Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Der Schatten des Landrats, Ulrich Mädge, die Elbbrücke, die rosarote Brille und die missglückte Ehrenrettung

 

blogjj

 

(Den Blog.jj füttert Hans-Herbert Jenckel, Geschäftsführender Redakteur und Online-Chef der LZ, Kürzel jj.)

 

Lüneburg, 17. August

Wer zurückschaut, erstarrt manchmal, weil er sieht, was er angerichtet hat. Also ist es schöner, den Blick nach vorne zu richten. Das gilt gerade in der Politik. Schließlich will man Zukunft gestalten, nicht Vergangenheit. Die will man höchstens umdeuten oder verklären. Wenn man also schon in den Rückspiegel schaut, dann bitte durch eine rosarote Brille mit Weichzeichner.

Einer, der das beherzigt, ist Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge.  Er hat jetzt für seinen Landrat Manfred Nahrstedt Partei ergriffen, der in den letzten Wochen viel gescholten wurde, weil er die Planung für die Elbbrücke bei Neu Darchau von seiner rot-grünen Mehrheit im Kreistag beenden ließ. Das sei richtig so, sagt Mädge, die Prügel für den Landrat daher ungerecht.

Mädges Begründung kann aber für die Betroffenen auch anders ausgelegt werden, als Feigheit und Entscheidungsschwäche. Gekniffen wären in diesem Fall eben der Landrat und die Genossen.

Mädge wird so von seiner Stadtpresse zitiert: „Wir wollen den Menschen im Amt Neuhaus helfen. Dazu gehört aber auch, dass man miteinander ehrlich und aufrichtig redet.“ Nach dem Gerichtsverfahren 2007, als das Oberverwaltungsgericht die Brücken-Planung des Landkreises zur Makulatur erklärte, habe niemand den Mut bewiesen, die Wahrheit zu sagen, dass es nichts mehr wird, dass der Kreis auch die Folgekosten nicht tragen könne. Nur wer ist dieser Niemand oder handelt es sich gar um eine Gruppe?

Hier lohnt also ein Blick in die Chronik:

Wer war 2007 Landrat?

Manfred Nahrstedt

Wer saß damals mit der CDU und heute mit den Grünen am Schalthebel der Macht?

die SPD

Welcher politischen Partei gehören Nahrstedt und Mädge an?

der SPD

Wer hat noch Anfang 2013 eine Bürgerbefragung zur Elbbrücke mit Tamtam initiiert?

Manfred Nahrstedt und auch die SPD.

Seither wird über das Ergebnis gestritten. In allen betroffenen Regionen am Strom war die Zustimmung groß, im gesamten Landkreis lagen die Befürworter noch gleichauf mit den Vorsichtigen (Ja, aber nur bis 10 Millionen Euro Kosten für den Kreis) und den Brücken-Gegnern .

Wer hat trotzdem weiter laviert, statt einen Schlussstrich zu ziehen?

Nahrstedt und Rot-Grün.

Jetzt von Ehrlichkeit und Wahrheit zu sprechen, die oft genug außer Reichweite der Politik liegt, ist ein sicher gut gemeintes, aber schlecht recherchiertes und begründetes politisches Manöver.

Was bleibt unterm Strich?

Eine Elbbrücke würde ohne Frage das Leben der Menschen im Amt Neuhaus erleichtern, auch das Zusammenwachsen mit dem Landkreis Lüneburg auf der anderen Seite des Stroms.

Aber eine Brücke würde nicht wirtschaftlich den Durchbruch bedeuten. Da lohnt eine Nachfrage in Dömitz, die Stadt spürt keinen Nutzen, nur mehr Transitverkehr.

Die Brücke würde auf der anderen Seite massiv Natur zerstören. Und ohne Wenn und Aber ist die Elbtalaue im Amt Neuhaus zum Niederknien schön, schon eine kurze Tour auf dem Deich ist entspannend wie autogenes Training. Hier liegt der Schatz, der gehoben werden muss. Das erkennt Mädge als Schatten-Landrat richtig. Für einen Schulterschluss mit dem Amt Neuhaus aber hat er vermutlich die falschen Töne angeschlagen. Vergangenheitsbewältigung sieht in diesem Fall anders aus, und nur sie schafft eine Vertrauensbasis.

