Aktuell
Home | Blog.JJ | Noch weniger Zuschüsse: Lüneburgs Ratspolitiker sollten mehr Rosarot ordern

Noch weniger Zuschüsse: Lüneburgs Ratspolitiker sollten mehr Rosarot ordern

blogjj
(Den Blog.jj füttert Hans-Herbert Jenckel, Geschäftsführender Redakteur und Online-Chef der LZ, Kürzel jj.)

Lüneburg, 20. Mai
Welche wesentlichen Parameter bestimmen heute eigentlich den Gestaltungsspielraum der Lüneburger Kommunalpolitiker? Zwei: Zwang und Schönfärberei.

Und den Kommunalpolitikern sei für die Zukunft empfohlen, Sonderposten der Farbtöne Rosarot und Himmelblau im Baumarkt abzuräumen. Sonst sieht es triste aus, weil die essenziellen Zuschüsse der EU für lokale Projekte spärlicher fließen. Das hat die NBank, die das Geld verteilt, gerade für Lüneburg vorhergesagt.

Aber was ist mit Zwang gemeint? Zwei Beispiele:
Erinnern Sie sich an nur einen Kommunalpolitiker, der gefordert hat: Kommt, wir erhöhen die Kita-Quote bei uns auf 35 Prozent? Nein, das wurde par or­d­re du Mutti vorgegeben. Die Gemeinden stöhnen und schreien nach Geld. Das zu recht.

Und wer hört einen Kommunalpolitiker rufen: Komm‘, wir bauen Flüchtlingunterkünfte? Nein, sie müssen, die Quoten werden zugewiesen.

Wo die Kommunalpolitiker nicht müssen, malen sie sich die Welt gerne rosarot, damit es nach Gestalten aussieht.
Sie geben sich als Baupolitiker, dabei haben sie das Bauen längst komplett privaten Investoren anvertraut, die angesichts phantastischer Renditen eine beispiellose Gen­t­ri­fi­zie­rung  ganzer Viertel Lüneburgs vorantreiben. Zuzug um jeden Preis. Verkehrsprobleme, Kita- und Schul-Engpässe? Wird alles in Kauf genommen.

Auf dem Papier schwören die Kommunalpolitiker auf Vorfahrt für Bus, Bahn und Rad. Aber nur da. An der Dahlenburger Landstraße wurde aus verkehrstechnischen Gründen der Radweg stadtauswärts auf die Straße verlegt – auf 200 oder 300 Metern. Dann verläuft er wieder auf einer Art Kombiweg, dann auf einem Pfad. Konzept? Nein, dahinter steckt kein Plan, dahinter steckt einfach kein Geld für eine echte Lösung. Aber besser, Sie schauen sich das einmal im Zeitraffer an.

 

In der Verkehrspolitik sind zwar nach der StVO alle Verkehrsteilnehmer gleich, aber nur auf dem Papier. In der Realität richtet sich alles nach dem Auto. Der Autofahrer ist seit hundert Jahren primus inter pares auf dem Pflaster

Fahren Sie einmal mit mir die Dahlenburger Landstraße stadteinwärts. Und dann frage ich Sie: Was passierte, wenn die Stadt so etwas einem Autofahrer zumuten würde? Kleiner Tipp zur Orientierung: Das in der Mitte soll der Radweg sein.

 

Was Sie gesehen haben, ist Rudis Radpflaster-Resterampe, für Kanal- oder Kabel-Arbeiten dutzendfach aufgestemmt. Nur, wo es gerade mal wieder Fördermittel für eine Bushaltestelle gibt, finden Sie zehn Meter schönstes rotes Radweg-Pflaster. Aber nur da.

Allein, die Dahlenburger Landstraße ist keine Nebenstraße, sondern eine Verkehrsschlagader.

Jetzt kommt der Jenckel wieder mit der Dahlenburger, hat der nichts Neues?

Solange die Ratsparteien das Dreiklang-Mantra „Bildung, Sicherheit und Vorfahrt“ für Bus, Bahn und Rad in ihre Wahlprogramme als Dauerschleife brennen, komme ich mit den maroden Radwegen.

Dass es im Ansatz besser geht, sieht man an der Willy-Brandt-Straße, da wurde kurz hinter der Einfahrt Feldstraße ein Boulevard verlegt, man könnte meinen, die Lüneburger machten der Radfahrer-Nation Holland Konkurrenz. Nur dass der Boulevard leider im Nirvana endet, aber schauen Sie selbst.

 

Aber auch das allein als Konzept zu verkaufen. Hut ab!

Hans-Herbert Jenckel

30 Kommentare

  1. jetzt habe ich bewegung bei den wölfen hinbekommen, ob ich bei den fans vom goldenen lenkrad es hinbekomme, bezweifle ich. viele reden vom radfahren, fahren aber lieber auto. dieses ist bei der leuphana so, wie in der politik. arbeit wird gern gescheut und man überlässt es gern anderen. strampeln ist nun mal nicht jedermanns sache.

    • Sehr geehrter Herr Bruns

      Was wäre Herr Jenckel ohne den professionellen Unterhalter und Kommentatorenbetreuer Klaus Bruns? Werden Sie zum Fünfundsechzigsten aus den Händen von Christian von Stern und Christoph Steiner den diamantenbesetzten LZ-Pokal für den wichtigsten Animateur Lüneburger Lesekultur entgegen nehmen?

      Ich habe gelesen, dass Online-Animateure der Landeszeitung in der Regel im Alter von 17 bis etwa 35 Jahren ihre Befähigung für diese anspruchsvolle Aufgabe entdecken und ihr Leben von da an vollständig in den Dienst ihrer selbstauferlegten Pflichten stellen, Seniorenanimateure auch in höherem Alter. Vorausgesetzt werden, heißt es, Unabhängigkeit, Flexibilität, Offenheit, Kontakt- und Kommunikationsfreudigkeit, Organisationstalent, die Fähigkeit, in einem Team zu arbeiten, eine gewisse Gelassenheit in Stress- und Konfliktsituationen und die Beherrschung von einer oder mehrerer Fremdsprachen. Je nach Themenschwerpunkt und Betätigungsrubrik sind weitere Kenntnisse, Fähigkeiten oder Erfahrungen notwendig oder von Vorteil, wie Erfahrungen im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Senioren, pädagogisches Geschick, Autorität, Geduld, körperliche Fitness, Beherrschung von Sport- und Spielregeln, Kreativität, Erfahrungen im Bühnen- oder Showbereich, usw. Erwartet werden ferner gute Manieren, freundliches Auftreten und ein gepflegtes Äußeres.

      So sehe ich Sie vor mir.

      Das alles bringe ich aber ebenfalls mit. Sollten Sie auch ausbilden, schicke ich Ihnen gerne meinen Lebenslauf und meine Zeugnisse und würde mich über einen Vorstellungstermin freuen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Christian Schäffer

  2. Lena Bergmann

    Radfahren wird in der Stadt der Zukunft eine wichtige Rolle im Mix der Verkehrsmittel spielen. Darin sind sich Politiker, viele Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler sowie Stadt- und Verkehrsplaner einig. Über den Ausbau der Infrastruktur und dem Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr allerdings gehen die Meinungen auseinander. Gerade in autoaffinen Nationen wie Deutschland braucht es nicht nur einen Kulturwandel auf der Straße, sondern vor allem auch einen Wandel in den Köpfen der Menschen.

    „Wir befinden uns an einer Verkehrswende“, sagt etwa Steffen de Rudder von der Bauhaus Universität in Weimar. Die Epoche der autogerechten Stadt neige sich nach fast einem halben Jahrhundert dem Ende zu. De Rudders These provoziert natürlich Gegenwehr, gerade in einem Land wie der Bundesrepublik, deren Geschichte und wirtschaftlicher Erfolg eng mit der Entwicklung der Autoindustrie verwoben ist. 775.000 Menschen haben im vergangenen Jahr in der Automobilbranche ihren Lebensunterhalt verdient, über Jahrzehnte war das Auto für viele Menschen das Fahrzeug der Wahl für die meisten Wege. Das prägt eine Gesellschaft.

