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Ohne Experimente droht viel Langeweile

Hans-Herbert Jenckel
Hans-Herbert Jenckel

 

(Den Blog.jj führt Hans-Herbert Jenckel, Geschäftsführender Redakteur und Online-Chef der LZ, Kürzel jj. Gastkommentare sind willkommen. )

 

 

Lüneburg, 21. Dezember 2015

Zu Weihnachten darf ich mir was wünschen und zum Jahreswechsel gute Vorsätze in die Welt setzen.

„Keine Experimente.“ Das war der Wahlspruch des greisen Bundeskanzlers Konrad Adenauer im Jahr 1957. Seither gehört diese Warnung zum Kanon des deutschen Sicherheitsempfindens.

„Keine Experimente“ ist im übertragenen Sinn auch der Leitspruch in der Vermarktung der Stadt Lüneburg im Jahr 2016. Nur was sich an Veranstaltungen trägt, wird auch gewagt. So stand es in der LZ.
Diese Art „Versicherung“ gegen alle Wechselfälle des Marketings, dazu gehören eben Flops, ist der zweite Glaubenssatz der Deutschen.

Fazit: Ohne Experimente und mit Versicherung können alle ruhig schlafen.

Lüneburg kann sich einen Kurs ohne Risiko durchaus leisten. Die kleine Hansestadt boomt auch fast ganz ohne Marketing wie keine andere in der Region, Zuzugs-Paradies, Touristen-Magnet, Rote-Rosen-Stadt und Kultur-Hochburg zugleich. Gerade in der Weihnachtszeit ist Lüneburg so attraktiv, dass die Stadt die Menschenmassen kaum fassen kann.  Die Anziehungskraft untermauert gerade wieder eine Städte-Studie.

„Keine Experimente“ allerdings heißt auch, ewig grüßt das Murmeltier.

Bei den Startups dieser Republik und allemal bei den Großen der neuen Welt wie Google, Facebook und Amazone wäre mit dem Wahlspruch „Keine Expermiente“ nur eines sicher: die Kündigung. Und das ist auch gut so.
Ohne Experimente und Risiko schläft nicht nur der Bürger ruhig, sondern auch der Fortschritt.

Für 2016 wünsche ich mir also durchaus ein paar Experimente: Lüneburg darf nicht nur Rote-Rosen-Stadt sein, sondern sollte sich auch als Smart City vernetzen. Lüneburg sollte nicht nur Hort von 1400 Baudenkmälern sein, sondern auch von 1400 Startups in alten Gemäuern. Ein Inkubator von 1400 Ideen, von denen zwanzig als Blindgänger Geld verbrennen, die meisten im Sande verlaufen, aber zwei Ideen durchschlagend zünden. Das schmeckte nach einer frischen Brise und bekäme einer tausendjährigen Stadt besser, als keine Experimente.

Ich jedenfalls setze 2016 in jedem Fall auf Experimente.

Frohes Fest und guten Rutsch.
Hans-Herbert Jenckel

14 Kommentare

  1. langeweile beruhigt die nerven. aber nur bei denen, die in sich ruhen. experimente sind das salz in der suppe. der mensch ist für stillstand nicht geeignet. er fällt dann nur über seine eigene art her. herr jenkel, ich wünsche ihnen ein frohes fest und einen guten rutsch, ohne dabei auf die nase zu fallen. nicht jeder hat es so gut , wie gabriel. dem würden auch 51% reichen um weiter zu kaspern. die 51 % wären in wirklichkeit nicht mal 10% der bevölkerung , die für ihn sind. aber trotzdem würde die bevölkerung sich weiter von der politik auf den arm nehmen lassen. es genügt immer zu behaupten, man wäre in der mehrheit. dieses vergnügen wird ein wirtschaftsunternehmen nie haben. dort nützt auf die dauer nicht mal eine kreative buchführung.

