Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Wohnungsnot: Lüneburg als Luxus-Lounge – Preisspirale auf Koks

Hans-Herbert Jenckel
Hans-Herbert Jenckel

 

(Den Blog.jj führt Hans-Herbert Jenckel, Geschäftsführender Redakteur und Online-Chef der LZ, Kürzel jj. Gastkommentare sind willkommen. )

 

 

Lüneburg, 10. November

Lüneburg zieht an, das ist Fluch und Segen zugleich.  Für die Stadt ein Segen: viele Bürger, hohe  Steuereinnahmen. Für  Alteingesessene ein Fluch, weil sie sich das Wohnen in ihrer eigenen Stadt nicht mehr leisten können. Es herrscht auf dem Markt galoppierende Inflation.

Ich habe unlängst das Schaufenster eines Maklers gesehen, wo lauter rote „Verkauft“, „Verkauft“, „Verkauft“Banderolen quer auf den Angeboten pappten.  Sah aus wie eine Mischung aus Egotrip „Schaut, was für ein toller Makler ich bin“ und Sommerschlussverkauf zu höchst Preisen.

Bieten Makler in Lüneburg potenziellen Hausverkäufern eigentlich schon Prämien, damit sie überhaupt noch etwas im Angebot haben? Oder ist der Markt so leergefegt, dass auch solche Verlockung nicht mehr zieht?

Im Grund kann sich selbst der Mittelstand an der Ilmenau  gerade noch ein Grundstück leisten. In Oedeme für 275 000 Euro, in Wilschenbruch dürfen es gerne noch 100 000 oder 200 000 Euro mehr sein. Und das sind noch gar nicht die Auswüchse dieses Nachfrage-Überschusses. Die finden sich in der Innenstadt, Bruchbuden, die als Luxus-Lounge zu Mondpreisen verhökert werden. Und die Verkäufer werden nicht mal rot, wenn sie diese Zerfallserscheinungen präsentieren.

Die überspitzte Kritik lautet. Die Hamburger verdrängen die Lüneburger, die Lüneburger drängen aufs Land. Nur, Wohnbaupolitik sollte ja eigentlich keine Verdrängungspolitik sein. Das Rathaus hat den Mangel erkannt. Da allerdings walzerte die Preisspirale  längst wie auf Koks.

Dass auch die Grünen Abhilfe schaffen wollen, ist gut. Dass im Hanseviertel eine Chance verpasst wurde, haben Sie richtig erkannt. Da halten viele die Hand auf, bis es  schmerzt.  Dass sie aber Verdichtung in Feldwebelhausen im Moorfeld als Beispiel anführen, auch in die Höhe sinnieren, so eine Art Weißer Turm 2, das sind keine probaten Mittel gegen den großen Mangel.

Zugleich will die Öko-Partei einen Grüngürtel um die Stadt legen. Das ist sicher wünschenswert, bezahlbarer Wohnraum aber ist das Gebot der Stunde, und der ist in ausreichender Größe auf dem engen  Stadt-Radius kaum noch realisierbar ohne Einschnitte ins Grün.  Und auch das reicht nicht. Die Stadt muss im Konzert mit dem Landkreis und den Umlandgemeinden an einem Strang ziehen, nur  in einem gemeinsamen Kraftakt können sie dafür sorgen, dass die Preisspirale künftig wieder  langsamer weiterwalzt.

Hans-Herbert Jenckel

99 Kommentare

  1. Karlheinz Fahrenwaldt

    Es ist der Job der Immobilienmakler, Häuser und Wohnungen so teuer wie möglich an die Interessenten zu vermitteln. Das ist im Kapitalismus übliche Gewinnmaximierung. Das Problem der zu geringen Verfügbarkeit von Wohnungen und Häusern im unteren Marktsegment ist jedoch der unsozialen Wohnungsbaupolitik der Rot-Grünen Stadtratskoalition geschuldet. Zur Sanierung des Stadthaushalts durch zahlungskräftige Auswärtige haben sie voll auf das Marktsegment in den hochpreisigen Bereichen gesetzt. Sowohl das Hanseviertel als auch das Gebiet um den Bahnhof herum (einschließlich der Planung des ehemaligen Lucia Geländes) ist vom Konzept der Stadtvillen und Loofts geprägt. Dadurch wird der Markt für Wohnungen, die sich Studenten und Geringverdiener leisten können, immer kleiner und die zukünftig auch auf diesen Markt drängenden Flüchtlinge werden die Nachfrage noch weiter steigern, was naturgemäß zu steigenden Mietpreisen führen wird. Die Millionen für den Libeskindbau und das Museum hätte man besser in den sozialen Wohnungsbau stecken sollen.

    • Sehr richtig, Herr Fahrenwaldt,

      dabei sollte man die soziale, ethnische und demografische sowie die funktionale Vielfalt in Quartieren nicht nur als konstituierende Merkmale städtischer Urbanität betrachten, sondern auch als ökonomische Größe. Urbane Mischung stellt seit über zwei Jahrzehnten einen, wenn nicht sogar den fachlichen Grundkonsens von Stadtplanung und Städtebau dar. Meiner Meinung nach steht die Stadtentwicklung in Lüneburg vor der doppelten Herausforderung, 1. zu Mischungsprozessen beizutragen und 2. weitere Entmischungsprozesse zu verhindern – in neu geplanten Gebieten und im Bestand! Dass die Mischung ein hohes planerisches Ziel darstellt, liegt an den negativen Folgen ihres Gegenteils, der Entmischung. Das Erbe des lange wirksamen Paradigmas der Funktionstrennung, u.a. die monostrukturierten „Schlafstädte“ verursachen ebenso wie die Segregation der Stadtgesellschaft erhebliche negative externe Effekte, vor allem erhebliche, sich in Geldwert niederschlagende Kosten, die mittelfristig von der Gesellschaft, dem Gemeinwesen Stadt getragen werden müssen. Gemischte Quartiere verkörpern insgesamt die Vorstellung von räumlicher Integration (ein „Näherrücken“) gesellschaftlicher Schichten aber genauso auch die Etablierung ressourcensparender Lebensstile durch eine funktionale Vielfalt. Zudem sind sie der Nährboden neuer städtischer Ökonomien (Gründerszene, New Econopmy, Startups). Doch mit der sogenannten „ökonomischen Inwertsetzung“ (oder der Umwertung) städtischer Lagen (hoch- und höchstpreisige Quartiere wie das Hanseviertel, Premium-Segmente auf dem LSK- und dem Lucia Gelände), gehen sukzessive Verdrängungsprozesse einkommensschwächerer Bevölkerungsschichten (siehe auch Stadtvillen Rotes Feld) und weniger rentabler Nutzungen einher. Auch oder gerade in Städten mit schrumpfendem Erschließungsgelände wie Lüneburg zeigen sich die Tendenzen des „Auseinanderdriftens von Stadtgesellschaften“, sozialer Segregation und funktionaler Entmischung – es handelt sich damit um ein Thema von Wachstums- (Wohnraumnachfrage) und Schrumpfungsphänomenen (Baulandmangel) gleichermaßen. Ist von Verwaltungsseite schon daran gedacht worden spekulative Projekte wie Lessingstraße 7 (ehemals Ibusvilla) temporär, vielleicht für ein oder zwei Jahrzehnte mietpreisgebunden in sozialen Wohnraum umzuwidmen? Würde so was in außerordentlichen Zwangslagen wie derzeit nicht gehen und Sinn machen?

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Lieber Jochen Klemm,
        Sie sprechen ein weiteres Thema verfehlter Rot-Grüner Wohnungsbaupolitik an: Die Mischungsverhältnisse. Hier in Lüneburg muss man jedoch schon von einem Gentrifizierungsprozeß sprechen. Immer mehr Menschen mit geringem Einkommen werden aus dem Zentrum an den Rand der Stadt vertrieben. Dazu zwei Beispiele: Die Musikschule wurde von der Stadt an private Investoren verkauft und die schaffen keine Wohnungen im Niedrigpreissektor. Die ehemaligen Bewohner der abgerissenen Häuser in der Frommestraße wohnen jetzt am Rande oder außerhalb von Lüneburg und in den Häusern in den Fußgängerzonen stehen viele Wohnungen in den oberen Etagen leer, obwohl der Stadtrat ein Förderprogramm für den Ausbau dieser Wohnungen angeboten hat. Warum werden die Eigentümer leerstehender Wohnungen nicht mit einer Strafsteuer belegt? Erst wenn die Besteuerung des Leerstands den Profit des Vermieters aus der Ladenmiete auffrist, wird dieser die Wohnungen vermieten.

        • Hallo Herr Dr. Fahrenwaldt,

          auch hierzu eine Anmerkung und eine Frage von mir. Einerseits nehmen Sie Makler, Anleger und Eigentümer gegenüber „der“ Politik in Schutz und sagen, die tun nur, was sie müssen oder was jeder tun würde. Freies Spiel der Kräfte, Marktmechanismen, etc. Andererseits erkennen Sie aber, dass nicht nur baupolitisch einiges im Argen liegt und schief läuft, sondern auch planungs- und erhaltungspolitisch, nämlich im Auftreten gegenüber Maklern, Anlegern (Investoren) und Eigentümern, die eben durch Strafsteuern oder andere positive oder negative Anreize, also regulatorisch, „bewegt“ werden müssen. Das Elend der Wohnungs- aber auch der Geschäftsleerstände im Zentrum (Bäcker- und Grapengießerstraße) ist ein Beweis, dass „Preise in einer funktionierenden Marktwirtschaft [ – vielleicht – ] durch Angebot und Nachfrage gebildet“, aber eben nicht immer sinnvoll gebildet werden. Fluchtpunkt der Innenstadtentwicklung heute ist eine monotone Wüste superteuer an Ketten vermieteter Standardladenflächen ohne bezahlbarer oder auch nur gewollter Wohnungen. Lebendige Vielfalt im Angebot wird durch die selbstgeschaffenen Verteuerungszwänge des Immobiliengeschäfts stranguliert. Und in absehbarer Zeit ist das Preisniveau so hoch, dass Leerstand von ganzen Blöcken für die Investorenkonsortien rentabler ist als Verkauf oder Vermietung (denken Sie an die Spekulationsimmobilie an der Grapengießerstraße, in der P&C bis zu seinem Umzug an den Marktplatz Mode verkaufte).

          Frage: „Gesetzmäßigkeiten“ von Angebot und Nachfrage gut und schön, aber ist alles nur eine Frage des Nachschiebens von günstigem umbauten Raum? Oder muss man mit verantwortlichen PERSONEN über Konzepte sprechen (und solche eventuell sogar gegen Unvernunft und Uneinsichtigkeit durchsetzen), die vielleicht kurzfristig nicht die ganz fetten Courtagen, Mieten oder Pacht- bzw. Leasingerträge abwerfen, dafür aber mittel- oder sogar längerfristig für alle betroffenen Parteien gesunde und DAUERHAFT wohlstandsfördernde „Usancen“ und Strukturen schaffen? Vielleicht hatte Herr Gräber in diese Richtung gedacht?

        • Wann führt der OB endlich die Mietpreisbremse in Lüneburg ein??? Seit es sie in Hamburg und Berlin gibt, stagnieren die Mieten. In Hamburg, Berlin und sogar Münster dürfen außerdem keine Wohnungen leer stehen oder als Touristenwohnungen vermietet werden: http://www.muenster.de/stadt/presseservice/custom/news/show/903454 . Das Ordnungsamt kontrolliert scharf, brummt den Eigentümern saftige Strafen auf und zwingt sie, leere Wohnungen zu vermieten. Aber in Lünedorf sind die Mieten wohl noch viiiiel zu niedrig, als das die Stadt es für nötig hält einzuschreiten. Man will doch nicht der lieben Immobilienbranche auf die Füsse treten. Soll das Präkariat doch nach Amt Neuhaus ziehen, da sind die Wohnungen billig. Die Wahlen im nächsten Jahr dürften spannend werden…

          • Warum so sarkastisch? Die Hansestadt Lüneburg braucht dringend ein eigenes, umfangreiches Wohnraumkonzept. Das forderte Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) schon Anfang Dezember 2012 in einem Gespräch mit Vertretern des Sozialverbands Deutschland (SoVD) und der Lüneburger Wohnungsbaugesellschaft (Lüwobau). Er wolle, betonte der Rathauschef, dem Problem steigender Mietpreise entschieden entgegenwirken. Mädge kritisierte aber schon damals die seiner Einschätzung nach unzureichenden Zuschüsse des Landes Niedersachsen: „Es fällt nicht schwer, sich auszurechnen, wie viele neue Wohnungen in Lüneburg entstehen werden, wenn über das Wohnraumförderprogramm des Landes lediglich zehn Millionen Euro fließen. Für maximal 150 neue Wohnungen in ganz Niedersachsen wohlgemerkt. Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Um dem Problem der steigenden Mietpreise entgegenzuwirken, müsse die Hansestadt ein eigenes umfangreiches Wohnraumkonzept vorstellen, sagte Mädge im Dezember vor drei Jahren.
            Siehe: http://www.abendblatt.de/hamburg/harburg/article111769543/Lueneburg-kaempft-gegen-hohe-Mieten.html

          • „Wann führt der OB endlich die Mietpreisbremse in Lüneburg ein???“

            Die vier Kommentare ab hier:

            https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/278206-wohnungsnot-lueneburg-als-luxus-lounge-mit-preisspirale-auf-koks#comment-59398

            … enthalten einige Teilantworten auf deine Frage. Allerdings mehr so in Richtung: „Warum führt er Bremse und Spiegel wohl nicht ein?“

    • Blutsauger (Haematopota pluvialis) Bremsen!

      Die SPD-Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze jubilierte am 23. September 2014:

      „Heute ist ein guter Tag für Millionen von Mieterinnen und Mietern. Die Mietpreisbremse kommt! Damit können die Länder vor allem in Universitäts- und Großstädten exzessive Mietsteigerungen bei neuen Mietverträgen begrenzen. Das heißt, der Vermieter darf in Lagen mit angespanntem Wohnungsmarkt für die neu zu vermietende Wohnung nicht mehr als 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete verlangen.

      Jetzt ist es am Land Niedersachsen, die Wohnlagen zu benennen und ich erwarte, dass Lüneburg dazu gehört.

      Durchgesetzt haben wir auch die Verankerung des Bestellerprinzips für den Makler. Wer den Makler beauftragt, soll ihn künftig auch bezahlen. Das ist ein klassisches Prinzip im täglichen Leben. Jetzt gilt es auch bei der Wohnungssuche. Der Gesetzentwurf kann jetzt zügig ins Kabinett und in die Beratung im Bundestag. Das Gesetz soll 2015 wie geplant in Kraft treten.“

      »Die Sonne scheint, die Sonne lacht, heut wird die Mietpreisbremse gemacht.«, dichtete am selben Tag Bundesjustizminister Heiko Maas auf Twitter. Klaus Bruns reagierte sofort: »Wer hat den Rhythmus verraten? / Sozialdemokraten!«

      Drei Fragen:

      A: Ist die Bremse nicht in Kraft?

      B: Warum bremst sie nicht?

      C: Kann mir jemand erklären, warum Maas auf den Namen »Heiko« und nicht »Vers« getauft wurde?

      • Karlheinz Fahtrenwaldt

        Lieber „Blutsauger“,
        die sogenannte „Mietpreisbremse“ ist das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt wird. So fallen Neubauten schon mal garnicht unter dieses Gesetz und die „ortsübliche Vergleichsmiete“ ist solange ein unbestimmter Begriff, solange kein qualifizierter Mietpreisspiegel vorliegt. Nach meiner Kenntnis reicht in Lüneburg die Vorlage von drei Mieten aus dem eigenen Bestand des Vermieters von vergleichbarer Wohnungen, da die regierenden Stadtratsfraktionen (sowohl Rot-Schwarz als auch Rot – Grün) die Einrichtung eines qualifizierten Mietpreisspiegels abgelehnt haben! Darüber hinnaus hat es die Stadt bis heute versäumt, die nach dem BGB schon jetzt mögliche Deckelung der Mieterhöhung bei bestehenden Mietverhältnissen nach drei Jahren auf 15% in Kommunen mit angespannten Wohnungsmarktlagen statt der 20% in Kommunen mit ausgeglichenen Wohnungsmark, bei der Landesregierung für Lüneburg einzufordern.
        Die „Mietpreisbremse“ bremst nicht die Mietpreise, sondern die Bereitstellung von Wohnungen im unteren Marktsegment. Der Staat muss mehr Geld für den Bau von Sozialwohnungen in die Hand nehmen und dafür auf die Beschaffung neuer Sturmgewehre für die Bundeswehr verzichten!

        • Die „Mietpreisbremse“ bremst nicht die Mietpreise, sondern die Bereitstellung von Wohnungen im unteren Marktsegment.
          stimmt. jetzt möchte ich hier mal erleben, wer das gegenteil behauptet und es auch belegen kann.