    Doch die Bedingungen ändern sich. Immer mehr Städte weltweit kommen zu dem Schluss: Mit weniger Autos wären wir besser dran. Die Schadstoffbelastung ist zu hoch in den Stadtzentren. Zu viele Menschen sind dort mit dem Pkw unterwegs, verstopfen die Straßen, parken in zweiter Reihe oder auf Fuß- und Radwegen. Die Städte reagieren erst, wenn der Druck so groß ist, dass sie keine andere Wahl mehr haben. Paris hat deshalb 2007 einen großen Fahrradverleih initiiert. Die Bürgermeisterin der Metropole erklärte im Dezember vergangenen Jahres, dass die Autos weitestgehend aus dem Zentrum verbannt werden sollen.

    • @ Lena Bergmann

      Streitgespräche, die das möglichst autofreie Zentrum zum Thema machen, klingen nach Klassenkampf: Wer Fahrradstadt sagt, hat mitunter das Gefühl, dass das Wort auf ein rotes Tuch gestickt ist. Alarm! Wieder eine eigensinnige Idee von ein paar Fahrrad-Verrückten, oder? Aber ist sie wirklich so verrückt?

      Geboren hat die Idee von der ökologischen Fahrradstadt tatsächlich die Truppe der aktiven Radler. Doch dahinter stecken Gedanken, die alle angehen: Die Städte werden immer voller, die Autos stauen sich, der Platz geht aus. Es wird lauter und die Luft ist schlecht. Man kann warten, bis die Europäische Union, die nächsten Fahrzeuge aus der Innenstadt verbannt. Oder man kann sich eine Lösung suchen. Das Fahrrad ist eine davon. Lüneburg ist nicht die einzige Stadt, die das versucht: München hat ähnliche Pläne, Kopenhagen und Amsterdam sind viel weiter und London will eine Milliarde Pfund (1,3 Milliarden Euro) für die Radler ausgeben. Warum? Weil sich mit dem Fahrrad viele Probleme lösen lassen und das auch noch ziemlich billig.

      Wer mehr Menschen für das Fahrrad begeistern will, muss Geld ausgeben. Aber das kostet weit weniger als neue große Straßen (oder U-Bahntunnel). Natürlich wird man neue Radstrecken bauen müssen. Alte brauchen eine Auffrischungskur, denn auf den 80-Zentimeter-Wegelchen aus den Hochzeiten des Automobil-Rausches wird es ganz schön eng, wenn eines Tages ein Viertel der Wege in Lüneburg auf dem Rad zurückgelegt werden. Immer wenn Busse und Bahnen bestreikt wurden, war zu erahnen, wie das sein könnte. Fahrradschlangen vor den Ampeln – was für ein Bild! Doch Rad-Strecken alleine sind viel zu wenig.

      Wer wirklich eine Stadt für Radler attraktiv machen will, muss viel früher ansetzen. In den Wohnhäusern etwa. Wollen Sie Ihr E-Bike vor der Haustür in den Regen stellen oder in den Keller tragen? Nur wenn das Rad schnell zur Hand ist, setzte ich mich drauf. Sonst nehme ich das Auto. Die Stadt – man mag sie für manchen lausigen Radweg schimpfen – könnte hier Ernst machen und in Zukunft Stellplätze fürs Rad ebenso fordern wie fürs Auto. Am besten mit Dach. Wer seine Stadt fahrradfreundlich machen will, muss auch die Wege im Winter freihalten. Erlangen, eine Stadt der Radler, hat einen eigenen Plan, der genau die Routen anzeigt, die bevorzugt geräumt werden. Spinnerei? Nein. Es wäre eine Spinnerei, von der Fahrradstadt zu reden und nichts zu tun. Auf Lüneburg wartet noch viel Arbeit. Die schallende Ohrfeige als trödelnde Schwellenkommune im Fahrrad-Klimatest des ADFC sollte ein Ansporn sein, aber gewiss kein Grund zum Ausruhen. Man muss wirbeln, arbeiten – und ganz viel reden.

      Eine Fahrradstadt (und erst recht eine bundesweit beachtete Öko-Vorzeige-Fahrradstadt) beginnt in den Köpfen der Menschen. Man muss über sie sprechen und streiten. Die Menschen müssen erfahren: Hey, wir möchten Dich gerne als Radler sehen, nehmen Dich ernst und tun etwas für Dich! Denn immerhin hältst Du unsere Luft sauber, tust etwas für Deine Gesundheit und entlastest unsere Straßen. Man muss aber auch mit den Autofahrern sprechen, denn eine Fahrradstadt funktioniert nicht, indem man einen Teil der Bevölkerung vor den Kopf stößt. Es wird Straßen geben, die schmaler werden, weil Radfahrer mehr Platz bekommen. Der zentrumnahe Parkraum wird wegschmelzen und manche Altstadtgasse wird mit Pollern gesperrt. Aber niemand will das Autofahren ganz verbieten. Wenn mehr Lüneburger aufs Rad steigen, wird es vielleicht sogar angenehmer, denn die Umsteiger stehen dann nicht mit dem Auto vor der Ampel oder belegen rare Parkplätze, die Einkäufer aus dem Umland viel dringender brauchen.

      Das ist ein Argument gegen die Sorge der Händler, die um Umsätze fürchten. Das andere: Zahlreiche Studien haben ergeben, dass Radfahrer zwar nicht so viel einkaufen – transportieren Sie mal einen Kühlschrank auf dem Rad -, aber sie kommen dafür öfter und sind treue Kunden der Innenstadt und der Stadtteilzentren. Sie fahren langsamer an Schaufenstern vorbei und können jeden Moment anhalten, um einzukaufen. Und sie fahren in der Regel eben nicht mit dem Rad zu den Einkaufszentren auf die grüne Wiese. Als Radler genießt man die (Innen-)Stadt, wenn man dort auch willkommen ist. Klingt gar nicht so übel, oder?

      Na ja, wird mancher sagen. Ist ja alles lieb und recht. Aber ich habe keine Lust, dass Radler auf dem Fußweg fahren oder ohne Licht unterwegs sind. Stimmt. Das ist genauso blöd wie Pkws, die auf dem Fahrradstreifen stehen oder Autos, die mit 70 durch die Tempo-30-Zone brettern. Doch mit dem routinierten „Du bist blöd!“ – „Du aber auch!“ kommt Lüneburg nicht voran. Die Idee der Fahrradstadt kann nur gelingen, wenn die alten Fronten eingeebnet werden. Dafür muss sie als Chance erkannt und als solche breit und kotinuierlich ins Gespräch gebracht werden und alle müssen einen Schritt aufeinander zugehen. Das Fahrrad muss als Verkehrsmittel ernst genommen werden und anständig Raum erhalten. Im Gegenzug müssen die Radfahrer die Verkehrsregeln ernst nehmen. Sonst bleibt die Fahrradstadt auf ewig ein rotes Tuch und ein klassenkämpferischer Zankapfel.

      Mit nachdenklichen Grüßen, Maximilian Schöteburg

      • Anschaffungstipp für den kleinen Fahrradstadt-Coach zur Entwicklung seiner klientenzentrierten Gesprächstherapie im verkehrsplanungskomatösen Stadtparlament:

        „Die nicht-direktive Beratung basiert auf der Voraussetzung, daß der Patient das Recht hat, seine Lebensziele selbst zu wählen, selbst wenn diese im Gegensatz zu den Zielen stehen, die der Berater für ihn ausgewählt hätte. Außerdem glauben wir, daß das Individuum wahrscheinlich eine kluge Wahl treffen wird, wenn es zu einer gewissen Einsicht in sich selbst und in seine Probleme gelangt ist.“ (Rogers 1992: 119).

        Rogers, Carl Ransom (1992): Die nicht-direktive Beratung. Counseling and Psychotherapy. Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag.

        derselbe (1991): Partnerschule. Zusammenleben will gelernt sein – das offene Gespräch mit Stadträten, PS-Freaks und Velopedalisten. Fischer-Verlag.

    • Die Autos aus dem Lüneburger Zentrum sind auch schon lange verbannt.

      • Geske Stöterogge

        Herr Bruns, Stadtmitte ist für mich alles innerhalb des Kreises Linden-, Schießgraben, Reichenbach-, Salzbrücker- und Sülztorstraße. Salzmuseum, Theater, Johanniskirche, Ratsbücherei, Nicolai- und Michaeliskirche gehören doch wohl auch Ihrer Meinung nach zum Zentrum?

