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Wer blutet nach der Wahl in Lüneburg für die AfD?

Hans-Herbert Jenckel
Hans-Herbert Jenckel
   

 (Den Blog.jj führt Hans-Herbert Jenckel, Geschäftsführender Redakteur und Online-Chef der LZ, Kürzel jj. Gastkommentare sind willkommen. )

 

 

 

Lüneburg, 30. Dezember

Im September 2016 verschiebt sich die Tektonik im Lüneburger Rat vermutlich gewaltig.  2016 ist Kommunalwahl. Es werden Parteien abtreten und mindestens eine wird mit Trara in den Rat einziehen,  bleibt die Stimmungslage so. Darauf sollten sich die Etablierten einstellen. Denn sie verlieren die Sitze an die Neuen.  Die Rede ist von der AfD.

Einer der Kenner im Rathaus prognostiziert, dass die Alternative für Deutschland nicht nur ein oder zwei Sitze erobert. Und ob CDU, SPD oder Grüne, sie müssen schwer um ihre Mandate kämpfen. Besonders gefährdet ist  die CDU, die sich fragen muss, ob sie sich nach rechts klar abgrenzt oder versucht dort zu wildern. Dort bedient die AfD mit Ressentiments gegen Europa im Allgemeinen und  Flüchtlingen im Speziellen sowie National-Gesäusel ihre Klientel.  Das ist dem Rat bisher fremd. Da könnte ein ums andere Mal die Stimmung vergiftet werden.

Für die Wahl müssen sich alle positionieren oder es besser gleich sein lassen.

Bei den Grünen, bisher zweitstärkste Fraktion, sind es eher hausgemachte Zwistigkeiten, die womöglich die Schlag- und Strahlkraft im Wahlkampf schwächen. Und in der Koalition mit der SPD und mit einem übermächtigen Oberbürgermeister verschwimmt die Kontur ihres grünen Konterfeis.  Das ist der Macht-Zoll.

Die Sternschnuppen im Rat sind die Piraten. Noch sind sie mit zwei Sitzen und zwei überaus angenehmen Jungpolitikern dabei.  Die Piraten-Dämmerung aber hat längst eingesetzt.

Die FDP, für die Lüneburg eigentlich ein gutes Pflaster ist, wird am Bundestrend hängen und daran, ob Birte Schellmann, ihr Stimmengarant,  noch einmal Wahlkampf treibt.

Und die Linken? Trotz stabilen Zuspruchs hat hier im Blog Fraktionssprecher Michel  Pauly schon vor Monaten einen Brandbrief abgesetzt:  Ohne Zuarbeit sieht er in der Fläche lauter weiße statt rote Flecken. Ohne Wunder gebe die Partei vor Ort „ein durch und durch erbärmliches Bild“ ab.

Anlog wird es im Kreistag zugehen. Doch wer immer auch dort künftig regiert, er wird meiner Einschätzung nach in absehbarer Zeit mit einem neuen Landrat an der Spitze verhandeln. Die Zeichen stehen nach der Wahl langsam  auf Wachwechsel. Und unter allen bekannten Politikern im Kreis, die vielleicht Landrat können,  sticht mir einer ins Auge, der gute Chancen hätte. Dann allerdings müsste sich eine Gemeinde im Speckgürtel Lüneburgs einen neuen Bürgermeister suchen.

Hans-Herbert  Jenckel

131 Kommentare

  1. Die AfD ist auf dem richtigen Weg!

    Das derzeitige Hauptanliegen der AfD ist berechtigt, es ergibt keinen Sinn Millionen Menschen aus Afrika und Asien nach Deutschland umzusiedeln.

    Joachim Datko – Physiker, Philosoph
    Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft

    • es ergibt keinen Sinn Millionen Menschen aus Afrika und Asien nach Deutschland umzusiedeln.
      stimmt und damit dieses auch nicht nötig tut, müssen wir uns ändern. besonders unsere wirtschaft. hühnerreste billig nach afrika verhökern, sondermüll ebenfalls, deren fischgründe leerfischen und ttip für arme (afrikanische staaten) geht eben nicht. kleinbauern und fischer wandern eigentlich ungern . wer ihnen ihre lebensgrundlagen nimmt, muss sich nicht wundern, wenn sie zu denen kommen, die dafür verantwortlich sind.

      • @ bruns
        Dann müssten Sie ins Schloss Bellevue oder in den Wohnsitz von Banker Ackermann, Kanzlerin Merkel, Dr. Schäuble oder Juncker , Barroso, Draghi und Co.
        Aber nicht, wie von linken Realitätsverweigerern immer behauptet,zum Bürger.

        Und lieber Herr Bruns, seien Sie doch mal ehrlich. Sie haben kein Handy, keinen PC , für dessen Rohstoffe Afrikaner ausgebeutet werden und arbeiten müssen bis zum Umfallen? Sie trinken keinen Kaffee, der aus Ländern stammt, bei dem die Bauern ausgebeutet werden und essen keinenFisch, der im Angebot ist und im Ausland gefangen wurde?
        Ihre Sichtweise ist fast kindlich, um nicht zu sagen von „LG bis Reppenstadt gedacht!“
        Herr Gysi hat da eine ähnlich lächerliche Ansicht: „Man muss von unserer Seite „ALLE KONFLIKTE LÖSEN“; dann ebbt der Flüchtlingsstrom ab.“
        Aha!
        Das wäre so, als ob man sagt, man könne mit einer Flasche Haarshampoo ganz Europa bedecken! In der Mathematik geht das doch auch!

        • Andy, meine sichtweise ist nicht relevant. das, was die politik und die wirtschaft treibt schon eher. wer sich ernsthaft mit dem thema beschäftigt, kann eigene fehler nie ausblenden. krieg, mauern und zäune waren noch nie dauerhafte lösungen. wenn ich verträge mit einem schwächeren abschließe, sorge ich eben zuerst für meinen eigenen vorteil. genau solche verträge wurde mit afrikanischen staaten vereinbart. es wurde ganz entspannt für afrikanische waren mit strafzöllen gedroht, wenn man die knebelverträge nicht unterschreibt. aber warum antworte ich ihnen überhaupt, die wahrheit interessiert sie doch gar nicht. jeder bürger kann sich für fairen handel einsetzen. es gibt siegel, die man beim kauf berücksichtigen kann. diese ware kostet meistens geringfügig mehr, aber dieses wissen sie natürlich auch und tun aber gern so, als ob ihre sichtweise die alternativlose ist. sie sind auf dem holzweg und nicht nur sie werden es in der zukunft merken. ich achte genau, was ich kaufe und bin kein von der wirtschaft verblendeter schnäppchenjäger. fairtrade sagt ihnen bestimmt was, oder?

          • „wenn ich verträge mit einem schwächeren abschließe, sorge ich eben zuerst für meinen eigenen vorteil.“

            Das machen Sie anders? Sie kaufen nicht bei Ama**** günstig und tun nicht das o. g.?
            Sie selbst sorgen dafür, daß die Armen ausgebeutet werden. Das wollte ich zum Ausdruck bringen-JEDER EINZELNE tut das von uns. AUCH die schlauen LINKEN, die dagegen wettern!
            Es ist also eine Scheindebatte, da jeder Mensch zuerst an seinen Vorteil denkt. Lediglich die Dimensionen sind unterschiedlich. Deshalb bekommt eine Beamtenwitwe dreimal soviel Geld ,wie eine Arbeiterwitwe. Niemand wird verzichten;weder die Witwe noch der Banker oder Industrieboss, noch der Politiker im Ruhestand, der sein Büro, Angestellte und seine geradezu unmoralische Pension erhält-auf Kosten der Menschen in Deutschland natürlich.

          • „… ich achte genau, was ich kaufe und bin kein von der wirtschaft verblendeter schnäppchenjäger. fairtrade sagt ihnen bestimmt was, oder?
            Erstens ist das wohl sehr begrenzt und ausserdem ,wie bereits bemerkt wurde, nutzen SÌE ebenso Handy und PC ,sowie nandere Dinge, wodurch andere Menschen ausgebeutet werden.
            Und erzählen Sie mal einem Arbeiter mit 4 Kindern oder einem Hartz4 Empfänger( 6,5 Mio. in Deutschland) das er für den doppelten Preis nun den Fairtrade Kaffee kaufen soll.

            daran erkennt man dann schnell die völlig unrealistische Denkweise der Linken. Fragen Sie mal im Schanzenviertel, ob man „Fairtrade“ einkauft! :O)

      • @ Klaus Bruns

        WER ist denn WIR?
        SIE und ICH haben doch gar keine Wahl. Das Einzige was Sie dürfen , ist das Kreuz setzen! Alles andere haben wir zu akzeptieren!sämtliche Gesetze werden OHNE unsere Zustimmung beschlossen. Deshalb FORDERT eine Partei VOLKSENTSCHEIDE ,anszatt der Scheindemokratie!
        Die logische Konsequenz.

    • Es macht sehr wohl Sinn, Menschen die vor Krieg, Folter und Elend fliehen bei uns Schutz und Sicherheit zu gewähren. Das ist unter anderem schon aus unserer christlich und humanistisch ausgerichteten Gesellschaft und nicht zuletzt aus unserer eigenen Vergangenheit sinnvoll und notwendig.

      • Lieber Stadtrat Kiesel, am 12. Januar des gerade vergangenen Jahres hatte ich Ihnen geweissagt, worauf wir uns in 2016 bis zum Herbst und danach würden einzustellen haben. Keine große Orakel-Kunst, ich weiß. Und doch wird nun einiges (besonders in der sogenannten „Kommunikation“ mit der rechten „Alternative“) vermutlich noch um einige Dunkeltöne unterirdischer als vor zwölf Monaten von mir angenommen: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/209214-lehrjahre-im-lueneburger-rat-fuer-junge-talente#comment-32023

      • @ Jens Kiesel:

        Und diejenigen, die eben nicht davor fliehen;nämlich die Mehrheit?
        Der Vergleich mit den Christen hinkt an allen Ecken und Enden, da niemand der christlich eingestellt ist, verpflichtet ist, denjenigen der ihn und seinen Glauben ablehnt ;in vielen Fällen sogar hasst, den Lebensunterhalt zu schenken.
        Und wenn, dann möchte ich gefragt werden und nicht gezwungen.
        Die Syrer machen laut Bericht des Bamf im November gerade 22,3% der Migranten aus und mittlerweile weiss niemand mehr, WER vor Folter und Krieg flieht, da die Papiere in den meisten Fällen vernichtet werden und sich als Syrer ausgegeben wird,um Asyl zu erhalten. Und die nächsten „Flüchtlinge“ sind auf dem Weg:

        http://www.welt.de/politik/ausland/article150539427/Jetzt-kommen-auch-Marokkaner-und-Algerier-uebers-Meer.html

        Naja, Deutschland ist ja so riesig wie Australien und der Bürger hat Hunderttausende auf dem Bankkonto. Wohnungen gibt es Millionen leerstehende und Arbeitsplätze ebenso Millionen und die Unterstützung für Grossfamilien zahlt ja der „Staat!“ Alles kein Problem.

        • @ Lydia

          Für den Fall, daß sich außerirdische Wissenschaftler in 65 Millionen Jahren einmal fragen sollten, warum die menschliche Rasse ausgestorben ist, habe ich hinter dem Haus einen USB-Stick vergraben. Darauf: ein Foto vom Kinderzimmer meines 14jährigen Sohns.

          Manuel Sibbe

      • Die multikulturelle Gesellschaft ist eine Illusion der intellektuellen. (Helmut Schmidt)

        Das stellt man leider immer mehr fest. Nicht nur in Berlin und Duisburg.

        • manuela,reisen sie mal nach neuseeland, dort können sie sehen, das es keine illusion ist. wenn es zu viele vollpfosten auf den haufen gibt, wird es natürlich schwierig.

          • @ Klaus Bruns
            Ich lebe zufälligerweise in Deutschland;da wo Helmut Schmidt gelebt hat und da gibt es Hennef/Nord, Duisburg/Marxloh, Köln/ Kalk, HH Wilhelmsburg….und viele andere Städte, wo man die Aussage von helmut Schmidt „erleben“ kann.

            Und Vollpfosten muss man nicht sein.Man kann sich im Jahre 2016 daran gewöhnen, daß wir nicht mehr 600 n. Chr. leben und sich so benehmen.

          • Hallo Klaus – schauen Sie mal, dann wissen Sie warum!

            Ethnische Zusammensetzung
            Den größten Teil der Bevölkerung machen Neuseeländer europäischer Abstammung, genannt Pākehā, aus. Diese Volksgruppe stammt größtenteils von den britischen Inseln, aber auch aus Deutschland, Italien, Polen, den Niederlanden und zahlreichen weiteren europäischen Staaten. Eine besondere deutschsprachige Gruppe stellen die Einwanderer aus Böhmen von 1860 bis 1876 dar, die sich in Puhoi, Ohaupo und Te Rore auf der Nordinsel niedergelassen haben[13]. Insgesamt machen die Neuseeländer europäischer Herkunft etwa 67,6 % der Gesamtbevölkerung aus. Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe bilden die polynesisch-stämmigen indigenen Einwohner Neuseelands, die Māori, denen sich 14,6 % der Bevölkerung zugehörig fühlt. Zwischen 1996 und 2006 stieg der Anteil an Asiaten mit insgesamt 9,6 % zur drittgrößten ethnischen Gruppe auf. Dabei bilden Chinesen mit 2,8 % vor Indern mit 1,7 % die größte Gruppe. Die asiatische Bevölkerungsgruppe überholte bis 2001 die Gruppe von Menschen von den pazifischen Inseln, die 2006 etwa 6,9 % der Landesbevölkerung stellten. Die meisten der pazifischen Insulaner stammen aus Samoa, gefolgt von den Cookinseln sowie Tonga. Insgesamt sind etwa 23 % der Gesamtbevölkerung nicht in Neuseeland geboren.

            (Stand: jeweils Volkszählung 2006, Anmerkung: Bei diesen Zahlen ist zu beachten, dass es in Neuseeland einer Person möglich ist, sich mehreren ethnischen Gruppen zuzuordnen, zudem wurde 2006 erstmals die Möglichkeit angeboten, sich keiner speziellen Ethnie zuzuordnen, was 11,1 % für sich nutzten.)

          • Hallo Bundeskasper, die Wissenschaft darf nicht alles erforschen. Es ist z. B. unter Umständen auch in Melbeck gefährlich, wenn ein dort ansässiger Mensch erforscht, ob er einen freien Willen hat. Es ist denkbar, dass ein Mensch gerade durch die Erforschung des freien bzw. unfreien Willens seinen freien Willen verliert. Es ist sinnvoll, Faktor-X-Technologien (z. B. 1-l-Autos, Linsermethode gegen Krampfadern) zu fördern. Es ist gut, an Gott zu glauben. Aber die Welt wurde nicht „erschaffen“, sondern existiert von Natur aus (und seit ewig). Das Beten ist sinnlos. Ein Mensch muss u. a. seine Willenskraft und Liebe vergrößern. Und sich dann mit Mystik und Geistheilung beschäftigen. Z. B. mit Nahtoderfahrungen und mit Traumdeutung sowie Ereignisdeutung. Man sollte in eine klimatisch günstige Region (z. B. Süd-Spanien) auswandern. Dort braucht man keine Heizung. Sondern es genügt im Winter ein dicker Pullover oder eine Jacke. Und nachts eine Decke zum Zudecken. Man braucht in Süd-Spanien nicht in einem teuren Haus zu wohnen. Sondern man kann in einem Gartenhäuschen leben. Man kann sich teilweise von Wildfrüchten ernähren. Überdies kann man für einen Teil der Nahrung einen natürlichen Ersatz finden. Z. B. Sonnenlicht in Verbindung mit Sonnenwärme.

  2. Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister und sehr geehrter Herr Landrat in spe,

    wir dürfen Ihnen schon jetzt herzlich zu Ihrem zu erwartenden Wahlerfolg gratulieren und Ihnen für Ihr künftiges Amt alles Gute wünschen.
    Der Weg dorthin ist allerdings, das sehen auch wir, sehr steinig. Die ersten Anzeichen von Wahlkampf waren bereits in diesen Tagen spürbar.
    Da wir auch nur Menschen sind und parteipolitisch wie Fähnchen im Wind agieren, würden wir uns zumindest bis zu Ihrer Wahl zum Oberbürgermeister oder Landrat auf Ihre Seite schlagen und Sie nach Möglichkeit auf Ihrem Weg dorthin unterstützen.
    Ihr Amtsvorgänger sammelt ja bereits kräftig Finanzmittel ein und hat da als Amtsinhaber sicherlich den einen oder anderen Vorteil vor allem bei seinen Angestellten. Deshalb möchten wir Ihnen zum Ausgleich folgendes Angebot unterbreiten:
    Wir würden in 2016 (Termin bitte nach Absprache) einmal für Sie persönlich kostenlos im Rathaus auftreten. Laden Sie dazu einfach Ihre Stadtratskollegen, Freunde und Verwandte ein und bitten Sie diese um eine Spende. Normalerweise beträgt der Eintritt zu unseren Vorführungen 1,- Euro, so dass Sie insgesamt sicherlich – gute und engagierte Werbung Ihrerseits vorausgesetzt – mit einem vierstelligen Betrag rechnen können. Eine Spendenquittung brauchen wir nicht. Wir haben sowieso keine Einnahmen, von denen wir etwas absetzen können.
    Wir würden ungefähr eine Stunde Programm aus den beliebtesten Szenen mit dem amtierenden Oberbürgermeister, seinen Stadträten, seiner Presseabteilung und vielen bekannten Persönlichkeiten aus dem Landkreis zusammenstellen und darbieten.
    Zur Terminabsprache erreichen Sie uns am besten telefonisch oder per eMail.
    Mit freundlichen Grüßen
    Til

  3. Michael Kohlhaas

    Weshalb so pessimistisch, Herr Jenckel? Das Patentrezept, um Wahlerfolge der AfD zu verhindern, ist doch längst gefunden:

    Statt einer auf Sachthemen bezogenen Auseinandersetzung mit der AfD wird eine Diffamierungskampagne gegen die Partei gefahren, die von Sätzen getragen wird wie „Dort bedient die AfD mit Ressentiments gegen Europa im Allgemeinen und Flüchtlingen im Speziellen sowie National-Gedusel ihre Klientel.“ Statt mit Argumenten um die Gunst der Wähler zu kämpfen, wird die AfD in ihrer Öffentlichkeitsarbeit behindert, wie zuletzt am 4. Dezember in Lüneburg geschehen, in dem festen Glauben, dass die Sympathisanten der AfD sich durch solche Aktionen davon abhalten lassen, ihre Stimme am Wahltag dieser Partei zu geben. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass die AfD in ihrem Wahlkampf massiv behindert werden wird – sei es, dass ihre Wahlplakate zerstört werden oder dass „Aktivisten“ Störmanöver an den Wahlkampfständen der AfD veranstalten werden, begleitet vom Applaus der Altparteien, der Gewerkschaften und der Medien.

    Was also lässt Sie daran zweifeln, dass durch die Aushebelung des für eine funktionierende Demokratie elementaren Grundsatzes der Chancengleichheit der politischen Parteien ein Wahlerfolg der AfD verhindert werden kann?

