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Eine Königin zu viel für Lüneburg

Hans-Herbert Jenckel.
Hans-Herbert Jenckel.

(Den Blog.jj füttert Hans-Herbert Jenckel, Geschäftsführender Redakteur und Online-Chef der LZ, Kürzel jj.)

 

 

 

Lüneburg, 11. Juni

Kennen Sie Nöggenschwiel im Südschwarzwald? Oder Traunstein in Oberbayern? Dornburg? Nicht das im Westerwald, sondern das in Thüringen? Nein? Sollten Sie aber. Denn Lüneburg will sich jetzt mit diesen Städten und Flecken messen als Königinnen-Stadt. All diese fernen Orte küren Rosenköniginnen.

Warum Lüneburg, seit tausend Jahren Salzstadt und fast genauso lange Hansestadt, jetzt auch Rosen-Majestäten im Jahrestakt auf den Thron setzt, liegt nahe. Die TV-Serie und Lüneburg-Werbemaschine Rote Rosen steht Pate.

Nur, wer will das in zwanzig Jahren noch wissen, wenn die Rosenwerft womöglich längst von Disteln und Birken überwucherst ist und die Serie noch auf Neu live unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der zehnten Wiederholung läuft?

Die Rosenkönigin ist mehr ein greller Knalleffekt als durchdachte Stadtimage-Pflege, man könnte auch sagen, die Idee ist dünn.

Warum wählt man nicht eine Salzkönigin? Da wäre die Konkurrenz kleiner, wären Werl oder Braunlage noch im Rennen und nicht wie bei den Rosen 15 andere deutsche Städte, die lange schon Audienzen geben. Hanse verbietet sich natürlich als Titel-Präfix, weil die Königin der Hanse ein Erbtitel ist, und der gehört Lübeck.

Die Rosenköngin von Lüneburg spiegelt eigentlich nur eines wider, den gut gemeinten, aber angestrengt wirkenden Versuch, das Marketing der Stadt wiederzubeleben.

Wir Lüneburger lieben unseren Sülfmeister. Der ist eingeführt wie das Fest, einst vom unvergessenen Marketing-Chef Jan Peter Halves initiiert. Aber über die Stadtgrenzen hinaus spielt der Sülfmeister kaum eine Rolle als Werbeträger. In der blaublütigen Rangfolge auf Zeit im Kreis Lüneburg steht oben die Heidekönigin aus Amelinghausen, dann die aus Wittorf, daneben der Sülfmeister.

Quintessenz: Schenkt Lüneburg keine weitere Königin, sondern einen Marketing-Chef Marke Dr. Halves!

Hans-Herbert Jenckel

33 Kommentare

  1. Richtig brauchen wir nicht. Ich persönlich brauche auch die Roten Rosen nicht mehr. Immer neue Staffeln und Darsteller langweilig.

  2. Wenn wir schon beim Beten sind

    Entthront LMG-Vize-König Heiko Meyer und den LCM-Hofstaat seiner ununterbrochen halbseidenen Marketing-Schwachsinn heraus fabriciussenden Oberuli-Kamarilla.

  3. Neun Könige zu wenig für Lüneburg

    „DAS BESONDERE“, das sich der Verein ‚Lüneburger Citymanagement e.V.‘ zu seinem 50-jährigen Jubiläum hat „einfallen“ lassen, wird wohl nicht mehr zu verhindern sein.

    Schon BEIM STADTFEST wird AUF DER RATHAUSBÜHNE die erste Lüneburger Rosenkönigin gewählt. Eine Jury aus Vertretern der Verwaltung, LCM, Presse und den Schauspielern Samantha Viana (Eliane da Silva-Müller) und Hakim-Michael Meziani (Ben Berger) aus der Telenovela „Rote Rosen“ wird am Samstag, 20.06.2015 im Rosenmonat Juni um 17.30 Uhr DIE QUAL DER WAHL haben und die Rosenkönigin wählen. (http://www.lcm-lueneburg.de/cms/front_content.php)

    Wann kommt der erste Lüneburger Wurst-und-Schausteller-König?

    Wann der erste LCM-Coffee-Shop-König?

