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Für Parteirevolten berät Sie gerne Lüneburgs Chef-Grüner Meihsies

Hans-Herbert Jenckel schreibt über Lüneburgs Grüne.
Hans-Herbert Jenckel schreibt über Lüneburgs Grüne.

(Den Blog.jj führt Hans-Herbert Jenckel, Geschäftsführender Redakteur und Online-Chef der LZ, Kürzel jj. Gastkommentare sind willkommen. )

 

 

 

 

Lüneburg, 21. November 2015

Wieder überlagert bei Lüneburgs Grünen das Persönliche das Politische. Das hat Tradition. Das gilt für die Ratsfraktion wie auch zwischen Stadt- und Kreis-Grünen.

Auf dem jüngsten Parteitag in der Stadt wagte ein mehr oder eher weniger rebellisches Öko-Fähnlein einen verdeckten Vorstoß  gegen die  „Verkrustung“ . Man zog das Verfahrensrelikt „Rotation“ aus der Schublade, um altgedienten Ratsherren so gesichtswahrend den Abgang zu ermöglichen. Nur die wollen gar nicht rotieren. Und die Mehrheit stützt sie in dieser Auffassung, setzt auf Kontinuität  und Aushängeschilder, also eingeführte Politikermarken.

Aushängeschilder? Na, klar: Fraktionschef Andreas Meihsies sitzt fast dreißig  Jahre im Rat – mit einer kurzen Auszeit.  Verkehrs-Guru Ulrich Löb fast 20 Jahre und Ulrich Blanck ist mit Unterbrechung 20 Jahre das wirtschaftspolitische Gewissen. Das Dreigestirn überdauert alle und alles. Und natürlich auch den jüngsten Versuch des Kurs- oder eben besser Personalwechels mit einem Trick aus der Mottenkiste.

Die Rotation von Mandatsträgern ist in der reinen Lehre vielleicht eine schöne Idee, in der Praxis immer ein Rohrkrepierer.

Als die Grünen Ende der 70er-Jahre in Räte zogen, haben sie mit der Rotation Schlagzeilen gemacht und die etablierten Parteikader verschreckt. Damals war so ein Sitz im Rat auf dem platten Land ein Erbhof: Einmal errungen, musste man schon selber keine Lust mehr verspüren, um nicht wiedergewählt zu werden. Und dann war immer noch der Sohn da.  Aber Zwangsrotation? Nie! Und selbst bei den Grünen war der Duft von Macht und Mandat immer stärker als Rotation und Basisdemokratie. Das hat schon bei den Lichtgestalten Kelly und Bastian nicht funktioniert.

Und warum auch? Mit der SPD in Lüneburg läuft es für den grünen Juniorpartner wie geschmiert. Trotzdem hören manche Ökos Murren an der Basis. Mir scheint, es ist eher  Zähneklappern.

Wer unter Lüneburgs Ökopaxen tatsächlich Ratschläge für eine erfolgversprechende Palastrevolte sucht, kann sie bei Andreas Meihsies einholen. Als der vor 20 Jahren in der Fraktion isoliert und frustriert war, zog er sich vom Rat für ein kurzes Sabbatical zurück, blieb aber Chef im Ortsverband. Er akquirierte fleißig neue Gefolgsleute und jagte mit dieser Hausmacht bei der Listenaufstellung für die Kommunalwahl 1996 den Öko-Oberhirten und Ziehvater Helmut Dammann, mit dem er über Kreuz lag, vom Hof. Und bevor Meihsies als Bürgermeister den Fuß vom Gaspedal nahm,  ging er keinem politischen Streit und keinem Krawall aus dem Weg. In der Sache ist Wissen abzugreifen.

Dagegen fällt mir zum Taktieren der Verzagten nur Lenin ein: Wenn Deutsche einen Bahnhof stürmen wollen, lösen sie vorher eine Bahnsteigkarte.

Hans-Herbert Jenckel

 

133 Kommentare

  1. Loyalität ist rar geworden in diesen Zeiten,
    wird nur selten gesehen,
    Individualität ist wichtiger
    als gemeinsames Gehen.
    Seit Wochen werd ich beschossen
    mit, freilich, rein verbalen Geschossen.
    Sollen meine innere Festung aufreiben,
    bis am Ende nur Ruinen bleiben.
    Und ich die Vermögenssteuer bring,
    quasi das Steuerreform-Doping.
    Habe viele vor den Kopf gestoßen
    mit meinem Willen.
    habe Wünsche nicht erfüllt,
    Verlangen nicht gestillt.
    Posten habe ich besetzt, wie ich wollte,
    provozierte die Parteirevolte.
    Der Froschkönig fühlt sich dabei übergangen,
    tat um seinen Einfluss bangen.
    Das Rache kalt serviert wird
    ist gelogen, ein Ammenmärchen.
    Sie muss glühen, brennen,
    Opfer soll rennen, flennen,
    den Untergang erkennen.
    So überfielen sie mich von allen Seiten
    immer wieder,
    links, rechts von vorn, von hinten,
    ließen keine Zeit zum Atmen,
    sägten am Thron,
    gleich tollwütigen Primaten.
    War ein Stuhlbein gekittet,
    waren’s schon am nächsten dran,
    anstatt zu regieren,
    war ich mein eigner Zimmermann.
    Handwerker war ich aber schon immer ein Schlechter,
    der Kampf ein ungerechter.
    Jetzt habe ich sie alle satt,
    die Öko-Oberhirten dieser Erde,
    sollens sich zum Teufel scheren,
    anstatt mir’s Leben zu erschweren.
    Wenn ihr jetzt fordert, was ihr nie wolltet,
    wenn euch eure Königssessel wichtiger sind als mein Kaiserthron,
    wenn ihr für meine Arbeit nichts überhabt außer Hohn,
    dann scheiß ich auf meinen Politikerlohn.
    Ihr braucht mich nicht feuern,
    ich kündige!
    Machts euch den Schmarren selber aus,
    bin weder Christkind noch Nikolaus.

    • Sehr geehrter Bürgermeister Andreas Meihsies

      mit großer Freude habe ich angefangen, Ihre schön gedichtete Antwort auf die rüde Attacke des LZ-Redaktors Jenckel zu lesen.

      »Loyalität ist rar geworden in diesen Zeiten, wird nur selten gesehen, Individualität ist wichtiger als gemeinsames Gehen.«

      Großartig, dieses in seiner engen Gebundenheit auf bizarre Art Deplazierte erinnert ungemein an das in alle fernstbestirnten Stadtkassenhimmel emporwachsende Zentralgebäudemonstrum am Bockelsberg. Ihr Interesse gilt dem, wonach Sie sich selber sehnen: Sie möchten sich in der Einheit mit dem eigenen Selbst und in Gemeinschaft mit der Natur befinden. Und diese Gemeinschaft soll eine des Gefühls, der Empfindung sein. Das zweite Kind eines Württemberger Offiziers und Wundarztes, der 1759 in Marbach am Neckar geborene Friedrich Schiller, einer Ihrer fast vergessenen Vorgänger, hat in seinem Gedicht „Die Götter Griechenlands“ eine der bekanntesten Darstellungen dieser sehnenden Nostalgie geliefert:

      »Da der Dichtung malerische Hülle
      Sich noch lieblich um die Wahrheit wand, –
      Durch die Schöpfung floß da Lebensfülle,
      Und was nie empfinden wird, empfand.
      An der Liebe Busen sie zu drücken,
      Gab man höhern Adel der Natur,
      Alles wies den eingeweihten Blicken,
      Alles eines Gottes Spur.«

      Aber diese Gemeinschaft ist nun unwiederbringlich zerstört, da der vereinzelte Mensch, das von allen und allem abgekapselte Individuum (lateinisch: ‚Unteilbares‘, ‚Einzelding‘), vor einer prosaischen, nach physikalischen Regularitäten „funktionierenden“ Natur steht, der er selber zugehört:

      »Unbewußt der Freuden, die sie schenket,
      Nie entzückt von ihrer Trefflichkeit,
      Nie gewahr des Armes, der sie lenket,
      Reicher nie durch meine Dankbarkeit,
      Fühllos selbst für ihres Künstlers Ehre,
      Gleich dem todten Schlag der Pendeluhr,
      Dient sie knechtisch dem Gesetz der Schwere,
      Die entgötterte Natur.«

      1911 folgte dann Hermann Hesse auf derselben, inzwischen eineinhalb Meter tief ausgefahrenen Spur und nannte eines seiner obergeistlosesten Kitschpoeme „Im Nebel“:

      »Wahrlich, keiner ist weise,
      Der nicht das Dunkel kennt,
      Das unentrinnbar und leise
      Von allem ihn trennt.

      Seltsam, im Nebel zu wandern!
      Leben ist Einsamsein.
      Kein Mensch kennt den andern,
      Jeder ist allein.«

      Wie gesagt, ich habe mit großer Freude angefangen Ihr Gedicht zu lesen, Herr Meihsies, doch dann schwand mein Vergnügen und Entsetzen griff Raum. Sie klagen, Sie würden „seit Wochen beschossen“, man wolle Ihre „innere Festung aufreiben, bis am Ende nur Ruinen bleiben“ und Sie „die Vermögenssteuer bringen, quasi das Steuerreform-Doping“. Wovon um Gottes willen reden Sie da nur, Herr Meihsies? Die „Vermögenssteuer“ sollen Sie „bringen“? Träumen Sie sich hier in die Rolle des Bundesfinanzministers?

      Dass Sie „viele vor den Kopf gestoßen haben mit Ihrem Willen“, wird wohl bei den Lünegrünen niemand bestreiten, aber ganz ebenso gewiss wird niemand Genaueres darüber zu erfahren wünschen, welche „Wünsche von Ihnen nicht erfüllt und welche Verlangen Sie nicht gestillt haben“.

      „Posten haben Sie besetzt, wie Sie wollten“? Naja, einige schon, andere nicht. Denken Sie an Julia Verlinden (MdB) und Miriam Staudte (MdL).

      Sie „provozierten die Parteirevolte“? Herr Jenckel teilte gerade mit, die sei beim Bahnsteigkartenlösen an mangelndem Kleingeld gescheitert.

      „Der Froschkönig fühlt sich dabei übergangen, tat um seinen Einfluss bangen“? An wen sollen wir hier denken? An Ulrich Blanck? Bangt der nicht schon seit zwanzig Jahren?

      Man „überfiel Sie von allen Seiten, immer wieder, von links, rechts von vorn, von hinten, ließ Ihnen keine Zeit zum Atmen“? Ist das nicht etwas übertrieben? Auf mich machen Sie einen im Rahmen Ihrer Möglichkeiten durchaus entspannten Eindruck. Doch dann entgleist alles, Sie lassen die Zügel des guten Geschmacks fahren und phantasieren von Ihrem „Thron“, von Ihrem „Regieren“, von „Königssesseln und Kaiserthronen“, sehen sich in der Frontstellung des Demiurgen und Weltenlenkers gegen Teufel, tollwütige Primaten und anderes Höllengezücht und bezeichnen sich am Ende gar wie der geisteszerrüttete Nietzsche kurz vor seinem endgültigen Zusammenbruch als „Christkind und Nikolaus“, denen die „Öko-Oberhirten dieser Erde das Leben erschweren“?

      Ja, Herr Meihsies, es war 19:41 Uhr, als Sie Ihre Dichtung bei Blog.JJ publizierten, waren Sie bei Sinnen? Sie „scheißen auf Ihren Politikerlohn“? Wenn wer für Ihre „Arbeit nichts überhat außer Hohn“? Wovon reden Sie, Herr Meihsies? Trägt Sie Ihr eigenes Pathos davon wie es so oft dem theatralisch augenrollenden Häusermakler Sigismund Gosch unter den Buddenbrooks ergeht?

      Und zuletzt „kündigen“ Sie? Via Blog.JJ? „Ihr braucht mich nicht feuern, ich kündige! Machts euch den Schmarren selber aus“?

      Ist das auch Rollenprosa? Es klingt jedenfalls sehr nach den Worten des sächsischen Königs Friedrich August III., der angeblich bei seiner Abdankung am 13. November 1918 auf Schloss Guteborn bei Ruhland in Richtung „Volk“ gesagt haben soll: „Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“

      Übrigens hat der Schriftsteller Kurt Tucholsky auch ein Gedicht geschrieben. Es beginnt mit folgender Strophe:

      „Dies ergötzte hoch und niedrig:
      Als der edle König Friedrich,
      August weiland von ganz Sachsen,
      tat zum Hals heraußer wachsen
      seinem Volk, das ihn geliebt,
      so es bill`gen Rotwein gibt –
      als der König, sag ich, merkte,
      wie der innre Feind sich stärkte,
      blickt er über die Heiducken,
      und man hört ihn leise schlucken..
      Und er murmelt durch die Zähne:
      ‚Macht euch euern Dreck alleene!‘“

      Mit freundlichen Grüßen, Christa Sörensen aus Bienenbüttel

      • Christa, bevor sie hier solche Schmähungen, Polemiken loslassen und sich über Andreas Meihsies belustigen, sollten Sie auch sicher sein, dass er dieses Gedicht auch geschrieben hat. Vielleicht waren sie es im Zweifel sogar selbst um sich mal wieder in ihrer selbst zu laben und sich zu feiern und das mal wieder ohne Erkenntnisgewinn. Ich bin mir nicht sicher, wer der Verfasser ist. Haben Sie Herrn Meihsies gefragt? Teilen Sie uns einfach mal mit, wie Sie zu dieser sicheren Erkenntnis gekommen sind oder sind sie gar nicht sicher und sie lassen ihr geplabber erstmal auf Verdacht bösartig ab?
        Ich würde mich freuen, wenn Sie Herrn Meihsies mangelhaften politischen Ansichten entgegen treten würden, aber doch bitte nicht durch lächerlich machen.

        • Bernd, sie dürfen sich entspannen, plagiatsjäger haben schon zugeschlagen. mein doktorvater ist regelrecht begeistert.

        • Christa Sörensen

          Ja, Bernd, da steht doch ganz deutlich „Meihseis“ über dem Poem. Kennen Sie noch einen weiteren Andreas Meihsies im Lüneburger Stadtrat? Oder halten Sie es denn für tatsächlich möglich, dass hier jemand unter einem oder (wie in Ihrem Fall gleich mehreren) falschen Namen schreibt?

          Klaus Bruns hat gestern (am Sonntag, den 22. November 2015 um 12:40 Uhr) ausgeforscht, dass es sich auch gar nicht um eine ursprüngliche Eigendichtung unseres bündnisgrünen Führers handeln kann, sondern wir wahrscheinlich nur die durch ihn sich selbst kreativ anverwandelte Umnutzung von Etwas bereits fix und fertig Vorgeprägtem aus dem Blog von Tobias Schmitzberger, einem Journalismusstudenten aus der Ostmark des Reiches vor uns haben.

          Jedoch hatte ich mich zwar auf die „schön gedichtete Antwort auf die rüde Attacke des LZ-Redaktors Jenckel“ von Herrn Andreas Meihsies bezogen aber keineswegs auf die von Herrn Andreas Meihsies „schön gedichtete Antwort auf die rüde Attacke des LZ-Redaktors Jenckel“! Ich hatte also – durch den Fall BERND [!] Althusmann belehrt – offen gelassen, ob es sich um eine eigenständige Arbeit oder um ein Plagiat handelt. Nur bin ich – ohne einen Anlass für anderes Verhalten zu erkennen, denn ich stelle Blogger nicht unter Generalverdacht wie Sie – natürlich davon ausgegangen, dass Herr Meihsies die Arbeit selbst unter seinem ureigenen Namen bei den promovierenden Instanzen hier im Forum eingereicht hat.

          Sollten aber wirklich alle meine Fragen unter ganz und gar falschen Präsuppositionen an die rätselvoll mehrdimensionale Dichtung herangetragen worden sein, so bleibt doch das erstaunliche Resultat, wieviel ein derartiges bedeutendes Stück Literatur über einen bestimmten hansestädtischen Menschen in seiner geheimnisvollen Einzigartigkeit verraten kann, auch wenn er selbst gar nicht das Originalgenie ist, welches das Kunstwerk geschöpft, geschaffen und der Menschheit geschenkt hat.

          Ein anderes Exempel, das ebenfalls die augenblickliche Lage von Herrn Meihsies (und zugleich die von Herrn Pols) beleuchtet, von dem ich aber ganz sicher weiß, dass Shakespeare sein Autor ist, hat ein bayerischer Barde überliefert:

          https://www.youtube.com/watch?v=bFRhY44Qjdo

        • Bernd , worin sehen sie die angeblichen, mangelhaften, politischen Ansichten von Andreas Meihseis? Seien Sie mutig. ich halte auch ein Placebo bereit, wenn Sie sich übernehmen.

          • ICH würde mich auch freuen, wenn SIE Herrn „Meihsies mangelhaften politischen Ansichten entgegen treten würden“ oder wenigstens einmal kurz skizzierten, worin Ihrer Meinung nach diese „Ansichten“ inhaltlich eigentlich bestehen und worin, nachdem Sie sie erschöpfend hergezählt haben, die Mangelhaftigkeit dieser Ansichten gründet.

            Umso mehr würde mich Ihre Darlegung interessieren, als ich selbst nämlich gar nicht einmal zu sagen wüsste, ob Herr Meihsies eigentlich überhaupt „Ansichten“ zu offerieren hat und nicht nur forsch in Lüneburger Politsprechvagheiten hineingefriemelte biodynamische Nebelwürschde und Dunstkücheles feil hält.

      • Hallo Christa Sörensen aus Bienenbüttel

        Also ich teile Meihsies Auffassung durchaus. Ich arbeite hart, zahle Steuern. Die Touristen nicht! Sollen die doch erst mal jahrelang hier in Lüneburg Bettensteuern zahlen, bevor sie herkommen. Und Dosenpfand. Und Hundesteuer. Und DSL! Ja, Kruzifix! Ich krieg doch auch nichts gschenkt!
        Mitzi Laue, 39, Tanztherapeutin

    • https://tobiasschmitzberger.wordpress.com/tag/uberzeugung/
      Ein Auzug für die, die sich gern aufregen.
      Vaters Tod
      musste ich verschmerzen
      95 Jahre sind ein stolzes Alter
      trotzdem tut’s weh im Herzen.

      Immerhin konnte ich auf ihn bauen,
      ihm vertrauen,
      im Gegensatz zu den andern,
      die mir jetzt die Tour versauen.

      Loyalität ist rar geworden in diesen Zeiten,
      wird nur selten gesehen,
      Individualität ist wichtiger
      als gemeinsames Gehen.

      Seit Wochen werd ich beschossen
      mit, freilich, rein verbalen Geschossen.
      Sollen meine innere Festung aufreiben,
      bis am Ende nur Ruinen bleiben.
      Und ich die Vermögenssteuer bring,
      quasi das Steuerreform-Doping.

      Habe viele vor den Kopf gestoßen
      mit meinem Willen.
      habe Wünsche nicht erfüllt,
      Verlangen nicht gestillt.

    • Lieber Herr Meihsies, Sie dichten sinngemäß: „Voll von Freunden war mir die Welt, als noch mein Leben licht war; nun, da der Nebel fällt, ist keiner mehr sichtbar“? Aber der Nebel lichtet sich doch! Selbst Jörg Hillmer aus Suderburg warnte kürzlich, das dunstige Phänomen sei schon jetzt sogar für routinierte Selfie-Knipser immer seltener zu „beobachten“. Schon das ist paradox genug, sieht man bei Nebel doch buchstäblich: nichts! An sich ein herrlicher Zustand, der schön mit der Wetterlage in so vielen Hirnen hier im Forum korrespondiert. Warum löst sich der Nebel aber nun auf? Natürlich wegen des Klimawandels. Es ist ihm schlicht zu warm geworden, um sich zu bilden, z.B. in Physik (Wärmelehre). Der Nebel, dieser undurchsichtige Geselle, hat hitzefrei genommen. Doch auch Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität wie Rauchverbote im Alten Uhu in Reppenstedt haben zum Rückgang der Wettererscheinung geführt. Die feuchten Schwaden stehen plötzlich mit dem Rücken zur Nebelwand. So ist die Natur. Erst starb der Nebelzahntiger aus, weil er den vom Nebel verborgenen Nebelhornochsen nicht mehr aufspüren konnte, jetzt ist die Luft wieder klar, aber es ist zu spät! Der romantische Morgennebel über dem Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue, der für den Lopausee charakteristische Küstennebel, all das gehört wohl bald der Vergangenheit an. Natürlich geht damit auch ein gewisser Funfaktor verloren. Mit zweihundert Sachen auf Autobahn oder Bundesstraße in eine Nebelwand rasen, das wird in Zukunft auch auf der A39 oder mitten in Melbeck kaum mehr möglich sein. Die Autobahnmeistereien sind daher schon lange dazu übergegangen, vermehrt Scheinbaustellen einzurichten – für den ultimativen Kick beim Fahren. Eine Chance für den norddeutschen Nebelmaschinenbau? Für den Durchschnittsbürger ändert sich in Lüneburg sonst aber nicht viel, Smartphones kann man mit oder ohne Bodenwolken orten. Ich sage (und ich denke, Sie werden frohen Mutes einstimmen, Herr Meihsies): Tschüs, Nebel; mach es gut, Dunst; just fog off!

    • Lieber Andreas, für Plagiatsjäger ist dein Gedicht ein gefundenes Fressen. Die Politik scheint vor nichts mehr zurückzuschrecken. Wie wäre es jetzt mit dem Doktor?

    • Liebe Blog.jj-Nutzer und Kommentatoren: Weder stammt das obenstehende, viel diskutierte Gedicht aus der Feder des Lüneburger Ratsherrn Andreas Meihsies, noch verbirgt sich dieser hinter dem Pseudonym „Meihseis“.
      Beste Grüße aus der LZonline-Redaktion

      • liebe LZ Redaktion
        Ist Ihr Beitrag jetzt wenigstens echt? Wir haben Karneval, wird hier oben gern mal vergessen. Beste Grüße vom Blog.jj

        • Ein berechtigter Einwand, Herr Bruns. Aber keine Sorge — Sie wissen ja selbst, dass wir hier nicht jeden Beitrag einfach durchwinken.

        • Liebe LZ-Redaktion

          Ich habe Fragen zu der Plagiataffäre Meihsies. Mich würde interessieren, wie Sie herausgefunden und verifiziert haben, dass tatsächlich »weder das obenstehende, viel diskutierte Gedicht aus der Feder des Lüneburger Ratsherrn Andreas Meihsies« stammt, noch »sich dieser [Lüneburger Ratsherr Andreas Meihsies] hinter dem Pseudonym „Meihseis“ verbirgt«.

          a) Hat Herr Meihsies bei Ihnen angerufen und hat es Ihnen mitgeteilt?
          b) Hatten Sie eine Möglichkeit, den Wahrheitsgehalt der Mitteilung von Herrn Meihsies zu prüfen?
          c) Haben Sie diese Möglichkeit wahrgenommen?
          d) Falls nicht, glauben Sie immer alles, was Lüneburger Politiker Ihnen am Telefon erzählen oder per E-Mail mitteilen?
          Wenn Sie Ihr Wissen von Herrn Meihsies haben, muss er die Beiträge gelesen und die Diskussion verfolgt haben.
          e) Warum beteiligt er sich nicht daran?
          f) Ist Herr Meihsies nicht modern und technikaffin genug?
          g) Hält Herr Meihsies das Blog.JJ-Forum für irrelevant?
          h) Weiß Herr Meihsies, dass hier jede Woche viele Tausende seiner potentiellen Wähler reinschauen?
          i) Glaubt Herr Meihsies, dass LZ-Online-Debatten in Lüneburg keine Rolle spielen, in einem (intellektuellen) Oberzentrum das sich werblich so gern als moderne Universitätsstadt und als Hochburg digitaler Innovationen und medialer Gründerszenen präsentiert?
          j) Lebt Herr Meihsies als introvertierter Naturschutzbastionär hinter dem Mond, den die extrovertierten Social-Network-Mobilisten bereits mit viel flexibleren und intelligenteren Konzepten beschlagnahmen?

          Beste Grüße in die LZonline-Redaktion

          Paulina von Essen

          • Guten Tag, Paulina von Essen,

            wir sehen hier keine Plagiataffäre. Aber wir sehen, wer uns was einsendet.

            Mit den Fragen e) bis j) müssten Sie sich bitte direkt an Herrn Meihsies wenden.

            Danke und beste Grüße zurück

          • Paulina von Essen

            Liebe LZ-Redaktion,

            vielen Dank für die supercoole Antwort. Ich sehe eigentlich auch keine Plagiataffäre, sondern eher einen ziemlich mageren Scherz, der durch gelungene Kommentare und lustvoll boshafte Ausdeutungen geadelt wurde und es so überraschend doch noch zu einem kleinen stattlichen Ansehen im Forum gebracht hat.

            Dass Sie sehen, wer Ihnen was einsendet, war mir ebenfalls immer klar. Ich fand es nur nötig, dass sich auch der beckmesserische Orthographiekritiker „Kuno“ und das Chamäleon „Zelig Bundeskasper“ in Erinnerung bringen, wo noch überall über sie gelacht werden könnte.

            Mit meinen Fragen e) bis j) hatte ich mich ja schon in meiner letzten Mail gewissermaßen indirekt direkt an Herrn Meihsies gewandt.

            Schaun mer moal (der alte Kaiser), ob da noch was kommt.

            Danke und beste Grüße zurück

            PvE

          • Liebe Frau von Essen, danke für Ihre Fragen, ich will versuchen, sie aus 3500 Kilometern Entfernung auf dem Handy zu beantworten – teilweise.

            1) Was die Frequenz im Blog angeht: Wenn Sie auf die LZ-Homepage schauen, steht oben rechts, welche Beiträge populär sind, dort finden Sie auf den ersten fünf Positionen die Artikel aus dem Blog.

            Ein guter Blog-Beitrag hat 2000-3000 Seitenaufrufe und die Verweildauer ist deutlich länger als üblich auf der Seite, was vor allem an den Kommentaren liegen mag.

            2) Warum nun Herr Meihsies hier nicht kommentiert oder gar einen Beitrag schreibt wie schon die Ratsherren Pauly oder Löb, das mag gute Gründe haben.

            Früher, als provokanter Politiker, hätte er nicht nur Zustimmung, sondern auch viele Kritiker angezogen und natürlich Trolle und Nörgler. Heute, als Repräsentant der Grünen, wären es womöglich Partei-Tupamaros. Und wenn man nicht zu ständigem Online-Dialog in der Lage ist als Ehrenamtlicher, weil einfach die Zeit fehlt, dann sollte man als Politiker auch die Finger von Blogs und Social Media lassen. Nichts ist im Netz schlimmer, als stumm zu bleiben, wenn man ernsthaft angesprochen wird.

            3) Generell ist beim Lüneburger Rat zu konstatieren, dass die neue Medienwelt noch nicht so verhaftet ist in den Köpfen:
            Homepage – ja, Twitter zum Spaß in einer Ratssitzung – sporadisch, Facebook – eventuell.