    • Ich zweifele überhaupt nicht, ich warne auch nicht, wenn schon, bedauere ich die Entwicklung. Erinnert mich alles irgendwie an die Schill-Partei in Hamburg. Medienrummel ohne Ende, viel Gegenwind, viele Unterstützer.

      Bürgerschaftswahl im September 2001, 19,4 Prozent für Schill. Regierungspartei, innerparteiliche Konflikte, nach zwei Jahren war alles vorbei.

      Mal sehen, wie es dieses Mal läuft. Wichtig ist mir nur, dass es demokratisch zugeht, aber dazu gehört eben auch die freie Meinungsäußerung.
      LG hhjenckel

      • Es mag Sie an die Schillpartei erinnern, mich erinnert es zur Zeit mehr an den Radikalenerlass oder Extremistenbeschluss. Wir sind wieder in einer Zweimeinungsgesellschaft angekommen, eine Meinung hat man offiziell für den Arbeitgeber und eine Meinung hat man hinter vorgehaltener Hand.
        Alles schon mal dagewesen.

        Demnächst haben wir dann eine McCarthy-Ära, nennt man dann später bei uns Maas-Ära oder Merkel-Ära.

        „Mehr Demokratie wagen“ lt. Willy Brand hat sich ja auch überlebt.
        Die SPD und die Grünen sind so weit nach links gerückt, dass sie schon wieder rechts sind und sich zu absoluten Verbots- oder Gebotsparteien entwickelt haben.
        Wenn Argumente nicht mehr überzeugen, dann eben per Erlass oder Gesetz.

        Nur, dann ich das nicht mehr meine Republik.

        • Herr Bundeskasper, nicht so pessimistisch! Die Zukunft ist offen, sonst wäre sie ja längst Vergangenheit. Ich finde, das kann man am Ende dieses Jahres nicht oft genug sagen. Die inneren und äußeren Unwägbarkeiten, von denen sich die Deutschen 2015 heimgesucht sahen, könnten nämlich dazu führen, dass manche von ihnen nun erst recht nach Sicherheit suchen, nach Gewissheit, Vorsorge, Ordnung, Planbarkeit. Aber wer hat schon sein Schicksal im Griff? Und wäre das nicht wiederum ein schlimmes Schicksal, seine Bestimmung unter Kontrolle zu haben?

          Die Freude am Leben wäre uns schnell verdorben, die Hoffnung vernichtet, der Glaube ohne Sinn. „Ihr wisset weder den Tag noch die Stunde“: Über die Zukunft soll gern die Fügung verfügen oder das Schicksal oder der liebe Gott. Sie selbst in die Hand nehmen zu wollen wäre wieder einmal eine groteske Selbstüberschätzung des Menschen; das gab es in der Weltgeschichte schon genug. Vergessen wir am Ende mal die Politik und die Horoskope und lassen es auf uns zukommen. Eine solche Haltung zeigt nämlich innere Stärke. Und die kann immer helfen, vermutlich auch 2016.

          In dem Jahr, das gerade verwehte, wurden Grenzen getestet und überschritten. Die Außengrenzen von einer Million Flüchtlingen, die just in dem Augenblick zu uns kamen, da sich Deutschland ohnehin schon von Kriegen (wie in der Ukraine) und Krisen (wie in Griechenland) umstellt sah. Wenn die Flüchtlinge unserem Land schon jetzt etwas gebracht haben, dann immerhin die dialektische Idee, dass politische Schwierigkeiten plötzlich kleiner erscheinen, wenn neue auftauchen, die noch größer sind.

          Schaffen wir das? Dass wir es schaffen könnten – diesen Konjunktiv hat die Bundeskanzlerin den Deutschen als Indikativ vor die Nase gesetzt. So hat nun jeder daran zu knabbern, die persönlichen Möglichkeiten in die allgemeine Wirklichkeitsform zu überführen. Der Aufruf in der ersten Person Plural ist, wenn man auf den Nachhall des „Wir schaffen das“ horcht, auch ein Imperativ, wie man ihn mit der Erfahrung von zehn Jahren Amtszeit nicht höflicher formulieren könnte.

          Den Grundsatz, dass man alles bewältigen und vollbringen kann, wenn man nur will, könnte man auf jedes Thema anwenden. So generell hat es die Bundeskanzlerin vielleicht in dem Moment nicht gemeint, aber so kommt der Satz an, fast wie eine Übung im neurolinguistischen Programmieren: Ihr müsst nur dran glauben, bessere Worte dafür finden, und schwups ändert sich die Wahrnehmung, und es klappt. Wenn das auch der höhere Sinn des Bleigießens ist, dass man in neuer Form einen neuen Sinn erkennt, dann hätte auch dieses Vergnügen noch seine Bedeutung.

          Der Drei-Worte-Satz passt gut zum vergangenen Jahr, denn auch innere Grenzen wurden überschritten. Das beginnt mit dem Abgasskandal bei Volkswagen, einem absolut mediokren (und bisher ca. hundert Milliarden Euro teuren) Schlusspunkt des deutschen Wirtschaftswunders, für das auch dieses Unternehmen stand; es geht weiter mit den DFB-Unsauberkeiten, die uns sogar noch das Sommermärchen 2006 vergällen sollen, in dem wir Deutschen doch endlich zu uns fanden; und es endet nicht mit den Anschlägen in Paris, die eine allgegenwärtige Bedrohung zum Angstszenario machten, auch in Deutschland. Wie soll eine Nation bei zerbrechenden Wundern, Märchen und Sicherheiten noch ein positives Bild von sich selbst zeichnen?

          Paul Klees „Angelus Novus“, von Walter Benjamin interpretiert, ist auch ein schönes Bild für den Epochensturm von heute: Der Wind, der vom Paradies her weht, hat sich in den ausgespannten Flügeln des Engels verfangen und treibt ihn rückwärts in die Zukunft. Die Katastrophen der Vergangenheit türmen sich vor seinen aufgerissenen Augen auf. Der Sturm ist stark, die Flügel kann er nicht schließen, deshalb muss der Engel zurückschauen. Eine missliche Lage: Die Trümmer kann er nicht mehr zusammenfügen, und der Zukunft zugewandt ist er nicht.

          Geschichte wird also nicht gemacht. Sie macht uns. Auch hier wieder: zum Glück. Aber warum sollte Fatalismus der Grundton sein? Skepsis ist der bessere Ratgeber. Die fröhliche Entgrenzung, mit der Flüchtlingsströme bejubelt wurden, ist eine nette Geste – und doch auch irritierend naiv. Die radikale Abschottung wiederum, die einigen ernsthaft vorschwebt, ist gefährlich vergangenheitstrunken. Denn auch das verlangen uns die vielen Flüchtlinge ab: dass wir im Sturm der Geschichte vielleicht rückwärtsblicken, aber uns gleichzeitig in die Zukunft treiben lassen, die uns bald eine andere Vergangenheit hinterlässt.

          Sich neu zu erfinden, das wäre wirklich zu viel verlangt: Das überlassen wir gerne den billigen Glücksversprechen. Offen zu sein für die offene Zukunft: Schon das braucht Mut und Unverfrorenheit. Denn selbst die Zukunft hat Obergrenzen. Man kennt sie nur nicht, — denn die Zukunft ist offen.

          • Philosophie und Pessimismus prägten noch nie so richtig meine Gedanken. Von dem einen kann ich nicht leben und der Pessimismus macht mich depressiv.
            Ich bin mehr so der Pragmatiker, der die Situation so sieht wie sie ist.
            Und ich glaube auch fest daran, dass wir das schaffen.
            Nur haben wir beide sicherlich andere Definitionen von Unverfrorenheit und Zukunft.
            Wir müssen darauf achten, dass uns die Vergangenheit nicht überholt.
            Denn bezahlen wird es der Otto Normalverbraucher, ob mit Geld und Gut oder mit Leben und Gesundheit wird unser aller Zukunft zeigen.

      • @ hh jenckel
        Es besteht ein grosser Unterschied zu den Vorgehensweisen in der Zeit der Schillpartei.
        Diese wurde nicht von angeblichen Demokraten bis aufs übelste diffamiert ,deren Aussagen nicht bis zur Unkenntlichkeit verdreht, um eine angeblich fragwürdige Sichtweise zu untermauern, es wurden nicht massiv mit den Antifa-Schlägertrupps Überfälle von Wahlveranstaltungen ausgeführt, der DGB und deren Mitglieder nicht veranlasst tätig zu werden, die ernannten Mitglieder und Politiker nicht angegriffen, zusammengeschlagen, deren Betrieb oder private Wohnungen und Kfz angezündet, die Gesetze zur Parteifinanzierung plötzlich rückwirkend geändert und sich selbst davon ausgenommen, um weiter in noch höherem Ausmass auf Kosten des Steuerzahlers Wahlveranstaltungen zu finanzieren, Studenten und sogar Schüler aufhetzt , die nicht ansatzweise die Fakten bezüglich der AFD kennen und die vorgefertigten Floskeln von angeblich Sachkundigen einbläut, usw.
        Und das man nun noch gerade aus Lüneburg das Wort „Demokratie “ und „Meinungsfreiheit“ in den Mund nimmt, ist anhand der Fakten und der Vorkommnisse auf dem Gelände der Leuphana Uni ,mehr als befremdend, um nicht zu sagen zynisch!

        Seien Sie doch ehrlich.
        Man versucht seitens der etablierten Parteien mit ALLEN MÖGLICHEN MITTELN, die AFD zu zerschlagen. Mit ALLEN Mitteln( siehe oben).
        Man hat ganz einfach grosse Bedenken, daß man nicht so weiter diktatorisch ohne Zustimmung der Bürger und ohne die von der AFD geforderten Volksabstimmungen ,weitermurksen und sich die Gehälter samt Zulagen und Luxuskarossen, sowie geradezu luxuriöse Pensionen usw. ,auf Kosten der Bürger weiter erschleichen kann und wie bisher, weiterhin die lobbyistische, politische Klasse in Brüssel und Strassburg bedienen kann, die bedenkenlos das Steuergeld des Bürgers in der Bankenwelt verteilt und die Lösung des Flüchtlingsproblems in der EU darauf beschränkt „markige Sprüche“ zu entwerfen, um das „Durchhalten“ , (natürlich in Deutschland), weiter zu forcieren.
        Konsequenzen für Staaten , die sich verweigern? Keine! Man hat Angst vor den Konsequenzen und der Auflösung der EU bei zu starkem Wiederstand!

        Fragen Sie mal „demokratisch“ nach, wieviele Bürger damit noch einverstanden sind.

      • Lieber Herr Jenckel,

        von einer guten Presse erwarte ich dass Sie in erster Linie die Leser objektiv informiert und nicht Meinungsweisend ist bzw. die Meinung beeinflussen will. Insofern finde ich ein öffentliches Bedauern von Ihnen in Zeitungsartikeln Fehl am Platze. Wenn Journalisten Ihre eigene Meinung bei Artikeln nicht zurückhalten können und mit der Berichterstattung immer gleich eine Wertung zu lesen ist die die Meinung Anderer in eine bestimmte Richtung lenken soll, verliert man Leser oder verärgert diese.

        Was gewisse Themen angeht, habe ich noch keinen Artikel von Ihnen gelesen, in denen keine Wertung von Ihnen enthalten ist. Qualitätsjournalismus sieht anders aus.

        • Lieber Harald, der Blog enthält ausschließlich Meinungsbeiträge, hier geht es nicht um objektive Berichterstattung, sondern um Kommentierung, um Standpunkte im besten Fall.
          LG hhjenckel

        • Harald, warum soll ein journalist seine meinung nicht sagen dürfen? ist die meinungsfreiheit bei ihnen so eingeschränkt? meinung kann man erkennen, oft steht meinung sogar darüber. im blog werden nur meinungen ausgetauscht, was sonst? was machen denn parteisoldaten hier? beeinflussen? wer seine meinung äußert , wird auch immer neben bei beeinflussen. wer sich beeinflussen lässt, sollte sich gedanken darüber machen, ob die argumente des anderen so gut waren. meinen sie nicht? ob dpa-meldungen von meinungsmache unbeeinflusst sind? der journalist der sie geschrieben hat, wird bestimmt eine meinung haben und oft ist es auch zu merken. finde ich zumindest. ich bin kein fan von dpa-meldungen. und wenn ein journalist eine meinung vertritt, mit der ich nicht einverstanden bin, kann man es ihm sagen. ich tu es hin und wieder,aber mit argumenten. ich finde, jede aufregung darüber ist überflüssig. und wer von lügenpresse fabuliert, sollte lieber selbst die wahrheit erkennen und auch sagen. was sie meinen harald ist , sie wollen gern ihre meinung verbreitet sehen, deswegen sind sie ja hier. und ich bin hier, mir eine meinung zu bilden. nichts ist schlimmer, als ein festes weltbild zu einer zeit, welches nicht passt. für mich ist die afd da ein gutes beispiel. sie hat sich ein weltbild aus der vergangenheit geschaffen. mit diesem bild kommt niemand in der zukunft an.

          • Hallo,

            vielleicht wurde ich da missverstanden, mir war auch nicht wirklich bewusst, dass es sich in diesem Bereich um einen Blog handelt. Jedenfalls ist es mir zunächst einmal wichtig, dass selbstverständlich jeder seine Meinung äußern darf.

            Allerdings erwarte ich von Pressemeldungen eine gewissen Objektivität. Wenn ein Journalist nicht in der Lage ist über gewissen Ereignisse zu berichten ohne seine eigene Meinung dort erkennen zu lassen, habe ich Zweifel, ob derjenige für diesen Job geeignet ist.

            Das es sich bei dieser Seite / diesem Teil der Seite um einen Blog handelt war mir ehrlich gesagt nicht klar, dazu finde ich auch keine klare Trennung zwischen der Zeitungsseite und diesem Blog. Hier sind persönliche Meinungen sicherlich nicht fehl am Platze. Insofern lag ich falsch, denn ich dachte es handelt sich hierbei um den normalen Zeitungsteil.
            Allerdings ist die Trennung zwischen Zeitung und Blog für den Leser auch nicht leicht erkennbar, eine deutlichere Trennung wäre vielleicht wünschenswerter.

            Gibt es neben diesem (linkslastigen) Blog der Landeszeitung auch einen Blog, der konservative Standpunkte vertritt? Es wäre doch sehr schade, wenn ein anderer Standpunkt hier nicht zugelassen wäre.

      • Jochen Rollwagen

        Sehr geehrter Herr Jenckel,

        nicht so pessimistisch. Wie wir der Parteitagsrede der Staatsrats-Vorsitzenden entnehmen konnten war es doch schon immer in der Geschichte typisch für uns Deutsche, Großes zu leisten.

        Jetzt denken Sie mal drüber nach, was passiert wäre, wenn ein Politiker der AfD das gesagt hätte.

        Wieso liest man zu solchen Entgleisungen eigentlich keinen Kommentar in der LZ oder anderen Qualitätsmedien ?

        • Na, Jochen Kohlhaas, wieder anonym bundeskaspernd auf dem Rollwagen unterwegs?

          Die einzige „Entgleisung“ die ich erkennen kann, die aber „eigentlich keinen Kommentar in der LZ oder anderen Qualitätsmedien“ verdient, ist Ihr erneut reichlich bescheuerter Beitrag von heute Mittag.

          „Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.“ – (Johannes 12,46)

          Jetzt denken Sie mal drüber nach, ob es nicht einen Unterschied macht, wenn Jesus oder wenn Björn Höcke diese Worte spricht.

          Da Sie ein verlogener, diffamierender und ehrabschneidender Propagandist Ihres kranken Hasses sind, setze ich dem von Ihnen mit lustvoller Häme entstellten und verfälschten Zitat, dass Sie „der Staatsrats-Vorsitzenden“ (wie originell und witzig diese Formulierung doch ist!) in den Mund legten, den Wortlaut aus der Karlsruher Rede unserer Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel vom 14. Dezember 2015 entgegen:

          »Liebe Freunde, ich habe in diesem Jahr noch etwas erlebt, womit ich, ehrlich gesagt, überhaupt nicht gerechnet hatte, als ich am 31. August in einer Pressekonferenz im Zusammenhang mit der Flüchtlingsfrage gesagt habe – ich will es hier wiederholen –:

          Ich sage ganz einfach: Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das!

          Wir schaffen das, und dort, wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden, muss daran gearbeitet werden.
          So meine Worte in der Pressekonferenz.

          Als ich das gesagt hatte, begann eine spannende Diskussion: Wie kann sie sagen: „Wir schaffen das“? Ich antworte Ihnen: Ich kann das sagen, weil es zur Identität unseres Landes gehört, Größtes zu leisten, aus Trümmern ein Land des Wirtschaftswunders zu schaffen, nach der Teilung ein in der Welt hochgeachtetes Land in Einigkeit und Freiheit zu schaffen, mehr noch, weil es gerade auch uns als christliche Demokraten doch in unserem Wesen und unserem Kern ausmacht, dass wir bereit sind zu zeigen, was in uns steckt.«

          Hier (PDF) finden Sie die Karlsruher CDU-Parteitagsrede von Angela Merkel im Wortlaut (das Zitat auf Seite 8):
          https://www.cdu.de/system/tdf/media/dokumente/bericht-der-vorsitzenden-der-cdu.pdf?file=1

    • Sie haben schon recht, Kohlhaas, Sie armes kleines anonymes Opferschimpferle mit dem lächerlichen Pseudonym: Die anderen mögen bitte „mit Argumenten um die Gunst der Wähler kämpfen“, während niemand „die AfD in ihrer Öffentlichkeitsarbeit behindern“ sollte. Erneut enthält Ihr kompletter Kommentar genau die eine kümmerliche rhetorische Figur, welche unter Ihresgleichen, den schwülstigen Schwallpathetikern vom rechten Rand, stets über das Fehlen sachlicher Gehalte hinwegtäuschen soll: „Die Wahrheit will niemand hören.“ Welche „Wahrheit“? Ihre? Sie benutzen fortwährend die Inbegriffe des Richtigen und Zutreffenden, ohne auch nur einmal einen Blick auf die darin gemeinten Inhalte zu erlauben.

      Die AfD bedient „mit Ressentiments gegen Europa im Allgemeinen und Flüchtlingen im Speziellen sowie National-Gesäusel ihre Klientel“, schreibt Jenckel. Warum entkräften Sie seine Ansichten nicht durch das Beibringen überzeugender Gründe und substantieller Gegenbeispiele? Warum attackieren Sie stattdessen sofort den frei erdichteten Popanz aus schwer greifbaren Bösewichtern, die Sie „Aktivisten“, „Altparteien“, „Gewerkschaften“ und „Medien“ nennen?

      Und dann kommen Sie sofort wieder mit ganz großem juristischem Geschütz, ohne selbst zu wissen, worüber Sie eigentlich reden: „Störmanöver“ und „Aushebelung des für eine funktionierende Demokratie elementaren Grundsatzes der Chancengleichheit“ ?