    Wann der erste König der Kurzentrum Lüneburg Kurmittel GmbH, der König des Vereins Aktive Lüneburger Hoteliers, der des Vereins der Lüneburger Marktbeschicker, des Vereins Lüneburger Kaufleute, der Samtgemeinde Bardowick, der König der Einheitsgemeinde Adendorf und natürlich der König der Hansestadt Lüneburg?

    Der neue „Marketing-Chef (Marke Dr. Halves)“ wird es zu schätzen wissen, wenn er in wenigen Monaten, statt von egozentrischen Verbandsmannschaftsführern hin und her gezerrt zu werden, in royaler Interessenpolitik von sülfmeisternden Hanse-Königen nach den Regeln majestätischer Zerkleinerungskunst zu Frikassee verarbeitet wird.

    • Nicht nur Heiko Meyer will mit einer Rosenkönigin sein Dabeibleiben bekunden und die Messlatte für hansestädtische Festkultur immer tiefer unter das Kopfsteinpflaster verlegen, auch Zuschauerschreck und Pro-Sieben-Rosenvisage Stefan Raab hat in einem Schreiben angedroht, noch bis zum Jahresende vor der Kamera zu stehen. (http://www.landeszeitung.de/blog/nachrichten/aus-aller-welt/243049-stefan-raab-beendet-seine-tv-karriere)

      Damit zerschlagen sich die Hoffnungen niveausensibler Lüneburger Fernsehfreunde, der Moderator würde in zwei, eventuell sogar schon in einem Monat ein letztes Mal das Publikum terrorisieren. Mit bis zu fünf Sendungen in der Woche will Stefan Raab die Leidensfähigkeit von Zuschauern und Quoten auf Zwerchfell und Galle prüfen. „Wie immer natürlich vollkommen unvorbereitet, haha. Mal sehen, was der Teleprompter mir so anzeigt, ja?“ lachte Raab in einer ersten Stellungnahme vor seiner Frau. Zur Begründung führte Raab an, in der TV-Total-Redaktion seien zwei Säcke mit alten Witzen aus Viva-Zeiten entdeckt worden, die man „unbedingt noch verbraten“ müsse: „Modern Talking, Verona Feldbusch – die Leute werden ihre Kotzeimer gar nicht mehr absetzen können!“ Außerdem habe man kürzlich billig ein neues Show-Konzept eingekauft, bei dem aus anderen Raab-Sendungen bekannte TV-Fratzen auf einem Esel durch eine Halfpipe reiten müssen. „Damit nicht noch das Publikum zu quälen, wäre Verrat an der Idee Raab“, erläuterte der Brutal-Entertainer.

      Menschenrechtsorganisationen kritisierten Raab für seine Entscheidung. Zwar habe man durchaus das große Leid in anderen Ländern im Blick, mit seiner Ankündigung setze Raab dem Elend in der Welt jedoch einen unrühmlichen Höhepunkt. Gemeinsam mit Europas Regierungen und den USA prüfe man rechtliche Schritte gegen die Fortführung der Nervenfolter. Raab plant indessen schon den nächsten Anschlag. Für 2016 kündigte er an, gemeinsam mit Joseph Blatter und Jürgen Klopp an einem neuen Projekt zu feilen, das man so bald wie möglich auf die Menschheit loslassen wolle. „Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber die Welt, wie wir sie heute kennen, können Sie danach vergessen. Ich sage nur ‚Heavytones'“, so Medientyrann Raab mit seinem patentierten Schnullergrinsen feixend.

  4. Grins! Geiler Beitrag. Die Pointe ganz zum Schluss, doch dafür scharf und treffend. Aber Traunstein in Oberbayern kenne ich auch. Kreisstadt wie Lüneburg, Nur im Chiemgau.

  5. Ein weiterer Versuch des um jedwede Aufmerksamkeit bemühten OB Mädge.

    Der Lässt doch nichts aus, was irgendwie danach klingt, unangebrachte Großmannssucht ausleben zu können.

    • Hallo Herr Schröder,

      ich habe den Eindruck, Sie sind wieder einmal Sklave einer Ihrer fixen Ideen. Vielleicht halten Sie aber auch nur Ihr Fernglas verkehrt herum, mit dem Sie aus dem Moorfeld nach Lüneburg rüberplieren.