          • Karlheinz Fahrenwaldt

            Da hat unser Wirken im Lüneburger Stadtrat wenigstens in Adendorf Früchte getragen. In der LZ von gestern, 14.11. Seite 9:
            „Deshalb fordert die SPD
            Adendorf, deren Fraktion im
            Rat die absolute Mehrheit hat:
            Bei neuen Baugebieten oder
            Teilgebieten sind künftig von
            den Investoren 30 Prozent des
            Vorhabens für bezahlbaren
            Wohnraum umzusetzen. Ist
            ein Baugebiet in der Hand der
            Gemeinde, so ist es vollständig
            für die Erstellung bezahlbaren
            Wohnraums zu nutzen. Die
            Verwaltung wird beauftragt, einen
            Mietpreisspiegel zu erstellen.“
            Mal schauen, was dabei herauskommt!

          • Götz-Dietmar Kroeger

            Herr Fahrenwaldt, Sie irren sich…Die Forderung der SPD in Adendorf vom Freitag ist eine unmittelbare Reaktion auf den obigen „Dienstag-Artikel des geschäftsführenden LZ-Redakteurs Hans-Herbert Jenckel“. Dessen „zum wiederholten Male scharf schneidende Meinungsäußerung sowie die guten Leserbeiträge von Gräber, Bruns, Klemm, Pötzel, Bergmann und Johndreieck“ in der sofort losbrechenden Online-Debatte habe den Mitgliedern der sozialdemokratischen Fraktion im Gemeinderat von Adendorf „den entscheidenden Anstoß gegeben, endlich das Notwendige anzupacken und umzusetzen“. Man wolle sich vom LZ-Redakteur einfach „nicht mehr dauernd die Leviten lesen lassen“ müssen. Das „Wirken der Linken im Lüneburger Stadtrat“ dagegen habe „überhaupt gar keine Rolle in Adendorf gespielt“, betonten alle fünf Herren gleichermaßen. Die dahergeklönte Andeutung, dass es so ein Wirken überhaupt geben sollte, hat für eine kleinere Erheiterung aber immerhin gereicht.

          • Peng, Karlheinz-Fahrenwaldt!

            Soviel zu den Macht- und Wirkverhältnissen im politischen Leben des Kreises. Eine kleine Meinungspartitur und ein dem Richtigen in die Rippen gestoßener Ellenbogen machen hundertmal mehr Musik als jedes noch so breit „aufgestellte“ Lüneburger Parteiorchester.

            M. Lüttjehan

  2. Karsten Aßmann-Funk

    Vielen Dank an Herrn Fahrenwaldt, genau meine Meinung! Ich kann es einfach nicht mehr hören, dass die Immobilienmakler schuld sind, obwohl das Wohnungsbau-Versagen bei Stadt und Land liegt. Das Thema muss sich unheimlich gut verkaufen, sonst würde die LZ nicht immer wieder in dem gleichen ätzenden Tenor darüber berichten.

    • Sehr geehrter Herr Karsten Aßmann-Funk,

      dass Sie solche Darstellungen, wenn sie aus dem Blickwinkel Ihres Kunden geschrieben sind, nicht goutieren, ist verständlich. Denn es sind schließlich Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen, welche die Pampelmuse erbarmungslos pressen, bis noch der letzte pestizidbittere Tropfen sogar aus der breiig traktierten Schale schwitzt. Nicht ohne Grund rangiert Ihre Branche praktisch überall auf der Welt unter den angesehensten Berufen an zweiter Stelle: zwar (noch) nach den Versicherungsvertretern, aber immerhin vor den Leichenbestattern und den Leuphanapräsidenten. Sie brauchen mich also nicht davon zu überzeugen versuchen, dass sehr viele anständige Wohnungs- und Immobilien-Makler ihr Geld im Schweiße anderer Angesichter verdienen.

      Lustig ist freilich, dass Sie hier vom Altmarxisten Fahrenwaldt argumentative Hilfestellung erhalten. Es ist, lesen wir vom studierten Experten für die ehernen Gesetze des historischen Materialismus, quasi eine Naturnotwendigkeit, dass „Immobilienmakler, Häuser und Wohnungen so teuer wie möglich an die Interessenten (…) vermitteln.“ Das sei die „im Kapitalismus übliche Gewinnmaximierung“, wird uns mit ganz ruhiger Stimme verraten. Sowas! Dabei hatten wir in der Häschenschule gelernt, jeder „Vermittler von Gelegenheiten“ gebe stets sein „Bestes, um jeden Kunden und jede Immobilie BESONDERS gut zu betreuen.“

      Wenn daher nicht die Gier (der Verkäufer, Investoren, Wiederverkäufer und Vermittler) die wirkende Kraft der rauschdrogenbeseelt ins Astronomische zirkulierenden Preise ist, was ist könnte die Ursache denn sonst sein?

      Wo Herr Jenckel noch behutsam zwischen den Zeilen andeutet, er sehe mit der leeren Stadtkasse klenkernde, aber aufgekratzt juvenil über ein rot-grüngebohnertes Pirouettenparkett schießende Milchmädchen rechnen, da nennt Fahrenwaldt Ohlms und Manzke: „Das Problem der zu geringen Verfügbarkeit von Wohnungen und Häusern im unteren Marktsegment ist jedoch der unsozialen Wohnungsbaupolitik der Rot-Grünen Stadtratskoalition geschuldet.“

      „Ja, ei verbibbsch nochemol“, sagt der Seppel zum Räuber Hotzenplotz, „es sind die Strukturen! Abstrakta haben Schuld am Desaster, dass in Lüneburg seit mehr als zwanzig Jahren das Angebot für ausreichend bezahlbaren Wohnraum für Arbeiter, Angestellte, Studenten und Rentner quasi bei Null stagniert.“

      Sie, Herr Karsten Aßmann-Funk, klagen: „Das Wohnungsbau-Versagen liegt bei Stadt und Land“! Und Herr Fahrenwaldt jammert: „Die unsoziale Wohnungsbaupolitik ist der Rot-Grünen Stadtratskoalition geschuldet“! Nicht Kasperls Großmutter, nicht Wachtmeister Alois Dimpfelmoser und auch nicht der garstige Zauberer Petrosilius Zwackelmann sind verantwortlich. Verantwortliche gibt es nicht. Weder Sie noch Fahrenwaldt können irgendwo handelnde und ansprechbare Personen erkennen, nicht einmal beim Blick in die magische Kristallkugel der Witwe Schlotterbeck. Es sind „die Stadt“, „das Land“ oder „Die Ratskoalition“, die es für Wasti unmöglich machen, eine bescheidene kleine Hundehütte in der Stadt zu finden.

      Außer nebulösen impersonalen Mächten wie diesen gibt es für Fahrenwaldt noch die düstere Naturgewalt der „zahlungskräftigen Auswärtigen“, ein mit Niedertrachtschimmel überzogenes Sündenbock-Gerücht vom scheel luchsenden Gespensterheer, das Jenckel als die herumgezischelte Dummheit entlarvt, „die Hamburger“ würden angeblich „die Lüneburger“ verdrängen.

      So machen Sie beide, Sie, Herr Karsten Aßmann-Funk und Herr Fahrenwaldt, es sich herrlich einfach: Dass „Alteingesessene (Aber nicht nur die! Auch Neueingesessene!) „sich das Wohnen in ihrer eigenen Stadt nicht mehr leisten können“, ist eben KEIN FLUCH. (In diese kleine, Ihnen von Jenckel gestellte Falle der vorschiebbaren Entschuldigung durch „das Schicksal“ sind Sie natürlich gerne getreten.)

      Denn NICHT „das Konzept der Stadtvillen und Lofts“, NICHT „der Markt“, NICHT „die Nachfrage“ führt „naturgemäß zu steigenden Mietpreisen“. Die Schlösser vor den Türen bezahlbarer Wohnungen und Häuser, „die Tore mit den Eisenspangen, die denen wehren, welche hinverlangen, und ihre Gitter sind von Menschenhand.“

      • Ihnen von Jenckel gestellte Falle?
        sind sie da sicher? will auch er nicht nur ihr bestes?

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Lieber Henrik Gräber,
        Sie hören mit Rlke auf – ich fang mit Rilke an:
        „Ich bin nur einer deiner Ganzgeringen,
        der in das Leben aus der Zelle sieht
        und der, den Menschen ferner als den Dingen,
        nicht wagt zu wägen, was geschieht.“
        Im Gegensatz zu Rilke wage ich zu wägen was geschieht! No risk no fun!
        Beide von Ihnen gering geachteten Berufe des Versicherungsvertreters und des Immobilienmaklers habe ich ausgeübt – und das mit Freude! Beide Berufe sind Dienstleistungen: Man stellt nichts her sondern berät und verkauft die Produkte anderer. Der klassische bodenständige Immobilienmakler staffelt seinen Beratungsumfang nicht nach der Höhe der zu erwartenden Courtage. In der Regel benötigen die weniger lukrativen Vermittlungen eine wesentlich intensivere Handlungstätigkeit. Sie sollten Ihrem Meister Lampe von der Häschenschule mal die Ohren länger ziehen – der hat Sie übern Löffel balbiert! Bei Ihrer Aufzählung Lüneburger Immobilienmakler haben Sie einige vergessen, ich jedenfalls habe KEINEN erwähnt. Da wir nicht in einer Diktatur oder einem Königreich leben, sind in einer Demokratie nie einzelne Personen für politische Entscheidungen verantwortlich und die landsmannschaftliche Zusammensetzung der neuen Wohnquartiere ist nicht monogam. Schicken Sie also Ihre Puppen wieder zurück an die Augsburger Puppenkiste. Und als Volkswirt mit 2 Diplomen machte ich Ihnen versichern, das Preise in einer funktionierenden Marktwirtschaft durch Angebot und Nachfrage gebildet werden; und das ist keine altmarxistische Weisheit.

        • Hach, Kapitalismus!

          Wie hat sich doch die Welt durch Dich verändert! Ein Werbespot mit dem Titel »Made in Poland«, früher ein Label, daß für sichere Lacher bürgte, läßt uns nunmehr erschaudern: Eine aalglatte Busineß-Arschgeige im feinen hellgrauen Zwirn schwärmt von der am »stärksten wachsenden Wirtschaft Europas«, schaut dabei den »besten Programmierern der Welt« über die Schultern, um anschließend auf einem Premiumprodukt der »besten Yacht- und Bootsbauer« auf ewigem Erfolgskurs dem Sonnenuntergang auf der Ostsee entgegenzusegeln. Das ist alles so kühl und widerwärtig inszeniert, daß man sich augenblicklich diesen sonnenbebrillten General zurückwünscht, der über Dich und Deine Handlanger das Kriegsrecht verhängen möge.

      • Die Gans im Gegenteil

        Lieber Karlheinz Fahrenwaldt,

        man kann gar nicht oft genug im Leben das Gefühl des Anfangs in sich aufwecken, es ist so wenig äußere Veränderung dafür nötig, denn wir verändern ja die Welt von unserem Herzen aus. Will dieses nur neu und unermeßlich sein, so ist jene sofort wie am Tage ihrer Schöpfung und unendlich. (Rilke)

        »Sie hören mit Rilke auf – ich fang mit Rilke an«. ==> Met de hoed in de hand komt men door het ganse land. (Niederländisch)

        »Beide (…) Berufe, den des Versicherungsvertreters und des Immobilienmaklers, habe ich ausgeübt.« ==> Na bitte: Wenn eine Gans gaggt, so gaggt die andre auch. (Lagerlöf )

        »Der klassische bodenständige Immobilienmakler staffelt seinen Beratungsumfang nicht nach der Höhe der zu erwartenden Courtage.« ==> Vertrau mir, sagte der Metzger, als er den Hals der Gans auf den Hauklotz legte. (Unbekannt)

        »In der Regel benötigen die weniger lukrativen Vermittlungen eine wesentlich intensivere Handlungstätigkeit.« ==> Die Kunst, schöne Gebühren einzunehmen, besteht darin, die Gans zu rupfen, ohne dass sie schreit. (Sully)

        »Sie sollten Ihrem Meister Lampe von der Häschenschule mal die Ohren länger ziehen – der hat Sie übern Löffel balbiert!« ==> Die Gänse mögen bis zum Meer fliegen, sie werden trotzdem nicht als Schwäne zurückkehren. (Andersen)

        »Bei Ihrer Aufzählung Lüneburger Immobilienmakler haben Sie einige vergessen, ich jedenfalls habe KEINEN erwähnt.« ==> Aber nur Toren meinen, um das Kapitol zu erobern, müsse man zuerst die Gänse angreifen. (Heine)

        »Da wir nicht in einer Diktatur oder einem Königreich leben, sind in einer Demokratie nie einzelne Personen für politische Entscheidungen verantwortlich.« ==> Und ich dumme Gans glaubte drei Tage lang wirklich an Moral und an eine jungfräuliche Reinheit, die zu bewahren sei. (Thatcher)

        »Die landsmannschaftliche Zusammensetzung der neuen Wohnquartiere ist nicht monogam.« ==> Drei Weiber, drei Gänse und drei Frösche machen noch keinen Jahrmarkt. (Honecker)

        »Schicken Sie also Ihre Puppen wieder zurück an die Augsburger Puppenkiste.« ==> Gans bestimmt sind Abschiebungen nach Ansicht der Bundeskanzlerin keine pauschale Lösung für die zahlreichen Hilfesuchenden. (FAZ, 12. Oktober 2015)

        »Als Volkswirt mit 2 Diplomen machte ich Ihnen versichern, das Preise in einer funktionierenden Marktwirtschaft durch Angebot und Nachfrage gebildet werden; und das ist keine altmarxistische Weisheit.« ==> Wer einen Engel sucht und nur auf die Flügel achtet, könnte eine Gans nach Hause bringen. (Lichtenberg)

        Die Gans hat weiße Federn,
        die Ziege einen Bart.
        Die Haut vom Pferd ist ledern,
        der Schwanz vom Schwein apart.
        Sie alle sind verschieden,
        am Kopf, am Schwanz, am Bauch,
        und doch mit sich zufrieden
        – ich hoffe, du bist’s auch!

        LG, Henrik Gräber

      • Uuups, das kommt davon, wenn das studienrätliche Bloggerhirn wie die Foie gras einer jungen Gans unentwegt mit hochkalorischen Redensarten gestopft wird.

        Habe ich wirklich geschrieben: „Wo Herr Jenckel (…) andeutet, er sehe (…) Milchmädchen rechnen, da nennt Fahrenwaldt Ohlms und Manzke …“ ?

        Lapsus linguae! Ich meinte natürlich: „…, da nennt Fahrenwaldt – scheinbar – Ross und Reiter …“

        • Karlheinz Fahrenwaldt

          Lieber Henrik Gräber,
          ich nehme Ihre Entschuldigung an!
          Nachdem Sie Ihre Augsburger Puppenkiste losgeworden sind suchen sie weiter nach märchenhaften Zusammenhängen in der Lüneburger Wohnungsbaupolitik? Ich bin der festen Überzeugung das uns weder Rilke, noch Niederländisch (kann ich nicht:(, Lagerlöf, Unbekannt (kenne ich nicht), Sully (kenne ich auch nicht, ist wohl kein Lüneburger), Andersen, Heine, Thatcher, Honnecker, FAZ oder Lichtenberg hier hilfreich zur Seite stehen werden.
          Betrachten Sie einfach Ihren Beitrag als weiteren Lapsus. Aber das ist für einen gestandenen Studienrat sicher nicht Gans einfach! Und im Übrigen bin ich Rentner und habe KEIN Abitur (Schotty)!

          • Sehr geehrter Herr Fahrenwaldt, die Kernaussage Ihres Kommentars erschließt sich mir als Außenstehendem nicht. Was wollten Sie mitteilen?

          • Karlheinz Fahrenwaldt

            @ Arnold: Lesen Sie einfach die beiden vorherigen Kommentare von Herrn Gräber.

  3. Die Stadt hat das Problem erkannt? Herr Mädge hat gerade erst eine riesige Sportfläche im Wilschenbruch Platt gemacht, um für 20 Neubürger Villen zu schaffen. Die Erkenntnis scheint wirklich brandaktuell zu sein.

  4. der arme herr jenckel, er sieht nur noch probleme. reppenstedt hilft. mein nachbar kommt gebürtig aus berlin und ist als diplomphysiker in hamburg tätig. er hat vorher in hamburg gewohnt. zu teuer. also flucht aufs land. mädge möchte zugern eingemeinden. warum? seine pension ist davon abhängig. wenn er es aber schaffen würde, wären die grundstückspreise in reppenstedt schnell noch teurer. deswegen blase ich zum hallali. mal sehen, wer wen erlegt.