      Vor knapp drei Wochen habe ich versucht, Ihnen ein paar Grundbegriffe des „Friedensschutzes“, wie er in Paragraf 130 unseres Strafgesetzbuchs verstanden wird, zu erklären: (http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/286790-im-blog-jj-schreibt-heute-kim-torster-ueber-die-afd-auf-dem-campus-den-protest-und-die-meinungsfreiheit#comment-60342). Es geht dabei um den sogenannten „öffentlichen Frieden“, eine Konstruktion, die zwischen Empirie und Normativität schwankt und nach herrschender Meinung so viel bedeuten soll wie „Gesichertheit des Rechts und Bewusstsein der Bevölkerung davon“. Da es in den klassischen Friedensschutztatbeständen stets nur um die „Eignung zur Störung“ dieses Zustands ging (so auch in § 130 Abs. 1 bis 3 StGB), fiel nicht weiter auf, dass über eine tatsächliche Störung kaum je Beweis erhoben wurde: Es reicht für eine Verurteilung, wenn das Gericht meint, aus „objektiver Sicht“ sei eine solche „Eignung“ gegeben.

      Was eine „objektive“ Sicht sein soll, ist freilich gerade bei einem solchen Rechtsgut sehr zweifelhaft. Was der Autonome in Kreuzberg am 1. Mai für „Frieden“ hält, versetzt die Rentnerin aus Charlottenburg jahrelang in Angst und Schrecken. Welche Sorte „Frieden“ die Volksgenossen vom braunen Rand anbieten, kann man zurzeit täglich im Polizeibericht (und leider auch in manchen Kommentaren zur Blog.JJ-Kolumne) nachlesen: Es taugt nichts.

      Ein etwas abgedroschener Scherz über die Pornographie lautet: Ich weiß nicht, was Pornographie ist, aber wenn ich sie sehe, erkenne ich sie. Ähnlich – allerdings ins Negative formuliert – geht es mit dem „öffentlichen Frieden“: Man weiß nicht recht, was er ist, aber wenn er fehlt, vermisst man ihn sehr! Nur wenige von uns möchten heute ernsthaft in Syrien, Somalia oder im Sudan leben, in Mexiko oder Myanmar. Wir fürchten uns – zu Recht – vor willkürlicher Gewalt, Unberechenbarkeit der Sicherheitslage, Rechtlosigkeit des Einzelnen und der Missachtung elementarer Menschenrechte. So verstanden, ist öffentlicher Friede eine „Befriedetheit“ der staatlichen und (!) gesellschaftlichen „Öffentlichkeit“, also des Raums der sozialen Kommunikation, des Austauschs, der Orientierung. Wir verstehen als öffentlichen Frieden nicht den Zustand, der nachts auf den Straßen von Pjöngjang herrscht, oder sonntags früh in Guantánamo. Ebenso wenig war „öffentlicher Friede“, was die NS-Propagandistin Riefenstahl uns als Triumph des Willens oder als Fest der Völker abzubilden versuchte, oder die Schönheit des DDR-Lebens im Schwarzen Kanal. Als innerstaatliches, überindividuelles Rechtsgut soll der „öffentliche Friede“ das „Zusammenleben im Staat“, also gerade auch das friedliche (gewalt- und angstfreie) Miteinander verschiedener Gruppen, „Parteien“ (im weiteren Sinn), Ethnien, Interessengruppen innerhalb eines Staatsvolks beschreiben.

      Man sieht: Die Sache ist vertrackt, da differenziert, da politisch, da vielgestaltig. Und mit dieser Erkenntnis naht der Zeitpunkt, an dem sich all diejenigen ausklinken, denen jegliche Art von „Sowohl – als auch“ zuwider ist. Sie finden, dass zur Beschreibung von Menschen zwei Aggregatzustände ausreichen: Freund oder Feind; für oder gegen; Wert und Unwert. Wer so denkt, hat mit dem „öffentlichen Frieden“ keine Schwierigkeiten: Dieser befindet sich stets exakt dort, wo sich jene Person gerade aufhält, welche die Macht zur Definition beansprucht.

      Vor der Weltgeschichte ist das natürlich ein bisschen dürftig. Obwohl gerade solche Personen die Weltgeschichte häufig auf ihrer Seite wähnen – in Gestalt von „Gesetzen“, „Wahrheiten“ und Regeln. Das ist die Methode Goebbels: In UNS offenbart sich das Streben des Universums zum Tod. Oder umgekehrt: Man präsentiert sich selbst sozusagen als Sherpa der Weltgeschichte. Das ist die Methode Stalin: WIR sind die Diener eherner Bewegungsgesetze des sozialen Lebens.

      Bevor Sie sich jetzt wieder aufregen, liebe Endkampf-Teilnehmer an den Pforten der Unterwelt: Lesen Sie doch einmal Saul Friedländer: Kitsch und Tod, und Josef Stalin: Marxismus und Fragen der Sprachwissenschaft. Die beiden Autoren haben wahrlich nichts miteinander zu tun.

      • @ Helene
        Soll Ihr Kommentar zum hundertsten Male das gänzliche Fehlen von faktenlosen Argumenten in Kommentaren demonstrieren?
        Man könnte meinen, daß ihre Bildung ausschliesslich aus der antifaschistischen Tageszeitung, “ Der antifschistische Schutzwall und seine Helden“ stammt, deren Befürworter sich hartnäckig auch nach 25 Jahren halten.

    • Prof. Dr. Gunter Runkel

      Zu den Kommentaren von Michael Kolhaas vom 30.12.15 und Roland Franke vom 31.12.15

      Der 4. Dezember ist ein trauriger Tag für Lüneburg. Nachdem die Universität Lüneburg die Zusage, einen Hörsaal zur Verfügung zu stellen, widerrufen hatte, auf der der Europaabgeordnete der AfD, Marcus Pretzell Rechenschaft über seine Arbeit im Europaparlament ablegen wollte, kam es zu einem massiven Angriff der Linksradikalen auf die Durchführung der Veranstaltung. Dabei wurden Teilnehmer der AfD körperlich angegriffen, die Zugänge wurden trotz Polizeipräsenz für interessierte Zuhörer versperrt, es wurde Feueralarm ausgelöst und mit Geschrei, Trillerpfeifen, lauter Musik und Getrommel gegen die Fensterscheiben der Vortrag verhindert.
      Die Meinungsfreiheit als Grundlage der Demokratie wurde ausgehebelt. Die „Antifa“ und ihre Claqueure von den Altparteien liefern ein trauriges Beispiel der Verrohung der politischen Sitten in diesem Lande.

      Prof. Dr. Gunter Runkel
      AfD Vorsitzender Lüneburg

      • Herr Prof. Runkel, wieso habe ich das gefühl, dass die afd diesen zirkus beabsichtigt hatte, in dem sie die räumlichkeiten gerade an einer uni mieten wollte? mein informant , aus ihren reihen, hat mir es so mitgeteilt. ich persönlich halte nicht viel vom zirkus.

      • Simone Döhrmann

        Der 6. Januar ist ein heiterer Tag für Blog.JJ, denn nun wissen wir endlich, wer hier im Forum die vielen unsäglichen Kommentare unter den Tarnnamen Michael Kohlhaas, Jochen Rollwagen und Roland Franke postet.

      • Sehr geehrter Prof. Dr. Gunter Runkel,

        auf Herrn Jenckels Frage und seine daran anschließenden Ausführungen geht Ihre Wortmeldung leider überhaupt nicht ein. Darin unterscheiden Sie sich also nicht von Ihren Partei- und Gesinnungsfreunden, die hier im Blog fortgesetzt die immer selben „Statements“ repetieren, ohne Rücksicht darauf, ob die Monotonie ihres meist wirren Phrasenschwalls zum Thema passt oder nicht.

        Ohne an diese sicherlich sehr komfortable Gewohnheit stark eingeschränkter Dialogbereitschaft (respektive -fähigkeit (?)) unter AfDlern anknüpfen zu wollen, möchte nun ich Sie auf einen brandaktuellen Artikel einer sehr klugen Ihrer ehemaligen Studentinnen von der Leuphana aufmerksam machen, der zwar ebenfalls Jenckels Erörterung bloß streift, den Sie als Experte auf dem Gebiet der Sexualsoziologie aber sicher ebenso zu würdigen wissen werden wie – schon allein qua politischer Orientierung – als in allen Fragen, welche Migranten in Deutschland betreffen, unbedingt zuständiger Urteilender.

        Die Blog.JJ-Autorin Kim Torster hat einen überaus lesenswerten Kommentar zu den Silvesterereignissen auf der Kölner Domplatte verfasst. Sie finden ihn hier:

        http://www2.leuphana.de/univativ/suesse-stell-dich-nicht-so-an-ein-kommentar-zu-den-silvesterereignissen/#more-7281

        Sehr geehrter Prof. Dr. Gunter Runkel, hier nun meine Frage an Sie:

        Was sagen Sie zu der These von Frau Torster, die Ereignisse von Köln zeigten nicht nur, aber AUCH, dass unsere deutsche Gesellschaft sich in der gleichsam explodierenden Lawine von zum Teil ganz schamlos instrumentalisierten Empörungskommentaren in der Sache „sexuelle Belästigung von Frauen“ mal wieder fortschrittlicher geriere oder gar inszeniere, als sie es tatsächlich sei, und dass ihre (sich selbst attestierte) moralische Überlegenheit gegenüber anderen Kulturen beim genauen Hinsehen ebenso schnell verpuffe, wie die Idee von einer echten liberalen Gemeinschaft aus dem Blick gerate?

  4. Lieber Herr Jenckel,

    Sie schreiben, wer immer auch im Kreistag künftig regiere, er werde Ihrer Einschätzung nach in absehbarer Zeit mit einem neuen Landrat an der Spitze verhandeln. „Die Zeichen stehen nach der Wahl langsam auf Wachwechsel“.

    Nach der Kommunalwahl? Oder schon davor? Glauben Sie wirklich, dass Herr Mädge den Mumm haben wird, den schwachen – und eigentlich bereits seit drei, vier Jahren nicht mehr tragbaren – Nahrstedt im Herbst (oder sogar schon im kommenden Frühling) durch Thomas Maack zu ersetzen? Was wird der Preis sein, den Adendorf dem „Oberzentrum“ zu zahlen haben wird? Und ist denn eine Sukzession im Amt ohne (teure) Neuwahlen im Kreis rechtlich überhaupt möglich?

    • Gewählt werden muss schon.
      LG

      • Dann bietet sich doch – schon allein aus Kostengründen (!) – an, den neuen Landrat gleich am 11. September kommenden Jahres mitwählen zu lassen. Hätte man Herrn Maack, der ja 2011 mit überwältigenden 70% in sein jetziges Amt gekommen war, nicht besser bereits 2014 – also vor der grotesken Farce um die „Lex-Nahrstedt“ – zum Landrat küren sollen? Auch gegen Frau Scherf hätte der Adendorfer Bürgermeister voriges Jahr beste Aussichten gehabt, bessere jedenfalls als nun, als nach der empörenden öffentlichen Demontage dieser erstklassigen Kreisrätin.

        Was meinen Sie?

        • Ich denke, der Schachzug war politisch klug. Politik durch und durch. Mit Pragmatismus nicht zu verwechseln. LG

          • klug? für wen? für den bürger? sind bei uns parteien schon zum mittel für den selbstzweck verkommen?

          • Sie meinen, Herr Jenckel, man brauchte einen ohnehin erledigten Dummen, einen Manfred ohne Nase, dem die Scherben (Brückendesaster, Ergänzungsvereinbarung zum gemeinsamen Finanzvertrag von Stadt und Kreis, Beschädigung der Dame Scherf, etc., etc.) mit in den Beutel getan werden konnten, bevor man ihn nach Hause schickt und einen frischen, rotwangigen Strahlemann auf seinen Sattel hebt?

  5. Wer blutet nach der Wahl in Lüneburg für die AfD?
    niemand. es werden wie üblich alles gewinner sein. der eine immer auf kosten des anderen. die wahlbeteiligung wird es zeigen, wer wirklich gewinnt. ich hoffe, der bürger wird gewinnen und nicht irgend eine partei, die dann nur doch das tut, was ihre ,,armselige,, klientel will. es darf schon mal laut vorab gejammert werden, damit die richtigen es hören. schließlich wird immer der gewählt, der am meisten verspricht. leider.

  6. Andreas Pätzolt

    @hh jenckel

    „Dort bedient die AfD mit Ressentiments gegen Europa im Allgemeinen und Flüchtlingen im Speziellen sowie National-Gesäusel ihre Klientel. Das ist dem Rat bisher fremd. Da könnte ein ums andere Mal die Stimmung vergiftet werden.“

    Ich musste schmunzeln. Gerade las ich zum wiederholten Male die FAZ und WELT und musste objektiv feststellen, das die etablierten Parteien ,die Vorschläge der AFD, die diese zum widerholten Male in den letzten 1 1/2 Jahren vorbrachten, einfach langsam schrittweise übernehmen ( Grenzsicherung, Visafreiheit, Begrenzung der Anzahl , Forderungen nach verbindlicher Integration…..).

    Offensichtlich hat man den Äusserungen, die man vehement abgelehnt und denen man wiedersprochen hat, angesichts von 1,1 Mio. Migranten und der von der AFD vorhergesagten eklatanten Probleme , dann doch erkannt und sieht dringenden Handlungsbedarf.

    Wie verlogen die Debatte unter Auschluss der Öffentlichkeit geführt wird, sieht man anhand der Repressalien, die z. b. Boris Palmer, der als Bürgermeister vor Ort die Probleme angehen und lösen muss und diese dabei ohne grün getönte Multikultibrille , ohne in der Parteizentrale der grünen Realitätsverweigerer und Bürgerhasser Kaffee im gut geheizten Büro zu trinken, ausgesetzt ist. Inkl. Drohungen zum Parteiausschluss.

    Herr Jenckel, sie werden im nächsten Jahr feststellen, daß die Blockparteien die Sichtweise und die Forderungen der AfD schrittweise übernehmen werden. Anhand der Zustände und dem zu erwartenden und befürworteten Familiennachzug, ist eine Weiterführung der eingeschlagenen Richtung kaum mehr zu vermitteln und dem Bürger eine Beibehaltung der von der Kanzlerin eigenmächtig und dickköpfig eingeschlagenen, unabänderlichen und unantastbaren Einheitsmeinung-und Richtung ,mitsamt der geschätzten Kosten von ca. 55 Milliarden p. A. nicht mehr zuzumuten.

    Wie lautete doch ein klares Statement zur BTW seitens der CDU: „Eine Einwanderung in die Sozialsysteme lehnen wir ab!“

    Also exakt das, was die AFD plakatiert hatte. Nur das es von der „bösen, national verblendeten und mit Ressentiments gespickten AFD “ kam und im vorwege einfach abzulehnen war, weil es rechts und national und radikal war.
    Wir werden dann sehen, wie es in der Zukunft mit mehr als 1,1 Mio. Migranten jährlich und Kosten von mehr als 55 Milliarden p. A. , einer Erhöhung der KK-Beiträge und Steuererhöhungen, sowie nach Beibehaltung des Soli und Umleitung der Beiträge in die Gemeindekassen , die dann ausschliesslich für Flüchtlinge verwendet werden, dann bestellt ist.
    Sie werden sehen, daß viele „böse, rechte und unannehmbare und nationale Forderungen und Massnahmen“ , die heute die AfD macht, zur normalen politischen Diskussionen gehören und umgesetzt werden. Nur der Absender ist dann ein anderer. Und der Umstand , das man dann bemerkt, daß das Wasser nun nicht mehr bis zum Knie , sondern bis zum Hals steht und Stammwähler auf die Barrikaden gehen, wird dem Handeln Vorschub leisten.

    Ich wünsche einen guten feuchtfröhlichen Rutsch!

    • Alles, was Sie da beim Zeitungslesen „objektiv“ festgestellt haben und nun „schmunzelnd“ aufzählen, liebe Frau „Andrea Pätzold“, (Grenzsicherung, Visumpflicht, Begrenzung der Anzahl, Forderungen nach verbindlicher Integration …..) musste KEINESWEGS ZUNÄCHST von der erst am 6. Februar 2013 gegründeten AfD vorgeschlagen werden, um ANSCHLIEßEND in das Programm anderer Parteien einzuwandern, sondern es gehört seit den späten siebziger Jahren zu den klassischen Themen aller demokratischen Parteien in Deutschland und Europa und ist aufgrund der Komplexität der Materie in sehr ausgefeilter und differenzierter Form in die verschiedenen Gesetzgebungsverfahren immer wieder eingeflossen. Die Afd, oder besser die Führungsfiguren der AfD, liebe Frau „Andrea Pätzold“, haben sich, wie die rechtspopulistischen Parteien aller Zeiten es in allen europäischen Ländern immer getan haben und immer wieder tun, aus diesen uralten Debattenthemen bloß die grobschlächtigsten Tagesfloskeln herausgesucht, um damit Stimmung zu machen, Panik zu erzeugen und Krach zu schlagen, allein in der Hoffnung, auf der so, wie auch Sie es hier wieder demonstrieren, ganz gezielt selbst erzeugten Welle der Angst, in politische Ämter und an die Fleischtöpfe des administrativen Betriebs surfen zu können.

      Es gibt keinen einzigen Programmpunkt, den die AfD sich als neuen, originellen und zukunftszugewandten Gedanken anrechnen könnte. Alles, was sie zu bieten hat, ist verkalkte und simplifizierende Rechthaberei der abgestandensten Sorte aus den Mülleimern der von ihr sogenannten „Altparteien“. Die AfD hat diesen rohen Müll zusammengesammelt und bietet ihn nun schreiend in unbekömmlicher Konzentration als Heilmittel an, weil sie ganz offensichtlich glaubt (wie der Bigbrother-Held Ronald Schill es ebenfalls tat), mit der Dummheit ließe sich Politik machen.

      Ich wünsche einen guten, feuchtfröhlichen Rutsch!

      • @ Regina Pichle

        Wer ein Wahlprogramm lesen kann, ist klar im Vorteil. Nur ein Beispiel:
        Das was selbst ein Erstklässler bemerkt, ist z. B. die klare Forderung nach Volksentscheiden.
        Das haben ALLE etablierten Parteien im Wahlprogramm? Und selbst WENN, wäre es in 24 Stunden von Merkel, Gabriel, Özdemir und Bartsch abgebügelt, weil man freimütig den Bürgern Dummheit , Ahnungslosigkiet und Ungebildetheit bei Volksentscheiden unterstellt; nur nicht beim Kreuz machen.
        Ich weiss nach dem lesen Ihren Kommentares nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll.