  2. Lieber Herr Jenckel,

    im „Inkubator der 1.400 Ideen“, in dem seit 2009 rund 98 Millionen Euro verdampft sind, gab es da bisher auch nur EINE Idee, die „durchschlagend gezündet“ und Lüneburg als „Smart City“ voran gebracht hat — und zwar „nachhaltig“?

    Können Sie mir nur EINE nennen, die kein Geld verbrannt oder sich nicht als Rohrkrepierer erwiesen hat?

    Ich wüsste außer einer Riesenwolke an Reklamegequatsche keinen einzigen wirklichen (wirtschaftlichen) Erfolg zu nennen. Wo ist die „verbesserte Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft“, die der Inkubator herbeizaubern sollte?

    Sichtbar ist allein das künftige „Innovations- und Forschungszentrum der Leuphana im neuen Libeskind-Zentralgebäude“, in das ca. 14 Millionen Euro vom Gesamtbudget geflossen sind.

    Und zweifeln Sie nicht selbst ? Am am 17. März 2015 haben Sie jedenfalls geschrieben:

    „So weit, so gut. Doch Symbol dieser Wende, unübersehbar und übermächtig, ist der Libeskind-Bau. Er soll der Höhepunkt der Entwicklung werden. Und da sind wir wieder bei der Brandgefahr: Am Ende geht es nicht mal um die Frage, ob dort ein sensationelles Gebäude auch fertig wird, das Lüneburg-Gäste bewundern. Dafür wird es nicht gebaut. Es stellt sich die Frage, ob das Innenleben später dem Anspruch der Hülle gerecht werden kann. Es stellt sich die Frage, ob die Stiftungs-Universität so viel Kapital bei Mäzenen einsammelt, dass auch nach Wegfall der EU-Förderung im Sommer das große Rad in Forschung und Lehre gedreht werden kann, das Audimax mit Kongressen und Konzerten ausgebucht ist. Die Hülle, sie ist nur ein Versprechen.

    Jeder, der die Hand in Stadtrat, Kreistag und Landtag gehoben hat, den Löwenanteil der externen Baufinanzierung dadurch gesichert hat, ist damit auch Bürge für die Erfüllung dieses Versprechens. Liebe Politiker, wenn es gelingt, könnt Ihr sagen, Ihr seid dabei gewesen. Wenn es missllingt, suchen Euch lange Albträume heim.“

    (http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/222989-lueneburgs-stadtrat-und-kreistag-buergen-mit-fuer-den-erfolg-des-leuphana-libeskind-abenteuers)

    Ist der von Ihnen beschworene Zusammenhang von Experimentierlust und hansestädtischem Entwicklungserfolg mehr als ein frommer Wunsch?

    Wo ist das reale Fundament, auf dem Ihre Zuversicht (oder doch nur Ihre Hoffnung) gründet?

    Wirklich „kreativ“ scheinen mir persönlich nur zwei Unternehmungen am Kuchenverzehr zu partizipieren: die Campus Management GmbH mit dem Theaterdirektor Klaus Hoppe an der Spitze und das managende Laienspielduo im Uni-Präsidium. Beides sind eigentlich reine Schaustellerbetriebe. Doch ihr Glück scheinen beide mit großspurigen Luftnummern im Immobiliengeschäft zu machen versuchen.

    • Lieber Herr Bergmann,
      ja, im Inkubator gab es durchaus Start ups, die fliegen. Ein Beispiel wäre „explainity“, die Firma produziert Erklärvideos von hoher Qualität – nicht nur für die Uni.