  5. Lieber Herr Doktor Fahrenwaldt,

    in Ihrer Fundamentalkritik der rot-grünen Stadtentwicklungs- und Wohnungsbaupolitik erwähnen Sie auch und meines Erachtens auch teilweise zu Recht: „Die Millionen für den Libeskindbau und das Museum hätte man besser in den sozialen Wohnungsbau stecken sollen.“ Ich schreibe teilweise, weil natürlich gefragt werden muss, ob eine Stadtregierung denn gar nichts für das kulturelle Vorankommen tun darf, solange nicht alle herandrängenden gesellschaftlichen Anforderungen erfüllt sind. Über den Museumsbau, so grauenvoll grottig hässlich er mir auch vorkommt, hat man lange und heftig gestritten und dann ist es zu dieser teuren Mausoleumslösung gekommen, aber gut. Da ist unglaubliche Dynamik in der Museumsszene. International gibt es die verrücktesten Konzepte. Und vermutlich ist es nicht schlecht, dass nun auch bei uns ein Baukörper vorhanden ist, in dem neue, unverbrauchte Möglichkeiten und Formen regionalhistorischer Selbsvergewisserung durchgespielt werden können. Anders verhält es sich meiner Ansicht nach mit dem neuen Zentralgebäude am Bockelsberg, das nicht nur von geradezu grotesker Bizarrerie in Größe und Gestalt ist und ohne erkennbaren Sinn in eine relativ homogene architektonische Umgebung hineingezwängt wird (den angeblich aufklärenden Sinn des „Brechens“ und „Kontrastierens“ halte ich für werblichen, an den Haaren herbeigezogenen Interpretationskitsch), sondern das – wie allgemein bekannt – auch unsolide geplant und vor allem in seinen voraussichtlichen Kosten entweder nicht ehrlich oder mit abenteuerlicher Leichtfertigkeit kalkuliert und durch die bewilligenden Instanzen manövriert wurde. Landesrechnungshof und Oberfinanzdirektion haben mehrfach in umfänglichen Berichten darauf hingewiesen (neuerdings sogar bestätigt durch das niedersächsische Wissenschaftsministerium), dass die Finanzierung – entgegen anderslautenden Beteuerungen von Seiten des Stiftungsrates und des Präsidiums der Leuphana – bis heute nicht gesichert ist. (Dazu ist am Vormittag ein LZ-Artikel online geschaltet worden, der eine aktuelle Volte im Geldbeschaffungsbemühen beleuchtet. Man möchte „Liegenschaften“ veräußern: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/278477-leuphana-universitaet-gibt-gebaeude-am-rotenbleicher-weg-auf)

    Ich stimme mit Ihnen überein: „Die Millionen für den Libeskindbau hätte man besser in den sozialen Wohnungsbau stecken sollen.“

    Hier nun meine Frage: Wenn es zu einem weiteren Anstieg der Kosten kommt (von maximal 125 statt veranschlagter 57 Millionen Euro ist seit einigen Monaten die Rede) und Kreis und Stadt wesentlich mehr als die vorgesehenen insgesamt sieben Millionen zur Fertigstellung (an den Erhalt ist noch gar nicht gedacht) beisteuern müssen (hier habe ich von Zahlen zwischen zwanzig und dreißig Millionen gehört), würden Sie dann auch sagen, „in einer Demokratie sind nie einzelne Personen für politische Entscheidungen verantwortlich“? Auch die nicht, die sich bei der Grundsteinlegung stolz als verantwortliche „Mütter“ und „Väter“ oder wenigstens „Tanten“ und „Onkel“ bzw. „Paten“ des Projekts haben photographieren lassen?
    (Siehe etwa: http://www.pols-cdu.de/veranstaltungen_mdb_49.html)

  6. http://www.welt.de/regionales/niedersachsen/article148720867/Spielplaetze-nicht-mehr-Pflicht.html

    Dann können wir ja jetzt die Lüneburger Altstadt endlich plattmachen.

    • geht nicht, bin auf dem meere geboren worden und hätte was dagegen. schmunzel.

      • Lieber Herr Bruns

        Wie Sie wissen, sind nicht nur Sie „Auf dem Meere“ geboren, sondern auch der Schorsch. Und genau der CDU-Ortsverband seiner Wahlheimat Radbruch zusammen mit dem CDU-Samtgemeindeverband Bardowick veranstalten auch in diesem Jahr das traditionelle Grünkohlessen im Gasthaus Sasse in der Bardowicker Str. 19, in 21449 Radbruch. Als Gastredner konnte in diesem Jahr Staatssekretär Karl-Josef Laumann Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege gewinnen. Er spricht am Mittwoch, den 18. November 2015, um 19:30 Uhr zum Thema: Frage des Anpackens – Gute Gesundheits – und Pflegestrukturen im ländlichen Raum.

        • Lieber Klaus Bruns

          Sind Sie und Karlheinz nun dabei? Ich muss reservieren.

          LG, euern Kurschdi

          • Kurschdi, da ich auch gern mal in ein schwarzes loch schauen würde, wäre ich gern gekommen. leider habe ich ihre nachricht zu spät gelesen. vielleicht beim nächsten mal.

  7. Karlheinz Fahrenwaldt

    Liebe Jasmin Pötzel,
    es ehrt mich zwar, dass Sie mich zum „Doktor“ ernannt haben, aber soweit bin ich noch nicht (und voraussichtlich wird dieses Vorhaben schon am Finden eines „Doktorvaters“ scheitern). Nenne Sie mich einfach beim Vor- oder Nachnahmen.
    Nach meiner Erfahrung sind Bauten von der Größenordnung der Hamburger Philharmonie, des Berliner Flughafens und des Lüneburger Audimax schon in der Planungsphase mit wissentlich zu niedrigen Kosten angesetzt worden. Dann hat man erstmal solange gebaut, bis das veranschlagte Geld verbraucht war und aufgrund des weit fortgeschrittenen Baus wäre ein Rückbau genauso teuer wie der Weiterbau. Der Jurist nennt das „normative Kraft des faktischen“. Diese Bauwerke werden weitergebaut – egal was es am Ende kostet. An dem Hamburger Veranstaltungszentrum „Fabrik“ war mal ein Plakat angebracht, auf dem die Elbphilharmonie abgebildet war mit dem Spruch „789.000.000 – Das Geld ist nich wech – Das Geld is nur wo anners“. So isses. Und die nächsten Objekte der Geldvernichtung sind schon in Arbeit (Stuttgart 21) oder werden geplant (Olympia in Hamburg).
    Ich halte es für eine für die Demokratie gefährliche Entwicklung, gesellschaftliche Vorgänge zu personalisieren. Holm und Keller konnten das Audimax nur in Auftrag geben, weil sie Rückendeckung von der Landesregierung erhielten und die haben dann die Stadt und den Landkreis einbezogen. Also Mädge hier als alleinig Schuldigen festzumachen wäre zu kurz gesprungen. Und das gilt mit anderen Akteuren für die meisten oben benannten Bauvorhaben.

    • Der Jurist nennt das „normative Kraft des faktischen“? Welcher Jurist? Sie?

      Aus einem Faktum kann vielleicht eine Gewohnheit (also ein anderes Faktum) werden, aber bestimmt keine Norm. Keine GELTENDE Praxis kann eine GÜLTIGE Praxis begründen. Wäre es anders, könnten wir alle einpacken, denn dann gäbe es keinen moralischen Unterschied mehr zwischen Idi Amin und Mahatma Gandhi. Wir würden Gewohnheits- und Faustrecht bejahen und das rational gerechtfertigte und gesetzte Vernunftrecht verneinen. Jellinek, von dem die von Ihnen gedankenlos nachgeplapperte Phrase stammt, war ein Rechtspositivist, der das Glück hatte, noch vor dem ersten Weltkrieg zu sterben. So hat er nie zu erfahren brauchen, was sich etwa aus der – vermeintlichen – Tatsache der kulturellen und natürlichen Minderwertigkeit an – angeblichen – Rechtsfolgen ergeben kann.

      Im hier vorliegenden Anwendungsfall ist es vielleicht auch so wie andernorts, dass Unaufrichtigkeit und Dreistigkeit sich über verantwortungslose Dummheit und zynische Geltungssucht hinweggesetzt haben und dass die Mühen der „Aufarbeitung“ dieses Bubenstücks von den vielen beteiligten Exzellenzen, die alle Name und Adresse besitzen, aufgrund der Befürchtung unvorteilhafter Publikumseffekte nicht gewünscht sind und also nicht erfolgen werden, aber deshalb wird aus dem Denkmal eines ungerechtfertigten Größenwahns noch lange kein Denkmal eines gerechtfertigten Größenwahns.

  8. Hallo Herr Aßmann-Funk

    wie stellen Sie sich denn nun zu den hier laut gewordenen Bedenken?

    Wer sich im Konsens mit seinem politischen Sachwalter, dem Advokaten des Finanzdienstleistungs- und Immobiliensektors weiß („Vielen Dank an Herrn Fahrenwaldt, genau meine Meinung!“), die Verantwortung der sozialen Katastrophe bei anderen sieht („Das Wohnungsbau-Versagen liegt bei Stadt und Land.“) und die Lügenpresse (?) bezichtigt, boshaft stichelnd gegen ihn und seinen Berufsstand ein Krank machendes („Ich kann es einfach nicht mehr hören.“), strategisch konzipiertes kampagnenjournalistisches Kesseltreiben („immer wieder in dem gleichen ätzenden Tenor“) aus schnödem Geschäftsinteresse („Das Thema muss sich unheimlich gut verkaufen.“) zu veranstalten, der sollte vielleicht versuchen, durch Differenzierung und nähere Begründung zur Überzeugungskraft seiner Abwehr, aber auch seiner Angriffe beizutragen.

    Lieber Herr Aßmann-Funk, was entgegnen Sie beispielsweise Herrn Gräber? Wo sehen Sie Wege, die Krise des Wohnungsmarktes in Lüneburg konstruktiv und vorteilhaft für alle Seiten – also auch die „der Kunden“ – zu bewältigen?

    Helmut Johndreieck

  9. Aber das ist doch prima, Herr Fahrenwaldt!

    Keine persönliche Verantwortung, nirgends. Quasi Generalabsolution! Wird einmal ein Mord mit dem Etikett »politisch« versehen, kann es keinen Täter gegeben haben. Darauf kann sich Commissario Montalbano bei seinen Ermittlungen im Bauunternehmer- und Sparkassenmilieu schon mal von vornherein einstellen.

    Sie halten »es für eine für die Demokratie gefährliche Entwicklung, gesellschaftliche Vorgänge zu personalisieren«? Die Finanzmarktkatastrophe: Schicksal? Der Waffenverkauf an Kriegsparteien in Afrika und im Nahen Osten: höhere Gewalt? Die unfreiwilligen Lehr- und Wanderjahre von 60 Millionen Hungerleidern an der Peripherie unseres Wohlstandsidylls: Ausfluss kosmischer Schwingungen? Ni Dieu, ni maître? Haftungsausschluss auch bei Vorsatz? Warum haben Sie sich aber dann vorigen April dermaßen hysterisch ereifert, als Sie »erläuterten« und zwar in Ihrer Funktion als Kreisparteivorsitzender der LüneLinken: »Wir fordern eine Deckelung bei den Gehältern für die Geschäftsführer kommunaler Betriebe auf etwa 9000 Euro, also das Gehaltsniveau des Oberbürgermeisters. Während sich Eckhard Pols bei der Frage schwammig auf das Leistungsprinzip beruft, rechtfertigt Ulrich Mädge höhere Gehälter in gewohnt neoliberaler Argumentation als marktüblich und wettbewerbsbedingt. Und während Herr Pols eine Rekommunalisierung der Strom-, Gas- und Wasserversorgung wenigstens ergebnisoffen prüfen will, sieht der amtierende Oberbürgermeister Mädge nach Ablaufen der Konzessionsverträge mit Avacon ein „Regionalwerk“ mit kommunaler Mehrheit als Mittel der Wahl an. Dabei verschweigt er jedoch, dass der Konzessionsvertrag noch 10 Jahre läuft.« Adressierten Sie kKEINE Personen? Sind denn Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterkandidaten, denen Sie hier doch ein sehr gehöriges Maß an nicht ganz uneigennützigen Handlungsmotiven zutrauen, KEINE Personen? Und sind Herr Manzke und Herr Ohlms, deren Namen nicht genannt zu haben, Sie ausdrücklich betonen, KEINE Personen mit sehr klaren geschäftlichen Interessen in Rat und Tat? Und in der »Landesregierung«, von der »Holm und Keller« und Sascha und Spoun »Rückendeckung« erhielten, als sie »das Audimax nur [!!] in Auftrag gaben«, waren da die Ministerin für Wissenschaft und Kultur, ihr Staatssekretär, und der Herr Kultusminister auch KEINE Personen? Warum drängen Sie dann aber ALS Personen auf Hochglanzphotographien für Tages- und Wochenzeitungen? Und warum spielen verrückt hohe Nebeneinkünfte, die von Amtspersonalitäten in einer Weise privat eingestrichen werden, ALS OB es sich bei Ihnen um Personen handelte, dann eine Rolle, wenn die Annahme in eine nähere Lage rückt, es könnte sich der Einkommenskomfort solcher Personen mit ihren administrativ-politischen Entscheidungen auf eine Art verquicken, die zum verschärften Nachdenken Anlass gibt? (Vgl.: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/272190-272190) Nirgends Personen, keine Verantwortung, sondern überall nur demokratischer Nebel, hinter dem sich ein Rangierbahnhof der Interessen verbirgt ?

    Herr Jenckel benennt die drei Symptome, wie Sie vor allem für den durchschnittlichen, gar nicht unbedingt »sozial (d. i. finanziell) schwachen« Wohnungssuchenden spürbar sind: 1.: geringes bis kein Angebot, das aber alles sehr teuer, 2.: leergefegter Markt mit absurd hohen Preisen für heruntergekommene Wohnkloaken, 3. alles besetzt, dafür unerschwinglich. Mit anderen Worten: Nix da, aber dieses Nichts ab 12 € pro qm. Minimum!

    Aber Sie sagen, da gibt es keine adressierbar verantwortlichen Personen, mit denen man mal sprechen sollte. Wetterphänomen! ES stürmt. ES friert. ES regnet. Also: »ES herrscht«! Zum Beispiel »auf dem Markt galoppierende Inflation.«

    Und »die Technik multipliziert die Produktion. Die Technik dezimiert das Arbeitsheer. Der Markt verknappt das Angebot. Die Kaufkraft der Massen hat galoppierende Schwindsucht. In Amerika verbrennt man Getreide und Kaffee, weil sie sonst zu billig würden. In Frankreich jammern die Weinbauern, daß die Ernte zu gut sei. Stellen Sie sich das vor. Die Menschen sind verzweifelt, weil der Boden zu viel trägt! Zu viel Getreide, und Andere haben nichts zu fressen! Wenn in so eine Welt kein Blitz fährt, dann können sich die historischen Witterungsverhältnisse begraben lassen.
    […]
    Wir werden nicht daran zugrunde gehen, [lieber Herr Fahrenwaldt,] daß einige Zeitgenossen besonders niederträchtig sind, und nicht daran, daß andere besonders dämlich sind. Und nicht daran, daß einige von diesen und jenen mit einigen von denen identisch sind, die den Globus verwalten. Wir gehen an der seelischen Bequemlichkeit aller Beteiligten zugrunde. Wir wollen, daß es sich ändert, aber wir wollen nicht, daß WIR uns, das KONKRETE PERSONEN sich ändern. Wozu sind die andern da?, denkt jeder und wiegt sich im Schaukelstuhl. Inzwischen schiebt man von dorther, wo wenig Geld ist, dahin Geld, wo sowieso schon viel ist. Die Schieberei und das Zinszahlen nehmen kein Ende, und die Besserung nimmt keinen Anfang.« (Erich Kästner: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten. Berlin 1931)

  10. Hey! Stadtrat Pauhauly Man, play a song for me

    Lieber Herr Pauly,

    Herr Mädge meinte im April 2013, es seien „vor allem die Grundstücks- und Erschließungskosten, die den Preis [für Wohnraum] treiben. Die Sparkassentochter idb musste zum Beispiel an einer europaweiten Ausschreibung teilnehmen, um die Fläche fürs Hanseviertel vom Bund erwerben zu können. Den Preis, den die idb zahlen musste, legt sie natürlich um auf den Quadratmeterpreis für die Grundstücke. Den zu zahlen, sind nicht nur Hamburger, sondern auch Interessenten aus der Region bereit.“

    Doch, auch wenn die Stadt Flächen zu einem günstigen Marktpreis anbiete „mit der Auflage, dass dort Wohnungen zu einem niedrigen Mietpreis angeboten werden“, sei offen, „ob sich dafür Investoren wie zum Beispiel Wohnungsbaugenossenschaften finden.“ Denn sozialer Wohnungsbau sei nicht ohne Zuschüsse möglich. „Der Verband der Wohnungswirtschaft spricht von 90 000 Euro Subventionen pro Wohnung, wir gehen von 50 000 Euro aus. Fließen müssten diese Zuschüsse von Bund und Land, allerdings reichen die Mittel derzeit bei Weitem nicht aus. In den 90er-Jahren hat die Stadt selbst ein Programm mit rund 10 Millionen Mark aufgelegt, damals für Bockelsberg West. Heutzutage können wir das nicht leisten, weil die Sanierung von Schulen und im energetischen Bereich Millionen kostet.“ (http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/69798-grundstuckskosten-sieht-madge-als-preistreiber)

    Am 24. September wurde auf dem aus bekannten Gründen anberaumten Bund-Länder-Gipfel-Treffen in Berlin entschieden, dass der Bund den Ländern in den Jahren 2016 bis 2019 für den sozialen Wohnungsbau je 500 Millionen Euro zukommen lassen werde.