        Am 18. Mai 2015 um 13:19 hat das Management Ihres Wahlkampfteams unter Ihrem Namen eine Nachricht abgesetzt, die ganz Lüneburg aufhorchen ließ. Sie haben Ihre Rückkehr in die große Politik angekündigt. (http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/233812-gruener-loeb-kommunalpolitik-wird-vielmehr-von-beziehungen-und-mehrheiten-bestimmt-zum-teil-fern-jeder-rationalitaet#comment-45314)

        Wenn Sie tatsächlich, wie zu hören ist, Ihre Kanzlerschaft ab 2021 über das Ratsherrensprungbrett vorbereiten, um „ohne vorurteile und mit dem versuch , menschen, die sich einreden verfeindet zu sein, nur weil sie in unterschiedlichen parteien sind, zusammen zuführen“, dann sollten Sie eigentlich wissen, was eine autofeie, fahrradfreundliche und ökologische Vorzeige-Innenstadt ist.

        Vielleicht werden Sie, wenn es soweit ist und Sie über die Richtlinienkompetenz eines Regierungschefs verfügen, einmal, sagen wir zwischen dem 19. bis 21. Juni, in dem historischen Kostüm Lutke von Dassels ausländische Staatsgäste „bei einem Rundgang durch unsere Salz- und Hansemetropole auf eine spannende Reise durch verwinkelte Gassen und zu den schönsten Plätzen und Gebäuden der Stadt mitnehmen und ihren Besuchern 700 Jahre voll interessanter Geschichte bei Ihrer Führung“ erläutern. Möchten Sie ihnen dann „auf dem Marktplatz angesichts der Phalanx von riesigen röhrenden schneeweißen Neuwagen an der Waagestraße am Rathaus“ vorschwindeln müssen, dass sie alle sich nicht auf eine Automeile verirrt haben, sondern nur an einem bizarren Beispiel vor Augen gestellt bekommen, wie es selbst an Stadtfesttagen nicht sein sollte?

        • herr bruns bin ich und nicht klaus allein. ich bin auf dem meere geboren und habe hinter der michaeliskirche als kind fußball gespielt. wurde in dieser kirche getauft, anscheinend gegen meinen willen.
          sie sollten sich hier nicht in der adresse verirren. ich bin rationalist und realist. parteien halten nichts von einer demokratie. sie schaffen es nicht mal, sie in den eigenen reihen einzuhalten. ich bin gern bereit , mit unterstützung der bürger politik zu machen. als ehemaliger soli weiß ich, warum. wir hatte den bürgern angeboten, mehr mitspracherecht zu bekommen und mehr eigeninitiative möglich zu machen. was war das ende vom lied? einer hatte es gerade geschafft. warum? er war als ehemaliges spd-vorstandsmitglied bekannt.

          • …Blöd nur, wenn die Bürger Sie genau kennen und auf eine Zusammenarbeit mit Ihnen keinen Wert legen, so interpretiere ich jedenfalls den Ausgang der Kommunalwahl in Reppenstedt , als Sie und Ihre Gruppe kläglich gescheitert sind. Sie wissen den Grund ,warum es einer Ihrer Gruppenkollegen geschafft hat, warum aber sind Sie und die anderen dermaßen gescheitert ? Eigen- und Fremdwahrnehmung klaffen bei Ihnen beispiellos auseinander…

          • Johannes Brüske

            Lieber Klaus, freie Wahlen gehören nun mal, wird jedenfalls von vielen behauptet, zu einer demokratischen Gesellschaft, und jeder soll mitmachen können. Aber nicht nur Sie sind, sondern schon Ihr Freund Platon war nicht überzeugt von dieser Idee. Könnten komplizierte Wahlmaschinen helfen?

            Beim allwöchentlich mit der immergleichen Unkenntnis vehement ausgetragenen Schlagabtausch in den Wolf-Foren von LZ-Online wird exemplarisch deutlich: In elektronischen Netzen bleibt nicht viel Verstand hängen; die Maschen sind dafür zu grob. Zu den klebrigsten Dummheiten, in die man sich online verstricken kann, gehört die auch von einigen Leuphanesen neuerdings an den Stadtrat herangetragene Vorstellung, man käme mit Hilfe von massenhaft eingegebenen oder abgefragten Spontan- und Reflexmeinungen dem Ideal der direkten Demokratie näher, das die bekanntermaßen korruptionsanfälligen repräsentativen Parlamentsmodelle ablösen soll, an die in bürgerlich-liberalen modernen Verfassungsstaaten glauben soll, wer Gemeinsinn hat. Dass dem direkten Abfotografieren des Massenwillens nicht nur wirtschaftliche und politische, sondern auch prinzipiell logische Grenzen gesetzt sind, wissen Fachleute aber seit Raimundus Lullus, der sich bereits im dreizehnten Jahrhundert Gedanken über Wahlmatrizen machte, bei denen etwa Gleichstände ausgezählter Stimmenmengen und anderweitig unentschiedene Ergebnisse für Verdruss sorgen können.

            Seit damals führt die Kette derer, die sich die Köpfe der Menschheit stellvertretend zerbrachen, um verbesserte Abstimmungssysteme zu ersinnen, über die Aufklärer Rousseau und Condorcet bis zum Sozialmathematiker Kenneth J. Arrow, der den strengen Beweis dafür erbracht hat, dass es aus prinzipiellen Gründen unmöglich ist, eine in beliebigen Kollektiven vorherrschende Rangordnung mindestens dreier individuell wählbarer Alternativen mittels allgemeiner Auslese ohne Fehler zu ermitteln. Außer solchen formalen Einwänden gibt es gegen das Ideal der direkten Demokratie aber auch noch einen aus der Lebenserfahrung gewinnbaren: Wieso soll man einen Haufen Idioten überhaupt abstimmen lassen? Es kommt ja doch nur Idiotisches dabei heraus.

            Immerhin haben jetzt ein paar Koryphäen der University of Birmingham, der HP Laboratories in Bristol und der Cornell University ein System erfunden, das die absichtliche Beseitigung eines technischen Hindernisses für netzbasierte Demokratie mit der unabsichtlichen Bekämpfung eher menschenhirnbezogener Sorgen verbindet: Ihr System „Du-Vote“ kann nicht gehackt und also nicht von demokratiefeindlicher Seite manipuliert werden – das ist der absichtliche Vorteil, den die „Du-Vote“-Schöpfer hervorheben, während sie sich für den Nachteil entschuldigen, dass leider das System relativ schwer zu bedienen sei.(http://readwrite.com/2015/05/22/du-vote-secure-online-voting) Nachteil? Wieso Nachteil? Eine Wahlvorrichtung, die Deppen von vornherein ausschlösse – wäre das nicht der größte Fortschritt seit Platos Erkenntnis, das unvermeidliche Ergebnis unkontrollierter Demokratie sei früher oder später automatisch eine Diktatur?

          • Narzissmus klebt eben ein Leben lang. Narzissten halten sich für besser als andere, für schlauer und schöner als andere. Sie glauben, dass sie dafür Anerkennung verdienen und dass die normalen Regeln des Zusammenlebens für andere gelten, aber nicht für sie. Deswegen machen narzisstische Menschen oft den Eindruck, als hätten sie sehr großes Selbstvertrauen. Aber Narzissten sind sich selbst nicht genug, es reicht ihnen nicht, zu wissen – oder zu glauben -, dass sie toll sind. Sie brauchen unbedingt die Bestätigung von anderen, deren Bewunderung. Das ist das Gegenteil von Selbstvertrauen. Narzissmus ist aber keine Krankheit, er ist eine Eigenschaft, ein Charakterzug.

            Wissen Sie denn nicht, Klimke, dass Narzissmus einen Preis hat? Narzissten sind anfälliger für Depressionen und Suchterkrankungen. Wenn man ihnen das Lob und die Bewunderung, die sie brauchen, vorenthält, dann reagieren Narzissten oft aggressiv und manchmal drohen Sie sogar damit, in die Politik zu gehen. Narzissten wirken im ersten Moment häufig sympathisch und charmant, aber mit der Zeit, das haben Untersuchungen ergeben, werden sie in Gruppen immer unbeliebter und am Ende ausgeschlossen. Narzissten führen kein glückliches Leben, ihre Geltungssucht ist ein Gefängnis, aus dem sie nicht ausbrechen können. Narzissmus ist nicht heilbar, wie Pech klebt er an einem und geht ein Leben lang nicht ab. Ich weiß das genau, denn ich bin selbst einer.

