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Frau Scherf muss weg. Oder?

Hans-Herbert Jenckel
Hans-Herbert Jenckel

 

(Den Blog.jj schreibt der Geschäftsführende Redakteur und Online-Chef Hans-Herbert Jenckel, Kürzel jj. Gastkommentare sind willkommen)

 

 

Lüneburg, 9. September

Die noch amtierende Lüneburger Kreisrätin Monika Scherf hat vor zwei Jahren ihren Chef Manfred Nahrstedt brüskiert, sie ist gegen den SPD-Mann als Zugpferd der CDU in den Wahlkampf als Landrats-Kandidatin gezogen – und hat verloren.

Seither ist ihr Schicksal besiegelt. Schließlich hat sie gegen ein ungeschriebenes Gesetz verstoßen: Die parlamentarische Demokratie findet ihre Grenze im Parteibuch-Kodex. Der sieht keine Amnesie für unterlegene Gegner vor. Zumindest nicht, solange vornehmlich sozialdemokratisches Blut durch die Adern der Lüneburger Politik pulsiert.

Das rote Regiment und das sozialdemokratische Reglement sind streng. Das ist ein Geheimnis des dauerhaften Erfolg der Lüneburger SPD. Sie ist gut organisiert, straff geführt und straft ab. Das hat ein Ex-Jungstar wie Frank Stelter mal erlebt, das hat auch ein altgedienter Ex-Oberbürgermeister Schlawatzki im Rat ertragen müssen. Das macht die Politik manchmal nicht gerade sympathisch und herzlich.

Gut, es gibt Ausnahmen. Ulrich Mädge hat blendend und in stiller Großer Koalition mit dem Christdemokraten Jens Schreiber zusammengearbeitet, obwohl sie einst Konkurrenten um den Posten des Oberbürgermeisters waren. Allerdings hat Mädge auch Schreiber vom Stuhl geschubst.

Und natürlich gibt es große Gegenbeispiele. Wie heißt doch der aktuelle deutsche Außenminister? Genau, Frank Walter Steinmeier. Der Steinmeier, der Angela Merkel 2009 aus dem Kanzleramt drängen wollte. Der war schon vorher mal Außenminister, und Merkel setzt weiter auf Steinmeier. Das kann er.

Eigentlich hätte Monika Scherf, zumal als Parteilose, die besten Voraussetzungen gehabt im Amt zu bleiben. Über ihre Arbeit wird nicht hergezogen, auch nicht von den Sozialdemokraten. Zumindest nicht offen. Und ein Landrat könnte ja auch Größe zeigen und die gefühlte Illoyalität eines Wahlkampfes vergeben..

Doch offenbar nicht im Fall Scherf. Es kommt der Verdacht auf, es geht gar nicht in erster Linie darum, ob jemand gut oder schlecht arbeitet, vielmehr darum, ob er ins politische Farbenspiel passt.

Allerdings erwarte ich mir zum Rauswurf einer Kreisrätin ein paar Argumente mehr, als: Die wollte mich aus dem Sandkasten werfen. Die hat zwar ein demokratisches Recht wahrgenommen, aber das war mies. Hier muss schon eine Mängelliste folgen.

Im Grundsatz sollte jeder Chef froh sein, wenn in seiner Crew nicht nur Ja-Sager und Parteibuchgänger sitzen. Die anderen, die, an denen man sich reibt, sind in der Regel der bessere Kompass, um nicht völlig losgelöst, aber stromlinienförmig Kurs auf die Sackgasse namens „Große Langeweile“ zu nehmen.

Vielleicht wäre für Nahrstedt und Scherf ein Mediationstermin bei Merkel und Steinmeier der Ausweg.

Hans-Herbert Jenckel  

58 Kommentare

  1. Aber Herr Jenckel, Sie als ehemaliger Stadtsprecher schreiben sowas?
    einerseits bin ich begeistert, andererseits habe ich ein problem damit. warum ist eigentlich ein parteibuch nötig, um hier an den trog zu gelangen? Ich würde lieber parteilose in diesen ämtern sehen. diese 0,5% spaßvögel repräsentieren eh nicht die bevölkerung.

  2. Nein, Frau Scherf muss nicht weg. Mit einer so engagierten und von allen politischen Parteien in ihrer Arbeit hoch geschätzten Mitarbeiterin darf man so nicht umgehen, ausgenommen man ist SPD-Mitglied, Landrat und völlig empathielos – so wie Manfred Nahrstedt. Das diesem Mann jegliches Mitgefühl fehlt, hat er ja ganz dick bei der Debatte um die Elbbrücke bewiesen. Seine Aussage lautete, dass er keinem jungen Menschen raten würde im Amt Neuhaus zu bleiben. das sagt ja wohl genug über Herrn Nahrstedt.

  3. Lieber Herr Jenckel,

    ich kann Ihre Aufregung und die Schärfe Ihres Tons nicht nachvollziehen. Woran liegt es eigentlich, dass praktisch jeder, der über Nahrstedt redet, sofern ihm (oder ihr) nicht aus Eigennutz daran gelegen ist, den Landrat nicht noch weiter zu beschädigen, immer sofort den Eindruck vermittelt, man habe es bei ihm mit einem winzigen windempfindlichen, wachsweichen Würstchen zu tun, dessen Halt- und Genießbarkeitsdatum seit langem überschritten ist? Woher wissen Sie eigentlich, dass Frau Scherf vor zwei Jahren ihren Chef mit ihrer Kandidatur „brüskierte“? Hat er in Ihren Armen über die erlittene Kränkung geweint? Dann kommen Sie mit dem ganz großen Pathosvokabular: „besiegelte Schicksale“, „ungeschriebene Gesetze“, „Parteibuch-Kodizes“, „Gedächtnisverluste (Amnesien)“, „unterlegene, abgestrafte Gegner“, „pulsierendes Blut“, „Geheimnisse“ und „das rote Regiment“ der „straffen“ und unerbittlich unbarmherzigen „Organisation“, kurz: an ideologischen Zielen und Vorteilen orientierte Erpressung, emotionale Gewalt und wiederholte versuchte politische Einflussnahme, alles das gibt es Auf dem Michaeliskloster 4 in schaurigen, nachtschwarzen Meuchel- und Ränkeschmiedekonspirationen. Man glaubt sich in Coppolas „Paten“ von 1972 versetzt und stellt sich beim Lesen Ihres Artikels unwillkürlich darauf ein, vor dem Einschlafen erst einmal vorsichtig unter der Bettdecke nach dem abgesägten Pferdekopf zu schauen.

    Doch ist die Sache nicht viel einfacher und unspektakulärer? Ja, Frau Scherf hat ihre Arbeit als Kreisrätin gut gemacht. Aber Sie ist ihrem „Capo“ als Herausforderin entgegen getreten. Ihr Wahlamt kann jetzt neu ausgeschrieben werden. ICH würde es neu ausschreiben (, obwohl ich keine Jasager um mich herum möchte, sondern kompetente Fachleute und kluge Ratgeber, aber), WEIL ich keine Mitarbeiter in Spitzenpositionen dulden würde, auf die ich mich nicht verlassen kann, wenn es um den politischen Gegner geht. Was würden SIE tun, Herr Jenckel? Vertrauen schenken? Oder Ihre Möglichkeiten nutzen, mit vermindertem Risiko zu gestalten?

    Übrigens, Ihr vermeintliches Gegenbeispiel hinkt: Merkel und Steinmeier sind Koalitionspartner, Nahrstedt und Scherf nicht.

    • Frau Wirtz, sie widersprechen sich, sie wollen kompetente Fachleute, diese dürfen allerdings keiner anderer politischen Meinung angehören? Zum einen ist Frau Scherf Parteilos, zum anderen und viel wichtiger, ging es damals um den Landratsposten, also um einen Wahlbeamten, der eine Verwaltung führen soll und nicht um einen Parteiposten. Da sollte es um Kompetenzen gehen und weniger um Politik. Und um diese Kompetenzen sollte es auch bei der Kreisrätin gehen und die hat Frau Scherf bewiesen und das wurde allseits anerkannt. Wenn sie prominente Beispiele aus dem Politikbetrieb brauchen, nehmen sie einfach das Finanzministerium von Schäuble, der hat damals die SPD Stadtsekretäre wie beispielsweise Jörg Asmussen im Amt belassen, weil es um Kompetenz ging und nicht um die Umsetzung von Parteiprogrammen in einer Behörde.
      Im übrigen konnte und hat sich Herr Nahrstedt auf die Arbeit von Feau Scherf verlassen. Hier geht es ihm aus meiner Sicht um niedere Beweggründe. (Rache)

    • Woran liegt es eigentlich, dass praktisch jeder, der über Nahrstedt redet,…Woran das wohl liegt Frau Wirtz? Das sollte sich Herr Nahrstedt mal fragen. Im übrigen schreiben Sie selbst:…“Ja, Frau Scherf hat ihre Arbeit als Kreisrätin gut gemacht.“…. Um später von nicht verlassen können zu reden und Vertrauen schenken… Geht es Herrn Nahrstedt um etwas anderes als gute Arbeit? Er sollte mal in sich gehen.

