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In Lüneburg kreuzen sich die Wege von Hass, Vergebung und Verdrängung

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(Den Blog.jj füttert Hans-Herbert Jenckel, Geschäftsführender Redakteur und Online-Chef der LZ. Er schreibt an dieser Stelle regelmäßig über politische Themen aus Stadt und Landkreis Lüneburg. Der Blog heißt jj, weil das sein Kürzel in der LZ ist.)

Lüneburg, 29. April

Wie geht man mit so einem Schicksal um? Täter oder Überlebender des Holocaust.

Hassen oder vergeben, büßen oder verdrängen und verschweigen?

Es gibt keinen Allzweck-Kompass in dieser Tragödie. In Lüneburg kreuzen sich in diesen Tagen die Pfade von Menschen, die Unfassbares erlitten und mit verursacht haben.

Der Angeklagte Oskar Gröning, der zu den Siegern gehören wollte und unter die Mörder geriet. Dessen bürgerliches Leben mit 19 eigentlich endete, als er als SS-Mann durch das Tor von Auschwitz schritt. Angeklagt der Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen in Auschwitz, er  sieht sich lieber als ,,Rädchen“ im NS-Getriebe, heute als Zeuge unsagbarer Gräuel.

Die Holocaust-Überlebende Eva Mozes Kor, die Gröning im Gerichtssaal umarmt und vergibt, die dafür von manchen Überlebenden angefeindet, von Justizminister Heiko Maas und anderen bewundert wird.

Oder die Zeugin Eva Pusztai-Fahidi.  „Was war schon der Herrgott gegen einen SS-Mann in Auschwitz-Birkenau. Nichts.“ Sie reicht Gröning nicht die Hand.

Die Suchenden aus Täterfamilien im Gerichtssaal wie der Enkel von Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß oder der Enkel eines führenden Kopfes der NS-„Rassenhygiene“ und  Mengele-Doktorvaters, die auf Erklärung und Aussöhnung hoffen.

Die betagte Leugnerin, die um den Gerichtssaal schleicht und Anzeigen wegen Volksverhetzung kassiert wie Orden.

Die Richter, die nicht nur über Gröning, sondern auch über ein weiteres Versagen zu Gericht sitzen,  das ihrer Kaste, die sich dem Schweigepakt im Nachkriegs-Deutschland angeschlossen hatte und sich so selber schuldig machte, weil viele NS-Verfahren nicht zur Anklage kamen, weil sonst auch viele Rechtsprecher ihre eigene Geschichte hätten in Frage stellen und erkennen müssen, dass sie auch Rädchen in einem Monster-Getriebe waren. Das wurde lieber bemäntelt. Aktendeckel zu und verdrängen, Strafvereitelung im Amt.

Ach ja, und die Erklärer, die Journalisten, von denen viele in der Vergangenheit auch nicht genau genug hingeschaut haben, zwar das Versagen der Justiz hier und da an Einzelfällen aufgedröselt, aber nicht das Muster aufgedeckt haben.

Das klingt nach Bühne und Drama, ist aber ein Gerichtsverfahren, wo Opfer endlich zu Zeugen werden. Darauf haben manche 70 Jahre gewartet. Das Urteil könnte das Schicksal aller Betroffenen prägen, den eigenen Kompass norden. Und es könnte eine letzte Gewissheit für die vielen kleinen noch lebenden ehemaligen Rädchen im NS-Getriebe sein, dass sie eben schuldig sind, dass sie aktiv zur größten deutschen Tragödie beigetragen haben, weil sie ihren Kompass, auf dem „Menschlichkeit“ stand, weggeworfen hatten.

Hans-Herbert Jenckel

74 Kommentare

  1. ohne verzeihen funktioniert keine gesellschaft. wenn verzeihen aber als schwäche ausgelegt wird, obwohl es genau das gegenteil ist, hat die gesellschaft wieder ein problem. verzeihen heißt nicht vergessen . wenn nazis ihre verbrechen verstehen würden, wären sie keine nazis. somit ist eine bestrafung allein nie ausreichend ,um solche verbrechen für die zukunft zu verhindern. wachsam sein ist angesagt. eine demokratie verleitet gern zur bequemlichkeit. ich kann davor nur warnen.

  2. Paulina von Essen

    Sie haben mit allem, was Sie sagen, furchtbar Recht, Herr Jenckel. Und der beste Satz in Ihrem Text ist vielleicht dieser: „Das klingt nach Bühne und Drama, ist aber ein Gerichtsverfahren, wo Opfer endlich zu Zeugen werden.“ So ist es. Das mediale Großereignis, das dieser Prozess auch darstellt, lebt aber mit der Gefahr, dass aus dem Bemühen um Aufklärung und um juristische Aufarbeitung von Einzelschicksalen ein Theater mit fast mythischen Dimensionen wird. Hannah Arendt hatte in ihrem Essay „Organisierte Schuld“, der im Jahr 1946 – noch 15 Jahre vor dem Eichmann-Prozess in Jerusalem – in der Zeitschrift ‚Die Wandlung‘ erschien, Heinrich Himmler als „einen Spießer durch und durch“ bezeichnet, der „für die Bedienung der Vernichtungsmaschinerie nicht auf Fanatiker, Abenteurer und Sadisten, sondern auf ‚jobholders und gute Familienväter‘ gesetzt“ habe. Die Untaten von Leuten wie Gröning, dieses neuen, spezifisch modernen Tätertyps, der seinerzeit „als Verwaltungsmassenmörder und Funktionär die Vernichtung“ – ohne Schuldbewusstsein – mit betrieb, das „Dilemma zwischen dem namenlosen Entsetzen vor seinen Taten und der unbestreitbaren Lächerlichkeit des Mannes, der sie ‚als Rädchen‘ mit begangen hatte“, passt nicht zum Bild des „Ungeheuers“, in dessen Person „der“ Mörder eines Volkes, „der“ Organisator eines Genozids, das Grauen vor uns hintritt, das in einem symbolischen, ja mythischen Akt gerichtlich „bewältigt“ wird, einem Akt, der sich „auf eine Figur konzentrieren“ muss, weil er sonst die Anschaulichkeit nicht erreichen kann, deren jede Begründung von reinigender historischer „Aufarbeitung“ bedarf. Doch wir haben hier keinen „Hauptschuldigen“, keinen „Stellvertreter“, dessen Verurteilung dem Entlastungsbedürfnis vieler Mittäter, den „vielen kleinen noch lebenden ehemaligen Rädchen im NS-Getriebe“ entgegenkommen könnte — und auch nicht dem Entlastungsbedürfnis eines entsetzten Publikums. Kurz: Wir sind nicht im Theater! Hier steht ein Mensch vor Gericht, der an der Organisation von Massenmord beteiligt war. Und ihm sitzen Menschen gegenüber, die seine Opfer hätten sein sollen und deren Familienangehörige seine Opfer waren. Jeder von diesen Menschen hat das Recht, dem Angeklagten Oskar Gröning auf seine Weise zu begegnen, ohne dass ihm „inszenierte“ Aufweichung eines „angemessenen“ Trauerverhaltens vorgeworfen wird. Es geht nicht um „letzte Gewissheiten“, die repräsentative Lehrinhalte vermitteln. Es geht um einzelne Menschen und deren Schmerz, Schuld und Sühne, die vielleicht durch ein Gerichtsurteil am Ende des Verfahrens einen Ausdruck finden werden, mit dem diese Menschen leben können — oder müssen. Hüten wir uns vor Selbstgerechtigkeit.

  3. Hildegard Trautwein

    Irgendwann ist es genug! Die Generationen , die heute lebt hat nichts damit zu tun. An der Geste der Frau Kor hat man gesehen, wie man Vergebung übt und nicht den Zorn und die Rachegefühle sein ganzes Leben mitträgt und mit ins Grab nimmt. Die anderen Überlebenden wollen diese Zeit nicht vergessen , sondern immer und immer wieder daran erinnern. Das ist gesundheitlich schlecht und führt zu nichts. Die Vergangenheit darf nicht mehr die über Zukunft bestimmen. Eine gerechte Strafe für die damaligen Verbrecher und eine angemessene Sühne gibt es nicht. Jedenfalls nicht im irdischen Leben. Das sollte man verstehen. Es sind wohl noch 0,05% dieser Täter am Leben. Diesen Aufmerksamkeit zu schenken ist destruktiv.

    • Gäbe es hier die Funktion „Daumen hoch“ anzuklicken, würde ich es für beide Kommentare tun. In einem Punkt möchte ich noch etwas hinzufügren. Die von ihnen Frau Trautwein erwähnten „Rachegefühle“ werden natürlich aus vielen Bereichen unserer Gesellschaft auch geschürt. Zudem darf man bei Juristen nicht vergessen, dass es bei ihnen nur um Paragraphen und nicht um Gefühle oder Emotionen geht. Die menschliche Stärke zu verzeihen gibt es in Gesetzen nicht. Verzeihen ist dabei nicht gleichbedeutend mit vergessen. Und nicht zuletzt haben Anwälte wenig Interesse an solchen Gesten. Schließlich verdienen sie Geld durch ihre Tätigkeit für die Nebenkläger. Folglich mus Unverständnis, um nicht Empörung zu schreiben, die logische Reaktion sein.

    • Diesen Aufmerksamkeit zu schenken ist destruktiv.
      verbrechen aufmerksamkeit zu schenken,war noch nie destruktiv. ich frage mich nur, wo will man hier anfangen und wo aufhören? sollte man die nachbarn, die zugeschaut haben, als die nazis ihres gleichen abgeholt haben ,zu den tätern, oder zu den opfern zählen?

      • Hildegard Trautwein

        Zitat: “ Verbrechen aufmerksamkeit zu schenken,war noch nie destruktiv. ich frage mich nur, wo will man hier anfangen und wo aufhören? sollte man die nachbarn, die zugeschaut haben, als die nazis ihres gleichen abgeholt haben ,zu den tätern, oder zu den opfern zählen?

        Aber eine Frage hätte ich, Herr Bruns. Wie hätten Sie reagiert wenn sie in der Situation gewesen wären und ihre Nachbarn abgeholt worden wären? Hätten sie sich todesmutig schwer bewaffneten Soldaten in den Weg gestellt? Hätte dies den Nachbarn dann geholfen? Und hätten sie jeden, der dies aus Angst um sein leben nicht tat, als Täter bezeichnet? Ich finde diese völlig realitätsfremden Aufarbeitungen aus der Ferne am TV oder Abendbrottisch immer sehr fragwürdig. Fakt ist, das nur eine große Gemeinschaft hätte etwas ausrichten können und dies nur bei großer Anzahl von Helfern und mit Waffen. Die, die dies, wenn überhaupt, hätten ohne Waffen verhindern können, waren die Kirchen. Und die haben entweder geschwiegen oder die Waffen gesegnet!

        • frau trautwein, ich hätte die damalige zeit wahrscheinlich nicht überlebt. aber ich wäre im widerstand gewesen. zivilcourage kann eben auch tödlich enden. ich bin nicht anonym unterwegs. dieses sollte ihnen zu denken geben. braune anonyme post bekomme ich öfters. meine frage zielt auf was völlig anderes. wir haben familienclans die bei uns das sagen haben. krupp , flick, usw. die waren vor und während der nazizeit oben auf. und eben auch nach der nazizeit. seltsam, wer klagt die usa wegen ihrer kriege an? wer klagt die kolonialmächte an? wer hat denn die kz`s erfunden? der deutsche ist bis heute nicht frei in seinen entscheidungen. warum wohl?

          • Daniel Schubert

            Was würden Sie als ehemaliger Widerstandskämpfer von 87 Jahren Herrn Gröning heute antworten, wenn er Sie bitten würde, ihm zu erklären, warum er in Lünburg vor Gericht steht, Klaus?

  4. Sebastian Krüger

    Heidi, Hildegard und Klaus,

    wer sind Sie, dass Sie Frauen und Männern, die als Jugendliche oder junge Erwachsene miterleben mussten, wie ihre Kinder, ihre Großeltern, ihre Eltern und ihre Geschwister in Gaskammern getrieben und dort ermordet wurden, und die diesem Schicksal selbst nur durch Zufall entgangen sind, „die menschliche Stärke zum Verzeihen“ anempfehlen?

