Röpke

        • Niels Webersinn

          Sehr geehrter Herr Röpke,

          als ehrenamtlicher Politiker kann man nicht jede Nachrichtenseite rund um die Uhr verfolgen. Jeder der oben genannten verfolgt die Politik nur in seiner Freizeit und hat auch da nicht nur Politik, sondern auch ein normales Leben. Insofern hätten Sie uns auch alle informieren können ob Ihrer Fragen: jeder der oben erwähnten kann über die öffentlich hinterlegten Emailadressen erreicht werden, wenn es ein Anliegen gibt.

          Ich selber werde mir Zeit nehmen Ihre Fragen in den nächsten Tagen zu beantworten.

          Mit freundlichen Grüßen, Niels Webersinn

    • Eingemeindungsträume aufgrund von Baulandbeschaffungsbegierden? Als Entgelt für die Selbstaufgabe gibt´s einen Adelstitel, der angeblich Gold wert ist?

      Wer könnte Herrn Mägde verdenken, dass er natürlich auf die gut funktionierenden Kommunen im Speckgürtel Lüneburgs schielt (Bardowick, Gellersen, Adendorf und Scharnebeck), die auch Vermögen haben. Dass er den Wunsch hegt, kann man verstehen. Die Menschen im Landkreis orientieren sich ja bereits seit langem am hansestädtischen Oberzentrum und erkennen ihre gemeinsame Verantwortung für die weitere Entwicklung des Raumes Lüneburg-Nordwest. Aber für sie ist es trotzdem wichtiger, einen direkten Zugang zu „ihren“ örtlichen Verwaltungen, zu „ihren“ Bürgermeistern und „ihrem“ Kreistagsabgeordneten zu haben. Denn Eingemeindungen erfolgen meist aus finanziellen Gründen und meist aus finanziellen Gründen bzw. Interessen, welche die einverleibende Kommune verfolgt. Dass sie von den Bürgern der eingemeindeten Ortschaften als negativ empfunden werden, da sie mit einem Verlust ihrer Unabhängigkeit einhergehen, kann nachvollziehen, wer sich an die Klage der Stadt gegen die 2011 von Reppenstedt geplante Ortskernentlastungsstraße erinnert oder an die Konfrontationen mit der Stadt bei der Planung des Einkaufszentrums Wiesenweg, wo über die fehlenden Vorteile für die Samtgemeinde einfach hinweggegangen wurde. Dabei sind doch die bisher bestehenden Mechanismen bei der Abstimmung von Siedlungswachstum, z. B. die durch das Baurecht vorgeschriebene frühzeitige Beteiligung der Behörden, und die Auswirkungen des Wachstums der jeweiligen Gemeinde auf die jeweiligen Nachbargemeinden, ebenso wie Konsequenzen für die vorhandene Infrastruktur, völlig ausreichend. Wozu die Einschränkung der Planungshoheit autonomer und funktionierender Gemeinden gegenüber der Stadt? Wäre es nicht besser, sich stattdessen für eine Änderung der vorsintflutlichen, vom Baugesetz vorgeschriebenen Verfahrensabläufe mit Nachdruck einzusetzen? Denn diese Vorschriften sorgen dafür, dass die Nachbargemeinden Lüneburgs bei Planungsvorhaben immer viel zu spät beteiligt werden. Das ist das Riesenproblem. Wir leben doch in einem gemeinsamen urbanen Siedlungsfeld und jedes größere Vorhaben ruft Veränderungen beim Nachbarn hervor. Wir stehen und fallen als Region. Dafür sollte Herr Mägde sich einsetzen, aber er sollte nicht aus Prestigegründen den Wunsch kleinerer Gemeinden nach Unabhängigkeit als „Kirchtumspolitik“ herabsetzen, er sollte nicht den Götzen der „Größe“ anbeten und Landnahme mit dem Köder von „Titeln“ versuchen, deren Gegenwert sich oft genug als Katzengold herausgestellt hat.