  4. Au weia. Da ist aber jemand zu tiefst beleidigt. Ich meine Manfred Nahrstedt und die SPD in Lüneburg Stadt und Kreis. Fast schon wie eine Mimose. Die Politik zeigt einmal mehr ihr wahres Demokratieverständnis. Selbst überzeugende Leistungen und Argumente können die (künstlich) gewollten Gräben zwischen den politischen Lagern nicht überwinden.

    Das ist ein Trauerspiel der Demokratie und ein Armutszeugnis für den Arbeitgeber, Entschuldigung – natürlich den Dienstherrn (oh je! Das wär ja Gestern auch ein Reizbegriff bei „Hart aber Fair“ in der Gender-Diskussion gewesen).

    Einwandfreier und loyaler Einsatz im Dienst mit Anerkennung von allen Seiten können politische Barrieren nicht einreissen. Ein erbärmliches Zeugnis. Für wen? Das mag jeder für sich entscheiden wie er es versteht und sehen will.

    • Monika Scherf ist seit dem 1. Mai 2008 Kreisrätin des Landkreises Lüneburg. In der Sitzung vom 19. Februar 2008 wählte der Kreistag die gelernte Diplom-Ingenieurin für Bauplanung mit deutlicher Mehrheit bei sechs Enthaltungen und zwei Gegenstimmen in das damals neu geschaffene Amt. Bei der Stelle handelt es sich um eine WAHLBEAMTENSTELLE, die bis zum 30. April 2016 BEFRISTET ist. Die 43-jährige Regierungsdirektorin unterstützte Landrat Manfred Nahrstedt in den vergangenen acht Jahren schwerpunktmäßig in den Aufgabengebieten Finanzmanagement und Wirtschaftsförderung, und hier insbesondere bei der EU-Ziel 1 Förderung. Auch die Fachbereiche Ordnung und kommunale Angelegenheiten sowie Bauen und Umwelt wurden Monika Scherf zugeordnet.

      Landrat Manfred Nahrstedt freut sich nun auf die Zusammenarbeit mit der Kreisrätin noch bis zum 30. April 2016: „Der Landkreis braucht Verlässlichkeit. Mit Monika Scherf haben wir noch ein gutes halbes Jahr eine kompetente Kreisrätin für den Landkreis Lüneburg an Bord. Sie kennt unsere Region und verfügt über ein umfangreiches Know-how und sehr gute Kontakte.“

  5. Herr Nahrstedt hat vielfach bewiesen, gerade bei Großprojekten wie z. B. Brücke, Sportpark, Halle etc., dass er größere Projekte nicht managen bzw. zum Erfolg verhelfen kann. Er hat sich dank Parteibuch ein paar Schuhe angezogen, die ein paar Nummern zu groß sind. Das Problem solcher Menschen ist in der Regel, dass Sie keine Persönlichkeiten oder Kompetenzen unter sich dulden, da sie sich dadurch bedroht sehen. Sie scharren lieber schwache Leute um sich, anstatt sich die Fähigkeiten stärkerer zu Nutze zu machen. Wenn Herr Nahrstedt sich jetzt nicht besinnt und mit dieser Nummer durchkommt, geht in der Tat wieder ein Stück Demokratie verloren. Gerade als Gewinner der damaligen Wahl, sollte er doch die Größe haben der unterlegenden Person, die Hand zu reichen und nicht noch draufzutreten. Alles andere wäre Widerlich.

    • Hübsch auch Nahrstedts eigenmächtige A39-Liebeserklärung im Namen des Landkreises, eine schwer rumpelnde Übertölplung des Grünen Gruppenpartners, der Ende Juni (noch vor dem Elbbrückenaus, dem Bahnausbaudesaster für Deutsch Evern und der Breitbandvolte) für einigen Lärm im Kreistag sorgte, einen erhellenden LZ-Artikel zeitigte und süffisante Kommentare in großer Zahl hervorbrachte, von denen sich einige hier finden lassen: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/245730-koalitionsstreit-um-a39-erklaerung

  6. Herr Jenckel,
    wieso ist es mies, wenn Frau Scherf ihr demokratisches Recht für ein Amt zu kandidieren wahrnimmt?
    Warum relativieren und verniedlichen sie den Nötigungsversuch von Landrat Nahrstedt mit dem nicht witzigen aber lächerlichen Vorschlag, es einmal mit einer Mediation bei Steinmeier und Nahrstedt zu versuchen?
    Wo bleibt ihre Überparteilichkeit und Objektivität als Journalist und die der Landeszeitung?
    Ihr Kommentar stärkt die Zweifel an der Unabhängigkeit der Medien und befördert die Politikverdrossenheit.

    • Was ist ein Kommentar? Es ist ein Meinungsbeitrag, er nimmt Partei. Wofür, das haben Sie in diesem Fall missverstanden. Das nehme ich mir zu Herzen. LG hhjenckel

      • Herr Jenckel,
        ich kann kein Mißverständis erkennen. Mit meinen Fragen habe ich zum Ausdruck gebracht, dass ich das Verhalten des Landrats Frau Scherf gegenüber aus Sicht eines Bürgers, der parteipolitisch nicht gebunden ist und dem inner- und zwischenparteiliche Ränkespiele dieser Art zuwider sind, für vollkommen unangebracht halte. Zwar üben sie auch milde Kritik an der Verhaltensweise des Landrats und innerparteilichen Gepflogenheiten, aber aus dem Kontext ihres Kommentars wird deutlich, dass so etwas als gegeben und unabänderlich hinzunehmen ist. Es ist ihr gutes Recht sich so zu positionieren, aber von einem Redakteur einer unabhängigen Tageszeitung erwarte ich in einem solchen Fall eine größere Distanz und deutlichere Kritik Im übrigen bin ich gespannt, was sie sich, wie in ihrer Antwort auf meine Fragen vom 8. September angekündigt, zu Herzen nehmen.

        • Größere Distanz und deutlichere Kritik. Das möchten Sie.?Aha. Quadratur des Kreises also. Aber bitte anonym.

          Nochmal:
          Meine Meinung, von mir mit Klarnamen gezeichnet, finden Sie hier im Blog. Das muss Ihnen nicht gefallen.
          Ein Bericht ist was anderes. Finden Sie aber hier im Blog auch nicht.
          Und drittens: Das ist nicht die Zeitung. Das ist ein Online-Portal, Die Zeitung können Sie kaufen, dies hier haben Sie frei, einfach wegklicken. LG hhjenckel

          • so ist das herr jenckel, anonym und kräftig die backen aufblasen, so sind sie nun mal ,unsere scheindemokraten.

    • Das waren gute Fragen. Ich habe mal in einem amerikanischen Konzern gearbeitet, da konnte sich jeder intern weltweit auf vakante Stellen bewerben und hatte eine reelle Chance, wenn er die benötigten Qualitäten mitbrachte. Da wäre nie in Nahrstedtscher deutscher kleingeistiger Manier einer darauf gekommen beleidigt zu sein, weil er sich doch auch auf die Stelle bewerben wollte und für sich einen Vorrang ableiten würde. Peinlich und sehr unangenehm.

  7. Jürgen Hempel Lüneburg

    ist ja ein dicker Hund … die Alten sollten abdanken … so wie ich

  8. Also, ich finde das harmonisch konzertierte Gejammere von Bernd, Klaus und Klaus B., von Heidi, der Lüneburger CDU, FDP und der Linken, aber auch das von Herrn Online-Chefredaktor Jenckel einen Hauch zu selbstlos und edelmütig, um nicht den Verdacht des interessierten Parteigängertums, der diabolisch belustigten Schadenfreude oder ganz einfach des dummen, denkfaulen oder schlechtinformierten Mitschimpfenwollens herauf zu beschwören.