Hans-Herbert Jenckel

15 Kommentare

  1. mein lieber herr jenckel, tam tam gehört in der politik zum geschäft und gehört auch zu ihnen in der lz.ohne sprachrohr würden versprechungen sich nicht so leicht verbreiten. lügen und halbwahrheiten übrigens auch nicht. wer davon lebt , sollte sich mit kritik etwas zurückhalten. so mancher kommentar aus der lz klingt in mir noch nach. ich hatte damals schon geahnt, bei einigen werden die emotionen zu diesem thema achterbahn fahren. wenn ich jetzt lese, die waldarbeiter würden gern ihr holz über diese brücke fahren, frage ich mich natürlich auch , wer noch? und wenn es doch so wichtig wäre, warum hat die wirtschaft denn dafür nichts getan? sie wäre doch der hauptnutznießer gewesen. spedition lauern doch schon überall auf abkürzungen. bezahlen will aber keiner dafür. im übrigen war die cdu auch schon im boot . sie hat ebenfalls nichts für die brücke getan. selbst die linke ist für die brücke nur aus berechnung. wer für die brücke ist , hat grundsätzlich kein geld und will dieses von anderen. die das geld haben ,rechnen und sagen sich, es lohnt nicht.wie hatte hier ein user mal geschrieben? für jede milchkanne eine brücke? eine brücke hat noch nie eine mauer aus den köpfen vertrieben. übrigens, wer der wirtschaft alles opfert, opfert sich zum schluss selbst.

  2. Die Brück‘ am Neuhaus-Elb

    »Wann treffen wir drei wieder zusamm‘?«
    »Um die siebente Stund‘, am Brückendamm.«
    »Am Mittelpfeiler.« »Ich lösche die Flamm‘.«
    »Ich mit.«
    »Ich komme vom Norden her.«
    »Und ich von Süden.«
    »Und ich vom Meer.«
    »Hei, das gibt ein Ringelreihn,
    Und die Brücke muß in den Grund hinein.«
    »Und der Zug, der in die Brücke tritt
    Um die siebente Stund‘?«
    »Ei der muß mit.«
    »Muß mit.«
    »Tand, Tand,
    Ist das Gebilde von Lüneburger-Parteienhand.«

    Auf der Norderseite, das Brückenhaus –
    Alle Fenster sehen nach Süden aus,
    Und die Brücknersleut‘, ohne Rast und Ruh
    Und in Bangen sehen nach Süden zu,
    Sehen und warten, ob nicht ein Licht
    Übers Wasser hin »ich komme« spricht,
    »Ich komme, trotz Nacht und Sturmesflug,
    Ich, der Lüneburger Zug.«

    Und der Brückner jetzt: »Ich seh einen Schein
    Am anderen Ufer. Das muß er sein.
    Nun Mutter, weg mit dem bangen Traum,
    Unser Johnie kommt und will seinen Baum,
    Und was noch am Baume von Lichtern ist,
    Zünd‘ alles an wie zum heiligen Christ,
    Der will heuer zweimal mit uns sein, –
    Und in elf Minuten ist er herein.«

    Und es war der Zug. Am Süderturm
    Keucht er vorbei jetzt gegen den Sturm,
    Und Johnie spricht: »Die Brücke noch!
    Aber was tut es, wir zwingen es doch.
    Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf,
    Die bleiben Sieger in solchem Kampf,
    Und wie’s auch rast und ringt und rennt,
    Wir kriegen es unter: das Element.«

    »Und unser Stolz ist unsre Brück‘;
    Ich lache, denk ich an früher zurück,
    An all den Jammer und all die Not
    Mit dem elend alten Schifferboot;
    Wie manche liebe Christfestnacht
    Hab ich im Fährhaus zugebracht,
    Und sah unsrer Fenster lichten Schein,
    Und zählte, und konnte nicht drüben sein.«

    Auf der Norderseite, das Brückenhaus –
    Alle Fenster sehen nach Süden aus,
    Und die Brücknersleut‘ ohne Rast und Ruh
    Und in Bangen sehen nach Süden zu;
    Denn wütender wurde der Winde Spiel,
    Und jetzt, als ob Feuer vom Himmel fiel‘,
    Erglüht es in niederschießender Pracht
    Überm Wasser unten … Und wieder ist Nacht.