  3. Entfernung vom Wolfsrudel

    „Vision: Deutschland im Jahr 2030

    Die Welt der Jungen sind die autofreien Städte. Sie werden beherrscht von der Single-Szene, einer Elite zwischen achtzehn und fünfundvierzig, die exzessiv arbeitet und exzessiv konsumiert. Teure Designer-Fahrräder, Banken, High-Tech-Firmen, extravagante Boutiquen, Freizeitanlagen, die von der Sauna bis zum Kino alles umfassen, und Luxusappartements bestimmen das Bild.
    Eine alte ländliche und eine jugendliche urbane und sportliche Lebenswelt stehen sich gegenüber. (…).
    In den ländlichen Regionen, wo die Alten wohnen, gibt es keine gefilterte Luft. Die Senioren leben abgeschnitten, denn Autos gibt es für sie nicht mehr. Die Nahrungsmittel stammen aus der heimischen Produktion. Sie sind hochgradig vergiftet. Das teure Auslandsgemüse und -obst ist unerschwinglich für die Senioren. (…). Bei den über Sechzigjährigen werden keine Operationen mehr vorgenommen. Für Prothesen und Medikamente steht jedem Senior jährlich eine feste Summe zur Verfügung. Von den bescheidenen Renten kann kaum jemand privat eine Operation, ein Medikament oder ein Hörgerät bezahlen.“ (Reimer Gronemeyers Buch „Die Entfernung vom Wolfsrudel“ S.115)

  4. Die Fördermittelkulisse hat auch immer seine Nachteile. Zwar ist es richtig, dass Lüneburg so Projekte finanziert bekommen hat, die sie andernfalls sich wohl nie hätte geleistet (bspw. Fahrradweg Dahlenburger, Hamburger Straße oder auch große Projekte wie das Neue Museum aus EFRE-Mitteln), aber ist das immer klug? Meinem empfinden nach haben wir uns abhängig gemacht von diesen Fördermitteln. Gleichzeitig führt das auch immer zu zusätzlichem Aufwand. Man muss die Töpfe ausfindig machen, Maßnahmen auf vorhandene Fördermittelgeber anpassen, evaluieren, etc. Mit dieser Akquise und Abarbeitung sind mehrere Personen beschäftigt, ob Sie nun bei der Stadt arbeiten, beim Bund, der EU oder der Leuphana ™. Bezahlen tut das natürlich auch der Steuerzahler, aber mittels komplizierter Schlüssel die gerne auch mal auf Regionen maßgeschneidert werden. Im Falle Lüneburgs nannte man das „Phasing Out“ und ging so: Man schneiderte die fiktiven Regionen in Niedersachsen so, dass wirtschaftsstarke Kreise und Regionen außen vor blieben, schwache Landkreise wie das Wendland und Uelzen wurden hineingeschneidert. Et voila: Wir lagen unter 75% des Durchschnitts des Bruttoinlandsprodukt der EU und erhielten Fördermittel. Damit dies wahr wurde, wurde nun eine etwas ältere Version der EU als Bezugsgröße herangezogen – die EU der 15 Staaten, vor Ost- und Süderweiterung. Naturgemäß hat die Region ganz unterschiedlich stark an der Fördermittelkulisse partizipiert. Das Wendland etwa oder der Landkreis Harburg haben sich wohl niemals so intensiv die Infrastruktur zur Einwerbung und Verwendung dieser Fördermittel geschaffen. Einheitsgemeinden scheitern oft schon an den Dokumentationsanforderungen. Das ist grob ungerecht und das sage ich auch für eine Stadt die im Verwenden dieser Mittel erfolgreich war.

    Teilweise zweifle ich aber auch den Nutzen der so geförderten Projekte an, ob nun ein großes Veranstaltungszentrum mit angebundenem überdimensioniertem Hörsaal auf einem Uni-Gelände oder ein Museum ohne besondere historische Verwurzelung. Ohne Fördermittel wären diejenigen städtischen Gelder, die als Co-Finanzierung in geförderte Projekte fließen wohl woanders gelandet – beim Salzmuseum etwa, das Lüneburg von anderen Kulturkulissen unterscheidet. Aber es war wohl in etwa so wie in Supermärkten, vor allem solchen im englischsprachigen Raum. Dort nennt es sich „Buy One – get one free“. Man kann eine Flasche Bier kaufen. Das schmeckt zwar nicht so gut wie das eigene Lieblingsbier und ist auch etwas teurer pro Flasche – dafür bekomme ich eine Zweite gratis dazu. In diesem Sinne: Prost.

    • Friederike Danckwardt

      „Die Fördermittelkulisse“ — die Formulierung gefällt mir. Darin kommt sehr schön der theatralische Charakter des Wettlaufs zwischen Nachfrageblödis und Angebotsschlaumeiern zum Ausdruck, bei dem jedesmal, wenn de Haas ünnen oder baben ankööm, de Swinegel oder sien Fro rööpen: „Ick bün all hier.“ Wie Sie, Herr Pauly, ganz richtig sagen: Nicht das, was man propagiert, möchte oder braucht, sondern das, was gerade „gefördert“ wird oder vorrätig ist, bestimmt die „Maßnahmen“. (Hieß das im „Real Existierenden Sozialismus“ nicht „Planungsmodell neuen Typs“?) Neben Zuschüssen und Darlehen spielen dabei auch Garantien und Bürgschaften oder staatliche Beteiligungen eine große Rolle und nehmen Einfluss auf betriebswirtschaftliche und politische Entscheidungen von Gemeindeverwaltungen, deren gewählte Repräsentanten sich für „Konzernlenker“ halten. Doch diese „CEOs“ bekommen gar nicht mit, wie Heerscharen von stachligen Advisors, Evaluatoren und Konzeptionalisten mit überforderten EU-Politikern am „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und am „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) basteln, sich ihnen, den kommunalen Hasen-Kapitänen, dann im Antragsdickicht als Berater zur Verfügung stellen, damit sie an die Subventionen gelangen, bei deren Verwendung die ausgebufften Igel und ihre Freunde zum dritten Mal saftige „fees“ einstreichen, wenn sie die „Türen zu den Investorenpartnern öffnen“, um genau deren Interessen herum sich das komplette, mit Steuergeld betriebene Wertschöpfungskarussell eigentlich dreht. In Niedersachsen (Geschäftsstellen in Hannover, Braunschweig, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück) ist die NBank für „die Beratung UND Bewilligung“ (!) der Förderprogramme aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln zuständig! Und inzwischen soll es ja, hört man munkeln, ganze Hochschulen geben, die ihr „Geschäftsmodell“ nicht etwa an Bildungs- und Ausbildungsnotwendigkeiten, sondern an den Erfordernissen des zirkulären „Ergebnistransfers“ solcher „Mittel“ ausgerichtet haben. Warum auch nicht, denkt sich gewiss so mancher Vize-Igel. „De Stähkröwen wöören aver de nöchsten bi sienem Huuse, un he pleggte mit siener Familie davon to eten, darüm sahg he se as de sienigen an.“ Teilweise zweifeln dann Sie und der eine oder andere Lüneburger „den Nutzen der so geförderten Projekte an“, wenn es sich beispielsweise „um ein großes Veranstaltungszentrum mit angebundenem überdimensioniertem Hörsaal auf einem Uni-Gelände“ handelt oder um ein düsteres Museumsmausoleum „ohne besondere historische Verwurzelung“, doch dann kommt eben Herrn Jenckels Zwickmühle ins Spiel: Man hat zwanghaft agiert, nun ist man gezwungen, schönfärberisch fortzufahren. Also stellt man sich hin wie der Grimm´sche Märchenerzähler: Disse Geschicht is lögenhaft to vertellen, Jungens, aver wahr is se doch, denn mien Grootvader, van den ick se hew, plegg jümmer, wenn he se mie vortüerde, dabi to seggen „wahr mutt se doch sien, mien Söhn, anners kunn man se jo nich vertellen.“

  5. Harold Dörfler

    Lieber Hans-Herbert Jenckel,

    es ist zweifellos eine schöne Vorstellung, ganz Lüneburg entlang von Straßen, die Teil des Hauptradroutennetzes sind, von „Boulevards“ wie an der Willy-Brandt-Straße kurz hinter der Einfahrt Feldstraße durchzogen zu wissen. Mit Kfz in beiden Richtungen (Durchschnittlicher werktäglicher Verkehr (DwtV) bis max. 5.000 Kfz wie an der Willy Brandt) ist, glaube ich, eine Radwegbreite von 6,50m notwendig. Es gefällt mir vor allem sehr gut, dass der Radstreifen durchgehend rot und an beiden Seiten mit Streifen klar markiert ist. Auch große Piktogramme sind auf solchen Fahrradstraßen ein Muss. In Bardowick wird die Farbe Rot, wenn überhaupt, dann nur im Bereich von Kreuzungen eingesetzt, aber nie für die komplette Strecke. Außerdem setzt man dort dafür in der Regel rote Farbe ein. Unser Willy-Radstraßenfragmentchen ist (so wie ich es aus Holland kenne) aus rotem Asphalt. Das hält sich auf Dauer besser und ist vor allem an der Oberfläche griffiger. Eine klasse Sache!