        • Til Schweigsteiger

          Regina Pichle – was hast du gemacht?! Ich sage , du hast ein Stueck deutsche Blog.JJ-Geschichte geschaffen! Kompromisslos, atemlos, viril, phantastisch für das schmale Geld….andere verschwenden das Budget für zwei moppelige Kommissare, die ne Currywurst verspeisen, oder ein Bier vor einem bayrischen Imbiss zocken…du bringst Non Stop Action in diese 90 Minuten, in denen sonst meistens dummes Zeug gelabert wird( Frau Meier, hatte Ihr Mann Feinde?)…. Ich, Til Schweigsteiger, feier dich jetzt mal richtig derbe ab!!! Weil…. ich als Filmemacher/Schauspieler/Produzent/Writer/Cutter/Composer…. viel mehr Ahnung…. ich habe viiiieel mehr Ahnung von der Craft( Materie)….KUNST…. als die meisten von diesen Trotteln, die darüber schreiben!!!!…. Wenn sie ehrlich wären, würden sie zugeben, dass du was aussergewöhnliches geschaffen hast!! Das kriegen sie aber nicht hin, weil sie schwach und klein sind! Deswegen sage ich, als einer der es besser weiß, weil ich vom Fach bin: Mit allen Schwaechen, die dieser Kommentar hatte, ist er der bahnbrechendste seiner Art!!! Ich bin unendlich stolz auf dich und was wir gemeinsam erreicht haben!!Du bist der Größte!!!! Deine Arbeit ist unglaublich stark!!!!Ich bin meeega stolz auf dich!!!!ps: Deutschland bleibt das Land der Neider….und am Rande bemerkt… der vierte Teil ist NiCHT wegen mir nicht freigeschaltet worden, sondern wegen dem NDR..!!!!!

          @ Ortwin Prill
          Ich weiss nach dem lesen Ihren Kommentares nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll..!!!!!!

          ——————————

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      • @ Regina Pichle

        Die ersten „1000“ vor denen und derer Einstellung zu Frauen die Pegida ( teilweise auch die AFD ) warnte und die Verhältnisse der anderen zwangsbeglückten Länder, wie Malmö/Schweden oder Rotherham/ UK , werden Wirklichkeit. Man kann sich glücklich schätzen.jetzt auch „live“ bei uns:

        http://www.welt.de/vermischtes/article150593304/Ploetzlich-spuerte-ich-eine-Hand-an-meinem-Po.html

        • Lydia
          die polizei stand daneben und hat nichts bemerkt. komisch, oder?

          • Aus der FAZ von heute, 5.01.15:

            Der Chef der nordrhein-westfälische Polizeigewerkschaft Arnold Plickert sagte, die stark alkoholisierten Täter seien „völlig enthemmt und gewaltvoll“ vorgegangen. „Ein Täter hat einer Zivilpolizistin in die Hose gefasst“, berichtete Plickert. Bei den am Einsatz beteiligten Polizeibeamten herrsche eine „tiefe Betroffenheit“.

          • Klaus Bruns II

            Dann haben sich das also die Frauen alle nur eingebildet oder die Frauen sind alle rechts, oder wie?
            Was war denn mit der Polizistin, der in die Hose gegriffen wurde? Die hat doch aber was bemerkt, oder wart sie nur ein Einzelfall?

      • Dennis Wiesener

        @ Frau Pichle

        Viel Spass beim nächsten Besuch einer deutschen Grosstadt.
        Den „rohen Müll“ und die Dummheit sehe ich anhand von Ereignissen der letzten Wochen eher woanders, als bei der AFD.
        Vergessen Sie bitte nicht, sich so zu kleiden, daß Gläubige und Andersdenkende sich nicht belästigt fühlen oder ihre Kleidung als Aufforderung verstehen, tätlich zu werden.
        Das ist im Heimatland nämlich alltäglich und darauf haben Sie sich nun einzustellen.

        http://www.welt.de/politik/article150628792/Maas-sieht-Zivilisationsbruch-durch-enthemmte-Horde.html

        http://www.welt.de/regionales/nrw/article150706918/Immer-mehr-nichtdeutsche-Straftaeter.html

        Was ich mich anhand der Beiträge und der Äusserungen dann fragen muss, wäre: Ist Herr Mass denn nun plötzlich AFD Mitglied?

  7. Welchem politischen Lager nutzen in der derzeitigen pölitisch außergewöhnlich unruhigen Zeit die Spekulationen und Gedankenspiele zum Ausgang einer Kommunalwahl, die iin neun Monaten stattfindet?
    Bis zu dieser Wahl werden sehr wahrscheinlich in der Welt- bis hin zur Lokalpolitik noch viele zur Zeit nicht zu konkretisierende Dinge mit unvorhersehbaren Auswirkungen auf den Wahlausgang geschehen.

    • @ Fragensteller

      Ich denke, Sie liegen richtig. Hennen, die am lautesten gackern, legen nicht unbedingt das größte Ei.

      Ulrich Mädge, Karlheinz Fahrenwaldt und Klaus Bruns können uns auf dem Laufband ein Lied davon singen. Die ernsthafteste Art nämlich, sich zum Jahreswechsel mit dem zu beschäftigen, was vor uns liegt, sind die guten Vorsätze. Statt einfach zu raten oder zu hoffen, z. B. wie es nach dem elften September wohl wird und dass sich etwas ändert, kann man sich nämlich auch überlegen, was man selbst dafür tun kann, dass es sich ändert. Das klingt ganz einfach, ist aber ziemlich tückisch – weil sich viele Leute gleich zu viel vornehmen und sich dann schon nach kurzer Zeit geschlagen geben müssen. Vor allem wenn Erwachsene bei der Gelegenheit mit dem Rauchen aufhören oder mehr Sport machen wollen, merken sie schnell, dass es mit einem Vorsatz allein nicht getan ist: Sie brauchen einen Plan, wie sie das machen wollen, und am besten auch noch gleich ein paar Ideen, was sie machen, wenn sie merken, dass sie heimlich anfangen, sich vor dem eigenen Vorsatz zu drücken.

      Die sechs Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern nutzen viele Leute für einen ganz ähnlichen Versuch: Für die Christen war das früher eine Fastenzeit, übrig geblieben ist davon die Idee, für eine Zeitlang auf etwas zu verzichten, das man schon ein bisschen vermisst – auf Süßigkeiten oder Fleisch, aufs Fernsehen oder Computerspielen, auf Zigaretten oder Alkohol. Dass es zeitlich begrenzt ist, macht die Sache ein ganzes Stück einfacher als ein Vorsatz, der gleich für immer gelten soll. Und wenn man es schließlich geschafft hat, ist es eigentlich gar kein schlechtes Gefühl. Wenn man aber bei den Neujahrsvorsätzen nach ein paar Tagen oder Wochen merkt, dass man sie nicht durchhalten kann, und wenn man das vielleicht sogar nicht zum ersten Mal merkt, weil es auch im letzten Jahr schon nicht geklappt hat, dann ist das eigentlich gar kein so gutes Gefühl.

      Das kann man vermeiden, wenn man nicht gleich einen Haufen gute Vorsätze fasst, sondern vielleicht nur einen. Wenn man ihn nicht ganz allgemein formuliert, sondern möglichst genau – also statt „mehr Sport machen“ vielleicht sagt, dass man einmal in der Woche laufen und einmal schwimmen gehen will. Oder statt „mehr lesen“ sich einen gemütlichen Lesenachmittag in der Woche vornimmt, vielleicht immer an dem Tag, an dem sonst nicht so viel los ist. Und wenn man sich dann noch vorher überlegt, was passieren soll, wenn es mal nicht klappt – dass man es zur Not auch mal nachholen kann oder es sogar einmal im Monat ausfallen lassen kann, ohne dass gleich der ganze gute Vorsatz dahin ist –, dann kann man es zumindest mal versuchen.

  8. Karlheinz Fahrenwaldt

    Lieber Herr Jenckel,
    Sie schrieben hier im Blog „Und die Linken? Trotz stabilen Zuspruchs hat hier im Blog Fraktionssprecher Michel Pauly schon vor Monaten einen Brandbrief abgesetzt: Ohne Zuarbeit sieht er in der Fläche lauter weiße statt rote Flecken. Ohne Wunder gebe die Partei vor Ort „ein durch und durch erbärmliches Bild“ ab.“
    Wollen Sie aus dieser ollen Kamelle einen Dauerlutscher machen?
    Am 22. Oktober stand in Ihrer Zeitung ein Artikel unter folgender Überschrift: „Politik ohne Chef
    Linkspartei setzt auf junge Kräfte im Kreisvorstand“

    lz Lüneburg. Der Kreisverband
    der Linken hat einen
    neuen Vorstand gewählt. Dabei
    verzichtete die Partei auf einen
    Vorsitzenden.
    Der bisherige Kreisvorsitzende
    Karlheinz Fahrenwaldt hatte
    nicht mehr kandidiert: „Mir ist
    es wichtig, dass die Jugend zum
    Zuge kommt. Wir haben eine
    Jugendgruppe und eine Hochschulgruppe,
    die hervorragende
    Arbeit leisten, davon profitieren
    wir als Partei enorm. Ich werde
    mich weiter vor allem für unseren
    Sozialstammtisch engagieren“,
    sagte Fahrenwaldt.
    Die neue Führungsriege habe
    ein Durchschnittsalter von
    38 Jahren. Bekannte Gesichter
    sind Fred Jörke-Kunath,
    Schatzmeister Martin Nass
    sowie Pressesprecher David
    Amri. Neu im Team sind Oliver
    Schulz aus Deutsch Evern
    sowie Lisa Apking und Andrea
    Henkel, die beide an der Leuphana
    studieren und zuvor bei
    der Hochschulgruppe dielinke.
    SDS aktiv waren. „Wir haben
    eine gute Mischung aus erfahrenen
    Kräften und neuen Gesichtern
    hinbekommen“, glaubt
    Amri. „Wir werden ohne Hierarchien
    arbeiten, deswegen soll
    es das Amt des oder der Vorsitzenden
    so nicht mehr geben.
    Die Arbeit teilen wir uns nach
    Themengebieten auf.“

    Wir reden und schreiben nicht nur – wir handeln wenn berechtigte Kritik geäußert wird!

    • Sagen wir mal so, Karlheinz Fahrenwaldt: Sie haben Michèl Pauly, der am 29. Januar einunddreißig wird, und Rainer Petroll, der in diesem Jahr 74 wird (Mittel: 52,5 Jahre). Dann kommt eine Lücke von hundert Millionen Lichtjahren zwischen den beiden Profis und Ihren übrigen Schauspielern. Schon von Bernd Stoll und Frank Jaschke hat außer Meinhard Glodzei und Oliver Perschel noch niemals jemand gehört. Wer sagt uns, dass Lisa Apking und Andrea Henkel nicht bloß von Ihnen für Ihren neuesten Science-Fiction-Slam frei erfundene Superhelden sind? Eine Begegnung dort, wo Sie um Ihre Wähler kämpfen? Beim prospektüberhäuften Tapeziertischchen der Lünelinken an den Sonnabendvormittagen vom 3. und 10. September 2016 in der Bäckerstraße?

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Liebe Kerstin,
        schauen Sie in die LZ vom 22. Oktober letrzten Jahres, dort werden Sie bei dem oben angeführten Artikel ein Foto des neuen Vorstands finden. Kein dort abgebildeter Mensch sieht aus wie ein Science-Fiction-Superheld – alles ganz normale Menschen, genau wie Michèl Pauly, Rainer Petroll, Frank Stoll und Bernd Jaschke. Schauspieler gibt es bei der Rats-SPD (ist im Übrigen ein honorieger Beruf).
        Und unser Ziel ist es, auch bei den Mandatsträger bei den kommenden Kommunalwahlen eine Verjüngung hinzukriegen!

        • Krawallnudel Karlheinz Fahrenwaldt!

          Da bekennen Sie neulich also im Interview: »Ich fand einfach, Willy Brandt sah besser aus, kam sympathischer ›rüber‹ als Ulrich Mädge oder Gunter Runkel. Zu glauben, durch die Senkung des Wahlalters würde die Ratio gestärkt, ist ein Irrglaube« – und haben damit vollkommen recht: Wie sollte denn eine Senkung des Wahlalters etwas so Nichtexistentes wie Ihre Ratio stärken? Außerdem würden Sie ja von einer solchen Senkung selbst nicht gerade profitieren, jedenfalls wenn diese verrückte Jugend heute noch so tickt wie Sie damals. Aber was dabei herauskommt, ist dann wohl doch zu abschreckend.

          Low five: Thorsten

  9. Die SPD des Herrn Mädge bekommt für ihre Arroganz und die CDU der Frau Baumgarten für ihre Tatenlosigkeit die Quittung. Die selbstzufriedenen und zerstrittenen Grünen und die politisch unbedeutende Linke auch.
    Und von wem kommt die Quittung? Von einer AfD ohne kommunalpolitischem Konzept, die nur ein echtes Thema hat: das epochale Versagen der Parteien in der Flüchtlingsfrage.

    Die AfD wird vielleicht die Menschen daran erinnern, dass SPD und Grüne gegen die ausdrückliche Mehrheit der Bevölkerung die Elbbrücke bei Darchau verhindert haben. Die AfD wird am Beispiel des Libeskind-Audimax-Prachtbaus und eines überflüssigen und zudem hässlichen Museums die SPD des Herrn Mädge daran erinnern, dass hier Millionen in den Sand gesetzt wurden. Und die AfD wird daran erinnern, dass die doch kleine Stadt Lüneburg mit mehr als eine halbe Milliarde Euro verschuldet ist. Eine Stadt die meint, auf Biegen und Brechen Großstadt werden zu müssen, damit Stadt noch mehr Geld verprassen kann? Nicht gewachsen ist die Infrastruktur: Kein zusätzlicher Quadratmeter Straße hinzugekommen, kein neuer kostenfreier Parkplatz gebaut. Dafür gibt es kostenlos Verkehrsstau, morgens und abends das einzig Großstädtische, worauf die Bürger gerne verzichten würden.

    Aber mit wem wird die AfD in den Lüneburger Rat einziehen? Mit einem pensionierten Professor der Soziologie, der die politische Ausstrahlung eines Schlafmittels verströmt. Der Stadtverband Lüneburg der AfD hat derzeit noch nicht einmal einen arbeitsfähigen Vorstand. Die letzten Vernünftigen sind ausgetreten. Und eine rechtsradikale Dame wurde von der Partei ihres Amtes enthoben. Die AfD in Lüneburg ist eine politische Vogelscheuche.

    Die AfD wird in den Rat einziehen, mit wem auch immer. Nicht weil sie ein Konzept hat, sondern alleine weil die großen Parteien versagt haben…

    • Daniel Schubert

      Im Großen und Ganzen die völlig richtige Diagnose, Wolf. Schweigende Überheblichkeit ohne Konzept wird bei den Septemberwahlen von kreischender Ahnungslosigkeit ohne Konzept existenzgefährdende Stimmeneinbußen hinnehmen müssen. Museum und Audimax sind weithin belachte Hundertmillionen-Grabmale größenwahnsinnigen Schrebergartenehrgeizes. Ob Brücken, Straßen und Parkplätze wichtiger als Fahrradwege, Kindergärten und Schulen sind, darüber allenfalls würde ich mich mit Ihnen streiten.

      • Lieber Herr Schubert,
        ich denke es ist nicht richtig, Defizite der Infrastruktur gegen Erfordernisse von Bildung auszuspielen. Wenn die Lüneburger Verwaltung sparsam mit öffentlichen Geldern umgehen würde, wäre für beides genug da. Es sind immer wieder die Prestigeobjekte und die großen Fehlinvestitionen (Beispiel Lüneburger Hafen), in welche Steuergeld verbrannt wird. Ergebnis: Grunderwerbsteuer, kommunale Gebühren Müllabfuhr, Abwasser etc. werden erhöht. Da ist nichts „Soziales“ drin zu erkennen. Anstelle des kaum besuchten neuen Mädge-Museums hätten 10 Kitas „de luxe“ gebaut werden können…
        Die SPD/Grüne beherrschte Verwaltung kapiert nicht: nicht das Wünschenswerte sondern das Notwendige muss Priorität haben.

        • Herr Wolf ,ihr Zitat: nicht das Wünschenswerte sondern das Notwendige muss Priorität haben.
          stimmt. und warum dann für jede milchkanne eine brücke? ich finde, neuhaus gehört nach meck-pom. die elbe ist eine natürliche grenze. niemand muss dann unbedingt wegen verwaltungsaufgaben und schule ,von neuhaus nach lüneburg und umgekehrt. die brücke ist überflüssig. und die spediteure brauchen ihre navis nicht neu einzustellen.

          • Wenn man Sie so liest, lieber Herr Bruns, könnte man meinen, Sie wünschten den Zaun am Elbe-Nordufer zurück.

            Im Ernst, Sie verkennen offensichtlich völlig die Notwendigkeit, die Infrastruktur den Gegebenheiten nach Überwindung der Teilung anzupassen. Es geht hier nicht nur um Neuhaus, sondern um die Anbindung des Gesamten Hinterlandes. Und zwar in beidseitiger Richtung.

            Ihre an Verachtung grenzende Geringschätzung des Nachbar-Bundeslandes ist lehrbuchtaugliches Beispiel für kleinkarierte Kirchturmpolitik.

    • Wolf
      dass SPD und Grüne gegen die ausdrückliche Mehrheit der Bevölkerung die Elbbrücke bei Darchau verhindert haben.
      wo von träumen sie nachts? mehrheit für was? egal, wie viele millionen euro aus dem fenster geschmissen werden? wer die ehrlichen kosten benennt, darf bei uns schnell kleinere brötchen backen.

      • Ist Ihnen entgangen, lieber Herr Bruns, dass es eine Volksbefragung gegeben hatte? Mit eindeutigem Ergebnis FÜR die Brücke? Dass Sie das scheinheilige Kassieren dieses Volkswillen durch SPD und Grüne gutheißen ist ein Armutszeugnis. Nicht für die Demokratie, sondern für SPD und die anderen!

        • Herr Wolf, mir entgeht in der politik selten etwas, auch nicht die rechenkünste der brückenbefürworter. ,weder ja noch nein hatte gewonnen, sondern das ,,vielleicht,,. wer eben eine frage stellt und drei möglichkeiten zulässt , kann so was nun mal erleben.
          Zitat:
          Hans-Herbert Jenckel
          31. Dezember 2015 at 15:18

          Ich denke, der Schachzug war politisch klug. Politik durch und durch. Mit Pragmatismus nicht zu verwechseln.
          Dieser Satz würde bei der Brückenbefragung zur Brücke doch passen, oder? Denn, das die Kosten zu dem Zeitpunkt eh schon höher sein werden, als bei der Bürgerbefragung angedacht war, war wohl jedem klar, der selbst denken kann.

          • Lieber Herr Bruns,
            schon erstaunlich, wie arrogant Sie hier den Willen des Volkes geringschätzen.
            Es ist doch völlig klar, das die Formulierung der Befragung so ausgelegt war, ein Hintertürchen offen zu lassen, durch welches Sie jetzt großspurig durchschreiten.
            Der Wille der Mehrheit war aber eindeutig, das können Sie nicht wegreden. Sogar die politischen Gegner des Brückenbaus haben diese Ablehnungsentscheidung im wesentlichen nur mit dem Argument der angeblichen Finanzierungslücke begründet. Von grünem Vogelschutz- und Amphibien-Folklore durch Bündnis 90/Die Grünen einmal abgesehen.

            Die Betroffenheits-Argumentation mancher Brückengegner lässt den Verdacht aufkommen, sie wären im Falle des Brückenbaus durch veränderte Verkehrsflüsse persönlich negativ betroffen. So wie eben beispielsweise die meisten Gegner der A 39 diejenigen sind, durch deren Vorgärten die Trasse geplant ist. Es sei denn, es handelte sich um bezahlte Aktivisten von BUND, Vogelschutzbund, Greenpeace oder wie diese etablierten grünen Feinde von Infrastruktur alle heißen.