      Nicht OB Mädge bemüht sich hier um Aufmerksamkeit. In diesem Fall hoffen zwei seiner Boxenluder, für ein Weilchen immer mal wieder über Stacheln, Hagebutten und unpaarig gefiederte Blätter hinweg in Fotoapparate grinsen zu dürfen.

      Siehe: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/240575-lueneburg-bald-mit-koenigin

  6. Johanna Fischer

    Sie haben beide Recht:

    Traunstein ist eine Große Kreisstadt und Sitz des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Oberbayern. Sie liegt am Fluss Traun im Chiemgau.

    Der Chiemgau ist der Name einer historisch-kulturellen Landschaft in Südost-Oberbayern und umfasst die Gebiete des Landkreises Traunstein und des Landkreises Rosenheim. Er dehnt sich jeweils etwa 50 km in Nord-Süd- sowie in West-Ost-Richtung um den Chiemsee aus.

    Die Traunsteiner Rosentage vom 19. bis 21. Juni 2015 (http://www.traunsteiner-rosentage.de/)

    Herzlich, Johanna Fischer (Rosenkönigin, Traunstein)

    https://de-de.facebook.com/traunsteiner.rosenkoenigin

    http://www.traunsteiner-tagblatt.de/region+lokal/landkreis-traunstein/traunstein_artikel,-Johanna-Fischer-ist-neue-Traunsteiner-Rosenkoenigin-_arid,203420.html

  7. Renate B. Ohlsson

    Es ist nicht zu fassen! Der Rosenerfolg war doch recht erfreulich für den Lüneburger Tourismus, warum nun das Ganze ins Lächerliche ziehen?? Die meisten Lüneburger antworten auf die Frage ob sie RR sehen „auf keinen Fall, das ist doch ein Schmarren“!
    Leute, bleibt doch bitte auf dem Teppich der Wirklichkeit!

    • Sie haben das Thema verfehlt, liebe Renate B. Ohlsson. Die Soap schauen wir alle sehr gerne. Ich zum Beispiel sehe mir jede Folge dreimal an, denn ich möchte mit einem Kandidatenthema vorbereitet sein, wenn ‚Der Große Preis‘ wieder an den Start geht.

      Jedoch, liebe Renate B. Ohlsson, hier war die Frage, ob wir uns von Heiko Meyer und seinen Jüngern einen weiteren nervenbelastenden Idioten-Klamauk in Gestalt einer „Rosenkönigin“ zum Zwecke der Schaffung eines Anknüpfungspunktes für Werbetexte in den Broschüren drittklassiger Autohäuser andienen lassen möchten.

  8. Wolfgang Krüger

    Warum kein „Rosen-König“?; Junggeselle, Mindestalter 50 und nachweislich mit Ilmenauwasser getauft?

  9. Die Produktion der „Roten Rosen“ legt Wert darauf, dass die Wahl der Rosenkönigin eine Aktion des Lüneburger Handels ist und KEINE Patenschafts-Unterstützung seitens der Serie besteht!
    Die Teilnahme zweier Schauspieler in der Jury ist rein privat .

    • Wir danken Ihnen für Ihre aufrichtige und wahrhaftig vollkommen uneigennützige Klarstellung, ohne die wir mit dem Entsetzen hätten weiterleben müssen, dem Fernsehuniversum sei gleichgültig, wie wir mit dieser Peinlichkeit zurecht kommen.

      Ihre Macher, Ihre Helden, Ihre Faszination

      @–}–;–

    • Hallo Herr Zurstrassen

      Etwas kann auch bei etwas „Pate stehen“ (umgangssprachlich: [durch sein Wirken, sein Vorhandensein] auf etwas entscheidenden Einfluss nehmen, etwas anregen bzw. es hervorrufen), ohne um „die Patenschafts-Unterstützung“ etwa „seitens einer Serie“ gebeten worden zu sein.

      Beispiel 1: Zugereiste oder einheimische Paten-Organisationen stehen sizilianischen, andalusischen oder ochtmisser Restaurant- und Kaffeehausbetreibern gerne zur Seite, damit das Mobiliar (und anderes) nicht überraschend in Flammen aufgeht, obwohl keiner der betroffenen Wirte sich um den entscheidenden Einfluss einer solch kostspieligen Versicherungsleistung auf den Fortbestand seines Geschäfts bemüht hatte.