    Geht man davon aus, dass Niedersachsen davon ein Zehntel erhält, würden Eintausend derart subventionierte Wohnungen im Land möglich.

    Meine Fragen:

    1) Halten Sie Hilfen von bundesweit 500 Millionen jährlich für den sozialen Wohnungsbau für ausreichend?

    2) Was denken Sie, wie kommt es zu den schnell aufeinander folgenden gigantischen Preissprüngen auf dem Lüneburger Wohnungsmarkt?

    3) Sehen Sie nur Ursachen oder sehen Sie – anders als Ihr Parteikollege Fahrenwaldt – auch Verursacher?

    4) Die SPD-Bürgerschaftsfraktion in Hamburg hatte 2014 aufgrund des Wohnungsmangels ein schärferes Gesetz gegen Immobilien-Spekulanten beschlossen. Leere Wohnungen sollen vermehrt zwangsvermietet werden. Ist das ein Vorgehen (gegen Spekulanten, Eigentümer, Anleger, aber auch invovierte Makler – also Personen (!)), das Sie sich auch in Lüneburg vorstellen könnten?

    Hey! Michèl Pauhauly Man, play a song for me
    In the jingle jangle morning I’ll come followin’ you

    Though you might hear laughin’, spinnin’, swingin’ madly across the sun
    It’s not aimed at anyone, it’s just escapin’ on the run
    And but for the sky there are no fences facin’ …

    Danke, Thomas Grote

    • Lieber Herr Pauly, auch ich möchte es einmal mit meinen Fragen bei Ihnen versuchen. Günstiger Wohnraum ist in Lüneburg schon seit Langem Mangelware. Dabei wächst die Stadt jährlich um drei- bis sechshundert Bürger. Da kann man sich leicht ausrechnen, dass es auch morgen nicht genügend Wohnungen gibt, die öffentlich gefördert sind. Auch in anderen deutschen Mittelstädten ist der Wohnungsmarkt seit Jahren äußerst angespannt. Laut Deutschem Mieterbund fehlen bundesweit rund 800.000 Wohnungen – vor allem im unteren Preissegment. Gab es in den 1980er Jahren etwa noch knapp 4 Millionen Sozialwohnungen, so sind es heute nur noch rund 1,5 Millionen. Ein Grund für diesen drastischen Schwund: Kommunale Wohnungsgesellschaften privatisierten in der Vergangenheit im großen Stil. Zwar bauen auch private Investoren Sozialwohnungen, doch die fallen meist nach 15-25 Jahren aus der sogenannten Bindung. Sprich: Der Bauherr und Eigentümer kann die Mieten dann frei festlegen, besonders günstiger Wohnraum geht somit also verloren. Ob das wohl sinnvoll ist?

      Entsprechend besorgt sind derzeit viele Politiker. SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte unlängst bezahlbaren Wohnraum für alle. Und Bundesbauministerin Barbara Hendricks versprach Ende September beim Asylgipfel von Bund und Ländern deutlich mehr Mittel für den sozialen Wohnungsbau. Insgesamt zwei Milliarden Euro zusätzlich sollen ab dem kommenden Jahr bis 2019 entsprechend zweckgebunden an die Bundesländer fließen. Denn sozialer Wohnungsbau oder „Wohnraumförderung“ – wie es heute heißt – ist Ländersache. 2006 ging die Aufgabe im Zuge der Föderalismusreform vom Bund auf die Länder über. Dafür überweist Berlin sogenannte Kompensationsmittel, jährlich bislang rund 518 Millionen Euro, die nach einem bestimmten Schlüssel an die Länder verteilt werden. Genutzt wurden diese Mittel in der Vergangenheit aber häufig, um die eigene Kassenlage aufzubessern — wohl leider nicht nur in Hannover, sondern auch in Lüneburg. Aber das ist wahrscheinlich die falsche Idee von der Aufgabe ikommunaler Wohnungsunternehmen. Denn wenn ich als Kommune zu wenig günstigen Wohnraum habe, dann muss ich zum Beispiel Transferleistungsempfänger in teureren Wohnungen unterbringen, Zahl ich dann letztendlich nicht noch einmal und viel mehr? Im Fachjargon heißt das Subjektförderung statt Objektförderung. Investitionen in Menschen, statt in Stein – klingt eigentlich sympathisch, kommt Lüneburg aber teuer und erlaubt es privaten Vermietern, ordentlich Gewinn zu schlagen aus der nachlässigen Wohnungspolitik.

      Hat sich Herrn Fahrenwaldts für einen Linken erstaunliche Maxime, dass der Markt (und der Makler) die Sache gewissermaßen von allein regele, nicht als Irrglaube erwiesen? War der Weg, schwerpunktmäßig auf Subjektförderung über Wohngeld, zu setzen, nicht ein falscher Weg? Wird es jetzt nicht zunehmend wichtig, Objekte zu fördern, also günstigen Wohnraum, aber in sehr großer Mengenzahl, damit man die keimenden Verwerfungen zwischen Ansässigen und neu Ankommenden nicht potenziert?

      Und reicht es wirklich aus, lediglich die Mittel für den sozialen Wohnungsbau zu erhöhen, um schnell für Abhilfe zu sorgen?

      Wir müssen aktuell erst mal die Flüchtlinge unterbringen. Das ist der eine Aspekt. Aber wir müssen gleichzeitig langfristig denken. Wie können wir einen Wohnraum schaffen, der nicht wertlos ist, und trotzdem einen qualitätsvollen Wohnraum darstellt, der schnell hergestellt werden kann und einen längeren Nutzungszyklus hat? Der, wenn wir ihn nicht mehr für Familien brauchen, leicht für Studenten, für andere Wohnbedürfnisse umgenutzt werden kann?

      Modul- und Leichtbauweise, sprich moderner Plattenbau, der schnell hochgezogen, aber flexibel genutzt werden kann – ist das eine Antwort auf die akute Wohnungsnot? Auf diese Weise will etwa Berlin die sonst üblichen zwei bis vier Jahre Bauzeit deutlich verkürzen und schnell günstige Wohnungen schaffen. Zudem hat die Bundesregierung das Bauplanungsrecht gelockert. Nun kann leichter in Gewerbegebieten gebaut werden, Bürogebäude dürfen in Flüchtlingsunterkünfte umgewandelt werden. In den Ländern sollen außerdem die Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Aus den Reihen der Bauminister der Länder kommt zudem die Forderung, die nächste Stufe der Energieeinsparverordnung, die im kommenden Jahr in Kraft treten soll, vorerst auszusetzen. Darüber hinaus denkt die Bundesregierung offenbar über weitere steuerliche Vergünstigungen für private Investoren nach. Bauen – so die aktuelle Devise – soll schneller und vor allem billiger werden. Doch mit mehr Wohnraum allein ist es nicht getan.

      Zuwanderer, die zu uns kommen, und Migranten, die ein Bleiberecht haben, für diese Menschen ist es wichtig, dass sie möglichst schnell integriert werden. Dass heißt sie müssen ein Umfeld haben, das integrationsoffen ist und der wichtigste Weg für Integration ist, dass sie Arbeit finden, dass sie soziale Kontakte finden, und – klar – dass sie Wohnraum finden. Die Frage des Wohnraums isoliert zu betrachten ist meines Erachtens eine total falsche Herangehensweise. Was denken Sie?

      Fazit: Leerstand auf der einen, Wohnungsnot auf der anderen Seite: Der Immobilienmarkt in Lüneburg ist seit über zwanzig Jahren angespannt. Besonders im Niedrigpreissegment fehlen Wohnungen. Der Anteil der Senioren (60 Jahre und älter) an der Bevölkerung wird bis 2035 von aktuell landesweit rund 27 auf etwa 36 Prozent steigen. Der Anteil der Lüneburger Bevölkerung mit Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein bewegt sich auf die 40 Prozentmarke zu. Und neben den deutschen Bewerbern suchen auch immer mehr Flüchtlinge ein bezahlbares Heim. Die Not, aber auch der Sozialneid wächst.

      Was tun, Herr Pauly?

      Was sagen Sie?

      • Liebe Rita, nur eine Zwischenfrage: warum glauben SIE, dass ausgerechnet die Politik eine Antwort auf ihre Fragen hat, wenn schon die Wirtschaft dahin versagt? alleinerziehende zum beispiel haben probleme verschiedener arten. da ist die wohnung nur ein teil. das verhalten der wirtschaft beinhaltet für mich das weit aus größere problem. wie soll da die politik eingreifen? kann sie es denn überhaupt? für meinen geschmack schafft die politik im moment mehr probleme, als sie löst. sehen Sie das anders?
        Die Not, aber auch der Sozialneid wächst.
        stimmt, wird von einem großen teil der politik und der wirtschaft aber immer wieder geleugnet.

      • Ma voll konkret krass inne aufe Deutsch, Alta

        Das ADAC-Kartbahngelände an der B 209, das einen ganzjährig lärmenden, als Fahrsicherheitszentrum getarnten kommerziellen Vergnügungs- und Rennpark für rücksichtslose PS-Fanatiker darstellt, wird von nahezu allen Einwohnern in Embsen seit zehn Jahren als massive, ja, krankmachende Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität empfunden:

        http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/268897-kartbahn-aerger-auf-adac-gelaende

        https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/276523-slalom-wettbewerbe-viel-laerm-um-zu-viel-laerm#comment-59304

        Warum kann man die Anlage nicht sofort rückbauen und stattdessen im kommenden Jahr 300 wertige Sozialwohnungen mit 200 Mittelklassereihenhäusern darauf errichten? Für die Umwelt hätte man unmittelbar Gewaltiges geleistet. Die 15 Arbeitsplätze, die verloren gingen und überwiegend sowieso nicht mit Embsenern besetzt sind, würden durch Hausmeister, Kindergärtnerinnen, und andere notwendig werdende Dienstleister locker kompensiert. Die Gemeinde Embsen würde an den Grundsteuern ebenso gut, wahrscheinlich sogar besser verdienen, als an den Gebühren aus dem Pest- und Dröhn- und Röhrzirkus. Da die dort lebenden Menschen Einkommenssteuern zahlen, im Ort einkaufen, tanken und Schnitzel essen gehen sowie den Kommunalen Finanzausgleich positiv beeinflussen, würde der Wohlstand der Gemeinde Embsen wachsen.

        Könnte Embsen so, indem seine Gemeindevertreter den ADAC-Wahnsinn beenden und endlich einmal eine nachhaltig sinnvolle Entscheidung treffen, nicht Vorbild für sozialpolitische Vernunft auch in Lüneburg, Deutsch Evern und Reppenstedt werden?

        LG, Rike Hillmer

        • Wenn da wirklich 500 oder auch nur 200 Wohnungen drauf passen, bin ich absolut dafür, sofort an Stilllegung und Abriss der Rennterrorstrecke zu gehen. Die sozialpolitischen und die wirtschaftlichen Vorteile des Rück- und Neubaus für Lüneburg und Embsen leuchten mir unmittelbar ein. Außerdem wäre man endlich diese betäubend dauerlärmende Umweltzerstörungsanlage los.

          • „Hier ADAC …?“
            „Hallo, ich bräuchte Ihre Hilfe!“
            „Haben Sie eine Panne?“
            „Nein, aber ich müsste dringend mal eine Umfrage fälschen!“

    • Hört sich gut an

      Stand Januar 2014 hat Niedersachsen — neben der „Region Hannover als kommunale Körperschaft eigener Art“ — 37 Landkreise mit 288 Einheitsgemeinden und 126 Samtgemeinden, die wiederum aus 703 Mitgliedsgemeinden bestehen. 288 + 703 = 991. Also würde jede der 991 Gemeinden in Niedersachsen zwischen 2016 und 2019 genau EINE aus diesen am 24. September beschlossenen Bundesmitteln mitfinanzierte Sozialwohnung IM JAHR zusätzlich bauen können, (die neun übrigen werden verlost, nehme ich an).

      Demnach hätte man in Sumte auch für den letzten der derzeit provisorisch untergebrachten Neubürger das Wohnungsproblem schon in eintausend Jahren gelöst. Fabelhaft!

  11. Karlheinz Fahrenwaldt

    Lieber Jochen Bergmann,
    ich bin bei Ihnen wenn wir gemeinsam das kapitalistische System ändern wollen. Aber wem nützt das Nennen von Namen bei der Regelung der Wohnungsbaupolitik in Lüneburg? Die Einzigen, die hier eine Änderung herbeiführen können sind die regierenden Fraktionen und wenn Sie die Schuld an dem konkreten Wohnungsmangel an einer Person festmachen, entlasten Sie alle anderen Mitglieder der Regierungskoalition. Gesetze werden in einer Demokratie von Parlamenten verabschiedet und nicht von einem Regierungschef. Und was das Lüneburger Parlament betrifft: Da gibt es und gab es schon seit längerem Vorschläge zum Ausbau des sozialen Wohnungsbaus, nur die Regierenden haben das ignoriert. Es gibt z.B. die Vorschläge einer Quotierung für Sozialwohnungen bei der Vergabe von städtischen Bauplätzen und die Konzentration der städtischen Lüwobau auf den Bau von Sozialwohnungen anstelle des Bauens von Feuerwehr- oder Seniorenwohnanlagen. Weitere Vorschläge siehe in meinen Beiträgen oben. Mit Recht erwähnen Sie die Finanzkrise. Internationle Heuschrecken investieren in Betongold und treiben so die Preise hoch (und das geht in der Regel nicht über die Maklerschiene sonder da werden ganze Immobilienkonzerne komplett übernommen). Sind dafür auch Herr Ohlms und Herr Manzke verantwortlich? Oder war es die Rot-Grüne Bundesregierung, die die Besteuerung von Unternehmensverkäufen (mir fehlt grade der Name) aufgehoben hat? Mir geht es um die Lösung des anstehenden Wohnungsproblems und nicht um irgendwelche persönlichen Schuldzuweisungen.

    • Lieber Karlheinz Fahrenwaldt,

      es ging mir „nicht um irgendwelche persönlichen Schuldzuweisungen“. Und mir ist auch klar, dass wir uns hier in Lüneburg im Kraftfeld von ökonomischen, politischen und sozialen Gewalten bewegen, die nicht von Lüneburg aus schnell und wirksam zu beeinflussen sind. „Das kapitalistische System ändern wollen“, steht nicht auf meiner Agenda. Ich trage da eher Konkretes und zu Bewältigendes ein. Gleichwohl ist es genauso möglich, dicke Bretter zu bohren und gegen Unerquickliches anzuwühlen, wie es innerhalb jener determinierenden und nicht hausgemachten Beschränkungen und Zwänge Spielräume gibt und geben muss, denn sonst wäre Kommunalpolitik nur eine Farce.

      Sie schreiben, „die Einzigen, die hier eine Änderung herbeiführen können sind die regierenden Fraktionen und wenn Sie die Schuld an dem konkreten Wohnungsmangel an einer Person festmachen, entlasten Sie alle anderen Mitglieder der Regierungskoalition.“ Ich stimme überein, der beschließende Akteur ist die Mehrheitsgruppe. Doch die besteht aus Menschen, aus Personen, die sich in Netzwerken von Funktionen, Aufgaben und Pflichten, aber auch Verpflichtungen bewegen. „Regierungskoalition“, „Gesetze verabschieden“, „Parlament“, „Regierungschef“, am Ende gar noch „Staatsmann“? Das scheinen mir reichlich überkandidelte Vokabeln im Zusammenhang mit einer kleinen Gemeindevertretung als Hauptorgan einer kleinen Kommune mit 42 gewählten Ratsfrauen und Ratsherren und einem Hauptverwaltungsbeamten an der Spitze. Diese beschließen über Satzungen, Verordnungen, öffentliche Abgaben (Gebühren, Beiträge und Steuern) und Umlagen etc., über alles, was in § 58 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) vom 17. Dezember 2010 beschrieben ist, aber „die Gesetzgebung“ gehört nicht zu den Aufgaben von kommunalen Abgeordneten.