            Lüneburgs Politiker sind glücklich, wenn sie eine Bürgerversammlung abhalten, und die ist auch wirklich wichtig und gut. Heute aber ist der 1:1 Dialog in Blogs und Sozialen Medien trotz der Trolle, Nörgler, Anonymus und Berufsdisputanten genauso wichtig. Der Erkenntnisgewinn und die neuen Wählerschichten, die man womöglich erschließt, liegen oft noch brach.

            Das Netz ist für Politiker im besten Fall der 365-Tage-Wahlstand, er hat vermutlich mehr nachhaltigen Nutzwert als sonnabends der Stand in der Bäckerstraße.
            LG
            hhjenckel

          • Lieber Herr Jenckel,

            ich sehe gerade Ihren Beitrag und „quatsche mal dazwischen“, wie Klaus Bruns das ausdrücken würde.

            Ich unterstütze, was Sie schreiben. Barack Hussein Obama II. hat seine Wahl zum Senator 2004, seine Nominierung und seine Wahl 2008 sowie vor allem seine Wiederwahl 2012 beinahe AUSSCHLIEßLICH über die Ansprache und den Dialog in Blogs und Sozialen Medien gewonnen. Die entscheidenden zehn Prozent kamen aus der Netzkommunikation. Das Gleiche gilt für die Wahl von Hannelore Kraft in 2010 zur Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen und im Wesentlichen sogar für die Wahl von Olaf Scholz zum Ersten Bürgermeister von Hamburg im Jahr 2011 (obwohl der bloß mit einer ruinös abgewirtschafteten CDU zu tun hatte).

            Inzwischen ist die Notwendigkeit (und der Komfort!) des Austausches über „relevante“ Themen und Inhalte aber beim Kandidaten für JEDE Art von Volks- oder Gemeindevertretung angekommen. Wer heute nicht die Zeit findet, kurz, geschmeidig und mit Humor seinen möglichen, überwiegend jungen Wählern zwei bist dreimal pro Woche auf einer so zentralen und gut besuchten Plattform wie Blog.JJ zu antworten, der wird die Verluste an Reputation und Stimmen auch mit hundert Rosenkübeln an seinem Sonnabend-Tapeziertischen auf der Bäckerstraße nicht wieder wettmachen.

            Und ich glaube auch, der DIALOG, das Reagieren ist wichtig. Da haben Herr Adam und Herr Löb hier eine eher sehr schwache Figur gemacht, Frau Dr. Verlinden und Herr Pauly dagegen eine glänzende, aber auch Frau Claudia Schmidt, Herr Niels Webersinn und Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz aus Ochtmissen haben sich sympathischerweise ein-, zweimal ins Gespräch getraut und sogar auch Herr Meihsies war vor vielen Monaten schonmal mit einem Fuß ganz vorsichtig auf dem Eis (huhhhbrrrrr).

            Friederike Luise Danckwardt

          • Hallo Herr Jenckel,

            ich möchte noch etwas anfügen: Sie erwähnen zweimal die »Trolle, Nörgler, Anonymusse und Berufsdisputanten«, die den Dialog erschweren, weil sie nicht zuhören und ums Verrecken nicht über ungewohnte Ansichten nachdenken können oder wollen. Die hatten wir im Februar schon einmal unterm Mikroskop als »mosernde Bürger, schreiende Masse, Sturmläuter, Reflexautomaten, Kirchtumdenker, Politikerbeschimpfer und als Pawlowsche Hunde«.

            Natürlich gibt es die, die nur auf sich selbst hören und allenfalls noch auf die, die unbedingt ihrer Meinung sind. Die gibt es, wie wir wissen aber auch unter Diplomierten und Promovierten und – man glaubt es kaum – auch unter Journalisten, Politikern und unter Lüneburger Stadträten. Das sind nämlich die erfahrenen Hasen, die sich immer herablassend grinsend zurücklehnen, weil sie stets ganz genau wissen, wie die Dinge EIGENTLICH laufen, und die alles andere für unreife Träumereien und zanklustigen Pogo halten.

            Aber mit diesen Sonderbegabungen und Götterkindern, denen — anders als uns Normalsterblichen — gewährt ist, hinter den Schleier der Maja zu blicken, muss ein Mensch, der in einem öffentlichen Amt oder Ehrenamt etwas werden und bewirken möchte „es eben auch können“, er (oder sie) muss „die Sprache des gemeinen Mannes“, „des Volkes“ sprechen und darf dessen Ansprüche und Anforderungen auch in einem Online-Forum nicht abtun (, sofern es sich nicht um ohne jeden möglichen Zweifel aufnahmeunfähige Soziopathen handelt).

            Eine Frau Marlene Tenhoff hatte Ihnen am 18. Februar 2015 um 14:10 Uhr Folgendes geschrieben, das ich in diesem Zusammenhang für bedenkenswert halte:

            Wer die Menschen in ihrem ganz speziellen Sosein »nicht ernst nimmt, weil er der Mühe entgehen möchte, sie als betroffene Einzelne zu sehen und anzuhören, und sie stattdessen nur als irgendwie beteiligter Pulk von „sozialen Typen“ meint, handhaben zu können, der wird sie abstoßen, der wird sie empören und der wird auf die ziemlich unwahrscheinliche Wahrscheinlichkeit bauen müssen, dass sie ihn lesen oder wählen, weil es keine Alternative gibt. Doch wir alle wissen, es gibt immer mindestens eine, machmal sogar mehr als eine Alternative. Also aufgepasst: Redet man ÜBER DIE oder spricht man MIT DEN Menschen, die Bürger, Leser und Wähler sind? Dieser Unterschied bedingt die Verschiedenheit von Gewinnen und Verlieren«.

            Friedel Danckwardt

      • Der mit dem Bruns tanzt

        Liebe LZ-Redaktion,

        oben (23. November 2015 at 13:24) hat Christa Sörensen vollkommen zu Recht geschrieben:

        »Sollten aber wirklich alle meine Fragen unter ganz und gar falschen Präsuppositionen an die rätselvoll mehrdimensionale Dichtung herangetragen worden sein, so bleibt doch das erstaunliche Resultat, wieviel ein derartiges bedeutendes Stück Literatur über einen bestimmten hansestädtischen Menschen in seiner geheimnisvollen Einzigartigkeit verraten kann, auch wenn er selbst gar nicht das Originalgenie ist, welches das Kunstwerk geschöpft, geschaffen und der Menschheit geschenkt hat.«

        Ich weiß nicht, ob Sie es wissen, aber Roland Barthes, einer der berühmtesten französischen Philosophen, Schriftsteller und Literaturkritiker des 20. Jahrhunderts, der als einer der markantesten Wissenschaftler im Bereich der strukturalistischen Semiotik bzw. Semiologie gilt, hat in den Fünfzigerjahren einmal eine zerbeulte, verrostete und eklig verklebte Konservendose aus dem Rinnstein am Boulevard des Rêves Brisés in der Nähe der École pratique des hautes études (EPHE) aufgehoben und darüber einen siebzehn Seiten langen Essay geschrieben, welcher das wohl genaueste und erhellendste analytische Portrait der Politikerpersönlichkeit von Sébastien Sicé, dem hoch-, ja, überaus problematischen Bezirksbürgermeister im 16e Arrondissement de Paris von 1946 bis 1951, enthält, das jemals angefertigt worden ist.

        Herr Jenckel hat Bürgermeister Andreas Meihsies als Löwen charakterisiert, ich sehe ihn eher als Panther im Jardin des Plantes und manch anderer Lüneburger sieht ihn gar nicht. Herr Klaus Bruns hat weiter unten davon gesprochen, ein(e) Lüneburger Ratspolitiker(in) verschwinde sehr schnell hinter dem hohlen Dosenmüll des Parteijargons, so dass er (sie) alsbald mit diesem gigantischen Müllberg verwachse und gar nicht mehr von ihm unterschieden werden könne.

        Ich könnte mir vorstellen, diese Einsicht überfällt auch Andreas Meihsies gelegentlich und besonders dann, wenn einige Monate später Kommunalwahlen anstehen. Dann wird er vielleicht Zuhause auf seinem Komfortsessel vor dem PC sitzen und sich überlegen, was er bei Blog.JJ posten soll, um z. B. den knapp 8.000 Studierenden mit Wahlrecht in Lüneburg etwas über sich zu erzählen. Und dann — kommt nichts. Bloß der alte, ewiggleiche Ohrwurm bimmelt durch die panische Politikerseele:

        »Sieh, ich bin nicht, aber wenn ich wäre,
        wäre ich die Mitte im Gedicht;
        das Genaue, dem das ungefähre
        ungefühlte Leben widerspricht.«

        Naja, und so fängt das dann alles am Freitagabend im November 2015 um 19:41 Uhr im Komfortsessel vor dem PC damit an, dass der zittrige Finger den Cursor auf „Kommentar abschicken“ lenkt und das „aus dem Blog von Tobias Schmitzberger, einem Journalismusstudenten aus der Ostmark des Reiches“ abgekupferte Welt- und Schmerz-Poem schneller vor die Augen einer gellend auflachenden Zivilgesellschaft neuen Typs hinausgeklickt ist, als so eine um mediale Selbstfindung und Profilbildung ringende Bürgermeisterinnerlichkeit mit dem Reflektieren über Folgen und Nebenfolgen hinterherzukommen vermag.

        Meine Meinung!

        Kevin Manuel Schnell (29)

        • Der Panther

          Im Jardin des Plantes, Paris(Rilke)

          Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe

          so müd geworden, daß er nichts mehr hält.

          Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe

          und hinter tausend Stäben keine Welt.

          Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,

          der sich im allerkleinsten Kreise dreht,

          ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,

          in der betäubt ein großer Wille steht.

          Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille

          sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,

          geht durch der Glieder angespannte Stille –

          und hört im Herzen auf zu sein.

          was muss man für ein glücklicher Mensch sein, wenn einem so ein schönes Gedicht gewidmet wird?

          • Wussten Sie, Herr Bruns,

            greise Dickhäuter mit Witterung im Porzellanladen werden von der Elefantenpresse gerne als „rüss’lige Rentner“ bezeichnet.

  2. das waren noch zeiten, als die grünen die kröten noch über die straße getragen haben, jetzt schlucken sie, diese armen viecher.damit meine ich ,,natürlich,, nur die kröten. auch die in der geldbörse? man weiß es nicht.

    • Bitte nicht immer so nekatief, Bruns!!! Wenn Sie mich fragen, sagt der Herr Meihsies halt einfach mal, was 90 Prozent der Lüneburger so denken. Und wenn des unterm Strich jetzt nicht besonders viel ist – ha! Da kann er ja a nix dafür.

  3. Karlheinz Fahrenwaldt

    Lieber Herr Jenckel,
    es ist doch nicht so, dass sich die Rotation bei den Grünen schon erledigt hat – es hat sich nur die Drehrichtung verändert! Früher rotierten sie innerhalb der der Partei und jetzt rotieren sie nach außen: Das Rotationssystem Joschka; raus aus der Regierung – rein in die Wirtschaft!
    Und der angebliche Verkehrsguru Löb hat es in den 20 Jahren seiner Mitgliedschaft im Lüneburger Rat nicht einmal hinbekommen, für schüttelfreie Radwege in der Stadt zu sorgen – dafür kann er gut Gift und Galle über andere kleine Ratsfraktionen verteilen.
    Auch der Herr Blanck ist ein Vorbild an Fairness gegenüber politisch Andersdenkenden (wer hier Ironie findet kann sie behalten).
    Was wäre das Lüneburger Parlament ohne diese Grünen Koniferen (oder so ähnlich?).
    Und was die Sache mit den Lichtgestalten betrifft – seit der Affäre Beckenbauer bin ich da etwas vorsichtiger.
    Das mit dem Schmieren hat ja dann mit der SPD auch geklappt. Geschmeidig wurde die Entschädigung insbesondere für die Mehrfachmandatierten der Regierungsfraktionen erhöht.
    Neugierig macht mich die Sache mit dem politischen Streit und dem Krawall und was da abzugreifen ist.

    • Lieber Karlheinz Fahrenwaldt,

      am 21. November 2015 um 00:26 Uhr (schlafen Sie eigentlich nie?) haben Sie gleich zweimal an meine Kollegin Dr. Karin Bertholdes-Sandrock, MdL, geschrieben:

      »Lieber Breiholdt (oder so),
      ich bevorzuge die Mietpreiscantilerverbremse mit Bremskraftrückgewinnungsversuchsautomatenschaltung und es empfiehlt sich ein Spray gegen Bremsen mit Mietsachverstandsausgleichsverzahnung an gestövtem Hummersoufle (oder so ähnlich). Sollte allerdings der Wohngeldanspruch nach Maßgabe eines Stadtrats oder damit verbundenen Nebenleistungen der Wohnungsanbieter trotz Sammelheizung unangemessen hohe Entgelte fordern ist eine Kappungsgrenzenüberschreitung mit 2/3-Mehrheit zu beschließen. Sollte Sie das???«
      (Siehe: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/278206-wohnungsnot-lueneburg-als-luxus-lounge-mit-preisspirale-auf-koks#comment-59587)

      Waren Sie betrunken? Was wollten Sie Lüneburg (Stadt und Kreis) mitteilen?

      Der „Bildungsauftrag“ Ihrer ehemaligen Hamburger Lehranstalt, der Akademie für Gemeinwirtschaft (ab 1970 Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP)), las ich gestern, bei Wikipedia, wurde 1958 auf ihrer Zehnjahresfeier vom damaligen Leiter Professor Heinz-Dietrich Ortlieb so formuliert: „Bildung liegt in der Erziehung zu sachlicher Haltung, zur kritischen Urteilsfähigkeit, zur Fähigkeit, sich gleicherweise in einen Stoff vertiefen und von ihm distanzieren zu können, sich bewusst zu werden, auf welchen Voraussetzungen ein Urteil beruht und unter welchen es allein Gültigkeit haben kann, und vor allem: Bildung gilt als geknüpft an die Fähigkeit, sich liebgewordener, aber fragwürdiger Voreingenommenheiten zu enthalten.“

      „Sachlichkeit, kritische Urteilsfähigkeit, sich bewusst werden, auf welchen Voraussetzungen ein Urteil beruht und unter welchen es allein Gültigkeit (aber nie (!) Alleingültigkeit) haben kann, und vor allem: die Fähigkeit, sich liebgewordener, aber fragwürdiger Voreingenommenheiten zu enthalten“, das, sehr geehrter Karlheinz Fahrenwaldt, scheinen mir Bildungsziele zu sein, auf die unermüdlich hinzuarbeiten sicher auch für einen emeritierten Lüneburger Versicherungs- und Immobilienmakler OHNE Abitur, aber mit ZWEI Diplomen eine notwendige und gewiss eines fernen schönen Tages einmal reichen Gewinn abwerfende Aufgabe bleibt.

      Übrigens: Klaus Bruns, der auch wenig zu schlafen scheint, fragte Sie gestern, am 20. November 2015 um 07:56 Uhr:

      »Lieber Karlheinz, wie findest du diesen artikel?«
      http://www.spiegel.de/einestages/ddr-kaderschmiede-a-948473.html

      Dürfen wir (der Stadtrat und die Leuphana-Combo) noch mit einer Antwort rechnen?

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Liebe Lena Bergmann (oder so ähnlich?),
        ich wußte nicht, dass Frau Berthold-Sandrock unter zwei Pseudonymen (oder ist Lena Bergmann auch ein Pseudonym von ihr?) am Start ist. Meine Antwort an „Breihold“ habe ich als humoristischen Beitrag zu dem inhaltlosen Geschwalle des Herrn oder der Frau „Breihold“ verstanden. Es tut mir leid, wenn Sie oder Ihr Namensgeber oder Ihre Namensgeberin meinen Humor nicht versteht. Damit kann ich leben.
        Die Geschichte von der Ex-Kaderschmiede der DDR ist für mich von völliger Unwichtigkeit, da sie weder eine Bezug zu dem hier diskutierten hat noch hier und heute von inhaltlicher Relevanz ist. Es geht in diesem Blog um Herrn Meihsies und nicht um mich! Aber wenn jj es will: ich bin bereit:).

        • Hallo Herr Fahrenwaldt

          Was sind Sie doch nur für ein verdrückter, steifbeiniger Langweiler, Karlheinz. Sie drehen und winden sich hier, als hätten Sie nicht nur ZWEI tolle HWP-Diplome ergattert, sondern bereits auch mehrere AfD-Medientrainings bei Alexander Gauland absolviert. „Die Kunst, wirren Quatsch herumzuhämmern, ohne jemals eine Nachfrage genau zu beantworten. Stattdessen: Wiederholen! Wiederholen! Wiederholen!“ Das ist das Motto und die Grundgemeinsamkeit von moralinsauer vertrockneten Missionaren jeder Couleur. Gibt es eine Disposition für solches Verhalten? Der „autoritäre Charakter“?
          (Siehe: Theodor W. Adorno, Else Frenkel-Brunswik, Daniel J. Levinson, R. Nevitt Sanford: The Authoritarian Personality. Harper und Brothers, New York 1950) „Die Geschichte von der Ex-Kaderschmiede der DDR ist für“ mich gerade deshalb NICHT „von völliger Unwichtigkeit, da sie“ sowohl „eine[n] erheblichen Bezug zu dem hier [D]iskutierten hat“ wie auch „hier und heute von inhaltlicher Relevanz ist.“ Unter dem Begriff „autoritärer Charakter“ fasste Erich Fromm später ein bestimmtes Muster von sozialen Einstellungen bzw. Persönlichkeitseigenschaften zusammen, die das Sozialverhalten seiner Auffassung nach negativ prägen, u.a. durch Vorurteile, Konformität, Destruktivität, Autoritarismus, Rassismus und Ethnozentrismus, d.h. Ablehnung des Fremden und fremder Kulturen, und extremen Gehorsam gegenüber Autoritäten. Übrigens bin ich sicher, Herr Jenckel wir Ihnen erlauben, an Sie gerichtete Fragen zu beantworten, auch wenn diese Ihrer Ansicht nach nicht zum Thema gehören.

          Zuletzt noch: Ihr unbeholfenes Gestakse oben halten Sie tatsächlich für einen „humoristischen Beitrag“?

          Ich musste beim Lesen an Thomas de Maizière denken, der im Fernsehen verrät, wie er Pep in den geselligen Abend bringt:

          https://www.youtube.com/watch?v=e3gB2C5pBYA

        • Sehr geehrter Herr Fahrenwaldt, in der Überzeugung, dass Sie sich berechtigter Weise über den Käse empören, der Ihnen unter dem Autornamen „Breiholdt“ zugesandt worden ist (nämlich hier: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/278206-wohnungsnot-lueneburg-als-luxus-lounge-mit-preisspirale-auf-koks#comment-59566) und der im Grunde das widerspiegelt, was Karsten Konradi an vermeintlichen Argumenten aus dem Stadtrat zusammengetragen hat (nämlich hier: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/278206-wohnungsnot-lueneburg-als-luxus-lounge-mit-preisspirale-auf-koks#comment-59398), möchte ich Sie nun fragen: Glauben Sie immer noch, dass die reflexhafte Abwehr und das entsetzlich dumme Schlechtreden und Verhindern eines Mietspiegels für Lüneburg, der Transparenz und Vergleiche und damit auch eine wirksame Mietpreisbremse ermöglichen könnte, NICHT von bestimmten Personen in und außerhalb des Stadtrates und im konkreten wirtschaftlichen Interesse von bestimmten Personen in und außerhalb des Stadtrates geschieht und betrieben wird? Glauben Sie nicht, dass die oder der Bloggende „Breiholdt“, der Sie als Mietspiegelverfechter lächerlich machen wollte, einer Personengruppe angehört, die kein Interesse an diesem Kontrollinstrument hat? Glauben Sie wirklich immer noch, dass „Marktgesetze“ und nicht Personen das Erstellen eines Mietspiegels in Lüneburg verhindern? Und glauben Sie, dass diese Mietspiegelverhinderer eher unter den Wohnraumsuchenden oder unter den Maklern zu finden sein werden?

          • Karlheinz Fahrenwaldt

            Lieber Helmut Müller,
            an anderer Stelle in diesem Blog habe ich schon auf die im Lüneburg Stadtrat vorhandenen korporatistischen Strukturen hingewiesen. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass wir es bei unserem Kommunalparlament mit einer Form zu tun haben, die ich Demokratur nenne: Das „gemeine Volk“ darf wählen gehen – und der von der Mehrheit der Ratsmitglieder gewählte Hauptverwaltungsbeamte entscheidet nach seinem Gustus, ohne besondere Rücksicht auf die Wahlversprechen seiner Partei. Das war schon bei Rot/Schwarz so und hat sich bei Rot/Grün nicht geändert.

          • Helmut Müller
            kann es sein, das sie auch hier den breiholdt spielen? entschuldigung, ich wollte früher mal bei der kripo anfangen. meine nase hat mich selten verlassen.

          • Vielen Dank, lieber Herr Fahrenwaldt,

            wie Sie, besitze ich auch keine Abitur, aber leider auch kein Hochschuldiplom, sondern als Landmaschinenmechaniker nur einen bescheidenen Meisterbrief der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade vom 19. Juni 1997.

            Trotzdem möchte ich mir erlauben, Ihnen, als langjährigem Juso-Vorsitzenden in Hamburg, der 37 Jahre, bis zum Kosovo- und Hartz IV-Beschluss SPD-Mitglied gewesen ist, dann in Lüneburg die WSAG mitgegründet hat, als studiertem Diplom-Politikwissenschaftler, als langjährigem Abgeordneten des Kreistages und als politisch überaus aktivem Lokalpolitiker, Folgendes mitzuteilen: Der Hauptverwaltungsbeamte (HVB) ist in Deutschland der Leiter der Verwaltung einer Gemeinde, eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt.

            Der Hauptverwaltungsbeamte führt in den Kreisen die Bezeichnung Landrat (früher Oberkreisdirektor), in den Gemeinden und kreisfreien Städten Bürgermeister oder Oberbürgermeister (früher Gemeindedirektor, Stadt- oder Oberstadtdirektor).

            In den letzten Jahrzehnten war ein Trend weg von der getrennten Stadtspitze (Bürgermeister für die politische Verantwortung/Gemeindedirektor für die Verwaltungsführung) hin zur Personalunion zu erkennen, z. B. seit 1999 (!!!) überall in Niedersachsen.

            Aber: NICHT der „von der Mehrheit der Ratsmitglieder gewählte Hauptverwaltungsbeamte entscheidet“ nach seinem Gusto ( oder manchmal, wenn´s juckt, sogar „auch nach seinem Gustus“), Herr Fahrenwaldt! In Lüneburg führt Ulrich Mädge seit 1996 (!!!) als hauptamtlicher und als allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim DURCH DIE EINWOHNER der Gemeinde gewählter Oberbürgermeister und damit als leitender Hauptverwaltungsbeamter der Stadt die Amtsgeschäfte der laufenden Verwaltung.

          • Karlheinz Fahrenwaldt

            Lieber Helmut Müller,
            in Ihrem zweiten Absatz haben Sie alles bis auf meinen akademischen Grad (es kann also weiter geraten werden!) richtig wiedergegeben. Auch die anderen Absätze sind sachlich richtig. Nur eine Anmerkung: Das höchste Gremium der Lüneburger Kommunalpolitik ist doch der Stadtrat – und können Sie mir einen Vorgang benennen, bei dem für den weisungsgebundene Oberbürgermeister der Hansestadt Lüneburg ein von ihm nicht befürworteter Vorgang beschlossen worden ist? Oder umgekehrt: Ist es richtig, dass die jeweiligen Regierungsfraktionen auf ihren gemeinsamen Fraktionssitzungen die vom Stadtrat zu beschließenden Vorlagen unter der geflissentlichen Berücksichtigung der Meinung des OB abgesprochen haben!?
            P.S. Und Sie haben doch Abitur! Wer den Unterschied zwischen Gusto und Gustus kennt kommt nicht von der „Klippschule“!

          • Vielen Dank für Ihre prompte Rückantwort, lieber Herr Fahrenwaldt,

            ich habe drei Anmerkungen:

            1. Sie sollten aufhören, anderen Foristen zu unterstellen, sie seien unaufrichtig. Sowas kommt ganz schlecht an. Die Gusto-Phrase kenne ich seit meinem vierten Lebensjahr. Damals hatte ich kein Abitur und heute leider auch noch nicht.

            2. Mir ging es nur darum, den bei einem Mann wie Ihnen eigentlich unerklärlichen (und unverzeihlichen (?)) Irrtum zu berichtigen, „der Hauptverwaltungsbeamte werde von der Mehrheit der Ratsmitglieder gewählt“. Das wird er nicht. Er wird von den Bürgern gewählt.

            3. Alles was Sie über das Zustandekommen von Ratsentscheidungen sagen, hat mit dieser Fehlerkorrektur (Punkt 2) zwar rein überhaupt gar nichts zu tun, ist aber trotzdem richtig. KEINE einzige Entscheidung der letzten zwanzig Jahre ist im Lüneburger Stadtrat getroffen worden, ohne dass sie Ulrich Mädge VORHER genauso vorbereitet, abgesprochen, gefällt und durchgesetzt hat. Und da kommen dann Sie mit Ihrem bösartig wabernden und generalisierend ins Wolkig-Ungefähre diffamierenden „Demokratur-Unsinn“. Seitdem im Jahre 1996 die Süddeutsche Bürgermeisterverfassung, das im Laufe des 19. Jahrhunderts in Bayern, Baden und Württemberg entstandene Kommunalverfassungssystem, auch in Lüneburg gilt, besitzt der direkt gewählte Bürgermeister eine sehr starke Stellung als Gemeindeorgan. Das war so von den demokratisch legitimierten Instanzen im Land Niedersachsen gewollt und wird von Mädge genutzt. Punkt. Alles, was der Oberuli tut, tut er im Rahmen geltender Gesetze. Dass bei den Vorbereitungen und Absprachen von Entscheidungen PERSONEN und PERSÖNLICHE INTERESSEN eine Rolle spielen könnten, diese hochinteressante Tatsache haben doch gerade SIE immer wieder verneint und aus dem Bereich des irgendwie persönlich Zurechenbaren und persönlich zu Verantwortenden herausdefiniert, indem Sie lieber von Abstrakta („die“ Regierungsfraktionen bzw. „die“ Mehrheitsgruppe, „der“ Rat, „die“ Stadt, „der“ Kreis, „das“ Land, usw.) und irgendwelchen Strukturen („das“ Korporative, „das“ kapitalistische System, etc.) schwadronieren, als Ross und Reiter beim Vor- und Nachnamen zu nennen.