    Beim Ausfräsen auf 2 cm Tiefe und anschließendem Einbau von Farbmischgut gibt es wegen der bündigen Oberfläche keine Entwässerungs- und Vereisungsprobleme. Farbiges Asphaltmischgut lässt sich durch den Zusatz von Farbpigmenten herstellen, die lichtecht, temperatur- und witterungsbeständig sein müssen. Die besten Wirkungen lassen sich erzielen, wenn das schwarze Bitumen durch transparentes Bindemittel auf Kunststoffbasis ersetzt wird. Die Farbwirkung des Mischgutes und der daraus hergestellten Deckschichten lässt sich durch die Verwendung entsprechend farbiger Mineralstoffe steigern. Ein derartiges Farbmischgut ist im Vergleich zum herkömmlichen Mischgut zwar wesentlich teurer, hat aber gegenüber einer auf die Oberfläche aufgebrachte Farbbeschichtung auf Kunstharzbasis den Vorteil, dass bei ungünstigem Quergefälle die Beschichtung die Oberflächenentwässerung nicht behindern kann (Aussparung sog. Wasserablaufnuten ist nur Notbehelf!). Farbbeschichtungen bestehen aus kalthärtenden Zweikomponentenkunststoffen mit kurzer Reaktionszeit und das elastische Verhalten der ausgehärteten Beschichtung ist dem thermoplastischen Verhalten des Asphaltes zwar ähnlich, es bleiben jedoch gewisse Unterschiede, die bei großflächiger Anwendung zu Spannungen und Rißbildung führen können. Ein einfacher Farbanstrich führt dagegen meist zu Problemen mit der Griffigkeit und hat schon wegen der Sonneneinstrahlung immer ein schnelles Nachlassen der Farbintensität zur Folge.

    Die Befestigung von Radwegen sollte immer eine ebene und auch bei Nässe griffige Oberfläche garantieren. Und die Ausbildung der Deckschicht soll bereits die Funktion als Radverkehrsanlage erkennbar machen und sie im Material, in der Verlegeart und/oder in der Farbgebung von anderen Verkehrsflächen abgrenzen. Als günstig hat sich dabei ein einheitliches Erscheinungsbild der Radverkehrsanlagen innerhalb einer Region (Stadt, Gemeinde, Kreis) erwiesen, auch die stadtgestalterische Integration sollte berücksichtigt werden. Oftmals hat sich dabei die oben beschriebene Asphaltbefestigung bewährt.
    „Hinsichtlich der zu erreichenden Fahrqualität sind maschinell eingebaute Decken aus Asphalt anderen Decken vorzuziehen. Bautechnisch erlaubt die hohe Flexibilität bezüglich der Einbaudicken eine gute Anpassung von Asphaltdecken an den Bestand“. Zitat aus den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen.

    Dass Lüneburg mit Asphalt „richtig liegt”, steht außer Zweifel. Sollten man aber eine sogenannte Sparbauweise erwägen, so könnte die Baukostenersparnis durch höhere Unterhaltungs-, Erneuerungs- und ggf. Betriebskosten schnell wieder aufgezehrt, ja sogar übertroffen werden. Man muß also sehr sorgfältig prüfen, „wie teuer das Sparen langfristig kommt”, abgesehen von dem mit Sparbauweisen oft verbundenen geringeren Fahrkomfort und Akzeptanzverlust bei den Radfahrern. Sparen läßt sich u.U. durch den Einsatz von Recyclingmaterial oder industriellen Nebenprodukten bei der Herstellung ungebundener Tragschichten, die aber alle im Vergleich mit Asphalt große Nachteile haben.

    Es gibt in Lüneburg viele weitere Straßen, die alle Teil des Hauptradroutennetzes sind (Uelzener, Soltauer, Bleckeder, Dahlenburger, Bockelmann, Adenauer, Heuss und die komplette L216 in nördlicher und westlicher Richtung). Aufgrund der baulichen Situation sind sie sowohl ohne oder nur mit geringfügigen Umbaumaßnahmen hinsichtlich des Querschnitts als auch aufgrund der Verkehrsmengen im Radverkehr und im Kfz-Verkehr grundsätzlich geeignet für eine zeitnahe und wirtschaftlich vertretbare Umsetzung einer Fahrradstraße. Zu prüfen sind natürlich die Fragen, inwieweit bei diesen acht Straßen die Vorfahrt für den Radverkehr durchgehend hergestellt werden kann und inwieweit sich der vorhandene Fahrbahnbelag für das Aufbringen des gegen benachbarte Verkehrsflächen abgrenzenden Farbmischguts und der Markierungen eignet. Weiterhin ist in einigen Straßen eine Neuordnung des ruhenden Verkehrs erforderlich, um die Mindestbreiten einzuhalten.

    Wie gesagt: Mindestbreite bei annähernd gleich hohem Rad- und Kfz-Aufkommen • mit Kfz in beiden Richtungen (DwtV Kfz bis max. 5.000) 6,50m • mit Kfz in beiden Richtungen (DwtV Kfz bis max. 2.500) 5,50 m • mit Kfz in beiden Richtungen (DwtV Kfz bis max. 1.500) 4,50 m • mit Kfz in einer Richtung (DwtV Kfz bis max. 5.000) 6,00 m • mit Kfz in einer Richtung (DwtV Kfz bis max. 2.500) 5,50 m • mit Kfz in einer Richtung (DwtV Kfz bis max. 1.500) 4,50 m. Die genannten Fahrbahnbreiten müssen ohne Einschränkungen zur Verfügung stehen. Engstellen sind zu vermeiden. Im Einzelfall (Zwangspunkt) soll eine Durchfahrtbreite von 4,00 m nicht unterschritten werden. Oberhalb einer Verkehrsbelastung von 5.000 Kfz/Tag sollen keine Fahrradstraßen eingerichtet werden. Ist festzustellen, dass die Verkehrssicherheit der Radfahrer und die Leichtigkeit des Radverkehrs durch den Kfz-Verkehr, vor allem in Verbindung mit Überholvorgängen, behindert werden, sind geeignete Maßnahmen zu prüfen, um die Verkehrssicherheit und die Leichtigkeit des Radverkehrs zu gewährleisten.

    NUR, sich vorstellen und sich wünschen kann man vieles! Sie sagen selbst, in Lüneburg gebe es nur die Wahl zwischen Pest und Cholera: zwischen bitterem Schuldenzwang und verquatschter Schönfärberei in Sonntagsreden und in unverbindlichen Absichtserklärungen auf teuer recyceltem Konzeptpapier.

    Was, anstatt unsere rot-grün-schwarze Mangelverwaltung aus Ihrem Forum heraus nun schon zum vierten Mal bloß zu piesacken, haben Sie an (auch ökonomisch) überzeugenden Gründen anzubieten, dass ein dreistelliger Millionenbetrag locker gemacht wird, um wenigstens eine rudimentäre Zukunft als „ökologische“ Fahrradstadt à la Winschoten in Holland durch rot asphaltierte „Boulevards“ entlang der genannten Straßen Wirklichkeit werden zu lassen?

    • Wie immer ausführlich.
      Aber die aufgezählten Fakten gehen auch an der eigentlichen Frage und Aufgabe vorbei.
      Es geht nicht um einen bestimmten Belag. Winschoten ist nur ein Beispiel dafür, dass sich Politiker einer kleinen Stadt irgendwann einmal für einen anderen Weg entschieden haben und das Primat der Pkw abgeschafft haben.