    »Wann treffen wir drei wieder zusamm‘?«
    »Um Mitternacht, am Bergeskamm.«
    »Auf dem hohen Moor, am Erlenstamm.«
    »Ich komme.« »Ich mit.«
    »Ich nenn euch die Zahl.«
    »Und ich die Namen.«
    »Und ich die Qual.«
    »Hei! Wie Splitter brach das Gebälk entzwei.«
    »Tand, Tand,
    Ist das Gebilde von Lüneburger Parteienhand.«

    (Theodor Fontane (1819 – 1898)

    • August Jakob Theodor von Heyden

      Ja, ja, Ossarek-Bruns, mit Manfred Nahrstedt hatte Fontane bekanntlich schon immer seine Probleme. Da hätten Sie gar nicht diese ohnehin schwer verständliche Ballade bis zur Sinnlosigkeit zu verhunzen und idiotischer Weise wieder hersetzen zu lassen brauchen. Bereits 1893 bekannte der Dichter mir gegenüber in einem Brief, was ihm an der schwächlichen Figur missfällt: „Man muß sich immer wieder all das Riesengroße zurückrufen, was er genialisch angekündigt und zusammenversprochen hat, um durch diese von den krassesten Widersprüchen getragenen Mogeleien nicht abgestoßen zu werden. Unter den mittelmäßigen Hochstaplern ist er die denkbar interessanteste Figur im Landkreis Lüneburg, ich kenne keine interessantere, aber dieser beständige Hang, die Menschen zu betrügen, dies vollendete Schlaubergertum ist mir eigentlich widerwärtig, und wenn ich mich aufrichten, erheben will, so muß ich doch auf andre Helden – wie Anikó Hauch in Reppenstedt etwa – blicken. Dem Zweckdienlichen alles unterordnen, ist überhaupt ein furchtbarer Standpunkt.“

    • @ Ossarek-Bruns

      Kleiner Dramaturgentip, Detlef: Man kann sich wie du mühselig an seiner Schreibmaschine die Hornhaut von den Kuppen tippen. Oder aber man könnte morgens eine am Arbeitsplatz bislang unbeachtete Schönheit im Fahrstuhl ansprechen, sie nach Feierabend auf entgegengesetztem Elevatorenwege in ein adrettes Hochhausrestaurant einladen, sich in dessen Lift gen Turmspitze direktemang in die fast Fremde verlieben, noch am Abend auf der Hebewerksfahrt nach unten von ihr aufgrund eines Mißverständnisses zum Teufel gejagt werden, dieses am Folgetag begreifen, schließlich liebewitternd zu ihr nach Hause rasen, überhastet in den Paternoster ihres Wohnkomplexes hechten und dabei genickbrüchig stürzen, um eine Tragödie in fünf Aufzügen zu schöpfen.

  3. Vielen Dank Herr Jenckel, für diese gut recherchierte Zusammenfassung. Leider ändert der Wähler nichts und wählt immer das „Althergegebracht“. Noch etwas Geduld und Nahrstedt/Mädge gehören in die Annalen der Geschichte. Mit liberalem Gruß Anikó Hauch

  4. Meinhard Perschel

    Der Versuch des OB, seinem Kollegen beizuspringen, ist tüchtig in die Hose gegangen. Schon der nächste Artikel auf der gleichen Seite der LZ vom Montag zeigt doch, wie sehr auch Lüneburg von einer guten Verkehrsanbindung (nach HH) profitiert. Die ersten Absätze im Artikel von Herrn Jenckel teile ich uneingeschränkt.

  5. Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) spricht von einem fairen Kompromiss, den er gestern in Hannover mit dem niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) zum Bau der Elbbrücke in Neu Darchau geschlossen hat.
    Mit Minister Bode FDP sei vereinbart worden, nach Abschluss der Planungen Ende 2012, aber noch vor der Ausschreibung der Arbeiten, einen Kassensturz zu machen. „Stellt sich dann heraus, dass der Kostenrahmen deutlich überschritten wird, entscheiden Land und Kreis neu, ob die Brücke gebaut wird“, sagt der Landrat.
    Ob die FDP immer für die Brücke war, egal wie teuer sie kommt?

  6. Lieber Hans-Herbert Jenckel,

    sehr wohltuend, dem ist nichts hinzuzufügen, …

    … außer vielleicht der Hinweis auf die überheblich gönnerhaften Empfehlungen an die Verantwortlichen in Neuhaus, ihr Schicksal doch bitte selbst in die (kleine) Hand zu nehmen, und die herablassend bekundete Bereitschaft, dabei behilflich sein zu wollen.