    • Die Eingemeindung von Berlin! Das, da war man sich sofort einig, sei doch mal ein Renommier- und „Standortaufwertungskonzept“, für das Lars Klingbeil und Hiltrud Lotze sich in der Bundeshauptstadt einsetzen könnten. Weil: „Nicht nur in Lüneburg, sondern auch im Landkreis brauchen wir noch Gewerbeflächen für die weitere Entwicklung unseres Wirtschaftsstandortes“, erklärte Manfred Nahrsted im Rathaus anlässlich eines eilig anberaumten SPD-Krisen-Gespräches über die von Hans-Herbert Jenckel in der vergangenen Woche für alle Beteiligten Ratspersonen vollkommen überraschend entblößte Achillesferse unseres sozialdemokratisch eingestellten Oberbürgermeisters. Die Spree-Metropole „sollte es sich wohl überlegen: Wer unters Rathausdach schlüpft, wird immerhin in den Adelsstand ‚Hansestadt‘ erhoben. Der Titel ist Gold wert, verspricht Ulrich Mädge“. Denn so hitzig die Diskussion über Industrieflächen-, Bauland- und Wohnraumbedarf in Lüneburg geführt wird, so mickrig sind die Gewerbe- und Baulandstreifen, welcher unserer Heimatstadt überhaupt noch zu Verfügung stehen (Campingplatz Melbeck beispielsweise). Vor diesem Hintergrund hätte DIESER Eingemeindungs-Traum des Lüneburger Oberbürgermeisters bestimmt rein gar nichts mit Großmannssucht zu tun, die ihm gerne – etwa in Adendorf oder Scharnebeck – unterstellt wird, sondern eher mit Alternativlosigkeit. „Ich werde mit den entsprechenden Stellen Rücksprache halten und auf die Problematik hinweisen“, verkündete Lars Klingbeil voll von plötzlich überall im Rathaus in die Nervenbahnen einschießender positiver Energie. (http://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/214418-bewegung-verhandlungen-ueber-kasernen)

      Mit der „Nachnutzung von Flächen der Theodor-Körner-Kaserne (TKK)“ sieht es nämlich ganz düster aus.

      Was würde aus dem 560 Männer und Frauen starken Aufklärungslehrbataillon 3 in Lüneburg und seinem Vorzeigeprojekt „Event- und Erlebnispark Bundeswehr“, wenn die Stadt auf dem Gelände der „Modellkaserne neuen Typs“ ihre Sportplätze baut und Gewerbeflächen ausweist? Die Soldaten fahren zu Einsätzen nach Afghanistan, in den Kosovo und nach Mali und bekommen Dienst, Freizeit und Familie nur sehr schwer unter einen Hut. Darum gibt es in der Theodor-Körner-Kaserne auch schon eine eigene Kindertagesstätte: Dafür haben die Soldaten sogar Minigarderoben geschreinert. Von 6 Uhr morgens bis manchmal 18 Uhr abends können sie seither in Haus 19 ihre Sprösslinge abgeben. Was Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant, um die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiver zu machen, läuft in Lüneburg also schon seit Herbst 2013 an. Die Soldaten haben vorerst ihre eigene Lösung für die Vereinbarkeit von Dienst und Familie entwickelt.Kurzerhand gründeten sie einen Förderverein. Hinter dem Wachtor gleich links geht’s zur Großtagespflegestelle „Theos Zwergenstube“, der kaserneneigenen Kita. Demnächst soll die weiträumig geplante „Zu Guttenberg-Gedächtnis-Geisterbahn“ kommen, da von den etwa 1000 Männern und Frauen in der TKK auch nach 2015 mindestens 710 Dienstposten übrig bleiben werden.

      Die schnelle Umsetzung des Berlin-Projekts hätte nicht nur den Vorteil, dass Lüneburg quasi über Nacht Bundesligastadt wäre, und dass außerdem die DFB-Pokalendspiele künftig bei uns stattfinden würden, sondern auch den, dass wir fortan mit zwei „weit über die Region hinaus ausstrahlenden“ Libeskind-„Leuttürmen“ gesegnet wären. Und der eine von ihnen wäre sogar schon bezahlt!