      Lüneburg dagegen bewarb sich mehrfach beim Wettbewerb „fahrradfreundliche Stadt“, obwohl die Stadt nicht nur einen Radweg wie an der Dahlenburger Landstraße anbieten kann. Da mache ich doch besser erst meine Hausaufgaben.
      Dieser eine Radweg ist nur ein Beispiel, ein Symbol für eine Haltung. Der ist ja nicht erst seit gestern ein Flickenteppich, der ist ja nicht erst seit fünf Jahren so kaputt. Der Zustand hat Tradition. Obwohl man da viel herumlaboriert und hier und da mal rotes Edel-Pflaster verlegt hat, fällt einem nicht auf, dass das grober Unsinn ist und ganz eigentlich der Zustand des großen Restes erst recht in ein schlechtes Licht gerückt wird.
      Es geht um einen Systemwandel im Kopf. Die Räder haben Lüneburg erobert, auch die Wahlprogramme, aber noch nicht das Rathaus.

  6. Zitat:“In der Verkehrspolitik sind zwar nach der StVO alle Verkehrsteilnehmer gleich, aber nur auf dem Papier. In der Realität richtet sich alles nach dem Auto. Der Autofahrer ist seit hundert Jahren primus inter pares auf dem Pflaster

    Fahren Sie einmal mit mir die Dahlenburger Landstraße stadteinwärts. Und dann frage ich Sie: Was passierte, wenn die Stadt so etwas einem Autofahrer zumuten würde?“

    „Zumuten!?“ Genau das wird ,wenn man einen grossen Teil der Strassen in Deutschland ansieht, auch dem Autofahrer gegenüber getan. Ein Strassennetz, das 1950 für den Verkehr entwickelt wurde und mit Ausflicken und Verchlimmbessern vor dem kapitalen Exodus bewahrt wurde.

    Die Frage ist eine andere: Warum sollte ein Verkehrsteilnehmer , der ein Auto besitzt und privat , wie geschäftlich und berufsbedingt nutzt und täglich seinen Arbeitsplatz weit ausserhalb der Stadt in der er wohnt anfahren muss und der Ökosteuer, Mw. Steuer, Mineraloelsteuer, KFZ Steuer, Bevorratungszuschlag, Versicherungssteuer d. Kfz Vers. , Mw. Steuer für Ersatzteile und Dienstleistungen am Auto zahlt, obwohl sein Geld bereits mit der Lohnsteuer versteuert ist und so dem Staat Hunderte v. Milliarden und den Gemeinden ebenso Steuermillionen bringt, als Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse behandelt werden?

    Ich habe leider keine Zeit um um 9.00 Uhr gemütlich meine Kinder mit dem Fahrrad zur Kita zu fahren um dann im Reformhaus einzukaufen und den Tag mit Meditieren und Handarbeit zu verbringen. Ich stehe um 4.00 Uhr auf und habe Stress bis abends. Und das bringt dem Staat letztlich enorme Mengen an Geld ein, da ich nicht der einzige bin, der das tut. Geld das man auch einsetzen kann, um die Strassen auszubauen und auch um breite Radwege zu bauen. Passieren tut desbezüglich wie immer von politischer Seite wenig Brauchbares, da auch die Politik untereinander unterschiedliche Interessen vertritt und m. A. n. vielfach auch zerstritten ist. Und Geld in der Börse der Politikerund Interessengemeinschaften für alles Mögliche ist eben angenehmer, als es zu investieren und das lange veraltete Strassennetz auf den neuesten Stand zu bringen.

    • Ihr Eindruck ist richtig. Die Globalisierung der Wirtschaft und die damit einhergehende zunehmende Arbeitsteilung, die Sie selbst erleben, führen zu wachsenden Anforderungen an logistische Dienstleistungen und qualitativ hochwertige, zeitlich zuverlässige Transporte. Gemeinsam mit den Mobilitätsbedürfnissen einer sich wandelnden Gesellschaft im Personenverkehr führt dies zu hohen Erwartungen bei Qualität und Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig muss sich der Verkehrssektor neuen Herausforderungen stellen: Umwelt- und Klimaschutz sowie die Sicherung der Energieversorgung sind zu den großen globalen Aufgaben unserer Generation geworden. Und schließlich führt die notwendige Haushaltskonsolidierung und die dazu im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse zu einer Begrenzung der Höhe des Gesamtetats, in dem Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur in Konkurrenz zu anderen wichtigen Ausgaben des Staates stehen.

      Die prognostizierten Entwicklungen des Verkehrs und der Zustand des zum Teil in die Jahre gekommenen vorhandenen Bundesverkehrswegenetzes, den Sie zu Recht monieren, untermauern die Notwendigkeit von Investitionen in Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bei allen Verkehrsträgern. Der vom Deutschen Bundestag in 3. Lesung am 25.11.2011 beschlossene Bundeshaushalt 2012 sieht deshalb eine Anhebung der Verkehrsinvestitionen auf mehr als 10,5 Mrd. € vor. Eingeflossen sind hier die zunächst mit dem Kabinettsbeschluss der Bundesregierung zum Entwurf des Bundeshaushalts 2012 beschlossene Anhebung der Verkehrsinvestitionen auf jährlich rd. 10 Mrd. € und die auf 2012 entfallenden Investitionen des von der Koalition vorgeschlagenen Infrastrukturbeschleunigungsprogramms. Für die Jahre 2013 bis 2015 sind mehr als 10,1 Mrd. € JÄHRLICH aufgebracht worden.

      Dennoch kann nicht, das werden Sie einsehen, alles was volkswirtschaftlich wünschenswert ist, in absehbarer Zeit realisiert werden. Die für die Funktionsfähigkeit und Sicherheit der vorhandenen Verkehrswege notwendigen Erhaltungs- und Ersatzinvestitionen haben Priorität. Mit den verbleibenden Investitionsmitteln sind die für die Leistungsfähigkeit der Netze wichtigsten Maßnahmen vorrangig umzusetzen. Die Realisierung weiterer Projekte wird angesichts des geringen Finanzierungsspielraums nur bei Bereitstellung zusätzlicher Mittel möglich sein.

      Der Investitionsrahmenplan 2011 – 2015 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes fixierte den Investitionsbedarf für den Ersatz und für die Erhaltung der Bestandsnetze, für die Fortführung der im Bau befindlichen Maßnahmen und für die Vorhaben mit weit fortgeschrittenem Planungsstand, die bereits Baureife haben oder diese im Zeitraum bis 2015 erreichen konnten.

      Insgesamt wurde in den Jahren 2011 – 2015 rd. 50 Mrd. € wie folgt investiert:

      • Rd. 44 Mrd. € standen direkt für Erhaltung, Neu- und Ausbau der Verkehrswege zur Verfügung; davon

      • knapp zwei Drittel, rd. 28,2 Mrd. €, für die Erhaltung der Schienenwege des Bundes, der Bundesfernstraßen und der Bundeswasserstraßen,

      • etwa ein Drittel, rd. 15,7 Mrd. €, für den Aus- und Neubau von Verkehrswegen und

      • 100 Mio. € für die Sanierung von Personenbahnhöfen.

      • Rd. 6 Mrd. € flossen in die sonstigen Investitionen. Dazu gehören hauptsächlich die notwendigen Investitionen in die effiziente Nutzung der Verkehrswege, in Zukunftstechnologien und Maßnahmen für den Klima-, Umwelt- und Lärmschutz sowie in die Verkehrssicherheit.

      Das Projektvolumen für den Aus- und Neubau betrug insgesamt rd. 41,5 Mrd. €. es umfasste über die im Zeitraum 2011 – 2015 geplanten Investitionen von 15,7 Mrd. € hinaus auch den gesamten Investitionsbedarf bis zur Fertigstellung der Projekte – also auch Investitionen, die erst nach 2015 erfolgen können. Auf die Schienenwege des Bundes entfallen von dem Projektvolumen rd. 12,9 Mrd. €, auf die Bundesfernstraßen rd. 19,7 Mrd. € und auf die Bundeswasserstraßen rd. 8,9 Mrd. €.