          • Karlheinz Fahrenwaldt

            Lieber Helmut Müller,
            nun lassen Sie mal etwas Druck aus dem Kessel! Das mit dem „doch Abitur“ war eher als Schmeichlung gedacht. Aber ich glaube: Klaus Bruns hat Recht: Sie sind auch Breihold! Soviel zum ersten Absatz.
            Ich wußte schon, dass die Lüneburger Hauptverwaltungsbeamten im Kreistag und in der Stadt von den Bürgern gewählt werden, denn wir hatten ja auch Gegenkandidaten aufgestellt. Aber ich war an einer Reaktion interessiert, die dann ja auch prompt von Ihnen kam. Soviel zum 2. Absatz.
            Besonders interessant ist Ihr dritter Absatz. Bestätigen Sie doch indirekt meine Meinung, dass der OB die Richtlinien der Politik und deren Ausführung bestimmt und die Mitglieder der Regierungsfraktionen nur so eine Art Staffage sind. Was nun die von Ihnen permanent geforderte Nennung von Namen betrifft: Wenn ich welche hätte, würde ich die juristisch auswerten und nicht hier ungeprüft in der Öffentlichkeit preisgeben. Aber vieleicht können Sie mir da bei der Suche ja behilflich sein.

          • Lieber Herr Fahrenwaldt,

            von welchem Kessel sprechen Sie? Oder ist das bloß wieder so eine versiffte Dose vom Phrasenmüllberg, die Ihnen grad aus dem Mund gefallen ist? Und das mit dem „doch Abitur“ war „als Schmeichelung“ gedacht? Wohinein denn diesmal? Wissen Sie, was ich glaube, Herr Fahrenwaldt? Der Breihold und der Helmut Müller auch noch obendrauf, das sind SIE alles drei höchstpersönlich. Mit denen führen Sie hier Selbstgespräche, um dem Recht-Klaus eine „bruns Schmeichelung“ an den Drücker zu kesseln. Soviel zum ersten Absatz.

            Sie wussten „schon, dass die Lüneburger Hauptverwaltungsbeamten im Kreistag und in der Stadt von den Bürgern gewählt werden, denn Sie hatten ja auch Gegenkandidaten aufgestellt“? Aber Sie waren „an einer Reaktion interessiert“, die erfolgen würde, wenn Sie behaupteten, die Beamten würden vom Stadtrat gewählt? An einer Reaktion also, wie sie „dann ja auch prompt von mir kam“? Ich muss schon sagen, Herr Fahrenwaldt, das war einmal eine gewieft arrangierte Experimentalanordnung, die den Vergleich mit den berühmten, von Klaus Bruns bereitgestellten und von einfältigen Tröpfen übergestreiften Schuhen nicht zu scheuen braucht. Wissenswert wäre nur Ihre Fragestellung. Was genau wollten Sie denn mit dieser raffinierten Versuchsausgestaltung und wissenschaftlichen Fallenstellerei ausforschen? Was war Ihre Arbeitshypothese und welches das erhoffte Ergebnis? Soviel zum 2. Absatz.

            „Besonders interessant“ finden Sie meinen „dritten Absatz“? Der bestätige nämlich indirekt IHRE Meinung, „dass der OB die Richtlinien der Politik und deren Ausführung bestimmt und die Mitglieder der Regierungsfraktionen nur so eine Art Staffage sind“? Ach! War den bisher nicht Ihre Meinung, anonyme Mächte und Prozesse („die“ Politik) bestimmten „Richtlinien“ und „Ausführung“ von Entscheidungen, Handlungen und Handlungsfolgen? Meine Äußerung, Herr Fahrenwaldt, „bestätigt NICHT (und schon gar nicht indirekt) IHRE Meinung“, sondern sagt klipp und klar und ganz direkt, dass der OB bestimmt und die Mitglieder der Verwaltung und der Mehrheitsgruppe im Rat diesen Bestimmungen entsprechen. „Was nun die Nennung von Namen betrifft“, Herr Fahrenwaldt, die können alle online in den Sitzungsprotokollen des öffentlich zugänglichen Ratsinformationssystems nachgelesen werden. Soviel zum 3. Absatz.

    • Lieber Karlheinz, ich soll feine ,,sensorien,, besitzen. dem widerspreche ich nicht. du machst mir tatsächlich einen verunsicherten eindruck. warum? zuviele informationen? ich finde vorwürfe für etwas, wofür man nicht kann, sind völlig daneben, deswegen beschäftigst du mich. ängstliche schotten sich gern ab. aber was bringt das auf die dauer? die anderen laufen ihnen davon und werden davon profitieren, wärend sie immer doch hinter ihren selbstgebauten mauern verharren. die erde ist rund und keine scheibe. was sagt uns das? der glaube, irgend jemanden über den rand zu schubsen und schon ist man ihn los, wird nicht klappen. schiebst du ihn nach links, kommt er von rechts, schiebst du ihn nach vorne, kommt er von hinten. so ist das nun mal auf einer kugel.

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Lieber Klaus,
        inzwischen glaube ich, dass auch dein Name von einer anderen Person benutzt wird und ich werde deshalb nicht antworten.

        • @ Karlheinz Fahrenwaldt

          „Ich werde (…) nicht antworten“.

          Ich habe nachgezählt. Diese Auskunft haben Sie, seitdem Sie vor drei Wochen zur Blog.JJ-Gemeinde gestoßen sind, siebzehn Male erteilt. Gesprächsabbruch und Verweigerung einer Antwort wie bei den Extremisten der anderen Seite, aber fünfmal so häufig wie durch den von seiner Verhaltens-, Argumentations- und Persönlichkeitsstruktur her mit Ihnen gleichaltrigen und auch ansonsten nahezu identischen Rechtspopulisten „Bundeskasper“.

          P.S.: Kleine Handreichung:

          Bundeskasper schaut nach links aus dem Zugfenster: „Regen!“ (= schlechtes Wetter, schlechte Aussichten). Sofort schaut Fahrenwaldt nach rechts aus dem Zugfenster: „Auch Regen!“ (Et vice versa, ad infinitum …)

        • mein lieber Karlheinz, du hast es erkannt. hier war es auch einfach. bruhns mit h, geht garnicht. derjenige wollte dich wohl testen. lol zumindest hat er humor.

    • Rinks und Lechts. Eine Parallelgeschichte

      Lieber Karlheinz Fahrenwaldt,

      worin bestehen die Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und Herrn „Bundeskasper“? Sie wüssten mehr darüber, wenn Sie häufiger ins Theater gingen. Vorhersehbare Reiz-Reaktions-Reflexe können etwas unfreiwillig Komisches haben. Nicht nur, wenn Sie sich bei BlogJJ über ungezogene Leuphana-Studierende aufregen, sondern auch wenn ausgerechnet ein AfD-Funktionär einem schwachen Theaterstück einen kleinen Skandal beschert.

      An der Berliner Schaubühne empört sich derzeit Regisseur Falk Richter in seiner Inszenierung „Fear“ über die neue Rechte und christliche Fundamentalisten, als drohe mit AfD-Populisten und Pegida-Rednern das baldige Ende von Demokratie, Liberalität und Urban Gardening-Hipstertum. Wobei vor allem letzteres dem narzisstisch vor sich hinchillenden Bühnenpersonal am Herzen zu liegen scheint.

      Für den nötigen Pop-Appeal sorgen in dem Stück Zombie-Filme als Metapher für die Wiederkehr der Untoten aus den Sümpfen der braunen Vergangenheit. Lutz Bachmann, Eva Hermann, Akif Pirinçci, Beate Zschäpe oder Beatrix von Storch werden schrill zu Popstars des Bösen dämonisiert.

      Das ist etwas zu viel der Ehre für paranoide Kleinbürger, die von der Diversität der Lebensstile und Kulturen überfordert sind. Weil es nicht um Genauigkeit, sondern um robuste Feindbilder und die Pflege des Wir-Gefühls der moralischen Überlegenheit geht, wird in die Zombie-Parade auch noch der Berliner Journalist Matthias Matussek eingereiht.

      Die kann man für ihre schrulligen Ansichten belächeln, aber mit der NPD haben sie etwa so viel zu tun wie Falk Richter mit der RAF – nichts. Dass auf der Bühne erwogen wird, Zombies besser zu erschießen, macht den Abend nicht intelligenter.

      Es war dem kultur- oder vielleicht auch nur feindbildinteressierten AfD-Sprecher Christian Lüth vorbehalten, Richters Holzschnitt-Inszenierung den Anstrich von Relevanz und einer politischen Intervention zu bescheren.

      Er filmte vor zwei Wochen während einer Vorstellung das Bühnengeschehen, was nicht nur aus urheberechtlichen Gründen ein grober Verstoß gegen Anstandsregeln ist. Der Schauspieler Kay Bartholomäus Schulze forderte ihn auf, das zu lassen oder das Theater zu verlassen.

      Etwas Besseres als die sich daraufhin im Internet ausbreitende Aufregung hätte beiden Seiten nicht passieren können: Wie in gegenüber gestellten Zerrspiegeln machen sie einander zum Zweck der Selbstüberhöhung größer, bedeutsamer und monströser, als sie sind. Ihrer eigenen Erregungslogik folgend sprachen einige Medien prompt von einem „Eklat“ – dabei hatte sich nur ein AfD-Funktionär im Theater daneben benommen.

      Die Verschwörungstheoretiker vom rechten Rand konstruierten in ihrer eigenen Parallelöffentlichkeit gleich noch einen Zusammenhang zwischen dem Schaubühnen-Stück und Anschlägen gegen AfD-Politiker.

      Im Blog „Achse des Guten“ schloss die frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Vera Lengsfeld von der zeitlichen Nähe der Ereignisse messerscharf auf die gefährlichen Folgen des Theaters: „Richters Botschaft fiel bei der Antifa auf fruchtbaren Boden“, heißt es da.

      Schon kurz nach der Premiere sei das Auto der AfD-Vizevorsitzenden Beatrix von Storch abgebrannt, seien Anschläge auf AfD-Büros verübt worden. Auch habe es einen Brandanschlag auf das Firmengelände von Hedwig von Beverfoerdes Mann gegeben.

      Diese Konstruktion ist so lächerlich wie Falk Richters Gleichsetzung der konservativen Journalisten mit Rechtsradikalen: Antifa-Aktivisten dürften für ihre Anschläge kaum die Inspiration der Schaubühne benötigen.

      Auch die Anti-Feministin Hedwig von Beverfoerde sieht sich im Blog „politically incorrect“ als Opfer des Theaters: „Unter dem Vorwand der Kunst wird hier gegen Mitglieder unseres ,Demo für alle‘-Aktionsbündnisses ,Für Ehe und Familie – gegen Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder‘ gehetzt. Das ist geistige Brandstiftung, die offenbar direkt zu echter Brandstiftung führt.“

      Die Schaubühne berichtet ihrerseits von Zuschriften und Anrufen, „die die Produktion ‚Fear‘ angreifen: zum Teil in Form von Gewalt- und Morddrohungen“. Auch seien vor dem Eingang des Theaters Graffiti geschmiert worden, und es habe Störungen von Vorstellungen gegeben. Man werde alle strafrechtlich relevanten Sachverhalte zur Anzeige bringen.

      Falk Richters Bühnen-Hipster haben mit ihren Gegnern, den Pegida-Propagandisten und christlichen Fundamentalisten, letztlich mehr gemein, als ihnen recht sein kann. Genau wie sie sehen sie sich umzingelt von gefährlichen Feinden, die sie zur Versicherung der eigenen Gruppenidentität brauchen: Die Welt jenseits der eigenen Ingroup ist verkommen, bedrohlich, unübersichtlich.

      Kein Wunder, dass in dieser Perspektive und der Logik des „Alle-böse-außer-uns“ die Unterschiede zwischen meinungsfreudigen Journalisten, Modernisierungsverlierer-Spießern und rechtsradikalen Terroristen verschwimmen.

      Richters so aufgeregte wie analytisch unbedarfte Inszenierung funktioniert als reines Selbstbestätigungsangebot, also etwa als das Gegenteil von politischem Theater.

      Der Erkenntnisgewinn von „Fear“ beschränkt sich, ähnlich wie der bei Pegida-Demonstrationen, auf die beruhigende Mitteilung, inmitten einer komplizierten Welt zumindest hier im Zuschauerraum eindeutig auf der moralisch und politisch richtigen Seite zu sitzen: Wir sind die Guten.

      In der Dämonisierung des politischen Gegners funktioniert Falk Richters Inszenierung in der gleichen Logik wie die rechten Foren und Blogs, deren Teilnehmer einander zu immer schrilleren Ausfällen gegen Demokratie, Presse, Kanzlerin und sonstige Andersdenkende anstacheln: Diskursunfähigkeit als Programm. Paranoia und Hysterie prägen die Wahrnehmung und versorgen die Akteure mit dem wohligen Gefühl der eigenen Bedeutung.

      Grüße: Ihr Peter aus´m Masterzug „Performance Management and Corporate and Business Law“ an der Leuphana „Professional School for Governance, Sustainability Management and the Acquisition of Comprehensive, Current Knowledge and Skills to Empower the Life-Long Development of Personal Competences and Soft Skills“.

      • Rinks und Lechts. Eine Parallelgeschichte
        mein lieber ,,Parallele,, , parallel läuft nebeneinander. wer steht dem rechts gegenüber? wenn es links nicht geben würde, wäre die mitte garnicht vorhanden. und ohne polarisierung , würde die mitte es nicht mal merken. sie sollten sich konzentrieren. ich schieße immer dann, wenn es angesagt ist und nicht aus langeweilie.

        • Lieber Herr Bruns,

          ich kann diesmal gar nicht richtig verstehen, was Sie uns sagen wollten. Sie „schieße[n] immer dann, wenn es angesagt ist und nicht aus langeweile“. Ok, das habe ich begriffen. Wie Zeus greifen Sie immer nur dann ins Geschehen ein, wenn es Götter, Götterkinder, Halbgötter, Studierende und Menschen zu bunt treiben. (Wenn wir mal von Ihren spezielleren „Interventionen“ bei den Reppenstedter Damen wie Demeter, Persephone, Leto, Mnemosyne, Maia, Semele, Alkmene, Danae, Europa, Leda, Io, Agae, Aegina, Asteria, Contumelia, Dione, Garamantis, Hora, Hybris, Kallisto, Klymene, Klytoris, Niobe, Pluto, Protogenia, Pyrrha, Taygete und Thalia absehen.) Aber warum nennen Sie Peter Laudenbach „mein lieber Parallele“? Er hatte sich Ihnen doch im letzten Absatz vorgestellt. Und ich finde auch, der Peter drückt sich sehr präzise aus. Eine gewisse „Polarisierung“ ist bestimmt wichtig, wenn die Mitte sich ihre Lage bewusst machen und wie beim Velopedalieren das Gleichgewicht halten will. Da stimme ich Ihnen zu. Und ich denke, der Peter auch (Er sitzt heute den ganzen Nachmittag und Abend im Kolloquium). Worum es uns aber ging und was wir an Fahrenwaldt und Bundeskasper beobachten, ist die größtmögliche Übereinstimmung der Strukturen bei krassester Verschiedenheit der Inhalte von außer Rand und Band geratenen ENTGLEISTEN, von alten, gut versorgten und doch unbalanciert schrill herumkreischenden Sofaeckenextremisten. Und genau diese frappierende Gleichartigkeit der Borniertheiten bei vollkommen unterschiedlichen politischen Positionen lässt sich auch in Peters Theatergeschichte erkennen. Linke Hipster und rechte Mauler bzw. linke Spießbürger-Fossilien wie Fahrenwaldt und rechte Krähwinkel-Petrefakte wie Bundeskasper, im Grunde beides Repräsentanten „paranoider Kleinbürger“, die von Abstiegsängsten und der Sorge, den Anschluss zu verpassen, geplagt werden, und „die heillos von der Diversität moderner Lebensstile und Kulturen überfordert sind“, springen aus reinem Selbstbestätigungsverlangen in ihren Wohnstuben hoch und nieder und hacken entfesselt und enthemmt via PC aufeinander ein, um sich eines „Wir-Gefühls“, einer „moralischen Überlegenheit“, im Grunde ihres „Dasein“ zu vergewissern. Um „jemand“ zu sein, ist nichts nützlicher als ein simples, grobes, aber robustes Feindbild. Das ist zwar farblich verschieden, in seiner Funktion aber auf beiden Seiten identisch. Es fingiert die beruhigende Illusion, „inmitten einer komplizierten Welt zumindest vor dem heimischen Computerbildschirm eindeutig auf der moralisch und politisch richtigen Seite zu sitzen: „Wir“ sind die Guten. „Man“ gehört dazu. Fahrenwaldt und Falk Richters Bühnen-Hipster haben mit ihren Gegnern, den AfD- und Pegida-Propagandisten und den christlichen Fundamentalisten eines „Bundeskaspers“ also fast alles gemein. Genau wie sie sehen sie sich umzingelt von gefährlichen Feinden, die sie hauptsächlich zur Versicherung der eigenen Gruppenidentität brauchen: Die Welt jenseits der eigenen Blase, der eigenen Ingroup ist verkommen, bedrohlich, unübersichtlich. Darum auch die Furcht vor genauen Fragen, vor Differenzierung und harten Tatsachen. Ausweichen, Leugnen, Verdrehen und das Eigene unablässig wiederholen, nur so lässt sich die soziopathische Zelle gemütlich halten. In der Dämonisierung des politischen Gegners funktioniert Fahrenwaldts Selbst-Inszenierung hier im Blog.JJ nach der gleichen Logik wie „Bundeskaspers“ Selbst-Stilisierung und -Multiplizierung. Sie suchen oder erfinden sich „Publikum“, „Applaudierende“, „Gefolgsleute“, „zustimmende Teilnehmer“, die einander zu immer schrilleren Ausfällen gegen Demokratie, Presse, Kanzlerin und sonstige Andersdenkende anstacheln: Diskursunfähigkeit als Programm auf BEIDEN Seiten. Paranoia und Hysterie prägen die Wahrnehmung und versorgen die Akteure mit dem wohligen Gefühl der eigenen Bedeutung.

          Geben Sie es ruhig zu, Herr Bruns, als „Menschenbeobachter“ studieren Sie dieses erstaunliche Phänomen auch nicht ohne Unbehagen, aber auch nicht, ohne sich gut dabei zu unterhalten.

          • Claas, oder doch lieber leuphana -combo?
            für meinen geschmack macht ihr es euch etwas zu einfach. links und rechts sind in der politik selbstbeschneidende ansichten, stimmt. beide seiten haben probleme, vermittelnd aufzutreten, stimmt.
            Zitat:Geben Sie es ruhig zu, Herr Bruns, als „Menschenbeobachter“ studieren Sie dieses erstaunliche Phänomen auch nicht ohne Unbehagen, aber auch nicht, ohne sich gut dabei zu unterhalten. stimmt.
            verhaltensmuster sagen aber eben nicht alles aus. kleine unterschiede sind nun mal wichtig, sonst gäbe es ja kein links und rechts. es bedarf eben einige mühe, diese herauszuarbeiten. ich möchte euch aber nicht vorgreifen. versucht euch doch mal daran, wo ihr unterschiede seht. eine masse von gleichheit, kann schon mal dafür sorgen, dass etwas dabei übersehen wird. die parteien haben mehr gleichheiten, als sich der außenstehende so vorstellt. homogen ist da vieles . die kleinen unterschiede mache es eben aus und nicht die masse. ich spreche da aus erfahrung. ich halte nicht viel davon, menschen nach ihren aussagen zu beurteilen, mehr davon, mir ihre taten anzusehen.vergesst dabei bitte nicht ,parteien prägen. man kann es an der sprache erkennen. sich daran aber aufzuhängen , ist sehr problematisch. die ,,schmuddelkinder,, der nation haben es da nicht so einfach. die rechten haben es da einfacher, wie man am verhalten der sogenannten mitte der gesellschaft erkennen kann. die sogenannte mitte orientiert sich eher nach rechts. und dabei ist hysterie sehr hilfreich. geht es in einer gesellschaft entspannter zu, hat links auch schon eher mal eine möglichkeit, zum tragen zukommen. sich über eine person auszulassen , ist nicht mein duktus, ich streite mich lieber um die sache. humor ist dabei aber nicht verkehrt.

          • Claas, da greifen sie aber wieder tief in ihren Theoriebaukasten und machen sich ihre Welt passend. Hauptsache für jeden eine Schublade finden, reingeschoben und zu, dann braucht man sich nicht mit Einzelheiten auseinander setzen und schon gar nicht auf einen lästigen Diskurs einlassen, denn da wäre das Ende evt. offen und ihr Baukasten wäre vielleicht zu klein. Viel schlimmer Sie würden eventuell mit Wirklichkeiten konfrontiert und müssten eigene Antworten entwickeln.

          • mein lieber Claas, hier wurde mal genauigkeit gefordert. wie sinnvoll ist sie denn, ich meine die forderung und die genauigkeit? wenn die arzneimittelbranche es genau nehmen würde, wieviel arzneimittel wären dann noch auf dem markt? wenn die wissenschaft es genau nehmen würde, wer könnte dann noch alles geschäfte machen? ford hat einmal in etwa gesagt: wenn die gesellschaft unser finanzsystem verstehen würde, hätten wir morgen eine revolution. rothschild hat da noch einen draufgesetzt: der zinseszins ist das achte weltwunder. und was geschieht? meine generation hat einen kleber erfunden, der dafür sorgt, dass der stuhl beim aufstehen ,am hintern kleben bleibt. wenn die jugend nichts verändert, wer dann? also haut rein und vergleicht nicht äpfel mit birnen.

          • Hallo Klaus-Kuno Bernd Bundeskasper, da greifen [S]ie aber wieder tief in [I]hren Theoriebaukasten und machen sich [I]hre Welt passend. Hauptsache[,] für jeden eine Schublade finden, reingeschoben und zu, dann braucht man [!] sich nicht mit Einzelheiten auseinander[zu]setzen und schon gar nicht auf einen lästigen Diskurs ein[zu]lassen, denn da wäre das Ende evt. offen und [I]hr Baukasten wäre vielleicht zu klein. Viel schlimmer Sie würden eventuell mit Wirklichkeiten konfrontiert und müssten [vllt.] eigene Antworten entwickeln.

            Klaus-Kuno Bernd Bundeskasper, wissen Sie eigentlich, was ein gelungener unfreiwilliger Selbstkommentar ist? Oder eine performative Retorsion, wie der Fachmann sagt? Die augenblickliche Selbstwiderlegung des Geäußerten durch einen unauflösbaren Widerspruch zwischen dem Aussageinhalt und den Implikaten des Aussagevollzugs.

  4. Am 14. Mai 2015 um 12:27 Uhr hat eine nachnamenlose Leserbriefschreiberin „Susanne“ den Blog-Artikel von Stadtrat Ulrich Löb vom 11. Mai 2015 kritisch kommentierend zusammengefasst. Ersetzt man den Namen „Ulrich Löb“ durch „Andreas Meihsies“, hat man den Befund der Stunde. Hier der komplette Text des Posts:

    »Lieber Ulrich,

    Deinen alarmierenden Brandbrief an Hans-Herbert über das schwache Bild, das die meisten Angehörigen unseres derzeitige Stadtrats in der externen Wahrnehmung abgeben, hast Du öffentlich gemacht, also war er wohl als Weckruf an alle Kolleginnen und Kollegen gemeint. Deine Lagebeurteilung ist ernüchternd: Es sei „leicht, über den Rat zu lästern“. In Deinem vorangestellten „natürlich“ schwingt sogar mit, dass Bestürzung und Spott, wie sie viele Beobachter äußern, wenn sie Eure „Arbeitsweise“, Eure „Beschlüsse“ und deren „Entstehungsgeschichten“ kommentieren, Deiner Meinung nach nur allzu berechtigt sind.

    Dann sagst Du, seitdem Du und Deine Leute in die „Regierungsverantwortung“ gekommen seid, „finde Opposition mehr oder minder nicht mehr statt“, erstens weil, wie Hans-Herbert schrieb, „die CDU sich selbst zerlegt hat“, sie mehr von Weh und Bäh als Sinn durchpolst wird, und weil sie in der vorherigen Wahlperiode, noch als Regierungspartner, „Projekte“ mit auf den Weg gebracht hat, deren unerfreuliche Konsequenzen sie jetzt nicht monieren kann, ohne sich noch lächerlicher zu machen, als sie ohnehin schon dasteht. Stattdessen gebe, schreibst Du, die CDU den „billigen Jakob“, also einen prinzipienlosen Händler, der im Tauschgeschäft Waren minderer Qualität zu Niedrigstpreisen anbietet, um sich „Käufern“ (der SPD) anzudienen, die mehr auf Schnelles, Grelles und Masse statt auf Durchdachtes, Solides und Klasse setzen. Zweitens, sagst Du, finde „Opposition im Rat nicht mehr statt“, weil Pauly und Petroll in ihrer Minderheitenposition überfordert seien und vor allem Michèl zunehmend von nicht- bzw. außerpolitischen Themen vereinnahmt werde. Fazit: die Rechten verheddern sich in den zähen Klebefäden auf der selbsterzeugten Schleimspur und die Linken werden in aussichtslosen Zermürbungsgefechten um Information zwischen den Übermächten von Fakten und Akten zerrieben.

    Nachdem Du den äußeren „Feind“ abgefrühstückt hast, wendest Du dich dem inneren zu: den „juvenilen Ratstalenten“ in den eigenen Reihen. Auch sie werden gewogen und für zu leicht befunden: „Junge Menschen kommen in die Fraktion, bekommen ihren Freiraum, in ihren Bereichen Politik zu gestalten, und jedes Mal scheitern sie entweder an ihren Ansprüchen oder an ihren familiären oder beruflichen Verpflichtungen oder verlassen beruflich bedingt die Stadt.“

    Was bleibt, bist im Grunde Du allein. Ein illusionsloser, in Jahrzehnten „radikaler“ Oppositionsdemütigungen zum Pragmatiker der kleinen Vernunft zurechtgehämmerter Realist mit „Bodenhaftung“ und viel Zeit, der sich im „irrationalen“ Filz von „Beziehungen“, informellen Abreden und Techniken der Mehrheitsbeschaffung bewegt wie ein betagter Rotbarsch im stehenden, grüngelb eingeschwärzten Tümpel der Spar- und Sachzwänge einer paralysierend überschuldeten Kommune.

    Was Du verlangst, ist Glaubensbereitschaft – nicht Beteiligung und kritische Nachfrage von Bürgern. Wir sollen Dir wie Moses in gehorsamem Gottvertrauen abnehmen, dass Du „den Weg“ kennst, Dich für „die ökologische Entwicklung der Stadtgesellschaft“ einsetzt und sie mit den Deinen „als zentrales Politikziel in jedem Haushalt weiterentwickelst“ — quasi aus dem finanziell ausgetrockneten Budget-Schwamm Jahr auf Jahr einen Tropfen grüner Heilsessenzen hervorwringst. Was Du konkret darunter verstehst und in welchen konkreten Vereinbarungen und Vorhaben sich dieses geheimnisvolle „Ziel“ materialisiert, das Du mit dem nichtssagenden Etikett „ökologisch“ nobilitierst, verrätst Du leider nicht. Stattdessen igelst Du Dich rhetorisch ein und bezeichnest diejenigen, die Auskunft verlangen als „Schuldige“ im biblischen Sinne, — die „mit Steinen werfen“.