  9. mit der genehmigung der hiesigen ,,hausverwaltung,, wurde zum thema anonymität von mir ein kleiner test durchgeführt. es war sehr aufschlussreich. um das ganze zu beschleunigen habe ich es auf die spitze getrieben. viele kommentare zu allen möglichen themen, innerhalb und außerhalb dieses blogs. wer mit seinen eigenen namen sich öffentlich outet, kann so manches erleben. wenn derjenige ständig seinen namen wechselt und er den gleichen ,,stuss,, oder auch vernünftiges von sich gibt, gibt es von den lesern kaum bis gar keine reaktionen. man stelle sich vor, gott bewahre, hier würden sich alle mit dem gleichen namen melden, die anonymität wäre dabei gewahrt, aber wie würde dann eine diskussion hier aussehen?klaus bruns ist mittlerweilen ein name, der polarisiert. wenn in der freien wildbahn,hier bei der lz kommentare fallen, die dem einen genehm sind, dem anderen aber nicht, wirkt sich dieses auch auf das verhalten im blog aus. der eine ist bereit ernsthaft zu kommunizieren, der andere versucht denjenigen, der ihm nicht gefällt zu vertreiben. es fängt mit leichtem spott an,der sich langsam aber sicher verschärft. innerhalb dieses blogs gibt es grenzen, außerhalb zwar auch, diese werden aber nicht so streng gehandhabt. die kontrolle hier hat folgende bewandnis: sie soll sicherheit ausstrahlen, damit eine gewisse seriösität aufgebaut wird, damit gewisse honoratioren sich einfinden um diesen blog aufzuwerten. man muss ja geldverdienen. einige wenige unterhalten sich hier mit sich selbst, mit wechselnden namen. wenn das jeder tun würde, was dann? wie viel ist dieser blog dann noch wert? die anonymität hat vorteile, so wie auch nachteile. wer eine außerparlamentarische opposition hier aufbauen will, sollte es mit der anonymität lassen, so ist zumindest mein eindruck. menschen sind ein hobby von mir.

    • Barbara Heinbockel

      „klaus bruns ist mittlerweilen ein name, der polarisiert“?

      Ich würde sagen, es ist ein Name, der unifiziert — im Gelächter.

    • Sehr geehrter Herr Bruns

      Sie haben sich, das beweist Ihre akkurate, peinlich skrupulös durchdachte Expertise, zweifellos sehr viel Mühe gegeben und, wie ich mich nicht enthalten kann zu konstatieren, eine bewundernswerte, eine notwendige und bis heute kaum für durchführbar gehaltene Herkulesarbeit auf sich genommen, als Sie sich entschlossen, bei Blog.jj nach dem Rechten zu schauen und die Verhältnisse einmal ganz klar, unbeschönigt und rigoros zu analysieren, und ohne im Abschlussbericht ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ich hoffe, Sie haben zuvor einen ordentlich dotierten und bereits entgoltenen Berater- und Werkvertrag mit der Landeszeitung ausgehandelt, der Ihrer Leistung einigermaßen entspricht.

      Eine Ihrer schockierendsten Enthüllungen, die sich nur geduldigster, wissenschaftlich-methodisch überaus sorgfältig vorbereiteter Beobachtung verdanken kann, lautet: „einige wenige unterhalten sich hier mit sich selbst, mit wechselnden namen.“ Und scheinbar ergibt sich daraus sofort die alarmierende Frage, des anwendungsbezogen vorgehenden Empirikers: „wenn das jeder tun würde, was dann?“

      Doch, Herr Bruns, haben Sie erwogen, dass einige der bedeutendsten literarischen Denkmäler der Menschheitsgeschichte skandalöser Weise reine böse Selbstgespräche sind, die als Zwiegespräch oder als Unterhaltung mehrerer sehr unterschiedlicher Stimmen schlechterdings fingiert wurden.