      Zuletzt zu Ihrem (und Herrn Jenckels) Wunsch nach „breiten Radwegen“: Die von der Landesregierung Niedersachsen geleisteten Beiträge zum Lückenschluss bei öffentlichen Investitionen fördern den kommunalen Straßenbaus mit einem JÄHRLICHEN Betrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Zusätzlich wurde Ende 2013 ein 32 Millionen Euro schweres Sonderprogramm aufgelegt, mit dem zwischen 2014 und 2017 neue Radwege und Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit gefördert werden. Inwieweit die Stadtverwaltung Lüneburg sich um die Mittel aus diesem Programm bemüht oder bemüht hat, kann Ihnen Herr Michael Thöring, der in der Reitende-DIENER-Straße und nicht in der HERRENreiter-Straße arbeitet, sicher genauer sagen.

      Mit freundlichen Grüßen, Otto Meier

      • Die prognostizierten Entwicklungen des Verkehrs und der Zustand des zum Teil in die Jahre gekommenen vorhandenen Bundesverkehrswegenetzes, den Sie zu Recht monieren, ?

        moment mal, wer prognostiziert und warum? die wirtschaftslobby? ach ja, es sind die, die immer mehr outsourcen und dann fordern, ihre billig , auf kosten anderer leute hergestellte ware, bei uns kreuz und quer durch deutschland zu karren und dieses möglichst effektiv. und deswegen sollen wir bürger steuern bezahlen? ich glaube, es spinnen mir hier zu viele. diesen strolchen gehört das handwerk gelegt. deutschland ist nicht dabei , bevölkerungsmäßig zu explodieren, zumindest was deren anzahl betrifft. wenn aber so weiter gemacht wird , wie bisher, explodiert bald der bürger selbst. radwege sind vernünftig, jede weitere straße und schiene eben nicht. sie sorgen nur dafür, dass der unsinn immer weiter geht. kein geld für winterdienst und reparaturen, aber rumpupen, dass die heide wackelt. wer neue straßen und schienen will, darf es ja gern mal mit seinem eigenen geld probieren zu bauen. dann wird er schnell merken, wer sich auf seine kosten bereichern will.

        • @Klaus Bruns:
          Das ist doch lächerlich. Die Güter, die auch Sie täglich konsumieren, müssen mit dem KFZ ,sei es LKW oder PKW transportiert und weitertransportiert werden. Die Waren, die zum privaten Kunden müssen, müssen natürlich ebenso transportiert werden. Oder karren sie Ihre neue Waschmaschine auf dem Gepäckträger nach Hause?

          Es ist dich wohl nicht Ihr Ernst, die Zukunft ohne solche Transportmöglichkeiten und eine Vergrösserung der Strassen ausserhalb der Altstadt zu planen. Ich erinnere an die Zeit um 1985-1990 in der die Gruenen mit Stricknadel und Häkelwolle bewaffnet gegen die LKW -Transporte Alarm gemacht haben und und geradezu penetrant den Transport auf Schienen propagiert haben, ohne daran zu denken, das der Joghurt vom Bahnhof zum Laden musste und dieser vielfach 100km entfernt war ( heute sitzen die damaligen Gegner als Berater und Lobbyisten bei Autoherstellern und verdienen Millionen , nachdem sie jahrelang mit Steinen nach Polizisten geworfen haben und dauerempört waren) . Ich befürworte nicht die völlig „überflüssigen Transporte aus Geldgier“ bei denen man Krabben zum Pulen in den Ostblock karrt und wieder zurück durch ganz Europa. Man sollte aber die Kirche im Dorf lassen und einsehen, das Strecken über 20 km nicht mehr mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können. Schon gar nicht mit Fracht und in kurzer Zeit. Ausserdem vergisst man immer schnell welche Steuern die Halter der Kfz mittlerweile zahlen ( Mw. Steuer bei Kauf vom KFZ, Mineraloelst. Versich. steuer, Ökosteuer , Bevorratungszuschlag, Steuer Dienstleistungen,usw.) Da kann man nicht nur die Interessen ausschliesslich für mit dem Fahrrad fahrende Pädagogen, Migrationsbeauftragte ,Sozialarbeiter ,Beamte und Rentner vertreten. Man muss Konzepte entwickeln, die allen Bürgern und deren Interessen gerecht werden.

          Z. B. Befahren von Strassen i. d. Stadt nur morgens zum Anliefern bis 8 Uhr und in den Zonen dann breitere Radwege , oder Umgehungstrassen, die natürlich neu gebaut werden müssen. Natürlich muss das Strassennetz sinnvoll erweitert und vergrössert werden, natürlich mit Sinn und Verstand, ohne das der Mensch und die Umwelt zu stark belastet wird.

          • ich verstehe sie nicht ganz, wer der wirtschaft alles opfert, opfert sich zum schluss selbst. man sollte nur nicht übertreiben. waschmaschinen mit dem fahrrad transportieren, wäre sehr ambitioniert. wer kein geld für reparaturen hat, sollte sich vorher überlegen, ob er dieses problem immer weiter verschärfen will. brücken und straßen sind vielerorts marode und es wird milliarden kosten, sie instand zu setzen. ich persönlich ziehe erhalten dem neubau von straßen vor. das strassennetz muss nicht erweitert werden, es würde völlig reichen ,sich erstmal gedanken über verkehrsvermeidung zu machen. sie selbst sind doch auch der meinung , es gibt reichlich überflüssigen verkehr. und wer die autobahn als lagerstätte missbraucht, braucht nicht noch zusätzlich welche, um sie ebenfalls zu missbrauchen.

  7. Hallo Herr Thöring

    wie sich die hier von Herrn Jenckel und seinen Kommentatoren beschriebene Situation aus Sicht der „Koordinierungsstelle Verkehrsentwicklung“ darstellt, würde mich sehr interessieren.

    Was würden Sie den kritischen Stimmen antworten?

    Wie sehen Sie die Rolle und die Perspektiven unserer fahrradfreundlichen Öko-Vorzeigestadt am touristischen Ilmenauradweg im europäischen Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet Lüneburger Heide?

    Lena Bergmann

  8. Wenn hier immer von Holland geredet und geschwärmt wird, möchte ich dazu mal anmerken, das dort Mofa-, Roller- und E-Bikefahrer auch auf den Fahrradwegen fahren, die müssen bei uns alle auf die Straße. Wenn Sie jetzt die PKW Fahrbahnen in ihrer Breite zugunsten der Fahrradfahrer reduzieren wollen, werden die erstgenannten auf der Straße sehr stark unter Druck geraten, was zu erhöhten Unfällen führten wird. Also würde ich gerne hören, wie die 3 Verkehrsteilnehmer in einer Fahrradfreundlichen Deutschen Stadt eingebunden werden sollen?

  9. Kröten und Strahlkraft

    » Bad Hersfeld, 21.05.2015. Das Land Hessen hat seine Unterstützung für die Bad Hersfelder Festspiele unter dem neuen Intendanten Dieter Wedel und dem neuen Marketinleiter Stefan Pruschwitz mehr als verdoppelt. Das Freilicht-Theaterfestival werde mit einem Zusatz-Zuschuss von 300.000 Euro gefördert, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Dies gehe aus einem Bewilligungsbescheid des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst hervor. Nach Angaben der Stadt beläuft sich der Landeszuschuss nun auf insgesamt 577.000 Euro.

    Voraussetzung für die Finanzspritze von 300.000 Euro aus Wiesbaden war ein eigene Aufstockung der Kommune in gleicher Höhe. Diese Entscheidung hatte das Stadtparlament Ende April getroffen und damit den Weg frei gemacht für die zusätzlichen Landesmittel. Der Gesamtetat der Festspiele liege bei nun bei 5,7 Millionen Euro.

    Der kaufmännische Leiter der Festspiele, Stefan Pruschwitz, wertete den gesteigerten Einsatz des Landes als „tolles Bekenntnis zum Wedel-Konzept und zum Festspielort Bad Hersfeld“. Bürgermeister Thomas fehling (FDP) dankte dem Land: „Die Festspiele unter der genialen Führung von Dieter Wedel und Stefan Pruschwitz sollen zum kulturellen Leuchtturm des Bundeslandes Hessen werden.“

    Unter dem Motto „Hersfeld Goes Christmas“ plant Pruschwitz ab 2016 in der Kurstadt ein amerikanisches Weihnachtsland mit rustikalem Holzhütten-Charme, Tieren, süßen und deftigen Leckereien, jeder Menge Vorführungen und Aktionen, Musik und natürlich einen großen Angebot an Kunsthandwerk und anderen Kleinigkeiten.