    Stellen Sie sich einfach einmal vor, Sie wären nicht bloß die bramsigen Besitzer geerbter Meinungsschablonen, die Sie sind, die vom Komfortsessel aus ihre moralischen Lagebeurteilungen in die Welt hinausklicken, sondern besäßen tatsächlich Mut, den Mut etwa, am kommenden Montag in der Ritterakademie beispielsweise vor Frau Éva Pusztai-Fahidi hinzutreten, einer Dame von 89 Jahren, die vor siebzig Jahren 49 Verwandte in den Lagern der Nazis „verlor“, Sie besäßen den Mut, die beiden Hände dieser hellwachen Frau zu nehmen, ihr begütigend in die Augen zu schauen und ihr mit fester Stimme Ihre Ratschläge und Weisheiten zu bedenken zu geben: „ohne verzeihen funktioniert keine gesellschaft“, „Erinnern ist gesundheitlich schlecht und führt zu nichts“ und „lassen Sie sich nicht von empörend geldgierigen Anwälten drängen, aufs Verzeihen zu verzichten“!

    Was glauben Sie wohl? Wie würde die Auschwitz-Überlebende Sie ansehen?

    • ich habe meinen vater nachts schreien gehört, er musste mit 17 zur wehrmacht und hat ein lebenlang darunter gelitten. er sollte ebenfalls als sozialdemokrat ins kz. reicht ihnen meine antwort zu ihrer frage, oder soll ich noch näher ins detail gehen? herr krüger, ich empfehle mehr vorsicht beim anklagen, sie können schnell die falschen dabei erwischen.

    • Hildegard Trautwein

      @ Sebastian Krüger

      An Ihrem Kommentar ist zu erkenenn, das Sie nichts verstanden haben. Auch der logische Zusammenhang vom destruktiven und gesundheitsschädlichen langem Zorn und Rachegefühlen ist ebenso nicht verstanden worden. Fakt ist, das Vergebung mit einem selbst zu tun hat undnicht mt dem mutmasslichen Täter( der in diesem Falle Buchhalter war!) um nicht von negativen Gefühlen aufgefressen zu werden und sein ganzes Leben lang zu leiden.

      • Jutta Lindner

        Es ist schön, dass Sie so viel mehr davon verstehen, was der Gesundheit eines geschundenen Gemüts zuträglich ist, als Herr Krüger und die betoffenen Nebenkläger, Frau Trautwein. Sie sollten sich wirklich einmal mit ihnen zusammensetzen und ihnen Ihre Sicht der Dinge von Angesicht zu Angesicht darlegen. Nur geht es in Lüneburg eben nicht um „Hass, Vergebung und Verdrängung“. Das hat Frau von Essen oben sehr richtig und klar hervorgehoben. Nicht Katharsis wie im aristotelischen Drama wird angestrebt, nicht Erlösung wie in den Heilsversprechungen der Kirchen und auch nicht eine Diätetik der Seele, wie Sie Ihnen offenbar vorschwebt. In der Ritterakademie steht ein Mann vor den Schranken eines weltlichen Gerichts, der sich wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen zu verantworten hat. Ankläger ist die Staatsanwaltschaft des Landes Niedersachsen in Hannover. Gegenstand der Anklage ist ein Gewaltverbrechen, das auf der Basis von Fakten nach Maßgabe geltender Gesetze verhandelt und beurteilt werden wird.

        Auch um die Last, die Wirkung und die mögliche Therapie negativer Gefühle geht es in dem Prozess nicht, und schon gar nicht um Ihre.

        • Hildegard Trautwein

          @ Jutta Lindner

          Zitat: „Gegenstand der Anklage ist ein Gewaltverbrechen, das auf der Basis von Fakten nach Maßgabe geltender Gesetze verhandelt und beurteilt werden wird. “

          Das ist m. E. n. nicht richtig. Fakt ist, das der Angeklagte nicht an den Gewaltverbrechen beteiligt war, deshalb lautet die Anklage auf Beihilfe.“ Wie das Gericht seine „Beihilfe“ zu den Gewalttaten einordnet , sollten Sie dem Gericht überlassen, das sich wohl nicht von Annahmen, Spekulationen oder Hassgefühlen ,sowie nach Ihren Wünschen ausrichten, sondern nach Fakten urteilen wird.
          Erfahrungsgemäss wird es schwierig eine Beteiligung nachzuweisen.

          Zitat:

          „Nicht Katharsis wie im aristotelischen Drama wird angestrebt, nicht Erlösung wie in den Heilsversprechungen der Kirchen und auch nicht eine Diätetik der Seele, wie Sie Ihnen offenbar vorschwebt.“

          Das Sie der Meinung sind, das Zorn, Rachegefühle und Hass unbedingt aufrecht erhalten werden müssen um glücklich zu sein/werden, ist für mch nicht nachzuvollziehen. Im Gegenteil, man spricht von einem innerlichen Zerfressungsprozess, der solchen Menschen widerfährt und sie seelisch angreift.

          Die Vergebung hat nichts mit dem mutmasslichen Täter zu tun, sondern ist eine eigenliebige Tat, die man für sich selbst beschliesst und damit negative Gefühle der Hilflosigkeit und des Hineindrängens in die Opferrolle ein für allemal begräbt.

          • @ Hildegard Trautwein

            Wenn ich mir so anschaue, mit welch irrer Konsequenz Sie hier das Geschriebene Ihrer Vorkommentatoren entweder außer Acht lassen oder verdrehen, auf die Sie anschließend rechthaberisch einhacken, erkenne ich drei Möglichkeiten: A) Sie werden Talkmoderatorin für ARD oder ZDF, B) Sie besteigen eine Holzkiste in der Bäckerstraße und bekehren die vorüber flutenden Shopping-Armeen oder C) Sie suchen doch endlich einen Fachmann am Wienebütteler Weg auf, wie es Ihnen von Frau Dr. Böttjer schon vor zwei Jahren empfohlen wurde.

          • @@ Hildegard Trautwein
            Welch unfassbar niedriges Niveau ! Haben Sie noch freien Ausgang ? Ich bezweifle das….

          • Jens Peter Hinrichs

            Da haben Sie leider Recht, Konrad. Aber, seien Sie bitte gelassener als die Dame Trautwein es Ihnen vormacht! Urteilen Sie nicht zu hart über Hildegard. Sie nach ihrem „freien Ausgang“ zu fragen, finde ich beispielsweise genauso daneben wie die Empfehlung des anonymen Vorkommentators, Hildegard möchte sich um ambulante Hilfe beim LKH bemühen. Hildegard ist, so glaube wenigstens ich, nicht krank, sondern bloß von einer fixen Idee geradezu besessen. Um „Niveau“ geht es der Dame Trautwein hier nicht. Sie möchte einfach ihre Meinung durchsetzen. Das erkennen Sie daran, mit welch eifernder Zielstrebigkeit sie den sehr sachlichen und vollkommen leidenschaftslos vorgetragenen Hinweis von Jutta Lindner (und den meisten anderen Leserbriefschreiber/inne/n) übersieht, dass der Lüneburger Strafprozess nicht Gefühle und moralische Einstellungen zum Inhalt hat, sondern Mord, und weiterhin erkennen Sie Hildegards Fixierung daran, dass sie Einzelheiten aus dem Zusammenhang anderer Beiträge sinnentstellend herauslöst, damit sie ihr zupasskommen, um dadurch sogleich wieder zu ihrem Vergebungsthema gelangen zu können, und um anderen blind ums sich schlagend unterstellen und vorwerfen zu können, sie – diese anderen – wünschten, dass „Zorn, Rachegefühle und Hass unbedingt aufrecht erhalten werden“. Also bitte, Konrad, sehen Sie ab von Entgleisungen und Geschmacklosigkeiten gegenüber Frau Trautwein! Nennen Sie Hildegard die Gründe, warum Ihnen Ton und Art ihrer Tiraden nicht gefallen. Dass Hildegard Argumenten am Ende vielleicht doch zugänglich ist, mag unsicher sein, aber einmal versuchen sollten auch Sie es immerhin.

        • Hildegard Trautwein

          Diese Frau Kor hat es verstanden. Die restlichen Beteiligten möchten ihr verbleibendes Leben mit Hass, Rachegefühlen, Verdruss und dem ständigen Nachdenken über die Vergangnheit verbringen.

          http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/streit-unter-den-nebenklaegern-des-prozesses-gegen-oskar-groening-13562157.html

          • In dem von Ihnen selbst hier annoncierten FAZ-Artikel vom 27. April heißt es, die 81 Jahre alte Auschwitz-Überlebende Eva Kor habe „gesagt, sie habe FÜR SICH einen Weg gefunden, mit dem Schmerz zu leben, indem sie ihren früheren Peinigern – auch dem Angeklagten – vergebe.“

            Was einem Menschen hilft, braucht nicht auch anderen zu helfen! Ihre widerliche Schlussfolgerung im anmaßenden Ton eines Vorwurfs („Die restlichen Beteiligten möchten ihr verbleibendes Leben mit Hass, Rachegefühlen, Verdruss und dem ständigen Nachdenken über die Vergangnheit verbringen.“) ist von geradezu monströser Abscheulichkeit, denn er verrät ausschließlich, WIE SIE sich „die restlichen Beteiligten“ DENKEN, ohne das Geringste über einen einzigen von ihnen zu wissen.

            Kors Anwalt sagte der FAZ aber außerdem, Frau „KOR HABE IMMER BETONT, WIE WICHTIG ES SEI, DASS DIESER STRAFPROZESS STATTFINDE. Mit ihre Vergebung spreche sie den Täter nicht von seiner Verantwortung frei.“

        • Frau Eva Kor , die Oskar Gröning die Hand reichte und ihm vergab , hat alles richtig gemacht, wie es souveräner und bewundernswerter nicht geht. Man hat uns den Spruch beigebracht: “ .. wie auch wir vergeben unseren Schuldigern..“ In ihrem Verhalten wird der Sinn klar: wir vergeben, damit es UNS gut geht, nicht dem Schuldigen. Frau Kor hat den Schändern fortwährende Macht über ihr eigenes emotionales Leben per Vergebung entzogen. Darum geht´s, das scheint der Sinn des Spruches zu sein. Leider versteht dies keiner.

  5. @Daniel Schubert

    ihre frage kann ich nicht beantworten. ich hätte ihm was anderes gesagt. es wäre für ihn besser gewesen, er wäre in der nazizeit buchhalter bei der deutschen bank gewesen. dann wäre er beim diebstahl heute nicht vor gericht. wo ist da eigentlich der unterschied? jüdische kaufleute und banken bestehlen und diese werte den nazis für ihre kriegskasse zur verfügung zu stellen, oder als buchhalter am gleis zu stehen und diese entrechteten juden in empfang zu nehmen?

  6. Hildegard Trautwein

    @ anonymer Verfasser 2.Mai 2015 um 11.50:

    Danke für den Kommentar zu den Dingen, die Ihnen fremd sein dürften. Leider haben nicht Sie die Deutungshoheit in Deutschland. Und wenn es um Fachkompetenz geht, auch nicht die Bildung um Relevantes beizutragen.

    • Karl Achimsen

      Sie haben Recht, Hildegard. Da haben wir etwas gemeinsam. Ich glaube, wir beide sollten besser den Mund halten, anstatt uns hinzustellen und den Überlebenden von Verbrechen, deren Entsetzlichkeit unser beider Vorstellungskraft übersteigt, irgendwo aufgeschnappte küchenpsychologische Schema F-Ratschläge in Gefühlsangelegenheiten zu geben. Besonders dann sollten wir schweigen, wenn diese anmaßende Besserwisserei uns bloß vor uns selbst den Anschein von vermeintlich gedankenreicher Überlegenheit verschaffen soll, die uns davor bewahrt, zu ermessen, worum es bei der Verhandlung vor dem Landgericht geht: Die Frage nämlich, ob Herr Oskar Gröning, der im Vernichtungslager Auschwitz von der SS als Buchhalter eingesetzt war, sich im Frühjahr 1944 der Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen schuldig gemacht hat oder nicht.