      Beispiel 2: Bei einer 16jährigen Realitysoap mit dem Titel „Lüneburger Stadtmarketing“ stehen Bücher wie „Ein Mann will nach oben“ oder Lieder wie „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ Pate, aber keiner der Beteiligten hat sich jemals gefragt, wessen ins Scheinwerferlicht drängende Übersprungshandlungen (engl.: displacement activities) unter den mitwirkenden Mimen dadurch in besonderem Maße angeregt worden sein könnten.

  10. Ferdinand Schuster

    Auch im Juni 2015 präsentiert die Lüneburg Marketing GmbH (LMG) wieder einen Fehlbetrag von über 130.000 Euro für das zurückliegende Geschäftsjahr. Wie im Juli 2014 als der Jahresabschluss 2013 ein Minus von 132.000 Euro aufwies. (Quelle: Landeszeitung für die Lüneburger Heide vom 10.06.2015 und Unternehmensregister)

    Vielleicht sollte man einfach endlich mit dem ebenso blöden wie teuren Veranstaltungs-Remmidemmi aufhören, das in Lüneburg unter dem irreführenden Reklamenamen „Stadtfest“ läuft und angeblich den Einzelhandel fördern soll, aber statt Absatz und Kundengewinnung oder -bindung nur Kosten, Schmutz und Scherereien zeitigt. Das ganze fünf Nummern kleiner täte es auch oder sogar besser unter nachbarschaftlicher Beteiligung von Lüneburger Geschäftsleuten, Gewerbetreibenden, Musikschule, Kindergärten, Gymnasien, Uni und ortsansässigen Kleinkünstlern, aber ohne die überteuerten Nullachtfuffzehn-Produkte des Braukonzerns und der Wurstfabrik, welche die Mitglieder des Schaustellerverbands gegen die astronomischen Standgebühren der städtisch lizensierten „Betreiber“ unters Volk bringen dürfen (oder müssen), wobei die kommunalen Einnahmen anschließend aufgewendet werden, um genau die innerstädtischen „Attraktivitätsverluste“ wieder auszugleichen, welche ohne diesen kommerziellen Nullsummenirrsinn gar nicht entstanden wären.

  11. Ferdinand Schuster

    Auch im Juni 2015 präsentiert die Bilanz der Lüneburg Marketing GmbH (LMG) wieder einen Fehlbetrag von über 130.000 Euro fürs zurückliegende Geschäftsjahr. Wie im Juli 2014 als der Jahresabschluss 2013 ein Minus von 132.000 Euro aufwies. (Quelle: Landeszeitung für die Lüneburger Heide vom 10.06.2015 und Unternehmensregister)

    Vielleicht sollte man einfach endlich mit dem ebenso blöden wie teuren Veranstaltungs-Remmidemmi aufhören, das in Lüneburg unter dem irreführenden Reklamenamen „Stadtfest“ läuft und angeblich den Einzelhandel fördern soll, aber statt Absatz und Kundengewinnung oder -bindung nur Kosten, Schmutz und Scherereien zeitigt. Das ganze fünf Nummern kleiner täte es auch oder sogar besser unter nachbarschaftlicher Beteiligung von Lüneburger Geschäftsleuten, Gewerbetreibenden, Musikschule, Kindergärten, Gymnasien, Uni und ortsansässigen Kleinkünstlern, aber ohne die überteuerten Nullachtfuffzehn-Produkte des Braukonzerns und der Wurstfabrik, welche die Mitglieder des Schaustellerverbands gegen die astronomischen Standgebühren der städtisch lizensierten „Betreiber“ unters Volk bringen dürfen (oder müssen), wobei die kommunalen Einnahmen anschließend aufgewendet werden, um genau die innerstädtischen „Attraktivitätsverluste“ wieder auszugleichen, welche ohne diesen kommerziellen Nullsummenirrsinn gar nicht entstanden wären.