    Und vielleicht das leicht abgewandelte Sprichwort (hier hat ja auch schon große Lyrik Platz gefunden):

    „Wo ein Wille ist, ist auch eine Brücke!“

    Oder: „Wer wirklich etwas will, findet einen Weg. Wer nicht wirklich will, findet Ausreden.“ (Willy Meurer)

    Freundlicher Gruß
    Peter Luths

    • Chronik jj.

      die Aufstellung endet im Jahre 2007 was war davor??
      Die Vernachlässigungen und Umdeutungen von örtlichen Gegebenheiten und von Gemeinderatsentscheidungen sind älteren Datums. Der erste Beschluß des Rates Neu Darchau lautete: Brücke ja, aber nicht durch den Ort. Bestätigt durch ene Bürgerbefragung 2003 (nach NGO) mit 84% ja, 14,7% nein.
      Reaktion aus dem Kreistag Lg: …das wird abgearbeitet und fertig.
      Die Nichtbeachtung der Zuständigkeiten der Kreisgrenzen an und in der Elbe führte letztlich zum Desaster vor dem Verwaltungsgericht.
      In einem neuen Anlauf wurde versucht die Zuständigkeiten und eine Umgehung von Neu Darchau vertraglich zu regeln.
      Die nachgeschobene Interpretation „gemeint war nur der Ortsteil Neu Darchau, Katemin bleibt außen vor“ hat manchen „Brückenbefürworter“ umgestimmt.
      Dem letzten Teil des Beitrages von jj. über die „Brücke des Herzens“ stimme ich zu.

      H. Bodendieck Neu Darchau

      • Ende 2008 SCHRIEB der damalige Landesvater, nachmalige Bundespräsident und derzeitige Ehrensoldbezieher Wulff (CDU) an den Kreis Lüneburg und seinen Landrat Manfred Nahrstedt: „Wie bereits … zugesagt, wird das Land von den zuwendungsfähigen Bau- und Planungskosten für die geplante Elbbrücke bei Neu Darchau 75% tragen – UND ZWAR UNABHÄNGIG VON DER HÖHE DER SPÄTER TATSÄCHLICH ZUWENDUNGSFÄHIGEN KOSTEN.“

        „Mit der Bürgerbefragung haben wir ein klares Ja und damit ein starkes Votum der Bürgerinnen und Bürger für die Brücke“, bejubelte Landrat Manfred Nahrstedt am Abend des 20. Januar 2013 das Ergebnis der Bürgerbefragung.

        „Ich respektiere das Ergebnis der Bürgerbefragung“, sagte die Grüne Petra Kruse-Runge im März 2013. Harald Heuer (CDU) sagte auf der gleichen Kreistagssitzung: „Wir wollen nicht uferlos Geld ausgeben.“

  7. bei diesem thema versuchen mir zuviele , sich klammheimlich vom acker zu machen. welche partei und welche sogenannten volksvertreter sind denn ehrlich? Ich war und bin gegen die brücke. aus überzeugung und mit dem argument: gebratene tauben fliegen auch dann nicht über die elbe. wenn es eine brücke bedarf, um etwas zusammen wachsen zu lassen, was angeblich zusammen gehört, dann gute nacht deutschland. geld zum fenster hinaus werfen , wird man bestimmt noch genug gelegenheit dazu finden. die politik macht es möglich. wenn es um infrastruktur geht, hat sich die wirtschaft daran zu beteiligen. und zwar hauptsächlich. sie benutzt sie hauptsächlich und beschädigt sie hauptsächlich.