      Denken Sie an die Bibel, um nur das wirkmächtigste Zeugnis zu nennen, aber denken Sie ebenfalls daran, nicht nur Homer, sondern auch Platon, Vergil, Augustinus, Gottfried von Straßburg, Wolfram von Eschenbach, Boccaccio, Rabelais, Luther, Cervantes, Morus, Montaigne, Bräker, Grimmelshausen, Pascal, Defoe, Dante, Petrarca, Shakespeare, Voltaire, Lessing, Rousseau, Fielding, Swift, Sterne, Goethe, Moritz, Schiller, Schlegel, Büchner, Hoffmann, Marx, Gottfried Keller, Stendhal, Flaubert, Gontscharow, Hugo, Carroll, Turgenew, Raabe, Tolstoi, Dostojewski, Nietzsche, Zola, Strindberg, Hamsun, Wilde, Tschechow, Fontane, Mann, Musil, Rilke, Proust, Hašek, Joyce, Dos Passos, Kafka, Hesse, Döblin, Freud, Trotzki, Faulkner, Gide, Camus, Böll, Genet, Hemingway, Apollinaire, Frisch, Beckett, Nabokov, Grass, Sartre, Brecht, Márquez und sogar gelegentlich Sie, Herr Bruns, um nur eine kleine Auswahl von Schriftstellern zu nennen, die auch heute noch von vielen LZ-Liebhabern viel und gerne studiert werden, haben es getan, haben frei erfundene Figuren unter aus der Luft gegriffenen Pseudonymen für sich sprechen lassen, haben „ihren namen gewechselt und immer wieder den gleichen ,,stuss,, oder auch vernünftiges von sich gegeben“.

      Warum ist das so? Warum haben Sie und Ihre Kollegen uns noch immer und immer wieder etwas zu sagen, obwohl wir wissen, dass Sie alle uns nur ein Maskentheater von Luftgeistern präsentieren? Ich glaube das ist so, weil durch den Schein, den diese sehr ernsten Spiele erzeugen, oft viel mehr über uns und unsere eigene, oft recht jammervolle Schauspielerei zu erfahren ist, als der Blick in unseren Badezimmerspiegel uns bieten kann. Denn in dem sehen wir stets nur den, den wir sehen möchten.

      Treiben Sie es also nicht zu weit mit Ihren von der „hiesigen hausverwaltung“ genehmigten „tests“, mit Ihrer komparatistischen Ausforscherei der „anonymen“ Gaukler, mit Ihrem kriminalistischen Studium des Blog-Verhaltens und vor allem nicht mit Ihren Kontrollambitionen, durch die Sie wähnen, eine „außerparlamentarische Opposition gewisser honoratioren “ mit aufbauen zu können.

      Es könnte nämlich sein, sofern man Sie nicht ohnehin für einen professoral leicht verhuschten Philologen à la Bouvard bzw. Pécuchet oder für einen Nachfahren Don Quijotes hält — oder gar für Inspektor Clouseau, den besten Mann bei Interpol, dass Sie sich und damit auch uns das Wertvollste nehmen, das so eine muntere Bühnendurcheinandermeinerei, wie sie der Blog.jj darstellt, allenfalls zu geben hat: die Chance eines jeden Lesers nämlich, durch seinen Badezimmerspiegel hindurch in sein eigentliches Gesicht zu blicken.

      Ein anderes Resultat Ihrer wahrhaft spektakulären Studie haben Sie so für uns zusammengefasst: „wenn in der freien wildbahn, hier bei der lz kommentare fallen, die dem einen genehm sind, dem anderen aber nicht, wirkt sich dieses auch auf das verhalten im blog aus. der eine ist bereit ernsthaft zu kommunizieren, der andere versucht denjenigen, der ihm nicht gefällt zu vertreiben. es fängt mit leichtem spott an,der sich langsam aber sicher verschärft.“

      So ist es!

      Aber haben Sie nicht an Harry S. Truman gedacht, von 1945 bis 1953 der 33. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, der über das politische Geschäft UND über die politische Debatte gesagt hat: „Wer die Hitze nicht verträgt, der sollte nicht in der Küche arbeiten gehen“?