      Das Thema ist die rechtliche Verfolgung von organisiertem Massenmord im Nationalsozialismus und deren individuelle Zurechenbarkeit. Die journalistisch ausgedachte Kreuzwegmetaphorik mit den angeblichen Leitmotiven „Hass, Vergebung und Verdrängung“ ist der medial hinzugedichtete Emotionskitsch, der es Illustriertenlesernaturen wie Ihnen erleichtern soll, den Blick von Tatsachen und Sachverhalten abzuwenden, von den Leichenbergen eben vergaster Menschen etwa und den sogleich sorgfältig aus ihren erstarrten Mündern herausgebrochenen, eingesammelten und verbuchten Zahngoldvolumina.

      • Die journalistisch ausgedachte Kreuzwegmetaphorik mit den angeblichen Leitmotiven “Hass, Vergebung und Verdrängung” ist der medial hinzugedichtete Emotionskitsch, der es Illustriertenlesernaturen wie Ihnen erleichtern soll, den Blick von Tatsachen und Sachverhalten abzuwenden, von den Leichenbergen eben vergaster Menschen etwa und den sogleich sorgfältig aus ihren erstarrten Mündern herausgebrochenen, eingesammelten und verbuchten Zahngoldvolumina.
        sehr hübsch formuliert und doch nicht wahr. welche neue erkenntnisse wird es denn geben? sollen bei ihnen die leichenberge noch wachsen? schlagzeilen sollen zwar erschlagen, aber hier im forum ? die gefahr, sich dabei zu vergaloppieren ist viel zu groß. und wer hier mit vorurteilen reingeht, hat schon verloren. ihr gold ist nichts wert.

        • Max Schöteburg

          „welche neue erkenntnisse wird es denn geben?“

          Mindestens „die neue Erkenntnis“ wird es geben, Klaus, um deren Gewinn es bei der Verhandlung vor dem Landgericht geht (so auch Achimsen): Die „Erkenntnis“ in Gestalt einer Antwort auf „die Frage, ob Herr Oskar Gröning, der im Vernichtungslager Auschwitz von der SS als Buchhalter eingesetzt war, sich im Frühjahr 1944 der Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen schuldig gemacht hat oder nicht.“

          • nun, das gericht hat schon zweimal festgestellt, er hätte keine schuld und somit wurde die anklage gar nicht erst zugelassen. jetzt auf einmal doch? nach welchen neuen erkenntnissen denn? was ist bis jetzt bei den zeugenaussagen neues herausgekommen? die frage, ob mitläufer oder unterstützer eines regimes , welches sich unmenschlich zeigt, sich strafbar machen, ist tatsächlich interessant. ich bin bei dem nächsten krieg, wo wir mitmachen, auf dessen konsquenzen gespannt. solange man zu den gewinnern gehört, befürchte ich, wird es keine geben.

      • Hildegard Trautwein

        @ Karl Achimsen:

        Entschuldigung. Aber WER gibt WEM Ratschläge? Ich habe ledigich psychologisches Grundwissen, das eigentlich jedem bekannt sein sollte, hier kommentiert. Ratschläge zu geben, bin ich nicht befugt. Ich habe meine Sichtweise mitgeteilt. Mehr nicht. Ebenso wie Sie.

        Und jetzt noch einmal:

        Ich bin der Meinung, das für die Beteiligten rein GAR NICHTS positives oder greifbares mit dieser Verhandlung erreicht wird. Es werden lediglich alte Wunden emotional wieder aufgerissen und Menschen an die Vergangenheit erinnert, indem man in Einzelheiten das Leid, die Grausamkeiten und das Elend gedanklich reprodiziert.

        Meinen Sie ernsthaft , das dies zu besserer Gesundheit, besserem emotionalen Wohlbefinden oder zu sonst irgendetwas Positivem bei den Beteiligten beiträgt?

        Es ist ein „Wiederkäuen“ von emotionalen Katastrophen und Traumata der Vergangenheit , die nur zu Traurigkeit, Verdruss und dem Unverständniss über fehlende Gerechtigkeit und dem Unverständniss des Zulassens seitens Gottes bei gläubigen Menschen auf der Welt beiträgt.

        Zum gerichtlichen Verfahren kann man folgendes fragen und feststellen: Was wäre für Sie eine „angemessene Strafe“ für einen 93 jährigen Rollatorfahrer , vorausgesetzt die Anklage kann den Tatvorwurf mit Fakten untermauern, das hier „Beihilfe“ geleistet wurde.

        Das ist für mich nicht klar, denn der Beschuldigte muss m. E. n. an den Taten indirekt beteiligt gewesen sein ( z. B. die Gaskammern mit gebaut haben, oder das Gas zugeführt haben, oder die Opfer dort hineingetrieben haben). Offensichtlich hat er dies nicht getan. M. E. n. wäre eine Bewährungsstrafe hier das Ergebniss der Verhandlung. Ob eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung bei dem Gesundheitszustand und dem hohen Alter des Angeklagten ausgesprochen wird, halte ich für zweifelhaft.

        Allerdings sollten Sie sich fragen, wenn sie hier schon die moralische Keule herausholen, welche Partei Sie inden letzten Jahren gewählt haben und welche Parteien viele Verhandlungen bei Verbrechen aus der NS-Zeit, offensichlich in den letzten Jahrzehnten verhindert haben, Herr Achimsen. Es könnte nämlich sein, das Sie indirekt die Verschleierung unterstützt und den Prozess gegen einen Täter ,wie Herrn Gröning verhindert haben ( welche Partei die „Entnazifizierten“ als Mitglieder aufgenommen haben ,ist Ihnen sicher bekannt!?).

        Und abschliessend, gebe ich Ihnen den Rat, sich weniger Gedanken über meine Lektüre und meine menschlichen Eigenschaften zu machen und lieber Ihre eigene politische Weiterbildung im Auge zu behalten. Aber Vorurteile über Andersdenkende sind ja bekanntlich treuer als Hunde.

  7. @@Hildegard Trautwein

    Sie suchen doch endlich einen Fachmann am Wienebütteler Weg auf, wie es Ihnen von Frau Dr. Böttjer schon vor zwei Jahren empfohlen wurde.
    weswegen? wegen einer eigenen meinung? wer solche vorschläge macht, sollte dabei gut aufpassen, er könnte schnell selbst davon betroffen sein. wer seine meinung überzeugend vertritt, hat bei mir schon mal pluspunkte. mainstream konnte ich noch nie leiden. frau trautwein hat in so manchen punkten meiner meinung nach recht. der fachmann am wienebüttler weg könnte der gleichen meinung sein, was dann?

    • @ Klaus Bruns

      In welchen Punkten hat Frau Trautwein Recht, Klaus? Die Menschen, die vergeben könnten, können es nicht, denn sie sind ermordet worden. Die Überlebenden, die ihre je eigene ganz persönliche Weise des emotionalen Umgangs mit der Existenz heute noch lebender Täter oder Tatbeteiligter für sich gefunden haben, bedürfen unserer Ratschläge oder Kritik sicher genau so wenig wie unseres Beifalls. Mit Gewissheit bedürfen sie ihrer nicht, wenn diese unerbetenen Ratschläge ihnen aufgedrängt werden, weil sie dem moralpsychologischen Seelensalvieren der Ratschlagenden selbst mehr als den individuellen inneren Befindlichkeiten der Beratschlagten dienen. Entscheidend jedoch ist, dass Beteiligung an Massenmord keine Frage der Moral, sondern eine des Rechts ist. Es geht nicht um Vergebung. Es geht um Straftatbestände und deren Rechtsfolgen. Und sogar wie die Tatzeugen gefühlsmäßig dazu stehen, ist für den Verlauf und Ausgang des Verfahrens ohne Belang. An der Stelle eines ermordeten Menschen kann niemand Verzeihung für bekundete Reue erteilen. Darum gibt es Gesetze, Gerichte und Gerichtsurteile.

      Ludwig Gerbers

      • Die Menschen, die vergeben könnten, können es nicht, denn sie sind ermordet worden.
        deren angehörigen könnten vergeben. ich kann denjenigen verstehen, der es nicht kann. ich kann aber auch denjenigen verstehen, der es kann. mit hass lebt es sich nicht besonders gut, oder? ratschläge sind ratschläge und mehr nicht. man kann sie annehmen, oder es auch lassen. ich bezweifle , dass man hier überhaupt recht sprechen kann. unser rechtssystem ist nicht auf rache ausgelegt. hier geht es um ein rädchen. es riecht nach den großen ,die man laufen lässt und den kleinen, den man hängen will. das recht soll doch für alle gleich sein. wie gleich sind denn bei uns die menschen vor dem recht ? er wird in etwa der sechzigste sein von wie viel tausend?
        Zitat: Entscheidend jedoch ist, dass Beteiligung an Massenmord keine Frage der Moral, sondern eine des Rechts ist.
        ihre aussage in ehren, wann werden wir beim nächsten krieg gegen das recht verstoßen? wenn wieder jemand behauptet, der andere hat massenvernichtungswaffen?

    • Hildegard Trautwein

      Ich denke Sie leiden unter Verfolgungswahn. Vor zwei Jahren befand ich mich beruflich im Ausland. Ihre geistigen Ergüsse können Sie gerne an andere weitergeben.

      • Kuckuck, Hildegard Trautwein !

        Es bedarf gewisser Übung, aber wenn man ganz schnell ist, dann schafft man es, manuell eine Abwesenheitsbenachrichtigung auf einen unerwünschten LZ-online-Kommentar zurückzuschicken.

        Emily Wood

      • Ihre geistigen Ergüsse können Sie gerne an andere weitergeben.
        lieber nicht. vereinsbrillen sind beim sehen sehr hinderlich.

  8. Heidi, Hildegard, Klaus und Thomas

    Sie kommen mir vor wie die Prediger des Wegschauens, die „damals“ von nichts gewusst haben und „heute“ von nichts mehr wissen möchten.

    Ihre von keiner Blässe eines eigenständigen Gedankens angekränkelten, generell abwehrenden und rein selbstexkulpierenden Besorgnissimulationsbanalitäten zu lesen, ist ebenso erschütternd wie widerwärtig.

    Sie können sich einfach nicht von dem Hirngespinst lösen, es gehe immer nur um propagandistisch oder medial aufbereitete Gefühlspolitik: „damals“ arbeitete man mit Vorwürfen wie „Geldgier“, „Faulheit“ und „Hinterlist“, um eine komplette Bevölkerungsgruppe anfangs pauschal auszugrenzen, dann in Bausch und Bogen zu kriminalisieren und zuletzt gezielt zu ermorden und als Kollektiv auszulöschen — „heute“ dienen fadenscheinige „Nutzen“- und „Gesundheits“-Argumente dazu, ihren überlebenden Angehörigen „Vergeltungswille“, „Rachsucht“ und „Hass“ zu unterstellen, sie dadurch erneut als Gruppe zu stigmatisieren, pauschal zu diskreditieren und zum Schweigen zu drängen.

    Aber, es geht nicht UM IHRE GEFÜHLE UND WÜNSCHE, Heidi, Hildegard, Klaus und Thomas. So schwer einzusehen IHNEN das auch fallen mag. Es geht überhaupt nicht UM SIE und es geht überhaupt NICHT um Gefühle. Darum ist Ihr ganzes selbstgerechtes und beschämend taktloses Ausbreiten und gebetsmühlenhaftes Repetieren vernebelnder Psychoplattitüden auch gänzlich überflüssig.

    ES GEHT – wie Herr Gerbers schrieb – „UM STRAFTATBESTÄNDE und deren Rechtsfolgen.“

    Ankläger ist die Staatsanwaltschaft Hannover, nicht von negativen Emotionen zerfressene Einzelne !

    Oder wie Herr Achimsen schrieb: „Es geht um die Frage, ob Herr Oskar Gröning, der im Vernichtungslager Auschwitz von der SS als Buchhalter eingesetzt war, sich im Frühjahr 1944 der Beihilfe zum Mord an 300.000 Kindern, Frauen und Männern schuldig gemacht hat oder nicht.