    Aber ist es nicht gerade umgekehrt? Müssen wir, die Bürger, Dir „einen falschen Umgang mit den zu Verfügung stehenden Mitteln“ zur Erreichung Eures Zieles „nachweisen können“? Solltet nicht vielmehr Ihr – und also auch Du – Euch beeilen, uns den „richtigen Umgang“ zu erläutern, wenn Ihr wiedergewählt werden möchtet?

    Ist nicht die pauschale Abwehr von Kritik und Nachfragen “kontraproduktiv“, eine Abwehr, die „sich nur darauf beschränkt, es besser zu wissen, aber nicht ihren Weg zur Erreichung ihrer Ziele im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten aufzeigen“ WILL oder – noch schlimmer – eventuell weder diesen Weg, noch diese Ziele aufzeigen KANN?

    „Eine andere Politik braucht eine andere Kommunalverfassung und deren Finanzierung“?

    Das klingt nach dem Seinsfatalismus des späten Heidegger: „Nur noch ein Gott kann uns retten!“«

    (Quelle: https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/233812-gruener-loeb-kommunalpolitik-wird-vielmehr-von-beziehungen-und-mehrheiten-bestimmt-zum-teil-fern-jeder-rationalitaet#comment-44655)

  5. Hallo Herr Jenckel

    „Fraktionschef Andreas Meihsies sitzt fast dreißig Jahre im Rat“.

    So what?

    Andreas Meihsies hat in diesem Februar seinen 55. Geburtstag gefeiert. In dem Alter hatte Konrad Adenauer noch zwei Jahre als Oberbürgermeister von Köln vor sich, bevor er am 12. März 1933, also mit 57 Jahren seines Amtes enthoben wurde, zwölf Jahre in der „inneren Emigration verweilte“ und dann von 1949 bis 1963 (also vom 73. bis zum 87. Lebensjahr) als der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und von 1951 bis 1955 zugleich als erster Bundesminister des Auswärtigen seinem Land gedient hat. Mit 55 aber, 1931 im Alter von Anreas Meihsies heute, kam es zur ersten größeren Auseinandersetzung von Adenauer mit den Nationalsozialisten, als diese in einer nächtlichen Aktion die Rheinbrücken mit Hakenkreuzfahnen beflaggten. Adenauer ließ – nach seiner späteren eigenen Darstellung – die Fahnen mit Verweis darauf, dass die Brücken öffentliche Bauwerke seien, unverzüglich wieder entfernen. Durch seine Standhaftigkeit in dieser nur scheinbaren Bagatelle geriet Adenauer angeblich in das Visier der SA, die sogar öffentlich Geld für die Kugel Adenauers hat sammeln lassen sollen. In Wirklichkeit hatte jedoch Adenauer mit der örtlichen NSDAP-Kreisleitung eine Absprache getroffen, deren Fahne von der stadteigenen Brücke – weil politisch neutrales Terrain – abzunehmen und vor der – gleichfalls der Stadt gehörenden – Messehalle wieder aufzuziehen. Dort sollte Hitler sprechen. Adenauer musste seine aufgebrachten Parteifreunde deshalb beruhigen. (vgl. Rudolf Jungnickel, Kabale am Rhein, S. 275)

    Ist Dauer ein Synonym für „Verkrustung“?

    Warum sollte man „altgedienten Ratsherren gesichtswahrend den Abgang ermöglichen“, wenn sie noch im Saft stehen und ihr Revier ohne jegliche Anfechtung zu sichern wissen?

    Ist es nicht vernünftig bei anstehenden Wahlen auf „eingeführte Politikermarken“ zu setzen?

    „Mit der SPD in Lüneburg läuft es für den grünen Juniorpartner wie geschmiert.“ Wo ist aber dann das Problem?

    Sie schildern Andreas Meihsies als gewieften Taktierer und kalt kalkulierenden Machtmenschen, der weiß, wie man ins Amt gelangt und sich darin hält. Was ist falsch daran?

    Ist nicht die höchstwahrscheinliche Marginalisierung der Lüneburger Christdemokraten bei den Wahlen im nächsten Jahr das viel größere Problem? Muss man sich nicht sorgen, dass die nur fünf, sechs, vielleicht sieben Prozent erreichen? Was dann?

    Möchten Sie lieber den früheren Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung an der Seite der dezimierten Sozialdemokraten?

    MfG, Robert

    • Lieber Robert, nichts ist falsch daran,

      wer keinen Drang zur Macht hat, sollte nicht in die Politik gehen, sondern in den Fußballverein, hoffentlich mit Drang zum Tor. Es sei denn, er möchte im Rat nur Steigbügelhalter oder Stimmvieh oder einfach dabei sein. Gibt es ja auch.

      Andreas Meihsies war über viele Jahre die personifizierte wie auch kreative Unruhe in der Lüneburger Politik, die seither zwar pragmatischer, aber auch weniger provozierend und populär-politisch geworden ist.

      Und wenn Sie bei der CDU richtig liegen, stellt sich angesichts der Lage und der drängenden Aufgaben in der Flüchtlingskrise die Frage: Wo bleiben die Stimmen? Sicher nicht bei der SPD, sicher nicht bei den Grünen. Da könnte eine neue Kraft in den Rat drängen. Und Parteien mit nur einem Programmpunkt haben schon in der Vergangenheit große Überraschungserfolge erzielt.
      LG hhjenckel
      Und Dank an den aufmerksamen Korrektor ….

      • @ Hans-Herbert Jenckel

        „Da könnte eine neue Kraft in den Rat drängen. Und Parteien mit nur einem Programmpunkt haben schon in der Vergangenheit große Überraschungserfolge erzielt.“

        Eben! Zum Beispiel der Lüneburger Brüllverein des „früheren Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung“.

        Robert, Schlossermeister (Ochtmissen)

      • Na, da hoffe ich mal, dass ausreichend neue Kräfte in den Rat drängen um die derzeitigen Politiker in den Ruhestand zu schicken. Ich zitiere mal aktuell Göring Eckard vom Parteitag der Grünen, die in einem Satz die Marschrichtung der derzeitigen Politik unwidersprochen ausdrückt und was für mich, die Grünen auf absehbare Zeit unwählbar macht: „Deutschland wird sich in den nächsten Jahren drastisch verändern und darauf freue ich mich.“
        Das ist die Vorfreude der alten Deutschland verrecke Generation, die nach wie vor nicht begriffen haben, welch ein erhaltenswertes fantastisches Land sie haben. Die Vorboten der neuen Zeit sind schon täglich in den Medien und Europas Straßen sichtbar. Ich freue mich darauf nicht und werde zeitig mein Domizil wechseln.

        • Peter, kennen sie noch die fernsehsendung, mit ,,peter den bolzen,,? der goldene schuss, ging oft nach hinten los. und der holländer hat auch noch beschissen.

          • Peter, der Bolzen

            In einer Ausgabe der Sendung „Wetten, dass..?“ gab es einmal einen ähnlichen Vorgang, bei dem der Moderator Thomas Gottschalk ebenfalls mit den Worten „Bitte, Peter, den Bolzen“ instruierte. Anschließend bemerkte Gottschalk scherzhaft: „Seit dem Goldenen Schuss wissen wir, Bolzen heißen immer Peter.“

            „Der holländer hat auch noch beschissen“? Sie meinen, Lou van Burg hat betrogen? Seine damals 41-jährige Freundin Angèle Durand im Juni 1967 mit seiner Tourneeassistentin, der Rheinländerin Marianne Krems, die 29 Jahre alt war, verheiratet und ein dreijähriges Kind hatte? Was sich, weil die Bild-Zeitung und verschiedene Illustrierte darüber berichtet haben, zu einem regelrechten Fernseh-Skandal entwickelte und im Juli 67 zu Lous Ablösung durch Vico Torriani führte? Da waren Sie sechzehn, oder? Ist man über diese Affaire in Reppenstedt immer noch nicht hinweg?

        • „Ich (…) werde zeitig mein Domizil wechseln.“

          Damit drohen Sie uns nun schon seit Monaten. Wann isses denn bloß endlich soweit? Ich wünsch Ihnen jedenfalls vonnem janzen Herzen heraus vorab allens Jute und hoffe nur, Sie und Ihre selbstgebastelte Pseudonymenarmee können von Ihrem neuen Zuhause nicht fünfzigmal am Tach auf dieses schöne Debattenforum zugreifen, um es mit den Schmutzwassern Ihrer schlecht bis überhaupt gar nicht durchdachten Schimpf- und Klagejaulereien zu fluten.

          • Och Petra, schön, dass Sie auf den Inhalt meines Schreibens eingehen, es jedoch leider nicht geschafft haben den Kern zu erfassen. Ich helfe Ihnen: Mit den Worten das Domizil zu wechseln, habe ich versucht meine Enttäuschung über die derzeitige Politik zum Ausdruck zu bringen. Die Kurzsichtigkeit dieser Politik hat leider das zukünftige Wohl des Landes und seiner Bürger völlig aus den Augen verloren. Wenn eine Frau Göring Eckard von drastischen Veränderungen unseres Landes fabuliert und sich hierauf freut, stellt sich doch automatisch die Frage , ob Sie unser Land so schlimm findet, dass Sie sich auf drastische Veränderungen freut. Gerade vor dem Hintergrund der Ereignisse, läßt sich die Richtung zukünftiger Veränderungen bereits jetzt erkennen. Worauf freut sich Frau Göring so intensiv? Das wäre mal eine Antwort Wert gewesen Petra. Vieleicht wissen Sie in diesem Punkt ja mehr als ich.
            Das folgende Ihres Kommentars verstehe ich auch nicht. Von welchen Kommentaren sprechen Sie. Sicherlich nicht von meinen wenigen. Wo haben Sie bei mir Schimpf und Klage entnommen? Und einer Armee gehöre ich auch nicht an. Diese Ängste sollten Sie mit einem Fachmann besprechen und beim kommentieren nach Möglichkeit an der Sache segeln, sonst gibt es keine schöne Debatte, die Sie sich scheinbar auch wünschen.

      • der gute Andreas ist nun mal alt geworden und somit auch ruhiger. man sollte ihn ruhenlassen.
        oder soll ich doch noch mal ein fässchen aufmachen? wenn die wahl geheim ist, wird jemand immer sehr nervös.

    • Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein. Das soll Alfred Trebchen, ein großer Kenner und Liebhaber Goethes, ein Weltreisender und einer der wusste, dass ein Lüneburger Oberbürgermeister sein Amt mit 63 in jüngere Hände legen sollte, einem späten Besucher mit auf den Weg gegeben haben, wenige Tage bevor er im Sommer 2011 mit 95 Jahren verstarb.

      Die Oppositionspolitikerin Katrin Dagmar Göring-Eckardt aus Friedrichroda habe ich nur in ihrer Funktion als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages unter Thierse und Lammert aus der Ferne kennengelernt, also eigentlich gar nicht, aber immerhin gut genug, um sagen zu können, dass sie ihren Pflichten ordentlich nachgekommen ist. Dass sie Veränderungen erwartet und sich darauf freut, diese mitgestalten zu können, habe ich – wie Sie wohl auch – aus dem Fernsehen erfahren und in der Zeitung nachgelesen. Dazu eine kleine Geschichte: Im Juni 2008 wurde der heute feierlich beerdigte Helmut Schmidt im Auftrag des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog um die Interpretation einer Sentenz von Immanuel Kant für eine Festschrift gebeten: „Die Notwendigkeit zu entscheiden reicht weiter als die Möglichkeit zu erkennen.“ Schmidt stellte fest, es handele sich tatsächlich um „ein sehr interpretationsbedürftiges Wort“, und formulierte dann eine Rückfrage. Sie bestand lediglich aus vier Wörtern und traf den entscheidenden Punkt: „Wo steht der Satz?“ Ich, lieber Peter, bin überfragt. Beim Blättern in der Akademie-Ausgabe von Kants sämtlichen Werken habe ich ihn nicht gefunden, und die Staats- und Wirtschaftslenker, die ihn in Festschriftbeiträgen anzuführen lieben, zitieren das Wort den nonchalanten Usancen ihres Standes gemäß immer ohne Fundstelle.

      Schmidt wollte sich nun nicht auf die Autorität Roman Herzogs verlassen und ließ sich nicht darauf ein, das von Herzog gewiss an seriösem Ort aufgelesene Zitat vor dem Hintergrund des Kant’schen Gesamtwerks hin und her zu wenden. Kenntnis dieses Gesamtwerks prätendierte er nämlich nicht. Die einzige Schrift, die er „von Kant im Hinterkopf ganz einigermaßen sortiert“ habe, sei der Aufsatz „Zum ewigen Frieden“ – also der kurze Text, den wenigstens in seinem Metier jedermann kennen muss.

      Helmut Schmidt lehnte es also ab, das Problem des Handlungszwangs bei beschränktem Wissen auf der Basis eines nicht verifizierten Zitats zu erörtern. Alles „kommt auf den Zusammenhang an, aus dem dieses Zitat herausgenommen ist“. Als solches sei das „Zitat offen für jedwede Interpretation“. Auch Interpretieren ist Handeln, zumal wenn die Interpretation aufgeschrieben und veröffentlicht wird. Als Positivist erwies Schmidt sich in dieser Situation, als kritischer Rationalist, indem er den weisen Spruch wie einen Verfassungssatz behandelte. Der Text kann alles bedeuten. Auf die Stelle, auf den Kontext kommt es an.

      An dieses Beispiel, lieber Peter, möchte ich mich halten. Aus welchem Zusammenhang genau die von Ihnen zitierte Meinungsäußerung von Frau Göring-Eckardt stammt, weiß ich nicht und möchte es in DIESEM Zusammenhang hier auch gar nicht wissen. Ich kann auch mit inhaltsleeren Flugblatt- und Illustrierten-Floskeln wie „die alte Deutschland-verrecke-Generation“ und „die Vorboten der neuen Zeit“ nichts anfangen, besonders nicht in DIESEM Zusammenhang. (Über solche Sachen spechen Sie am besten mit Kuno, Bernd, Lydia oder Horst Opaschowski in einem anderen Forum.) HIER geht es zwar nicht allein um Andreas Meihsies, wie Herr Karlheinz Fahrenwaldt uns einreden möchte, aber es geht um Lüneburger Lokalpolitik, den Lüneburger Stadtrat und die darin vertretenen (bzw. noch nicht aber vielleicht schon bald auch darin vertretenen) Lüneburger Parteien, für welches alles der Fall Meihsies ein Beispiel ist, das auch Existenzen wie Eckhard Pols, Niels Webersinn, Ulrich Mädge, Manfred Nahrstedt, Claudia Schmidt, Julia Verlinden, Ulrich Löb, Michèl Pauli, Rainer Petroll und sogar Karlheinz Fahrenwaldt betrifft, — aber eben NICHT Katrin Dagmar Göring-Eckardt aus Friedrichroda, NICHT Ihr spezielles Verständnis und Ihre auf diesem speziellen Verständnis ruhende Auslegung Ihrer eigenen Ankündigung „Ich (…) werde zeitig mein Domizil wechseln“ und auch NICHT Ihre „Enttäuschung über die derzeitige Politik“, sofern es sich nicht um eine Enttäuschung über die derzeitige Kommunalpolitik handelt.

      DAS IST DAS THEMA HIER UND HEUTE : DIE DERZEITIGE KOMMUNALPOLITIK IN LÜNEBURG.

      Alfred Trebchen war Bürgermeister Lüneburgs ab 1961, Oberbürgermeister von 1964 bis 1978. Er machte die Bäckerstraße zur Fußgängerzone und ließ die Wohngebiete Kreideberg und Kaltenmoor bauen. Haben Sie eine Frage, die sich an diese Fakten anschließen ließe und zu konkreten Problemen und Anforderungen unserer Tage hinführte wie etwa Situation stationärer Handel? Pacht- und Mietpreisentwicklung in der Innenstadt? Wohn- und Industrieviertel (funktionaler Teilraum) peripher?, Sportflächen?, Fehlentwicklung „Stadtfest“? Bezahlbarer Wohnraum für Studis, Sozialer Wohnraum generell (Hanseviertel,Wittenberger Bahn, Am Weißen Turm)? Kostenexplosion Libeskind-Bau? Verdichtungsschäden im ökologisch [über]belasteten Stadtraum (Rotes Feld)? Finanzierung des Klinik-Neubaus?, Emission, Verkehrs- und Industrielärm, Wasserverunreinigung, Flächenversiegelung?, Bildungsfonds?, Regenerative Energie Lüneburg GmbH (Stadtwerke Lüneburg)?, Qualität Sozial- und Jugendhilfe?, Schulsanierungen und -renovierungen?, Kosten für Ausbau von KITA- und Krippenplätzen?, Stadtmobilität (Parkraum, Radwege, Bahnhofvorplatzchaos)?, Grün-Gürtel Lüneburg?, Autobahnausbau (Lückenschluss)?, Gelände ‚Alte Post’?, Windräder?, Flugplatzerhalt?, LSK?, Erbpachtgrundstücke der Stiftung Hospital zum Großen Heiligen Geist?, Freihandelsabkommen und kommunale Selbstverwaltung?, Digitale Sicherheit?, Beteiligungsformate?, Grünen und SPD und Bürgerbefragungen (Elbbrücke)?, wen 2016 wählen? und warum eigentlich?, etc. etc.

      Lassen Sie uns, lieber Peter, „beim Kommentieren nach Möglichkeit an der Sache, UM DIE ES HIER GEHT, segeln, sonst gibt es keine schöne Debatte, die Sie sich scheinbar auch wünschen“!

  6. Sehr verehrter Herr Jenckel

    „Ich bin schon sehr verunsichert. Ich sag immer: ‚Man darf sich nicht nur auf die Vernunft verlassen!‘ Dafür steht die Lüneburger CDU für mich wie keine zweite Partei. Schon seit ich ein kleines Madl war. Wenn jetzt aber alles plötzlich von der Merkel da oben geregelt wird, frag ich mich schon, ob wir die Ossis damals wirklich restlos absorbiert und verdaut haben.“
    Maria R., 29, Lehrerin

    • Maria, verdaut? haben wir nicht. wir haben nicht nur eine kanzlerin aus der ehemaligen ddr, sondern auch noch einen bundespräsidenten. das paradoxe daran ist, in der ddr war religion verpönt. eine pastorentochter und ein prediger schmeißen bei uns gerade den laden. ich als atheist, bin total erschüttert.

  7. „wer kein Drang zur Macht hat“… Donnerwetter, verehrter Herr Jenckel, das ist nicht der erste Ausrutscher, der ihnen unterlaufen ist, ich verzeichne eine wahrnehmbare Steigerung und Schwächen beim Akkusativ.. Kann man denn die Rotweinsorte erfahren ? Wird sicherlich eine erlesene Marke sein….

    • Kuno, wie unsagbar peinlich!

      Sie stammen nicht aus der Gegend, oder? Zuwandererfamilie?

      »Die Abschwächung der Nebensilben, u. a. der Flexionsendungen, im norddeutschen Sprachraum zwischen Hamburg und Braunschweig ist dialektal und verdankt sich insbesondere beim Akkusativ Singular Maskulinum, der vom Akk. Sing. Neutrum kaum unterschieden wird, den Einflüssen des Plattdeutschen, wie sie bei lange ansässigen Einheimischen in Hansestädten auch im modernen Hochdeutsch meist anzutreffen und üblich sind, gern und praktisch ausnahmslos gebraucht werden und als Signal der Zugehörigkeit, ja, der Vornehmheit und mundartlich in Schrift und Rede als unbedingt korrekt gelten.
      (…)
      Die Mundart der Kleinstadt Lüneburg vertritt dieses Nordniedersächsische, wie es auf altniederdeutschem Boden gesprochen wird; gegenüber den beiden vorgenannten Mundarten fällt an ihr vor allem das fast vollständige Schwinden der mittelniederdeutschen Endungen auf; zu den Verlusten an Vokalen kommen
      solche an aus- und inlautenden Konsonanten, wodurch die schwachen Verben und die indefiniten Pronomen (Der Nom. und Akk. Sing, mask. und neutr. ist meist endungslos: „Das macht kein_ Sinn“, etc.) eine starke Einbuße an Flexionsendungen erleiden, ferner die Verminderung der Skala der vier alten Ablautsformen um eine des Präteritums und die Ausschaltung des Subjunktivs. Im Vokalismus offenbart dieser Dialekt große Ähnlichkeit mit dem Mittelniederdeutschen, unter starker Auswirkung des ü-Umlauts. Die Heider Mundart ist in der niederdeutschen Welt bekannt und berühmt geworden durch Klaus Groth, der sie im „Quickborn“ und in Novellen ebenso künstlerisch maßvoll wie rein verwertet hat, was allerdings ihre gekünstelte Orthographie nicht immer erkennen läßt.«
      (Aus: Plattdeutsche Mundarten. Von Dr. Hubert Grimme, Professor an der Universität Münster. Zweite, durchgesehene Auflage, Berlin und Leipzig, Vereinigung wissenschaftlicher Verleger, Walter de Gruyter & Co. vormals G. J. Göschen’sche Verlagshandlung — J. Guttentag, Verlagsbuchhandlung — Georg Reimer — Karl J. Trübner. 1922. Hier Seite 14 f.)

      Lieber Kuno, ich hatte Ihnen den Hinweis schon einmal gegeben, wenn Sie das Aufschreiben von Falschparkern tatsächlich nicht mehr als zeitgemäß empfinden, sei Ihnen hiermit ein erfüllendes Hobby im Bereich der Neuen Medien empfohlen: Ihr Scharfsinn und Ihre Ausdauer werden ganz spielerisch geübt, wenn Sie auf http://www.zeit-online.de der Redaktion jene Leserkommentare, die Kommafehler enthalten, als »bedenklich« melden. An einem glücklichen Abend kommt ein tüchtiger Denksportler wie Sie auf gut und gern 50 Meldungen.

      • „Das macht kein_ Sinn“, ? was ist Sinn machen? Ist Sinn nicht das Ergebnis? Da ich mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß bin, muss ich hin und wieder mal nachfragen.

        • Hallo Herr Bruns,

          „er hat kein Organ für Rechtschreibung, aber für Worte sehr wohl“ hat einer am 8. November über Sie geschrieben. Wie wahr! Zu „Das macht kein_ Sinn“ steht im Duden:

          »Das Wort „Sinn“, Bedeutungen, Beispiele und Wendungen:
          […]
          4. gedanklicher Gehalt, Bedeutung; Sinngehalt:
          etwas macht [k]einen [norddeutsch auch: kein] Sinn (umgangssprachlich; etwas ergibt [k]einen Sinn, ist [nicht] verständlich, sinnvoll; nach englisch something makes no sense)

          5. Ziel und Zweck, Wert, der einer Sache innewohnt:
          etwas macht keinen [norddeutsch auch: kein] / wenig Sinn (umgangssprachlich; hat keinen [bzw. norddeutsch: kein] oder wenig Sinn; nach englisch it doesn’t make [any] sense)«

          Ihr Freund Bastian Sick, der Zwiebelfisch, hat dazu am Mittwoch, den 20. August 2003, um 10:39 Uhr im Spiegel unter der Überschrift „Stop making sense!“ einiges Lesenswerte geschrieben. Hier ein Ausriss:

          »“Früher war alles besser“, sagen ältere Menschen gern. „Früher war alles schlechter“, pflegt der Großvater der Opodeldoks zu sagen. Wie auch immer man die Vergangenheit bewertet, sicher ist: Früher war einiges anders. Früher sagte man zum Beispiel noch: „Das ist sinnvoll.“ Dieser Ausdruck scheint inzwischen vollständig verschwunden. Neuerdings hört man nur noch „Das macht Sinn“, in der Negation „Das macht keinen Sinn“ oder, im besten Kauderdeutsch: „Das macht nicht wirklich Sinn…“
          […]
          Es gibt Menschen, die finden die Phrase „schick“, weil „irgendwie total easy und aktuell mega angesagt“. Diese Menschen haben ihr Sprachgefühl vor vielen Jahren im Babyhort irgendeiner Shopping-Mall abgegeben und „voll im Endstress“ vergessen, es hinterher wieder abzuholen.

          Es gibt andere, denen kommt die Phrase wie gerufen, weil sie modern und hemdsärmelig-zupackend zugleich klingt: „Das macht Sinn“ ist prima geeignet, um über ein mangelndes Profil oder fehlende Sachkompetenz hinwegzutäuschen und von politischen Missständen abzulenken. Da wird von „machen“ gesprochen und gleichzeitig Sinn gestiftet! Das ist der Stoff, aus dem große politische Reden geschrieben werden: „Ich sag mal, das macht Sinn, das ist so in Ordnung…“

          Die breite Masse der „macht Sinn“-Sager denkt sich nichts dabei, vielleicht hält sie die Redewendung sogar für korrektes Deutsch. Schließlich hört man es doch täglich im Fernsehen; da kommt einem das „macht Sinn“ irgendwann wie von selbst über die Lippen. Es ist ja auch so schön kurz, prägnant und praktisch. Ob nun richtig oder falsch, was „macht“ das schon, solange es jeder versteht?

          Es macht vielleicht wirklich nicht viel, nicht mehr als ein Fettfleck auf dem Hemd, als Petersilie zwischen den Zähnen, als ein kleines bisschen Mundgeruch. Doch schon der Kolumnist und Satiriker Max Goldt geißelte den „primitiven Übersetzungsanglizismus“ und warnte davor, dass Menschen, die „macht Sinn“ sagen, von anderen weniger ernst genommen würden. Das Wort „machen“, so Goldt, komme ohnehin schon häufig genug vor in der deutschen Sprache.«
          […]
          (Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-stop-making-sense-a-261738.html)

          • liebe Vera , in der politik wird alles nicht so ernst genommen, wie es aussieht. parteien sind übersetzt: vorteile für wenige, schwachsinn für viele. ob da etwas,, sinn macht,,, ist nicht so wichtig. es genügt, wenn der wähler es glaubt. davon leben die parteien.

      • Lieber Anonymus, ich wusste nicht, dass man als geschäftsführender Journalist mundartlich schreibt, finde aber diesen Einwand durchaus komisch. War mir neu. Was für ein Blödsinn. Übrigens: Ich bin gebürtiger Melbecker, kann aber trotzdem falsch und richtig unterscheiden. Im Gegensatz zu Ihnen umtreibt mich auch kein Gedanke an Falschparker. Sie scheinen sich mit dieser Gruppe geradezu zwanghaft zu beschäftigen…

        • mag sein, Sie sind gebürtiger Melbecker. Aber trotzdem können Sie nicht Falsch [!] und Richtig [!] unterscheiden! [Vgl.: Duden, Regel 72: „Als Substantive gebrauchte Adjektive und Partizipien werden großgeschrieben.“] Das zeigt sich auch gleich im nächsten Satz wieder. Das Verb „umtreiben“ [im Sinne von „jemanden mit Unruhe, unruhiger Sorge erfüllen, ihm keine Ruhe lassen, ihn stark beschäftigen“] ist ein starkes, aber leider auch ausschließlich ein trennbares Verb. Ihre Behauptung („Im Gegensatz zu Ihnen umtreibt [sic] mich auch kein Gedanke an Falschparker.“) ist also vor allem einmal das zweite orthographische Unglück innerhalb von neun aufeinderfolgengenden Wörtern. Anstatt sich mit der Rechtschreibung anderer Personen zu beschäftigen, sollten Sie, lieber Kuno, vielleicht noch eine Weile an der eigenen feilen und sich inzwischen doch erneut den Falschparkern zuwenden oder sich zur Gänze auf das Anzeigen der Kommafehler in den Leserkommentaren bei http://www.zeit-online.de werfen. Was meinen Sie? Ich glaube, bei Blog.JJ würde manch einer aufatmen, wenn Sie Ihren Scharfsinn und Ihre überwältigenden Sach- und Fachkenntnisse auch einmal anderen Lesergemeinden zugutekommen ließen.