      So ist es auch bei Blog.jj. Beleidigungen ad personam werden per Löschtaste von Herrn Jenckel eliminiert. Doch mit „leichtem spott,der sich langsam aber sicher verschärft“ oder verschärfen könnte, sollte einer, der mitreden möchte, umgehen können. Vor allem einer, der wie z. B. Herr Pauly tatsächlich etwas zu sagen hat, und darum meistens auch die besseren Argumente. Und wer nicht will, das hat Herrn Adams Exempel gezeigt, der lässt es einfach.

      Denn niemand, auch Sie nicht, Herr Bruns, ist ja gezwungen, den oben beschriebenen Blick durch den Badezimmerspiegel zu riskieren.

      Mit Gruß und Kuss

      Anonymus

      • Gimme drölfteen !!!

        Ich hab fast eingenässt vor Lachen!
        Obernkorrecktkrasse affenarschgeile hausverwaltungsgenehmigte Test-Evaluation!
        Thanks sooooooooooooo much Anonymus !

        Robbi

      • Herrn Adams Exempel gezeigt.
        was herr adam betrifft, sein verhalten ist das resultat seiner erfahrungen. er scheint einige gemacht zu haben, die ihm zur vorsicht raten. was meine person betrifft, ich hatte nie vor, hier mein lebensabend zu verbringen. ich wollte spaß, ich hatte spaß. jetzt ist es aber so, wie beim öffentlich rechtlichen fernsehen, zuviel wiederholungen in immer neuen verpackungen. sie haben bei ihrer aufzählung till eulenspiegel vergessen. rattenfänger gibt es reichlich. und was das riskieren angeht, wer riskiert hier denn was, wenn er sich ständig hinter wechselnde namen versteckt? die was riskieren, sind keine selbsternannten anonymen gauckler. es ist bald ostern:Urbi et orbi. in diesem sinne. und treiben sie es nicht auf die spitze. ich habe es getan. spaß muss man sich verdienen. spott übrigens auch.

        • Sie scheinen ja in Seelen hineinblicken und darin lesen zu können wie in aufgeschlagenen Büchern, Klaus. Oder telefonieren Sie mit Stadtrat Björn Adam? Hat er Sie zu seinem Anwalt und Sachwalter ernannt? Lässt er Sie an den aufwühlenden Erfahrungen seines innerlichen Menschseins teilhaben, während wir auf seine Stellungnahmen zu Fragen warten, die er selbst durch sein langes gedankenreiches Schreiben herausgefordert oder zumindest aufgeworfen hat? Warum hat er sich überhaupt bei Blog.jj geäußert, wenn er nicht bereit ist, an der von ihm angestoßenen Unterhaltung teilzunehmen?

          Niemand hier erwartet Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders oder die ganz großen, grundstürzenden politischen Bekenntnisse. Sehen Sie sich Herrn Stadtrat Michèl Pauly an. Der hat vorgemacht, wie man sich in eine Debatte einklinkt und Konkretes zu konkreten Wortmeldungen sagt. Ich bin mir sicher, dass er das auch weiterhin tun wird, wenn er die Zeit dazu findet. Und ich glaube auch, dass andere Stadträte von anderen Parteien (vielleicht sogar früher oder später auch andere „Repräsentanten“ ihrer eigenen Meinungen aus anderen institutionellen „Kontexten“) seinem Vorbild folgen werden, wenn sie erkennen, wie einfach es ist, sich bei Blog.jj unter junge und ältere Lüneburger zu mischen und sich gemeinsam mit ihnen über kontroverse und unter den Nägeln brennende kommunale Themen auszutauschen. Birger Rietz zum Beispiel von der „WillkommensInitiative Lüneburg“ hat es Heiligabend 2014 schon getan (http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/205159-leuphana-geht-leer-aus-uni-pleite-bei-milliarden-projekt#comment-31127).