    Das Thema ist die rechtliche Verfolgung von organisiertem Massenmord im Nationalsozialismus und deren individuelle Zurechenbarkeit.“

    Teja Fischer

    • Teja Fischer
      ich habe mir gefühle zu diesem thema schon vor längerer zeit abgewöhnt. lassen sie es mit unterstellungen. gefühle sind für eine rechtssprechung nie hilfreich. sie sollten, wenn ihnen an meinen beiträgen etwas nicht gefällt, dieses benennen und nicht pauschal rumsülzen. wenn sie das wort hass nicht mögen, wie wäre es mit wut, enttäuschung , verzweiflung, gerechtigkeitssinn? wenn sie glauben, hass spielt dabei keine rolle, dann verstehen sie nichts von menschen, die gequält wurden. liebe zum angeklagten wird es wohl nicht sein. mir kommt es hier manchmal so vor, es ist egal ,was man hier schreibt, ein opportunist ist hier schnell zu finden. und wer jedes wort auf die goldwaage legt, sollte aufpassen, dass er sich dabei nicht verhebt. ich bin realist. widerwärtig sind für mich menschen, die gern als schulmeister auftreten, und glocken läuten gehört haben, aber nicht wissen, wo sie hängen. es wird hier um ungelegte eier debattiert. warten sie es doch mal ab, wie das gericht entscheidet. nicht das sie hinterher noch enttäuscht sind. ich glaube jedenfalls nicht, dass unser rechtsstaat damit viel weiterkommt. übrigens, kennen sie die meinung vom historiker wolffssohn zu diesem thema? ich bin mit ihm selten einer meinung. hier bin ich, was die rechtssprechung zu diesem thema angeht seiner meinung.

    • @Teja Fischer

      können sie lesen und auch verstehen?In Lüneburg kreuzen sich die Wege von Hass, Vergebung und Verdrängung.

      • Teja Fischer

        Ja, das kann ich. Und sehr zu Recht verweisen Sie auf den ausgezeichneten Blog-Artikel von Hans-Herbert Jenckel. Allerdings tun Sie das aus den falschen Gründen. Ein Advokat Ihrer erkenntnisabwehrenden „Genug-“ und „Schwamm-drüber-Philosophie“ ist er eindeutig nicht. Die von Herrn Jenckel gewählte Überschrift („In Lüneburg kreuzen sich die Wege von Hass, Vergebung und Verdrängung“) fasst zusammen, was sich um das Gerichtsverfahren herum de facto abspielt. Die aufgeregten, medial verstärkten emotionalen Erwartungen UND die vermuteten unterschiedlichen persönlichen Motive der Protagonisten und Nebenfiguren hat der kluge Online-Chef der LZ nur – oder gerade deshalb – aufgelistet, um die Aufmersamkeit seiner Leser aus der Dimension der Gefühle in einem ernüchternden finalen Decrescendo auf den Kern der Sache zu lenken, auf die Dimension des Rechts nämlich, also darauf, was de jure geschieht, und um zu formulieren, was – seiner Überzeugung nach – das Ergebnis sein KÖNNTE (Konjunktiv II). Diese inhaltlich und im Textaufbau unverkennbar angestrebte Orientierungsleistung erbringt Jenckels letzter Absatz:

        „Das KLINGT nach Bühne und Drama, IST ABER EIN GERICHTSVERFAHREN, wo Opfer ENDLICH zu Zeugen werden. Darauf haben manche 70 Jahre gewartet. Das Urteil könnte das Schicksal aller Betroffenen prägen, den eigenen Kompass norden. Und es könnte eine letzte Gewissheit für die vielen kleinen noch lebenden ehemaligen Rädchen im NS-Getriebe sein, dass sie eben schuldig sind, dass sie aktiv zur größten deutschen Tragödie beigetragen haben, weil sie ihren Kompass, auf dem ‚Menschlichkeit‘ stand, weggeworfen hatten.“

        Herr Jenckel sieht und versteht die waltenden Leidenschaften sehr wohl, betrachtet sie aber mit großer Skepsis. Er begrüßt und wünscht sich die JURISTISCHE AUFKLÄRUNG und hofft auf eine daraus folgende, dauerhaft wirksame RATIONALE EINSICHT in die normativen Grundlagen der „Menschlichkeit“.

        • @Teja Fischer

          Ein Advokat Ihrer erkenntnisabwehrenden “Genug-” und “Schwamm-drüber-Philosophie” ist er eindeutig nicht.
          zitat:. wenn nazis ihre verbrechen verstehen würden, wären sie keine nazis. somit ist eine ,,bestrafung allein nie ausreichend,, ,um solche verbrechen für die zukunft zu verhindern. wachsam sein ist angesagt. eine demokratie verleitet gern zur bequemlichkeit. ich kann davor nur warnen.
          mit unterstellungen wird hier ja kräftig argumentiert, warum eigentlich? kann man es nicht besser?

    • Hildegard Trautwein

      @ Teja Fischer:

      Sie haben es immer noch nicht verstanden. Das Gericht wird logischerweise anhand der beweisbaren Fakten entscheiden.

      Die Diskussion geht um die Möglichkeit des Ablegens des Hasses und der Rachegefühle um sich selbst als Beteiligter seelisch zu entlasten und ein für allemal die Rachegefühle und den Hass abzulegen und nicht mit ins Grab zu nehmen. So wie Frau Kor es getan und auch erklärt hat, „warum sie dies tat!“

      Das gerichtliche Verfahren ist NICHT Gegenstand dieser Diskussion!!! M. E n. wird dies eh zu NICHTS führen, da der Angeklagte 93 Jahre alt ist und eine Haftstrafe sicherlich nie antreten muss.
      Das Bedenkliche an der Sache ist, das der Mann jahrzehntelang unbehelligt in Deutschland leben konnte ,ohne angeklagt zu werden.

      • An Frau Hildegard Trautwein

        Sie haben geschrieben: „M. E n. wird dies eh zu NICHTS führen, da der Angeklagte 93 Jahre alt ist und eine Haftstrafe sicherlich nie antreten muss.“

        Hierzu möchte ich an Herrn Friedrich Andresens LZ-Leserbrief vom 16. April 2015 erinnern, der knapp eine Woche vor Prozessbeginn publiziert wurde:

        »Ich glaube auch nicht, dass es zu einer Haftsrafe kommt. Aber um Vergeltung kann es angesichts eines solchen, alle menschliche Vorstellungskraft sprengenden Verbrechens auch gar nicht gehen. Es geht um zwei Dinge: 1.) Um die unmissverständliche Auskunft des demokratischen Rechtsstaates, dass Völker- und Massenmord Verbrechen sind, die niemals verjähren und immer geahndet werden. 2.) Um Aufklärung: In den Worten des großen deutschen Juristen und Rechtsgelehrten Fritz Bauer: “Die Auseinandersetzung mit unserer jüngsten Vergangenheit erfordert gewiss ein Wissen um Fakten, aber das genügt nicht, nötig ist auch der Versuch ihrer Deutung, ohne die keine Folgerung und keine Lehre gezogen werden können. Leider ist es eine typisch deutsche Eigenschaft, den Gehorsam schlechthin für eine Tugend zu halten. Wir brauchen die Zivilcourage, Nein zu sagen.” (Generalstaatsanwalt, * 16.07.1903, † 01.07.1968)

        Ich würde mir wünschen, Herr Gröning käme auf den Gedanken, sich zu Prozessbeginn hinzustellen und eine Erklärung abzugeben, in welcher er 1.) bekundet, er verstehe es als seine (vollkommen ungenügende, aber ihm heute einzig noch mögliche) Sühneleistung, nach bestem Wissen und Gewissen zur Erhellung der damaligen Umstände und seiner Rolle in ihnen beizutragen und 2.) er distanziere sich mit aller Entschiedenheit von dem verblendeten Hetz- und Lügenpack um die Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel und ihrer krakeelenden sogenannten Neonazi-Freunde vor den Toren des Gerichtsgebäudes. Er schäme sich und verwahre sich dagegen, von so einem rohen und gewaltbereiten Haufen unbelehrbarer Geschichtsklitterer für ihre destruktiven und unappetitlichen Zwecke instrumentalisiert zu werden, und er bitte sie, nach Hause zu gehen und für alle Zeiten zu schweigen.«

        Zu finden unter: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/227644-lueneburg-ns-prozess-startet-in-einer-woche#comment-41594

        Als Prozessbeobachter der ersten drei Sitzungen weiß ich, dass Herr Gröning die beiden Anregungen aufgenommen und sie am Dienstag Morgen, den 21. April in einer persönlichen Erklärung kurz vor Verhandlungsbeginn vorgetragen hat. Er selbst hält also die juristische Aufarbeitung seiner mutmaßlichen Tatbeteiligung für notwendig und seine Mithilfe bei der strafrechtlichen Aufklärung für eine moralische Schuld den Ermordeten, den Angehörigen der Opfer und den Überlebenden gegenüber.

        Sie mögen noch so sehr toben und hysterisch schreien: „Das gerichtliche Verfahren ist NICHT Gegenstand dieser Diskussion!!!“, Frau Hildegard Trautwein. Es stimmt nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Und Sie mögen noch so krampfhaft versuchen, den Fokus Ihres vermeintlichen Publikums auf seelentherapeutische Aspekte zu justieren, — es wird Ihnen nicht gelingen, auf diese Weise die Frage nach verbrecherischer Verantwortung in eine Frage nach angeblich naturgemäßen Heilungsoptionen zu verwandeln. Sie wollen mit aller Gewalt Ihre primitiven unterkomplexen Vorstellungen von der geistigen Befindlichkeit „der“ Zeugen und Ihre grobschlächtigen Vorstellungen von Psychomechanik an die Stelle von Vernunft und Erkenntnis setzen und begreifen nicht (denn dass Sie Ihre diabolische Vorgehensweise durchschauen, bezweifle ich), wie sehr Sie sich dabei in die Nachbarschaft der unheilvoll simplifizierenden und dehumanisierenden Klassifikationsschemata der Schlächter von 1944 begeben, die auch meinten, besser als ihre von ihnen entindividualisierten Opfer zu wissen, welche „Behandlung“ den Angehörigen einer bestimmten (religiös-kulturellen) Gruppe „angemessen“ ist.

        Haben Sie dennoch den Drang, lindernd oder beratend einzugreifen, müssen Sie sich an einzelne Menschen unter den jüdischen Nebenklägern wenden. Jeder Einzelne hat seine ganz eigene Geschichte, seine ganz eigene Sichtweise und seine ganz eigenen Persönlichkeit, deren feinste Verästelungen Sie kennenzulernen hätten, um im jeweiligen Einzelfall behutsam raten zu können. Es gibt keine verallgemeinerbare „Technik“ und kein generalisierbaren „Rezepte“ des Umgangs mit traumatischen „Lebenserfahrungen“, die jedem ohne Ansehen seiner singulären Besonderheit dienlich sein könnten. Und schon gar nicht kann man Menschen nötigen, über Ihre inferioren, öffentlich vor ihnen ausgebreitete Pauschalverfahren der „emotionalen Bewältigung“, oder besser „Erinnerungsverdrängung“ nachzudenken. Lärmende Rechthaberei in Online-Foren ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg, in einem Menschen Zuversicht und dankbares Vertrauen in wohlwollende Anteilnahme und echte Hilfsbereitschaft zu wecken.

        Ich würde mir wünschen, Sie, Frau Trautwein, würden sich zuletzt doch noch der elementarsten Gebote des Anstands und der von Hans-Herbert Jenckel erhofften Humanität erinnern und aufhören, sich coram publico mit Ihren erschreckend kümmerlichen Weisheiten in die Brust zu werfen, würden sich – wie auch immer und ohne Lüneburg davon in Kenntnis zu setzen – einem der Auschwitz-Überlebenden freundschaftlich und privat nähern und versuchen etwas Sinnvolles wenigstens für „die seelische Gesundheit“ eines Menschen beizutragen — sofern er es wünschen sollte.

        Mit freundlichen Grüßen

        Felix Röpke

    • @Teja Fischer

      wer drängt hier wen? Ztat: Darum ist Ihr ganzes selbstgerechtes und beschämend taktloses Ausbreiten und gebetsmühlenhaftes Repetieren vernebelnder Psychoplattitüden auch gänzlich überflüssig. was wird sich wohl nach diesem prozess ändern? er ist nicht der erste seiner art.
      ES GEHT – wie Herr Gerbers schrieb – “UM STRAFTATBESTÄNDE und deren Rechtsfolgen.”
      Nur darum ? zitat: Die Richter, die nicht nur über Gröning, sondern auch über ein weiteres Versagen zu Gericht sitzen, das ihrer Kaste, die sich dem Schweigepakt im Nachkriegs-Deutschland angeschlossen hatte und sich so selber schuldig machte, weil viele NS-Verfahren nicht zur Anklage kamen, weil sonst auch viele Rechtsprecher ihre eigene Geschichte hätten in Frage stellen und erkennen müssen, dass sie auch Rädchen in einem Monster-Getriebe waren. Das wurde lieber bemäntelt. Aktendeckel zu und verdrängen, Strafvereitelung im Amt.