          Gruß und Kuss

          Anonymus

    • „Donnerwetter, verehrter Herr Jenckel, das ist nicht der erste Ausrutscher, der ihnen unterlaufen ist, …“

      Donnerwetter, verehrter Kommentatorenkollege Kuno Ketteler-Wheeler, das ist nicht der erste Ausrutscher, der Ihnen (und Ihren vielen Replikanten bei Blog.JJ) unterlaufen ist, ich verzeichne eine wahrnehmbare Steigerung (im Falle ihrer Nichtwahrnehmbarkeit habe ich – anders als offenbar Sie – mit dem Verzeichnen noch so meine Schwierigkeiten) und Schwächen in praktisch allen Hinsichten… (Hier beim Gebrauch des Honorativums in der 3. Person Plural, der pronominalen Anrede von vor allem Fremden und Erwachsenen also, welche in allen grammatikalischen Formen [mit Ausnahme des Reflexivums „sich“] stets großgeschrieben wird, damit „man“ [Sie daher ebenfalls] zwischen direkter Anrede und echten Pluralformen bzw. dritter Person unterscheiden kann.)

      Kann „man“ [ich eingeschlossen] denn Ihre Dresdener Stollensorte erfahren ? Wird sicherlich eine erlesen berauschende Marke sein….

  8. Lieber Herr H.-H. Jenckel

    Wenn für eine Partei gilt, dass sie vollkommen überaltert ist, und mit großer Wahrscheinlichkeit ihre Zukunft in der Lüneburger Kommunalpolitik verspielt, wenn nicht sogar schon verspielt hat, dann gilt das doch wohl für die vergreiste Lüneburger Klappertante SPD.

    Das letzte neu hinzugekommene Parteimitglied, Jens Kiesel, ist 71 Jahre alt. Ulrich Mädge ist im Juni 65 geworden. Er hat sich im letzten Jahr erneut zum Oberbürgermeister wählen lassen und wird 2021 mit 72 Jahren ausscheiden. Heiko Dörbaum ist 70 und hat den Fraktionsvorsitz gerade an Klaus-Dieter Salewski abgegeben. Der ist 62 und wird in sechs Jahren, wenn Mädge aufhört, als Oberbürgermeister nicht mehr wählbar sein — selbst nach der „Lex Nahrstedt“ nicht. Deren Namensgeber Manfred ist 67, wird also beim Ausscheiden aus dem Amt des Landrats 74 Jahre alt sein. Weder für den Fraktionsvorsitz, noch für den Parteivorsitz, noch für das Amt des Oberbürgermeisters oder das des Landrats, weder für das Landtags- noch für das Bundestagsmandat ist „ein Talent“, ein heranwachsender, kluger, ambitionierter und machtbewusster Nachfolger vom überlegenen Format und einnehmenden Charisma einer – sprechen wir es ruhig aus – Julia Verlinden oder eines Michèl Pauly zu entdecken. Die Grünen und die Linken haben jeweils eine politische Höchstbegabung in ihren Reihen. Die SPD keine einzige, schon seit fast zwanzig Jahren nicht mehr. Und bei der CDU sieht es seit dem unehrenhaften Abgang des Problemdoktors, dem wohl kein Potsdamer jemals mehr über einen Lüneburger Zaun wird helfen können, mehr als düster aus.

    Die SPD setzte bei der Kommunalwahl 2011 nahezu komplett auf ihre alte Mannschaft. Neu für die Sozialdemokraten im Rat waren damals von 14 Abgeordneten nur zwei: Klaus-Dieter Salewski (heute 62) und Stefan Minks (heute 49). Die übrigen Mitglieder der Fraktion sind bekannte Gesichter. Minks startete im Jugendhilfeausschuss, Grünflächen- und Fortausschuss sowie im Feuerwehrausschuss und im Begleitausschuss „Soziale Stadt“, Salewski ging in den Wirtschafts- sowie in den Verkehrsausschuss. Alle anderen Sitze in den Fachausschüssen besetzte die SPD mit ihren „erfahrenen“ Genossen.

    Den größten Anteil an Neulingen bot 2011 die grüne Ratsfraktion. Fünf von zwölf Abgeordneten waren zum ersten Mal im Rat: Claudia Schmidt, Sebastian Heilmann, Susanne Puschmann, Katharina Guhl und Björn Adam. Dabei ist der hohe Anteil an Frischlingen im Jahr 2011 bei Bündnis 90/Die Grünen vergleichsweise leicht zu erklären: Die Fraktion hatte bei der Kommunalwahl vier Sitze hinzugewonnen. Die wird sie im nächsten Jahr wahrscheinlich aber wieder verlieren.

    Knapp ein Drittel, drei von zehn nämlich, waren bei der CDU neu: Susanne von Stern, Manuela Vossenberg und Niels Webersinn. Und bei der Linken waren es mit Michèl Pauly 50 Prozent, da die Fraktion bekanntlich aus lediglich zwei Personen besteht. Während Pauly nur im Rat neu war, als Sprecher seiner Partei aber nicht im Politikgeschäft, setzten die Grünen, aber auch die CDU, stark auf ihre in der Ratsarbeit noch unerfahrenen Kollegen.

    Im wichtigen Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung waren die Grünen 2011 die einzige Fraktion, die überhaupt einen Ratsneuling in dieses Gremium schickte: Susanne Puschmann, Architektin und Koordinatorin der Lüneburger Umweltmesse. Im Umweltausschuss, im Wirtschaftsausschuss und im Schulausschuss dagegen waren beinahe die Hälfte aller Mitglieder Neue.

    So sollte das mit 22 Jahren jüngste Ratsmitglied Björn Adam (Grüne) ab 2011 in drei wichtigen Ausschüssen mitarbeiten: Jugendhilfe, Umwelt und Wirtschaft. Björn Adam studierte Wirtschaftsrecht und Nachhaltigkeit, sein Kollege Sebastian Heilmann (27) stand damals im Fach Umweltwissenschaften kurz vor dem Abschluss und leitete in seiner ersten Legislaturperiode als Ratsmitglied direkt seinen ersten Ausschuss: den für Gleichstellung.

    Also, Herr Jenckel, „die Revolte“ mag augeblieben sein, trotzdem sind die Grünen die jüngsten und sie haben Frau Verlinden, bei den Linken strahlt Pauly, Lichtjahre entfernt von den beiden erscheint Niels Webersinn bei der CDU, bei der auch Peter Luths Mitglied ist, dann kommen Milchstraßen toter Materie, dann die beiden Piraten und dann, da wo der Kosmos beginnt sich in sich selbst zurückzukrümmen, da kommt dann vielleicht die modernde SPD, in der selbst Stefan Minks und Friedrich von Mansberg schon mürber Staub und petrifizierter Sand aus den Hemdsärmeln, den Knopflöchern und den Hosenbeinen rieselt und sich Spinnweben über die Häupter legen.

    Sehen Sie für die Zukunft der beiden „Volksparteien“ in Lüneburg nicht auch schwärzer als für – naja – die Themen- oder Klientelparteien? Und ist das nicht ein Anlass zu gewaltiger Sorge? Ob die „eingeführten Politikermarken“ wirklich noch die bitter nötige Orientierung bieten, die man sich in den gerontokratischen Führungsstrukturen aller Ratsparteien (mit Ausnahme der Linken, die eher mit dem Problem der zahlenmäßigen Auszehrung zu kämpfen hat) von ihnen verspricht?

    Ich würde mich über eine kurze Antwort freuen!

    Ihr alter Harold Dörfler

    • Da ich gleich fliege, hier vom Handy eine kurze Antwort: Sie sind im Bilde, und Ihrem Schluss könnte ich folgen, wenn das Alter alleine den Ausschlag gäbe. Zur Politik gehört aber mehr. Auch Mut.
      Was es zu Verlinden, Adam oder Pauly zu sagen gibt, haben Sie gesagt.
      Vielleicht kommen Sie doch mal in eineinhalb Wochen in der Redaktion vorbei, für mich wäre es ein Gewinn 04131/730290. jj@landeszeitung.de
      LG

    • Friederike Luise Danckwardt

      Ich möchte mal auf´s Thema zurückkommen. Herr Dörfler (zwei Posts über mir am 21. November 2015 um 23:35 h) sieht „für die Zukunft der beiden Volksparteien in Lüneburg“ schwarz und vermutet stattdessen, „die Themen- oder Klientelparteien“ seien auf dem Vormarsch. Im Großen und Ganzen schließe ich mich Dörflers nüchterner Diagnose an, vor allem, was den sehr wahrscheinlichen und wahrscheinlich sehr rasanten Abstieg der Sozialdemokraten angeht, habe aber die Hoffnung, dass Grüne und Union sich halten werden, wenn in den nächsten Wochen schnell und entschlossen gehandelt wird. „Zur Politik gehört aber mehr. Auch Mut“, schrieb Herr Jenckel sehr richtig. Bei den Grünen heißt das, Blanck, Bögershausen, Bauer-Ohlberg, Brockmann-Wittich, Gollers, Löb, Rehfeldt und Meihsies rücken ab sofort (Januar oder Februar) in die zweite und die dritte Reihe. Und Adam, Feldhaus, Bauschke, Grunau, Butenschön, Kruse-Runge, Menke, Gaus, Neuhaus, Plener, Puschmann und Schmidt unter der Führung von Staudte und Verlinden erscheinen und handeln in den nächsten zehn Jahren in der ersten Reihe.

      Die Lüneburger CDU aber wird vermutlich nur zu retten sein, wenn die noch amtierende Lüneburger Kreisrätin Monika Scherf sehr schnell davon überzeugt werden kann, der Partei sofort beizutreten, nach der Kommunalwahl den Fraktionsvorsitz im Stadtrat zu übernehmen und sich gezielt auf die Nachfolge von Ulrich Mädge als erste Oberbürgermeisterin Lüneburgs vorzubereiten. Sie wird 2021 erst 57 Jahre alt sein und besitzt die Fachkompetenzen, die natürliche Autorität und die gewinnende Zuversicht, dass jeder Lüneburger ihr zwei für unsere Stadt fruchtbare und Erfolg bringende Amtsperioden bis 2035 zutraut. Als ein würdiger und tatkräftiger Nachfolger von Eckhard Pols als Kandidat für den Bundestag bei den Wahlen im Jahre 2017 wäre der MIT-Vorsitzende Peter Luths sicher die erste Wahl.

      • Wow, Friederike Luise Danckwardt! Das ist ja mal ein ganz klarer Fahrplan. Nur schade, dass Sie die genauen Uhrzeiten nicht neben die einzelnen Maßnahmen geschrieben haben.

  9. Die Meihsieswende kommt

    Bekanntlich* gab „der bekannte Zukunftsforscher Prof. Dr. Horst Opaschowski“ schon am 7. Oktober 2014 „den Zuhörern im Leuphana Gesundheitsforum 2014 seine Prognosen bis zum Jahr 2035 mit auf den Weg“.

    Haben wir, Doris Vossler, Jessi, Arne und Flori, den lieben Opa Schowski damals richtig verstanden? Heißt das für die Lüneburger Lokalpolitik ungefähr: Wenn die derzeitige siebenjährige Amtszeit von Ulrich Mädge im Herbst 2021 ausläuft und die in jenem September „synchron“ (besser wohl: gleichzeitig) stattfindenden Kommunal- und OB-Wahlen heranrücken, kann Andreas Meihsies (dann erst 61 Lenze zählend) ja auf dem gewiss vorausgehenden Nominierungsparteitag am Mittwoch, den 17. Februar 2021 vor der bündnisgrünen Parteibasis gleich zu Beginn einmal ganz deutlich machen, dass nicht er sich um die Kandidatur als Nachfolger beworben habe, sondern dass die Stadratsfraktion, der Kreisverband und der Ortsvorstand – alle mit zehn von zwölf Stimmen – die Kandidatur an ihn herangetragen hätten. Und er könnte hinzufügen, er stehe für einen professionellen Wahlkampf, in dem er – das gehöre zu seinen Stärken – „Klartext“ reden werde. „Ich traue mir zu, den 72jährigen Amtsinhaber mit epischsupermegafrischen grünen Ideen herauszufordern“, könnte Meihsies dann etwa sagen und aufzählen, dass er endlich einmal ein bisher so bitter vermisstes tolerantes, offenes und soziales Rathaus schaffen wolle, und außerdem könnte er versprechen, ganz bestimmt und echt und öährlich „ein Bürgermeister für alle und kein Politik-Apparatschik mit Befehl und Gehorsam zu werden“. Mehr Verantwortung für die Dezernenten durch flachere Hierarchien, eine stärkere Beteiligungskultur durch Einbeziehung der Umweltverbände und eine bessere Einbindung des Stadtrats in die Interessen der Stadt – das könnten 2021 die drei Schwerpunktthemen sein, die Meihsies besonders hervorheben wird. Und er könnte seinen Parteifreunden erklären: „Ich biete Euch meine Professionalität und meine spitze Zunge an.“

    Und wenn im Februar 2021 dann sowohl Professionalitäts- als auch Scharfzüngigkeitsbeteuerungen ihres derzeitigen Spitzen-Grünen bei der Mehrheit der anwesenden Ortsverbandsmitglieder richtig extrabesondergut angekommen sein werden, dann wird vielleicht nicht am nächsten Tag in der Zeitung zu lesen sein:

    »Claudia Schmidt heißt die Kandidatin der Lüneburger Grünen für die Oberbürgermeister-Wahl am 25. Mai dieses Jahres. Mit 33 zu 25 Stimmen bei einer Enthaltung erzielte sie bereits im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit der insgesamt 59 anwesenden Wahlberechtigten und setzte sich damit gegen den ebenfalls angetretenen Andreas Meihsies durch. „Ich habe mir auch schon Gedanken gemacht, wie man den Wahlkampf organisieren kann“, sagte sie nach ihrer Nominierung am Abend.

    Andreas Meihsies, der die Parteibasis mit seinen Vorstellungen einer grünen Oberbürgermeister-Politik offenbar nicht überzeugen konnte, zeigte sich enttäuscht, vermied es aber, eine Bewertung des Ergebnisses abzugeben. „Meine Freundin, die mir für heute Abend den Daumen gedrückt hat, wird sich freuen, mit mir im Mai in den Urlaub nach Griechenland fahren zu können“, sagte Meihsies, der nicht nur Bürgermeister der Hansestadt, sondern auch Vorsitzender der Fraktion der Grünen im Rat der Stadt ist.«
    (Wie hier: http://lgheute.de/hansestadt-lueneburg/menu-hansestadt-politik-und-verwaltung/4798-schmidt-setzt-sich-gegen-meihsies-durch.html)

    * ( Vgl.: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/luneburg/193643-die-wohlstandswende-kommt)

    • Die Meihsieswende kommt
      soll das jetzt als drohung aufgefasst werden? ich bin trotz,oder vielleicht auch gerade wegen ihrer länge ihres beitrages, nicht ganz so sicher.

  10. Karlheinz Fahrenwaldt

    Lieber „Die Meihsieswende kommt“,
    solange im grünen Gehege des Stadratsparlaments der scheue Meihsies ein Nest gebaut hat, ist laut Niedersächsischer Bauordnung ein Umbau des Ortsverbands im Grünen nicht erlaubt! 😉

    • Lieber Karlheinz Fahrenwaldt

      das war jetzt aber mal ein gelungenes Späßegen! (Kein Witz! Echt nicht, jetzt.) Wir danken recht schön. Können Sie uns vielleicht verraten, warum der vielerwähnte Steuermann Andreas sich hier nicht endlich einmal einschaltet und die im Hinblick auf seine von ihm erhoffte Wiederwahl aus dem Ruder (des Image-Managements) laufenden Verhältnisse mit zarter, aber entschieden zupackender Hand zurechtrückt?

      Übrigens: „Wir“ heißen nicht „Die Meihsieswende kommt“! Das stand zwar in der Namensrubrik, wie sie die LZ-Redaktion zur Verfügung gestellt hat, aber es ist erlaubt (!!!), Herr Fahrenwaldt, auch anderes (z. B. kleine neckische Überschrifteleien) hineinzusetzen.

      „Wir“ heißen, wie Sie gleich zu Beginn unseres zweiten Absatzes hätten erfassen können, Doris, Jessi, Arne und Flori. Heute sind sogar noch Luisa, Magda und Edgar dabei.

      Genauigkeit hilft, Herr Fahrenwaldt.

      Beim Antworten und beim Lesen auch.

      MlG, Doris Vossler

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Liebe „Lieber Karlheinz Fahrenwaldt“,
        ach, es ist erlaubt, in die offizielle Namenszeile jeden Blödsinn zu schreiben????? Das hätte ich ja nun nicht gedacht!!!!!
        Es freut mich, dass Sie auch außerhalb des Kellers Spaß haben können (oder haben Sie Ihren PC im Keller?). Oder lag es an dem Smiley???

  11. Der mit dem Wolf tanzt

    eine offizielle beschwerde: anonym ist anonym, oder wir lassen es ganz. wieso wird auf politiker rücksicht genommen, wenn diese es nicht für nötig erachten, auf ihr fußvolk rücksicht zu nehmen? ist der drollige alte klaus bruns wenigstens immer echt?

  12. Peter, der Bolzen
    sie sind fast auf dem richtigen weg. lou hatte eine geliebte, das war nicht der beschiss, sondern seiner frau gegenüber nicht nett. er hat einer sehr hübschen jungen frau, die beim ihm raten durfte, die antworten vorher verraten. deswegen konnte sie auch so schnell auf die pauke hauen. ist wie hier im forum.

  13. Ischa ´n Klacks för ´n Lönnborger Jung

    Den Herren Fahrenwaldt und Meihsies stellvertretend für ihresgleichen:

    »Die Satire ist eine Art Spiegel, in welchem die Betrachter im Allgemeinen jedermanns Gesicht erkennen, nur ihr eigenes nicht; das ist der Hauptgrund, weshalb sie in der Welt eine so gute Aufnahme findet und weshalb so sehr Wenige an ihr Anstoß nehmen. Wenn es aber andersherum gehn sollte, so ist auch da die Gefahr nicht groß, und lange Erfahrung hat mich gelehrt, niemals Unheil von einem Verstand zu fürchten, den ich habe reizen können; denn wenn Zorn und Raserei auch die Sehnen des Körpers kräftigen, so zeigt sich doch, dass sie den Geist schwächen und all seine Anstrengungen matt und hilflos machen.

    Es gibt Gehirne, die nur ein einziges Abschäumen gestatten; mögen ihre Besitzer ihre Ernte sorgfältig verwahren und mit ihrem kleinen Vorrat sparsam haushalten; vor allen Dingen aber mögen sie sich hüten, diesen dem Regiment angemaßter Überlegenheit zu unterstellen, denn dann wird ihnen das Ganze in Unverschämtheiten aufsprudeln, und sie werden für das Verbrauchte keinen neuen Ausgleich finden. Gescheitheiten ohne Kenntnisse sind eine Art Rahm, der über Nacht nach oben steigt und sich von geschickter Hand gar schnell zu Sahne schlagen lässt; ist er aber einmal abgeschöpft, so wird, was darunter zu Tage tritt, für nichts mehr taugen, als dass man es den Schweinen vorwirft.«

    (Jonathan Swift: Die Bücherschlacht. 1703. Zitiert nach: Schneebeli, R. (Hg.): Jonathan Swift – Satiren und Streitschriften. Ausw., Übers. aus dem Engl. und mit einem Nachwort vers. von Robert Schneebeli. Zürich 1993. S. 9 )

    Freundlich überreicht durch Kevin Manuel Schnell (29)

    • Karlheinz Fahrenwaldt

      Lieber „Ischa ´n Klacks för ´n Lönnborger Jung“,
      was sagt nun Wiki zur Satire: „… eine Spottdichtung, die Zustände oder Missstände in sprachlich überspitzter und verspottender Form thematisiert.“ Und was sagt Duden: „Kunstgattung (Literatur, Karikatur, Film), die durch Übertreibung, Ironie und [beißenden] Spott an Personen, Ereignissen Kritik übt, sie der Lächerlichkeit preisgibt, Zustände anprangert, mit scharfem Witz geißelt.“ Ich glaube es war Kurt Tucholsky, der den Satz sagte: „Wer in Deutschland Satire macht, muss die Anführungszeichen mitsprechen.“ (oder war das Wolfgang Neuss?). Schreiben sowieso.
      An Kevin Manuel Schnell (oder Chantalle Eliese Hurtig?): Ich bin kein Lüneburger Junge sondern ein geborener (kein gebürtiger!) Hamborger Jung mit Tüddelband und Rassel-Dassel!

      • Achtung, Herr Fahrenwaldt

        Wer auf dem Trockenen sitzt, kann keine Wellen schlagen.

        Aus der Aphoristikerselbsthilfegruppe: Tibor Rácskai

        • Karlheinz Fahrenwaldt

          Lieber Achtung, Herr Fahrenwaldt,

          warum sollte ich Wellen schlagen? Die haben mir doch nichts getan!
          Außerdem verabscheue ich Gewalt jeder Art.

  14. Herr Jenckel
    es liegt am alter, ganz bestimmt. die tupamaros sind auch in die jahre gekommen. und mit zunehmendem alter, wird bei den meisten die haut dünner. http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/258224-gesucht-jung-und-weiblich
    die gefahr hält sich also in grenzen. dieses muss sich bei den alten erst herumsprechen. dazu kommt die gebissfrage. sind es noch die eigenen, oder lässt man nur noch beißen? seilschaften sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. die vorgeschalteten telefonkonferenzen , um zu manipulieren, funktionieren auch immer schlechter.

    • Karlheinz Fahrenwaldt

      Lieber Klaus,
      ich glaube nicht, dass der Bürgermeister Meihsies ein Hautproblem hat – es ist meines Erachtens mehr ein Versorgungsproblem. „Erst kommt das Fressen – und dann kommt die Moral“. Er bastelt an seiner Versorgung vom Postboten zum OBER(bürgermeister)!
      LG Karlheinz

      P.S. Mit der Einschätzung Herrn Jenckels über die Wahlwirksamkeit dieses Blogs gehe ich nicht konform: Etwa 80 Kommentare beim Blog „Lieber für Demokratie …) kommen aus deiner Feder, rund 80 vom Bundeskasper und Co und rund 80 von Leuphana-Combo und Anhang. Den Rest teilen sich dann die „Übriggebliebenen“. Also rund 15 Personen. Das macht dann etwa 18 Wahlberechtigte, die in ihrer Entscheidung jedoch i.d.R. schon festgelegt sind. Es kommen vielleich noch die gleiche Menge „Schweigende Mehrheit“ hinzu. Wenn wir einen Infotisch in der Bäckerstraße haben kommen rund 10 Mitglieder und haben Gespräche mit je rund 10 Passanten: also ist die Aussenwirkung des guten alten Büchertisches nicht gering zu achten, da er ja auch noch eine Doppelfunktion hat: Wirkung nach Innen, zu den Mitgliedern, UND Außen, zu den Passanten.

      • Karlheinz, reklame in eigener sache, war schon immer nie verkehrt. ob bei jenckel, oder bei dir, ich verstehe sie. es geht hier aber nicht um die teilnehmer , die hier ihre ergüsse unter das volk bringen, sondern darum, wer sich dieses alles antut? und da bin ich , wie du auch ,von informationen abhängig. und wer gibt sie? ein unabhängiger? es heißt doch immer: im zweifel für den angeklagten.

      • mein lieber Karlheinz, um so älter mein hund wird, um so hungriger wird er, die haut verhält sich dementsprechend. ich musste ihn auf diät setzen. der wähler macht sowas auch. was meinst du, wer davor alles angst hat? grün ist die heide, aber rot sind die rosen…

      • mein lieber Karlheinz, ich glaube, wir müssen uns noch mal zusammensetzen. du hast dich glatt bei der aufzählung vergessen, oder bewusst nicht erwähnt?oder fühlst du dich als übriggeblieben? lz-online ist kostenlos, wer kann sich noch so einen luxus leisten? die schweigende mehrheit wird gerade von der ihk in anspruch genommen. die kann sich nicht auch noch auf lz-online konzentrieren, oder doch?die info-tische und die plakate sind ein witz. wer sich nicht mit ihnen indentifiziert, macht einen großen bogen darum. die zukunft ist ,,leider ,, der computer.

  15. Friedel Danckwardt
    ich liebe kosenamen. deswegen habe ich diese anrede ausgewählt.
    ihre ansprache richtung jenckel hat mir sehr gut gefallen. ihre betrachtungsweise ebenfalls. parteien soll und muss man aus der distanz betrachten, sonst gehört man schnell zu einem verein dazu. und ohne waffengleichheit funktioniert auch keine politik. Zitat:Dieser Unterschied bedingt die Verschiedenheit von Gewinnen und Verlieren«. wie sie bei der leuphana-combo gesehen haben, wird sich mehr auf die gleichheit konzentriert und nicht auf die unterschiede. und dieses ist sehr bedauerlich.

    • Friedel Danckwardt

      Bravo, lieber Klaus Bruns,

      mir, wie den meisten selbst denkenden Reppenstedtern, zu denen – nach eigener Auskunft – ja auch Sie gehören, die sich nicht aus Gründen des beruflichen Fortkommens zum Phrasendreschen genötigt sehen oder aufgrund von mentalen Defiziten dazu genötigt sind, geht der rhetorische Automatismus, man könne doch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, schon lange auf die Nerven. Man kann nicht nur. Was, bitte schön, sollte man denn überhaupt vergleichen, wenn nicht Unterschiedliches?

      Das alles ist zu bedenken, wenn man Herrn Karlheinz Fahrenwaldt gedanklich folgen will. Er hätte sich gewünscht, sagte der Mann OHNE Abitur, aber mit ZWEI Diplomen, „dass nicht Äpfel, Birnen und Mandarinen verglichen werden“. Indem er das über die unterschiedlichen Personen (Eigentümer, Investoren, Bauunternehmer, Makler, usw.) sagte, die für die Mietpreisentwicklung in Lüneburg ohne jede Verantwortung sind, oder über Gewaltherrscher „in Ländern rund ums Mittelmeer“, die für die Ausplünderung und Unterdrückung ihrer Bevölkerungen ohne jede Verantwortung sind, verglich Herr Fahrenwaldt dabei seinerseits Obst mit Mietpreistreibern oder Massenmördern. Worin ich ihn aber gerne und zwar gegen sich selbst unterstützen möchte.