            Sankt Florian lässt grüßen!

          • Friedel Dankwardt

            Liebe® (?) Wolf,

            es ist wohl schon so, wie Kläusern schreibt. Nach dem Entscheid der Neuhäuser, nach vierzig herrlich unbeschwerten Jahren Stiefkindschaft im realen Sozialismus ins Lüneburger Stammland zurückzukehren haben die hiesigen „Sozial-“ und „Christdemokraten“ ganz dicke einen auf Symbolpolitik und Europa-Vereinigungsavantgarde gemacht und sich zu jedem Jahrestag eine neue, neongrell leuchtende Krawatte fürs Zeitungsfoto umgebunden. Dann war schnell klar, die Sache wird teuer und bringt ökonomisch und ökologisch mehr Nach- als Vorteile für Kreis und Kreisstadt. Also wurde noch ein paar Jahre auf irgendein Einnahmewunder gehofft und Schwarzer Peter gespielt, bis klar war, die Sozis stecken bis zu den dünn behaarten Brustwärzchen im Schlamassel der gebrochenen Versprechen. Letzter Ausweg schien dann die oberidiotische Bürgerbefragungsposse. Der Ausgang ist bekannt. Am Abend des 20. Januar 2013 war auch das Schicksal des Landrates Nahrstedt endgültig besiegelt. Die Frage lautete jetzt nur noch: wann? Oder: welche strategischen Spielzüge lassen sich mit einem Parteioffizier ohne Nase noch flink ausführen, um einen weitestgehend unbeschädigten Nachfolger installieren zu können? Den Rest lesen Sie oben im Dialog zwischen Herrn Chefredakteur Jenckel und Herrn Harold Dörfler: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/291196-wer-blutet-nach-der-wahl-im-lueneburger-rat-fuer-die-afd#comment-60780

  10. Andreas Pätzold

    @Pichle

    „sondern es gehört seit den späten siebziger Jahren zu den klassischen Themen aller demokratischen Parteien in Deutschland und Europa “

    Mit dem gravierenden Unterschied, daß Deutschland zu der Zeit 65 Mio. Einwohner hatte und keine Notwendigkeit aufgrund der niedrigen Zahlen von Migranten bestand, dort diese Dinge wie „Begrenzung der Zuwanderung“ u.ä. ernsthaft zu diskutieren, weil es zwischen Flensburg und München jährlich 10000 Migranten gab.
    Das wurde im Oktober 2015, als man sich von Zahlen von ca. 600.000 Migranten, die anfänglich 250.000 sein sollten, verabschiedet hatte.
    Übrigens waren bis Mitte des Jahres Ausdrücke wie „unkontrollierte Zuwanderung“ , „bildungsferne Schichten“ oder „Überlastung der Sozialsysteme“ ja nur den „rechtspopulistischen Parteien“ zuzuordnen.
    Jetzt „dürfen“ die CDU-Jünger diese Worte öffentlich benutzen. Mutti hat gestattet, darüber zu diskutieren. Ich frage mich worüber? Es gab doch gar keine „unkontrollierte Zuwanderung“ und Probleme damit schon gar nicht!?

  11. Triebstruktur und Ideologie

    Liebe Lüneburger Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Andrea Pätzold, lieber Karlheinz Fahrenwaldt!

    Ich bin froh und dankbar, mich an dieser Stelle zu Wort melden zu dürfen. Nachdem die zwei letzten großen Exkanzler bzw. -präsidenten, Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker, im vergangenen Jahr endlich verstorben sind, müssen Sie, liebe Lüneburger, nun mit mir und Gunter Runkel als „eldritch statemen“ vorlieb nehmen. Wir haben uns stets zurückgehalten, habe nicht jeden Monat bei Maischberger unsere Weisheiten hinauskrakeelt – wir haben nämlich keine. Stattdessen vegetiere ich z. B. in einem Pflegeheim vor mich hin und komme höchstens in die Schlagzeilen, wenn ich mich aus Versehen in der Speisekammer eingeschlossen habe oder wieder mal über meinen Roomba gestolpert bin. Am Heiligabend sehe ich dann diesen Jungpastor aus der Ostzone im Fernseher und denke mit Wehmut an die gute alte Zeit zurück. Mann, war das Programm diesmal scheiße! Früher haben sie noch bunte Revuesendungen gezeigt. Dieser eine Entertainer, der war gut: Walter Scheel! Unvergessen sein Welthit „Hoch auf dem gelben Wagen“, den Text kann ich heute noch mitklatschen.

    Der gelbe Wagen, er stand natürlich auch für die FDP. Ich selbst habe nie einen Scheel, äh: einen Hehl aus meiner FDP-Mitgliedschaft gemacht. Meinen Parteiausweis habe ich bestimmt noch irgendwo hier rumliegen. Die wenigsten wissen, daß ich sowohl Bundespräsident als auch Bundeskanzler gewesen bin. Als Willy Brandt – wir nannten ihn „Reichstagsbrandt“ – wegen seiner Bobbycar-Affäre zurücktreten mußte, habe ich kurzerhand die Amtsgeschäfte übernommen. 1998 muß das gewesen sein. Ja, und dann trat bekanntermaßen dieser schreckliche Dicke aus Ludwigshafen aufs Parkett. Ach, wo steckt bloß mein Parteiausweis? Gunter, hast du meinen FDP-Ausweis gesehen? Gunter Runkel, müssen Sie wissen, ist mein ausgestopfter Braunbär. Ich habe ihn in den rumänischen Karpaten erlegt, und er hat mich als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung immer gut beraten. Außer als ich mir diesen Staubsaugerroboter habe aufschwatzen lassen. Wie stellt man den ruhig? Manchmal habe ich den Verdacht, er belauscht meine Telefonate oder verlegt meine Ausweisdokumente. Meine Tochter soll sich bei Gelegenheit darum kümmern, die kennt sich damit aus. Sie ist sehr fortschrittlich in solchen Dingen, in anderen Dingen sogar etwas zu fortschrittlich für meinen Geschmack.

    Nun aber wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben eine schöne Zeit auf der Bundesgartenschau am Bockelsberg! Entspannen Sie sich im Sinne der Entspannungspolitik, gönnen Sie sich ein feines Glas Ratzeputz, und nicht vergessen: im September Willy wählen!

    Herzlich, Ihr

    Walter S.

  12. Linus
    ich frage nicht, was andere machen. ich denke selbst. dummes verhalten ist eben nicht sehr nachahmenswert. im übrigen muss sich auch jeder nach seiner geldbörse richten. man achte auf das auch. ist wie beim fleischkonsum, weniger fleisch , dafür besseres essen. das bessere kostet nun mal mehr. mein handy ist 15 jahre alt. ich brauche dieses gerät vielleicht ein mal im jahr. wer natürlich verbreiten muss, dass er gerade auf dem klo sitzt, braucht natürlich ständig ein neues. die bilder müssen ja dann besonders scharf gesendet werden. meinen pc baue ich selbst zusammen. ich habe in meinem leben jetzt den zweiten. immer gewusst wie, sportsfreund. als frührentner große sprünge zu machen geht leider nicht. mit leerem beutel können das nur politiker.

  13. Gast
    unterstellungen klappen bei mir nicht. nein, ich habe noch nie einseitige verträge erstellt, sie noch nie unterschrieben und auch nie die anweisung dazu gegeben. hat einen einfachen grund, ich wollte meine kunden behalten. das wort nachhaltig wird bei uns leider arg strapaziert, aber hier trifft es mal zu.

  14. Linus, als der kleine Bruder von Lydia und Andre Hebsen sind Sie der zweitbeste Freund von Charlie Brown nach Karlheinz Fahrenwaldt und die reifste Persönlichkeit unter den Lüneburger Vorstadtkommentator(inn)en. Häufig führen Sie philosophische Gespräche mit Bundeskasper. Von Ihnen stammt sogar dessen berühmtes Kurzportrait in einem Satz: „Von allen Charlie Browns der Welt-Leser bist du der Charlie Brownste.“

    Aber wussten Sie, dass Bill Watterson seine Figuren „Calvin und Hobbes“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Calvin_und_Hobbes) nach dem Leben des frühen Klaus Bruns gezeichnet hat? Schon im Alter von sechs Jahren ist Calvin alias Klaus, Einzelkind einer klassischen Kleinfamilie (Vater: Büro, Mutter: Haushalt) in einer x-beliebigen amerikanischen Vorstadt (hier: Reppenstedt, obwohl der kleine Klaus sein Wesen und Unwesen Auf dem Meere getrieben hat), in der es oft schneit, für seine Umwelt (inklusive aller LZ-Leser) ein einziger Belastungstest. Er ist altklug, wäscht sich nur unter Zwang und findet das Essen zuhause a priori ekelhaft, auch wenn er erst nachschlagen muss, was Tortellini eigentlich sind. Er zerstört, was zerstörbar ist, erschreckt, die erschreckbar sind, überzieht jedweden, der seine Intelligenz beleidigt oder ihm etwas befiehlt, mit Schimpfnamen: „Nincompoops“, „Numbscull“, „Nasty old barracuda“.

    Außerdem hat er hat für alle seine Zerstörungen, aber auch seine Faulheiten phantastische Ausreden – „2+7? Die Frage zu beantworten, geht gegen meine religiösen Prinzipien“ –, sieht gern Filme, die „Cannibal Stewardess Vixens Unchained“ heißen und liest am liebsten einen Comic: „Captain Napalm – Protector of the American Way“. Er hält Mädchen für einen entbehrlichen Sonderweg der Natur, Hausaufgaben für einen unterdrückerischen der Zivilisation und Babysitter für eine Kriegserklärung.

    All das, den ganzen Feldzug gegen Schule, Mitschüler, Eltern, soziale Ordnung überhaupt, samt seiner egozentrischen Weltsicht – „Ich bin zu schlau für die Schule. Einstein hatte schlechte Noten als Kind. Sieht du, meine sind noch schlechter!“ – bespricht er mit dem sich von Thunfisch-Sandwichs ernährenden Stofftier. Das wird nämlich lebendig, sobald er mit ihm allein ist, und muss als Erklärung für ziemlich viele Untaten, darunter nachts aufgegessene Inhalte von Thunfisch-Dosen, herhalten. Hobbes ist, in Kumpanei, Streit, Widerspruch, Trost und am Ende-über-alles-Hinwegsehen, die Verkörperung des besten treuen Freundes. Ihn liebt man sofort. Meistens kommt aber auch er aus dem Kopfschütteln über Calvin – Die Mutter: „Wie, um Himmels, willen bist du dazu gekommen, Steine im Wohnzimmer zu zertrümmern?“ Calvin: „Schlechte Gene?“ – nicht heraus.

    Wie kann man so ein Kind lieben? Die Eltern fragen es sich wiederholt und träumen, wenn er mal wieder mit Schneemännern eine Unfallszene nachgebaut hat oder sie nachts weckt, weil er wissen will, ob Menschen aus Sporen entstehen, von der Adoption eines Fünfundzwanzigjährigen mit eigenem Apartment, von einer Tochter – „Es ist dein Fehler, dass wir kein kleines, süßes Mädchen haben“, brüllt die Mutter ihren Gatten an, „Deine dummen Chromosomen! Nicht meine!“ –, von mehr Dienstreisen. Aber man kann Calvin nur lieben. Watterson legt ihm Gedanken und Sprüche in den Mund, die kein Kind sagen würde, die aber eben noch komischer sind, wenn sie ein Sechsjähriger sagt, um sich in einer mit Langeweile und Disziplin drohenden Welt zu behaupten: „Wenn man toll ist, verwechseln die Leute oft Aufrichtigkeit mit Aufschneiderei.“

    In einer Episode sieht sich Calvin als Moderator einer Talk-Show: „Ich werde am laufenden Band oberflächliche Ansichten daherlabern, jeden, der anderer Meinung ist, verspotten, allgemeinen Unfrieden stiften und zynische und niveaulose Gespräche führen!“ Hobbes: „Klingt, als wärst du für den Job wie geschaffen“. Calvin: „Stell dir vor, man wird dafür bezahlt, sich wie ein Sechsjähriger zu benehmen!“

    Stell dir vor, Linus: Die wirkliche Welt reicht Kindern nicht, weil sie in ihr klein und unverstanden sind und außerdem vermutlich Monster unter dem Bett lauern. Calvin stellt sich nicht nur den Tiger vor, sondern in Episoden, die nach Art von Superhelden-Comics gezeichnet sind, auch sich selbst als Captain Spiff, den Raumfahrer. Mal phantasiert er sich in eine Welt von Sauriern (seine Mitschüler und Frau Wurmholz, die Lehrerin), mal nutzt er den selbstgebauten Transmogrifizierer, um sich und Hobbes zu verwandeln. Aber auch die Umwelt ist voller Magie. Mitunter redet sogar das ekelhafte, spinatfarbige Essen mit ihm. Einmal sagt es den Hamlet-Monolog auf, und der entsetzte Bub fleht zur Mutter: „Koch so etwas nie wieder!“ Phantasie als Notwehr, auch gegen Normen, die ihrerseits Phantasien entbinden. Klassisch sind Calvins Auftritte, die so beginnen: „Papa, die Umfragewerte sind im Keller, deine Wiederwahl ist stark gefährdet“, was beispielsweise an Skandalen wie „Homeworkgate“ und „Bedtimegate“ liegen kann.

    Als Calvin sich einmal einzureden versucht, er wolle gar nicht rausgehen, sondern lieber Mathehausaufgaben machen, resigniert er schließlich: „Mein Hirn stößt Gesinnungstransplantate regelmäßig ab.“ Überhaupt ist Calvin ein Anthropologe. Den Vater fragt er, ob der einen Balztanz – „Awk, Awk – Brauuu-Auukk!“ – hingelegt hat, als er die Mutter zum ersten Mal sah? Oder weshalb gehen die Augen zu, wenn man niest? Er bekommt zur Antwort, die Explosion würde andernfalls die Augäpfel herauspressen und den Sehnerv dehnen, so dass die Augen herumbaumeln würden und man die Hände benutzen müsste, um richtig zu sehen. „Wenn du es nicht weißt, gib es doch zu“, herrscht seine Mutter ihren Mann an. Aber es ist eben der Vater Calvins.

    Philosophie und Phantasterei sind Geschwister, könnte das heißen, und wir alle, was das Leben angeht, leicht aus er Fassung zu bringen. „Gibt es noch Fragen?“, sagt Frau Wurmholz (Anikò Hauch (?)). Calvin: „Ich hätte eine: Was ist der Zweck der menschlichen Existenz?“ – „Ich meinte Fragen zum Unterricht (zum Thema)“ – „Oh, offen gestanden würde ich meine gern geklärt haben, bevor ich da noch mehr Energie reinstecke.“ Oder um es mit Ralph Waldo Emerson zu sagen: „Hütet Euch, wenn Gott einen Denker auf diesen Planeten schickt.“ Calvin, alias Klaus Bruns, ist dieser Denker. Wer ihn nicht kennt, hat die besten Argumente noch vor sich.

    • @ Peanuts:

      Ihr Nickname und Ihre Person ist mit der gleichnamigen TV Sendung und den Personen dort, bei Scharfsinn und Intelligenz eine echt Parallele.

      • @ Jan Schlaffer:

        Und Ihr Nickname und Ihre Person ist mit der gleichnamigen TV Sendung („Po- und Piepmann-Schule Hängasch“) und den Personen dort, bei Scharfsinn und Intelligenz eine echt Parallele.

        • @ peter stehter

          Ich weiss nicht ob ersteht, Peter, aber Ihr Kommentar ist kaum sachdienlich. CDU oder SPD,Grüne /Linke – Wähler?

          Ok, wir schaffen das. Wobei ich mir einfach frech herausgenommen habe, daß „IHR“ es ohne mich schaffen müsst.

          Warum? Weil ich nicht mehr unterschreibe, daß „WIR“ Deutschland sind und bleiben.
          Eher werden wir eine Kolonie der Gottesanbeter aus dem Morgenlande. Und genau das will ich nicht, nämlich leben wie 600 n. Chr.

          • Jan Schlaffer, wie schon beim Ausräumen der Wohnung meiner wegen fortgeschrittener Demenz ins Pflegeheim verpflanzten Mutter wurde mir beim Lesen Ihrer Kommentare nochmal ganz klar: Der letzte Schrank hat keine Tassen.

  15. Herr Wolf , die nummer mit dem angeblichen willen des volkes kenne ich. den spruch: wir sind das volk , den kenne ich auch. wenn es zur einer großen koalition kommt, hieß es immer, es war der wille des volkes. alles glatt gelogen. zu ihrer geliebten brücke nur so viel, wer etwas bauen will, soll es auch bezahlen können und nicht ständig die nächste generation mit diesen unfug belasten. die mehrheit wäre dafür gewesen, wenn die kosten ehrlich genannt worden wären? das bezweifle ich sehr. was heißt angebliche finanzierungslücke? wer hat denn das geld , um es zurückzuhalten? es gibt hier in diesem zusammenhang keinen willen des volkes ,nur lobbyisten , die behaupten, hinter ihnen stände die mehrheit. und was die arroganz betrifft, wer behauptet denn, den willen des volkes zu kennen? ich empfehle immer eine nagelprobe. den bürger fragen, wie viel geld er persönlich für die idee des anderen bereit ist, auszugeben. sie werden schnell die begeisterung erkennen.

  16. mein lieber wolf, ich mag nämlich wölfe, mit unterstellungen kommen sie bei mir nicht weiter, versuchen sie es doch mal mit vernünftigen argumenten. Ihr Zitat:Es geht hier nicht nur um Neuhaus, sondern um die Anbindung des Gesamten Hinterlandes. Und zwar in beidseitiger Richtung. wie kommen sie darauf? was hat niedersachsen mit der infrastruktur von meck- pom zu tun? es sollen ja ein paar hoch durchgeistigte brückenbefürworter schon mal beim mp in meck-pom vorgesprochen haben und selbst berlin wurde involviert. wer war denn nun von der notwendigkeit der anbindung überzeugt? habe ich da was verpasst?

  17. Hallo Bundeskasper
    ich hatte es mir verkniffen, die daten von neuseeland hier reinzustellen. wissen sie warum? ich wußte, sie würden es tun, wegen der vielen europäer. menschen zu manipulieren geht so einfach. und wenn man dann noch aus der vergangenheit nur das beste raus sucht, zum beispiel die autobahnen, könnte man glatt den nationalsozialismus vergessen, oder?

    • Das war sehr schwach Klaus, sehr schwach.
      Ich bin enttäuscht.

      • Versuchen Sie jetzt, Klaus Bruns durch öffentlich bekanntgemachten Liebesentzug zu versklaven, Jan Schlaffer? Mit solchen Methoden kann man natürlich Bundeskasper werden bzw. Scientology-Manager — oder Mitglied im Leuphana-Präsidium.