    Gewiss, die niedersächsisch sozialdemokratische Lex-Manifredo-Nahrstedtus von 2013, die dem blassen Amtsinhaber erlaubte, sich sieben weitere Jahre als komfortabel von Lüneburg und Hannover aus steuerbare Marionette zur Verfügung zu halten, hat manchen echten Demokraten, der bisher nur die Ränkespiele und Durchstechereien gewöhnt war, an den lauteren und aufrechten Gemeinwohlabsichten der alten Lüneburger und der neuen grünroten Landesregierung zweifeln lassen.

    Dennoch: Für Wahlämter, wie Monika Scherf eines bekleidet, gibt es keine Jobgarantie über die Laufzeit hinaus. Wer sich für so eine Position entscheidet, weiß das auch. Er (oder sie) weiß ebenfalls, dass es sich um ein politisches Arbeitsfeld handelt. Und wer meint, diese herausgehobene Stellung – absolut legitimer, ja, sogar begrüßenswerter, aber eben auch risikobehafter Weise – als Sprungbrett nutzen zu sollen und sich während des Wahlkampfes sogar bei der extrem rechtslastigen AfD nach Unterstützern umzuschauen, um den amtierenden Landrat abzulösen, der – sofern er nicht mit dem Klammerbeutel gepudert ist – wird einkalkuliert haben, im Falle eines Scheiterns seiner Ambitionen sich, wenn nicht sofort, dann spätestens nach Ablauf der regulären Amtsperiode, nach einer Tätigkeit außerhalb der Kreisverwaltung umschauen zu müssen.

    Das Lamento, das jetzt von Frau Scherf, von den Lüneburger Minderheitenparteien und deren Unterstützern in Presse und Presseforen angestimmt wird, ist nichts Anderes als eine müde Mischung aus verspätetem Sommertheater und verfrühtem Kommunalwahlkampf.

    Was um Himmels Willen ist denn so schlimm daran, wenn heuer eine um Bedeutsamkeit bemühte Ernährungsberaterin oder ein alternder, nach einer angemessenen Sinekure Ausschau haltender Postbote in Zukunft eine Aufgabe unter dem sensiblen und anstelligen Lockenkopf Manfred erledigen, welcher zu genügen die seit Monaten in alle Windrichtungen Bewerbungsschreiben raushauende Monika Scherf mit Sicherheit nicht die einzige kompetente Kraft ist — weder rechts noch links des brückenlosen Lünelüchower Elbabschnitts ?

    • Karl Janssen, ich jammer nicht, ich stelle nur fest. nennen sie mir einen grund, der bestand hat, warum politik mit ihren parteien sich die schlüsselpositionen in der gesellschaft aneignen müssen, sollen, oder dürfen? es gibt keine jobgarantie? wenn ein beamter keine goldenen löffel klaut, hat er die garantie.

      • Hallo Herr Bruns

        Sie als Realist, als Selbstdenker und als erfahrener, lange Jahre hart am Mann geschulter, mit allen Wassern des innerparteilichen Stellungs- und Zermürbungskrieges gewaschener Lüneburger Politprofi sollten wissen, dass der Grund lautet, der von unserer Verfassung garantierte und gesetzlich geregelte Kampf um Machtpositionen und deren Behauptung zum Zwecke der verbindlichen Entscheidung in Angelegenheiten unseres Gemeinwesens IST per definitionem Politik. Man kann sich nicht (jedenfalls nicht, ohne sich lächerlich zu machen) hinstellen und als Außenstehender fragen, ob das „so sein muss, soll oder darf“. Nur wer aktiv am Spiel teilnimmt, bekommt oder erlangt – vielleicht – irgendwann einmal die Chance, zu gestalten und etwas zu verändern. Wer sich auf´s Zuschauen beschränkt, steht dumm da und darf laut blöken, aber es schert niemanden.

        Ein Wahlbeamter ist kein Beamter. Er ist ist ein hauptberuflich leitender Beamter einer Gemeinde, Stadt, eines Landkreises oder sonstigen Körperschaft, Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts, der durch Wahl für einen befristeten Zeitraum (hier: von acht Jahren) berufen wird und dabei die für sein Amt erforderliche Eignung, Befähigung und Sachkunde besitzen muss.

        • sie haben vieles richtig erkannt. ein wahlbeamter ist kein ,,richtiger ,,beamter. nur, in der zeit, wo er gewählt wurde, von wem auch immer, ist er beruflich und in der existenz in sicherheit. wer noch?

        • Bruns hat doch versucht, an Schaltstellen zu gelangen, dummerweise hat der Wähler nicht mitgespielt. Da muss man halt in Kommentarspalten und sonstwo dicke Backen machen.

        • ich war in drei parteien , um deren theater kennen zu lernen. ich habe sie kennengelernt. für mich sind parteien verhikel. sie transportieren. ob es sinnvoll ist, was sie transportieren, dass war immer schon die frage. ich befürchte, die wähler rechnen sich da zuviel aus. die eine partei kann nicht, wie sie will, die andere darf nicht, sonst ist der koalitionsfriede gefährdet. ich würde hawk wählen.

    • Ach du meine Güte, ihr Beitrag ist hoffentlich zynisch gemeint oder glauben Sie tatsächlich Herr Nahrstedt wird Kruse-Runge oder Meihsies als Nachfolger von Frau Scherf ins Amt hiefen? Ich meine mich zu erinnern, dass die Grünen selbst schon bemerkt hatten, dass die beiden für weiterführende Aufgaben nicht geeignet sind oder ist das der Preis, den die Grünen zur Zustimmung zur Ausschreibung von Frau Schelfs Job gefordert habe,n um die beiden evt. aus der Grünen Parteipolitik zu Entsorgen? Herr Nahrstedt wird hoffentlich das Amt der Kreisrätin nicht schwächen wollen.
      Ihre Belustigung, dass Frau Scherf Bewerbungen schreibt kann ich allerdings nicht teilen, dazu hat sie sich selbst gegenüber schon die Pflicht, da ihr Chef sie versucht aus dem Verkehr zu ziehen.

  9. Jeder ernstzunehmende Vertreter der Mehrheitsgruppe im Kreistag bestätigt – zum Teil hinter vorgehaltener Hand – die fachlich einwandfreie Arbeit der Kreisrätin Monika Scherf, nicht ohne jedoch gleich hinterherzuschieben, sie habe sich mit ihrer Kandidatur als Landrätin gegen den Amtsinhaber gestellt.

    Hat Frau Scherf das wirklich?

    Zum einen hat sie ein demokratisches Recht wahrgenommen, das zu respektieren auch Sozialdemokraten für sich regelmäßig in Anspruch nehmen.

    Zum anderen jedoch hat Frau Scherf ihre Kandidatur zu einer Zeit bekanntgegeben, als der Landrat aus Altersgründen noch gar nicht wählbar und damit als Kandidat ungeeignet war. Erst nach einer Gesetzesänderung durch die SPD-geführte Landesregierung – „Lex Nahrstedt“ – konnte er erneut antreten. Und sich dank des Verzichts des Gruppenpartners auf einen eigenen grünen Kandidaten mit 50,5 Prozent knapp durchsetzen.

    Nicht Frau Scherf hat „gegen“ Herrn Nahrstedt kandidiert – es war umgekehrt.

    Ob sich der grüne Gruppenpartner seinen Verzicht auf einen eigenen Kandidaten mit der Zusage hat schmackhaft machen lassen, den nächsten Kreisrat stellen zu können, werden wir sehen.

    • Nun, Herr Luths, etwas über die Hälfte der berechtigten Bürger (52,1 %) ist im Mai vorigen Jahres zur Wahl gegangen, von der etwas über die Hälfte (mit 50,5 Prozent der Stimmen aber die – zugegeben sehr, sehr knappe – absolute Mehrheit) für Manfred Nahrstedt votiert hat.

      Es mag ja zutreffen, dass „jeder ernstzunehmende Vertreter der Mehrheitsgruppe im Kreistag (…) die fachlich einwandfreie Arbeit der Kreisrätin Monika Scherf“ bestätigt (Wieso eigentlich nur „unter der Hand“?), und es trifft zu, dass Frau Scherf „ein demokratisches Recht wahrgenommen hat, das zu respektieren auch Sozialdemokraten für sich regelmäßig in Anspruch nehmen“. (Auch Christdemokraten übrigens. Herr Pols etwa kann ein Lied davon singen.)