    • @Teja Fischer

      DAS war lange überfällig. Vielen Dank!

      • Klaus Bruns alias @Teja Fischer

        gern geschehen, ich kann es nun mal nicht leiden, wenn menschen in ihrer überheblichkeit unfair werden. schon seltsam, wollen so intelligent sein und verhalten sich dann so, wie derjenige , dem sie es vorwerfen. kleingeister in unserer gesellschaft werden nun mal gern laut. wenn sie demjenigen, den sie kritisieren direkt gegenüber stehen würden, so ist jedenfalls meine erfahrung, wird sich kräftig ins hemd gemacht. am schlimmsten sind dabei parteisoldaten.

  9. Liebe Hildegard Trautwein alias Andre Hebsen,

    wenn es sich um mutmaßliche Straftaten aus Bevölkerungsgruppen mit islamischen Glaubensüberzeugungen handelt, plädieren Sie für Härte und rigorose Vergeltung, die sich möglichst auf alle Familienmitglieder und Verwandten ausdehnen sollte, wenn es sich aber um die mutmaßliche Straftat eines 93 jährigen Deutschen handelt, dem Beihilfe zum Massenmord vorgeworfen wird, plädieren Sie für Milde und Vergebung.

    Wie passt das bloß zusammen?

    • Hildegard Trautwein

      @Manfred: An Manfred oder Wilhelm, oder Thomas …………. Verfolgungswahn?

      Wo bitteschön habe ich Milde und Vergebung für den Angeklagten gefordert???

      Gefordert habe ich gar nichts. Das steht mir nicht zu. Ich habe lediglich Frau Kor als Beispiel für einen logisch denkenden und von Hass befreiten Menschen dargestellt, die ihren Hass nicht mit ins Grab nehmen wollte und habe dies als bewundernswert dargestellt.

      Davon abgesehen:
      Was haben die Menschen, die von weit her gekommen sind ,zu erwarten? Sie haben teilweise den Weg aus den USA hierher gemacht , um was zu erlangen? Gerechtigkeit , Befriedigung ihrer Rachegelüste oder einen Mann , der zum Tode verurteilt wird? Es wird eine grosse Enttäuschung geben für diese Menschen. Weiter nichts.

    • Tobias Günther

      Hildegard Trautwein,

      drei, von mir zugleich erste und letzte – weil vermutlich wieder vergebliche – Anmerkungen:

      1.) In Strafverfahren gilt grundsätzlich die prozessuale Offizialmaxime, d. h. es gelten der obligatorische Strafanspruch und das Strafververfolungsmonopol des Staates bzw. der staatlichen Behörden, in diesem Fall also das der Staatsanwaltschaft Hannover. Ohne die geringste Bedeutung ist dabei der Wille der Betroffenen. Auch gegen den erklärten Willen des Opfers einer Straftat, der Geschädigten oder ihrer Rechtsnachfolger sind die Strafverfolgungsbehörden verpflichtet zu ermitteln. Bei so einer öffentlichen Anklage schließen sich die Nebenkläger der Anklage der Staatsanwaltschaft nur an und bekommen bestimmte Rechte eingeräumt, wie etwa die ständige Anwesenheit in der Hauptverhandlung, das Recht Zeugen und den Angeklagten zu befragen und sie erhalten gegebenenfalls die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche bereits im Strafverfahren geltend zu machen.

      Also noch einmal zum Mitschreiben für Sie: In der Strafsache Gröning wegen Beihilfe zum Massenmord in 300.000 Fällen erheben die staatlichen Organe der Bundesrepublik Deutschland Anklage — NICHT Menschen, „die Gerechtigkeit bzw. die Befriedigung ihrer Rachegelüste erlangen“ oder „einen Mann“ sehen wollen, „der zum Tode verurteilt wird“.

      Es ist also GANZ GLEICHGÜLTIG, was „die von weit her gekommenen“ Auschwitz-Überlebenden erwarten. Der Prozess wäre auch geführt worden, wenn sie sich entschlossen hätten zuhause zu bleiben — oder wenn sie ihn gar ablehnten.

      2.) Woher wissen Sie eigentlich, Hildegard, dass die anderen 64 Nebenkläger „ihren Hass mit ins Grab nehmen wollen“ oder werden, auch wenn sie nicht wie Frau Kor ein „Beispiel für einen logisch denkenden und von Hass befreiten Menschen“ darstellen, der Herrn Gröning öffentlich umarmt und verziehen hat? Woher wissen Sie, dass diese Menschen überhaupt „von Hass und Rachegefühlen“ umgetrieben und „innerlich zerfressen“ werden? Könnte es nicht sein, dass „diese Menschen“ ganz andere, vielleicht eher den Aufklärungs- und Verständnisinteressen von Herrn Jenckel ähnliche Beweggründe haben und dass sie um des bloßen Begreifens willen, um der schlichten Wahrheit willen die Strapazen der Anreise und der Konfrontation mit einem Funktionär der Schlachtfabrik auf sich genommen haben, in der ihre Verwandten ermordet wurden? Und könnte es nicht sein, dass SIE, Hildegard, ein viel größeres psychisches bzw. intellektuelles Problem haben als „diese Menschen“, denen Sie generell, ohne auch nur einen von ihnen persönlich zu kennen oder jemals gesprochen zu haben, ein pathologisches Interesse „am ‚Wiederkäuen‘ von emotionalen Katastrophen und Traumata der Vergangenheit“ UNTERSTELLEN, das „nur zu Traurigkeit, Verdruss und dem Unverständniss [sic!] über fehlende Gerechtigkeit und dem Unverständniss [sic!] des Zulassens seitens Gottes bei gläubigen Menschen auf der Welt beiträgt“? Könnte es nicht sein, Hildegard, dass es IHR PROBLEM ist, dass SIE sich Auschwitz-Überlebende gar nicht anders als hassende Rachebegierige vorzustellen vermögen? Könnte es nicht sein, dass IHR „ledigich psychologisches Grundwissen“ daran krankt, dass SIE ein katastrophal beschränktes Menschenbild besitzen? Gewiss, SIE sind „der Meinung, das für die Beteiligten rein GAR NICHTS positives [sic!] oder greifbares [sic!] mit dieser Verhandlung erreicht wird. Es werden lediglich alte Wunden emotional wieder aufgerissen und Menschen an die Vergangenheit erinnert, indem man in Einzelheiten das Leid, die Grausamkeiten und das Elend gedanklich reprodiziert [sic!].“ Aber vielleicht sind alle IHRE Sorgen vor der Begegnung mit schlimmen Bildern der Vergangenheit nur Sorgen um SIE SELBST, Hildegard? Ist für Sie denn wirklich nicht denkbar, Hildegard, dass Menschen höhere Werte und andere moralische Maßstäbe besitzen könnten als solche, die nach IHRER Auffassung „zu besserer Gesundheit“ und zu „besserem emotionalen Wohlbefinden“ beitragen? Und könnte nicht eventuell auch Wahrheitssuche „seelisch entlasten“?

      3.) ICH, Hildegard, bin Ihrer Meinung in einem einzigen Punkt: Frau Kor, wie jedem anderen Betroffenen, steht es zu, privat mit dem Angeklagten ihren Frieden zu machen. „Wer besser als die Überlebenden von Auschwitz weiß, dass jeder einen eigenen Weg finden muss, mit dem Erlittenen umzugehen“, hatten auch die Rechtsanwälte Prof. Dr. Cornelius Nestler und Thomas Walther, die 49 der insgesamt 65 Nebenkläger in diesem Strafverfahren vertreten, in einer Presseerklärung – im Namen ihrer Mandanten – erklärt. Aber ICH bin auch der Meinung, dass Frau Kor NUR FÜR SICH ALLEIN handeln kann, denn verzeihen kann man nur, was man persönlich erlitten hat. Darum stimme ICH ebenfalls mit den Rechtsanwälten Prof. Dr. Cornelius Nestler und Thomas Walther überein, die – für ihre Mandanten – betonten: „Gegenstand des Strafverfahrens ist nicht, dass Herr Gröning der Frau Kor oder anderen Nebenklägern persönlich etwas angetan hat. Ob es Frau Kor zusteht, Herrn Gröning die Mitwirkung an der Ermordung IHRER ANGEHÖRIGEN zu verzeihen, mag jeder selbst beantworten. Aber Frau Kor sagt: ‚Diese Anklagen müssen aufhören‘. Dann hätte sie nicht Nebenklägerin werden sollen. […] Als Nebenklägerin IM NAMEN DER ERMORDETEN aufzutreten, öffentlich das Strafverfahren abzulehnen und die Rolle der Nebenklägerin zur medial inszenierten persönlichen Verzeihung zu nutzen, das passt nicht zusammen.“ (Quelle: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/230660-der-fall-groening-geste-stoesst-auf-unverstaendnis)

      Frau Kor, die man – in ihrer individuellen Entscheidung – bewundern kann, und auch SIE, Hildegard, können weder für die Toten, noch für die 64 anderen Nebenkläger sprechen. Wie wäre es, wenn Sie uns, die Leser dieser Kommentare, zu denen mit großer Wahrscheinlichkeit auch einige „dieser Menschen“ gehören werden, von denen SIE in Ihrer grenzenlos ungehörigen Impertinenz behaupten, sie „möchten ihr verbleibendes Leben mit Hass, Rachegefühlen, Verdruss und dem ständigen Nachdenken über die Vergangnheit verbringen“, mit Ihren anmaßenden und taktlosen psychodiätetischen Ratschlägen künftig verschonten? „Verlange nichts von irgendwem, / laß jedermann sein Wesen, / du bist von irgendwelcher Fehm / zum Richter nicht erlesen!“ (Morgenstern) Respektieren Sie die Stimmen der Holocaust-Überlebenden und der Angehörigen von KZ-Ermordeten, die in den Angelegenheiten ihrer eigenen Seelenpflege bestimmt nicht sehr viel dümmer sind als Sie, und die in aller Deutlichkeit gesagt haben: „WIR WOLLEN GERECHTIGKEIT UND WIR BEGRÜßEN DIE AUFKLÄRUNG, DIE DIESES STRAFVERFAHREN LEISTET.“

      Wie kommen Sie, der sich diesmal in wirklich schockierender Einfalt präsentierende „Selbstdenker“ Klaus Bruns und Ihre vier selbstproduzierten Alter egos hier dazu, Ihnen völlig fremde Menschen mit einer Lebens- und Bildungsgeschichte, von der Sie absolut rein gar nichts wissen, zu drängen, einen echten Dialog von Herz zu Herz zu führen, einen tränenreichen Ausgleich anzustreben und dieses Verhalten mit idiotischen Warnungen vor andernfalls drohenden gesundheitlichen Risiken auch schon mal ziemlich direkt zu verlangen, sich – bildlich gesprochen – neben einen Hackklotz zu stellen und dem Lamm unerbittlich einzureden, es müsse den Dialog suchen und sich mit der Seele dessen, der sein Beil vielleicht schon erhoben hatte, aussöhnen?

      Die Reppenstedter Quasselstrippe und Sie sollten sich schämen.

      • Tobias Günther
        ha, wer sich selbst erhöht wird……
        warum diskutieren wir hier eigentlich? sie scheinen ja alles zu wissen. ein zitat von mir:deren angehörigen ,,könnten,, vergeben. ich kann denjenigen verstehen, der es nicht kann. ich kann aber auch denjenigen verstehen, der es kann. übrigens ,ich dränge niemanden. jeder kann nach seiner facon selig werden. und was das schämen angeht, gern, aber bitte nach ihnen.
        nur für sie.Von Jiddu Krishnamurti stammt das Zitat: „Die
        höchste Form der Intelligenz ist es, zu beobachten,
        ohne zu urteilen.”
        Das beinhaltet auch die Intelligenz, uns
        zunächst einmal dabei zu beobachten, wie wir
        urteilen, ohne uns zu verurteilen…es wäre gut, wenn sie genauer lesen und noch besser wäre es, aufzuhören sich wichtig zu machen. sie haben auch nur eine meinung.