  12. Geiht nich, gifft nich

    Das Wort „Quintessenz“ steht heute für „das Wesen, der Kern, die Hauptsache“. Das Wort wurde im 16. Jahrhundert aus dem spätlateinischen quinta essentia entlehnt, „das fünfte Seiende“, das dem griechischen pémptē ūsίa (πέμπτη οὐσία) entspricht.

    Vier Fehlschläge nach Halves ist „der fünfte Seiende“ nur einen Anruf entfernt: Dr. Jan Peter Halves, Telefon: 0421-16 55 55 1, Mail: halves@bremen-city.de, Anschrift: CityInitiative Bremen Werbung e.V., Hutfilterstraße 16-18, 28195 Bremen

    Versuchen sollte man es wenigstens.

  13. rote rosen? wer schaut sich das an? meine mutter, 87 jahre.

    • Sie, Klaus! Nicht heute, aber bald. Wenn Sie sich mit der Übernahme des Gellersen´schen FDP-Vorsitzes von Anikó, den Einzug in den Reppenstedter Gemeinderat, dem anschließend zügigen Wechsel ins Lüneburger Stadtparlament und dem Aufräumen im heimischen Augiasstall ranhalten, können Sie 2021, unmittelbar nachdem Michèl Pauly zum ersten linksdemokratischen Oberbürgermeister von Lüneburg gewählt worden ist, in Berlin die Nachfolge von Angela Merkel klarmachen. Sie wären zu der Zeit immer noch zwei Jahre jünger als Adenauer bei seinem Amtsantritt und hätten locker vier Legislaturperioden als Bundeskanzler vor sich. Wenn Sie Ende 2037 im heutigen Alter ihrer Mutter an Ursula von der Leyen übergeben, wird die schon 79 sein. Und es wird Ihnen bestimmt viel Spaß machen, dabei zuzusehen, wie vier Jahre später endlich der dann 99jährige Schäuble sein Ziel erreicht, als Regierungschef die Verjüngung des Kabinetts energisch vorantreibt und sich zur Einweihung des im Frühjahr 2042 doch noch fertig gestellten Audimax´ vom 82jährigen Sigmar Gabriel an den Bockelsberg rollen lässt, um den Raum der Stille feierlich in die „Klaus-Bruns-Online-Klause“ umzubenennen, aus der Sie bis weit über die Jahrtausendmitte hinaus das politische Weltgeschehen behutsam kommentieren und dirigieren können.

      Und zwischenrein – streiten Sie es ruhig ab – schauen sie dann bestimmt die siebenundneunzigtausendste Staffel der Rote(n) Rosen.

      • mein lieber heinz, klausimausi hat ihnen doch mitgeteilt, sie sollten ihre artikulier begabung nicht missbrauchen. sie würden der menschheit einen großen dienst erweisen. ich persönlich fände es traurig, wenn sie damit aufhören würden. humor auf andere leute kosten, ist doch heutzutage üblich. ich könnte ja, wenn ich wollte , mit gleicher münze heimzahlen. aber was würde dabei rauskommen? ein frustrierter heinz? das will ich ja garnicht.

        • Kenny Anonymus

          Schlimm, schlimm … Haben Sie keinen Duden ? Kennen Sie keinen, der sich mit dem Gebrauch der deutschen Sprache ein wenig auskennt ?? Was soll „artikulier begabung“ sein. Und: „humor auf andere leute kosten“. Das kann jeder Asylant nach einem Jahr Deutschunterricht besser, da schüttelt man sich nur noch, vom „Inhalt“ mal ganz abgesehen…

          • Hallo Frau Kenny, Ihre Kostümierungen sind nicht schlecht. Es wäre aber sicherlich hilfreich, wenn sie mit Ihren regelmäßigen sprachlichen Ergüssen weniger sich selbst feiern als einen Versuch starten würden, andere Kommentatoren in der Sache zu begegnen oder sie darin zu widerlegen. Sie nutzen ihre breite sprachliche Klaviatur in der Regel, um Ihnen nicht genehme Diskussionen oder Kommentatoren ins Lächerliche zu ziehen und den Gedankenaustausch mit Ihrer Überheblichkeit zu stoppen, anstatt ihn zu befördern. Im Übrigen finde ich es auch gut, wenn andere Kommentatoren nicht an Ihrem sprachlichen Ausdrucksvermögen gemessen werden, sondern an dem, was sie sagen möchten. (By the way: Über den Unterschied der Pronomen „keiner“ und „niemand“ sollten Sie sich ebenso noch einmal Gedanken machen wie über das Satzzeichen am Ende von Fragesätzen.)