      Aber in diesem Fall ging es mir einmal nicht um die Uni und um Libeskind, sondern ums Vermarkten der Stadt Lüneburg. Neben Stadtfest, Sülfmeistertagen, Weihnachtsmarkt und verkaufsoffenem Sonntag ist wenig Neues am Start.
      Die Rosenkönigin zum Beispiel war ein Versuch, in meinen Augen aber ein Flop. Aber das darf die Stadt nicht davon abhalten, neue Versuche zu starten. Und dabei muss man sein Gesicht nicht verlieren.
      Es geht nicht darum, die Marken Heide oder Rosen zu revolutionieren, sondern Lüneburg auch als Stadt des 21. Jahrhunderts mit tiefen Wurzeln nach außen zu vermarkten. Und dabei darf es ruhig das ein oder andere Experiment geben.
      LG hhjenckel

      • Naja, Herr Jenckel, Andreas Eberts explainity fällt allen immer zuerst ein und ist auch eine feine Sache, aber doch wohl kein echter Dauerknaller, der auf eigenen Beinen stehen kann und irgendwie den großen wirtschaftlichen Durchbruch geschafft hätte — oder jemals schaffen könnte. Zur DEDON GmbH oder zur ROY ROBSON FASHION GmbH & Co. KG beträgt der Abstand jedenfalls immer noch Lichtjahre. Außerdem geht die Zahl der Wettbewerber im Bereich der Erklärvideos allein in Deutschland inzwischen in die Hunderte und es ist nicht einmal sicher, dass explainity auch nur unter den Top-Fifty zu finden ist. Waren für das Ausbrüten eines solchen „Vorzeigeunternehmens“ tatsächlich 98 Millionen Euro an Inkubations-Investitionen nötig? Und mehr ist nicht gekommen? Trotz allem brumm, brumm, brumm, big money brumm herum ?

        Der Experimentierfreude der Stadt sitzt, wie Sie wissen, mangels dafür nötiger Geldmittel ein ziemlich enges Schnürhemdchen prall über dem Wanst und noch eine weitere erzbiedere Rosen-, Bier- und Bratwurstsause mit Beschickern und Stadtoberen und Museumsvereinspräsidentschaftsprätendenten im angeblich historischen Kostüm kann, glaube ich, niemand wirklich gebrauchen.

        Die Sache mit den „1.400 Startups in alten Gemäuern“ halte ich dagegen für überlegenswert. Ein großes, exzellent saniertes und technisch ausgestattetes altstädtisches Quartier zum Wohnen und Arbeiten für Bastler und Entwickler und ihre Familien mit einer kleinen, aber hoch professionellen, von der Stadt bezahlten Serviceagentur, die – unabhängig von der Uni – koordiniert und Unternehmenskontakte sowie Fördermöglichkeiten für jeden Beteiligten eruiert — und drumherum eine gut ausgebaute Infrastruktur für junge, lebens- und geschäftstüchtige Leute, die sich fast ausschließlich auf durch Muskelkraft betriebenen Vehikeln fortbewegen, — das wäre mal einen Versuch wert, der ruhig zehn bis fünfzehn Jahre dauern könnte.

        Vielleicht kauft die Stadt ja das alte PH-Gebäude von Herrn Keller?

        Oder das Gelände der alten Ziegelei in Rettmer von Herrn Hoppe?

        Und wagt mal was?

        Wer weiß?

  3. Karlheinz Fahrenwaldt

    Sehr geehrter Herr Jenckel,
    es ist Ihnen hoch anzurechnen, dass Sie als guten Vorsatz für das nächste Jahr ein verstärktes Experimentier-Engagement an den Tag legen wollen. Beim Aufräumen meines Bodens habe ich einen noch originalverpackten Kasten „Kosmos Chemieexperimente“ gefunden, den ich Ihnen gerne zur Verfügung stellen möchte. Was die Leuphana betrifft, mache ich mir aber Sorgen um die Freiheit der Forschung und Lehre. Da Professoren von Unternehmen bezahlt werden und Forschung und Lehre nicht im humboldtschen Sinn betrieben wird, dient unsere Universität in vielen Bereichen als reine Ausbildungsstätte der Führungselite von Konzernen. Bildung als Mittel zur Erlangung geldwerter Vorteile nach dem Prinzip des homo oeconomicus steht der Freiheit der Lehre und Forschung im Wege. Ich gebe Herrn Bergmann Recht in seiner Beurteilung der finanziellen Folgen des Libeskindbaus für die Lehre an der Leuphana und stelle mit Zufriedenheit fest, dass meine Stimme gegen die Mitfinanzierung durch den Landkreis Lüneburg richtig war.