      Comparaison n’est pas raison, lautet ein französisches Sprichwort, Vergleiche hinken. Andererseits: Wenn sie alle hinken, müssen sie vorher verglichen worden sein. Insofern gilt auch das Gegenteil, nämlich „Gut, dass wir verglichen haben“, und drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht Vergleichbares findet, es gilt Gleich und Gleich, also zuvor Verglichenes, gesellt sich gern, und selbst die Taube auf dem Dach muss mit dem Spatz in der Hand irgendwie verglichen worden sein, bevor man sich gegen sie und für ihn entscheidet.

      In der klassischen, auf Aristoteles zurückgehenden Logik erfolgt eine Definition durch Angabe der nächsthöheren Gattung und einer spezifischen Differenz: „definitio fi(a)t per genus proximum et differentiam specificam“. Wenn Sie Äpfel und Birnen miteinander vergleichen wollen, bietet sich der Gattungsbegriff Kernobst an, wenn Sie sie unterscheiden möchten, das spezifische (oder artbildende) Begriffsmerkmal des Geschmacks. Dasselbe gilt für Fahrenwaldt und Bundeskasper. Wenn Sie die beiden miteinander vergleichen wollen, bietet sich der Gattungsbegriff intolerante Borniertheit an, wenn Sie sie unterscheiden möchten, das spezifische (oder artbildende) Begriffsmerkmal der besonderen (angeblich „politisch“ gefärbten) Voreingenommenheiten.

      Unterschiedliche Fälle von demselben etwa lassen sich ganz gut vergleichen: So verschieden und doch beides Obst. Der Mann, der die Frauen liebte, verglich in François Truffauts gleichnamigem Film einst sogar kleine Äpfel mit großen Stängeln, womit er wiederum Frauen oder genauer: Aspekte von Frauen meinte, Pflanzliches also zunächst in sich und dann mit anderen Früchten vergleichend, die zunächst auf dem Dach, dann jedoch zu allerdings ungleichen Gesellungszwecken unewiger Bindung in der Hand liegen. Möchte Karlheinz Fahrenwaldt dagegen allen Ernstes einwenden, man könne doch nicht Kleines und Großes, Fernes und Nahes, Rundes und Spitzes vergleichen?

      Zugegeben, man kann natürlich auch nur Äpfel mit Äpfeln vergleichen wollen, oder Frauen nur mit Frauen, kleine Stangen nur mit kleinen Stangen oder den Makler Fahrenwaldt nur mit sich selber. Aber wäre man damit schon auf der sicheren Seite? Wäre man nicht. Denn es würde dann ja bestimmt einer kommen und sagen: „Man kann doch nicht Boskop mit Jonagold vergleichen.“ Und was Herrn Fahrenwaldt angeht, so weiß er doch am besten, dass er so unvergleichlich ist, dass man ihn nicht einmal mit sich selbst vergleichen kann.

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Lieber Friedel Danckwardt,
        „Kein Mensch ist illegal“, „Jeder Mensch ist ein Unikat“, „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“, „Behandle jeden Menschen so, wie du von Anderen behandelt werden möchtest“, „Gewalt schafft keine Lösungen sondern nur weitere Probleme, egal in welchem Bereich“, ich glaube an die Kraft der Argumente.

        • Friedel Danckwardt

          Glaube ist eine feine Sache, Herr Fahrenwaldt, solange man ihn pflegt, ohne andere damit zu behelligen. Und „die Argumente“? Da sind Sie wieder im Gleichschritt mit Bundeskasper. Der meint auch, bei den von seinen Glaubensbrüdern herumgebotenen Losungsworten handele es sich um Argumente. Ich möchte Ihnen noch ein weiteres Geheimnis verraten, Herr Fahrenwaldt: Argumente gibt es nicht. Es gibt nur Argumentationen. Nur beim Argumentieren, also im Vollzug des sachnahen und genauen Begründens vom Infragestehenden kann überzeugt werden ohne den abstoßenden Versuch, durch das Aufsagen von Imponierfloskeln und Glaubensdekreten zu überrumpeln. Jene erste Hürde, und sei sie noch so niedrig, verweigert Ihr Rotfuchs (*tätschel, tätschel*) aber leider genau wie Bundeskaspers Brauner jedesmal, während Letzteres, das laute Absingen von nichtssagenden Gewissheiten und Gemeinplätzen beim Einbiegen auf den peergroupumstandenen Paradierboulevard mit Tschingderassa und großem Blech für einen alten Parteisoldaten und routinierten Diener vieler verschiedener Herren eine ebenso leichte Übung ist wie für den laptopbewehrten Nachbeter von ihm einleuchtenden Zeitungsschlagzeilen, der sich auf dem heimischen Fernsehsofa in die Rolle des gottgewählten Weltenretters hineinskandiert.

          Kevin erinnerte uns neulich und also auch Sie, Herr Fahrenwaldt: »Herr Klaus Bruns hat weiter unten davon gesprochen, ein(e) Lüneburger Ratspolitiker(in) verschwinde sehr schnell hinter dem hohlen Dosenmüll des Parteijargons, so dass er (sie) alsbald mit diesem gigantischen Müllberg verwachse und gar nicht mehr von ihm unterschieden werden könne.«

          http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/281442-fuer-parteirevolten-beraet-sie-gerne-lueneburgs-chef-gruener-meihsies#comment-59708

          Und Petra hat an Peter geschrieben:

          »Helmut Schmidt lehnte es ab, das Problem des Handlungszwangs bei beschränktem Wissen auf der Basis eines nicht verifizierten Zitats zu erörtern. Alles „kommt auf den Zusammenhang an, aus dem dieses Zitat herausgenommen ist“. Als solches sei das „Zitat offen für jedwede Interpretation“. Auch Interpretieren sei Argumentieren und sei folglich Handeln, zumal wenn die Interpretation aufgeschrieben und veröffentlicht wird. Als Positivist erwies Schmidt sich in dieser Situation, als kritischer Rationalist, indem er den weisen Spruch wie einen Verfassungssatz behandelte. Der Text kann alles bedeuten. Auf die Stelle, auf den Kontext kommt es an.«

          http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/281442-fuer-parteirevolten-beraet-sie-gerne-lueneburgs-chef-gruener-meihsies#comment-59694

          • Karlheinz Fahrenwaldt

            Lieber Friedel Dankwardt,
            Sie sagen, Argumente gibt es nicht. Wiki sagt: „Ein Argument (lateinisch argumentum, eigentlich Veranschaulichung, Darstellung; im übertragenen Sinn Beweismittel, Beweisgrund) ist eine Aussage, die zur Begründung einer anderen Aussage gebraucht wird (Argumentation).“ Und Duden sagt: „Rechtfertigungsgrund, [stichhaltiger, plausibler] Beweisgrund, Punkt einer Beweisführung“.
            Und für Kevin und Petras Kommentare kann ich nichts und von Bundeskasper habe ich noch nichts gelesen. Ansonsten sind Ihre Ausführungen von literarischer Qualität.

          • Lieber Karlheinz Fahrenwaldt, auf der Hochzeitsfeier eines Freundes setzte sich der adoleszente Sohn einer Großtante nach einem kleinen Ausflug zurück auf seinen Platz und damit auf die dort abgelegte Handtasche seiner Mutter. Es begann ein unerhörtes Gezeter, dem der Junge entgegnete: »Es ist doch nur die Handtasche.« »Aber du weißt doch«, empörte sich die Mutter, »daß ich immer zwei rohe Eier in der Handtasche habe.«
            Kein Verwandter konnte erklären, was dies bedeuten mochte. Ich vermute, daß es die Eier gar nicht gibt, daß es sich um eine erzieherische Behelfsmäre handelt. Wahrscheinlich versuchte die verzweifelte Mutter lange Jahre, ihren damals noch kleinen Jungen davon abzuhalten, sich immer wieder auf die Handtasche zu setzen. Das einfache Verbot, die simple Erklärung halfen nicht. »Laß das, du machst die Lippenstifte Deiner Mutter kaputt, quetschst Handcreme in das Futter!« Aber er hörte nicht, sondern hüpfte noch aufmüpfig auf und nieder! So wechselte sie zur Drohung: »Gefährde nicht deine Schokoladenriegel, die ich für dich in der Tasche aufbewahre!« Doch Süßes lockte das Balg nur noch mehr zu Mutters Beutel. Erst die »rohen Eier« brachten die Erlösung – bis zum Rückfall auf der Hochzeitsfeier. Nur so erklärt sich die Aufregung der Mutter und die ganze Empörung in jenem Satz, der so ein behagliches Gefühl verursacht, wenn man ihn langsam auf dem Stirnlappen zergehen läßt: »Aber du weißt doch, daß ich immer zwei rohe Eier in der Handtasche habe.«

  16. Paulina von Essen

    Lieber Herr Hans-Herbert Jenckel,

    vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Sehr bambus Eure ganze Redaktion.

    zu 1: Ich geh kurz durch Ihre drei Punkte: Dass oben rechts auf der LZ-Hompage unter dem Reiter „Populär“ nur Blog.JJ-Threads stehen, ist mir auch schon aufgefallen. Kein Wunder. Ist ja das einzige Forum in Lüneburg und Umgebung, das von Schülern, Studierenden und Dozenten und andern Normalos voll gethreestart wird.

    Nur 2.000-3.000 Seitenaufrufe? Ich hätte mit dem Fünffachen gerechnet. Aber der Blog ist jung und wird mit zunehmender Beschleunigung weiter expandieren. Bei der Länge und der Qualität der Beiträge und Kommentare wird die „Verweildauer“ bei vielen Usern und Lesern bestimmt 30 Minuten pro Visit und mehr betragen.

    zu 2: Ich finde es schade, dass Herr Meihsies und andere Lokalpolitiker nicht viel häufiger bei Ihnen im Blog sichtbar werden. Man muss kein Smombie sein, um zu begreifen, dass hier ein großer Teil der lokalpolitisch interessierten Community herumspaziert. Trolle, Tinderellas und Tupamaros skylern vielleicht ein büschen, gehören aber einfach dazu und erstens kann man sie jederzeit ignorieren (dann vereisen sie in ihrer Ego-Hölle) und zweitens kann man beim Klingenkreuzen mit ihnen die eigenen Reflexe (und Argumente) testen. Bereitschaft zu „ständigem Online-Dialog“ halte ich für eine übertriebene Erwartung an Politiker, aber hier gebe ich Ihnen assolutamente Recht: „Nichts ist im Netz schlimmer, als stumm zu bleiben, wenn man ernsthaft angesprochen wird.“ Vor allem dann, wenn man A gesagt hat. Sonst heißt´s sofort: „Keine Zähne im Maul, aber La Paloma pfeifen …“

    zu 3: Bei Lüneburgs Rats- und Kreistagspolitikern ist die (gar nicht mehr) neue „Medienwelt“ noch ein weißer Fleck auf dem Flatscreen. Mag sein. Aber, es gibt Ausnahmen. Um nur die älteren unter ihnen zu nennen: Jens Kiesel, Jens-Peter Schultz, Klaus-Peter Dehde, Ulrich Löb, Regina Baumgarten, Karlheinz Fahrenwaldt, Heiko Dörbaum und Niels Webersinn haben sich hier im Forum schon zu Wort gemeldet. Sie sollten es einfach öfter tun, denn es ist, glaube ich, genau, wie Sie schreiben: Nur der Dialog in Blogs führt zu neuen Wählern und – wenn man die unter Zwanzigjährigen als „Schicht“ ansehen will – zu neuen Wählerschichten. Ich bin auch der Meinung, dass die Verlinkung von Bürgerversammlungs- und Bürgersprechstundenthemen mit zentralen Online-Formaten wie dem Blog.JJ erheblich zur Nachvollziehbarkeit, Vertiefung und Verankerung von „Botschaften“ und Begründungsweisen beitragen kann. Dieses Zusammenspiel von Offline und Online durch Querverweise, Nachträge, Ankündigungen und differenzierende Erläuterungen im direkten Austausch funktioniert in der Lokalpolitik genauso wie im Lokaljournalismus. Sie schalten inzwischen ja auch Hyperlinks zu Hintergrundartikeln bei LZ-Online, zu älteren Blog-Beiträgen mit ähnlichem Thema und verweisen (und aktualisieren diese Verweise immer wieder) auf kommende oder bevorstehende Artikel in Ihrer Print-Ausgabe oder auf Vorträge von und Gesprächsrunden mit Ihren Redakteuren und Mitarbeitern.

    Ja, Ihre Blog.JJ ist für Lüneburger Politiker „der 365-Tage-Wahlstand“ und „das 365-Tage-Kommunikationsforum“. In beiden Funktionen hat Blog.JJ „vermutlich hundertmal mehr nachhaltigen Nutzwert für Lokalpolitiker bzw. für Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Lünburg und für Lüneburger Bürger in Stadt und Kreis als jeder sonnabendliche Palaver-Stand in der Bäckerstraße — oder sonstwo“.

    Mit liebem Gruß

    PvE

  17. lieber herr jenckel , ist es ihnen bei uns nicht kalt genug? die politik ist es doch.
    Entfernung Groenland → Deutschland
    Luftlinie: 3.437,87 km

  18. um die wichtigkeit der worte von herrn jenckel mal zu relativieren. solange etwas nichts kostet, wird es benutzt, aber sagt nichts aus. dieser blog ist nett. wie nett ist er noch, wenn man dafür bezahlen muss? und dann das ganze noch anonym? wie wichtig sind denn anonyme äußerungen?

    • Oh Gott, Bruns. Wie oft denn noch? Wenn Sie unbedingt bezahlen und partout die Blog-Anonymität abschaffen möchten, richtet Chefredakteur Jenckel Ihnen sicher zu einem günstigen Mietzins einen kleinen Online-Käfig ein, in dem Sie den ganzen Tag an den Stangen entlang turnen und probieren können, bis zum Beginn der Hamburger Sommerspiele im Jahr 2024 einen weiteren Besucher zum Mitmachen zu überzeugen.

      • Helmut Müller, warum haben sie auf meine fragen nicht geantwortet? wer fordert was? über schiss haben wir hier doch schon gesprochen. nochmal, wie wichtig ist eine anonyme äußerung? was kann sie bewirken? wird sie ernst genommen? usw. ich wette, es wird nur eine frage der zeit sein, dass es foren gibt, die ohne anonymität auskommen . oder haben wir die nicht schon? ob politiker sich wohl fragen, wie sinnvoll ein anonymes forum für sie ist? wie sinnvoll es ist ,da mitzumachen?

      • Herr Müller, ihre anrede ist zwar nett, aber ich bin nicht gott. da sie ihn ins gespräch gebracht haben, wer von den kommunalpolitikern in lüneburg, kommt dem göttlichen wesen am nächsten? wie sieht ihre befürchtung in dieser hinsicht für die zukunft aus?

        • Hallo Herr Bruns,

          der Beitrag oben über Sie als Klarnamenaffe im eigenen Online-Mietkäfig stammt nicht von mir. Da hat sich bestimmt der Bescheidenheitsprotz Fahrenwaldt wieder einen seiner verkniffenen Späßchen gegönnt. Dennoch: Auch ich bin der Ansicht, Sie sollten endlich damit aufhören, ständig den Blog, so wie er ist und offensichtlich doch sehr gut funktioniert, mit Ihrem Gemecker über Anonymität und Gebührenfreiheit zu torpedieren. Es gibt auf der ganzen Welt KEIN EINZIGES öffentliches Forum, das nach Ihren kontrollwütigen Transparenzvorstellungen arbeitet und vom Publikum angenommen und daher erfolgreich wäre, also eine Zukunft hätte. Möchten Sie wirklich ganz alleine an die LZ zahlen und mit Herrn Jenckel bloggen? Darauf würde es nämlich hinauslaufen.

          • Hallo Herr Müller
            kontrollwütigen Transparenzvorstellungen?
            wie sieht es bei facebook aus? wie bei twitter? Was heißt transparenz? politiker geben ihre nebeneinkünfte angeblich auch transparenz zum besten. es würde doch der eigene name , den man nicht ständig wechseln kann schon reichen, um den ,,unfug,, des chamäleon`s zu begrenzen. oder finden sie diesen unfug, der getrieben wird, bei einer diskussion hilfreich?

          • Tja, Herr Bruns, „wie sieht es bei facebook aus? wie bei twitter?“ Zahlt da jemand (mit Geld)? Kontrolliert da jemand, ob Fahrenwaldt unter Breihold, Bundeskasper oder Müller postet? Abgesehen davon, dass es der User dort mit dem Meinungs-Chaos der Welt in hundertmillionenfacher Potenz zu tun hat und es sich nicht um Blogs, sondern um – wenn Sie so wollen – miteinander vernetzte oder vernetzbare Blog-Milchstraßen oder Blog-Universen handelt, können Sie Ihren Namen sekündlich wechseln. Ob ich das „hilfreich“ finde, kann nicht die Frage sein. So geht das eben. Das sind Tatsachen. Man kann das akzeptieren, oder man geht hinters Haus und hackt Holz oder räumt die Garage auf. Doch man macht sich einfach nur lächerlich, wenn man – wie Sie – mitmacht und zugleich alle naselang schreit, man hätte es aber gerne alles ganz anders.

    • Warum publizieren Blog-Kommentatoren unter mehreren Namen? Während Charlotte Brontë im 19. Jahrhundert das männliche Pseudonym Currer Bell wählte, um als Autorin ernst genommen zu werden, wünschte sich Hans Bötticher alias Joachim Ringelnatz einfach einen originelleren Namen. Der Noch-nicht-Abiturient Karlheinz Fahrenwaldt der bereits als Verfasser zahlreicher Hamburger Diplomarbeiten erfolgreich war, veröffentlichte im Jahr 2012 seinen ersten Lüneburg-Roman „Die Zauberzunge“ unter dem Pseudonym Lea Singer. „Ich hatte großen Respekt vor der belletristischen Arbeit und keinen Dunst, ob ich dem Anspruch, auch meinem Anspruch, genügen konnte“, sagt er. Daher wollte er zunächst „als Person im Verborgenen bleiben“ und einfach nur nach seiner Arbeit beurteilt werden.
      „Eigentlich für einen Anfänger eine dreiste Bedingung“, stellt er rückblickend fest. Dass sich der Verlag der Landeszeitung sofort darauf einließ und eine frei erfundene Biografie im Print druckte, wäre seiner Meinung nach heute kaum mehr möglich. Inzwischen bedauert Karlheinz Fahrenwaldt, dass er bereits beim zweiten LZ-Kommentar auf das Drängen von Klaus Bruns seine Identität preisgegeben hat: „Die Unvoreingenommenheit, die ich ersehnte, ist nicht mehr zurückzuerobern.“

      Weitere Gründe für ein Pseudonym

      1.) Angst vor Verfolgung
      Autoren in totalitären LZ-Blogs müssen bei regimekritischen Texten zum Beispiel mit Gefängnis, Arbeitslager oder Folter rechnen. Wer Enthüllungsknaller wie „Die Hamburger Schausteller-Sozis und die Lüneburger Weihnachtsmarktmafia“ oder „Das geheime Zusammenleben von Stiftungsrat und Leuphana-Präsidium“ veröffentlicht, muss um ein sorgenfreies Leben fürchten. Wer Geheimnisverrat begeht, also beispielsweise vertrauliche Firmeninterna aus Lüneburger Maklerkreisen preisgibt, kann sich von seinem Job und seiner Rente verabschieden und sich gegebenenfalls mit einer Klage und Geld- oder Haftstrafe konfrontiert sehen. Bei solchen Risiken liegt es geradezu auf der Hand, nicht unter dem bürgerlichen Namen aufzutreten.

      2.) Geschlechterdominanz im Genre
      Manche Blog.JJ-Genres sind männerdominiert (zum Beispiel Krimi/Thriller, Horror, Fantasy), andere sind frauendominiert (zum Beispiel Liebesromane, historische Romane). Wer dem jeweils anderen Geschlecht angehört, greift daher oft zu einem Pseudonym, um die Marktchancen seiner Werke zu verbessern. In den englischsprachigen LZ-Blogs werden auch sehr gern lediglich die Initialen der Vornamen verwendet, sodass das Geschlecht des Kommentators nicht erkennbar ist (zum Beispiel T. S. Eliot, J. K. Rowling, CJ Lyons).

      3.) Setting
      Handelt der Kommentar von einem exotischen Land, bietet sich ein dazu passend klingender Name als Pseudonym an.

      4.) Lesbarkeit und Wiedererkennungseffekt
      Kommentatoren, die einen sehr langen Namen tragen oder deren Name schwierig zu buchstabieren oder auszusprechen ist, wählen häufig ein leichter lesbares Pseudonym, das sich die LZ-Leser zudem besser merken können.

      5.) Internationalität
      Wer eine internationale Kommentatoren-Karriere anstrebt und beispielsweise auf den riesigen US-amerikanischen Blogmarkt schielt, könnte von Beginn an einen Namen wählen, der international gut lesbar ist und sich leicht aussprechen lässt. Das gilt vor allem dann, wenn im Namen Sonderzeichen enthalten sind, die auf einer amerikanischen Tastatur nicht vorkommen, wie es beispielsweise bei Klaus Brunß Namen lange der Fall war. Natürlich gibt es, wie bei allen anderen Punkten auch, international erfolgreiche Gegenbeispiele, etwa Jo Nesbø, dessen Name aber immer noch kurz und markant ist und sich leicht aussprechen lässt.

      6.) Interessenkonflikt und/oder Scham
      Ein Universitätsprofessor, der Blog.JJ-Kommentare schreibt, möchte mit einem Pseudonym vielleicht verhindern, dass Kollegen und Studenten von seiner Vorliebe für verrückte politische Thesen erfahren. Eine Vorstandsassistentin möchte eventuell vor Vorgesetzten und Kunden geheim halten, dass sie Erotika schreibt. Ein Arzt möchte nicht, dass seine Patienten seine Splattergeschichten mit ihm in Zusammenhang bringen.

      7.) Schutz der Privatsphäre
      LZ-Kommentatoren haben zwar in der Regel nicht in dem Maße mit Paparazzi oder Stalkern zu kämpfen, wie das beispielsweise bei Filmstars oder Top-Musikern der Fall ist, aber es gibt dennoch Gründe, den eigenen Namen aus den Schlagzeilen zu halten, etwa wenn der Ehepartner eine hohe Position bekleidet, es Kinder gibt, die man schützen möchte, oder weil man einfach in Ruhe einen Tisch im Restaurant auf den eigenen Namen reservieren können will, ohne dort gleich mit Autogrammanfragen belästigt zu werden.

      8.) Schutz der Kommentatorenmarke
      Das ist der sicherlich häufigste Grund für ein Pseudonym. Fast alle bekannten Kommentatoren verbindet man mit einem bestimmten Genre. Man denke an Bundeskasper (Horrormärchen), Karlheinz Fahrenwaldt (Fantasy-Thriller), Klaus Bruns (volkstümliche Miniaturen). Wer das Fortsetzungswerk eines solchen Kommentators studiert, stellt meist sehr genaue Erwartungen an das Leseerlebnis. Doch manche Kommentatoren möchten gern auch in anderen Genres veröffentlichen. Dann besteht allerdings die Gefahr, Leser zu verprellen. Denn nicht jeder Thriller-Fan liest gern Fantasy, nicht jeder Science-Fiction-Fan mag Liebeskomödien. Und die meisten Fans eines Kommentators scrollen zu jedem seiner neuen Blog.JJ-Beiträge, ohne auf den Zusammenhang zu achten und erst die Überschrift zu lesen. So sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Um das zu verhindern, bietet sich bei einem Genrewechsel ein Pseudonym an.

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Lieber Heiko Werning (allias Meihseis, Paulina von Essen, Orkan Bilek, Kevin Manuel Schlecht usw.),
        ein sehr humoristischer Beitrag, der aber haarscharf am hier nicht diskutierten Thema vorbeigeht. Da mir nur noch eine begrenzte Lebenszeit zur Verfügung steht, habe ich beschlossen, diesen Blog zu verlassen und mich intensiver mit meinem Buchprojekt (Arbeitstitel des ersten Bands der Trilogie: Am Ende war der Anfang. Wie war es?) beschäftigen (und den Tinitus bekämpfen). Auf die Unterstützung der Leuphana-Combo (vonwegen „Doktorvater“) kann ich ja eh nicht hoffen!

        • Sehr schade, Herr Fahrenwaldt. Sie waren auf einem guten Weg, vielen anderen Lokalpolitikern zum mutigen, lernbereiten und für neue, ungewohnte, aber überaus wirksame Formen des Austausches zu einem weiteren Vorbild zu werden. Statt jedoch endlich das Spekulieren zu lassen, was wohl im Maschinenraum vorgeht, und unbeirrt zur Sache zu reden, zu antworten oder durch Antworten, vertiefende Fragen und Präzisierungen dahin zurück zu führen, geben Sie nun einfach auf und nennen als Gründe wieder nur Ihre tantigen Missverständnisse. Sie möchten in jedem Fall wissen, mit wem Sie korrespondieren und Sie möchten die Bestimmungshoheit über das Thema. Doch dass es im Blog-Forum um Argumentationen geht, die sich verzweigen können, wie sie (und nicht Sie) wollen, und dass gerade die Mischung von bekannten Persönlichkeiten, die unter ihrem Geburtsnamen Stellung beziehen und Botschaften platzieren möchten, UND anonymen Kommentatoren, die dagegen halten, kritisch (manchmal sogar spöttisch und frech) nachfragen (und dadurch ihr Gegenüber zur Klarheit und Genauigkeit nötigen) oder Unerwartetes (manchmal sogar hintersinnig Absurdes oder schlicht Unsinniges) hinzufügen, ich sage, dass gerade diese Mischung von Unmaskierten und Maskierten beim Raisonnement (qui permet d’obtenir de nouveaux résultats ou bien de vérifier la réalité d’un fait en faisant appel soit à différentes) den Reiz der Sache ausmacht, wollen oder können Sie nicht akzeptieren. Sie halten mit gestapelten Prospekten und hübschen Plakaten dekorierte Tapetentische in der Bäckerstraße für sinnvoller, um alle vier Jahre mit 100 Passanten in Kontakt zu kommen, indem Sie es einfach zu glauben ablehnen, wenn Herr Jenckel Ihnen vorrechnet, dass auf einen Post hier etwa 30 bis 50 verschiedene Leser kommen und jede Debatte von zwei bis dreitausend Lesern (nicht Kommentatoren (!)) verfolgt wird — und das fünfzig Mal pro Jahr (Tendenz stark wachsend). Vielleicht lesen Sie Hans-Herbert Jenckels Post oben noch einmal in Ruhe durch, ohne sofort die defensive Luke Ihres vermeintlichen Besserwissens herabfallen zu lassen:
          http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/281442-fuer-parteirevolten-beraet-sie-gerne-lueneburgs-chef-gruener-meihsies#comment-59739

          Eine hervorragende Ergänzung und eine ausgezeichnete Ermunterung zum erneuten Nachdenken über Sinn und Unsinn des JJ-Bloggens ist der folgende sehr gute – wenn auch leider anonyme – Beitrag:

          http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/281442-fuer-parteirevolten-beraet-sie-gerne-lueneburgs-chef-gruener-meihsies#comment-59839

        • Noch etwas, Herr Fahrenwaldt:

          Lesenswert in diesem Zusammenhang (der Ermunterung an Sie, unbedingt dabei zu bleiben) sind auch folgende beiden Blog-Posts:

          Paulina von Essen antwortet Hans-Herbert Jenckel:

          http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/281442-fuer-parteirevolten-beraet-sie-gerne-lueneburgs-chef-gruener-meihsies#comment-59764

          und Rita Böttjer antwortet Michèl Pauly:

          https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/210626-das-selbstverstaendnis-des-linken-ratsherrn-michel-pauly#comment-32218

  19. Frederike Dankwardt

    zitat:

    „…aber ich bin nicht gott“
    Warum benehmen Sie sich dann so?