      • Hildegard Trautwein

        @ Tobias Günther:

        „Wer selbst ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“

        Eigentlich hat Herr Michel Friedmann (ehemaliger Vositzender d. Zentralrates der Juden in Deutschland ) völlig Recht: Er sagte: „Die Deutschen haben eine Schuld auf sich geladen, die niemand sühnen kann und die von Generation zu Generation weitergegeben wird und niemals erlischt!“

        • Henrik Gräber

          Frau Trautwein und Herr Bruns, sind Sie denn tatsächlich nicht in der Lage, auf gut begründete Erklärungen Ihrer gedanklichen Schwächen anders als mit Kalenderspruchschwulst und mit hochproblematischen Verallgemeinerungen zweifelhafter Gewährsleute zu antworten? „es wäre gut, wenn sie genauer lesen“, sagt Herr Bruns. Richtig! Das gilt aber auch für Sie beide. Warum widerlegen Sie nicht Punkt für Punkt dessen, was Sie für widerlegenswert und für widerlegbar halten? Ist es Ihnen wirklich nur darum zu tun, sich „hier zusammen weiter zu unterhalten und zuzusehen, wie die hiesigen selbstgerechten explodieren“? Wollen Sie einfach nur provozieren und haben an den Überlegungen anderer gar kein Interesse? Und wurzelt in diesem Desinteresse an dem, was Ihnen an den Vorstellungen anderer einfach nicht gefällt, was aber dennoch wenigstens in Teilen richtig sein könnte, die Inhumanität des Missachtens und Rechthabenwollens, die, wenn sie die nur die Gelegenheit dazu erhielte, auch in der Praxis missachten und ihr vermeintliches Recht exekutieren würde?

          • gedanklichen Schwächen?
            sind sie noch bei trost? bei ihrer tonlage frage ich mich, wie schwach sind sie, damit sie diese tonlage nötig haben? wenn man hier mal anfängt anstand und höflichkeit zu wort kommen zu lassen, bin ich gern bereit zu antworten. so habe ich einfach kein interesse.

          • @ Henrik Gräber

            Prima !

            In Ihrer Frage steckt schon die komplette Diagnose des „seit Jahren schon wie ein trockenes Blatt im Meinungswind umhergewehten Reppenstedter Dauerschwadroneurs“ und seiner trautweinenden Stichwortgeberin:

            „Wurzelt in Ihrem Desinteresse an dem, was Ihnen an den Vorstellungen anderer einfach nicht gefällt, was aber dennoch wenigstens in Teilen richtig sein könnte, nicht die Inhumanität des Missachtens und des Rechthabenwollens, die, wenn sie nur die Gelegenheit dazu erhielte, auch in der Praxis missachten und ihr vermeintliches Recht exekutieren würde?“

  10. was soll der unfug hier eigentlich, den anderen etwas zu unterstellen? dieses thema hat mehr rücksichtsnahme für einander verdient. hier werden meinungen ausgetauscht, sonst nichts. und wer glaubt, es geht bei diesem prozess nur um die rechtsprechung , sollte mal in sich gehen.

  11. Beobachten und Urteilen: das sind zwei sich
    gegenseitig ausschließende Perspektiven. Je
    nach dem, welche Perspektive wir einnehmen,
    stellen wir die Weichen unserer Kommunikation.
    Entweder in Richtung Lösung oder in Richtung
    Konfliktprogrammierung.
    Von Jiddu Krishnamurti stammt das Zitat: „Die
    höchste Form der Intelligenz ist es, zu beobachten,
    ohne zu urteilen.”
    Das beinhaltet auch die Intelligenz, uns
    zunächst einmal dabei zu beobachten, wie wir
    urteilen, ohne uns zu verurteilen…

  12. Marlies Michels-Honrichsen

    Die öffentlichen Verleumder.

    Ein Ungeziefer ruht
    In Staub und trocknem Schlamme
    Verborgen, wie die Flamme
    In leichter Asche thut.
    Ein Regen, Windeshauch
    Erweckt das schlimme Leben,
    Und aus dem Nichts erheben
    Sich Seuchen, Glut und Rauch.

    Aus dunkler Höhle fährt
    Ein Schächer, um zu schweifen;
    Nach Beuteln möcht‘ er greifen
    Und findet bessern Wert:
    Er findet einen Streit
    Um nichts, ein irres Wissen,
    Ein Banner, das zerrissen,
    Ein Volk in Blödigkeit.

    Er findet, wo er geht,
    Die Leere dürft’ger Zeiten,
    Da kann er schamlos schreiten,
    Nun wird er ein Prophet;
    Auf einen Kehricht stellt
    Er seine Schelmenfüße
    Und zischelt seine Grüße
    In die verblüffte Welt.

    Gehüllt in Niedertracht
    Gleichwie in einer Wolke,
    Ein Lügner vor dem Volke,
    Ragt bald er groß an Macht
    Mit seiner Helfer Zahl,
    Die hoch und niedrig stehend,
    Gelegenheit erspähend,
    Sich bieten seiner Wahl.

    Sie teilen aus sein Wort,
    Wie einst die Gottesboten
    Gethan mit den fünf Broten,
    Das klecket fort und fort!
    Erst log allein der Hund,
    Nun lügen ihrer tausend;
    Und wie ein Sturm erbrausend,
    So wuchert jetzt sein Pfund.

    Hoch schießt empor die Saat,
    Verwandelt sind die Lande,
    Die Menge lebt in Schande
    Und lacht der Schofelthat!
    Jetzt hat sich auch erwahrt,
    Was erstlich war erfunden:
    Die Guten sind verschwunden,
    Die Schlechten stehn geschart!

    Wenn einstmals diese Not
    Lang wie ein Eis gebrochen,
    Dann wird davon gesprochen,
    Wie von dem schwarzen Tod;
    Und einen Strohmann bau’n
    Die Kinder auf der Haide,
    Zu brennen Lust aus Leide
    Und Licht aus altem Grau’n.

    Diese – seltsam aktuellen – Verse des Dichters Gottfried Keller mit dem Titel „Die öffentlichen Verleumder“, sind 1848 geschrieben worden. In: Gesammelte Gedichte. Neunter Band der Gesammelten Werke. Stuttgart, Berlin 1911, S. 283 f.

    • Überzeugungen sind oft die gefährlichsten Feinde der Wahrheit. – Nietzsche

    • liebe frau honrichsen, latein ist für mich ein greuel. sie ist eine tote sprache, die nur dafür benutzt wird, sich hervorzuheben um besonders intelligent zu klingen. die sprache von 1848 versteht heute auch nicht jeder. ich bemühe mich immer, mich so auszudrücken, damit mich jeder versteht. sie sind intelligent, lassen sie doch alle daran teilhaben. gedichte dieser art versteht nicht jeder. und schon gar nicht beim ersten durchlesen.

  13. bevor hier weiter getrommelt wird, ich empfehle dieses zu lesen.
    http://derstandard.at/1373513776628/Nazi-Jaeger-Zuroff-Oesterreich-verpasst-letzte-Chance

  14. Sehr geehrte Damen und Herren Hans-Herbert Jenckel, Paulina von Essen, Sebastian Krüger, Jutta Lindner, Jens Peter Hinrichs, Robert, Karl Achimsen, Max Schöteburg, Teja Fischer, Felix Röpke, EinLeser, Manfred, Friederike Danckwardt und Tobias Günther, ich danke Ihnen für Ihren Mut, Ihre Beiträge und Ihre Einreden, mit denen Sie sich dem unbelehrbar besserwisserischen Dünkel und der rücksichtslos menschenverachtenden Phrasendrescherei à la Trautwein und Bruns entgegengestellt haben.

    Marlies Michels-Honrichsen

    • na sehen sie frau horichsen, es geht doch, sie können sich ja tatsächlich auch allgemeinverständlich machen. meinen können sie mich dabei aber nicht. netter versuch , mich in eine bestimmte ecke zu drängen. liegt es an ihrer parteizugehörigkeit, oder nur daran, dass man ihrem mainstream nicht folgt? meine orientierung mache ich hier nicht von menschen abhängig die nichts anderes können, als mit unterstellungen und platten dummen allgemein bekanntem wissen zu glänzen. da hier zum thema eigentlich alles schon geschrieben wurde, ich nur noch auf das urteil des gerichtes warte, um zu sehen, welche auswirkungen es hier haben wird, schon mal weiterhin viel spaß bei der meinungsmache. ich bin dann wieder da, ob es hier gefällt, oder nicht. man hat es hier nicht leicht, eine eigene meinung zu haben. deswegen macht es ja hier aus so viel spaß. mich erinnert das verhalten von einigen der hiesigen schreiberlingen an meine anonyme braune post. nur deren farbe ist anders.

    • Hildegard Trautwein

      @ Marlies Michels-Honrichsen:

      Zitat:…..unbelehrbar besserwisserischen Dünkel und der rücksichtslos menschenverachtenden Phrasendrescherei à la Trautwein und Bruns entgegengestellt haben.

      Hätten Sie die liebenswerte Freundlichkeit mir zu erklären in welchen Ausführungen ich “ menschenverachtende Äusserungen gemacht habe und Phrasendrescherei“ begehe?
      Das ist für mich leider nicht ersichtlich.

      Der Kommunismus, der Maoismus, der Nationalsozialismus, der Islam: alle diese Ideolgien fordern Unterordnung und bekämpfen andersgeartete oder andersdenkende Gruppen. Sind also menschenverachtend.
      Aber auch z.B. in der EU machen sich diese menschenverachtenden Tendenzen breit, und zwar, indem die individuellen bürgerlichen freiheiten und Rechte zugunsten des Kollektivs immer mehr eingeschränkt werden.

      Das habe ich weder befürwortet noch gefordert.

      • @ Hildegard Trautwein

        Können Sie eigentlich immer nur schimpfen und aufs Geratewohl behaupten, aber nicht verstehen und ruhig, sachlich und genau auf Einwürfe reagieren?

        Warum gehen Sie nicht endlich einmal auf die ARGUMENTE Ihrer Kontrahenten ein, anstatt sich immer nur beleidigt gegen deren sich daraus ergebende Vorwürfe zu wehren? Herr Günther und Herr Röpke haben sich die Zeit genommen, sehr gründlich auf Ihre Thesen einzugehen. Sie zitieren Sie ausführlich und führen den Lesern die Schwächen und Konsequenzen Ihrer Vorschläge vor Augen.

        Lesen Sie Tobias Günther (https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/231087-231087#comment-43237) und entkräften Sie seine BEGRÜNDUNGEN durch GEGENGRÜNDE statt durch Entrüstung.

        Und lesen Sie Felix Röpke (https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/231087-231087#comment-43322) der sehr präzise darlegt, „in welchen Ausführungen Sie tendenziell ‚menschenverachtende Äusserungen gemacht haben und Phrasendrescherei‘ begehen“.

        Zwei entscheidende Absätze von Röpke lauten zum Beispiel:

        »Sie mögen noch so sehr toben und hysterisch schreien: “Das gerichtliche Verfahren ist NICHT Gegenstand dieser Diskussion!!!”, Frau Hildegard Trautwein. Es stimmt nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Und Sie mögen noch so krampfhaft versuchen, den Fokus Ihres vermeintlichen Publikums auf seelentherapeutische Aspekte zu justieren, — es wird Ihnen nicht gelingen, auf diese Weise die Frage nach verbrecherischer Verantwortung in eine Frage nach angeblich naturgemäßen Heilungsoptionen zu verwandeln. Sie wollen mit aller Gewalt Ihre primitiven unterkomplexen Vorstellungen von der geistigen Befindlichkeit “der” Zeugen und Ihre grobschlächtigen Vorstellungen von Psychomechanik an die Stelle von Vernunft und Erkenntnis setzen und begreifen nicht (denn dass Sie Ihre diabolische Vorgehensweise durchschauen, bezweifle ich), wie sehr Sie sich dabei in die Nachbarschaft der unheilvoll simplifizierenden und dehumanisierenden Klassifikationsschemata der Schlächter von 1944 begeben, die auch meinten, besser als ihre von ihnen entindividualisierten Opfer zu wissen, welche “Behandlung” den Angehörigen einer bestimmten (religiös-kulturellen) Gruppe “angemessen” ist.