    • „Was die Leuphana betrifft, mache ich mir aber Sorgen um die Freiheit der Forschung und Lehre. Da Professoren von Unternehmen bezahlt werden und Forschung und Lehre nicht im humboldtschen Sinn betrieben wird, dient unsere Universität in vielen Bereichen (…) der Führungselite von Konzernen. Bildung als Mittel zur Erlangung geldwerter Vorteile nach dem Prinzip des homo oeconomicus steht der Freiheit der Lehre und Forschung im Wege.“

      Dazu passen Artikel und Kommentare von heute:

      http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/289352-stiftungsrat-der-leuphana-beschliesst-gruendung-eines-unternehmens#comment-60587

    • So sehe ich das auch, Herr Fahrenwaldt. Eine kleine berufsvorbereitende Kadettenanstalt für medienaffine Dienstleistungssoldaten, die aus einer Pädagogischen Hochschule hervorgegangen ist und „Universität“ spielt, aber weder naturwissenschaftliche Kompetenzen noch wirkliche „Expertise“ in irgendeinem anderen Fachbereich vorzuweisen hat, wird — hemmungslos die Marketing- und Reklamemaschine bedienend — in einen reinen Geldabgreifebetrieb mit entsprechend „attraktiven Programmen“ und „utilitären Transferleistungen“ umgebaut, für den Studenten nur noch das notwendige Übel sind, das den „akademischen Markenkern“ der Beratungsfirma belegt und den einträglichen Dauerkontakt mit der Geld verteilenden „Kundenkontaktplattform Wissenschaftsministerium“ ermöglicht.

      Der ehemalige Lüneburger Professor Matthias von Saldern war über Jahre Mitglied des Leuphana-Stiftungsrates, der eigentlich das Uni-Präsidium beaufsichtigen soll. 2014 verließ er die Lüneburger Hochschule und schrieb in einer E-Mail an Kollegen: „Aus meiner persönlichen Sicht hat sich das Gremium durch zu große Nähe zum Präsidium selbst entmachtet, was auch Mit-Ursache der Probleme ist, vor denen die Universität heute steht.“ (http://www.ndr.de/Ruecktritt-des-Leuphana-Praesidiums-gefordert,leuphana509.html)

  4. Hallo Herr Jenckel,

    im Jahr 2014 gab es mehr als 310.000 Übernachtungen in Lüneburger Hotels , „die für die touristische Anziehungskraft unserer Stadt sprechen“.

    Diese Zahlen (die oben stehende und viele weitere blumige Schlussfolgerungen) nennt der jetzt vorgelegte „Städtereport Lüneburg 2015“, den ohne jedes Eigeninteresse, aber dafür mit allergrößter Unparteilichkeit und wissenschaftlicher Objektivität die Hamburger Comfort Holding GmbH, der „Spezialist für Einzelhandelsimmobilien“ angefertigt hat, welcher sich „seit 1979 als total unabhängiges Makler- und Beratungsunternehmen konsequent auf einzelhandelsgenutzte Immobilien in den Top 1A-Lagen von Innenstädten im deutschsprachigen Raum konzentriert und heute zu den führenden Unternehmen in diesem Segment zählt“.