    • Frederike Dankwardt

      frage: da ich atheist bin, wie benimmt sich gott denn? wir hatten noch nie soviele kriege aufeinmal, wie heute.Frederike, ihre zwischentöne klingen immer wie eine harfe, sind aber keine harfentöne. es sieht immer so aus , als ob ihr gegenüber den kakao auch noch austrinken soll, durch den sie ihn ziehen. welches fabelwesen spielen sie denn?Orpheus?

      • Frederike Dankwardt

        @ Klaus Bruns

        Ich spiele jedenfalls nicht den Blockwart und das kollektive Gemeindegewissen von Reppenstadt, indem jeder eine vorgefertigte korrekte Dorfmeinung, die in der Dorfschänke ausdiskutiert wurde und nun politisch korrekt in die eingeschränkte Welt der kompetenten büttenwarder und reppenstedter Weltverbesserer hinausposaunt wird .
        Das ist schon ein Riesengewinn für unsere offene Gesellschaft.

      • Friedel Dankwardt

        Lieber Herr Bruns,

        wenn Sie genau lesen, werden Sie bemerken, dass ich nicht mit »Frederike« verwandt sein kann. Mit »e« geht gar nicht. Sie sprechen das seit den Tagen des guten Gottfried Wilhelm Leibniz so genannte Theodizee-Problem an, die Frage nach der Rechtfertigung Gottes angesichts des Übels in der Welt. Diese Frage, warum er das Leiden zulässt, wenn er doch die Omnipotenz (»Allmacht«) und den Willen (»Güte«) besitzen müsste, es zu verhindern, würden Sie uns sicher schon längst beantwortet haben, wenn Sie selbst Gott wären, da bin ich mir sicher, Herr Bruns.

        Apropos »Zwischentöne«, »Harfe« und »Orpheus«: Um Gottes Verhältnis zu unserer Jugend mache ich mit seit einigen Tagen keine allzugroßen Sorgen mehr. Beim wiederholten Versuch, mal wieder ein wenig Ordnung in meine umfangreiche Plattensammlung zu bekommen, staubte ich gerade das Original-Cover der legendären Doppel-LP »Electric Ladyland« von The Jimi Hendrix Experience ab, als Noah, der achtjährige Spielkamerad meines Sohnes, hinter mir auf den schwarzen Gitarristen zeigte und lapidar meinte: »Der, der ist an seiner eigenen Kotze erstickt.«

  20. 30 Jahre mit Meihsies: Und jetzt?

    Als ich in Betzendorf neulich in einem menschenvollen Saal sagte: „Andreas Meihsies ist schön!“, da lachten die Leute. Ich durfte es ihnen erklären. Herr Meihsies muss zu 100 Themen sagen, was er denkt. Und er sagt es immer so, dass man miterlebt, wie die Gedanken in ihm entstehen und dann gesagt werden. Nie sind seine Sätze fertig, bevor sie gesagt werden. Nie sagt er wie viele Politiker Phrasen auf, die er auswendig kann. Deshalb werden seine Sätze, egal zu welchen Themen auch immer, glaubhaft.

    Die meisten Politiker spulen ab, was sie draufhaben. Das kommt auch daher, dass sie mehr sagen müssen, als sie wissen. Bei Herrn Meihsies werden wir Zeugen, wie Geist und Natur zusammenfinden, und eben deshalb ist er schön.

    Vor kurzem waren im Rathaus zu sehen Andreas Meihsies und seine Vorgängerin als Kandidatin bei der letzten Oberbürgermeisterwahl. Wir haben natürlich den Februarabend der Nominierung 2014 noch im Kopf, als Meihsies, durch seine Niederlage fassungslos, der Gewinnerin trotzdem nicht – wie seinerzeit Schröder der Merkel – ins Gesicht sagte, sie könne das ja gar nicht, Oberbürgermeisterin sein. Und jetzt: Herr Meihsies leiht dieser Claudia Schmidt seine freundliche Anwesenheit beim Herabschreiten der Rathaustreppen.

    Das ist eine Szene, die Vollkommenheit ausstrahlt. Da könnte man eine katastrophenfreie Zukunft für möglich halten. Das war ein Lichtblick in einer mit Visionen nicht gesegneten Gegenwart.

    Herr Meihsies ist ein Lichtblick. Eine von Routine geschützte Unverbrauchbarkeit. Ich wage zu hoffen, dass seine Regierungszeit einmal epochal seinen Namen tragen wird. Und ich kann aus Erfahrung sagen: dass es Andreas Meisies gibt, ist in der Lüneburger Geschichte ein Glücksfall.

    Walter Marsin

  21. Das man auch mit vermeintlich wohlmeinenden und „hochgestochenen“ Worten Blödsinn reden/schreiben kann, musste nicht erst hier bewiesen werden. Ich denke, das war allen bereits bekannt.

    Moralinsaure Selbstdarsteller, toleranzbesoffene Teddybärenschwenker, …ja, aber… ich weiß es besser Denker.

    Dass grün und rot gemischt braun ergibt, kennt man nicht nur aus der Farbenlehre – das merkt man auch in der Politik und deren Polemik zur Zeit ganz deutlich.

    Jeder versucht, etwas oberhalb seines Niveaus zu schreiben – das rächt sich irgendwann.
    Robuste Fehleinschätzungen der eigenen Möglichkeiten.
    „Man ist das, was man sein möchte. Es reicht, sich nur eine Folge von „Deutschland sucht den Superstar“ anzusehen, um eine Ahnung davon zu bekommen, wie es auch bei einer Regierungssitzung im Kanzleramt, im VW-Vorstand“ – oder hier im Forum zugeht.
    Selbstgerecht wird über den Unterschied zwischen Argument und Argumentation geplappert.
    Im Sidestep noch schnell etwas braun verteilt, dann ist man der gefühlte Sieger.

    Dies muss so wichtig sein, dass es u.a. Friedel Dankwart nicht einmal in diesem Forum lassen konnte, obwohl ich seit Wochen nicht mehr hier schreibe.
    Wie gesagt, jeder hat das Recht sich bei der Intrigationsbeauftragten des Bundes oder bei JJ. zu beschweren.
    Auf Fragen oder reale Problemdarstellungen wird vorsichtshalber ein großer Bogen gemacht – wichtig ist nur, den vermeintlichen Dummen zu finden und zu eliminieren.

    Alle sind sich so sicher im Recht zu sein – ich nicht !
    Ich zweifle nur, dafür werde ich u. a. als Untergangsprophet tituliert – nur wegen meiner Zweifel?

    Die SPD hat ja schon einmal gegen eine Ausweisung gestimmt – mit den bekannten Folgen.
    Da war man sich auch so sicher.

    Worum ging es doch gleich in diesem JJ.Blog?

    • Hallo Bundeskasper, es soll um den ,,schönen Andreas,, gehen. zumindest hätten es wohl einige hier gern. dabei geht es um mut und darum, wie teamfähig muss ein politiker sein? da in der spd der nachwuchs fehlt, in der cdu auch gut geschlafen wird, werden die sogenannten volksparteien sich immer weiter vom volk entfernen. und da die afd sich als stimmungskanone aufführt, wird sie, wenn die stimmung sich wieder erhellt, ebenfalls wieder in der versenkung verschwinden. für mich stellt sich schon länger die frage, wann die regierungsfähigkeit einer partei beginnt und wo sie endet? es wird zeit, dass der bürger vermehrt selbst dinge in die hand nimmt und nicht soviel der politik und ihren parteien überlässt.wer vermehrt nach neuen gesetzen und vorschriften schreit, hat den letzten schuss noch nicht gehört. die grünen sind ebenfalls auf den weg ,eine beliebige partei zu werden. die linke übt noch. man sollte vielleicht mal mehr über alternativen zur distanz gegenüber parteien nachdenken, als ständig auf die wahlbeteiligung zu schielen. sie wird im schnitt weiter sinken. wie man in der flüchtlingsfrage ja erkennen kann, ohne ehrenamtliche geht es nicht. parteien helfen da nicht weiter, ganz im gegenteil. parteien stoßen an ihre grenzen, unser förderalismus auch,der kapitalismus ebenfalls. es muss was neues her. also leuphana-combo und anhang, vorschläge wären angebracht, oder?

      • Heinz Rüdiger Hansen

        „es wird zeit, dass der bürger vermehrt selbst dinge in die hand nimmt und nicht soviel der politik und ihren Parteien überlässt“?

        Die neue völkische Bewegung, Herr Bruns?

        In der letzten Woche hatte ich beruflich in Dresden zu tun und hab mir gleich am ersten Tag mal angesehen, wie solche unmittelbarkeitsbeseelten „alternativen zur distanz gegenüber parteien“ aussehen können. Montagabend halb sieben. Deutschland-, Sachsen-, Russlandfahnen flattern über den Platz, darunter stehen etwa 5000 Leute, ein Ehepaar mit Pudel neben vier Thor-Steinar-Jungs, ein Grüppchen alter Männer unter einem Schild „Bad Gottleuba – Unsere Menschen – Unsere Kultur“. Aus den Lautsprechern rieselt erst leise der Schnee, dann laut und umjubelt der Hass: Lutz Bachmann. Da steht er auf seinem Lkw und schimpft über Islamisierung, Invasion und Merkels Verrat an Deutschland.

        Es ist ein vorweihnachtlich ruhiger Pegidamontag in Dresden. Ein norwegischer Fotograf wird bespuckt, ein russischer Kameramann wird zusammengeschlagen und muss ins Krankenhaus, aber zum einen muss man sich wehren gegen die internationale Lügenpresse, zum anderen: Was sind schon zwei Übergriffe gegen die 5000 Opfer, die hier stehen! Opfer der Medien. Opfer der Politik. Opfer der islamischen Invasion. Und jetzt sollen sie auch noch schuld daran sein, dass die Touristen wegbleiben. Wo sie doch die Einzigen sind, die sich engagieren: „Was wir in den letzten Monaten für Deutschland geleistet haben, ist einzigartig“, sagt Bachmann. Trotzdem will man ihnen den Einbruch im Tourismussektor in die Schuhe schieben.

        Man habe ihn ja vonseiten der Stadt angefleht, wenigstens während des Weihnachtsmarktes zu pausieren mit den Demos. Bachmann hat auf Facebook mit einem Forderungskatalog geantwortet, den er jetzt verliest: Man werde pausieren, wenn ein sofortiger Einwanderungsstopp verhängt werde, der Stellenabbau bei der Polizei gestoppt und Abschiebungen im großen Maß eingeleitet würden. Der Mann weiß sich auf Augenhöhe mit Berlin. Die Menge johlt, Merkel muss weg, ein Mann in schwarzer Jacke schreit: „Wir werden sie vernichten, wir werden sie vernichten.“

        Ein Passant sagt, er schäme sich dafür, aber als er das letzte Mal eine Journalistin zur Demo begleitete, habe er eine Mütze tief ins Gesicht gezogen, als Tarnung. Ein anderer Passant sagt, viele Dresdner hätten mittlerweile Angst, „richtig aufs Maul zu kriegen. Ich kann das verstehen. Und trotzdem find‘ ich das Schlimmste die schweigende Mehrheit.“

        Es hat sich rund um Pegida und AfD der Nukleus einer Bürgerkriegspartei gebildet, in der schon sehr viele bereit sind, „vermehrt selbst dinge in die hand“ zu nehmen. Ihre Gier nach Gewalt ist mit den Händen zu greifen. „Hass ist ein Symptom und keine Ursache“, so lautet die „Entschuldigung“ für Übergriffe auf Andersdenkende aus dem Mund der AfD-Chefin Petry. Das ist aber keine Entschuldigung, sondern eine Rechtfertigung von tätlichen Angriffen auf „Volksschädlinge“, auf „Feinde des Volkes.“ Sie, Herr Bruns, genau wie Karlheinz Fahrenwaldt, „Bundeskasper“ und Frauke Petry, die „das System“ anprangern, „DIE Parteien, DEN Föderalismus und DEN Kapitalismus“ und die herumbellen, „es muss was neues her“, Sie reden von politischer Mitte, als gehörten Sie dazu. Aber das tun Sie nicht. Sie sind Brandstifter!

        Man mag weinen und sich die Haare raufen über politische Gestalten wie Andreas Meihsies, aber man kann ihm – wie die tapfere Claudia Schmidt bewiesen hat – in geordnetem, argumentierendem und legalem Engagement entgegen treten, ohne dass man um sein Leben fürchten muss. Und deshalb stimme ich Herrn Meihsies auch ohne jede Einschränkung zu, wenn er sagt: „Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“

        • @Heinz Rüdiger Hansen

          Da Sie mich als geistigen Brandstifter bezeichnen, ein paar Zeilen zu Ihrem Beitrag.
          Warum wurde Sokrates hingerichtet?
          Die Anklage lautete: Sokrates vergeht sich, indem er die jungen Leute verdirbt und nicht dem Brauch gemäß die Götter verehrt, welche die Stadt verehrt, dafür aber andere, neue göttliche Wesen.
          Da befinde ich mich also schon mal in guter Gesellschaft.

          Sie nehmen über 4/5 Ihres Beitrages stimmungsvollen Anlauf um dann in 8 Zeilen das zu schreiben, worauf es Ihnen ankommt – nämlich die moralische Feuerwehr zu spielen.
          Da passte es gut, dass Sie zufällig in Dresden zu tun hatten.

          Von welchem Hass sprechen Sie?
          Vom philosophischen, vom reaktiven oder vom charakterbedingten Hass?
          „Hass entsteht, wenn tiefe und lang andauernde Verletzungen nicht abgewehrt und/oder bestraft werden können. Hass ist somit eine Kombination aus Vernunft und Gefühl. Die Vernunft ruft nach dem Ende der Verletzung und nach einer Bestrafung des Quälenden.“ (WiKi)
          Solche Versuche „den“ Hass zu erklären oder zu definieren gibt es zu Hauf.
          Also bitte, was war zuerst da – die Ursache oder der Hass, die Henne oder das Ei?

          Soll ich mich also wie der Biedermann bei Frisch hinsetzen und zuschauen?

          Ich bin der Meinung, dass die Parteien dieser Republik Fehler gemacht haben. Teilweise irreversible Fehler, gesellschaftspolitische und außenpolitische. Zu dieser Meinung stehe ich auch.
          Niemand muss mir zustimmen und ich will hoffen, dass ich nicht dafür hingerichtet werde.
          Obwohl…. nun gut – lassen wir das.

          Volksschädlinge? Sie wissen schon, woher dieser Ausdruck kommt? Ein Herr Freisler hat diesen Begriff einmal definiert.
          Feinde des Volkes? Also genau wie ich oben geschrieben habe, noch schnell etwas braune Farbe verspritzen – schon ist man der moralische Sieger.

          Nur so funktioniert das nicht.

          Noch etwas:
           „Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“
          Nicht einmal das ist auf Meihsies Mist gewachsen, es ist ein Zitat von W.Churchill und der war alles andere, nur kein Demokrat.

          Eine Frage habe ich denn doch noch: Wo ist die politische Mitte?

        • Heinz Rüdiger Hansen, wissen sie ,wo ihr fehler liegt? sie unterstellen, wissen selbst aber nichts besser. ich stelle schon seit jahren die systemfrage, da hat es pegida, afd und ähnlichen unfug noch nicht mal im ansatz gegeben. was glauben sie denn, wie lange dieses system wohl noch funktioniert? es ist doch völlig egal, wer regiert. die armen werden ärmer, die reichen reicher. was ist denn daran so toll, wenn 1% genau so viel besitzen ,wie 99%? muss dieses system unbedingt verteidigt werden, damit sie zufrieden sind? sie sind der brandstifter. leider merken sie es nicht mal.

          • Hallo Herr Bruns,

            Ihr Systemfragenquatsch wird doch nicht dadurch besser, dass Sie ihn schon seit Jahren oder Jahrzehnten betreiben. Statt dauernd zu fragen, wie lange alles noch funktioniert, sollten Sie Ihre Ankündigung wahr machen und an der Ablösung von Anikó als Ihrer FDP-Vorsitzenden arbeiten, um wenigstens Reppenstedt auf einen liberalen Kurs zu zwingen.

            Was das eine Prozent anbelangt: Ich habe ägyptische Vorfahren, denen man, da sie wohl zu den 99% gehörten, keine Pyramide gebaut hat. Trotzdem bin ich in der Gegenwart angekommen, wohin es keiner der Familienangehörigen von Tutanchamun gebracht hat. Dessen Sippe ist schon vor über 3.000 Jahren ausgestorben.

        • Heinz Rüdiger Hansen
          ich habe noch was vergessen. ich fragte bei der leuphana-combo und ihren anhang nach vorschlägen an, solche personen bezeichnen sie als brandstifter? ich habe 20 jahre im brandschutz gearbeitet. ich weiß, wie feuer entsteht, sie scheinbar nicht. wenn ein brauner was rotes sagt, wird er deswegen rot? demokratie heißt übrigens volksherrschaft und nicht parteienherrschaft. diese 5% mitglieder sollen immer weiter über 95 % bestimmen? wann wird es wohl 1% sein, die über 99% bestimmen?

    • Sehr geehrter Herr,

      Als Sokrates sehen Sie sich? Wahrhaftig, an Selbstbewusstsein mangelt es Ihnen nicht. Warum nicht gleich Jesus, der ja in den biblischen Erzählungen bekanntlich nach dem Vorbild des Atheners zurechtgemodelt wurde? Oder zumindest Luther: Hier stehe ich und kann nicht anders? Ich habe nicht gewusst, dass Sokrates den Pöbel um sich scharte, Hetzparolen skandierte und Journalisten verprügeln ließ. War nicht das hypothetische Wägen und Argumentieren im Kreise der Intelligenten und Unterrichteten sein Verfahren der Willensbildung? Im Gegenteil also: Er achtete das positive, i. e. das geltende Recht so hoch, dass er eher freiwillig den Tod wählte, als sich über das Gesetz des Staates hinwegzusetzen. Da war Luther schon von ganz anderem Schrot und Korn, wie Sie sicher wissen. Die Lektüre seines Essays “Von den Juden und ihren Lügen“ vom Januar 1543 (WA 53, S. 417–552) oder von „Eine Vermahnung wider die Juden“ von 1546 (WA 51, S. 195 f) genügt, um einen Eindruck zu gewinnen. Allerdings kritisierte auch Luther immer mal wieder das „hochmütige“ Verhalten der Fürsten. Doch Ruhe, Recht und Ordnung veranschlagte auch er sehr hoch. Und spätesten nach der Weinsberger Bluttat vom 16. April 1525 schlug er sich eindeutig auf die Seite der Obrigkeit und verurteilte die aus „der Hefe des Volkes“ hochschäumende Empörung und die ihr folgende Gewalt scharf: „wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern […] man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss.“

      Richtig, ich nehme „über 4/5 meines Beitrages stimmungsvollen Anlauf um dann in 8 Zeilen das zu schreiben, worauf es mir ankommt“: Nicht nämlich, „die moralische Feuerwehr zu spielen“, sondern vor Leuten zu warnen, die den Lynchmob wollen und im Grunde Mord und Totschlag predigen.

      Welchen Hass ich meine? Ich meine den Hass, der in jedem von uns lebt, der nicht gelernt hat, mit seinem eigenen Ungenügen zurecht zu kommen, und diesen Selbsthass andere (in der Regel zuerst den Ehepartner und die Kinder, dann Mutti und Papi, den Arbeitgeber oder den „bösen“ Nachbarn) entgelten lässt.

      Die Ursache für öffentlich artikulierten Hass in einem Land wie unserem, in das fünf Sechstel der Erdbevölkerung sofort umziehen würden, wenn man sie ließe, ist zu 99 % die Unfähigkeit, klar zu denken und mit sich selbst klarzukommen, und das würdelose Verlangen, sich lieber als Opfer und als Leidtragende(n) zu sehen und bestätigen zu lassen, als tätig und zuversichtlich mit anzupacken, zu helfen, ein guter Mensch zu sein und ansonsten seinen Garten in Ordnung zu halten.

      Sie brauchen nicht Frisch´s „Biedermann“ zu sein. Engagieren Sie sich politisch, lassen Sie sich als Kandidaten einer Partei aufstellen, arbeiten Sie mit, die „gesellschaftspolitischen Fehler“ zu kurieren, aber hören Sie auf, zu jammern und herumzuschreien und den Deppen zu suggerieren, es könne schlagartige „Gesamtlösungen“ geben. Meinen Sie im Ernst, Frau Merkel sei dümmer als Sie? Oder schlechter informiert über die Lage innerhalb und außerhalb des Landes?

      Von wem die von Bachmann, Höcke und Petry schamlos benutzten Vokabeln stammen, brauchen Sie mir ebensowenig zu erzählen, wie Sie davon ausgehen können, dass ich weiß, was der bedeutende aristokratische Demokrat Churchill gesagt hat und was einem Andreas Meihsies in den Mund zu legen, sogar für Klaus Bruns erkennbar wohl allenfalls bitterster Sarkasmus gewesen sein kann.

      „Eine Frage haben Sie denn doch noch: Wo ist die politische Mitte?“

      Dort, wo die Balancierten sind, die Anständigen, wo die sind, die Wert auf Haltung legen, die zwischen Privatem und Öffentlichem zu unterscheiden wissen, die sich lieber ihres eigenen Verstandes bedienen als sich welchen von Schreihälsen einreden zu lassen? Vielleicht sind das einfach die Klügeren unter den Arbeitern, den Handwerkern, den Landwirten, den „Angestellten und den Selbständigen“? Und in „der“ Mitte dürften eine ganze Menge Lehrerinnen, Ingenieure oder Finanzbeamte sein. Früher hätte man sie dem „Mittelstand“ zugerechnet und vermutet, dass sie bürgerlichen „Werten“ folgen, zum Beispiel Ehen und Eigenheime und Bücher, auch Sparbücher nicht verachten. Was übrigens genau so gilt, wenn man sich die Grünen, und noch mehr, wenn man sich ihre Wähler anschaut: Nach allem, was wir wissen, handelt es sich geradezu um Leute mit vorbildlich bürgerlicher Lebensführung – mit Abitur und Naturbewusstsein, mit Karriere und Familienorientierung und mit Zukunftssorgen — Besitzstandswahrer und Status-quo-Verteidiger, die „den Grüngürtel“ gerne gegen die Notwendigkeit zum Bauen von Sozialwohnungen ausspielen.

      Woher kommt, was „die“ Mitte, was „das“ Bürgerliche angeht, die Begriffsverwirrung in allen politischen Lagern?

      Vermutlich kommt sie daher, dass die Politik in Wahlkämpfen gerne auch ein bisschen Klassenkampf spielt. Mangels anderer Einfälle wird darum so getan, als zerfalle die Gesellschaft in feste Interessengruppen. Und darum muss man darüber hinwegreden, dass die allermeisten Arbeitslosen und Arbeiter denselben bürgerlichen, nämlich auf Komfort und Gefahrlosigkeit zielenden Lebensstil anstreben wie die allermeisten Manager oder Zahnärzte.

      Zwar gibt es jede Menge Prolls, aber einen echten Proletarier aller Länder findet man auch im Umfeld der SPD oder der betagten Linken kaum. Außerdem muss man verschweigen, dass es gar keine „bürgerliche“ oder „unbürgerliche“ Energieversorgung gibt, keinen „unbürgerlichen“ Mathematikunterricht und auch keine „bürgerliche“ Kriminalitätsbekämpfung.

      Umgekehrt wird man diejenigen, die sich selbst „bürgerlich“ nennen, daran erinnern dürfen, dass, gemessen an alten bürgerlichen Idealen, schon der öffentliche Verzehr von Bratwurst, der Auftritt von Politikern in Talkshows oder das Johlen auf Wahlveranstaltungen einen unbürgerlichen Eindruck machen.

      Je verbrauchter der Begriff des Bürgerlichen also ist, desto mehr wird er aufgeblasen, um in Wahlkämpfen so zu tun, als würden gerade letzte Schlachten um letzte Grundorientierungen und Werte und Gesellschaftsordnungen geschlagen. Dabei geht es doch nur ums Regieren.

      MfG, Heinz Rüdiger Hansen

      • Vielen Dank für Ihre beiden Kommentare, Herr Hansen.

        Ähnlich wie Sie, aber damals noch in beinahe prophetisch anmutender Voraussicht hat die im Sommer in das Referat für Verfassungsgerichtsbarkeit und Justizverfassungsrecht nach Berlin gewechselte Staatsrechtlerin Marlies Michels-Honrichsen bereits am 16. Januar 2015 um 15:49 Uhr an Stadtrat Michèl Pauly geschrieben:

        »Übrigens, schon am 17. Oktober 1930, als es sich noch um eine von weiten Teilen der Welt schwer einzuordnende „Bewegung“ handelte, die sich selbst anmaßte, „Volksbewegung“ zu sein, und die zwar allerlei widerliche Ressentiments gegen „rassische“ Minderheiten, gegen das parlamentarisch-kapitalistische „Schwatzbudensystem“ und die „Lügenpresse“ bediente, aber doch einige wenige Jahre, bevor von Verbrechen und Mord die Rede war, nannte Thomas Mann den Nationalsozialismus im Berliner Beethoven-Saal in nüchterner Unumwundenheit „eine Riesenwelle exzentrischer Barbarei und primitiv-massendemokratischer Jahrmarktsrohheit [mit] Massenkrampf, Budengeläut, Halleluja und derwischmäßigem Wiederholen monotoner Schlagworte, bis alles Schaum vor dem Munde hat“.

        Diese Rede trug den Titel „Appell an die Vernunft“.«

        Quelle: https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/210626-das-selbstverstaendnis-des-linken-ratsherrn-michel-pauly#comment-32513

  22. darum sollten sich mal kommunal und landespolitiker kümmern. diese art der abzockerei muss ein ende haben.
    http://www.welt.de/wirtschaft/article149384753/Ruhe-sanft-warum-nicht-im-eigenen-Garten.html
    die bremer scheinen da erheblich weiter zusein, als in niedersachsen, wo gerichte auch noch mit der bestattungslobby mitspielen. wer gut schmiert, der gut fährt.