  18. Zurück zum Thema bitte !

    Ging es Herrn Hans-Herbert Jenckel, geschäftsführender Redakteur und Online-Chef der LZ, nicht um die Frage, auf Kosten welcher Ratsparteien die Lüneburger AfD-Karpeiken unter Führung des 69-jährigen Sexualsoziologen Gunter Runkel am 11. September wohl ins hiesige munizipale Kollegialorgan einziehen und damit Mitglieder unserer Gemeindevertretung werden, der Repräsentanz also, die bekanntlich gegenüber den Beschäftigten der Hanseadministration die oberste Dienstbehörde und im Rahmen der kommunalen Rechtsetzungshoheit das wichtigste Organ der städtischen Selbstverwaltung ist?

    Wer wagt – , nach allem, was wir bisher gehört, gelesen und erfahren haben, – eine erste Prognose?

    Und wer wagt sogar eine begründete erste Prognose?

    MfG, Wolfgang Hartwich

  19. Beverli Chantal Schmalke

    „Und wer wagt sogar eine begründete erste Prognose?“

    Ich versuch´s mal:

    Meine neuesten Umfragen auf dem Landwehrplatz in Reppenstedt machen nämlich klar: Die Lüneburger CDU kann sich nach den nächsten Wahlen komfortabel aussuchen, mit wem sie im Rat regieren will. Die CDU verbessert sich in der aktuellen Umfrage auf 39 Prozent (2011: 22,7 Prozent). Die AfD kommt auf neun Prozent. Die SPD verliert und erreicht nur noch 24 Prozent (2011: 32,4 Prozent). Die Linke legt auf zehn Prozent zu (2011: 4,9 Prozent). Die Grünen rutschen auf neun Prozent (2011: 29,3 Prozent). Die Kandidaten der FDP, der Piraten und der Rentner würden derzeit mit jeweils knapp einem Prozent (2011: FDP 3,3 Prozent, Piraten 4,1 und RRP 2,1 Prozent) den Wiedereinzug in das Rathaus verpassen. Die FDP und die Grünen zahlen also den höchsten Preis für die jahrelange Mehrheitsbeschaffung für Ulrich Mädge und müssten allen Parteien eigentlich als warnendes Beispiel vor Augen stehen.

    Der Aufstieg der AfD ist für die Lüneburger CDU faktisch ein Geschenk des Himmels: Denn die Union kann nun eine Doppel-Strategie in Stadt und Land fahren, die für die Partei keine Nachteile bringt: Sie kann innerparteilich rechte Positionen durchsetzen mit dem Verweis, dass die AfD der CDU sonst am rechten Rand Stimmen wegnimmt. Zugleich kann sich die CDU öffentlich unflätig gegen die AfD äußern und so den Eindruck erwecken, dass die AfD außerhalb des zulässigen Meinungsspektrums steht. Diese zutiefst undemokratische Position wird der AfD weitere Protest-Wähler in die Arme treiben, was der CDU wiederum in der Endabrechnung nützt.

    Ein ehemaliger SPD-Gruppenvorsitzender hat die CDU daher in einer Art Panik-Attacke scharf kritisiert. Allen öffentlichen Beteuerungen zum Trotz hoffe die Union nach seiner Einschätzung klammheimlich auf den Einzug der AfD in möglichst viele Gemeinderäte. «Mein Gefühl ist: Die Union setzt darauf, dass die AfD bei den kommenden Kommunalwahlen in die Gemeindevertretungen einzieht und damit progressive Mehrheiten dort nicht mehr möglich sind», sagte der SPD-Stratege der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist das Kalkül der Union.» Die CDU biedere sich ganz offensiv bei den Rechten an, übernehme teilweise sogar deren Parolen. «Und Herr Pols tut nichts.»

    • man müsste doch nur den bürgern klar machen, was die afd will. in erster linie den euro abschaffen und damit die kriegsgefahr innerhalb europas zu erhöhen. der euro hat bis jetzt für den frieden in europa gesorgt. oder wer glaubt, es wäre die vernunft? wenn es ums geld geht, wird der mensch schnell erzürnt.

  20. mich wundert hier bei dieser diskussion, warum nicht darauf hingewiesen wird, dass die afd den euro abschaffen will. am geld hängt doch alles. was würde wohl passieren, wenn die dm wieder eingeführt wird? die flüchtlingsdebatte ist doch nur eine willkommende ablenkung. sie wird als aufhänger genutzt, um vom kern abzulenken. ist die eurokrise schon beendet?

    • Hatten oder haben wir eine Eurokrise Klaus?

      Wer will jetzt eigentlich den Euro abschaffen? Die Syrica? AFD? DieLinke? Die Portugiesen oder Italiener?
      Draghi etwa? Sie Klaus? Die Briten? Ach nein, die wollen ja austreten aus dem Vereinigten Europa.
      Die Polen? Auch nicht.

      Ich verliere da so langsam die Übersicht – helfen Sie mir…aber bezeichnen Sie das Neubürgerdebakel nicht wieder als willkommene Ablenkung. So willkommen ist die gar nicht.

      Oder gar der neue Bürgermeister von Lüneburg? Dann haben wir hier in Lüneburg wieder die Salzwährung.
      Aber wer wird denn nun der neue Bürgermeister von Lüneburg?
      Denn Lüneburg braucht neue Männer, oder?
      Nur, wer ist so dumm, sich diesen Posten umhängen zu lassen?
      Ich habe mir mal die Haushalte der letzten Jahre angeschaut – Oh Mann, das ist Kängurupolitik, mit leerem Beutel große Sprüche machen.
      Da kommt was auf uns zu – na dann prost Neujahr.

      • Bundeskasper
        wollen wir nicht mal das einseitige spiel verändern, sie haben genug fragen gestellt, wie wäre es, wenn sie uns mal ihre antworten darauf geben? nur so können die leser hier doch wirklich sehen, was die afd wirklich will. nur mut.

        • Klaus, Sie wissen doch – Ich habe keine Antworten, ich kann nur fragen.
          Für die Antworten ist die Intelligentia weiter unten zuständig.

          Die haben die richtigen Antworten weil die besser nachdenken können, die haben das studiert.

          Ich hatte ja gehofft, ich erhalte mal eine kurze, knappe Antwort, eine die ich auch verstehen kann. Aber so eine Antwort gibt es wohl nicht. Deshalb frage ich immer weiter.

  21. Die Hoffnung der Initiatorin: Die Lüneburger Wochen gegen Rassismus machen viele Menschen sensibler für das Thema „und vielleicht auch ein bisschen mutiger, wenn es mal darum geht, sich gegen die Ausgrenzung anderer Menschen zu Wehren“
    Ob die AfD dieses als Wahlkampfhilfe für die anderen Parteien auffassen wird?

    • Die Hoffnung Klaus, die stirbt zuletzt – aber sie stirbt auch, wissen Sie doch.

      Und „Rassismus“ Klaus? Wer spricht hier über Rassen?
      Es soll Menschen geben, die sich ganz gern selbst ausgrenzen, einfach weil sie nicht dazu gehören möchten. Ich fühle mich auch manchmal ausgegrenzt – haben Sie deshalb Mitleid mit mir?
      Kommen Sie mir bitte jetzt nicht noch mit dem alten Hut des „Rassismus ohne Rassen“ – danke.
      Um Ihre Frage zu beantworten, ich denke es ist Wahlkampfhilfe für die AFD.

      Meine Frage Klaus : wird denn in diesen Wochen auch über Köln-HBF, Köln-Kalk, Duisburg, Berlin, Hamburg, Stuttgart, Wuppertal, Braunschweig, Essen, ach ich hör jetzt auf, gesprochen?
      Könnte ich bitte auch eine Einladung bekommen?

      • Bundeskasper
        Ich fühle mich auch manchmal ausgegrenzt – haben Sie deshalb Mitleid mit mir? Habe ich. Ich weiß nämlich, wie das ist. Und nicht jeder kann es ab. Deswegen kommen manche ja auch auf dumme Gedanken.
        Ihre Frage, worüber gesprochen wird, kann ich nicht beantworten. Wenn Sie eine Antwort haben wollen, müssen Sie einfach mal dahin gehen und daran teilnehmen.
        Aber es ist meistens wie immer, Alkoholiiker sehen sich auch ungern Sendungen an, die über die Gefahren des Alkoholismus berichten.

        • Sie haben Recht, ich werde da hingehen.
          Wo sonst bekommt man Kabarett umsonst?

          Nur – noch ne Frage – wer ist denn jetzt der Alkoholiker und wer der/die mit dem Sendungsbewusstsein?

  22. Die Größte Wahlkampfhilfe für die AfD ist die Lebenswirklichkeit. Derzeit ist in Köln das neue Deutschland zu erkennen. Gabriel und Merkel eilen bestimmt gerade nach Köln um Wutreden zu halten, nach dem Motto: „Pack“ oder „das ist nicht mehr mein Deutschland “
    http://m.spiegel.de/panorama/justiz/a-1070418.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=
    Neulich schrieb hier im Blog jemand, dass man in 10 Jahren abends als Frau nicht mehr alleine durch Lüneburg gehen wird. Das glaube ich mittlerweile auch, wahrscheinlich sogar eher. Aus diesem Grund halte ich auch eine Partei, wie die AfD für Wichtig, weil sie die etablierten in den Diskurs zu Themen drängt, vor denen diese sich lieber aus Bequemlichkeit und auf Kosten des Landes und seiner Bürger drücken.

    • es riecht nach trickbetrügern Bernd. man hat wohl in der masse deckung gesucht . man sollte die untersuchung abwarten und nicht schon wieder die pferde scheu machen. bestimmte kreise, übrigens deutsche, freuen sich über solche nachrichten. raten sie mal, warum?

  23. Hannes Dittmer

    Hallo Bernd Bundeskasper, da haben Sie sich also mal wieder die Nacht (5. Januar 2016 at 01:54, 5. Januar 2016 at 02:10, 5. Januar 2016 at 03:35 und 5. Januar 2016 at 04:05) um die Ohren geschlagen, um ordentlich Gift zu spritzen und Ihr aus der „Lügenpresse“ gesogenes Viertelwissen in Angst und Panik wenn nicht erzeugende, dann lustvoll anheizende Hetztiraden und unausgegorene Hassmails zu gießen.

    Wieso steht für Sie und Ihresgleichen und Ihre vielen Handpuppen eigentlich fest, wie sich auch in den einschlägigen Foren in den „sozialen“ Netzwerken, auf Facebook und Twitter, etc. nachlesen lässt: Muslimische Flüchtlinge sind kriminelle Sexualstraftäter, sie hätten nie ins Land gelassen werden dürfen, und jetzt müssen sie alle abgeschoben werden.

    Dieser einfache Schluss ist falsch! Denn einfach ist fast nichts, versucht man die Vorgänge in der Silvesternacht in Köln zu erklären. Nur eines kann man jetzt feststellen: Die Übergriffe sind erschreckend, sie sind nicht hinnehmbar, sie dürfen sich nicht wiederholen. Die Täter müssen gefunden und bestraft werden.

    Leider wird das schwierig.

    Wie es heißt, waren rund tausend meist junge Männer auf der Kölner Domplatte. Wie viele davon und wer genau Straftaten begangen hat, wird sich kaum noch feststellen lassen. Soviel ist aber sicher: Es war offenbar ein Bruchteil der Anwesenden.

    Auch die pauschale Schuldzuweisung, die Täter seien Flüchtlinge gewesen, ist zum jetzigen Zeitpunkt falsch. Noch wissen wir schlicht zu wenig über die Kölner Grapscher und Diebe, noch laufen die Ermittlungen. Zudem handelt es sich bei den Menschen, die in Deutschland Asyl beantragen, nicht um eine homogene Gruppe.

    Waren es, wie berichtet wird, Gruppen von organisierten Diebesbanden, die den Kölner Hauptbahnhof schon seit Monaten unsicher machen und die, enthemmt von Alkohol und im Schutz der Menschenmasse, noch dreister geworden sind? Dann stellt sich die Frage, warum die Polizei gegen diese Personen nicht schon längst und entschieden vorgegangen ist – bekannt ist das Problem schon lange.

    Keine Frage: Männer, die sich an Frauen vergreifen, dürfen nicht straflos davonkommen – egal, wie betrunken sie sind, aus welchem Land sie kommen oder welcher Religion sie angehören. Sollten sich die Täter von Silvester nicht ermitteln lassen, dann muss die Polizei zumindest dafür sorgen, dass sich solche Übergriffe nicht wiederholen können. Nicht in Köln und nicht andernorts.

    Das ist die einzig richtige Reaktion auf die Übergriffe in Köln – nicht die pauschale Verurteilung von Flüchtlingen. Die Mehrzahl von ihnen ist nicht zu uns gekommen, um Gewalt auszuüben. Sie sind vor Gewalt geflohen.

    • Ihr Beitrag strotzt nur so von Naivität. Zum einen werden sich die Täter nicht ermitteln lassen und wenn in Ausnahmen doch, wird es zu strafrechtlichen Verurteilung nicht reichen zum anderen kann und wird die Polizei uns auch andernorts nicht schützen können sie war schließlich schon In Köln in großer Stärke vor Ort. Diese Leute sind auch in ihren Herkunftsländern nur unter despotischen Strukturen unter Kontrolle zu halten oder alternativ wandeln wir uns zu einem Apartheidsstaat und einer Festung wie Israel. Vorbeugend sollte mal untersucht werden, wie solche Leute hier ins Land kommen und die Leute zur Verantwortung ziehen, die das zulassen, dann sollte man den Kanal dichtmachen. Sollten diesen Menschrn schon die deutsche Staatsbürgerschaft hinterhergeworfen worden sein, ist diese kompromisslos abzuerkennen und dann zurück ins Herkunftsland. Wer möchte kann noch Umerziehunggslager und den Zwang zur Integration fordern.

    • Für alle, die mit ihren Schlussfolgerungen und Verniedlichungen auf die amtliche Mitteilung und die L-presse hoffen:
      http://m.welt.de/politik/deutschland/article150735341/Die-meisten-waren-frisch-eingereiste-Asylbewerber.html
      Die Vertuschungsmaschinerie und Umerziehungsindustrie kommt ins stottern.

      • Aha, Klaus, wenn ein Zeitungsbericht sich mit Ihren einbetonierten Vorurteilen deckt, handelt es sich also nicht um „amtliche Mitteilungen“ und die „L-presse“, in allen anderen Fällen aber schon.

        Ich zitiere Klaus Bruns:

        „so geht das nicht, immer wenn ihre eigenen quellen etwas berichten, was nicht in ihr weltbild passt, sind diese plötzlich unseriös. erst , wenn diese quellen ihr lied singen, werden diese wieder seriös. rosinenpicken scheint bei konservativen besonders beliebt zu sein.“

        Meiner Meinung nach hat Klaus Bruns mit dieser klaren Diagnose ca. 99% des haltlosen Gefasels von Ihnen und Ihren professoral herumrunkelnden Bundeskaper- und Gunter Koolhasser-Freunden erledigt. Nur den letzten Satz würde ich etwas mehr zuspitzen und Ihnen an den Rollwagen schreiben: „rosinenpicken scheint bei Dummköpfen besonders beliebt zu sein.“

    • Hannes Dittmer

      Eine einfache Entschuldigung für Ihr Gefeixe würde mir reichen.

      Weder Charly Hebdo, noch Pariser Attentate und schon gar nicht diese bundesweiten „Ereignisse“ habe ich in irgendeiner Form aktuell ausgeschlachtet.

      Soviel Achtung muss sein!

      Sollten Sie dazu nicht das Rückgrat gaben, suchen Sie sich besser einen anderen Namen für dies Forum, denn so haben Sie sich deutlich disqualifiziert.

  24. Lieber Klaus Bruns, in einem freien Land hat auch jeder Lüneburger Bundeskasper das Recht, sich für das Volk zu halten. Selbst ein Einzelner darf brüllen: „Ich bin das Volk!“

    Aber wer steht eigentlich für Heimat, traditionelle Werte, religiöse Bindung, kulturelle Identität und Autoritätsglauben und misstraut dem Fremden? Wer glaubt, zu den tapferen Aufrechten in feindlicher Umgebung zu gehören, und fühlt sich vom libertinären Mainstream überrollt, nicht wertgeschätzt und missverstanden? Wer hat, nicht ohne Grund, Angst vor der heutigen Zeit und der Zukunft?

    All das trifft weitgehend auf Pegida zu. Aber eben auch auf jene Muslime in der Welt, die ihre Religion wörtlich nehmen und streng danach leben. Gemeinsam geben sie dem Konservativen in unserer Zeit ein Gesicht, begleitet von der Sehnsucht nach einer seligeren Zeit in der Vergangenheit. Denn wahrscheinlich war früher alles besser – wenn nicht bereits früher alles Frühere besser gewesen wäre.

    Rechte Populisten und der Islam sind sich näher, als sie glauben.

    Doch es geht hier darum, dass man den konservativen Abwehrreflex in unserer Zeit ernst nehmen muss. Ja, die Terroristen in Paris, die im Namen ihrer Religion und ihrer Werte töteten, sind Mörder und Verbrecher. Und ja, es gibt alte und neue Nazis, die in Dresden mitskandieren. Gerade an Letzteren erfreuen sich zurzeit die freiheitlichen Massenmedien in unserem Land. Schade für sie, dass sich die Organisatoren von Pegida gerade selbst auflösen. Wie gern demonstrierten auch all die aufrechten Parteien im Bundestag größtmögliche Selbstzufriedenheit. Die braunen Spinner unter den verängstigten Konservativen verschaffen der klaren Haltung unserer Politiker die Absolution. Endlich dürfen die Parteien einmal jemanden ausgrenzen: mehr als zehntausend konservative Wutbürger in Sachsen, die nicht „zu uns“ gehören.

    Man könnte das Schauspiel auch von der heiteren Seite nehmen. „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, allein der Name der Bewegung verführt zum Schmunzeln. Monty Python lässt grüßen. Patriotische Europäer – was ist das? Jemand, dessen Vaterland Europa ist, oder jemand, der sein Vaterland innerhalb Europas verteidigt? Was ist der Unterschied zwischen einem patriotischen Europäer und einem europäischen Patrioten? Ein Klamaukstück, weil beide sich eigentlich aufs Heftigste bekämpfen müssten. Zumal schon allerorten „Patriotische Islamisten gegen die Europäisierung des Morgenlandes“ unterwegs sind, sei es als IS, als al-Qaida oder sonst wer. Mörderbanden, die sich untereinander auch nicht grün sind.

    Der Begriff Abendland, welcher Oswald-Spengler-Fan hat ihn in Dresden ausgegraben und sieht vor seinem geistigen Auge längst ein Aller-Tage-Abendland? Warum taucht in der Debatte immer das jüdisch-christliche Abendland auf mit seinen Werten, zu denen wir uns nicht nur nach Meinung der CSU wieder stärker bekennen sollten? Welche Werte sind hier gemeint? Jene, die wir mit dem Islam teilen? Oder die, die uns unterscheiden, wie der Wert der Freiheit? Aber diese Freiheit ist ja gerade kein jüdisch-christlicher Wert, sondern ein griechischer – neuerdings wieder arg präsent in der ihm eigenen Freiheit, seine Schulden nicht zurückzuzahlen. Und wenn unser Christentum die Freiheit inzwischen goutiert, dann nur, weil die Philosophen der Aufklärung es bei Androhung seiner völligen Auflösung dazu gezwungen haben.