      Wie gesagt, ich will an keiner Einzelperson „die Schuld an dem konkreten Wohnungsmangel festmachen“ und schon gar nicht, wie Sie hier schon zum zweiten Male suggerieren, an „einem Regierungschef“, also an OB Mädge. Ich will nicht anklagen, aber ich wehre mich auch gegen das exkulpierende Gerede von „den Regierenden“, „den internationalen Heuschrecken“ und „dem kapitalistischen System“. Sicher, es gab die Unternehmenssteuerreform aus dem Jahr 2001, welche die Körperschaftsteuer von Kapitalgesellschaften sowie die Besteuerung von Erträgen aus Beteiligungen an Kapitalgesellschaften abgeschafft hat und es ist auch richtig, dass sogar die Preise am Lüneburger Wohnungsmarkt von internationalen Baumittelkonzernen und den Big Playern unter den Investoren wie Apollo, Cerberus und Fortress oder Quantum Funds mitbestimmt werden, aber, wie das so erzeugte „Klima“ auch immer sein mag, getanzt wird hier und jetzt. Und zu den Tänzern in Lüneburg gehören Personen: die beteiligten Banken und Sparkassen werden von Personen geführt und „beaufsichtigt“, die beteiligten Bauunternehmen haben namentlich bekannte Geschäftsführer und Gesellschafter, die beteiligten Projektentwickler, die Berater und die Gutachter, die Makler und die Investoren, die Eigentümer, die Verkäufer und die Vermieter sind Menschen mit Vor- und Nachnamen und bestimmten Schuhgrößen und sogar „alle anderen Mitglieder der Regierungskoalition“, die vielleicht kein Geld auf Zahl gesetzt haben, aber ein Lächeln von Herrn Andreas Meihsies oder Herrn Klaus-Dieter Salewski erwarten, — das sind Personen.

      Wenn Sie die Interessenlagen und Kräfteverhältnisse sondieren, wenn Sie in einem Gremium oder in einer Kungelrunde argumentieren, wenn Sie Vorlagen vorbereiten, wenn Sie Termine und Zeitpläne festzurren, wenn Sie die Vorgehensweise und die flankierende „Kommunikation“ überlegen, müssen Sie die handelnden und entscheidenden Personen kennen, wenn Sie überzeugen möchten, Plausibilität herstellen und etwas erreichen wollen, müssen Sie die Gründe und Beweggründe von Personen berücksichtigen. Sie müssen ausschlaggebenden Personen erklären können, warum sozialer Wohnungsbau auch in ihrem persönlichen Wohlfahrtsinteresse ist und warum das Drehen an der Preisschraube ihren ureigensten mittel- und längerfristigen wirtschaftlichen Erwartungen zuwider läuft. Politik ist ein People Business im Kostüm formaler demokratischer Prozeduren, Herr Fahrenwaldt. Und wenn Sie nicht in der Lage sind, Herrn Karsten Aßmann-Funk, Herrn Ohlms und Herrn Manzke begreiflich zu machen, welche Anstrengung sie auf sich zu nehmen haben, um mit Um- und Voraussicht ihre wohlverstandene Verantwortung zu erfassen und ihren individuellen Nutzen in der sozialen Optimierung, ihren materiellen Vorteil am altruistischen Verhalten (win-win (!)), dann brauchen Sie über „die Lösung des anstehenden Wohnungsproblems“ durch körperschaftliche Mechanismen auch nicht weiter zu grübeln und zu phantasieren, denn Sie werden einer solchen Lösung mit „Vorschlägen“ allein niemals näher kommen. Wenn etwas gut läuft, sind Menschen im Spiel. Und wenn etwas schlecht läuft — auch.

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Lieber Jochen Bergmann,
        es ist schade, dass Sie nicht Hand an das kapitalistische System legen wollen. Wir währen sicher ein gutes Team!;-)
        Ich bin kein Jurist und halte mich deshalb oft nicht exakt an die gesetzliche Sprachregelung – aber was ich meinte haben Sie ja richtig beurteilt. Sie haben auch Recht, was den fortschreitenden Korporatismus unserer Parlamente betrifft – nur mich beschleich da die Angst vor einer -wie ich es nenne- Demokratur. Also eine Demokratie, wo der „gemeine Bürger“ zwar wählen gehen darf, aber dann der/die Chef/in unumschränkter Gestalter/in der Politik ist. Im Ansatz ist das bei uns nach meinen Erkenntnissen schon heute sowohl an vielen Orten in der Kommunalpolitik als auch in den höheren Politikbereichen der Fall.

  12. Hallo Herr Jenckel,

    ich habe vorhin meine Oma Suse (94) interviewt. Sie wollte ein Statement zum Thema abgeben. Ich hab es abgetippt. Halten Sie das, was die alte Dame sich überlegt hat, für eine wirklichkeitsgetreue Annäherung an den Pänotyp der Gattung von Dienstleistern, zu der auch Herr Fahrenwaldt einmal gehört hat? Oder Ist das um Werturteilsfreiheit bemühte Portrait auf dem Fahndungsfoto zu unscharf geraten? Und ob Sie Omas Arbeit in der Wochenendausgabe zum ersten Advent vielleicht mit einer kleinen nachträglichen Geburtstagswidmung zum 65. von Klaus Bruns drucken möchten (Text: „Für Klaus Bruns zum 65. Geburtstag“) – was in Ordnung ginge. Das sollen Sie meiner Oma Suse bitte hier im Blog kurz mitteilen. Sind Sie so lieb?

    • Oma Suse hat ganz offensichtlich Jahrzehnte nur die schwarzen Schafe unter den Maklern kennengelernt – anders ist die Suada, die die Paragraphen 185-187 StGB punktgenau trifft, nicht zu erklären, vor allem nicht in der geballten Ladung an Beleidigungen. Tut mir leid. LG hhjenckel

      • Herr Jenckel, wie das leben so spielt. meine guten erfahren mit marklern halten sich auch in grenzen. meine episoden , die ich hier noch vor dem aufstehen, heute, diesem blog mitgeteilt habe, zeigen genau in die richtung. hummel hummel, mors mors. ist das für hummel nun ein hamburger gruß, oder doch nur eine beleidigung? schmunzel

    • Auch du, Thomas Mann!

      Der berühmte Hanseat muss ebenfalls „nur die schwarzen Schafe unter den Maklern kennengelernt“ haben, denn in den „Buddenbrooks“ porträtiert er „seinen Phänotyp“ des „Häusermaklers“ mit geradezu lustvoller Bosheit. Der heißt dort Sigmund Gosch, ist Theaterliebhaber, im Nebenberuf Literat, gibt sich als dämonische Figur à la E.T.A. Hoffmann und möchte aus Sensationslust eine Rolle bei dem Aufruhr vor der Bürgerschaft 1848 spielen. Deshalb schließt er sich Konsul Buddenbrook an, als der vor die Menge tritt und den »Republike!« fordernden Arbeitern auf Platt klar macht, dass sie mit ihrem Stadtstaat ja schon eine haben (IV, 3., 197, 207). An einem Gewitternachmittag im September 1855 trifft den Konsul plötzlich der Schlag (IV, 11., 272) und er stirbt. Im Herbst 1871 erliegt dann seine Frau, die Konsulin und Mutter des Senators Thomas Buddenbrook, „sie ist nun über 60 Jahre alt“ (VIII, 8.), „trotz heftiger Gegenwehr einer Lungenentzündung“. Beim jetzt sofort anstehenden Verkauf des Hauses in der Mengstraße (Zeit ist Geld!) wird „der Makler“ eingehend beschrieben (IX, 4., 652 ff.):

      »Acht Tage später saß in Senator Buddenbrooks Privatkontor, auf dem Ledersessel zur Seite des Schreibtisches, ein kleiner, glattrasierter Greis mit tief in Stirn und Schläfen gestrichenem, schlohweißem Haar. In gebückter Haltung stützte er sich mit beiden Händen auf die weiße Krücke seines Stockes, ließ das spitz hervorspringende Kinn auf den Händen ruhen und hielt mit bösartig zusammengepreßten Lippen und abwärts gezogenen Mundwinkeln von unten herauf einen so abscheulichen und durchdringend tückischen Blick auf den Senator gerichtet, daß es unbegreiflich erschien, warum dieser die Gemeinschaft mit einem solchen Menschen nicht lieber mied. Aber Thomas Buddenbrook saß ohne merkliche Unruhe zurückgelehnt und sprach zu dieser hämischen und dämonischen Erscheinung wie zu einem harmlosen Bürger … Zwischen dem Chef der Firma Johann Buddenbrook und dem Makler Sigismund Gosch ward über die Kaufsumme für das alte Haus in der Mengstraße beratschlagt.

      Das nahm eine lange Zeit in Anspruch, denn das Angebot von 28.000 Talern Kurant, das Herr Gosch gemacht hatte, schien dem Senator zu niedrig, während der Makler sich zur Hölle verschwur, wenn dieser Summe auch nur einen Silbergroschen hinzuzufügen nicht eine Tat des Wahnwitzes wäre. Thomas Buddenbrook sprach von der zentralen Lage und dem ungewöhnlichen Umfange des Grundstückes, aber Herr Gosch hielt mit zischender, gepreßter und verbissener Stimme, verzerrten Lippen und grauenerregenden Gesten einen Vortrag über das erdrückende Risiko, das er übernähme, eine Explikation, die in ihrer lebensvollen Eindringlichkeit beinahe ein Gedicht zu nennen war … Ha! Wann, an wen, für wieviel er dieses Haus wohl wieder würde absetzen können? Wie oft im Rollen der Jahrhunderte denn eine Nachfrage nach einem solchen Grundstück laut würde? Ob sein hochverehrter Freund und Gönner ihm etwa versprechen könne, daß morgen mit dem Zuge von Büchen ein Nabob aus Indien eintreffen werde, um sich im Buddenbrookschen Hause einzurichten? Er – Sigismund Gosch – werde damit sitzenbleiben … damit sitzenbleiben werde er, und dann sei er ein geschlagener, ein endgültig vernichteter Mensch, der nicht mehr die Zeit haben werde, sich zu erheben, denn seine Uhr sei abgelaufen, sein Grab sei geschaufelt, geschaufelt sei es … Und da diese Wendung ihn fesselte, so fügte er noch etwas von schlotternden Lemuren und dumpf auf den Sargdeckel fallenden Erdschollen hinzu.

      Dennoch gab der Senator sich nicht zufrieden. Er sprach über die vortreffliche Teilbarkeit des Grundstückes, betonte die Verantwortung, die er seinen Geschwistern gegenüber trage, und beharrte bei dem Preise von 30.000 Talern Kurant, um dann aufs neue mit einem Gemisch von Nervosität und Wohlgefallen eine wohlpointierte Entgegnung des Herrn Gosch anzuhören. Das dauerte wohl zwei Stunden lang, in deren Verlaufe Herr Gosch Gelegenheit hatte, alle Register seiner Charakterkunst zu ziehen. Er spielte gleichsam ein doppeltes Spiel, er spielte einen heuchelnden Bösewicht. »Schlagen Sie ein, Herr Senator, mein jugendlicher Gönner … 84.000 Kurantmark … es ist das Angebot eines alten, ehrlichen Mannes!« sagte er mit süßer Stimme, indem er den Kopf auf die Seite legte, sein von Grimassen verwüstetes Gesicht zu einem Lächeln der treuherzigen Einfalt verzog und seine Hand, eine große, weiße Hand, mit langen und zitternden Fingern, von sich streckte. Aber das war Lüge und Verräterei! Ein Kind hätte diese heuchlerische Maske durchschauen müssen, unter welcher die tiefinnere Schurkenhaftigkeit dieses Menschen gräßlich hervorgrinste …«

      Aus: Buddenbrooks. Große Kommentierte Frankfurter Ausgabe, Frankfurt a.M.: Fischer 2001. Bd. 1,1 (Genannt: Die ›Teile‹ (I-XI), deren Kapitel sowie die Seitenzahl.)

      • Mir ist, als hätte ich Sigismund Gosch in Lüneburg auch schon ein paarmal getroffen. Der hieß zwar anders, hat aber den gleichen Beruf gehabt. Erinnert sich noch jemand?

        • Fing der Name irgendwie mit „Karlheinz“ an und hörte mit sowas wie „Fahrenwaldt“ auf?

          • Karlheinz Fahrenwaldt

            Frau Huber gehörte nicht zu meinen Kundinnen!

          • An Karlheinz Fahrenwaldt

            Ist Ihnen denn nicht, als hätten Sie den lauernd langfingrigen und spinnengleich abwartenden Sigismund Gosch in Lüneburg schon ein- oder mehrmals getroffen?

      • Hallo Vera Huber, hier meine Erlebnisse mit Herrn Gosch und seinen Kollegen in Lüneburg: Maklergestammel, Exposélyrik und Vertriebsdummdeutsch, eine Welt der sprachlichen Superlative in den vergangenen vierzehn Tagen aus Prospekten und LZ-Anzeigen entnommen oder bei Besichtigungsterminen gehört:

        1. „Das Thema Schwamm ist in dem Haus.“
        Von sich aus müssen Makler nicht auf Baumängel hinweisen. Aber so richtig lügen dürfen sie auch nicht. „Was ist eigentlich mit Schwamm (Schimmel)?“, fragte ich irgendwann. „Ist ja alles ziemlich feucht hier.“ – „Ja.“ Sagte die Maklerin und sah zur Seite. „Das Thema Schwamm ist in dem Haus.“ – Das Thema ist im Haus – oder der Schwamm?, wollte ich gerade nachfragen. Da fügte sie schon hinzu: „Mehr weiß ich aber auch nicht.“ Ein Glück. Mehr wollte ich auch gar nicht wissen.

        2. „Setzen Sie sich mal auf den Fußboden.“
        Das Haus lag direkt an einer Hauptverkehrsader. Der Blick aus dem Fenster ging auf eine vierspurige Straße. Und das Ganze sollte dennoch über 4000 Euro pro Quadratmeter kosten. Der Makler sah das unterdrückte Entsetzen in meinen Augen. „Setzen Sie sich doch mal auf den Fußboden“, riet er mir. „Wie bitte?“ fragte ich. „Ja, setzen Sie sich einfach auf den Fußboden.“ Ich tat wie geheißen. „Sehen Sie? Von hier aus sehen Sie nur noch Bäume!“

        3. Grundrissstark
        Die Bau- und Grundstücksgesellschaft hatte für ihre Headline offenbar die besten Werbetexter der Republik zusammengetrommelt: „TownHouses: Breit, Attraktiv und Grundrissstark.“
        Breit – okay. Attraktiv: na ja. Aber was bedeutet eigentlich grundrissstark? Und wie sieht wohl ein grundrissschwaches Townhouse aus?

        4. Frischluftfenster
        Und noch mal dieselbe Anzeige: Die „grundrissstarken TownHouses“ verfügen über „Familienbad mit Frischluftfenster“. Ein echtes Verkaufsargument. Der Fairness halber sollte aber auch das Wohnzimmer mit Abluftfenster noch erwähnt werden. Und das Kinderzimmer mit Umluftfenster.

        5. Pflege-Immobilie
        Irreführende Steigerung von Seniorenimmobilie: „Investieren Sie in einen der größten Wachstumsmärkte! 2040 wird ein Viertel der Bevölkerung über 70 Jahre alt sein. Sichern Sie sich eine renditestarke Pflege-Immobilie als zukunftsorientierte und solide Kapitalanlage.“ Also ich denke bei „Pflege-Immobilie“ unwillkürlich an stark pflegebedürftige Häuser: Hausbock, Schwamm und Schwarzstaub. Möchte man das kaufen?

        6. Kopffreiheit
        Wir alle sehnen uns in der 2. Klasse des ICE und im Economy- Flug nach Beinfreiheit. Vergeblich. Aber in Lüneburg erwartet uns jetzt etwas viel Besseres: „Raumhöhen von 2,75 sorgen in der ›Villa Hegel‹ für viel Kopffreiheit.“ Für Giraffen?

        7. Denkbar ist hier viel!
        „Ein Haus mit über 100-jähriger Geschichte bildet an einem touristisch hochinteressanten Standort die ideale Plattform für neue Ideen – und denkbar ist hier viel!“ Ja, äh … was denn genau? Der erste Puff in der Gegend? Oder der zweite Plattenbau?

        8. An-/Umbauten
        „Einfamilienhaus mit Werkstatt und Garage – Baujahr 1957, An-/Umbauten 1968, 1973, 1978 und 1997.“ Also z.B. 1968: Einbau von Asbestzementplatten. 1973: Dachdämmung mit krebserregender Mineralwolle. 1978: Verlegung neuer Teppiche mit PCB-haltigem Teppichkleber. 1997: Spitzbodenausbau mit Formaldehyd-Pressspanplatten. Prost!