      Zur „Lex-Nahrstedt“: Die ab dem 1. Januar 2014 gültige Neufassung von Abs. 5 in § 80 NKomVG enthält die Regelungen zur Wählbarkeit von kommunalen Hauptverwaltungsbeamtinnen oder Hauptverwaltungsbeamten. Mit der Festlegung, dass der HVB am Wahltag mindestens 23 Jahre, aber noch nicht 67 Jahre alt sein muss, ist hinsichtlich der Wählbarkeit eine Anpassung an das gesetzliche Renteneintrittsalter erfolgt. Wegen der theoretischen Möglichkeiten einer fast zehnjährigen letzten Amtszeit können damit HVB in Einzelfällen bis zum 77. Lebensjahr amtieren.

      ABER was nutzen all diese Hinweise? Und was soll das läppische Spekulieren über die mutmaßlichen (emotionalen) Beweggründe unseres Landrates? Und wie grotesk und anmaßend ist die mit drohend erhobenem Zeigefinger vorgetragene „Erwartung“ von „ein paar Argumenten mehr zum Rauswurf einer Kreisrätin“? Wie unverfroren die unangenehme Weiterungen andeutende Forderung: „Hier muss schon eine Mängelliste folgen“?

      Nahrstedt ist leider, leider eine schwache Figur in einem bedeutenden politischen Amt und in einer wichtigen Verwaltungsfunktion. Er wäre 2014 besser in den wohlverdienten Ruhestand gegangen und hätte einem/einer klügeren, leistungsfähigeren und jüngeren Nachfolger/in Platz gemacht. Doch da er wieder gewählt wurde und geblieben ist und weiterwurstelt, hat er, auch wenn man ihn nicht mag, Anspruch darauf, dass seine Entscheidungen respektiert werden. Frau Scherfs Qualitäten und guten Rechte hin und her, die Stelle der ersten Kreisrätin darf, kann und wird jetzt nach Ablauf ihrer Amtszeit neu ausgeschrieben werden. Herr Nahrstedt möchte sie mit einer kompetenten Person SEINES Vertrauen besetzen. Das ist sein gutes Recht. Wer öffentlich Vermutungen über seine (unlauteren oder gar „niederen“) Motive anstellt, setzt nicht Nahrstedt, sondern sich selbst herab, macht sich unglaubwürdig — und auch ein wenig lächerlich. Politik ist die Kunst des Möglichen. Sie hat mit Tatsachen zu rechnen, nicht mit Kitsch, Talmi und erheucheltem Gefühlskomfort. «Politik ist weder eine Wissenschaft noch eine Kunst, sie ist nicht einmal ein Handwerk, sie ist ein von Tag zu Tag sich neu orientierender Pragmatismus, der bemüht sein muss, die Macht und deren Möglichkeiten übereinander zu bringen.» Das sagte nicht Bismarck, Metternich oder Napoleon, sondern der linke katholische Pazifist Heinrich Böll.

      • eigentlich schade, was ist schade? die anonymität ,die sie hier nutzen, anstatt mit dem echten namen zu erscheinen,herr jansen. erwarten sie noch etwas von der gesellschaft? haben sie die befürchtung, es würde nach hinten losgehen, wenn sie mit ihrem richtigen namen hier erscheinen? sehen sie, ich freue mich über jeden tag, den ich noch erleben darf. durch meine distanz zu den gegebenheiten ,kann ich mir eine gewisse freiheit und gelassenheit leisten. krankheiten können auch was gutes bewirken. wir leben in einer gesellschaft von gutachterunwesen, von lobbyisten und von deren opfern. und dann gibt es noch die spezialdemokraten. diese gattung tut mir nur noch leid. sie erscheint anonym , arrogant, beleidigend und fühlt sich unermesslich stark. diese ,,wichte,, sind ein spielball der gesellschaft und sie merken es nicht einmal. ich habe mich bewusst von dieser spezies distanziert und erscheine nur mit meinem echten namen. ich kann es nur empfehlen.

        • Oh mein Gott, Bruns, da hat Ihnen Herr Jenckel ja eine nette Steilvorlage serviert, jetzt können Sie die nächsten zehn Kommentare dankbar auf dem Thema Anonymität herumreiten. Jenckel könnte erwirken, dass man nur noch mit echtem, nachgeprüften Namen hier kommentieren dürfte, tut es aber nicht, weil er weiß, dass dann das Forum hier tot wäre. Denn wer will nur Ihre Kommentare, Bruns, lesen. Das wäre doch arg trostlos.

          • anonymus, sie dürfen doch gern anonym bleiben. wenn es ihnen spaß macht, zu einer bestimmten spezies zu gehören. warum meinen sie, dass forum wäre tot, wenn man nur mit dem klarnamen hier postet? meinen sie wirklich, die meisten hätten dann angst vor der eigenen courage? warum eigentlich? befürchtet man zu oft beim lügen ,oder stänkern erwischt zu werden? der trend geht auch in foren richtung klarnamen. wer unterhält sich schon gern ernsthaft mit geistern?

        • Herr Bruns, hatten wir diese absurde Debatte nicht schon ein paarmal? Und können wir, solange zur Sache gesprochen wird (was Sie als einziger mal wieder NICHT tun) , nicht jedem selbst überlassen, unter welchem Absender er postet? Wollen Sie die Rats- oder Kreistagsmitglieder verscheuchen, die hier – aus wer weiß welchen Motiven – unter Alias-Namen mitmischen? Stellen Sie sich vor, Herr Bruns, als im späten 18. Jahrhundert drei Männer für die repräsentative, republikanische Demokratie eine bis heute noch in vielen Aspekten gültige Streitschrift verfassten, da veröffentlichten sie diese unter Pseudonym. Publius war der gemeinsame Name, unter dem Alexander Hamilton, John Jay und James Madison die Debatte um die US-Verfassung und den Nationalstaat befeuerten. Waren sie nicht, genau genommen, für ihre Leser anonym? Wer hätte den Weg zu ihnen wirklich zurückverfolgen können? Die Geschichte ist voller Menschen, die unter „falschem“ Namen – was ist ein richtiger? – agiert haben. Die wenigsten waren schlimme Finger, einer wurde sogar Bürgermeister Westberlins und Bundeskanzler. Wir akzeptieren Namen, nehmen sie als gegeben hin.
          Anonymität ist dabei der Standard, mit dem wir uns bewegen. Auf der Straße tragen wir kein Namensschild. Wer in Lüneburg, Hamburg oder an anderen Orten gegen Extremismus und Xenophobie demonstriert, ist anonym in der Masse unterwegs. Wenn wir zu einer Diskussionsveranstaltung gehen, müsen wir uns in der Regel nicht ausweisen. Und wenn wir einen Leserbrief an eine Zeitung schreiben, kann die andere Seite nicht nachvollziehen, ob es uns wirklich gibt. Natürlich gibt es immer wieder Möglichkeiten, unsere grundsätzliche Unbekanntheit aufzuheben. Nur: wie viele jener Menschen, mit denen Sie täglich interagieren, konfrontieren Sie mit Ihrer sogenannten Identität? Dieser Text entsteht im Café. Wie absurd wäre doch die Vorstellung: „Guten Morgen, mein Name ist Falk Lindemann und ich hätte gern einen Kaffee.“ – „Guten Morgen, ich bin Friedbert Frühstück, hast du sonst noch einen Wunsch?“ Es ist die Natur von Anonymität: Sie ist ein Gedankenkonstrukt und praktisch nur relativ. Mit genügend Informationen über einen Akteur ließe sie sich immer aufheben, in der Praxis ist sie eher eine Pseudonymität.

          Das Unbehagen gegenüber der „anonymen Masse“ im Internet, die sich in Teilen unflätig benimmt, ist nur zum Teil der Anonymität geschuldet. Für die soziale Interaktion ist es irrelevant, ob wir mit Michaela Müller oder I. Gitt diskutieren. Primär ist es eine Diskussion um Verhaltensregeln, Normen und Anstand. Manche wissen sich schlicht nicht zu benehmen, Herr Bruns.

          Bei Ihnen ist das ja, Gott sei Dank, anders. Und wer ehrabschneidend ad personam keilt, blindwütig pöbelt und Hassparolen rausschleudert, humanitäre Standards missachtet oder Gestze verletzt, wird aussortiert und von Herrn Jenckel zum Gespräch gar nicht erst zugelassen.

          Gut so!

          Meine Meinung!

          • Jutta, ihre Aussage stimmt nicht.,,Und wenn wir einen Leserbrief an eine Zeitung schreiben, kann die andere Seite nicht nachvollziehen, ob es uns wirklich gibt,,.
            die braune post in meinem briefkasten spricht eine andere sprache. und sie können mir glauben, diese post ist auch ein grund, um so weiter zu machen, wie bisher.