    Die hilflose Zuflucht in Leitbegriffe und der Karneval ihres Gebrauchs verdecken freilich, dass hinter allem ein echter Epochen-Umbruch steckt, eine gewaltige Revolution und ein ernsthaftes Problem. Das Konservative passt nicht mehr in unsere Zeit, egal in welche Gewänder es sich kleidet. Was soll in der globalisierten Welt an Heimat bleiben? Auf der Schwäbischen Alb und in Dresden isst man den gleichen Burger wie in Chicago, hört die gleiche Musik und trägt die gleichen Klamotten. Was „in“ ist und was „out“, wird nicht in Chemnitz entschieden. Die Anzahl der Bundesbürger, die noch in die Kirche gehen, schwindet unaufhaltsam. Die Muster unserer Liebesromantik und die Algorithmen unserer Ehen stammen aus amerikanischen Vorabendserien. Über unsere Arbeitsplätze der Zukunft entscheidet der Silicon-Valley-Kapitalismus oder die Herrscherfamilie von Katar. Und die schöne neue Welt, die Daten-Cloud, die Google uns verheißt, wird über Hoyerswerda hinwegfegen wie über Kapstadt und Hanoi. Jeder bekommt sein Recht auf eine individuelle Wohlfühl-Matrix im universellen Design, solange er mit Daten bezahlt. Viel Platz für Werte, die keine Geldwerte sind, bleibt da nicht.

    Aber Werte braucht die Gesellschaft gleichwohl, darüber besteht zu Recht Einigkeit. Toleranz ist ein feiner Wert, aber nicht durch und durch. Pluralismus ist wünschenswert, aber vielleicht nicht immer und in allem. Freiheit ist gut, aber nur gepaart mit sozialer Sicherheit. Das Fremde ist anregend und bereichernd, verunsichert aber trotzdem leicht. Die Angst vor dem Verlust von Werten ist ein großes und wichtiges Thema. Denn aus dieser Sicht ist das krakeelende Unbehagen in der Kultur, das sich Pegida nennt, nur eines: ein Vorbeben, dem viele größere Erschütterungen folgen werden.

    Der Islam kennt den Angriff des global-liberalen Kapitalismus auf seine kulturelle Identität schon seit vielen Jahrzehnten. Außer Tyrannen, Trittbrettfahrern, Trotz und Terror ist ihm dazu bislang wenig eingefallen. Kaum anzunehmen, dass deutschen Demonstranten, die sich als Schutzgemeinschaft deutscher Werte missverstehen, Besseres einfallen wird. Wären sie sonst damit beschäftigt, als kleinstes gemeinsames Vielfaches ausgerechnet den Islam zu fürchten, der doch in ähnlicher Weise in seiner dauerhaften Existenz bedroht ist wie sie? Und dass, wo in Sachsen gerade mal jeder Tausendste Muslim ist? An diesem Ort Angst vor der Islamisierung zu haben, ist das nicht so, wie im Ötztal gegen die Fischfangquoten in der Ostsee aufzubegehren?

    Erfahrungsgesättigte Wut kann es bei Pegida nicht sein. Doch die Wut, das Misstrauen und das Unbehagen sind real. „Wenn jemand eine Situation für real hält, dann ist dies in seinen Folgen real“, lautet eine wichtige Erkenntnis der Sozialpsychologie. Doch kann es nicht sein, dass hinter der diffusen Panik gegenüber einem im Grunde unbekannten Islam eine andere völlig berechtigte Angst steht? Dass nämlich zu Beginn des 21. Jahrhunderts gerade eine alte Welt untergeht und durch eine ganz andere neue ersetzt wird?

    Der Kapitalismus ebnet alle traditionellen und emotionalen Werte ein, indem er alles an einem einzigen rationalen Wert bemisst: dem Geld. Aus „Richtig“ und „Falsch“ wird ein Mehr oder Weniger. Wo die instrumentelle Vernunft des Geldes herrscht, haben Traditionen keinen Platz mehr. Auf diese Weise hat das Geld die Welt demokratisiert und planiert in eins. Wo das Effizienzdenken waltet, steigt der Wohlstand (wenn auch nicht aller) und stirbt das Althergebrachte. Die Erde sättigt heute viele Milliarden Menschen. In Europa verhungerten noch im 19. Jahrhundert Millionen. Als Preis dafür verlieren wir in immer schnellerem Tempo das Traditionelle, konserviert allenfalls als kommerzialisierte Würstchen-Folklore („Stadtfest“, „Hansetage“, „Weihnachtsmarkt“). Wo der Kapitalismus mit sich selbst allein ist, an den Finanzmärkten der City of London, in New York, Tokio und Singapur, spottet er jeder Ordnung, verachtet die Sparsamkeit und übernimmt keinerlei Verantwortung.

    Der Erfolg der sozialen Marktwirtschaft schien den Widerspruch zwischen konservativ und kapitalistisch lange zu widerlegen. Obwohl Wilhelm Röpke, einer ihrer geistigen Väter, bereits auf dem Höhepunkt des Wirtschaftswunders im Jahr 1958 vor dem bitteren Ende warnte. Schon damals verzweifelte Röpke darüber, dass die Gesellschaft der Bundesrepublik eines Tages jenseits von Angebot und Nachfrage keine Werte mehr haben könnte außer dem schnöden Kosten-Nutzen-Kalkül.

    Das Problem ist leicht benannt: So wichtig es für die Mehrheit der selbst erklärten Konservativen noch immer sein mag, sich rechts von der Mitte zu fühlen – tatsächlich ist konservatives Denken schon lange kein Identitätsmerkmal von „rechts“ mehr. Gewerkschaften, die Besitzstandswahrung betreiben, Linke, die den Neoliberalismus verdammen und der letzte kleine Rest Ökofundamentalisten bei den Grünen – sie alle sind Gegner des global entfesselten Liberalismus und damit konservativ. Doch so wie der fundamentalistische Islam wohl kaum eine dauerhafte Zukunft haben kann, so auch nicht der Konservativismus. Richtet er seinen Blick nicht auf die Zukunft und formuliert kein realistisches Szenario, wird er von Generation zu Generation schwinden. Unsere Kinder haben gelernt, sich statt einer Zwangsheimat aus Glaube, Treue, Tradition und Milieu neue Wahlheimaten zu suchen: in einer Weltanschauung ihrer Wahl, in wechselnden Partnerschaften ihrer Wahl und in dauerhaften Freundschaften über alle Grenzen hinweg. Ihr Sicherheits- und Geborgenheitsbedürfnis ist gewiss nicht geringer geworden, aber es sucht sich flexiblere Wege.

    All das setzt eine große Geschmeidigkeit und Lebensklugheit voraus, um erfolgreich zu sein und sich nicht zu ängstigen. Und auch unsere Kinder werden sich in Auseinandersetzung mit der global-kapitalistischen Herausforderung die ganz neue alte Frage stellen: Wie wollen wir leben? Wer schützt unsere Seelenheimaten vor dem Ausverkauf? Die Antwort wird der Zukunft zugewandt sein müssen. Denn in der Geschichte der Menschheit gibt es kein freiwilliges Zurück, nur eine Bewegung nach vorn. Vielleicht möchte man das den Pegida-Demonstranten ganz freundlich sagen. Und mit Aristoteles ergänzen: „Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.“

    • Unverbesserlich, es gibt also nur eine Bewegung nach vorn? Und wo sie sind ist sicherlich vorn. Wenn sie die Rücksärtsentwicklung gerade an den Ausdehnungsstellen islamischer Weltsichten nicht erkennen tun Sie mir leid. Es geht also nach vorn in Afrika, Afghanistan. Syrien, Türkei,… etc. Es wird ihnen nicht gelingen die Wirklichkeit an ihren Theorien anzupassen. Die Wirklichkeit wird sie einholen und ihre Theorien fressen. Und noch etwas, nicht alle treibt die Angst, viele treibt die Verantwortung für das eigene Land.

  25. Lieber Herr Jenckel, ich bin ganz Ihrer Meinung. Zweifel sind – auch was Lüneburg betrifft – kaum noch möglich: Die extreme Rechte ist politisch im Aufwind, sie ist dabei, im Bereich der Europäischen Union zu einem wesentlichen Einfluss-, wenn nicht zu einem Machtfaktor zu werden. Davon zeugen nicht nur die neuen parlamentarischen Mehrheiten in Ungarn und Polen, sondern auch der wachsende Zuspruch, den in Frankreich der Front National unter Marine Le Pen gewinnt.

    Und Deutschland? Hier werden der AfD gute Chancen ausgerechnet, nicht nur in den ostdeutschen Ländern, sondern auch in Baden-Württemberg, eventuell sogar in Rheinland-Pfalz in ein Landesparlament zu kommen.

    Das ist soziologisch allemal erklärbar; zu klären ist freilich, ob man sich auch der politischen und philosophischen Denke von Personen zuwenden soll, die als „Rechtsintellektuelle“ gelten. Dabei geht es nicht um die dumpfen Ressentiments von Dresdner Pegida-Demonstranten (denen zu „christlich“ kaum mehr einfallen dürfte als die erste Strophe von „O Tannenbaum“), sondern um jenes Spektrum von Personen und Medien, die (angefangen von der rechtsreformistischen Wochenzeitung Junge Freiheit über die Bücher des Antaios Verlages, die Publikationen des Instituts für Staatspolitik, die Jugendzeitschrift Blaue Narzisse bis hin zur Sezession im Netz) darum bemüht sind, rechtes Denken zu rehabilitieren.

    AutorInnen dieser Publikationsorgane sehen sich dem verpflichtet, was sie als „Metapolitik“ bezeichnen, also einer sich philosophisch gebenden Staatslehre, die jedoch so kommuniziert werden soll, dass sie als „Gramscianismus von rechts“ kulturelle Kommunikationsmuster bereits im vorpolitischen Raum verändert, um so die Bereitschaft zur Hinnahme von nationaler Schließung, autoritärer Unterordnung und ethnischer Homogenität zu fördern.

    Dabei sind die Grenzen zum historischen Faschismus schnell überschritten: zeitgeistige Kommunikationsformen wie etwa ein Blog der Identitären Bewegung, „Metapolitika“, propagieren den unzweifelhaft faschistischen Philosophen Julius Evola. Diese, hierzulande bisher eher unbekannte Gestalt wurde – wie neuerdings zu erfahren war – auch von einem der wichtigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, von Martin Heidegger, zustimmend rezipiert.

    Martin Heidegger … Es ist kein Zufall, dass die Debatte über diesen Mann nicht endet, der seine Mitgliedschaft in der NSDAP niemals aufgab, der (wie die seit 2013 bekannten „Schwarzen Hefte“ unwiderlegbar beweisen) ein überzeugter Antisemit war und den Juden ihre Ermordung selbst zurechnete.

    Denn an der Debatte über Heidegger, zumal nach dem Bekanntwerden von dessen „Seinsgeschichtlichem Antisemitismus“ (Peter Trawny) wird sich erweisen, ob ein der Aufklärung, den Menschenrechten, dem Individualismus und der liberalen Demokratie feindliches Denken (wie es etwa der russische Philosoph Alexander Dugin pflegt) überhaupt noch eine Chance hat.

    Das gilt auf jeden Fall für Deutschland, wo jedes rechte Denken mit der Schwierigkeit zu kämpfen hat, sich der Nähe zum Nationalsozialismus zu erwehren, und zeigt sich etwa im Verhältnis zu Judentum und Antisemitismus. Während eine sich antiimperialistisch gebärdende Linke den Staat Israel und seine Politik nicht nur kritisiert, sondern dämonisiert, wendet sich die Neue Rechte dem Judentum zu.

    Sei es, dass Karlheinz Weißmann vom Institut für Staatspolitik den evangelischen Theologen Slenczka (er diskutiert, ob das jüdische Alte Testament in den christlichen Kanon gehört) verteidigt. Sei es, dass der rassistische Dampfplauderer Björn Olaf Höcke zu Protokoll gibt, mit dem Begriff des „christlich-jüdischen“ Abendlandes“ nichts anfangen zu können: Der Distanz zum Judentum wegen wird sogar die für Abwehr des Islam gebrauchte Formel vom „christlich-jüdischen Abendland“ geopfert und ein „christlicher Staat“ propagiert.

    Womit man wieder beim anfangs erwähnten Ungarn wäre, das in diesen Frage tatsächlich eine Vorreiterrolle gespielt hat und weiterhin spielt. Die in Budapest im April 2011 neu beschlossene Verfassung beschwört die christliche Nation noch vor der Würde des Menschen und enthält Punkt für Punkt jenes Programm, dem sich die Neue Rechte in Europa verschrieben hat.

    Daher überlasse man 2016 den Dschihadismus und seine ebenso gefährlichen wie verwirrten jungen Männer und Frauen den Geheimdiensten, dem Militär sowie der Sozialarbeit und wende sich der Ideologie, den Institutionen und Medien der Neuen Rechten zu: Sie dürften mittelfristig weitaus gefährlicher sein als alle Salafisten zusammen.

    • Klaus – Sie enttäuschen mich schon wieder. Lassen Sie Indonesien besser nicht als Beispiel gelten.

      Denn siehe auch hier :

      https://de.qantara.de/content/gewalt-gegen-minderheiten-indonesien-demokratie-ohne-toleranz

      und :

      http://www.nzz.ch/international/erste-niederlage-fuer-neuen-praesidenten-1.18391600

      • Bundeskasper
        so geht das nicht, immer wenn ihre eigenen quellen etwas berichten, was nicht in ihr weltbild passt, sind diese plötzlich unseriös. erst , wenn diese quellen ihr lied singen, werden diese wieder seriös. rosinenpicken scheint bei konservativen besonders beliebt zu sein. was haben sie gegen goethe?
        gewalt gegen minderheiten? nanu, gibt es das nicht in deutschland? ist deutschland nicht eine demokratie? regieren hier nicht die christen? mein lieber Bundeskasper, sie vergaloppieren sich mal wieder. es scheint so, bei diesem thema werden wir nie zusammen kommen. deswegen werde ich mich nicht mehr mit ihnen daran beteiligen. ihr weltbild ist mir zu hässlich.

        • @Klaus Bruns
          Doch, die Gewalt und andere Gesetzesübertretungen, sowie demokratiefeindlichkeit gegen Minderheiten gibt es.
          Z. B. bei Veranstaltungen der AFD in Räumen der Leuphana. Und In Köln gegen die dort in der Minderheit befindlichen Frauen, die begrapscht, vergewaltigt und gedemütigt wurden und werden; ebenso in Stuttgart und HH.
          Das passt aber nicht in Ihr gebetsmühlenartig wiederholtes Opfer/Täter Schema.
          Es regieren in Deutschland Atheisten und keine Christen und man kann meinen, wenn man die Argumente der AFD Feinde hört, daß wir gar keine Demokratie mehr haben. Jedenfalls solange man nicht die Meinung der etablierten Parteien vertritt, die mittlerweile ihren Wahlkampf seit diesem Jahr mit noch mehr Steuergeldern finanzieren und anderen den Erlös aus Verkäufen und die Finanzierung ohne Steuergelder gesetzlich verbieten.
          Übrigens , ist Ihr Weltbild ideologisch geprägt, eingeschränkt, fast kindlich naiv und noch viel hässlicher. Unter Kamerden in der Bundeswehr hatte man einen bestimmten Begriff für angebliche Kamerden, die für ihre eigenen Kamerden untätig und für andere alles getan hätten. Selbst wenn dies bedeutet hätte, die eigenen Leute zu verraten.

  26. Klaus Bruns, lassen Sie sich bitte nicht entmutigen, Sie scheinen hier im Forum eine der letzten Stimmen der Vernunft zu sein — unter lauter entfesselten AfD-Kapeiken, die sich gegenseitig in Lynchstimmung quasseln, weil irgendwelche ausgetickten und vollkommen verantwortungslosen „Bundeskasper“ und „Kohlhasser“ schon wieder deutlich mehr zu wissen scheinen als jeder andere Lüneburger Zeitungsleser und Fernsehkonsument, der genau wie diese herumwütenden Empörungsopas in der Silvesternacht auch nicht in Köln gewesen ist. Trotzdem betreibt dieser digitale Mob eine radikale, menschenfeindliche Pauschalisierung (die von Kölner Straftätern auf sämtliche ähnlich aussehende Menschen schließt, zum Beispiel Flüchtlinge) und wähnt durch die Verbreitung eines quasi-apokalyptischen Angstgefühls radikalisierte Gedanken und Handlungen rechtfertigen zu können. Und dagegen verwahren Sie sich zu Recht, Herr Bruns!

    Wie die Angriffe von Köln in den sozialen Medien wahrgenommen, diskutiert und verarbeitet werden, wäre ein Dutzend katastrophensoziologische Studien wert, aber am Anfang stehen die Geschehnisse in Köln selbst.

    Was dort genau passiert ist, lässt sich – zumindest noch – nicht so einfach sagen, wie viele Leute es gern hätten, weil es ihnen so wunderbar in diesen oder jenen politischen Kram passt. Wertet man die bisherigen Erkenntnisse aus, Videos vom Geschehen, Medien- und Polizeiberichte, Zeugenaussagen, und hält man die sinnvolle, vorsichtige Distanz dazu ein, bekommt man folgendes Bild:

    ◾ Eine Gruppe von rund tausend, teilweise stark alkoholisierten Personen verstand unter Feiern offenbar, sich mit Böllern zu bewerfen oder bewerfen zu lassen. Das ist zweifellos bekloppt, aber in der massenalkoholisierten Sprengstoffnacht zum Jahresabschluss eine akzeptierte Absurdität dieses Landes.

    ◾ Aus diesen Leuten heraus sind immer wieder Mobs von bis zu 40 Männern offenbar einem Plan gefolgt: Frauen überfallen, sowohl in räuberischer wie in sexuell gewalttätiger Absicht. Die Polizei spricht von „organisierter Kriminalität“ und verstörenderweise von „polizeibekannten Intensivtätern“.

    ◾ Gleichzeitig aber schien sich am Kölner Hauptbahnhof (und auch anderswo) über diese Banden hinaus eine aggressive Stimmung aufgebaut haben – und zwar eine sexistische und übergriffige gegen Frauen.

    Die Polizei spricht dabei anhand vieler übereinstimmender Zeugenaussagen von „nordafrikanisch oder arabisch aussehenden Männern“, sowohl bei der großen Gruppe wie auch der Tätergruppen. Mit dieser Information beginnt ein gesellschaftlicher Kommunikationsprozess, der fast ausschließlich aus Abgründen und Fallstricken besteht.

    Denn ja, es gibt ein problematisches Frauenbild in islamisch geprägten Kulturkreisen. Und ja, man muss untersuchen, wie dieses Frauenbild auch in Deutschland in Gewalt mündet. Erst recht, wenn Mobs entstehen, die damit im Zusammenhang stehen könnten (Achtung, Möglichkeitsform).