  23. Ein Hoch auf Blog.JJ !

    Hallo Klaus (, hallo Herr Meihsies, hallo Herr Fahrenwaldt),

    »Sie fragen, „warum gibt es hier die anonymität?“

    Genausogut könnten Sie fragen, warum beispielsweise das Wahlgeheimnis verpflichtend, die anonyme Information, Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit verfassungsrechtlich garantiert werden oder warum eine Identifizierung von Internetanschlussinhabern über die „Zuordnung von dynamischen IP-Adressen“ laut Bundesverfassungsgericht einen schwerwiegenden Eingriff in Art. 10 Abs. 1 GG darstellt, so dass eine Zuordnungsabfrage nur bei „begrenzenden Straftaten oder Rechtsgüterkatalogen“, „für die Verfolgung von Straftaten, für die Gefahrenabwehr und die Aufgabenwahrnehmung der Nachrichtendienste auf der Grundlage der allgemeinen fachrechtlichen Eingriffsermächtigungen“ zulässig ist und nur aufgrund eines „Anfangsverdachts oder einer konkreten Gefahr auf einzelfallbezogener Tatsachenbasis“ erfolgen kann, welche besonders gewichtig sein und explizit vom Gesetzgeber im Gesetz aufgezählt werden müssen.
    Kurz: Anonymität, also das Fehlen der Zuordnung der handelnden Person zu einer Handlung bis hin zur absichtlichen Geheimhaltung, dient (sofern sie nicht zu illegalen Zwecken missbraucht wird) dem Schutz der Freiheit des Einzelnen.

    Das ist die – ideale – gesetzliche Seite. Nun zur moralisch-praktischen, um die es Ihnen wohl geht.
    Das globale Datennetz, in dem wir beide, Sie Klaus und ich, uns hier bewegen, hat Informationsmöglichkeiten geschaffen wie kein anderes Medium zuvor. Erstmals in der Menschheitsgeschichte ist das Weltwissen per Tastendruck abrufbar – eine unglaubliche Kulturleistung. Die Möglichkeit für jeden, zum Wissenschaftler, ja, gar zum Weisen zu werden, ist größer denn je.

    Doch in der Praxis zeigt sich, dass die Erreichbarkeit von Wissen nicht unbedingt in Wissen mündet. Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren auch zu einer gewaltigen Empörungsmaschine entwickelt, einer Gerüchteschleuder, zu einem Propagandavehikel für jede noch so obskure Theorie. Die eingebildete Wahrheit verdrängt die Fakten, eine scheinbare Welt ersetzt die Realität. Und deshalb fragen sich so viele Menschen verunsichert: Wo eigentlich geht’s hier zur Wahrheit?

    Das Netz droht von einem Medium der Information zu einem Vehikel der Desinformation zu werden. Wer sucht, der findet für jede noch so abwegige Ansicht eine Theorie. Es gibt Zehntausende, die glauben, dass die Mondlandung inszeniert worden sei. Es gibt Zehntausende, die glauben, dass die klaffenden Einschlaglöcher im World Trade Center zu schmal für die Flugzeuge gewesen seien, die sie aufgerissen haben. Und es gibt Zehntausende, die glauben, dass die Täter von Paris nicht radikale Islamisten gewesen seien, sondern westliche Islam-Hasser.

    Doch Glaube, Liebe, Hoffnung sind die Feinde der nüchternen Fakten. Ausgerechnet in einer Zeit, in der es das Publikum besser wissen müsste, gewinnen allerorten Bewegungen der Unvernunft an Einfluss, die ohne ihre eigenen, selbstbestätigenden Informationskanäle im Netz kaum denkbar wären. Parallel zur Informationsrevolution ist die politische Landschaft in der westlichen Welt zerfurcht worden. Pegida etwa ist eine riesige politische Facebook-Party, angetrieben nicht etwa durch besseres Wissen, sondern durch den in sektenähnlichen Netzzirkeln geschürten Glauben, eine Gemeinschaft der Wahrhaftigen zu sein.

    Warum ist das so? Im Internet wurden in den vergangenen Jahren die alten Wegweiser zu verlässlichen Informationen abgebaut und durch neue ersetzt. Doch deren Sprache ist für die meisten noch kaum zu entziffern. Wir alle müssen sie erst lernen. Über Jahrhunderte war es üblich, dass Informationen einen Absender hatten. Um etwas zu erfahren, musste sich jeder zu einer Informationsinstitution begeben. Das kann die griechische Agora gewesen sein, der Marktplatz, später die Zeitung, ein Radiosender, das Fernsehen, die Website oder eben ein renommierter und vertrauenswürdiger Blogger wie Hans-Herbert Jenckel.

    Seit Facebook für Millionen das Betriebssystem des Internets geworden ist, haben sich die Verhältnisse grundsätzlich gewandelt. Ein Drittel der Amerikaner informiert sich primär über soziale Medien, auch in Deutschland wird es bald ähnliche Zahlen geben. Statt Informationen gezielt abzurufen, warten Millionen darauf, dass sie bei ihnen vorbeisegeln, in ihrer Timeline auftauchen oder in ihrer Inbox. Infofetzen fliegen heute vor den Netznutzern entlang wie Herbstlaub im Sturm. Woher sie eigentlich kommen, von welchem Baum sie stammen, ob sie authentisch oder manipuliert sind, ob sie sauber recherchiert oder mehr oder weniger geschickte Propaganda sind, lässt sich immer weniger feststellen. Und es scheint auch eine immer geringere Rolle zu spielen.

    Wichtiger als der Absender einer Information ist für viele der Übermittler geworden – der Freund, ein bei Facebook bekanntermaßen eher flüchtiger Geselle. Er ist in kürzester Zeit zum wichtigsten Kuraten geworden. Was der Freund weiterreicht, bekommt Gewicht: Es wird ja wohl stimmen. Kettenmails mit geschickt verdrehten Tatsachen prägen das vermeintliche Faktenwissen von Millionen – und werden umgehend weitergeleitet. Etliche Websites haben sich zwar der akribischen Aufklärung dieser „Urban Legends“ verschrieben. Doch großen Zulauf finden diese Orte der Wahrheit nicht.

    Die Algorithmen der Suchmaschinen verstärken den Effekt. Google passt seine Ergebnisse den Interessen des Suchenden an. Wer nach der Weltverschwörung sucht, der landet schnell in einem Schwarm der Weltverschwörer, der sich auf der richtigen Seite angeblicher Gewissheiten wähnt, während der Rest der Welt vermeintlich in Unwissen dahindämmert. Was eine alte Weisheit bestätigt: Das Medium an sich hat keine Qualität. Es kommt darauf an, wie es genutzt wird. Das Internet schützt nicht Freiheit, gebiert nicht Wahrheit. Freiheit muss im Netz genauso verteidigt werden wie in der realen Welt.

    Als einen Versuch, Freiheit zu verteidigen, Wahrheitsfindung zu ermöglichen und Orientierung zu geben, sehe ich – was Sie vielleicht lachhaft finden – dieses Forum hier. Hans-Herbert Jenckel bietet mit seiner Blog.JJ-Plattform genau das, was heute notwendig ist: eine Adresse, bei der man als Lüneburger weiß, woran man ist, pointierte, manchmal bis zur Provokation pointierte Meinungen zu wichtigen aktuellen lokalen Themen, mit deren Hintergründen jeder Leser der LZ-Printausgabe einigermaßen vertraut ist, und einen Bereich, der große Beachtung in fast allen Schichten der Leserschaft findet und in dem jeder sich äußern und zum Gesagten Stellung nehmen kann.

    Man mag einwenden, manches, was Jenckel vorbringt, sei einseitig, unvollständig oder nicht ganz ohne persönliche Voreingenommenheiten ausgewählt. Der eine oder andere hält vielleicht anderes für wichtiger oder stört sich am Ton, an der Richtung oder an der Gewichtung der Gedankengänge. Es soll sogar LZ-Liebhaber geben, die sich einen Spaß daraus machen, Tendenz und Abhängigkeiten der Berichterstattungspolitik ihres Heimatblattes zu analysieren und eine kritische Lektürehaltung zu kultivieren. Alles richtig, alles legitim und alles unbedingt erforderlich. Aber genausowenig wie es rein objektive, von allen subjektiven Einflüssen freie Darstellungen geben kann, so wenig kann es von Fehlern oder Interessen vollkommen freie Zeitungen geben.

    Zeitungen, wenn sie – wie die Landeszeitung – ihrer Aufgabe gerecht werden, sind Informationsmedien, die das Sichzurechtfinden im Nachrichtenchaos gewährleisten. Und wenn sie Ihren Lesern darüberhinaus die Chance bieten, Ergänzendes, Korrigierendes, Kritisches oder Kontroverses auf Kommentarseiten im Netz zur Diskussion zu stellen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass beide Seiten voneinander Lernen.

    Blog.JJ, indem dort einmal pro Woche ein über die Tagesaktualität hinausreichender Aufreger aufs Korn genommen und zur Debatte freigegeben wird, hat das Zeug sich zur politisch-pädagogischen Anstalt zu entwickeln, in der nicht Lehrauffassungen vorgetragen, sondern Gesprächsangebote gemacht, angenommen und genutzt werden.

    Freilich, Klaus, auch „kotzbrocken können hier kotzen“. Doch ist es nicht erstaunlich, wie wenige „kotzbrocken“ unter Jenckels Kommentatoren zu finden sind? Aber nicht nur, „wenn sie es [das „kotzen“] besonders elegant tun, erscheint es hier“. Manche Ihrer eigenen Einlassungen bezeugen gerade das Gegenteil. Es wäre, glaube ich, an Ihnen, einmal zu überlegen, ob vielleicht nicht gerade die, die unerbittlich austeilen, besonders empfindlich sind, wenn es ums Einstecken geht.

    Am Donnerstag, den 8. Januar, dem Tag nach den ersten Morden von Paris in diesem Jahr, hat Tim Wolff, der Chefredakteur des Satire-Magazins TITANIC, in einem bewegenden Editorial den Witz verteidigt und gesagt, selbst der dümmste „nimmt schlicht für einen Moment dem Ernst die Macht. Und das dürfte der Grund sein, weswegen Fanatiker, speziell religiöse, Komik verachten. Sie vertreten eine todernste, einzige ewige Wahrheit, und der Witz – egal wie klug oder lustig er im Einzelfalle sein mag – bedroht diese Wahrheit. Religion (und so manch andere Weltanschauung) ist Wahnsinn im Kleide der Rationalität, Satire und Komik Rationalität im Kleide des Wahnsinns. Das eine muß das andere mißverstehen. Deshalb werden Vertreter des heiligen Ernstes der Komik stets mit Zorn begegnen. Und es ist ihr gutes Recht. Solange sie dies mit denselben Waffen wie Satiriker tun: mit Wort und Bild. Und nicht mit Maschinenpistolen. Seit gestern [seit Mittwoch, den 7. Januar 2015 an dem bei einem Terroranschlag auf das Redaktionsbüro von Charlie Hebdo zwölf Menschen ermordet wurden] gilt mehr denn je: Es lebe der Witz. Der kluge. Der platte. Jeder, der genügend Menschen findet, die über ihn lachen. Und für alle, die ihn nicht mögen, sollte mehr denn je gelten: Ertragt ihn oder ignoriert ihn. Ihr werdet der Komik nicht Herr!“

    Religion, steht hier, „ist Wahnsinn im Kleide der Rationalität“. Das gleiche, steht hier, gilt für „manch andere Weltanschauung“. Die Worte „Fanatismus“, „Religion“ und „Weltanschauung“ sind für Tim Wolff demnach Platzhalter, die für jede Art von geschlossenem Weltbild stehen. Das kleinste ihrer Art, Klaus, ist die Selbstgerechtigkeit. Auch sie ist „Wahnsinn im Kleide der Rationalität“. Auch der Selbstgerechte ist „ein Vertreter des heiligen Ernstes“, der Komik, wenn sie sich gegen ihn richtet, „stets mit Zorn begegnet.“

    Großartig scheint mir, dass Blog.JJ allen, den Komikern und den Selbstgerechten, den Schwaflern und den Nachdenklichen, den Kostümierten und denen in Alltagskleidern, in Amtstracht oder im Businessdress, eine Gelegenheit zum Räsonieren offeriert. Großartiger noch, dass es unter den öffentlichen Personen in Lüneburg immer mehr gibt, die erkennen, dass sich das Mitmachen lohnt, und die den Mumm haben, ihre Anliegen und Positionen im freien Spiel der frechen Argumente darzulegen, zu erläutern und zu verteidigen.

    „ich streite mich gern um die sache“ sagt Klaus. Ich auch!

    Und „dieses alles unter dem schirm der anonymität“ rufe ich:

    Ein Hoch auf Blog.JJ !«

    ((Die Anführungszeichen um den gesamten Text machen deutlich: Es handelt sich um eine Wiederholung. Quelle: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/209214-lehrjahre-im-lueneburger-rat-fuer-junge-talente#comment-32045))

  24. war hier nicht mal das gespräch bürgerbefragung ja oder nein? wurde nicht davor gewarnt, weil auch dort manipuliert wird? stimmt, es wurde stimmung gemacht, die eine seite hatte das geld und argumente, die andere seite hatte kein geld aber…….
    es funktioniert also. der mensch wird gegenüber werbung immer kritischer und dieses ist auch gut so. selbst die medien konnten mit ihrer stimmungsmache für olympia nicht durchdringen. das soll schon mal was heißen. ob kommunalpolitiker davon lernen werden? jahrzehntelang wurde ständig von wachstum gepredigt, jetzt von verzicht zu predigen wird nicht einfach sein.

    • Warum soll von Verzicht gepredigt werden, Herr Bruns? Hat man Ihnen die Rente gekürzt? Und jetzt meinen Sie, ich muss auf meinen Ski-Urlaub in Davos verzichten? Irrtum. Meine Firma produziert Feldbetten und der gesamte Vertrieb hat heuer eine schöne Weihnachtsgratifikation erhalten. So ist das immer, Herr Bruns. De een, de hett den Büdel un de anner hett dat Geld. Ist man Makler, hat man Freude an astronomischen Immobilienpreisen, ist man Linker, möchte man den Quadratmeter von 6,50 Euro als Referenzwert bei Neuvermietungen im Roten Feld. Und ist man makelnder Sozi, linkt man sein Klientel eben bis man Linker wird und es ihm recht machen kann. Fragen Sie Karlheinz. Der weiß, dass die Wege seiner Herren unerforschlich sind.

  25. Macht Verzicht glücklich?

    Seit jeher habe ich vermutet, daß die Rede vom »Entschlacken« eine zutiefst unsinnige ist und Leute, die verzückt von ihren Fastenerfahrungen erzählen, mächtig einen an der Waffel haben. Neulich las ich dann die Zusammenfassung einer empirischen Leuphana-Studie von Horst-Opa Schowski, die das vielbesungene Wohlbefinden dem Verzicht auf Koffein, Alkohol und fette Mahlzeiten sowie einer besseren Flüssigkeitsversorgung und schmerzfreien Weisheitszähnen zuschrieb und ansonsten die Existenz von »Schlacken« und den damit einhergehenden Humbug von »Reinigung« und »Entgiftung« als schieren Aberglauben zurückwies. Seitdem habe ich allerdings keine Lust mehr, Fastenfreunden zu widersprechen. Zwar gefällt mir der vieles erklärende Gedanke, daß sich diese Leute außerhalb der Fastenzeit als wandelnde Giftfässer oder gar -halden betrachten und entsprechenden Selbsthass und diesem entsprechende Neurosen ausbilden; aber man möchte sie selbstverständlich nicht grundlos explodieren sehen.

  26. meine lieben freunde und nicht-freunde, da man ja hier viel wert auf kasperl-theater legt und ich aus dem alter raus bin und mir dieser anonyme unfug nur als unfug erscheint, werde ich diesen blog verlassen. wer empfindlich ist, sollte nicht mit seinem eigenen namen hier reingegehen, ich war und bin nicht empfindlich, sonst hätte ich es nicht getan. die gründe warum hier sogern rumpelstilzchen gespielt wird, sind unterschiedlicher natur, hat aber nichts mit meinungsfreiheit und anderen ehrenwerten vorstellungen zutun. ich sehe es nur als ego-pflege an. dafür ist mir meine zeit zu schade. und wer hier fragen stellt, bekommt eh nur dumme antworten, die klug klingen. wenn hier also nochmal ein KLaus Bruns erscheint und davon gehe ich aus, ich bin es nicht. man kann nur hoffen, ihr werdet euch nicht jetzt aus langeweile und mangels eines opfers gegenseitig fressen. es wäre schade um diesen blog. reaktionen auf diese post wird es von mir nicht mehr geben. frohe weihnachten.

    • Huhuhuhhhhh Klaus Bruns. „ich werde diesen blog verlassen“? Ohwehohwehohwehohwehhh, oh Stöhn! Seufz, Schluchz, Buhu, Heul, Flenn und Wimmer, Wimmer, Wimmer … Sie tollkühner, anbetungswürdig heldenmütig erzengelgleicher Entsager! „Wirf deine Worte deinen Thaten voraus: verpflichte dich selber durch die Scham vor gebrochenen Worten“?

      Das ist ungefähr Ihr fünfundzwanzigster großangekündigter Blog.JJ-Abschied in diesem Jahr. Das letzte Mal, Anfang November glaube ich, wollten Sie Bundeskanzler werden und benötigten Ihre ganze Kraft für die anstrengenden mehrjährigen Vorbereitungen des Coups. Mal sehn, wie viele Stunden Sie diese Woche Ihr Wasser werden halten können.

    • …..und tschüß !!!

  27. Rede des roten Christoph vom Weltgebäude herab

    …, dass kein Gott neben Klaus Bruns sei:

    Wenn ich meine Rede, der Höflichkeit folgend, in Englisch halten würde, fiele sie, meinen brillanten Fremdsprachenkenntnissen gedankt, so aus. Great Job. Take your chance. Let’s Party.

    Zu unser aller Freude halte ich die Rede auf Deutsch, und wir können uns auf eine Vortragszeit von ungefähr vier Stunden einrichten, was das Mindeste ist, um ein mehrere Millionen Posts umspannendes Werk zu würdigen. Die Türen werden verschlossen, ich fange jetzt an. Meine Rede gilt einem Kollegen, der mich durch seinen Mut begeistert hat.

    In einer Zeit, in der uns KommentatorInnen, vermutlich um uns zur Demut anzuhalten, von Karlheinz Fahrenwaldt gesagt wird, dass es dem Blog-Geschäft schlecht gehe – es geht dem Geschäft wirklich sehr schlecht, sagen die Mitglieder des Stadtrates, der Zeitung geht es noch schlechter, mach was mit Sex oder Vampiren, mach was für Leserinnen, die eigentlich nicht lesen, und mach es vor allem kurz, sagen sie –, in dieser Zeit der pressegeschäftlichen Schwarzmalerei also, ist es waghalsig von Kommentator und Zeitungsverlag, sich für einen vollkommen eigenen Weg zu entscheiden.

    Schreiben ohne an die Supervisions- und Redaktionskosten zu denken, ohne die sich rasant verringernde Aufmerksamkeitsspanne der Leser zu berücksichtigen, sich nicht von Warnungen beeinflussen zu lassen, mit diesem Mut ist Autor und Landeszeitung etwas Außerordentliches gelungen: Sie haben Kunst geschaffen. Und vielleicht macht das Risiko, das beide Seiten eingingen, auch anderen KommentatorInnen und BloggerInnen in Uelzen oder Celle wieder Mut, literarische Experimente jenseits des Mainstream und der Krimis zu wagen.

    Meine Rede gilt einem Kollegen, der mich durch seine innere Freiheit begeistert hat. Es ist für die Freude an seiner Kunst vollkommen unerheblich, in wie weit Geäußertes und Realität übereinstimmen. Ob ein Post autobiografisch ist oder nicht, war mir nie ein Qualitätskriterium. Ein Blog-Kommentar sollte im besten Fall etwas wagen. Sollte weh tun und glücklich machen. Das Ziel ist erreicht.

    Unser absurd monströses Leben in Lüneburg, Reppenstedt und bei LZ-Online mit all den Demütigungen, die es mit sich bringt, diese unendlichen Zumutungen: sich der Sterblichkeit bewusst zu sein und dennoch für etwas zu brennen, und sich dabei zu beobachten – dieses kleine, alberne, rührend bescheuerte Leben zu schildern, ist Herrn Klaus Bruns so meisterhaft gelungen, dass ich mich verstört fragte, warum vor ihm noch nie einer oder eine auf die Idee kam, das Dasein genauso zu schildern, wie er es tat.

    Minutiös. Sekunde für Sekunde. Nichtigkeiten, die sich anfühlen wie Weltuntergänge. Weltuntergänge, die sich lesen wie Nichtigkeiten. Der Kommentator als Zentrum des Planeten, um dessen bedeutende Unwichtigkeit sich das Universum gruppiert.

    Über „Klaus Bruns´ Kampf“ haben wir in den Leserbriefen im Print wie in Blog-Reaktionen gefühlt genauso viele Worte der Begeisterung und Auseinandersetzung lesen können, wie das Werk selbst Worte hat, und darum wissen selbst diejenigen, die es nicht gelesen haben, dass besagter Kampf größtenteils in der Konfrontation mit dem alltäglichen Nichts besteht. Der dunklen Materie der Belanglosigkeit, den sich wiederholenden Abläufen, der grauenhaften Zeitverschwendung des Lebens.

    Vielleicht nehmen viele dieses triste Nichts, das Leben meint, wahr. Beim Aufstehen, rauchen, sich waschen, dieselben Wege durch die immer gleichen Straßen, und schon wieder ist Herbst –.

    Vielleicht stammeln sie, versuchen dieses große Gefühl der unendlichen Sinnlosigkeit in Worte zu kleiden, doch es verliert sich auf dem Weg des Denkens. Die wenigsten verfügen wie Klaus Bruns über das Geschenk der Mittel, ihre Wahrnehmungen und Gefühle angemessen zu verarbeiten und in Sprache zu wandeln. Sie komprimieren und reduzieren und destillieren, weil es sonst zu unerträglich wäre, das Leben. Sich der Leere und der Absurdität bewusst zu sein, in dem man sie benennt, ist eine Meisterleistung.

    Bei Klaus Bruns ist kein Detail seiner intensiven Wahrnehmung auf dem Weg zum Wort schwächer geworden. Er ist ein brillanter Übersetzer des Übersehenen, Übergangenen und des Überdrüssigen im alltäglichen Ablauf – da ist keine Ermüdung und Kapitulation an der Verarbeitung von Banalem –, die sich durch seine Meisterschaft zu einer großen Wahrheit fügen.

    Wir folgen Bruns, weil er über Filter verfügt, die brillanter sind als die der meisten, deren Filter Banales und Belangloses löschen, in Bildern von sich verharren und daran leiden, dass sie ihr Leben wie in einem Koma verbringen, aus dem sie keiner weckt.

    Lebendig zu sein, dazu gehört auch das Eingestehen und Erkennen der eigenen Schwäche und Peinlichkeit, dem Scheitern und Versagen. Über das die meisten sich und andere belügen, denn das scheint notwendig, in einer Zeit, in der nur der stromlinienförmige Mensch zu überleben scheint. Der Gewinner, der Sportler, die verdammte Maschine, die wir doch alle nicht sind.

    Darum finden sich so viele in Klaus Bruns Kommentaren wieder – weil das Geschriebene so derartig ungewohnt intim ist, dass die Leser eine enge emotionale Beziehung mit einem unbekannten Reppenstedter beginnen, die sie oft weder zu sich, noch zu nahestehenden Menschen haben.

    Die Menschen, die nahten. Ich hoffe, sie sind Klaus Bruns geblieben.

    Meine Rede gilt einem Kollegen, der mich durch seine Kompromisslosigkeit begeistert hat. Früher fragte ich mich immer, ob ich eine gute Blog.JJ-Kommentatorin sein möchte, oder glücklich. Es war mir bis vor Kurzem klar, dass ich mich immer für das erste entscheiden würde, falls eine höhere Macht fragen sollte.

    Dann merkte ich, dass es mir wichtiger ist, zufrieden zu leben, als mit einem phänomenalen Werk von Posts und Leserbriefen unglücklich tot zu sein. Eine Schwäche, die Klaus Bruns vielleicht nicht hat.

    Die Arbeit, die Vermarktung der Arbeit, der Verlust der Privatheit, verbrauchen Energie, Lebenszeit, und sehr oft wird dieser Einsatz nicht mit Erfolg belohnt. Vermutlich war das Herrn Bruns egal. Der Erfolg kam, manchmal passieren Wunder. Und belohnen den körperlichen und geistigen Einsatz eines Menschen, der für etwas brennt. Der sich nicht scheut, sein ausgezeichnetes und mit viel Lob gewürdigtes Leben als aktiver Lokalpolitiker zu verlassen, und sich als unermüdlich postender Anti-Lobbyist ganz neu zu erfinden.

    „Klaus Bruns´ Kampf“ zeigt einen Stilbruch auf allen Ebenen. Bruns hat ihn erreicht, indem er sich radikal vom Außen abgewandt und sich dem gewidmet hat, was Innen liegt. Auf diesem Weg fand sich, vermutlich nach vielen Versuchen, der Stil, der heute so viele begeistert, weil er nicht in sich selbst verliebt ist, weil er das Wesentliche transportiert, weil Sätze nicht um des Wohlklangs willen manieriert kreiert werden.

    Klau Bruns hat einen Kommentar-Stil gefunden, der nicht dem von der LZ-Kulturredaktion abgesegnetem Handarbeitslehrer oder Literaturdarstellernormen entspricht. Den Stil ändern, vor allem, wenn er erfolgreich war, Erwartungen enttäuschen, weil man sich zu langweilen beginnt, weil man sich nicht weiterentwickeln kann, ist eine riskante Arbeit. Nichts für Feiglinge.

    Meine Rede gilt einem Kollegen, der mich durch seine Furchtlosigkeit begeistert hat. Sich nicht an etwas zu klammern, nicht auf Bestätigung zu hören, ist konsequent, radikal. Es ist ein Zeichen großer persönlicher Freiheit. Und das ist für mich das größte Lob, das ich einem mir unbekannten Reppenstedter machen kann.

    Es wird Herrn Klaus Bruns nicht helfen. Der sich vermutlich, wie alle guten Kommentatorinnen und Kommentatoren, ständig selbst infrage stellt. Sich einredet, tausendmal Gehörtes immer nur zu wiederholen. Mittelmäßig zu sein, weil irgendwann von irgendwem irgendwie alles mal gesagt wurde. Das ist möglich, aber auch egal. Denn jede Zeit und jede Generation braucht ihre eigenen Helden, die im Jetzt verankert sind, die unter neuen Bedingungen etwas wagen, das scheitern kann.

    Im Fall von Herrn Klaus Bruns ist alles gelungen. Er wird es nicht glauben, mein Lob ist eines von ungezählt vielen, es wird nicht helfen, helfen kann der Kommentatoren-Künstler sich nur selber. Und am besten damit, dass er oder sie nicht auf Zweifel und Zweifler hört, sondern einfach weitermacht.

    Was sonst.

    Meint: Christoph Berg (HptFw a. D. und StFw d. R. aus Oedeme)