          • Jutta, ich habe mich mit ihren aussagen intensiv beschäftigt. sie verwechseln da was. die gestaltung der öffentlichkeit und das leben in ihr. wenn ich etwas kaufe, werde ich erst dann nach meinem namen gefragt, wenn ich nicht gleich bar bezahlen kann. bei einem kredit sieht dieses schon ganz anders aus. versuchen sie da mal anonym zu bleiben. die frage ist doch hier, wer will hier wem etwas verkaufen? wer ist bereit kredit zu geben und wer ist bereit sich zu verschulden? wenn jemand anonym erscheint, darf er keine ansprüche gelten machen, welch eine zeitverschwendung. wer dieses forum nur als zeitvertreib nutzt, darf auch hier gern den kaiser von china spielen, derjenige, der aber wert darauf legt, antworten zu bekommen, die auch ehrlich gemeint sind, kann hier nicht anonym erscheinen. und wenn es parteisoldaten tun, tun diese mir leid. sie werden keinen einzigen zusätzlichen wähler gewinnen.

      • ihr Böll Zitat hin oder her, wir leben in einer Demokratie und da hat sich Politik und Herr Nahrstedt zu erklären und da sollten in der Tat stichhaltige Argumente kommen, denn als Bürger möchte ich wissen was die Entscheidungsträger leitet. Ich möchte als Bürger auch nicht alles durchgehen lassen und das darf man zum Ausdruck bringen und das hat dann weder etwas mit grotesk, anmaßend, unverschämt zu tun. Wer öffentliche Vermutungen äußert setzt sich auch nicht selbst herab sondern zeigt nur das in diesem Fall Herr Nahrstedt sein Handeln nicht glaubwürdig begründet. Im übrigen ist eher ihr Kommentar arrogant und herabsetzend welches Sie mit ihrem unangebrachten Böll Zitat kaschieren wollen. Was sie beschreiben ist Diktatur für eine Wahlperiode bei der man zu fressen hat was vorgeworfen wird. Und sie nennen das dann noch geschmeidig respektieren. Demokratie hat meines Erachtens mit dem Ringen um die richtigen Entscheidungen mindestens bis zum Abstimmungstag zu tun bei denen auch noch andere im Kreistag abzustimmen haben. Man darf nicht alles unkommentiert durchgehen lassen und von einer Opposition verlange ich auf die Problemzonen hinzuweisen und alternativen aufzuzeigen. Ich finde in diesem Fall ist die Opposition besonders auch Frau Scherf gegenüber verpflichtet, denn was Herr Nahestedt macht ist unter aller Sau und darf gebrandmarkt werden. Evt. verhindert das bei der nächsten Wahl eine wie von ihnen bezeichnete schwache Person wie Nahrstedt. Nicht alles was einem die Macht erlaubt ist richtig und schon gar nicht respektabel.
        Gruss Klaus

        • Sehr geehrte Frau oder Herr Klaus,

          Ihr Geschecht, Ihre ethnisch-geographische Herkunft, Ihre religiösen Überzeugungen und Ihre gastronomischen Präferenzen hin oder her, damit, dass „wir in einer Demokratie leben“, haben Sie hoffentlich recht. Auch Ihre Wissbegier hinsichtlich dessen, „was die Entscheidungsträger leitet“, scheint mir, wie Sie andeuten, ein verbreitetes Anliegen und zählt – Stichworte: Informationsrecht und Auskunftpflicht – zu den Grundelementen unserer politischen Verfassung. Doch gibt es Grenzen der Transparenz, die überall dort zu beachten sind und – in der Regel – auch von allen Beteiligten beachtet werden, wo andernfalls das Funktionieren der administrativen Arbeitsprozesse eingeschränkt, behindert oder unmöglich gemacht wird.

          Die Bestellung von Dezernenten (hier „Kreisrat bzw. -rätin“) ist ein eminent wichtiger politischer Vorgang, um den sich aber ein engagierter Bürger oder eine engagierte Bürgerin im Normalfall nicht groß schert. Sogar die noch viel wichtigere „Berufung“ von Beigeordneten, Gesellschaftern sowie Aufsichtsräten kommunaler Betriebe oder gar die Inauguration von Regierungspräsidenten oder Staatssekretären interessiert den wachen, politisch interessierten und gut unterrichteten Beobachter meistens überhaupt nicht. Zum guten Teil beruht das darauf, dass man weiß – oder meint zu wissen -, es komme auf die Führungsfigur an, die sich den Stab ihrer wichtigsten Hilfs- und Nebenkräfte dann schon nach Maßgabe von Kriterien der Sachkunde, der Erfahrung und Lenkungsqualitäten, also der Eignung, aber auch – und gewiss nicht zuletzt – der Vertrauenswürdigkeit und persönlichen Loyalität würde zusammenstellen, sobald formale Kautelen dies zuließen.

          Genau eine solche Gelegenheit, eine für seine eigenen Wirkmöglichkeiten entscheidende Vertrauensposition neu zu besetzen, ist unserem Landrat nun gegeben. Auch wenn sich Verdächtigungen aller Art aufdrängen, da Frau Scherf Herrn Nahrstedt im Wahlfrühling herausgefordert hatte, ist es zwar erlaubt und im Hinblick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen auch leicht zu erklären, aber ungebührlich bis an die Schwelle des mangelnden Anstands dem „Chef“ zu unterstellen, er markiere die beleidigte Leberwurst, um kaltherzig eine Kränkung seiner gockelhaften Eitelkeit zu entgelten.

          Die Stelle muss zwar nicht, aber KANN nun nach Ablauf der vollen Amtsperiode von Frau Scherf neu ausgeschrieben werden. Über die Gründe der Neuausschreibung dieser Vertrauensposition ist Manfred Nahrstedt qua Gesetz NIEMANDEM Rechenschaft schuldig – nicht einmal „dem“ Bürger und also auch nicht Ihnen, Frau oder Herr Klaus! Erst die später in Frage kommenden Bewerber – unter denen wieder aufzutauchen, Frau Scherf keinesfalls verboten ist – müssen sich den Ausschüssen und dem Kreistag vorstellen und einer oder eine wird letztlich mit einfacher Mehrheit – vermutlich die der „regierenden“ Gruppenpartner – zur neuen Kreisrätin oder zum neuen Kreisrat gewählt.

          An dem ganzen Vorgang, den Herr Nahrstedt im Übrigen bereits vor zwei Jahren angekündigt hat, ist nichts Verwerfliches und nichts, was die fachliche Kompetenz von Frau Scherf auch nur berührt. Nahrstedt wünscht sich eine mindestens ebenso kompetente Besetzung, aber eben eine, der er sein Vertrauen schenken kann.

          Wie gesagt, ich halte Manfred Nahrstedt für eine Fehlbesetzung schon seit 2006. Doch nichts an seinem Tun im Kasus Scherf ist „unter aller Sau“ oder müsste durch Vorlegen einer „Mängelliste“ gerechtfertigt werden. Ebenfalls, dies sei in Richtung Peter Luths gesagt, ist nichts daran, was ein vorderes Mitglied der Wirtschafts- und Mittelstandsvereinigung der Lüneburger CDU für den bevorstehenden Wahlkampf sollte auszuschlachten versuchen, wenn es nicht z. B. an ausgeschiedene, in ihrem Drang nach oben vermeintlich unberücksichtigte Justitzminister erinnert werden möchte, die dem Vernehmen nach ausgeschiedenen Ministerpräsidenten zu einem Ehrensold vor der Zeit sollen verholfen haben, indem sie deren Bundespräsidentschaft mit – sagen wir mal – großem Missvergnügen „begleitet“ haben.