    Kinder können sich darauf freuen, dass in dem idyllisch beleuchteten Indian Village auch Rentiere, Huskys (samt Hundeschlitten) und seltene Haustierrassen zu bestaunen (und zu streicheln) sind. Außerdem gibt es für sie allerlei Mitmach-Aktionen.

    Ein Holzschnitzer wird Skulpturen mit der Kettensäge herstellen, ein Schmied präsentiert ebenfalls sein Handwerk. Auch eine Märchenerzählerin und Jagdhornbläser sorgen für Unterhaltung. Den 408 m hohen Laxberg will Pruschwitz farbig illuminieren lassen.«

    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/300-000-euro-mehr-geld-vom-land-fuer-hersfelder-festspiele-13605149.html

    • Ein kreativ-innovatives Feuerwerk absolut eigenständiger, grundlegend neuartiger, so nie wiederholbarer Ideen !

      Sollte man in Lüneburg unbedingt kopieren, um seine hanseatischen Alleinstellungsmerkmale auch endlich einmal in größter Unabhängigkeit originalschöpferisch ins Licht zu stellen.

      Mit einem spektakulär kontrastierenden, die Möglichkeiten der Zukunft eindrücklich beschwörenden Fahrrad-Boulevard wie an der Willy-Brandt-Straße, der bei der Einfahrt Feldstraße beginnt und nach wenigen Metern im Nirwana endet, kann Bad Hersfeld freilich noch lange nicht aufwarten.

  10. Karsten Hilsen

    Es ist doch so einfach:
    §2 STVO (Straßenbenutzung durch Fahrzeuge):
    „(1) Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn.“

    Fahrräder sind Fahrzeuge. Also gilt für Fahrräder die oben genante Regel.

    Das Entfernen der, überwiegend sowiso rechtswidrig aufgestellten, blauen Schilder kostet fast nichts.
    Auf den Fahrbahnen fahren Radler schnell, komfortabel und vor allem SICHER!.
    Radwege, wie die dokumentierten alten oder neu gebauten Katastrophen sind demgegenüber Todeswege.
    Auch bei Schutzstreifen überwiegt die Sicherheit, die nicht vorhanden ist. Sie schränken außerdem eine flexible Nutzung der Fahrbahnen für alle Verkehrsteilnehmer völlig idiotisch ein.
    Karsten Hilsen

    • Marco Hoffmann

      Lieber Herr Jenckel,

      warum jammern Sie immer wieder über die katastrophale Radverkehrsführung an der Dahlenburger Landstraße? Einfach mal die Gewohnheiten ändern, die parallele Bleckeder Landstraße nehmen (so groß kann der Umweg doch nicht sein, oder?) und Sie sind alle Probleme los, die typischerweise mit der Nutzung von Radwegen einhergehen. Sie müssen sich dort weder von Autos aus der Nebenstraße abschießen lassen (wie im ersten Film bei 00:40 sehr schön zu sehen), noch bei Regenwetter über aufgemalte glitschige Blutspuren (wie im dritten Film bei 00:05) schliddern, die allenfalls geeignet sind, die Reste der LKW-Abbiege-Opfer zu kaschieren.

      Noch besser wäre es natürlich – da gebe ich Ihnen Recht – wenn die Ratsmehrheit endlich mal ernst machen würde mit ihrer vorgeblichen Umkehr zugunsten des Rad-, Fuß- und ÖPNVerkehrs. Dass der MIV dabei Federn lassen muss, liegt auf der Hand. Den Aufschrei der üblichen verdächtigen Lobbygruppen muss man eben aushalten.

      Ein erster Schritt wäre beispielsweise die konsequente Aufhebung des Radwegezwangs, wo er nicht hingehört und sogar Unfälle provoziert, wie eben an der Dahlenburger Landstraße. Das kostet so gut wie nichts und ist schnell gemacht. Ich fürchte aber, dass selbst solche banalen Maßnahmen nicht möglich sein werden, ohne Fördermittel aufs Spiel zu setzen, um wieder zum eigentlichen Thema zurückzukehren. Die Schuld liegt aber nicht bei der Stadt, sondern bei den Förderrichtlinien des Landes Niedersachsen. NRW ist da schon weiter. Seitdem das Land die Förderung von Radwegen nicht mehr vom Aufstellen bestimmter blauer Schilder abhängig macht, sehen sich die Kommunen sogar in der Lage, das Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts aus 2010 umzusetzen. Als Beispiel sei die Stadt Wesel, mit 60.000 Einwohnern nur unwesentlich kleiner als Lüneburg, genannt: http://ratsinfo.wesel.de/bi/vo0050.asp?__kvonr=1835
      Wenn Herr Mädge seine Sonntagsreden zur „Fahrradstadt Lüneburg“ wirklich ernst nimmt, dann sollte er als Städtetagspräsident hier den Hebel ansetzen.

      Ach ja, den Wettbewerb „fahrradfreundliche Kommune“ gibt‘s übrigens nicht mehr. Das sollte aber kein Grund sein, den Radverkehr weiter wie das sprichwörtliche lästige „fünfte Rad“ am Wagen der Ratspolitik widerwillig mitzuschleppen. Immerhin stehen im nächsten Jahr Stadtratswahlen an…

  11. Berlin (dpa) – Viele Bürger wünschen sich nach einer Umfrage deutlich mehr Mitsprachemöglichkeiten in den Kommunen. Besonders bei Verkehrs- und Bauprojekten ihrer eigenen Stadt oder Gemeinde hätten rund zwei Drittel gerne mehr Einfluss auf Entscheidungen.
    Völker hört die Signale ,oder wie soll der Politiker es verstehen? Wer kommt denn zu den öffentlichen Sitzungen?

  12. Hilmar Kersting

    Mofa-, Roller- und E-Bikefahrer ?

    Auch über Elektro-Scooter, Rollatoren und Greifreifenrollstühle wird in unseren angeblich „auf Ökologie und Barrierefreiheit fokussierten Mobilitätskonzepten“ nicht genügend nachgedacht, selbst dann nicht, wenn einzelne „Realisierungen“ zwei Jahre mehr in Anspruch nehmen, als zuvor verabredet. Ein schönes Beispiel ist das „neue Drehkreuz für Radfahrer und Fußgänger über die Ilmenau im Schatten des Wohnparks am Wasserturm“, für welches die allgegenwärtige, stadträtlich und bauausschüssig umtriebige Investorengroßmacht Eberhard Manzke gestern Mittag ein leicht verkniffenes oberbürgermeisterliches Lob einheimste. Siehe: http://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/236586-neues-drehkreuz-fuer-radfahrer-und-fussgaenger

  13. Die Arroganz der Macht tropft aus fast jedem Satz des Herrn Löb. Wer dem politischen Gegner keine inhaltlichen Argumente entgegnen kann, sollte nicht zu persönlichen und privaten Befindlichkeiten greifen, um die Wirkung von dessen Argumenten herabzusetzen. Aber das ficht einen Herrn Löb nicht an! In einem Rundumschlag bekommen alle Gegner – einschließlich der eigenen Grünen Parteijugend – ihr Fett weg. In Lüneburg müssen nicht nur junge Leute feststellen, dass Kommunalpolitik nicht im Stadtrat entschieden wird sondern in den Sitzungen der Fraktionsspitzen der jeweiligen Regierungsfraktionen im Zimmer des Oberbürgermeisters. Und das ist es, was nicht nur junge Leute an der Politik abschreckt. Wer sich über leere Kassen beschwert, zu deren Entleerung er mit seiner Zustimmung (z. B. auf kommunaler Ebene zu der sog. „Schuldenbremse“) beigetragen hat, ist unredlich und wenn dann noch eine angebliche ökologische Entwicklung bejubelt wird aber im Stadtrat die Überführung der Energieversorgung in ein städtisches Unternehmen abgelehnt wird und die Mitglieder der gleichen Grünen Partei dem Planfeststellungsverfahren der A 39 im Raumordnungsprogramm des Landkreises zustimmen, kann man diese angebliche Ökologisierung nur als billige Propaganda bezeichnen.
    Eine ander Politik braucht keine andere Kommunalverfassung – eine andere Politik braucht andere Politiker, die das, was sie vor der Wahl versprechen auch dann wenn sie gewählt worden sind noch verfolgen!