    Wäre es – bei so tollen Übernachtungszahlen – nicht ein aufregendes und absolut angebrachtes Experiment, wenn die Verwaltungsspitze einmal gemeinsam mit Herrn Pauly und Ehrenbürger Henning J. Claassen über die Einführung einer richtig schön derb gesalzenen Bettensteuer in Lüneburger Hotels, Pensionen, Gasthäusern, Herrbergen und auf sämtlichen Campingplätzen und Parkbänken nachdächte? Schließlich kommen alle diese vielen Leute nach Lüneburg und benutzen dabei örtliche Straßen, Plätze und sogar Fahrradwege, nur um in unsere Kaufhäuser und Restaurants zu gelangen, wo sie hiesigen Ladenmädchen und Wirten ihr Geld tonnenweise in den Rachen baggern.

    • wer was gegen bettensteuer hat, hat auch was gegen betten. was nichts kostet, ist dem bürger auch nicht lieb und teuer.

  5. Megasuperstadtvermarktungsexperiment

    Wer sich daran wagt, der könnte in wenigen Jahren zu den echten Gewinnern gehören:

    Sieben gute Gründe für mehr Radverkehr in Lüneburg

    Radverkehr…

    1) macht mobil: Lüneburger (fast) jeden Alters können mit dem Fahrrad kurze und mittellange Wege zeit- und kostengünstig zurücklegen. In Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann das Fahrrad auch auf langen Wegen konkurrieren.

    2) verbessert die Lebensbedingungen in der Stadt: Radverkehr ist leise, verursacht keine Luftschadstoffe und keine schädlichen Klimagase und beansprucht wenig Platz.

    3) hilft, Autoverkehr zu vermeiden: Fast 90 Prozent aller Wege in Lüneburg ist kürzer als 5 km, zwei Drittel dieser kurzen Wege werden dennoch mit dem Auto gefahren. Viele dieser motorisierten Wege könnten auch mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

    4) macht Spaß und erhält die Gesundheit: Eine halbe Stunde Radfahren täglich ist nachweislich gesundheitsfördernd.

    5) trägt zur Sicherheit des Verkehrs bei: Je mehr Radverkehr auf den Straßen sichtbar wird, desto mehr stellen sich alle Verkehrsteilnehmer darauf ein.

    6) schont den öffentlichen Haushalt: Radverkehrsinfrastruktur ist vergleichsweise kostengünstig, Investitionen zahlen sich schnell in intensiver Nutzung aus.

    7) unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung: Eine Stadt mit guten Lebensbedingungen und attraktiven öffentlichen Straßenräumen ist für neue Bewohner, für Touristen und für Geschäftsleute attraktiv.

    Aus diesen Gründen sollte die kontinuierlich Förderung des Radverkehrs ein strategischer Baustein und ein energisch verfolgtes Ziel des Stadtentwicklungsplans in Lüneburg sein.

    Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs in Lüneburg sind vergleichsweise preiswert und kosteneffektiv, zumal häufig vorhandener Verkehrsraum umgenutzt werden kann. Dennoch erfordert die Umsetzung einer Radverkehrsstrategie, die ihren Namen verdient, eine Reihe von Maßnahmen, deren Finanzierung gesichert sein muss. Eine solche „Strategie“ sollte deshalb immer davon ausgehen, dass der Radverkehr einen Anteil an den für die Finanzierung des Stadtverkehrs zur Verfügung stehenden Mitteln benötigt, der seiner Bedeutung für eine nachhaltige Mobilität in der Mittelstadt Lüneburg entspricht. Der Nationale Radverkehrsplan (NRVP) der Bundesregierung sieht eine UNTERGRENZE von 5 € pro Einwohner und Jahr bei den Investitionen für den Radverkehr vor. Es sollte von der Lüneburger Stadtverwaltung angestrebt werden, schrittweise bis 2017 diese Größenordnung im Rahmen der Investitionsmittel des Straßenbaus für Maßnahmen zur Radverkehrsförderung wenigstens zu ERREICHEN.