          Dass so ein „Austausch“ nie ohne Ironie und zuweilen nicht einmal ohne „Spott“ abgeht, ist freilich nicht unwahrscheinlich. Aber das ist das Salz in der Suppe jeden geselligen Beieinanders und wohl keiner, der sich bei Blog.jj mit an den Tisch setzt und einen Löffel zur Hand nimmt, wird davon ausgehen, er könne auf Geistesgegenwart und auf Freude am lustigen Plaudern und Argumentieren verzichten, wenn er einen guten Eindruck bei interessierten Lüneburger Bürgern und Wählern hinterlassen möchte — was hier, einer meiner Vorredner hatte es schon erwähnt, ja ganz leicht möglich ist. Sieht man einmal von der Selbstverständlichkeit ab, dass Herr Jenckel und sein Team keine auf Personen zielende Beleidigungen oder Pöbeleien freigeben und „online“ schalten werden, stehen jedem Blog.jj-Diskussionsteilnehmer IMMER die drei Instrumente der Verteidigung zur Verfügung, mit denen alle Kommentatoren ausgestattet sind: 1. Auswählen, 2. Übergehen, 3. Schweigen.

          Insgesamt ist die Bereitschaft der Blog.jj-Kommentatoren, auf Sachlichkeit und Gründe zu setzen, im Vergleich zu anderen Foren (auch bei großen Zeitungen) nach meinem Empfinden aber weit überdurchschnittlich hoch. Und wenn hier einer entgleist ist und sich in gravierendem Maße destruktiv verhält, Klaus, dann sind Sie es. Erwähnen könnte man allenfalls noch Tom (siehe seinen Beitrag oben vom 29. Januar 2015 um 14:58), den zwar nach „näheren Betrachtungen und tieferer Auseinandersetzung“ verlangt, dessen „differnzierte Unplattheit“ sich aber vor allem durch blubbernde Wiederholungen seichter, überall weitergereichter Werbefloskeln, durch Ortsunkenntnis und durch überhebliche Bemerkungen über anderer Leute Tippfehler auszeichnet.

          Doch Sie, Klaus, scheinen es aufs Kaputtschlagen und Zerstören angelegt zu haben. Ich will nicht von Ihrer Rechthaberei sprechen.

          Ich will auch nicht davon sprechen, dass Sie der einzige bei Blog.jj sind, der sich der Fäkalsprache bedient: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/209214-lehrjahre-im-lueneburger-rat-fuer-junge-talente#comment-31986

          Was mich vielmehr beunruhigt, ist die Hartnäckigkeit, mit der Sie hier Ihr Gift des generalisierenden Verdachts versprühen, wo und sooft Sie nur können, und Menschen pauschal diskreditieren, von denen Sie sich bestenfalls EINBILDEN dürfen, einen Gran mehr als nichts über sie zu wissen, und dabei unermüdlich nach „Gefolgsleuten“, nach Claqueuren und nach Bestätigung Ihrer ridikülen Verschwörungs- und Hidden Agenda-Unterstellungen Ausschau halten. Sie scheinen zu glauben, die Blog.jj-Kommentatoren kämen allein Ihretwegen zusammen, damit Sie Ihrem „Hobby“ der „Menschenbeobachtung“ nachgehen.

          Wer kann etwas dafür, dass Sie mit Stolz unter Ihrem Geburtsnamen schreiben? Wer gibt Ihnen das Recht, andere, die das lieber nicht möchten, pauschal zu „anonymen“ Schleichern und Fallenstellern zu machen? Auch die, die hier als „Heidi“, als „Jochen“, als „Tobias“, als „Jürgen“, als „Jo“, als „Max Audi“, als „Tom“ als „Ketteler“ alias „Wheeler“, als „Ungenau“, als „Stefan“, als „ichbins“, als „Tim“, etc. auftreten, haben gute Fragen gestellt und scharfsinnige Überlegungen ins Spiel gebracht. Sie können und sollten auch dann ernst genommen werden, wenn einige von ihnen sich wirklich zwei- oder dreimal unter verschiedenen numerii negidii zu Wort melden. Denn schließlich geht es um DIE SACHE und ihre guten oder schlechten GRÜNDE. Doch es geht nicht darum, WER Wichtiges zur Sache vorträgt oder die guten oder schlechten Gründe anführt. Sollten wir nicht sogar eigentlich froh sein, dass Blog.jj AN ERSTER STELLE die Begegnung von Lüneburger Persönlichkeiten mit den ARGUMENTEN von Lüneburgern ermöglicht und NICHT deren Begegnung mit Lüneburgern. Wer sich dennoch unmaskiert ins Getümmel stürzt, dem zollen wir Beifall. Aber wir verwehren ihn denjenigen nicht, denen es mehr um „Themenzentrierung statt um Personalisierung (Gründe statt Gesichter), um konkurrierende politische Lösungskonzepte statt um den Wettstreit nur von Namen, um konstruktive, aufgabenorientierte Kooperation statt um rein symbolische Politik und Pseudoereignisse und um Ideen statt um mediengerecht aufbereitete Debattensurrogate und PR-Positionierungen“ geht (dazu Rita Böttjer http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/210626-das-selbstverstaendnis-des-linken-ratsherrn-michel-pauly#comment-32218).