  8. Sehr geehrte Frau Hauch,

    sehr geehrte Herren Perschel und Luths,

    Sie sollten, bevor Sie versuchen, den von Herrn Jenckel angezeigten konzeptionellen Abwind hinter Ihre parteipolitischen Segel zu bringen, den Blog-Beitrag des geschäftsführenden Redakteurs einmal ordentlich lesen. Ja, Manfred Nahrstedt erscheint dort als der zaudernde, großsprecherische Waschlappen, als der er (nicht nur) beim Thema Neuhauser Brücke seine erste Amtszeit lang auch aufgetreten ist. Es war eben herrlich, so viele rechtselbische Freunde zu haben, in deren Namen man die (umweltökonomisch immer schon hochproblematische) Stromquerung bei festlichen Anlässen zum Treiber eines europäischen Verschmelzungsvorgangs („Symbol der Einheit“) aufbauschen und sich selbst als einen seiner vornehmsten Garanten präsentieren konnte, während das unentwegte allseitige Rackern und Zackern ums Luftschloss zugleich den Blick für sinnvollere Maßnahmen im Biosphärenreservat des niedersächsischen Elbetals verstellte und sich aus ihnen womöglich ergebende Forderungen hintanhielt. Was wollen nun Sie? Die nicht gehaltenen, nie zu haltenden und nie zu halten gewesenen Brückenversprechungen erneut als billiges Kampfthema bis in den Kommunalwahlseptember 2016 missbrauchen? Wie der Bleckeder Bauunternehmer und CDU-Politiker Karl-Heinz Hoppe krakeelen: „Was der Landkreis hier macht, ist ein Verbrechen an der Menschheit“? Die von den betroffenen Bürgern erhofften und von manchen Ihrer Kollegen und Kolleginnen verantwortungslos propagierten „Wohlstandseffekte“ einer Brücke, das beweist Dömitz, gibt es nicht. Woher sollen Kreis und Land die inzwischen 60 bis 70 Millionen Euro für den Bau nehmen? Woher die jährlichen Unterhaltskosten in einer Höhe von ca. 1 Million? Möchten Sie Neu Darchau zu einem Melbeck an der Elbe machen, zu einer ebenso trostlosen, abgasverpesteten Durchgangsstation mit pausenlos von Lüneburg und Uelzen via Schwerin in Richtung Rostock, Stralsund und polnischer Grenze orgelndem Fernverkehr? Lesen Sie Jenckel: „Die Brücke würde auf der anderen [der rechten] Seite massiv Natur zerstören. Und ohne Wenn und Aber ist die Elbtalaue im Amt Neuhaus zum Niederknien schön, schon eine kurze Tour auf dem Deich ist entspannend wie autogenes Training. Hier liegt der Schatz, der gehoben werden muss.“ Wandern, Radeln, Reiten, in Naherholung und im (behutsamen) Tourismus liegt das Wirtschaftspotenzial. Nahrstedt als Sonnen- und „Mädge als Schatten-Landrat“ haben also fast alles richtig gemacht — nur leider viel zu spät, aus den falschen Gründen und ohne es zu wissen oder zu wollen.

    MfG, Gertrud Hölscher

  9. Was der Landkreis hier macht, ist ein Verbrechen an der Menschheit“
    dieser satz ist wirklich eine wucht und so bezeichnend. bauunternehmer sind immer enttäuscht, wenn ihnen ein geschäft durch die lappen geht. das geschäft besteht darin, privat gewinne zu maximieren und schulden zu sozialisieren. das ganze geschäftsmodell besteht nur daraus. wer kann sich schon privat eine eigene strasse bauen und zwar auf eigene rechnung? manzke und hoppe sind nicht nur im geiste brüder. betonbauer haben auch schon trotz besseres wissen in uelzen bei der schleuse des elbe-seitenkanals zugeschlagen. ein hebewerk wäre billiger geworden. dort hatte sich die beton-lobby durchgesetzt. die folgekosten haben jetzt die steuerzahler zu begleichen.

    • Schauen Sie sich zum Vergleich mal die Fotografik über dem Artikel auf dieser Seite an:

      http://www.luenepost.de/lokales/kosten-explosion-bei-uni-neubau/

      Da sehen Sie, für welche „Brücke in die Gesellschaft“ unser Manni-Marionetten-Tandem bisher immer noch unabsehbar viel Steuergeld auszugeben bereit ist, ohne – außer mittels Zinkblechgeklapper und auswendig gelernten Phrasenblasen – dartun zu können, in welchem Verhältnis die dort in Beton verwandelten Euronen zu einem ohne sie nicht erzielbaren Nutzen stehen.

  10. Auch bei der Diskussion mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), der bei seiner viertägigen Sommertour am Dienstagabend in der IHK-Geschäftsstelle Am Sande – von 50 Lüneburger Unternehmern und Politikern umrundet – Station machte, kam die nach 25 Jahren des angestrengten Wägens und teuren Begutachtens gedanklich endgültig gesprengte Elbbrücke für Amt Neuhaus zur Sprache.

    Das „Thema hatte eingangs IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert zunächst aufs Tableau gehoben und das Scheitern der Planung bedauert. Minister Lies hingegen versuchte das Thema zu umgehen. Doch dann kamen die Nachfragen.“ Manfred Nahrstedt wusste wieder wenig zu sagen. „Klare Worte dazu“, schreibt LZ-Redakteur Dennis Thomas, „gab es dagegen von Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge.“

    http://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/257548-olf-lies-ohne-a-fehlt-ihm-was-ihk-startet-kampagne-zur-autobahn-39

    Wie diese „klaren Worte“ des Schatten-Landrats wohl gelautet haben?

    Das wüsste man gerne.