    Frohes Gute-fahrradfahrförderliche-Vorsätze-Fassen-und-voll-feste-daran-Festhalten

    wünscht Götz-Dietmar Kröger

  6. Natürlich ist der Weihnachtsmann ein Student! Oder habt ihr geglaubt, so einen Job bekommt man ohne ordentliche Ausbildung hin? Logistikmanagement, Geographie, Rentierführung – lebenslanges Lernen nennt man so was. Außerdem: Höchstens eine Nacht richtig arbeiten, aber den Rest des Jahres blaumachen – genau so sieht der Alltag der meisten Studenten aus.

    Es war einmal…so fangen alle Märchen an.

    Es wird einmal…Märchenhafte Leuphana Vorlesungen in 2016 von Alberich Spoun.

    Relationik (Beziehungswissenschaften )
    Der Masterstudiengang richtet sich an Interessenten, die mindestens eine Beziehung abgeschlossen haben und solche, die in Zukunft eine führen wollen. Er befasst sich mit allen Fragen des dauerhaften Zusammenlebens. Zu den Grundlagen gehört die „Einführung in genderspezifische Unterschiede im Telefonverhalten“ sowie eine Paarübung mit Kommilitonen – wahlweise „Bei Ikea eine Küche kaufen“ oder „120 Kilometer im Stau stehen“. Darauf aufbauend wählen die Teilnehmer vertiefende Seminare wie „Der verschnupfte Mann – Mythos und Wahrheit“, „Zur Typologie des Beischlafs“, „Frauen und Kindernamen“.

    Vitasophie (Lebensweisheit)
    Der Studiengang „Master of Vitasophical Investigation and Reasoning“ ist ein nicht-konsekutives englischsprachiges Masterprogramm für Bachelor-Absolventen aller Fachrichtungen. Studienanfänger wählen zwischen den Schwerpunkten „Life and Prosperity“, „Emotional Balance“ und „Practical Wisdom“. Im Zentrum des Studiums stehen eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen der klugen Lebensführung und die Lektüre der ganzen Bandbreite der vitasophischen Literatur.

    Master of Work-Life-Balance and Sophisticated Idleness
    Im Mittelpunkt des Programms steht der zuletzt viel diskutierte Begriff der „Entschleunigung“. Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema wird viel Wert auf praktische Übungen gelegt. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, im Verlauf des Studiums Schwerpunkte zu setzen wie etwa „Später kommen, früher gehen“, „Power-Napping“ oder „Fünfe gerade sein lassen“.

    Master of Decision Making
    Dieser Masterstudiengang steht allen Bachelor-Absolventen offen, die sich ob der Fülle der Möglichkeiten noch nicht für einen weiteren Studien- geschweige denn Lebensweg entschieden haben. Aufbauend auf Grundkurse wie „Kirsch oder Erdbeer – Geschmacksentscheidungen in Yoghurt- und Eisfragen“, „Seltener Umschalten – die Kunst des gelungenen Fernsehgenusses“ werden einfache Entscheidungswege analysiert und ihre Anwendung in praktischen Übungen verfestigt.

    Frohe Weihnacht auch in 2016

    • Inge Kutter-Meihseisplag

      Wie originell !

      Eine Kompilation (lat. compilatio, Plünderung) von diesmal gleich zwei Zeitungstexten:

      http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/notluegen-zur-frage-ob-es-den-weihnachtsmann-oder-nikolaus-wirklich-gibt-13950616.html

      und

      http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2010-03/neue-masterstudiengaenge/komplettansicht

      Ganz allein ür Sie, Til[l] Eulenspiegel, ist der folgende Weihnachtsgang eingerichtet worden — natürlich an der Volkshochschule:

      Master of Growing up

      Im eng getakteten Bachelorstudium kommen in Melbeck herumbrunsende Studenten des ewigen Bundeskasperns nämlich nicht zu dem, was sie in ihrer fahrenwaldtschen Lebensphase schon längst hätten tun sollten: Erwachsen werden. Das können sie aber immer noch im Master of Growing up nachholen. (Kein Abitur erforderlich, dafür gibt´s am Ende aber gleich zwei Abschlüsse!)