          Hören Sie auf, anderen in Ihrem fürchterlich selbstgefälligen Überlegenheitswahn „Schuhe“ bereitzustellen und sich darüber zu freuen, wenn sie sich diese – wie allein SIE meinen – „anziehen“, während sie in Wirklichkeit nur naiv, wohlmeinend und dumm genug waren, auf Sie zu reagieren!

          Hören Sie bitte auf damit Klaus, hier den Blog.jj-Stalker und Forums-Spanner zu geben. Sagen Sie etwas zur Sache, das Hand und Fuß hat — oder halten Sie Ihren Mund !

          Aber versuchen Sie nicht, ihn anderen zu verbieten!

          Und noch eine letzte große Bitte: ANTWORTEN SIE um unser aller lieben Himmels willen NICHT auf diese Mail!

          • 30. Januar 2015 um 21:13

            Nun habe ich mich tatsächlich mal richtig aufgeregt. Warum eigentlich? Es wurde hier doch festgestellt:,, Die Schuld hat doch immer nur der Andere!“ Manchmal wäre es besser, der Spiegel der einem vorgehalten wird , wäre blind. Dann muss man sich auch nicht so aufregen.

          • 31. Januar 2015 um 10:08

            Es gibt, wie man an Ihnen sieht, einen gleichsam eingewachsenen Mangel an Einsicht, Takt und Lernbereitschaft, einen ewig schmollenden Fundamentalismus der Selbstgewissheit sozusagen, gegen den selbst LZ-Kommentatoren vergebens kämpfen.

            Nur in Lüneburgs Stadtrat und in Reppenstedt findet sich dieser Mangel nicht !

          • Einsicht, Takt und Lernbereitschaft, setzt etwas voraus, was nicht jedem gegeben ist. Es gab hier mal einen Beitrag von jemandem, der mit der Bibel argumentiert hat. Es geht um das sich ,,selbst- übernehmen,, . Wer einen anderen Menschen nicht respektiert, respektiert sich am ende nicht mal selbst. Die Aussage vom ,,übernehmen,,von diesem Bibelfan ging in beide Richtungen. Der Eine versteht, der Andere nicht.

      • zum abschluss meiner hiesingen anwesendheit, Anonymus, ich mag sie . schade um die anonymität, man könnte zusammen sonst einen edlen tropfen trinken. oder nehmen sie auch keine einladungen an?

  10. „Genehmigung der Hausverwaltung“, „kleiner Test zum Thema Anonymität“, „Verhalten im Blog“, „es gibt Grenzen“, „Kontrolle soll Sicherheit ausstrahlen“, „Seriosität aufbauen“, „strenge Handhabung“, „Honoratioren werten den Blog auf“, „LZ muss Geld verdienen“, „Wert des Blogs“, usw., usw. ?

    Ja, um Gottes willen Herr Bruns ! Wo sind wir denn hier? Beim Gipfeltreffen der G7 oder acht? Im Hochsicherheitslabor des Robert Koch-Instituts? Beim Weltwirtschaftsforum in Davos? Und wen hören wir da reden? Sind Sie der arme, verwirrte und unausgelastete Woyzeck, der sich sich dem Doktor für Versuche zur Verfügung gestellt hat, um Geld zu verdienen, und sich vom Hauptmann vors Publikum auf die Bühne schieben lässt und brav die ihm zuvor eingetrichterten Stichworte nachplappert? Der einfache Soldat Franz soll die Sache organisieren?