          • Hallo, Herr „Janssen“,
            der zeitliche Ablauf der Nominierungen von Frau Scherf und Herrn Nahrstedt mit der zwischenzeitlichen „Freischaltung“ durch die Landesregierung, damit Nahrstedt überhaupt noch Kandidat sein konnte, ist doch nun hinlänglich bekannt. Wie kommen Sie immer noch dazu, zu behaupten, „Scherf sei gegen Nahrstedt angetreten“. Auch Ihre Auslegung, Nahrstedt habe „den ganzen Vorgang bereits vor zwei Jahren angekündigt“, entspricht nicht der Wahrheit. Bei wem – außer im privaten Bereich – hätte er dieses denn tun können, als noch nicht nominierter Kandidat? Oder meinen Sie etwa das angeblich stattgefundene „Wenn – Dann – Drohgespräch“ zwischen Nahrstedt und Scherf? Dieses finden Sie also nicht verwerflich? Wer könnte denn schlussendlich hier wem nicht vertrauen.
            Nahrstedt hat als Landrat das umzusetzen, was der Kreistag beschließt und hat nebenbei die Verwaltung zu führen. Ich glaube kaum, dass Frau Scherf da irgendwie aus der Reihe tanzen konnte. Und die persönlichen Befindlichkeiten des Nahrstedt sind hier fehl am Platze.
            Im Hamburger Abendblatt konnte man unmittelbar nach ihrer Nominierung zur Kandidatin (5. November 2013, noch vor der Lex Nahrstedt) lesen, dass sie sich zum Ziel gesetzt habe, dass nach erfolgreicher Wahl „der Schmusekurs mit der Hansestadt Lüneburg beendet wird“ und sie dafür sorgen wolle „die Kreativität der Mitarbeiter auszuschöpfen“.
            Kenner bzw. Beteiligte, und dazu rechne ich Sie, sehr geehrter Herr Janssen, wissen daher auch, warum diese Trennung von Frau Scherf nun vorgenommen werden soll.

          • Touché!

            In der Sache Nahrstedt vs. Scherf erkenne ich meine Niederlage an, liebe Helga Dreyer — halb jedenfalls. Denn ich hätte Sie gerne dazu gebracht, das lachhaft billig komponierte Exekutionsgemälde noch etwas plastischer, detailreicher und farbiger zu beschreiben, als bis hierher geschehen. Doch ist eine Fortsetzung unserer kleinen Bildbefragung nach der maieutischen Methode über das Wochenende hinaus offenbar nicht mehr gewünscht. Herr Jenckel hat das Thema mit Staunen machender Eile bereits wieder gewechselt.

            Bitte grüßen Sie Advokatus Luths, sollte er Ihnen in den nächsten Tagen im Spiegelkabinett von Herrn Pols begegnen.

          • Nicht so schnell!

            Schon am 30. September 2014 war in der L Z zu lesen: „Spätestens nach der Niederlage gegen Manfred Nahrstedt bei der Landratswahl war Monika Scherf klar: Ihr Engagement als Kreisrätin im Landkreis Lüneburg hat ein Verfallsdatum: In zwei Jahren endet ihre Dienstzeit. Bis dahin sollte sie also tunlichst eine neue Stelle gefunden haben. Das hat ihr auch Wahlgewinner Nahrstedt unmissverständlich nahe gelegt. Da passt es, dass der benachbarte Heidekreis mit seinen knapp 140000 Einwohnern zurzeit auf der Suche nach einer neuen Ersten Kreisrätin ist. Auf der Bewerberliste steht nach LZ-Informationen auch ein Name aus Lüneburg der von Monika Scherf. Doch die wollte sich gestern auf Anfrage zu einer möglichen Kandidatur nicht äußern: ,Kein Kommentar.'“

            Und dies zur Chronologie: Erst am 24. Oktober 2013 hat Monika Scherf auf der Nominierungsveranstaltung im Lims in Erbstorf öffentlich bekannt gemacht, dass sie für die CDU bei der Landratswahl im folgenden Jahr antritt. In LGheute hieß es am 31. Oktober 2013: „Mit beeindruckender Mehrheit hatte die parteilose Lüneburgerin und amtierende Kreisrätin des Landkreises Lüneburg die auf dem Kreisparteitag der CDU versammelten Mitglieder für sich gewinnen können. 143 der anwesenden 145 Mitglieder stimmten für Monika Scherf, die ohne Gegenkandidat angetreten war. Bei der Wahl am 25. Mai 2014 wird sie aller Voraussicht nach gegen Amtsinhaber Manfred Nahrstedt antreten, der sich noch einmal zur Wahl stellen will, sofern die von der Landesregierung geplante Änderung des Niedersächsischen Wahlrechts rechtzeitig in Kraft ist.

            (…)

            Dass Monika Scherf voraussichtlich gegen ihren jetzigen Chef, Landrat Manfred Nahrstedt, antreten muss, bekümmert die ausgebildete Diplomingenieurin nicht. Ihre Entscheidung, sich als Kandidatin zu bewerben, sei gefallen, als noch nicht bekannt war, dass das Land durch eine Änderung des Wahlgesetzes und einer Anhebung der Altersgrenze auch 67-Jährigen noch eine Kandidatur ermöglichen wolle. Nahrstedt hätte, sollte die Änderung rechtzeitig wirksam werden, dann noch einmal die Möglichkeit, sich aufstellen zu lassen. Er hat bereits sein Interesse an einer weiteren Amtsperiode signalisiert.“

            Folglich hatte Herr Janssen Recht:

            1.) Monika Scherf war vom ersten Augenblick ihrer Kandidatur klar, dass sie im Falle einer Wahlniederlage später auch keine zweite Amtszeit als Kreisrätin würde erlangen können.

            2.) Monika Scherf war im Augenblick ihrer Entscheidung für die Kandidatur sehr wohl bekannt, dass der greise Nahrstedt noch einmal ins Amt WOLLTE , nur ob er’s auch KONNTE war noch nicht entschieden, doch war bekannt, dass eine gesetzliche Neuregelung sehr bald kommen musste.

            3.) Es bleibt das Faktum, dass Nahrstedt die Position ohne längere Begründung neu ausschreiben darf. Erodiertes, eingeschränktes oder mangelndes Vertrauen in eine ansonsten fachlich untadelige Führungskraft reicht völlig aus, um seinen Schritt zu legitimieren.

            4.) Nahrstedt ist ein schwacher Politiker, der ohne seinen „HanseRathausSchatten“ in vielen Fällen kaum ein noch aus wüsste, doch ihm einen Strick aus dem beruflichen Scheitern von Monika Scherf drehen zu wollen, ist eher lausig als läppisch.

            Trauriges Fazit:

            Nicht einmal die Skandale des Landrates Nahrstedt haben Format.

          • „Nicht einmal die Skandale des Landrates Nahrstedt haben Format“ ?

            Warten wir mal ab, was die sogenannten Finanzierungsplanungen des Leuphana-Libeskind-Neubaus für den Kreis und damit für (unter anderen) Herrn Landrat Nahrstedt und das Portemonaie der Kreisverwaltungsbörse bei Jürgen Wiegert noch an desaströser Sprengkraft entfalten.

            Ich denke, da bahnt sich ein Skandal von erheblichem „Format“ an.

        • Klaus, wer ist wem verpflichtet? wird bei der arbeit und im privatleben auch rücksicht genommen? damit meine ich außerhalb der politik. träumen für die gerechtigkeit, darf jeder. wo steht geschrieben, dass es bei uns immer gerecht zugehen soll? eine ellenbogengesellschaft, die wir nun mal sind, denkt in erster linie nur an sich selbst. frau scherf tut mir leid und zwar nur aus einem grund. auf ihren buckel wird sich gerade selbstprofiliert. und dieses ist nicht nur traurig.ob diese deabatte, die losgetreten wurde, von wem auch immer, frau scherf für die zukunft helfen wird, bezweifle ich sehr. und das ist die krux, wirklich helfen will im kern niemand. warum auch?

        • Zitat Gruss Klaus: „Was Sie beschreiben, ist Diktatur für eine Wahlperiode, bei der man zu fressen hat, was vorgeworfen wird.“

          Das erinnert mich an Brigitte Mertz, Manfred Nahrstedts Partei-Freundin und Mitglied des SPD-Gemeinderates in Netze, die „den Bürgern“ im Kreis neulich ganz klare Auskunft gegeben hat, nach welchem Grundsatz unsere Sozialdemokraten sowas wie Bürger- und Mitsprachebegehren behandeln. Wenn das Volk draußen im Lande an gegebene Versprechen erinnert oder Aufklärung wünscht, sagt man ihm einfach, wie es tatsächlich ist: “Demokratie heißt, dass ihr alle fünf Jahre wählen geht, den Rest überlasst ihr uns” !

          http://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/239958-anwohner-der-milchbergsiedlung-in-neu-neetze-laden-spd-politiker-ein#comment-49693

  10. „Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.“

    (Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow)

    • Erfreuliche Polit-News aus Lüneburg

      Die AfD würde nach Wiedereinführung einer Sperrklausel derzeit an der Fünfprozenthürde scheitern (auch an einer Zehnprozenthürde übrigens).