      Zulassungsvoraussetzung ist eine Wohnung, die sich nicht unter dem Reppenstedter Dach eigener oder fremder Eltern befindet; der Mietvertrag muss bei der Einschreibung vorgelegt werden. Wer es mit 60 bis 75 Jahren noch nicht geschafft hat, das elterliche Nest zu verlassen, kann vor Semesterbeginn den Crashkurs „Wie ziehe ich von zu Hause aus in 10 Tagen“ absolvieren.

      Im ersten Semester werden die Grundlagen der Selbstständigkeit gelehrt und in Übungen die wichtigsten Überlebenshandgriffe eingeübt (Glühbirne einschrauben; Spiegelei braten). Wichtigstes Lernziel ist, die Wäsche nicht mehr bei Mama Karschunke abzugeben; wer seine Wohnung vom elterlichen Reinigungspersonal pflegen lässt, wird mit sofortiger Wirkung disqualifiziert. Im zweiten Semester steht die Kommunikation mit den Eltern (auch mit längst verstorbenen) im Vordergrund. Dazu werden in den Vorlesungen verschiedene Kommunikationsmodelle vermittelt; in den Seminaren werden etwa der Einsatz der Schweigespirale in Telefonaten und Séancen vertieft und Techniken aufgezeigt, mittels derer sich die elterlichen Anrufe und Klopfzeichen auf ein Mal pro Woche reduzieren lassen.

      Ist die Ablösung erfolgt, wird im zweiten Teil des Studiums der Schwerpunkt auf die stiftungsrätliche Persönlichkeitsentwicklung gelegt. Angeboten werden unter anderem die Selbst-Ringer-Vorlesung „Entscheidungen vor Hörsaalvermietungen fällen“ und das Seminar „Als Uni-Präsident für Fehler geradestehen“, bei dem der Professor Spoun kategorisch schlechte Noten vergibt und nicht zulässt, dass man die Schuld dafür auf ihn oder andere Ausländer schiebt. Wer den Master of Growing up absolviert hat, besitzt die zertifizierte Eignung, im Raum der Stille und/oder in einer Blog.JJ-Beziehung Verantwortung zu übernehmen.

      Zur Vorbereitung:
      Bernhard Meyerfink, Hans-Jörg Volkerguckel: Frag Mutti Heinen-Kljajić (nicht)
      Dr. Oetker: Das Dr. Oetker Schulkochbuch
      Holm Keller: Der grüne Neidrich
      Johann Höcke von Troethe: Meister Pretzells Lehrjahre
      Wer während der Vorlesung Bernd Althusmanns Abituraufsatz liest, wird rausgeschmissen.

    • Aber in diesem Fall ging es mir einmal nicht um die Uni und um Libeskind
      man sollte sich auch mal nach den wünschen des ,,blogwarts,, richten. schließlich macht er geld locker, damit diese spielwiese erscheinen kann.
      was meine geburtsstadt angeht, ich befürchte den untergang des abendlandes deswegen, weil unsere kommunalpolitiker in ein gefährliches alter gekommen sind. vergesslichkeit wird überhand nehmen. widerstände gegen groben unfugs werden schwinden, im alter ist das durchhaltevermögen eben immer eingeschränkter. die frage für die zukunft wird sein: wird derjenige im alter großzügiger , oder geiziger? wird er gesellschaftsfähiger , oder doch zum einsiedler innerhalb seiner eigenen partei. was den wunsch von herrn jenckel betrifft, experimentierfreudig zu sein, da sehe ich schwarz. im alter lassen experimente nun mal nach. die lz könnte ja vorangehen. eine uniform , so wie sie die teletabbis tragen, könnte dazu verhelfen, dass vermehrt ,,zugereiste,, den weg nach lüneburg finden. denen müsste man aber dann den weg in die heide schon zeigen. in lüneburg ist die heide selten zu sehen.