        9. Circa
        „Einfamilienhaus mit Anbau, ca. 129 qm Wohnfl., ca. 5 qm Nutzfläche, Bj. ca. 1965, renov. ca. 1986, Anbau ca. 1996, Grdst. ca. 498 qm.“ Sechs mal circa in einem Satz. Ich habe mich zwar nicht informiert, aber ich schreibe trotzdem irgendwas hin.

        10. Viel Platz und jede Menge Raum
        Es handelte sich um vier dunkle Zimmer im Souterrain. Auf dem Exposéfoto waren die obersten drei Stockwerke des Jugendstilhauses abgebildet; zur Wohnung musste ich eine Treppe hinabsteigen in etwas, das sich eher wie Keller anfühlte als Souterrain. Ein Raum war komplett dunkel, sein einziges Fenster führte in einen anderen Raum. Ein weiterer Raum hatte nur ein Fenster, das auf einen zugeschrotteten, engen Luftschacht führte. Dann gab es noch eine vollgerümpelte Abstellkammer und einen verwilderten dunklen Garten mit vereinzelten Müllresten. Und so klang das Exposé:
        „Hier haben Sie viel Platz und jede Menge Raum. Zum Wohnen, zum Arbeiten, zum Chillen und sogar zum Grillen. Die toll geschnittene Souterrainwohnung strahlt jede Menge Behaglichkeit aus. Und eignet sich ideal als Refugium, wenn man zwischen zwei Abstechern ins Geschehen wieder mal Kraft tanken will. Unser Tipp: Einfach mal anschauen!“ 249 000 Euro für eine düstere Müllhalde. So dreist muss man erst mal sein!

        11. Gestaltungsmöglichkeiten
        „Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und viel Ausbaupotenzial bietet die sanierungsbedürftige Villa aus den 1920er Jahren.“ Will sagen: Es muss nicht alles neu gemacht werden. Na gut – fast alles. Aber dafür können Sie sich die Farbe der neuen Badezimmerfliesen auch selbst aussuchen. Und im Preis gehen wir dann auch noch etwas runter. Sagen wir: 3 490 000 Euro. Klingt doch bedeutend billiger als 3,5 Millionen!

        12. Bedingende Umstände
        Die Räume: dunkel. Die Wände: fleckig. Die Dielen: verfärbt, staubig, verschmutzt. Und so klingt das Exposé: „Der Umstand, dass sich Wohnraum in diesen Straßen einer ungebrochenen Nachfrage und Beliebtheit erfreut, bedingt, dass Interessenten eine gewisse Eile geboten ist. Lassen Sie sich dieses Angebot daher lieber nicht vor der Nase wegschnappen! Schleifen Sie Ihren eigenen Diamanten!“ Dafür, dass noch sehr lange und viel geschliffen werden muss, sind 329 000 Euro für 80 Quadratmeter gar nicht mal sooooo günstig.

        13. Stadtpalais mit Personalhaus und Rosengarten
        „Mitten in Reppenstedt. 11 Zimmer, 657 qm Wohnfläche, eigenes Haus fürs Personal und Rosengarten.“
        Bleiben die Fragen: 1. Darf das Personal den Rosengarten betreten? 2. Wo bekommt man heutzutage noch gutes Personal her? 3. Stadtpalais in Reppenstedt? Und 3.: Wenn man sich Personal leisten kann – warum sollte man dann ausgerechnet nach Reppenstedt ziehen? Preis auf Anfrage.

        14. Wohnlicher Vollkeller
        Ein „Neubau mit viel Komfort“ wird versprochen. Und konkretisiert: „EFH mit wohnlichem Vollkeller in ruhiger Lage.“ Vielleicht auch noch „gut verschließbar?“

        15. Walmdachwinkelbungalow
        Bungalow ist ja schon schlimm. Walmdachbungalow ist worst case. Aber ein Walmdachwinkelbungalow für 245 000 Euro?

        16. http://www.kriech.de
        Webseite mit Anweisungen und Tipps, wie man den Makler dazu bringen kann, einem den Vorzug vor den 200 Mitbewerbern für die wundervolle Wohnung im Roten Feld zu geben? Äh – nein. Nur der Name einer der 35 000 Maklerfirmen in Deutschland. Erinnert mich irgendwie an meinen letzten Zahnarzt: Dr. Wimmer.

        17. Jung und gut gebaut
        … ist diese „attraktive 3-Zi-ETW, Bj. 1990“ angeblich und bietet „charmante Räumlichkeiten auf zwei Ebenen.“ Auf zwei Ebenen! Aber es wird noch besser: „TG und Kellerraum gibt es als Add-on dazu.“ Als Add-on. What zum Teufel means it?

        20. Nah am Wasser gebaut!
        Liebe Makler, was wollt Ihr mit dieser Überschrift sagen? Wenn wir diesen Neubau in Ilmenaunähe kaufen, müssen wir später sehr, sehr lange über diese Entscheidung weinen? Un dann: „Nur solvente Anfragen, cash offers.“ Nur Cash. Also seriöses Bargeld. 10 Millionen Dollar in kleinen Scheinen. In einem großen, schwarzen Schlangenlederkoffer?

  13. Ein kleiner beitrag aus dem wirklichen leben. vom markler lernen, heißt überleben lernen. es begab sich zu einer zeit, da war ein junges paar auf wohnungssuche. dieses paar wäre beinahme zum opfer eines marklers geworden. die überlebensstrategie ging wie folgt: wohnung anzubieten,courtagefrei. dieses junge paar schaute sich die wohnung an und wollte sie auch mieten. jetzt begann es anzufangen zu donnern. die einbauküche , die der vormieter hinterlassen hatte, sollte statt courtage zu bezahlen, gekauft werden. natürlich mit der auflage, wenn man wieder auszieht, die küchenmöbel in der wohnung zu belassen. meine frau und ich haben fluchtartig diese wohnung verlassen. es kam nämlich so ein rattenfängermäßiger duft auf.

    • Karlheinz Faghrenwaldt

      Lieber Klaus,
      bist du ganz sicher, dass es sich um eine EINbauküche und nicht um eine ANbauküche handelte? Eine Einbauküche ist fester Bestandteil einer Wohnung und eine Anbauküche nicht.

      • es war eine einbauküche, die der vormieter hat einbauen lassen. die wohnung hatte vorher keine einbauküche. deswegen war vorher ja auch die miete günstiger. hier wollte der markler eine schnitte machen. ihm gehörte nämlich die wohnung. der markler hat einen namen, fängt mit o an und hört mit s auf.

        • „Markler“ (auch im Wiederholungsfall) ! Der legasthenielastige Autor fängt mit „B“ an, hört mit „s“ auf und lässt in letzter Zeit stark nach. Wenigstens der Reim betr. „nämlich“ scheint hängengeblieben zu sein.

          • Kuno, mein lieber schmatzipuper, ich befürchte ,um so besser ich hier werde, um so weniger haben sie zu sagen. ma,r,kler kommen mir nun mal sehr markig vor.übrigens, mein deutschlehrer dreht sich im grab um. ich meine es eben gut mit ihm. bewegung soll ja gesund sein.

        • Karlheinz Fahrenwaldt

          Lieber Klaus,
          wenn der Vormieter die Küche einbauen lassen hat kann es ja sein, dass der Makler/Vermieter dafür einen Abstand bezahlt hat. Ich hab so einen Deal bei der Rückgabe der Wohnung meines Bruders gemacht: Ich hab den Einbaukleiderschrank und die Anbauküche in der Wohnung gelassen; brauchte aber dafür keine Renovierungsarbeiten vorzunehmen. Das hat dann der Vermieter gemacht.

          • Lieber Karlheinz, die sachlage ist doch wie folgt, oder irre ich mich? courtage verlangen ,für die eigene wohnungsvermittlung? geht es denn? oder ist es doch verboten? den umweg, den der markler gemacht hat, den macht dieser nicht allein. das kind bekommt gern einen anderen namen und wird dann laufen gelassen. ich kenne die regelung der abstandzahlungen. der vermieter hat kein abstand gezahlt, ich habe mich natürlich mit dem vormieter in verbindung gesetzt.er fand es auch ziemlich daneben. und als ich ihm auch noch den neuen mietpreis genannt hatte, ist er förmlich vom glauben abgefallen. es gibt nun mal schwarze schafe in jedem beruf.

  14. Hallo Hans-Herbert,

    Sozialer Wohnungsbau versus Lebensqulaität – das dürfte das Motto Deines Beitrages sein. Deine Ausführungenen sind an Schlichtheit kaum zu übertreffen und wenig geeignet, einen Lösungsansatz für den aktuellen Mangel an bezahlbaren Wohnungen zu liefern.

    • Danke fürs Lob. Ich bemühe mich, schlicht zu schreiben. „Meine Sprache ist allzeit simpel, enge und plan.“ Wusste schon der große Mathematiker Georg Christoph Lichtenberg. PS: Der Lösungsansatz steht im letzten Absatz. LG

      • Herr Jenckel, ihre bemühungen in ehren, leider gibt es hier immer einige ,,protagonisten,, , die ihre eitelkeit vor dem sinnvollen stellen. entschuldigen sie meine rechtschreibung, ich wehre mich regelmäßig dagegen. und das sehr erfolgreich. es hat ,,auch,, mit dem adleraugesuchsystem zutun. und mit der überzeugung, vorschriften sind dazu da, umgangen zu werden. der kapitalismus lebt gut davon. und wer will nicht gut leben?

      • Der Lösungsansatz steht im letzten Absatz.
        also, herr jenckel, sie sind gegen eingemeindungen? die stadt lüneburg ist bekanntlich der preistreiber in dieser gegend.wie soll denn nun der gemeinsame kraftakt aussehen? ich schlage vor, die grundstückspreise in lüneburg zu senken. den aufschrei höre ich schon bis nach reppenstedt. die wohlhabenden sehen ihre pfründe wegschwimmen. mein grundstück wird dann auch weniger wert und die sparkasse lüneburg wird nervös.

    • Ralf Gros, mal anders herum gefragt, wie sieht ihr lösungsansatz denn aus? meckern macht spaß. den gönne ich mir auch manchmal. mein lösungsansatz wäre ,gettobildung zu verhindern. wilschenbruch lässt grüßen.

      • Lieber Herr Ralf Gros

        Man hört gar nichts mehr von Ihnen. Wie kommt´s? Kein Ansatz? Und auch keine Lösung? Nur mal kurz brumm brumm gemacht?

    • Quo fluitas Lüneburg?

      Hallo Ralf,

      ist das hier dein ganz persönlicher Stör-Gipfel im Großenjenckelner Hof?

      Wie immer an dieser Stelle hat Hans-Herbert Jenckel mit großer Prägnanz das Wesentliche gesagt. Dein Lob kommt also zu Recht. Hattest du beim Ausformulieren deines konzisen Urteils Nietzsche im Ohr: „Das Schlichte muss ALLES enthalten, sonst ist es bloß simpel“? Jenckel zufolge zählt die Hansestadt Lüneburg zu den wenigen Regionen in Deutschland, deren Einwohnerzahl zunimmt. Die Universität, der attraktive Stadtkern mit seinen gewachsenen Strukturen, die gute Anbindung zur Metropole Hamburg und die einzigartige Heidelandschaft bieten NeubürgerInnen eine hohe Wohn- und Lebensqualität. Das ist besonders in den letzten Monaten wieder sehr deutlich geworden. „Das Schneckentempo ist das normale Tempo jeder Demokratie!“, dieser Satz, Ralf, den dein Dienstag verstorbener Freund Helmut an seinem 96. Geburtstag zur Antwort gab, als der Langenhorner Stuhlkreistherapeut augenzwinkernd in die Seniorenrunde rief: „Hunde, wollt ihr ewig leben?“, diese (von Helmut sarkastisch gemeinte) Alibi-Sentenz bürokratisch meditierender Dienstwegtrödelei, lieber Ralf, die kann angesichts der dringlichst drängenden Lage in puncto Wohnraumbedarf nur noch ganz eingeschränkt in dem von dir so gutherzig wörtlich aufgefassten Sinne gelten.

      Die Hansestadt Lüneburg muss mit der Ausweisung neuer Wohn – und Arbeitsgebiete sorgsam umgehen und trotzdem sehr zügig entscheiden. Sie sollte die bestehenden Qualitäten erhalten, aber sehr schnell neue schaffen. Kernproblem bleibt dabei, warnt Jenckel, dass der Raum für neue Baugebiete immer knapper wird und mit immer problematischeren Eingriffen in den gewachsenen Bestand (–> Kurzsichtiger Nachverdichtungswahnsinn Rotes Feld, etc.) und in die Natur- und Landschaft verbunden ist. Das ist wahr. Da hat Herr Jenckel Recht.

      Und dennoch, kann man in Zeiten wie diesen mit Flächennutzungs- und Landschaftsplänen, mit Klimaanpassungsstrategien und mit bundes- oder landesrechtlichen Regelungen herumwedeln? Soll man erst ausufernde Debatten über das Verhältnis von privaten zu öffentlichen Grünräumen, über die Wünschbarkeit von Pufferflächen, über ideale Energiekonzepte, auzuforschende Verdichtungspotentiale und übergeordnete städtische Freiflächensysteme führen, bevor man die Ärmel aufkrempelt und sich daran macht die jeden Humor erstickenden Wohnraumrobleme zu beheben?

      Kommt es wirklich darauf an, lieber Ralf, noch „einen Lösungsansatz für den aktuellen Mangel an bezahlbaren Wohnungen zu liefern“? Oder ist jetzt vordringlich, Lösungen zu liefern? Das Schlichte, das Einfache, das Machbare? Egal, hauptsache Lösungen. Und schon am Montag Morgen der erste Spatenstich!

      Ich bin mit Hans-Herbert Jenckel d’accord, dass jeder heute schon fragen und fordern sollte:

      * Nimmt die Stadt bei der Vermarktung der Flächen zugunsten wirtschaftlich schwächerer Gruppen eine aktive Rolle ein? Wenn nicht, wie gedenkt sie ab Montag Einfluss zu nehmen?

      * Welche Konsequenzen ergeben sich aus Zuzug und sozialem Wandel in bestehenden und zu überplanenden Siedlungen und welche Konsequenzen ergeben sich ab Montag Morgen für die Wohnarten und die Wohnungsgrößen?

      * Was tut die Stadt ab Montag Morgen, um wohnraumpolitisch den sozialen Wandel schnell und aktiv zu begleiten und zu gestalten?

      * Die Wohnformen der bezahlbaren neuen Häuser und Wohnungen sollen ab Montag variabel und für alle Altersklassen und Lebensphasen attraktiv sein.

      * Die ab Montag zu errichtenden Gebäude sollen sich in der Masse, Dichte und Höhe möglichst an dem Bestand orientieren.

      * Öffentliche Grünflächen sind ab Montag abwechslungsreich mit standortheimischen Gehölzen und Stauden zu bepflanzen und insbesondere für Kinder als Spiel- und Naturerfahrungsräume zu gestalten.

      * Straßen sollen ab Montag als Lebens- und Kommunikationsräume nutzbar sein.

      Was sagst du nun, Ralf? Das alles steckt in den Ausführungen Jenckels. Ich habe es darin gefunden. „Qulaität“? Was ist das? Das klingt ja nach einer verdrückten Feuchtzellenquälerei. Jenckels Motto aber lautet überdeutlich und unverkennbar:

      „Sozialer Wohnungsbau PLUS Lebensqualität!“

      Schau genauer hin, bevor du wieder einmal jemanden anzankst, Ralf.

      Dein Burckhard

    • Sehr geehrter Herr Bruns,

      ich glaube kaum, dass Sie mich gut genug kennen, um mir flapsige Frechheiten schreiben oder mich an Links zu anzüglichen Ferkeleien verweisen zu dürfen. Ich habe mich an meinen alten Bremer Freund Ralf Gros gewendet, der wie ich seit knapp 25 Jahren in Lüneburg lebt, und nicht an Sie. Wenn Sie schon unaufgefordert dazwischen quatschen, tragen Sie bitte etwas zur Sache bei. Nicht Herr Jenckel, der weder Arschkriechereien nötig hat (wie Sie andeuten), noch Verhaltensprobleme erkennen lässt (soweit ich das als Zeitungsleser beurteilen kann), hat meinen Beschützerinstinkt geweckt, sondern Ralf Gros (nicht als Privatmensch, sondern als Repräsentant einer Einstellung) mit seinen verspießerten und überheblichen naturreligiös verbrämten, egozentrischen und ewig lamentierenden Abwehrreflexen hat meinen Unmut erneut erregt. Mir ging es ohne Ansehen der Person um die Sache, um das schleunige Eingestehen und Anpacken eines gewaltigen praktischen Problems. Worum ging es Ihnen, als Sie Ihren Nonsense an mich abgeschickt haben?