        Haben Sie dennoch den Drang, lindernd oder beratend einzugreifen, müssen Sie sich an einzelne Menschen unter den jüdischen Nebenklägern wenden. Jeder Einzelne hat seine ganz eigene Geschichte, seine ganz eigene Sichtweise und seine ganz eigene Persönlichkeit, deren feinste Verästelungen Sie kennenzulernen hätten, um im jeweiligen Einzelfall behutsam raten zu können. Es gibt keine verallgemeinerbare “Technik” und keine generalisierbaren “Rezepte” des Umgangs mit traumatischen “Lebenserfahrungen”, die jedem ohne Ansehen seiner singulären Besonderheit dienlich sein könnten. Und schon gar nicht kann man Menschen nötigen, über Ihre inferioren, öffentlich vor ihnen ausgebreiteten Pauschalverfahren der “emotionalen Bewältigung”, oder besser “Erinnerungsverdrängung” nachzudenken. Lärmende Rechthaberei in Online-Foren ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg, in einem Menschen Zuversicht und dankbares Vertrauen in wohlwollende Anteilnahme und echte Hilfsbereitschaft zu wecken.«

        Wie lauten Ihre Gegenargumente?

        MfG Jasmin Pötzel

        • Hildegard Trautwein

          @ Jasmin Pötzel:

          Gegenargumente sind Argumente , die belegen das die vorigen Argumente gegenstandslos sind. Da Ihre geistigen Ergüsse lediglich Ihre persönliche und vorgefertigte Meinung darstellen und dies aus Ihrem eingeschränkten Blickwinkel ,handelt es sich nicht um Argumente. Wenn Sie meine Ausführungen gelesen hätten, wäre Ihnen aufgefallen, das ich eine gerichtliche Klärung weder ablehne ,noch kritisiere.

          Ich habe lediglich, 1. die Sinnhaftigkeit einen 93 jährigen nach 70 Jahren vor Gericht zu stellen, als fragwürdig bezeichnet, da eine Haftstrafe wohl kaum bei festgestellter Schuld angetreten werden kann/muss. Wie ich bereits äusserte, wird es m. A. n. bei den Beteiligten/Angehörigen und Freunden und Verwandten der damals Ermordeten, zu einer Enttäuschung kommen. Die Urteile , die vielfach in Deutschland gefällt werden, sind mir bekannt und haben meistens nichts mit dem Begriff „Rechtsprechung“ gemein. Deshalb meine Ansicht über die vielgepriesene „Rechtsprechung in Deutschland!“ In anderen Ländern , die ich bereist habe und in denen ich beruflich tätig war, wären die hier gefällten Urteile nicht nur als Fehlurteile angesehen worden, sondern als Menschenverdummung in Perfektion.

          Ich verweise auf die seit 2 Jahren andauernden Verhandlungen gegen eine Beate Zschäpe, die beharrlich schweigt und dem Gericht die kompletten Nachweise ihrer Schuld oder Beteiligung überlässt. Die anfänglich Euphorie, das nun „Recht“ gesprochen werde, ist nach nunmehr 2 Jahren verflogen und die Frustration bei den Angehörigen, die darum mit Zähnen und Klauen kämpften um vor Gericht einen Sitzplatz zu erhalten, enorm gross. Die Mehrheit ist in ihre Heimat zurückgekehrt oder ist hier in Deutschland nach Wochen dem Gerichtssaal ferngeblieben, da sich die Verhandlung endlos hinauszieht.

          2. Habe ich die wohl wichtige Frage aufgeworfen, warum erst jetzt, nach 70 Jahren diese Verhandlung geführt wird und den Gedanken unbeantwortet gelassen, WER und WARUM die Verantwortlichen bis heute keinerlei Anstalten machten, Herrn Gröning zur Verantwortung zu ziehen. Ebenso fragte ich , ob bekannt wäre , welche Partei die angeblich „Entnazifizierten“ nach dem 2.WK aufgenommen hat. Was eine wichtige Frage wäre.

          3. Habe ich die von Psychologen begründeten Vorbehalte gegenüber den negativen Eigenschaften des Hasses und den gesundheitsschädlichen Rachegefühlen gegenüber Tätern angesprochen. Es ist erwiesen, das lange Hassgefühle, die auch wenn sie berechtigt sein mögen, gesundheitsschädlich sind. Ich habe Frau Eva Kor als Beispiel für Vergebung und das Ablegen von Hass erwähnt, weil sie m. E. n. verstanden hat, das dies für sie selbst gut und für ihre Gesundheit von Vorteil ist. So hat sie selbst es erwähnt und sogar im TV erklärt. Ich habe Frau Kor lediglich zitiert, Frau Pötzel.

          Und ich denke, Sie werden Frau Kor nicht als fragwürdige Person einstufen. Ich habe auch nie verlangt, das alle Angehörigen oder Überlebenden so handeln müssten! Sondern Frau Kor als positives Beispiel und als Person bezeichnet, die viele wichtige Dinge erkannt hat. U. a. das Hass nur zu mehr Hass und sogar krebserzeugenden Krankheiten führen kann.

          Abschliessend möchte ich betonen, das ich meine Aussagen und meine Meinung nicht zum Dogma erhebe oder sogar in Anspruch nehme , die einzig richtige und vertretbare Meinung zu haben. Ich lasse andere Meinungen und Ansichten zu. Sie aber offensichtlich nicht! Für Sie gibt es offensichtlich nur eine vertretbare und absolut richtige Sichtweise. Und das ist IHRE EIGENE.

          Wie egoistisch, einseitig und unreflektiert.

        • An Hildegard Trautwein

          Ihre Behauptungen und meine Fragen:

          1.) „Irgendwann ist es genug! Die Generationen, die heute lebt hat nichts damit zu tun.“ (30. April 2015 um 17:50)

          Wer, wenn nicht die Generationen, die heute noch leben, die letzten noch lebenden Beteiligten und Überlebenden, hat „damit zu tun“?

          2.) „Die anderen Überlebenden wollen diese Zeit nicht vergessen , sondern immer und immer wieder daran erinnern.“ (30. April 2015 um 17:50)
          „Die restlichen Beteiligten möchten ihr verbleibendes Leben mit Hass, Rachegefühlen, Verdruss und dem ständigen Nachdenken über die Vergangnheit verbringen.“ (3. Mai 2015 um 10:46)
          „Die Diskussion geht um die Möglichkeit des Ablegens des Hasses und der Rachegefühle um sich selbst als Beteiligter seelisch zu entlasten und ein für allemal die Rachegefühle und den Hass abzulegen und nicht mit ins Grab zu nehmen.“ (4. Mai 2015 um 23:07)
          „Die Menschen (..) haben teilweise den Weg aus den USA hierher gemacht , um was zu erlangen? Gerechtigkeit , Befriedigung ihrer Rachegelüste oder einen Mann , der zum Tode verurteilt wird?“ (4. Mai 2015 um 23:18)

          Woher wissen Sie, was „die anderen Überlebenden wollen“ oder nicht wollen? Was sie bewegt? Dass sie von „Gefühlen des Hasses und der Rache“ umgetrieben werden? Dass sie „einen Mann , der zum Tode verurteilt wird, erlangen“ wollen? Oder auch nur „Gerechtigkeit“? Haben Sie nur einen einzigen von „den anderen Überlebenden“ kennengelernt oder gesprochen? Kann es nicht sein, dass Sie sie falsch sehen? Dass es ganz andere und bei jedem unterschiedliche Gründe gibt, auf die Sie vielleicht gar nicht kommen? Ich zitiere Günther (6. Mai 2015 um 01:56): „Woher wissen Sie eigentlich, Hildegard, dass die anderen 64 Nebenkläger “ihren Hass mit ins Grab nehmen wollen” oder werden, weil sie nicht wie Frau Kor – für Sie – ein “Beispiel für einen logisch denkenden und von Hass befreiten Menschen” darstellen, der Herrn Gröning öffentlich umarmt und verziehen hat? Woher wissen Sie, dass diese Menschen überhaupt “von Hass und Rachegefühlen” umgetrieben und “innerlich zerfressen” werden? Könnte es nicht sein, dass “diese Menschen” ganz andere, vielleicht eher den Aufklärungs- und Verständnisinteressen von Herrn Jenckel ähnliche Beweggründe haben und dass sie um des bloßen Begreifens willen, um der schlichten Wahrheit willen die Strapazen der Anreise und der Konfrontation mit einem Funktionär der Schlachtfabrik auf sich genommen haben, in der ihre Verwandten ermordet wurden?“

          3.) „Erinnern (…) ist gesundheitlich schlecht und führt zu nichts.“ (30. April 2015 um 17:50)
          „Ein “Wiederkäuen” von emotionalen Katastrophen und Traumata der Vergangenheit [führt] nur zu Traurigkeit, Verdruss und dem Unverständniss über fehlende Gerechtigkeit“. (3. Mai 2015 um 21:25)

          Das ist eine unhaltbare, allen ernstzunehmenden historischen Wissenschaften die Existenzberechtigung absprechende Behauptung.

          4.) „der logische Zusammenhang vom destruktiven und gesundheitsschädlichen langem Zorn und Rachegefühlen“. (1. Mai 2015 um 16:53)
          „man spricht von einem innerlichen Zerfressungsprozess, der solchen Menschen widerfährt und sie seelisch angreift.“ (1. Mai 2015 um 23:12)
          „Es ist erwiesen, das lange Hassgefühle, die auch wenn sie berechtigt sein mögen, gesundheitsschädlich sind.“ (8. Mai 2015 um 22:28)
          „Hass [kann] nur zu mehr Hass und sogar krebserzeugenden Krankheiten führen“. (8. Mai 2015 um 22:28)

          Keineswegs ist das „erwiesen“, auch wenn es in fünftklassiger Ratgeberliteratur behauptet wird. Zwischen Zorn bzw. Rachegefühlen und Gesundheit gibt es keinen „logischen (denknotwendigen) Zusammenhang“, höchstens eine empirische Korelation, eine zeitliche Nachbarschaft von kategorial ganz unterschiedlichen Bereichen zugehörigen Phänomenen, die einen Zusammenhang anzunehmen allenfalls nahelegt. „Zorn“ ist ein Affekt, „Rache“ ein gedankliches Konzept, „Gesundheit“ ein natürlicher Gleichgewichtszustand. Über die Wechselwirkungen von Körper und Geist gibt es seit Jahrhunderten die unterschiedlichsten Meinungen. Der eine sagt, unkontrollierte Leidenschaften schaffen Leiden, der andere sagt, man müsse Gefühle „zulassen“, sie „abreagieren“ und „ausleben“, alles andere sei ungesund, der Dritte sagt, man müsse sie „verstehen“, der Vierte sagt, „ignorieren“ sei das beste, der Fünfte sagt, es gebe überhaupt keine Verbindung, etc., etc. Woher nehmen Sie die Sicherheit zu wissen, wie „es ist“, welche der vielen hundert Vorschläge der richtige ist?

          5.) „Es sind wohl noch 0,05% dieser Täter am Leben. Diesen Aufmerksamkeit zu schenken ist destruktiv.“ (30. April 2015 um 17:50)

          Unter uns lebenden Massenmördern oder an Massenmord beteiligten Personen „Aufmerksamkeit zu schenken ist destruktiv“ ? Ist das nicht die Propagierung der Selbstabschaffung des Rechtsstates? Wie wollen Sie mit den Mördern von heute oder morgen umgehen, die sich übermorgen auf genau diese Aussage von Ihnen berufen können?

          6.) „Fakt ist, das der Angeklagte nicht an den Gewaltverbrechen beteiligt war, deshalb lautet die Anklage auf Beihilfe.“ (1. Mai 2015 um 23:12)
          Dass „hier “Beihilfe” geleistet wurde (…) ist für mich nicht klar, denn der Beschuldigte muss m. E. n. an den Taten indirekt beteiligt gewesen sein ( z. B. die Gaskammern mit gebaut haben, oder das Gas zugeführt haben, oder die Opfer dort hineingetrieben haben). Offensichtlich hat er dies nicht getan.“ (3. Mai 2015 um 21:25)

          Die Anklage lautet „Beihilfe zum Massenmord in 300.000 Fällen“. Woher wissen Sie, dass es „Fakt ist“, dass „der Angeklagte nicht an den Gewaltverbrechen beteiligt war“? Woher wissen Sie, dass der Angeklagte nicht „die Opfer dort hineingetrieben“ oder „das Gas zugeführt“ hat?