      Die FDP (müssen Sie nicht kennen) liegt bundesweit nach wie vor bei vier Prozent (Tendenz fallend).

      Auch die SPD wird aller Voraussicht nach im kommenden Stadtrat und Kreistag nicht mehr vertreten sein.

      Die Grünen haben sich aufgelöst. (Oder hat jemand in letzter Zeit irgendetwas von ihnen gehört? Nein? Eben!)

      Niels Webersinn hat sich schon seit mehreren Stunden nicht mehr in eine Debatte eingemischt.

      Dank der Elbbrückenkrise sind Bernd Busemann und Manfred Nahrstedt seit Wochen nicht mehr so stark in den Nachrichten präsent wie noch während der – Gott sei Dank mittlerweile gelösten – Griechenlandkrise.

  11. ich werde demnächst 65 jahre alt. habe bobenalarm durch die raf erlebt, hautnah und habe so manchen kommen und gehen gesehen. hier im forum wird meiner meinung nach vieles missverstanden. freie meinungsäußerung ist ein hohes gut. aber nur dann, wenn man weiß, wer sich geäußert hat. dieses forum ist für jeden öffentlich. das versteckenspiel hinter nickname ist deswegen allein schon erbärmlich, weil derjenige damit versucht, menschen nicht nur zu beeinflussen, derjenige liebt es einfach, besonders, wenn es noch ein button gibt, der den daumen hochhält, obwohl das gegenteil angesagt wäre, sondern auch noch zu feige ist, für seine aussagen gerade zu stehen. wer soll diesem menschen glauben, dass er für sein ,,tun,, bereit wäre, gerade zu stehen?

    • Lieber klaus bruns – nicht jeder sieht seinen namen so gern in der zeitung wie sie.

      mein klarname – so heißt es doch auf neudeutsch – ist der lz bekannt.
      sie müssen damit aufhören, hinter jedem busch einen räuber zu vermuten – das ist der gesundheit abträglich.

      und sie können mir ruhig glauben, dass ich für mein „tun“ einzustehen bereit bin.

      vllt. sollten wir einen stammtisch ins leben rufen – das wäre doch mal was…..

    • Das ist wohl ein schlechter Scherz. Wer hier seinen Klarnamen angibt und Kritik übt, die einigen nicht passt, kriegt Besuch von Antifamitgliedern. Man muss schon bei der Wahrheit bleiben.

      Mehrfach passiert in HH, wo AfD Mitglieder wohnen. Übergriffe , Körperverletzungen, Farbbeutelattacken und andere Sachbeschädigungen. Ausserden Drohungen mit dem Tod!
      Wobei das doppelt traurig ist, da man sich damit SS bzw SA Manieren aneignet.
      Wer das Afd Programm liest, kann nicht sehr schlau sein, die Mtglieder anzugreifen. Mitläufer , die daneben und wirklich radikal sind, gibt es auch bei den Linken. Besonders der SA Sturmtrupp Antifa!

      Sorry , aber das ist so.Sich für Menschen einsetzen und Diktatur leben.
      Und Herr Bruns, Sie sollten mal zur Realität übergehen.

      • Hallo Harald Specht

        Sie wollen uns doch hier nicht allen Ernstes erzählen, Sie hätten Sorge, Manfred Nahrstedt oder Monika Scherf würden Ihnen „Antifamitglieder“ nach Hause schicken, die Ihnen was hinter die Löffel geben, wenn Sie unter ihrem Geburtsnamen Kritik an der Stellenausschreibungspraxis im Landratsamt üben?

        … fragt ungläubig Ihre Heike Göbel

      • Harald Specht
        nichts ist leichter als Selbstbetrug,
        denn was ein Mensch wahr haben
        möchte, hält er auch für wahr.
        Demosthenes (384-322 v. Chr)
        griech. Redner
        dem einen seine realität, ist das märchen für den anderen.

  12. Antwort für Herrn Janssen auf seinen Beitrag vom 12.9.2015.
    Sehr geehrter Herr Janssen, ja der „böse“ Herr Jenckel in seinem „jj“ Blog. Tsss, tsss.

    • Ja, liebe Helga Dreyer, so sind sie, die Journalisten und die Politiker, Hansdampf in allen Gassen und dann, wenn´s anfängt zu köcheln, immer ganz schnell umme Ecke rum, einer wie der andere. Wie schrieb „Gruss Klaus“ oben (am 11. September 2015 at 01:08)? Man hat »zu fressen, was vorgeworfen wird«, schon lassen sie einen voller hämischer Heimtücke mit der Mahlzeit allein und jeder kann zusehen, was er daraus macht. Irgendwie supergemein oder? Diese ständigen rücksichtslosen Ansinnen, sich gedanklich oder gar politisch zu beteiligen, kommen einem vor wie ein auf Schadenfreude ausgehendes Hineindrängen in die unübersichtliche, burnout-behaftete Zumutung, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, den vorgesehenen oder herstellbaren Möglichkeiten der Teilnahme nachzuspüren und womöglich zuletzt noch selbst aktiv zu werden.

      Ich überlege daher, ob ich nicht noch mal umsatteln sollte. Und zwar vom unter Vollast halsbrecherisch gehetzt und selbstausbeuterisch arbeitenden LZ-Kommentarschreiber auf universal gebildeten Naturforscher in der Region Lessing- und Barckhausenstraße. Mein engeres Fachgebiet: der Zaunkönig. Im Sommer durchforste ich das Gebüsch hinter den Gartenparks im Roten Feld mit einigen mir unterstellten Rangern. Nach ein paar Jahren fassen die Vogelfamilien Vertrauen zu mir und legen ihr Verhalten offen. Balz, Nestbau, Kükenaufzucht. Ab und zu kommt ein Fernsehteam und berichtet über die männliche »Dian Fossey der norddeutschen Vogelwelt«. Im Winter schreibe ich in der Hütte an meinem Bestseller »Zaunkönige im Nebel«.

  13. Herr Nahrstedt, ist bei vielen nicht umsonst als Pudel von Mädge bekannt und das nicht nur wegen seiner Lockenpracht. Es wird tatsächlich geflüsstert, das die Stelle der Kreisrätin nur zur Tarnung ausgeschrieben wird, jedoch unter der Hand die Stelle schon einer/em Angehörige/n vom grünen Koalitionspartner von Herrn Mädge versprochen wurde.

    • Holla, holla, Väterchen Petrus. Mal langsam! „Geflüssstert“ wird? Und Sie haben dermaßen gute Ohren? Jetzt geht aber die Theaterphantasie mit Ihnen durch. Das hieße ja, der Uli ist der schlitzohrig strippenziehende hanseatische Erzbösewicht. Und das Manfredle bloß sein leisetreterischer Adjutant. Direktorstellvertreter quasi. Das also war des Pudels Kern! / Ein lahmender Tartuffe? Der Kasus macht mich lachen.

      Doch wer soll dann die Arbeit machen?

      Glauben Sie denn, unter den „Angehörigen vom grünen Koalitionspartner von Herrn Mädge“, deren einer (oder einem) dieser die „nur zur Tarnung ausgeschriebene Stelle der Kreisrätin“ bzw. des Kreisrates „unter der Hand“ versprochen hat, also „konspirativ“ zugeschustert, wie in dem Jenckel´schen, oben von Tina Wirtz so anschaulich schröcklich rekonstruierten Schauerroman — ich sage, glauben Sie wirklich, unter diesen, findet sich ein vergleichsweise verScherf´tes Kompetenzzentrum in den „Fachbereichen Finanzmanagement und Wirtschaftsförderung, Ordnung und kommunale Angelegenheiten sowie Bauen und Umwelt“ ?

      Psssssssst, Peter.

      Mal ganz ehrlich!?

  14. Hoppla Väterchen Metallicus,

    glauben Sie denn wirklich noch immer das Märchen von der Vergabe nach Ausbildung, Fachwissen und Erfahrung?

    In so einer Position?

    Mal ganz ehrlich!?