          • @ Kenny Anonymus

            Warum gehen Sie nicht spielen? Miesepeter sind beim spielen sehr beliebt.
            Übrigens, deutsche Sprache ,schwere Sprache. Kennen Sie Malmsheimer?

  14. Vorbild Osnabrück

    Nöggenschwiel? Traunstein? Dornburg? Warum in die Ferne schweifen? Osenbrugge, unsere putzige Nachbargemeinde in Nordwestfalen (Landschaftlich, Heidi!) wurde berühmt durch Erich Maria Remarque („In Westfalen nichts Neues“) und das Ende des Dreißigjährigen Krieges („Nie wieder Krieg, nie wieder Osnabrück“). Der Legende nach waren die Konfliktparteien 1648 bei ihrem Treffen in Osnabrück so angeödet von der provinziellen Tristesse und in ihrer Kampfmoral erschüttert durch die begriffsstutzigen, phlegmatischen Einheimischen, daß sie unverzüglich ihre Waffen niederlegten und panisch die Stadt verließen. Darüber hinaus hat sich Osnabrück durch Hexenverbrennungen (276 Frauen und zwei Männer seit Mitte des 16. Jahrhunderts) und durch seine skurrile Regionalküche einen Namen gemacht: Als besondere Spezialität gilt eine Blutwurst namens Möpkenbrot, die vor allem aus Schwarte und Schweineblut besteht und mit feinsten Cerealien vom Osnabrücker Land wie etwa Weizenmehl angereichert wird. Serviert wird diese gern zusammen mit Stippgrütze (auch Wurstebrei genannt), einer in Wurstbrühe gekochten Gerstengrütze, der irgendwelche Fleischreste und Innereien beigemischt werden. Die heutige Osnabrücker Bevölkerung zeichnet sich nach wie vor durch eine ausgeprägte, aber indifferente Neugier und einen penetranten Hang zum gemeinsamen Rumlungern im öffentlichen Raum aus. Kolportiert wird das lokale geflügelte Wort „Was’n da los? Laß ma gucken geh’n!“ und das stärker plattdütsch gefärbte, mißmutige „Wat sull’n dat? Dat geit aba so nich, hia!“ So pflegt Osnabrück weiterhin seinen Ruf als Ort für drittklassigen Fußball und wunderliches Lokalkolorit mit einer Aura der wesensgemäßen Dickfelligkeit und Renitenz.

    Frage an Heiko Meyer: Könnten wir uns da nicht auch noch einiges abschauen?

    • Der stille Ort

      Rote Rosen, Rentner und Audimax-Skandal — das ist es, was „das Image“ von Lüneburg für Außenstehende prägt, also für die allermeisten Menschen. Jedenfalls, wenn man Leonie Seifert glauben möchte, die am 3. März 2015 ein langes Stadtportrait in der Zeit veröffentlichte, in dem es heißt:

      „Die Stadtverwaltung von Lüneburg hat nichts gegen das Rentner-Image. Der Tourismus ist auf die Serie ausgerichtet, es gibt ein Rote Rosen-Hotel und eine Rote Rosen-Führung durch die Kulissen. Im Touristenbüro kann man Fanartikel der Serie kaufen: Handtücher, Nagelfeilen, Seifen und Wein mit dem Rote Rosen-Logo. Und einen Stadtplan, auf dem die wichtigsten Drehorte eingezeichnet sind. Regelmäßig kommen Touristen in Reisebussen, etwa aus Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. ‚Wir profitieren sehr von der Serie‘, sagt Suzanne Moenck, die Sprecherin der Stadt Lüneburg, ‚das ist unbezahlbare Werbung‘. Seit Beginn der Ausstrahlung sei die Besucherzahl stetig gestiegen.“

      Von Studenten und jungen Leuten ist in dem Artikel auch die Rede. Die seien in Lüneburg in einer Vitrine zu sehen, die in einer „140 Quadratmeter großen ehemaligen Schlecker-Filiale im Viertel Schützenplatz“ stehe.