          7.) „Die Vergebung hat nichts mit dem mutmasslichen Täter zu tun, sondern ist eine eigenliebige Tat, die man für sich selbst beschliesst und damit negative Gefühle der Hilflosigkeit und des Hineindrängens in die Opferrolle ein für allemal begräbt.“ (1. Mai 2015 um 23:12)

          Woher wissen Sie (siehe Punkt 2), dass es „negative Gefühle“ gibt ? Woher wissen Sie (siehe Punkt 4), dass „Vergebung“ diese heilsame Wirkung tatsächlich hat?

          8.) „Ich bin der Meinung, das für die Beteiligten rein GAR NICHTS positives oder greifbares mit dieser Verhandlung erreicht wird.“ (3. Mai 2015 um 21:25)
          „Das gerichtliche Verfahren (…) wird eh zu NICHTS führen.“ (4. Mai 2015 um 23:07)
          „Es wird eine grosse Enttäuschung geben für diese Menschen. Weiter nichts.“ (4. Mai 2015 um 23:18)
          „Wie ich bereits äusserte, wird es m. A. n. bei den Beteiligten/Angehörigen und Freunden und Verwandten der damals Ermordeten, zu einer Enttäuschung kommen“. (8. Mai 2015 um 22:28)

          Der Meinung sind Sie, aber wie kommen Sie zu der Meinung? Haben Sie auch nur mit einem „der Beteiligten“ über seine oder ihre Meinung gesprochen? Oder ist Ihnen die Meinung „der Beteiligten“ egal? Ist die versuchte juristische Aufklärung des Vorwurfs der Tatbeteiligung nicht bereits viel mehr als nichts? Wenn Sie eine Enttäuschung prophezeien, müssen Sie wissen, worin die Täuschung besteht. Woher wissen Sie (siehe auch Punkt 2), was die Nebenkläger erwarten? Haben Sie mit einem oder mehreren gesprochen?

          9.) „Ich habe Frau Eva Kor als Beispiel für Vergebung und das Ablegen von Hass erwähnt, weil sie m. E. n. verstanden hat, das dies für sie selbst gut und für ihre Gesundheit von Vorteil ist. So hat sie selbst es erwähnt und sogar im TV erklärt.“ (8. Mai 2015 um 22:28)

          Frau Kor hat den für sie richtigen Weg gewählt. Doch weder Frau Kor noch Sie können wissen, dass dies ein Weg ist, der auch für andere Menschen „richtig“ ist.

          10.) „Abschliessend möchte ich betonen, das ich meine Aussagen und meine Meinung nicht zum Dogma erhebe oder sogar in Anspruch nehme, die einzig richtige und vertretbare Meinung zu haben. Ich lasse andere Meinungen und Ansichten zu.“

          Das ehrt Sie, obgleich die Hartnäckigkeit, mit der Sie Ihre Ansichten hier auch diesmal wieder – ich zitiere Frau Honrichsen (7. Mai 2015 um 19:42) – „nicht etwa verteidigen [soll heißen plausibel machen oder begründen], sondern bloß immerzu wiederholen“, bin ich nicht sicher, ob nicht auch für Sie gilt, was Sie mir vorhalten: “ Für Sie gibt es offensichtlich nur eine vertretbare und absolut richtige Sichtweise. Und das ist IHRE EIGENE.“

          Da ich es leider nicht so gut kann wie Frau Honrichsen, möchte ich Sie bitten, deren gesamten Text zugleich auch als mein gültiges Schlusswort an Sie zu betrachten.

          MfG Jasmin Pötzel

      • Marlies Michels-Honrichsen

        „Hätten Sie die liebenswerte Freundlichkeit mir zu erklären in welchen Ausführungen ich menschenverachtende Äusserungen gemacht habe und Phrasendrescherei” begehe?“

        Nur ein Beispiel von vielen, Frau Trautwein: In Ihrem Kommentar vom 3. Mai 2015 um 10:46 (http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/231087-231087#comment-43104) auf den ein „Robert“ schon ganz gut geantwortet hat (http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/231087-231087#comment-43328), kommt Ihr zentrales Vorurteil überdeutlich zum Ausdruck: Für Sie ist das einzige denkbare Motiv aller „restlichen“ 64 Nebenkläger ein Konzentrat aus Rache und Hass. Dieser vollkommen unwahrscheinliche und ebenso unbeweisbare, für Sie aber felsenfest stehende Leitgedanke ist es, der Ihre sämtlichen Beiträge durchherrscht und allein verständlich macht, warum Sie sich berechtigt glauben, wider alle nachdenklichen Einreden auf Ihren unhaltbaren Ausführungen über den Zusammenhang von „Vergeben“ und „Seelenfrieden“ zu bestehen.

        Dass Sie vor Scham im Erdboden versinken müssten, wenn Sie mit solchen billigen Tante-Barbara-Ratschlägen aus den minderwertigen Journalen der populistischen Paartherapie vor einem Menschen erschienen, der sich als Überlebender einer Mordfabrik siebzig Jahre lang mit einem Thema beschäftigt hat, das Sie sich in wenigen Sekunden mit zwei Mausklicks erschlossen haben, und über dessen Beweggründe Sie ebenso wenig wissen können wie über seine geistige und emotionale Verfassung, darauf scheinen Sie nicht zu kommen.

        Dass Sie nicht wenigstens einmal erwägen – und sei es auch nur versuchsweise -, Ihre Grundannahme über die „Gefühle“ anderer könne in diesem oder jenem Einzelfall – oder vielleicht sogar in jedem – unzutreffend sein, dass Sie diese Grundannahme blind und für jeden Einwand unzugänglich nicht etwa verteidigen, sondern bloß immerzu wiederholen, darin besteht Ihre menschenverachtende – weil das einzigartige Individuum durch Ihre grobschlächtige Kollektivphantasie auslöschende – Taktlosigkeit.

        Allerdings gebe ich Ihnen zu, dass Sie nichts dafür können, dass der wirre Reppenstedter Dauerschwadroneur, der von aufgelesenen „Weisheiten“ und den gerade gängigsten Tagesparolen seit Jahren schon wie ein trockenes Blatt im Meinungswind umhergeweht wird, sich an Ihre Fersen klammert und Ihnen einfach mal beipflichtet, außerstande, sich über das Warum Rechenschaft geben zu können, solange er nur stänkern – oder „Spiegel“ fabrizieren – kann und sich in einer „Eigenständigkeit“ sonnen, die doch stets nur das nach seinen aus umhertreibendem Affektschlamm emporgluckernden Augenblicksbedürfnissen gezogene Destillat des Tagesgeschwafels darstellt.

        • An Marlies Michels-Honrichsen

          na na, frau honrichsen, sie sollten aufhören anderen, die eine andere meinung als sie haben, ein büßerhemd anziehen zu wollen. selbstverständlich kann ich begründen warum trautwein in einigen punkten recht mit ihren äußerungen hat. aber warum soll ich es tun, nur um sie weiter zu befriedigen , damit sie dann das nächste haar in der suppe attackieren können? wie überheblich muss man sein, um sowas zu erwarten? wo sind wir hier denn? in ihrer partei können sie ihr gewohntes trommeln ja gern fortführen, vielleicht sogar so gründlich, dass es zur einer schweigeminute für ihre opfer kommt, bei mir wird es nicht klappen. zitieren sie mich doch mal und dann werde ich ihnen darauf eine antwort geben. vorher können sie gern ihr stöckchen in diese arena werfen, aber bitte glauben sie doch nicht, dass jeder darauf reinfällt und ihnen den gefallen tut , ihn aufzunehmen. übrigens, wer sich verteidigt, klagt sich an. ihre weisheiten sind olle kamellen, oder haben sie etwa den stein des weisen gefunden? einbildung ist auch eine bildung und wer hier persönlich wird ,zeigt mir nur, dass er von dieser bildung zuviel abbekommen hat.

        • der wirre Reppenstedter Dauerschwadroneur, ha ha ha. man muss schon ganz schön hoch über den wolken schweben, wenn man mit seinem angeblich wissen so haussieren geht, wie sie es tun. wissen sie noch, denken sie mal an den ozean. ihr temperament scheint ihnen öfters einen streich zu spielen. da hier aber ratschläge verpönt sind, mir tut trautwald in dieser hinsicht wirklich leid, wie konnte man nur, werde ich es natürlich auch lassen. ich bin übrigens nie außerstande meine meinung zu begründen, sonst hätte ich ja gar keine. ich bin nur nicht bereit, bei dieser hier vorherrschenden tonlage über jedes stöckchen zu springen.

          • Jiddu Krishnamurti

            Dem wirren Reppenstedter Dauerschwadroneur: „Die höchste Form der Intelligenz ist es, zu beobachten, ohne zu urteilen.”

            Wann hält er sich endlich, endlich, endlich selbst an diesen Grundsatz, beobachtet — und schweigt ?

        • Top !! Mit der Charakterisierung des „Dauerschwadroneurs“ habe Sie ins Schwarze getroffen, auch wenn der eine solche Aufmerksamkeit von Ihrer Seite nicht ansatzweise (womit auch ??) verdient hat.

  15. Trautwein, ich lasse den vornamen bei diesem künstlernamen mal weg, wie ist es, wollen wir uns hier zusammen weiter unterhalten und zusehen, wie die hiesigen selbstgerechten explodieren? ich persönlich finde es gut , hier mal ein paar spiegel zu zeigen. was die anonymität doch alles erreichen kann.

  16. ich bin immer wieder erstaunt, wie hier gelesen wird. statt es bis zum ende zu tun, bricht man mittendrin ab , um dann argumente zu fordern. dabei sind sie schon längst da. sehen, lesen und verstehen muss man sie nur. bin ich hier der einzige, der alles durchliest?

    • ….und trotzdem so wenig begreift !!??…

      • Vollhorst
        Bruno Jonas schreibt eine bös-pointierte Typologie des modernen deutschen Politikers. Er muss nicht bayerischer Ministerpräsident sein, nicht einmal den Namen Horst tragen: Er kann auch Gerhard oder Sigmar oder sogar Angela heißen. Hauptsache, er behauptet heute etwas, was er gestern verteufelt hat und morgen wieder vergessen haben wird. Der Vollhorst ist immer auf der Seite des Wählers, weil er hauptsächlich ankommen will. Er hat keine Überzeugungen, dafür aber umso mehr Meinungen: für jeden Wähler eine. Es war längst überfällig, dass ein Kabarettist vom Rang Jonas‘ sich diesen Typus satirisch vornimmt und die entscheidend wichtigen Fragen beantwortet:

        • Kevin Schnell

          Wovon um Himmels willen reden Sie hier, Klaus? Ich erkenne, dass Sie Worte der deutschen Sprache benutzt und Sie zu Sätzen zusammengestellt haben, aber Ihre Perioden ergeben keinen Sinn.

          Bruno, Horst, Gerhard, Sigmar, Jonas, Angela?

          Typologie des modernen deutschen Politikers?

          Entscheidend wichtige Fragen?

          Was soll das Gestammel? Das alles liest sich wie Kisuaheli. Was wollten Sie sagen?

          • wenn sie öfters hier lesen, hätten sie den dazugehörigen artikel bei der lz-online lesen können. dann hätten sie auch meine anspielung verstanden. so ist es müßig. googeln sie mal bruno jonas. haben sie auch das problem , politiker ernst zu nehmen, so wie ich? was das wenige begreifen angeht, es liegt wohl an den vereinsbrillenträgern, die genau dafür sorgen. und die nennt bruno jonas vollhorst. ich fand meine antwort passend.

  17. Paulina von Essen

    Hildegard, Heidi und Klaus,

    eine gut investierte Stunde konzentrierten Zuhörens (nicht nur für Sie):

    https://www.youtube.com/watch?v=jF_UvHhbZIA