    • Sie sind ja ein ganz ein scharfsinniger Spürhund zwischen den Zeilenfurchen, Kasper! Haben Sie das riesige knallgelbe, mit gewaltigen Fetzen hässlichen braunen Tesa-Paketbandes vermutlich für die Ewigkeit an der Schaufensterscheibe in der Grapengießer befestigte Poster schon gesehen? Darauf steht mit fetten, etwa dreißig Zentimeter großen schwarzen Buchstaben geschrieben: » BITTE KLEBEN SIE NICHTS AUFS GLAS ! «

    • Zitat: „… glauben Sie denn wirklich noch immer das Märchen von der Vergabe nach Ausbildung, Fachwissen und Erfahrung? In so einer Position?“

      ICH glaube es ganz sicher nicht. Doch gibt es glückliche Zufälle. Denn wenn Sie jemanden wie Frau Scherf von der NBank, der Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachsen, in die Position der Kreisrätin des Landkreises Lüneburg rangieren und sie dann schwerpunktmäßig für die Aufgabengebiete Finanzmanagement und Wirtschaftsförderung und hier insbesondere für die EU-Ziel 1 Förderung zuständig ist, dann ist das mindestens so toll, als könnten Sie einen stellvertretenden Generalsekretär des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, der den Bereich Programm und Förderung dieses Dachverbands der Wirtschaftslobbyisten im Bereich Forschung und Hochschulen leitet, zum Vorsitzenden des Stiftungsrates der Leuphana Universität Lüneburg gewinnen. An einem Abend Preise verteilen und dieselben am anderen freudig jauchzend entgegen nehmen. Was könnte es Schöneres geben?

  15. Am Donnerstagabend, den 24. Oktober 2013, als in Ciudad Juarez in Mexiko bei einer Explosion einer Dulces Blueberry-Süßwarenfabrik mindestens 40 Menschen verletzt wurden und zwei Wochen vor dem Inkrafttreten des rot-grünen Pro-Nahrstedt-Gesetzes am 8. November 2013, das die Altersgrenze für Kandidaten von 65 auf 67 Jahre angehoben hat, entschieden sich auf der Nominierungsveranstaltung im Lim’s in Erbstorf – der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt – die Mitglieder des CDU-Kreisverbandes mit überwältigenden 99,3 % der Stimmen für Frau Monika Scherf als CDU-Landratskandidatin bei der Wahl im Mai 2014. Eckhard Pols äußerte damals: „Mit Monika Scherf haben wir eine sehr kompetente Kandidatin mit außerordentlich guten Chancen Landrätin zu werden.“ Und nach der verlorenen Wahl dankte der Fraktionsvorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Alexander Blume Monika Scherf für Ihren Einsatz mit enthusiastischen Worten: „Wir haben mit Monika Scherf die denkbar beste Kandidatin für die Landratswahl aufgeboten“, hob er hervor.„Monika Scherf als parteilose Bewerberin aufzustellen, war die richtige Entscheidung und das würden wir sofort wiederholen“, sagte Blume und überreichte Monika Scherf zum Dank zwei Theaterkarten und einen Blumenstrauß.

    Mit Ablauf des 30. April 2016 endet die Amtszeit von Monika Scherf. Denn die Kreisrätin/der Kreisrat als leitende Beamtin/leitender Beamter im Beamtenverhältnis auf Zeit nach § 108 Abs. 1 Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) wird gemäß § 109 Abs. 1 Satz 1 auf Vorschlag des Landrats vom Kreistag für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Die CDU hat gleichwohl beantragt, auf die Ausschreibung der Stelle der Kreisrätin/des Kreisrats zum 1. Mai 2015 zu verzichten.

    CDU-Kreischef Günter Dubber meinte: „Gerade noch haben SPD und Grüne Monika Scherf im Kreistag im Zusammenhang mit dem hochkomplexen Windkraft-Programm über den grünen Klee gelobt. Deswegen haben wir jetzt auch den gemeinsamen Antrag formuliert, die Stelle nicht auszuschreiben, und ihn auch an die Fraktionen der Gruppe SPD/Grüne geschickt.“ Dass der Landrat Kreisrätin Scherf noch übel nehme, dass sie als Gegenkandidatin bei der letzten Wahl angetreten sei, kann sich Dubber nicht vorstellen. „So schofelig kenne ich den Landrat nicht.“

    Und CDU-Fraktionschef Alexander Blume unterstreicht: ,,Wir haben in der Fraktion darüber gesprochen, dass gerade in letzter Zeit nicht eine sachliche Kritik an der Arbeit von Monika Scherf laut geworden ist. Sie hat über all die sieben Jahre ihren Job gut gemacht. Es gab nicht einmal Andeutungen, dass dies anders gesehen wird, auch nicht bei Grünen und Sozialdemokraten. Deswegen gebietet es schon die gute Form, dass wir SPD und Grüne dazu einladen, unseren Antrag zu unterstützen.“

    Am zurückliegenden Donnerstag nun befasste sich der Ausschuss für Finanzen, Rechnungsprüfung, Personal und innere Angelegenheiten mit der Vorlage 2015/192 und dem darin enthaltenen Beschlussvorschlag: „Die Stelle der Kreisrätin/des Kreisrats wird öffentlich ausgeschrieben“, wie es grundsätzlich nach § 109 Abs. 1, Satz 3, 1. Halbsatz NKomVG auch zu geschehen hat, sofern der Kreistag im Einvernehmen mit dem Landrat nicht beschließt, von der Ausschreibung abzusehen, wenn er beabsichtigt, die bisherige Stelleninhaberin erneut zu wählen (§ 109 Abs. 1, Satz 3, 2. Halbsatz Nr. 1 NKomVG).

    Obgleich der Sachverhalt am 28. September in nicht öffentlicher Sitzung im Kreisausschuss noch einmal erörtert werden wird, bevor der Kreistag am 12. Oktober beschließt, ist an der Ausschreibung und Neubesetzung der Stelle nichts mehr zu ändern.

    ABER:

    „Der CDU fehlt ein Zugpferd fürs Wahljahr 2016″, hat Hans-Herbert Jenckel vor zwei Wochen geschrieben. Fürs Wahljahr 2017 fehlt ihr auch eines! Warum nehmen die Mitglieder der Lüneburger CDU nicht ihre eigenen Lobeshymnen ernst und machen die hochsympathische, mittlerweile im Landkreis sehr bekannte und fachlich äußerst beschlagene 51-jährige Diplom-Ingenieurin (nach ihrem Parteieintritt in der kommenden Woche) zur Spitzenkandidatin bei den Kommunalwahlen, danach anstelle des überforderten und praktisch unsichtbaren Niels Webersinn zur neuen Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat und anschließend zur Nachfolgerin des verbrauchten Eckard Pols als Kandidatin für die Bundestagswahl 2017 im Wahlkreises Lüchow-Dannenberg – Lüneburg?

    Ferdinand Schuster, LG

  16. Liebe Frau Monika Scherf

    so viel Zuspruch für Sie, so viel ernsten, aufrecht wühlenden Biedersinn und vergebliche Mühe, ins innere des Räderwerks zu blicken, und so viele Spekulationen und wild ins Kraut schießende Theorien und Vorschläge hat Herrn Jenckels Engagement für einen gütlichen Beibehalt des Status quo an der Verwaltungsspitze unseres Landratamtes hervorgetrieben.

    Was sagen Sie dazu?

    Warum nehmen nicht auch Sie Herrn Jenckels Angebot an und legen bei Blog-JJ im „Forum für Lokalpolitik und Stadtkultur“ einmal dar, was Sie als „Frau der Tat“ bewegt, als Managerin kommunaler „Projekte“ von großer Bedeutung für das Leben jedes Einzelnen im Landkreis mit seinen Gemeinden, Städten und vor allem Menschen — und worin für Sie die Bewertungskriterien und Grundsätze „guter“ Kommunalpolitik bestehen?

    Herr Björn Adam beispielsweise

    http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/211768-ist-eigentlich-gute-kommunalpolitik-und-macht-ein-gutes-ratsmitglied-aus

    Herr Michèl Pauly sogar zweimal

    http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/237495-12-angry-men-oder-eine-emanzipatorische-arbeiterpartei-ohne-frauen-und-ohne-arbeiter-das-sind-wir-die-linkspartei-2015-michel-pauly

    sowie

    http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/210626-das-selbstverstaendnis-des-linken-ratsherrn-michel-pauly

    dann Herr Ulrich Löb

    http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/233812-gruener-loeb-kommunalpolitik-wird-vielmehr-von-beziehungen-und-mehrheiten-bestimmt-zum-teil-fern-jeder-rationalitaet

    und – last, not least – Frau Dr. Julia Verlinden (allerdings über die Zwänge und Möglichkeiten der Bundespolitik)

    http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/220147-220147

    haben es Ihnen – immer mit großer Resonanz und vielen nachdenklichen Leserkommentaren – vorgemacht.

    Ich würde mich freuen

    Friederike Danckwardt