      • bei mir ging es darum , übertreibungen anzuzeigen und festzustellen, ob derjenige den humor hat, den er hier braucht, um andere zurechtzuweisen. das letztere fehlt offentsichtlich. und wenn sie etwas dagegen haben, dass hier dazwischen gequatscht wird, wie wäre es ,sich dann ein anderes medium zu suchen, wo sie ganz ungestört bleiben können? was dieser link angeht, mir gefällt er, ob es daran liegt, dass ich tolerant bin? oder doch eher frauen mag als männer? man weiß es nicht. p.s. der hiesigen jugend sollte man auch mal einen netten anblick gönnen , anstatt nur verbrämten alten ,,zuhören,, zu müssen, finden sie nicht? hoffentlich gefällt ihnen dieser link besser.http://www.welt.de/print-welt/article587935/Vom-Recht-nicht-zuhoeren-zu-muessen.html

        • Handkäs mit Musik

          Lieber, lieber, guter Herr Bruns,

          ich habe mich lange zurück gehalten, aber jetzt möchte ich doch auch einmal wieder dazwischenquatschen. Sie sind ein grober Kerl mit feinen Sensorien. Und Sie sind im Lüneburger Forum für Lokalpolitik und Stadtkultur auch eine Autoritäts- und Aufsichtsperson mit der hoheitlichen Aufgabenkompetenz, durch Einsatz komplexester Tests und geheimster Auswertungsverfahren das Persönlichkeitsprofil von LZ-Kommentator(inn)en zu ermitteln, anzuzeigen und gegebenen Falles die zu diesen Profilen gehörenden Personen in die Reichsacht zu tun, also deren Fried- und Rechtlosigkeit zu erklären und die damnatio ad bestias, ad ferrum, ad gladium, ad ludum gladiatorium oder nur ad metalla, aber stets inklusive damnatio memoriae zu verfügen, die sich selbstverständlich allesamt auf das ganze Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Blog.jj-Nation erstrecken.

          Das ist hier schon häufiger mal festgestellt worden. Nach Dekaden des Rackerns und Gackerns sind Sie außerdem zu so etwas wie einem hansea[r]tigen Original geworden und besitzen vermutlich neben Manfred Nahrstedt die berühmteste Nase aller großen deutschen Staatsmänner unter den politisierenden Lüneburger Wackelgreisen aus der nordwestlichen Ecke von Reppenstedt. Und Recht haben Sie, stolz darauf zu sein! Denn schauen Sie sich um: Jesus, Helmut Schmidt, Ulrich Mädge und Ralf Gros! Wie entsteht denn Autorität in unserer Gesellschaft? Am ehesten doch dadurch, dass man lange genug irgendwo da ist und immer wieder das Gleiche sagt. Dann ist man unsterblich, auch wenn man, wie im Mythos, nur noch als Grille zirpt.

          Jetzt wenden Sie sich einem Zwerg wie dem Herrn Burckhard zu und zerschmettern dieses Insekt, indem Sie seiner bakteriellen Einzellerexistenz mit der vollen Feuerkraft Ihrer annihilierenden Ironie zusetzen. Heißt das nicht, mit strategischen Kernwaffen eines TNT-Äquivalents von 100 Million Tonnen (100 Tg)
          auf eine mikroskopisch kleine Nichtswürdigkeit zielen?

          Was hat Ihren Götterzorn erregt? Was hatte Burckhard, der jämmerliche Abwind einer schon halb im Dung zertretenen Pferdebremse sich denn zuschulden kommen lassen? Er hat auf das von Hinterhältigkeit nicht ganz freie Ungenügen einer herabsetzenden Diffamierung des LZ-Online-Chefs reagiert. „Deine Ausführungenen sind an Schlichtheit kaum zu übertreffen und wenig geeignet, einen Lösungsansatz für den aktuellen Mangel an bezahlbaren Wohnungen zu liefern“, hat Ralf Gros dem Blog-Wart an den Kopf geworfen und seither sich stille die Hände reibend abgewartet. DA, Herr Bruns, hätten Sie SICH fragen müssen, „wie soll sich ›onkel hans-herbert‹ jetzt verhalten?“ Soll er einem maulenden Einfaltspinsel erklären, wie sein eigener Artikel aufzufassen ist? Oder muss er vornehm scheigen, wenn er sich nicht der lachhaft eitlen Richtigstellerei schuldig machen möchte?

          Ich könnte mir sogar denken, Herr Bruns, dass Herr Burckhard erst DURCH IHR BEISPIEL ERMUTIGT zur Tastatur gegriffen hat. Waren es denn nicht Sie, der ganz zutreffend formulierte: „Ralf Gros, mal anders herum gefragt, wie sieht ihr lösungsansatz denn aus? meckern macht spaß.“

          Und dann, wenn ein Herr Burckhard sich aufrafft, im Grunde exakt das Gleiche wissen möchte wie Sie selbst und einmal das „Grundsatzpapier zur Bauleitplanung“, an dem Herr Gros im letzten November mitgearbeitet hat, hernimmt und die wachsweich konturlosen Phrasen und Leerformeln daraus gegen ihren bei Blog.JJ stänkernden Liebhaber aufmarschieren lässt, dann kommen Sie und deuten ungezogene homoerotische Motive an wie der primitivste unaufgeklärte Erdlochbewohner aus dem Hasenburger Bachtal, der zwischen Feuchtwiesen, Bruch- und Erlen-Auwald nach Eicheln und Regenwürmern scharrt?

          Sind Sie wirklich tolerant, Herr Bruns? Auch, wenn Sie meinen, sich der bloggenden Jugend mit den Borniertheiten schmieriger sexistischer Insinuationen und mit Senioren, also Ihre Altersgenossen herabsetzender Augenzwinkerei an den Hals werfen zu sollen, anstatt sich zum Thema zu äußern?

          Ein wenig schäme ich mich für Sie, gehe aber davon aus, dass Sie sehr bald auf den Weg eines Kämpfers für all die zurück finden, die keine Lobby haben. Als einer, der sich mit Esprit und Geradlinigkeit GEGEN bräsig selbstgefällige Beschränktheit und FÜR die Anliegen Vernachlässigter und Schwacher stark macht, sind Sie mir erheblich geheurer, als wenn Sie den Zoten reißenden Spaßvogel am ungestimmten Pianoforte in den Hinterzimmern der randalierenden Reppenstedter Grobklötzigkeit geben.

          Nichts für ungut!

          Ihre (leider sehr) alte Rita Böttjer

          • meine liebe Rita, der beschützerinstinkt ist weit verbreitet. sie glauben garnicht, wer ihn alles hat. zwei mädels muss man nicht gleich so interpretieren , nur weil ein gestelltes foto zum geschäftemachen genutzt wird. an den hals werfen? sie belieben zu scherzen. die jugend ist weiß gott schon andere bilder gewöhnt und schicken sie bei facebook en gros.mal eine frage: wozu ist altpapier gut; um sich daran aufzuhängen? es gibt doch bestimmt noch ein älteres papier, was noch geduldiger ist, oder? um herrn jenckel mache ich mir hier bestimmt keine sorgen. ich wundere mich nur, was er alles hier immer so gemeint haben soll. und was herr burckhard betrifft, zerschmettern ist nicht mein lösungsansatz im umgang mit menschen, dieses überlasse ich gern der politik. sie schießt gern mit kanonen auf spatzen, damit der wähler den donnerhall auch hört und er das richtige kreuz an der richtigen stelle macht.Liebe Rita, auch Humor liegt im Auge des Betrachters.altersgelassenheit kann beim verstehen dabei sehr hilfreich sein, wie sie sicher wissen.

          • Meine liebe Rita, man hat mir mit gewalt die recht und die rechtsschreibung angetan. das ende vom lied , es wurde ein gladiator geboren, der rechts das schwert trägt und links die lanze. alles, was ich nicht behalten will, werfe ich mit links. faust ist von goethe nicht zufällig geschrieben worden.
            annihilierende Ironie ist auch nur ein mittel zum zweck.

          • Bruns, es wundert Sie, was Jenckel „alles hier immer so gemeint haben soll“? Mich wundert, dass Ihren Zementkeks überhaupt noch was wundert. Haben Sie nicht vor ein paar Tagen noch rumgetönt, Jenckel könne statt eines Artikels auch einfach einen Buchstaben hersetzen und Sie würden zu hundert Prozent genau verstehen, was er Ihnen und der Welt sagen will? Treiben Sie hier im Forum neuerdings nicht nur Gesinnungsschnüffelei, sondern stehen auch noch einer Meinungsdiktatur vor, indem Sie die Auslegungshoheit über Jenckels sozialkritisches Schriftwerk exklusiv für sich alleine beanspruchen?

      • Liebe Rita, lieber Klaus,

        es ist rührend, wie viele Gedanken Sie beide sich um mich machen. Noch komme ich aber, wie der Online-Chef der Landeszeitung doch offensichtlich auch, ganz ohne Kindermädchen oder -buben aus.

        Hätte ich jedoch einen Rechtsgelehrten gebraucht, hätte ich mich an Sie, Frau Böttjer, eher gewandt als an Sie, Herr Bruns. Denn Ihre überdrehte Philippika, Herr Bruns, klingt mir sehr nach dem gepressten Humor des mit der postmodernen Genderproblematik auf dem heimischen Donnergebälk zur Gänze überanstrengten Hausmeister Krause, während die wortgewaltige Apologie der Frau Böttjer einen hochkomischen Mischgesang aus den entfesselten Lästermäulern von Groucho und Karl Marx darzustellen scheint. (Besonders die Charakterisierung meiner Person als „Zwerg“, als „Insekt“ und als „bakterielle Einzellerexistenz“ bzw. als den „jämmerlichen Abwind einer schon halb im Dung zertretenen Pferdebremse“ hat mir sehr geschmeichelt.)

        Ich danke Ihnen beiden also sehr für Ihren Einsatz, halte es aber in diesem Fall ähnlich wie unser aller nobler Gastgeber, Hans-Herbert Jenckel, es in vergleichbaren anderen Fällen ebenfalls hält: Ich versuche, höflich zu bleiben, nur das Nötigste zu sagen und ansonsten zu genießen, was nicht ungenießbar ist.

        MfG, Ihr Burckhard Witt

        • mein lieber Herr Witt, ihr bild von hausmeister krause ist nicht vollständig. da sie ihn ja kennen, wissen sie ja auch um seinen dackel. wenn sie den jetzt mit der politik vergleichen, sieht es so aus: vorne wird gebellt, hinten mit dem schwanz gewedelt, vorne wird gefuttert und hinten kommt nur….. raus.

  15. Karlheinz Fahrenwaldt

    Lieber Götz-Dietmar Kroeger,
    es ist mir völlig egal, wer die Entscheidung im Endeffekt in Adendorf entscheidend beeinflusst hat, wichtig ist, dass diese Entscheidung auch mit Leben erfüllt wird. Hier nur etwas zur Historie:
    Aus der Rede von Malte Richey, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE zum Haushalt der Stadt Lüneburg im Dezember 2011: „Auch die Erstellung eines qualifizierten Mietspiegels gehört wieder zu den von uns finanzierten Haushaltsposten. Es ist völlig unverständlich, warum sie hier bei den hohen Lüneburger Mieten keinen Handlungsbedarf sehen. Ich kann ihnen sagen, in der rot-roten Hauptstadt ist es wesentlich günstiger.“ Und hier liegt die Betonung auf „WIEDER“, denn bei den vorhergehenden Haushaltsberatungen wurde dieser Antrag auch schon gestellt! Und was die Quotierung vom Bau von Sozialwohnungen bei der Vergabe von Bauplätzen der Kommune betrifft verweise ich auf einen Antrag vom 11.03.2015 von Michèl Pauly, Faktionsvorsitzender der Linkspartei im Lüneburger Stadtrat. Ich hoffe nur, dass sich Ihre Lüneburger Genossen und die Grünen ein Beispiel an den Adendorfern nehmen!

    • Lieber Herr Fahrenwaldt, ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein Mietspiegel für größere und oftmals unstrukturierte Städte vorteilhaft sein kann. Das Bestehen eines Mietspiegels kann sich aber auch in das Gegenteil verkehren. Oftmals berufen sich dann Vermieter darauf, die aus eigenem Antrieb nicht erhöhen würden, dass diese anhand des Mietspiegels aufgezeigt bekommen, in welchem Rahmen sie die Miete erhöhen könnten. Dies geschieht dann in der Regel auch. Unterscheiden muss man immer zwischen wachsenden Regionen und anderen Regionen. Wenn man schon den an und für sich zum Scheitern verurteilten Versuch machen will zu vergleichen, dann muss man zunächst die Ausgleichsdaten vergleichbar machen. Schon allein dies ist ein unlösbares Unterfangen. Muss man nicht auch an den hohen Verwaltungsaufwand denken, der damit einhergehen würde? Nicht nur, dass der Mietspiegel später für Mieterhöhungsbegehren herangezogen würde, es bestehen in Lüneburg sowieso Möglichkeiten, um zu Vergleichsmieten zu gelangen, auch auf anderem Wege. Sowohl die LüWoBau als auch der Haus- & Grundbesitzerverein bieten aufgrund ihres sowohl großen als auch vielschichtigen Wohnungsbestandes hinreichend Vergleichsmöglichkeiten. Ich sehe für die Notwendigkeit der Erstellung eines Mietspiegels keinen Handlungsbedarf!!! Bei der Einhaltung der bestehenden gesetzlichen Vorgaben würden für die Erstellung eines Mietspiegels zwischen 160.000 – 180.000 € Kosten anfallen. Die Daten müssten auch ständig gepflegt werden. Kurz, einen Mietspiegel für Lüneburg halte ich für überflüssig. Nicht einzusehen ist, dass die ohnehin schon stark belastete Verwaltung noch zusätzlich damit beansprucht wird. Auch muss man dabei einmal an die Investoren und Hauseigentümer denken. Sehr niedrig im Mietspiegel festgeschriebene Mieten bieten keinerlei Anreiz für Neuinvestitionen oder Sanierungen. Und die Verwaltung hat wichtigere Dinge abzuarbeiten. Außerdem ist eine Wohnungsnot unter Studenten zu Beginn von Semestern durchaus normal. Solche Probleme lassen sich auch durch einen Mietspiegel nicht gravierend oder dauerhaft lösen. Lüneburg liegt bei den studentischen Wohnungen sicherlich im Angebot prozentual zu der Anzahl der Studierenden nicht in einer Spitzenposition. Aber, gesehen im bundesweiten Vergleich liegt Lüneburg, was die Wartezeiten betrifft, günstig. In der Regel gelingt eine Wohnungsanmietung binnen Monatsfrist. Die Erfahrung zeigt, dass Erstsemester zunächst bei Anmietungen auf den Landkreis ausweichen und im Laufe der Studienzeit näher an die Universität heranziehen.

      Fazit: Die zu erwartenden 160.000 – 180.000 € Kosten stehen in keinem Verhältnis zu einem zu erwartenden Nutzen. Aus meiner Sicht macht es deshalb auch keinen Sinn, die Verwaltung mit der Erstellung zu beauftragen. Aus meiner Kenntnis sind mir aus dem Landkreis nur ganz wenige Fälle bekannt geworden, wo es hinsichtlich der anzuerkennenden Miete zu einem Streitfall kam. Ich bitte darum, dass man nicht den Versuch unternehmen sollte, Hamburger Verhältnisse auf Lüneburg übertragen zu wollen. Der Landkreis setzt sich in jedem Verfahren mit den Betroffenen auseinander. Obwohl Lüneburg Zuwachsregion ist, gibt es bei den Lüneburger Wohnungsgesellschaften bzw. –genossenschaften und Eigentumsverbänden keine wie in früheren Jahren üblichen Wartelisten. Die Aussage der Verwaltung, dass es in Lüneburg zur Zeit keine Wohnungsnot gibt, ist definitiv richtig. Eine studentische Nachfrage hat einen ganz anderen Bezug und kann hier nicht als Maßstab herangezogen werden. Makler spielen eine gewichtige Rolle. Aber die regelmäßigen Informationen über die Entwicklung der Wohnungsmieten werden nicht allein von Maklern erstellt. Der Gutachterausschuss des Katasteramtes ist daran ebenso beteiligt. Von einer gewissen Seriosität des Zahlenmaterials kann insofern ausgegangen werden. Auch haben die örtlichen Makler in früheren Jahren keine Bereitschaft signalisiert, an der Erstellung eines Mietspiegels mitzuwirken. Nach wie vor sehe deshalb auch ich derzeit keine Notwendigkeit, die für die Erstellung eines Mietspiegels sprechen würde. Auf dem Wohnungsmarkt herrscht augenblicklich zwar aufkommender Nachfragedruck, aber nach wie vor bin ich der Ansicht, dass mit einem Mietspiegel ein schlimmer negativer Umkehreffekt eintreten könnte, der Mieterhöhungen nach sich ziehen würde. Die Wohnungsmakler werden schon auch ein Herz haben. Sie sollten diese Berufsgruppe nicht so niedermachen. Außerdem halte ich die anfallenden Kosten und die Bindung von Verwaltungskräften für diese Albernheit im Vergleich zu anderen weit wichtigeren Aufgaben der Verwaltung im Augenblick für nicht zu rechtfertigen. Die Politik als auch die Verwaltung sollten hier Prioritäten setzen.