      „Die Leute aus der Vitrine sind sich einig: Lüneburg hat eine große alternative Kulturszene. Bloß weiß das keiner. ‚Die Stadt hat ein Rentner-Image‘, sagt die Studentin Leonie Werner. Die Schuld dafür gibt sie unter anderem Rote Rosen.“

      Dass es klappen kann, auch alte Leute für alternative Kultur zu begeistern, habe sie gemerkt, als sie die Vitrine eingerichtet habe. Das Klo war verstopft. „Da kam ein älterer Nachbar und hat es uns repariert.“

      Siehe: http://www.zeit.de/campus/2015/02/lueneburg-ard-telenovela-rote-rosen/komplettansicht?commentstart=9#comments (Auch die Kommentare unter diesem Text sind lesenswert.)

      • Immerhin, wenn „ein älterer Nachbar“ das verstopfte Klo repariert, wird gejubelt, dass sich „auch alte Leute für alternative Kultur begeistern“ lassen!

        Bezeichnend auch, dass „die Lüneburger Jugend“ sich selbst als musealen Teil der Rote Rosen-Kulisse begreift.

        Bei Wikipedia erfährt man, dass als Vitrine (von lat. vitrum, „Glas“) ein Behälter bezeichnet wird, „der mindestens auf einer Seite eine Glaswand (von französisch vitre, ‚Glas‘; lateinisch vitreum, ‚Glas‘) oder aber einen Glasdeckel besitzt und damit den Blick auf die im Inneren aufbewahrten Gegenstände erlaubt. Eine synonyme deutsche Bezeichnung für die Vitrine ist der Schaukasten.

        Die Funktion des Schutzbehälters besteht in der Regel darin, ausgewählte und oft anspruchsvoll präsentierte Gegenstände für Ausstellungszwecke einzusetzen.“

        Wer denkt nicht an die von allen Ratsparteien gerne vorgezeigten „Talente“, wenn er liest:

        „In öffentlichen Institutionen bilden Vitrinen den zentralen Teil von Ausstellungsinstallationen, im besonderen Fall der Trophäenkästen, die der repräsentativen Aufbewahrung ausgewählter Objekte aus dem Besitz der Institution dienen.“

        Und hat man nicht sogleich die Modell-Studierenden „neuen Typs“ von der Leuphana und ihre neue Messehalle vor Augen, wenn es heißt:

        „Im Bereich der Privatwirtschaft haben Vitrinen eine große Bedeutung bei der Präsentation von Verkaufsobjekten und Produktmustern.“

      • Alt trifft Jung

        Für wie vergangen und lebensfern muss ein Kollektiv sich eigentlich halten, um an sich selbst in einer Vitrine zu erinnern?

        Zum Historisch-Werden genügen manchmal ja schon wenige Monate.

        So präsentiert das Berliner Naturkundemuseum an der Invalidenstraße 43 seit dem 16. Februar 2013, also zwei Jahre nach seinem Tod, den Zoo-Eisbären Knut – als Präparat mit seinem echten Fell. Die jugendfrische, 30 Kilo schwere Plastik des Bären ist in einer Vitrine im Foyer zu sehen. Rentner haben freien Eintritt.

  15. Ich bin dafür, ein Zentralbau-Prinzesschen zu installieren. Das sich dann mit dem Titel „Liebes Kindchen“ schmücken dürfte.

  16. Rosenkönigin? Einfallsloser geht es nicht und mit solchen Plattheiten Menschen für Lüneburg zu begeistern grenzt an Beleidigung. Wer macht solche Vorschläge? Sofort feuern oder war das noch die Brainstorming Phase, dann sei es verziehen.

  17. Ok war nicht informiert, nehme es zurück, findest es aber trotzdem einfallslos.

    • klaus, sie steigen in meiner gunst. wer fehler ,oder nichtinformation zugibt, meint es ernst mit seinen ansichten. wenn sie sich noch zeit nehmen, auf argumente von anderen einzugehen, sind sie auf den richtigen weg. ich musste es erst auch lernen. was man findet, darf man meistens behalten. der wert bestimmt darüber.