    Wenn Sie von Ihrer „außerparlamentarischen Opposition“ munkeln, welche angeblich „Anonyme“ bei Blog.jj in der LZ aufbauen wollen, dann klingen Sie wie die schmalzig verkitschte Karikatur blasierter und/oder bänglicher Lüneburger Ratsbramarbasse, die selbst kleinere Denk- und Artikulationsmühen im meist sachbezogenen, aber kunterbunten und frechen Bürgergespräch scheuen, wie es hier, bei Blog.jj, möglich ist. Reflexhaft beginnen sie „sofort, von gemeinen Spottdrosseln und von geheimen Ränken und Planen von abgefeimter Seite zu unken“ (Caroline Pichler: Schriften, Fünfundzwanzigstes Bändchen, Madlot Stuttgart, 1828, S. 79), rufen, dass sie den „Unfug ganz entschieden nicht mitmachen“, und unter dem Kommando „Aus dem Weg da, Kinder, husch, husch!“ sinken sie selbstzufrieden in ihre angenehm nach Schema F zurechtgesessenen Schablonen-Fauteuils zurück. Nix mit Brückenbauen in die Gesellschaft.

    Abschlussfrage: Franz, was haben Sie „auf die Spitze“ getrieben? Die tägliche Sturzflut Ihrer „vielen kommentare zu allen möglichen themen, innerhalb und außerhalb dieses blogs“ sind wir doch seit Jahren gewöhnt. Ich glaube nicht, dass es einen Weg geben könnte, da noch etwas zu steigern. Was die Quantität betrifft, haben Sie bereits alle denkbaren „Spitzen“ weit hinter sich gelassen.

    „Franz, du kommst ins Lazarett. Armer, du musst Schnaps trinken und Pulver drin, das töt’ das Fieber.“ (Woyzeck, 17. Szene)

    • Gimme drölfteen !!!

      Die Weisheit eines Menschen misst
      man nicht nach seinen Erfahrungen,
      sondern nach seiner Fähigkeit, Erfahrungen
      zu machen.
      George Bernard Shaw
      irischer Dramatiker
      (1856-1950)

      • „Allgemeine Begriffe und großer Dünkel sind immer auf dem Weg, entsetzliches Unglück anzurichten.“ Das ist von Goethe, Herr Bruns.

  11. Barbara Heinbockel

    Vor diesem Hintergrund haben die Eingemeindungs-Träume des Lüneburger Oberbürgermeisters gar nichts mit Großmannssucht zu tun, die ihm gerne unterstellt wird, sondern eher mit Alternativlosigkeit.
    Kann mir mal die hier vertretene geballte Intelligenz verraten, ob man das Wort Alternativlosigkeit wirklich in Verbindung mit dem Oberbürgermeister nennen kann? Seine Kreativität, was das plattmachen angeht ist doch gewaltig. Die Randgemeinden versuchen doch schon alles, ihm zu entkommen.

  12. Die Achillesferse

    Nicht Eckhard Pols, sondern Michèl Pauly wäre wohl am 15. Juni 2014 mit 24,1% oder noch mehr Stimmen in die Stichwahl um das Amt des Lüneburger Oberbürgermeisters gegen Ulrich Mägde, den Helden der Vergangenheit und dünnhäutigen Marschall mit Talmititeln im Angebot für baulandgebende Subordinationskandidaten, gegangen, hätte es diesen Blog.jj schon vor einem Jahr gegeben.

  13. Zitat: Mich zum Beispiel registrieren Sie nicht einmal, wenn Sie die Lönsstraße entlanggeschlufft kommen. Sie irren sich, wahre Anonymität gibt es im Netz nicht mehr. Wir hatten schon mal das Vergnügen. Für mich war nur interessant, ob ich anonyme braune Kärtchen bekomme ,wenn ich mich hier äußere.

    Bildungspolitik mag die Lüneburger schon seit einem Jahrzehnt umtreiben. Solange diese Politik Ländersache ist , wird dieses auch so bleiben.