      • herr Konradi, kann es sein, das sie zur vermieterfraktion gehören? es riecht zumindest danach. sich einen schlanken fuß machen , ist bekanntlich in der politik modern. wenn lüneburg eine uni-stadt sein will, muss sie sich auch so verhalten. mietpreisspiegel sind für studenten und deren leidtragenden eltern nicht ganz uninteressant. schließlich will man als bartträger gern vorher wissen , wann man rasiert wird. mir ist nicht bekannt, das studenten gern im freien übernachten.
        Zitat:Makler spielen eine gewichtige Rolle. ????????????
        warum? wenn sie keine eigenen wohnungen besitzen, geben sie nur preisvorstellungen ihre kunden weiter. wenn sie welche besitzen, ist ein mietpreisspiegel natürlich sehr unangenehm. Zitat:Die Wohnungsmakler werden schon auch ein Herz haben.
        ich musste herzhaft lachen. es lebe die soziale marktwirtschaft, besonders bei maklern.
        ihr satirische beitrag ist wirklich gelungen. ihre zahlenspiele sind schnell zu relativieren. eine erstellung des mietpreisspiegels ist nur am anfang etwas kostspielig. und da lüneburg gern immer mehr studenten anlocken möchte, ist ein mietpreisspiegel dabei sehr behilflich. mein sohn studiert und der dortige mietpreisspiegel war ein kriterium , warum mein sohn dort studiert.
        Zitat: Auch haben die örtlichen Makler in früheren Jahren keine Bereitschaft signalisiert, an der Erstellung eines Mietspiegels mitzuwirken.
        und dieses gibt ihnen nicht zudenken? ich dachte , makler haben auch ein herz? ich muss immer noch lachen. der kapitalismus und seine blüten, kann schon urkomisch sein.

  16. Karlheinz Fahrenwaldt

    Lieber Karsten Konradi,
    Sie sind also der festen Überzeugung, dass das vorhandene Datenmaterial der hiesigen Vermieter ausreichend ist, um wenigstens die Stagnation der Mietpreise herbeizuführen? Ich wage das zu bezweifeln, weil Ihre Schilderung an der Realität völlig vorbeigeht. Und man muss ja auch die Frage stellen, warum beispielsweise der Landkreis Lüneburg ein Mietpreisgutachten in Auftrag gegeben hat, was aber vorm Gericht keinen Bestand hatte. Rund 50.000 Euro aus dem Fenster geworfen, obwohl auch hier der Antrag auf einen qualifizierten Mietspiegel vorlag.
    Warum steigen dann die Mieten hier ständig weiter überproportional an? Heute kann ein Vermieter in Lüneburg die Miete nach drei Jahren ohne Erhöhung bis zu 20 Prozent erhöhen (BGB) und kann in der Praxis drei Wohnungen mit höherer Miete aus dem gleichen Objekt angeben. Und ich kenne keinen Vermieter, der diese gesetzliche Regelung nicht kennt. Also der Verweis, dass Mietspiegel zu höheren Mieten führen ist ebenfalls fern von jeder Realität. Für die Anwendung der sogenannten „Mietpreisbremse“ ist außerdem der Mietspiegel eine zwingende Voraussetzung, da der alleine „gerichtsfest“ ist (im Übrigen auch bei Klagen wegen Mietwuchers). Wenn es in Lüneburg also keinen Mietspiegel geben wird kann man weiterhin von überproportional steigenden Mieten ausgehen und Klagen gegen Mietwucher haben vor Gericht keine Chance – da freuen sich die Vermieter!
    Auch Ihre Behauptung, dass angeblich genügend Wohnungen im Niedrigpreissegment vorhanden sind entspricht nicht der Realität.
    Wenn ein qualifizierter Mietspiegel 160.000 Euro kostet ist das gut angelegtes Geld (jedenfalls besser als das Geld für Protzbauten der Unileitung auszugeben), da ja auch die Kosten der Unterkunft für Sozialhilfeempfänger und ALG II Bezieher ansteigen werden. Darüber hinaus stellt sich die Frage, warum Lüneburg nicht bei der Landesregierung die Einstufung als „Kommune mit angespannter Metwohnungslage“ (nach dem BGB) einfordert, dann könnte nämlich schon jetzt die Mietpreiserhöhung nach drei Jahren auf 15 Prozent gedeckelt werden. Wer auf die Herzlichkeit von Vermietern setzt und die qualifizierten Mietspiegel als Albernheit bezeichnet hat sich nach meiner Meinung selbst dequalifiziert!

    • Sehr geehrte Herren Bruns und Fahrenwaldt,

      meine Wortmeldung, über die Sie sich vollkommen zu Recht entsetzen, stellt nichts anderes dar als die mit satirischer Ehellungsabsicht zu einem Fließtext zusammengezogenen Wortbeiträge der Stadtbaurätin Heike Gundermann, der Beigeordneten Birte Schellmann (FDP) und Heiko Dörbaum (SPD), des damaligen Beigeordneten Hans-Siegfried Körner (CDU) sowie der damaligen Ratsherren Dr. Karl-Heinz Rehbein (SPD) und André Schuler (SPD) GEGEN EINEN QUALIFIZIERTEN MIETSPIEGEL auf der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung am Montag, den 14. Mai 2007 von 15:00 – 17:50 im Traubensaal des Lüneburger Rathauses. Der Beratungsinhalt (TOP: Ö 8) war laut Vorlage „VO/2360/07“ die „Erstellung eines Mietspiegels auf Antrag der Fraktion Die Linke vom 11.03.2007“.

      Sie können sich hier: http://www.stadt.lueneburg.de/bi/vo021.asp davon überzeugen, dass ich nur die Sprechernamen im Protokoll zu streichen und die Erstellungskosten für den noch immer ausstehenden Mietspiegel inflationsbereinigt um 100.000 € anzuheben brauchte, um den selbstdestruktiven Wahnsinn des damaligen — und bis heute in seinen Grundzügen fortdauernden — VERANTWORTUNGSLOSEN ABWEHRGEQUATSCHES im Rat erkennbar zu machen.

      Dass die Argumentationsfigur defensiver Realitätsverweigerung BIS HEUTE gleich geblieben ist, illustrieren die folgenden beiden Ausrisse:

      Am 5. Juni 2014 sagt Herr Oberbürgermeister Ulrich Mädge auf die Frage, wie er zur Einführung eines qualifizierten Mietspiegels in Lüneburg stehe:

      »Die Einführung eines Mietspiegels sehe ich skeptisch, weil er m.E. Mieterhöhungen nicht verhindert, wohl aber die Erstellung der Stadt zunächst eine Menge Geld kosten würde. Interessanter ist der Mechanismus über eine Angebotserhöhung durch den Neubau bezahlbaren Wohnraums Druck auf die Miethöhe auszuüben. Wenn Mietspiegel, dann unter Einbeziehung der Kreisgemeinden im „Speckgürtel“.«
      (Quelle: http://www.dielinke-lueneburg.de/uploads/media/Vollstaendiger_Antwortbogen_OB_Fragen.pdf)

      Am 29. März 2015 stand in der Osnabrücker Zeitung, den niedersächsischen Großstädten werde die Mietpreisbremse mit gemischten Gefühlen erwartet:

      »Ulrich Mädge, Oberbürgermeister der Hansestadt und Präsident des Niedersächsischen Städtetages, spricht sich für das neue Gesetz aus. „Der Wohnungsmarkt im niedrigen Preissegment ist in Lüneburg durchaus angespannt“, sagt eine Sprecherin. Das Angebot sei sicherlich kleiner geworden. In welchen Gebieten die Mietpreisbremse letztlich angewandt werden soll, werde das Land entscheiden.«
      (Quelle: http://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/560904/mieten-in-niedersachsens-grossstadten-explodieren)

      • gelungen, ob es hilft wach zuwerden? die gemischten gefühle kenne ich, ein freund von mir, cdu-wähler, was ansich ja nicht schlimm ist, hat ein haus geerbt und vermietet. über die mietpreisbremse hat er sich schon aufgeregt, dabei gibt es sie bis heute nicht in lüneburg. und natürlich findet er sie nicht gut. pfründe sichern ist nun mal die haupttätigkeit der mittelschicht und ihrer vertreter.

        • Ist doch total hammerhart abgefahren, oder? Wenn man sich überlegt, welch ein selbstgerecht unbarmherziger Mangel an Um- und Weitsicht, an Verantwortungsbewusstsein, an sozialem Gewissen und schlicht an Tatsachenkenntnissen bei „der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung am Montag, den 14. Mai 2007 von 15:00 – 17:50 im Traubensaal des Lüneburger Rathauses“ für die Chronisten und die Geschichtsschreiber der Ära Mädge dokumentiert worden ist.

      • Karsten Fahrenwaldt

        Die Stadt Wien verlangt in ihren Notunterkünften von Obdachlosen mittlerweile vier Euro Miete pro Nacht. „Es ist eine Frechheit, wie uns der Staat ausnimmt“, erklärt dazu Hans Grattler, Sprecher der Obdachlosengewerkschaft. „Unsere Tätigkeit wird entwertet. Wenn das so weiter geht, wird sich in Zukunft niemand nach dem Schulabschluß mehr dafür entscheiden, Obdachloser zu werden.“ Nun droht Grattler damit, daß die Obdachlosen noch diese Woche auf die Straße gehen werden.

    • Sehr geehrter Herr Fahrenwaldt,

      worum geht es Ihnen eigentlich genau? Wollen Sie die einfache Mietpreisbremse oder die qualifizierte Mietpreisbremse? Bei der Mietpreiserhöhung um 15 % reicht ein einfacher Mietspiegel aus. Die qualifizierte Mietpreisbremse mit der Höchstüberschreitung von 10 % ü. N. N. kommt sowieso nur dann in Betracht, wenn der Vermieter die gesetzliche Kündigungssperrfrist abgewartet hat, bevor der Makler die Wohnung veräußern, umwandeln oder vernichten darf. So lange der Stadtrat keine Milieuschutzsatzung beschlossen hat, läuft da sowieso nix, es sei denn, ein studentischer Wohnungssuchender kann seine Wohnberechtigung gegenüber mindestens 3 Vermietern (einschließlich Lüwobau!) nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Sollte allerdings die vertraglich vereinbarte Wohnfläche überschritten und der Wohngeldanspruch trotz Sammelheizung abgelaufen sein, ist eine Kappungsgrenzenüberschreitung nur nach Maßgabe eines überqualifizierten Mietspiegels möglich. Den müsste der Stadtrat allerdings mit 2/3-Mehrheit beschließen. Sonst droht die Gefahr, dass die Wohnungsanbieterin oder der Wohnungsanbieter für die Vermietung von Räumen oder damit verbundenen Nebenleistungen unangemessen hohe Entgelte fordert, sich versprechen lässt oder annimmt. Wollen Sie das???

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Lieber Breiholdt (oder so),
        ich bevorzuge die Mietpreiscantilerverbremse mit Bremskraftrückgewinnungsversuchsautomatenschaltung und es empfiehlt sich ein Spray gegen Bremsen mit Mietsachverstndsausgleichsverzahnung an gestövtem Hummersoufle (oder so ähnlich). Sollte allerdings der Wohngeldanspruch nach Maßgabe eines Stadtrats oder damit verbundenen Nebenleistungen der Wohnungsanbieter trotz Sammelheizung unangemessen hohe Entgelte fordern ist eine Kappungsgrenzenüberschreitung mit 2/3-Mehrheit zu beschließen. Sollte Sie das???

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Lieber Breiholdt (oder so),
        ich bevorzuge die Mietpreiscantilerverbremse mit Bremskraftrückgewinnungsversuchsautomatenschaltung und es empfiehlt sich ein Spray gegen Bremsen mit Mietsachverstandsausgleichsverzahnung an gestövtem Hummersoufle (oder so ähnlich). Sollte allerdings der Wohngeldanspruch nach Maßgabe eines Stadtrats oder damit verbundenen Nebenleistungen der Wohnungsanbieter trotz Sammelheizung unangemessen hohe Entgelte fordern ist eine Kappungsgrenzenüberschreitung mit 2/3-Mehrheit zu beschließen. Sollte Sie das???

  17. Mietminderung bei zu kleiner Wohnung

    Wer eine Wohnung mietet, verlässt sich oft auf die Quadratmeterzahl im Mietvertrag. Dabei sind viele Wohnungen kleiner als angegeben – und die Mieter zahlen unnötig viel Geld. FOCUS Online erklärt, wann Sie Ihre Miete wie stark senken dürfen.

    Viele Wohnungen haben in Wirklichkeit eine ganz andere Quadratmeterzahl als im Mietvertrag angegeben. Der Interessenverband Haus&Grund sagt sogar „Fast alle Wohnflächen-Angaben sind falsch!“ Für Mieter kann das ärgerlich sein, besonders dann, wenn sie für Quadratmeter zahlen, die es gar nicht gibt.

    Deshalb sollten sie ihre Wohnung stets selbst nachmessen und sich nicht auf die Angaben verlassen. Das geht natürlich per Zollstock, am präzisesten – und schnellsten – jedoch mit einem Laser-Messgerät. Bereiche mit Dachschrägen werden dabei bei einer Höhe von weniger als einem Meter gar nicht und bei bis zu zwei Metern nur zur Hälfte gerechnet. Terrassen und Balkone gelten in der Regel zu 50 Prozent.

    Die gute Nachricht: Ist die Wohnfläche um mindestens zehn Prozent kleiner als angegeben, kann der Mieter die Miete um ebenso viele Prozent kürzen, also bei einer 600-Euro-Miete um mindestens 60 Euro.

    • Zuversicht, Klaus !

      Ich las gerade über die Vorteile einer Stadtvilla am Bockelsberg, die im Dezember 2011 fertiggestellt wurde:

      Stadtnah [sic!] und doch im Grünen – das Stadtzentrum ist in einer gemütlichen Viertelstunde auf dem Fußweg durch den schönen Stadtpark zu erreichen. Die Stadtvilla punktet durch eine hochwertige Ausstattung und schöne, helle Wohnungen für individuellen Spielraum[!]. Ein wirklich schönes Zuhause für Sie und Ihre Familie. (http://www.ohlms.de/index.php/lueneburg_-_Bockelsberg-Stadtvilla.html)

      Denken Sie in Ruhe darüber nach, Klaus. „Wohlfühlambiente pur – mit seinen [sic!] modernen [360 qm-]Wohnungen ist eine Stadvilla [sic!] das perfekte Zuhause auch für Sie und Ihre [Riesen]Familie.“

  18. Lieber Klaus Bruns

    Immobilienwerbung will Kaufanreize schaffen; damit sind ihr manipulative Vereinfachung und triviale Erfüllungsverheißungen geradezu immanent, sodass sie par excellence ein Feld für die sogar gezielt kalkulierte Anwendung von Kitsch ist.

    Als „architektonischer Kitsch“ wird häufig auch der sogenannte „Landhausstil“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um Einfamilienhäuser, die mit Sprossenfenster-Imitaten, halbrunden Erkern, verwinkelten Außenwänden, Rundbogenfenstern, Schopfwalmdächern und manchmal sogar Türmchen ausgestattet werden. Es handelt sich um Stilemente, welche viele Menschen mit traditioneller Architektur assoziieren, die jedoch mit der lokalen und regionalen Bautradition meist rein gar nichts zu tun haben, und daher in einem historisch gewachsenen Altstadt-Essemble eher als störender Fremdkörper wirken. Zweck dieser Bauweise ist es, eine Art Heimeligkeit und „heile Welt“ zu suggerieren. Diese Bauweise kam in den späten 80er Jahren in Mode und war vor allem in den 90er Jahren zeitweise sehr populär, nachdem über Jahrzehnte hinweg in erster Linie die Architektur der Moderne praktiziert wurde und Wohngebäude in der Regel in einem eher schlichten, schmucklosen Stil errichtet worden waren. Heute wird diese Art von billigem, auf „Hochwertigkeit“ getrimmtem Architekturkitsch auch gerne als „Stadtvilla“ bezeichnet.