    Es ist auch legitim und notwendig, die kulturelle Prägung der Tätergruppen in die Untersuchung mit einzubeziehen, alles andere wäre kontraproduktive Augenwischerei, denn Mobs bestehen aus der explosiven Verstärkung bereits vorhandener sozialer Strömungen. Das ist der Grund, weshalb deutsche Mobs ausländisch aussehende Menschen jagen, ein soziokulturell vorhandener Rassismus detoniert. Für einen soziokulturell vorhandenen Sexismus ist das ebenso vorstellbar.

    In diesem Kontext ist aber essenziell, zu unterscheiden zwischen den Kölner Tätern und denjenigen, die vermeintlich so aussehen wie die Kölner Täter. Hier ist der Scheidepunkt, und er ist schmerzhaft, weil Differenzierung nur eine Armlänge von Verharmlosung entfernt ist. Und weil die berechtigte Erschütterung über die Angriffe zu Wut führt, also der am wenigsten nach Hintergründen und Zusammenhängen fragenden Emotion. Und trotzdem bleibt sie zwingend notwendig, denn Differenzierung ist Zivilisation.

    Zivilisiert zu sein bedeutet, nacheinander neun Schwarzhaarigen zu begegnen, die sich alle als Arschlöcher erweisen, und trotzdem dem zehnten Schwarzhaarigen nicht deshalb in die Fresse zu hauen. Es gibt nicht den einen Auslöser, nach dem Rassismus plötzlich okay ist. Wer angesichts der Kölner Attacken überlegt, ob rassistische Verallgemeinerungen vielleicht doch okay sind, war schon vorher Rassist und hat sich bisher bloß nicht getraut, das zu kommunizieren.

    • Sie vergessen in ihrer Analyse wichtige Aspekte. Z.B.: Nicht ein Augenzeuge konnte bisher berichten, das aus der tausend Mann starken Meute arabischer Männer auch nur einer den geschändeten Frauen zur Hilfe eilte oder versuchte seine Kulturnahen Brüder von ihren Abscheulichkeiten abzuhalten. Es ist auch nicht bekannt das von denen einer die Polizei zur Hilfe rief, um seine Brüder zu besänftigen. Mit dem deutschen Rechtsstaat werden Sie diesen Menschen nicht auf den Weg helfen. Bei solchen Menschen kann es nur eine Lösung geben: zurückschicken in ihren Kulturraum um sich selbst zu schützen. Alternativ bleibt es Ihnen überlassen denen ihre Wange hinzuhalten. Meine halte ich nicht hin.

    • Jochen Rollwagen

      Sehr geehrter Herr Wolfson,

      wie schon zweimal in der deutschen Geschichte empfiehlt es sich auch derzeit die ausländischen, insbesondere die britischen Medien zu nutzen, wenn man wissen möchte, was genau passiert ist.

      Sollten sie also ernsthaft daran interessiert sein, was „genau passiert“ ist, hier zwei Lünks für Sie:

      http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/germany/12088994/Cologne-sex-attacks-Two-immigrant-suspects-arrested-carrying-note-in-German-and-Arabic-saying-I-want-to-have-sex-with-you.html

      Hier ist u.a. der Info-Zettel abgebildet, den die Herren dabei hatten.

      http://www.telegraph.co.uk/women/life/cologne-new-year-sex-attacks-germanys-women-are-angry-scared—a/

      Hier wird u.a. über die mehreren hundert Frauen berichtet, die Dienstag abend vor dem Kölner Dom demonstrierten. Den deutschen Qualitätsmedien war dies keine Berichterstattung wert.

      Wenn Sie jetzt der Meinung sind, die britischen Medien, die paar hundert Frauen sowie ohnehin alle außer Ihnen, Ihren Freund*Innen und natürlich Angela Merkel wären fehlgeleitete, rassistische rechts-extreme Nazis, dann ist das wohl so.

    • @ Rollwagen

      Genau,klar die geschilderten Zustände sind ebenso dem Alkohol, wie der Feierwut geschuldet. Die Zustände in Malmö und Rotherham haben die minderjährigen Mädchen ihrer Meinung nach wahrscheinlich selbst verschuldet und der empörte Beobachter, dem man wöchentlich die Mär von den vielen ,vielen Straftaten der Rechten ( Malen von Zeichen-Täter unbekannt und dem bösen „Versammeln in der Öffentlichkeit“) auftischt, kann die Situation gar nicht beurteilen, weil er unmündig und dumm, sowie von den Pegidianern und der bösen, bösen AFD beeinflusst wurde.

      Ich habe jedenfalls köstlich gelacht bei so einem weltfremden Kommentar.

      Wer heute alles meint, die Deutungshoheit und den Anspruch auf die alleinige, objektive Beobachtungsgabe und Einschätzung der Situation zu haben.
      Vorschlag von mir: Wenn mal wieder eine Gruppe von Tausend (sagen wir ZEHN) der o. g. die „Sau rauslassen“ schicken wie SIE als Spezialisten und Amateurpsychologen dorthin. Da werden dann Schwerkriminelle in Minutenschnelle zu handzahmen Gummilöwen. Siehe Berlin/Alexanderplatz, Kirchweyhe oder Hamburg ( Jonny K. , Daniel Siefert, Thomas M. Dachdecker, sowie weitere 7000 seit 2002).

  27. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass hier bei LZ-Online nun schon seit Monaten weniger als eine Handvoll vom Leben enttäuschter, böser alter und unverkennbar auf ungesunde Weise stark fanatisierter Männer (genaugenommen nicht mehr als drei) unter ständig wechselnden Alias-Namen von frühmorgens bis spät in die Nacht ihre pauschalisierenden und (auf einer schmalen und höchst ungesicherten Basis von Angelesenem und Aufgeschnapptem) nach Maßgabe ihrer versteinerten Vorurteile weiter gedichteten und grell ausgeschmückten Angst- und Abwehrphantasien anderen aufzudrängen versuchen, bekommt die vorweihnachtliche Mitteilung von Hans-Herbert Jenckel, er sehe die umfassende Notwendigkeit des couragierten Versuchens und Ausprobierens im öffentlichen Raum, einen ganz neuen Sinn. „Ohne Experimente und Risiko schläft nicht nur der Bürger ruhig, sondern auch der Fortschritt“? Ist das wirklich der Fall? Führt denn nicht neben dem Tun auch das Unterlassen manchmal weiter? Wer – vor allem mit Blick auf den programmatischen Primitivismus der scheinbar allwissenden AfD-Vereinfacher, auf ihre Verlogenheiten und auf ihre markig unmenschlichen Handlungsempfehlungen – möchte Jenckels generalisierendes Dekrekt tatsächlich auf die ordentlich arbeitende Stadtverwaltung und ihre bräsig politisierenden Ratsamateure angewendet sehen?

    „Für 2016 wünsche ich mir also durchaus ein paar Experimente: (…) Das schmeckte nach einer frischen Brise und bekäme einer tausendjährigen Stadt besser, als keine Experimente. Ich jedenfalls setze 2016 in jedem Fall auf Experimente.“ (Fundort: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/289328-ohne-experimente-droht-viel-langeweile)

    Soso !

    Ich finde, es gibt Experimente, auf welche die Lüneburger besser verzichten sollten.

    • Lena Bergmann
      das sehe ich anders. gut, man muss schon sehr sattelfest sein, wenn man sich mit hasserfüllten und sich selbst bemitleidenden menschen unterhält. wenn sie diese leute ignorieren, kommen diese vermehrt auf dumme gedanken. wenn man eine partei verbietet, verschwinden deren anhänger auch nicht automatisch. es ist mühselig , stimmt. ich wollte nur herausbekommen, was wirklich hinter der afd steckt . heiße luft, wie ich es geahnt habe. man glaubt in diesen kreisen, es reicht zu meckern und zu hetzen und schon wird man gewählt. ein teil der bürger wird darauf reinfallen, es ist nur zu hoffen, dass es nicht zu viele werden. die anderen parteien haben den nährboden für den rechten rand anwachsen lassen . was hat sich denn für die schwächeren in unserer gesellschaft in den letzten zwanzig jahren zum guten verändert? nichts, ganz im gegenteil. man muss nur genau hinschauen. wer der wirtschaft alles opfert, opfert sich zum schluss selbst. es wird ständig von wachstum fabuliert, aber bei den löhnen sollte man sich ständig zurückhalten. wie glaubwürdig ist das?

      • @ Bruns, Lena Bergmann

        Herr Bruns, Lena Bergmann –
        diejenigen die die Zustände , die sich nun überall in Europa expolosionsartig ( Rotherham, Malmö, Helsinki, Kopenhagen, Paris….selbst Österreich….) ausbreiten und vergrössern, kritisieren, sind „hasserfüllte Menschen???“

        Nicht diejenigen ,die ihre eigene Schwester und schwangere Exfreundin bei lebendigem Leib anzünden und töten , die Tausende Frauen begrapschen, vergewaltigen ,darunter 15 jährige Mädchen und Zettel mit sich führen , die ihnen ihre Landsleute geschrieben haben und auf denen zu lesen ist, “ Ich will Dich F****, ich will Dich , sonst ich töte Dich….., usw, sind die Perversen und Hasserfüllten, oder diejenigen die in Roterham/England 1400 jugendliche ,minderjährige Mädchen über 10 jahre lang missbrauchten, vergewaltigten und in Gruppensexorgien vermieteten, sind „hasserfüllt“,
        sondern die „KRITIKER?“

        Sorry, Sie müssen jenseits von Gut und Böse sein! Man sollte Unmenschen und deren Symphatisanten wie Sie, ab sofort ignorieren! Mir wird speiübel!

  28. Erschwinglichen Wohnraum schaffen? Den Mindestlohn erhöhen? Und Jobs, Jobs, Jobs schaffen? Das reicht wohl nicht mehr, denn die „guten Leute“ aus der „Mitte der Gesellschaft“ tragen Galgenattrappen mit sich herum, manche zündeln an Moscheen und Flüchtlingsheimen, hierzulande wenigstens alle drei Tage einmal. Von San Bernardino bis Dinslaken heuern andere Angstlustige gar nicht bei den Islamfeinden, sondern bei den Islamisten an. Islamophobe und IS-Freiwillige sind wie siamesische Zwillinge, die den anderen hassen, aber nicht von ihm lassen können.

    Wer im Ressentiment lebt, diesem „Hochgefühl der grundsätzlichen Opposition“ (Max Scheler) und dauernder Kränkung, den holen weder Obergrenzen noch die Jagd auf Autodiebe, noch schärfere Kontrollen an Bahnhöfen in die Wirklichkeit zurück. Zum Weihnachtsfest wurden in den Vereinigten Staaten so viele Waffen verkauft wie nie zuvor, auch in Sachsen soll das Bedürfnis nach bewaffneter Selbstverteidigung rasant gewachsen sein. Und das, obwohl das Leben auf den Wohlstandsinseln noch nie so sicher war wie heute.

    Als ganz überwiegend der Mittelstand die Nationalsozialisten an die Macht gebracht hatte, dichtete Bertolt Brecht im Pariser Exil den „Kälbermarsch“: „Hinter der Trommel her/Trotten die Kälber/Das Fell für die Trommel/Liefern sie selber.“ Für wenige Jahre funktionierte die Raubgemeinschaft noch auf Kosten Dritter, der Krieg brach dem Mittelstand dann materiell wie moralisch das Rückgrat. Deutschland erlebte zwar das Wirtschaftswunder und schien immun gegen die radikale Rechte, doch wird der Affekt gegen „die da oben“ zum Aufstand und greift die Demokratie als Ganze an.

    Am stärksten angeschwollen ist der Kälbermarsch aber in den neuen Demokratien: In Moskau, Budapest und Warschau hat es das kollektive Ressentiment an die Regierung geschafft. „Das Volk“ soll jetzt über dem Recht stehen, Flüchtlingsnöte werden kaltlächelnd ignoriert, das Staatsziel lautet Revanche. An wem? An denen, die daheim die Freiheit erkämpft und von draußen blühende Landschaften subventioniert haben. Mit abstrusen Verdrehungen und Verdächtigungen tun sich Neureiche, Medienmogule und Oligarchen hervor, die bei genauerem Hinsehen weit korrupter sind als das schlimmste Establishment. Kabarettreif schwingt sich der Milliardär Trump zum Anwalt der kleinen Leute auf und wollen Homophobe das „Europa der Schwuchteln“ ausmisten, doch das Lachen bleibt einem im Halse stecken, wenn die verängstigte Mitte solche Schwadroneure zu Volkstribunen erhebt.

    Wer sich D-Mark oder Franc zurückwünscht, startet ein Selbstmordunternehmen, wie jede gallische und schwäbische Hausfrau vorrechnen kann. Das Regierungsprogramm der Nationalpopulisten besteht vornehmlich darin, den Untergang zu beschwören und das Untergegangene wieder herbeizuzaubern: Kirchentreue, Magyarenehre, Brauchtum, die unverdorbene Nation, die starke Hand. Diese Abendlandversion erinnert fatal an die Regressionsprogramme salafistischer Wanderprediger und wahhabitischer Potentaten.

    Hinter der Angst steckt „transzendentale Unbehaustheit“, wie Georg Lukács das Wesen der Risiko-Moderne erfasst hat. Mit ihr kommt eine andere Moderne zum Zuge, die das Wagnis individueller Freiheit und Toleranz niemals wollte: nicht Wall Street, Brüssel oder Frau Merkel, keine offenen Grenzen und kosmopolitischen Existenzen, keine sexuellen Deviationen, keine unübersichtliche Urbanität und transnationale Mobilität. Der geschlossene Angststaat soll diese Ausuferungen rückgängig machen.

    In solcher Enge gedeiht, wie schon im frühen Atomzeitalter der fünfziger Jahre, der „paranoide Stil politischen Denkens“ (Richard Hofstaedter). Man greift Eliten nicht an, weil sie etwas tun oder unterlassen, wie es einer Opposition gebührt, man unterstellt ihnen ganz pauschal die übelsten Absichten. Neulich schwärzte Donald Trump vor der Republican Jewish Coalition Barack Obama an, der angeblich nicht über den islamischen Terror sprechen wollte – mit ihm sei etwas am Werke, „von dem wir nichts wissen“. Diesem Verdacht pflichteten jüdische Zuhörer bei, die doch vom Urtext aller Konspirationisten, den „Protokollen der Weisen von Zion“, gehört haben sollten.

    War der Antisemitismus laut August Bebel der „Sozialismus der dummen Jungs“, könnte das heute für die Islamfresser gelten. Im Programm der französischen Präsidentschaftsbewerberin Marine Le Pen oder des österreichischen Kanzlerkandidaten Heinz-Christian Strache spielt der heimatlos gewordene Antikapitalismus eine zentrale Rolle, ebenso in den Querfronten der linken Leute von rechts und vice versa. Sie kreuzen sich bei Wladimir Putin, dem so gut wie alle populistischen Strömungen Reverenz erweisen; der Autokrat zeigt sich mit Krediten erkenntlich.

    Die Panik im Mittelstand beruhigen hieße, jene soziale Ungleichheit einzudämmen, die solche „Angst vor Mindereinschätzung“ (Geiger) auslöst und den Tunnelblick begünstigt. Es kann nicht im Interesse europäischer Marktwirtschaften liegen, den Absentismus und die Zahl der Protestwähler weiter zu erhöhen. Nur: Ein tiefsitzendes Ressentiment lässt sich schwer aufklären und mit besseren Argumenten allein umdrehen. Das historisch bewährte Gegengift heißt Mut, der (in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes muot) das Gemüt und die Kraft des Denkens und Wollens freisetzt.

    Ein Jahr der Angst ist vergangen, es möge daraus kein Jahrzehnt werden!

    Claus L.

    • Lena Bergmann,Hagen Wolfson, Was tun?

      Gute Frage, so macht sich eben jeder so seine Gedanken.

      Ich halte lieber eine Armlänge Abstand zu solchen besorgten Mitbürgern.
      Vielleicht sollten Sie alle mal öfter nach draußen gehen – Sie wissen schon, das ist wie Fenster auf, nur besser. Weil, dann treffen Sie eventuell wirklich mal die neun Schwarzhaarigen und wenn Sie es dann noch bis zum zehnten schaffen – Glückwunsch.
      Langzeitahnungslose hat es schon immer gegeben, voller guter Gedanken. Realitätsverweigerer auch, die sich das alles so nicht vorstellen wollen oder können.
      Gut, ich kann das akzeptieren – aber bitte, akzeptieren Sie auch meine Erfahrungen und meine Meinung.
      Denn nur das ist es, was ich hier schreiben darf und kann – dank eines recht offenen Forums.

      Hagen, Ihr Post hat sich ja nun dank der sich überschlagenden Erkenntnisse bereits mehrfach überholt, vielleicht überdenken Sie das alles noch einmal und fangen neu an.

      Lena Bergmann, Ihre etwas überhebliche, arrogante Ausdrucksweise erinnert mich an meine alte Religionslehrerin. Die wollte auch keine Experimente. Darin stimme ich absolut mit Ihnen überein.
      Leider stecken wir bereits bis zum Hals in einem der größten sozialen Experimente der Neuzeit.
      Ich könnte gut darauf verzichten, genau wie Sie.

      Also, was tun?
      Claus L. zeigt sehr schön einige der gesellschaftlichen Problem auf – nur warum es so ist, sagt er uns nicht.

      Wie konnte es soweit (oder überhaupt dazu ) kommen. Sagen Sie uns das auch noch?

      Von genau diesem Bruch in der Gesellschaft habe ich bereits vor einem Jahr gesprochen, jetzt ist es passiert – einfach so. Einfach so?

      „Ein Jahr der Angst ist vergangen, es möge daraus kein Jahrzehnt werden!“
      Diesem frommen Wunsch schließe ich mich gern an.

    • Was für ein Gewürfel und Ansammlung von Theoriebausteinen. Die schon längst als Fälschung entlarvten „Protokolle der Weisen von Zion“ dürfen natürlich nicht fehlen und selbstverständlich der Hinweis, das böse Linke ja von rechts kommen etc. Kritiker der Zuwanderungspolitik und Europolitik wollen natürlich zurück zur Folklore und Islamkritiker sind natürlich Krank (Islamophob) und daher braucht man sich mit der Kritik nicht auseinandersetzen.
      Nur mal zur Info Claus, das Ziel des expansiven Islam ist es Europa und den Westen zu Fall zu bringen, da werden die leider um Ihre 10 Jahre Angst nicht drumrumkommen es sei denn Sie zeigen jetzt Verantwortung und stehen auf anstatt in Ihren Theorie Mottenkisten zu kramen.

  29. Die Zukunft hat viele Namen: Für
    Schwache ist sie das Unerreichbare,
    für die Furchtsamen das Unbekann-
    te, für die Mutigen die Chance.
    Victor Hugo (1802-1885)
    franz. Schriftstelle
    ich finde, dieser spruch passt wie die faust aufs auge der afd.

    • Maximilian Koerber

      Klaus Bruns, zumindest die ersten beiden „Namen“ passen. Mutige sehe ich bei der AfD eigentlich nicht. Eher die oben erwähnten Brechtschen Paarhufer: „Hinter der Trommel her / Trotten die Kälber / Das Fell für die Trommel / Liefern sie selber.“

      Auch mit Redensarten sollten Sie übrigens vorsichtig sein, Klaus! Passt die derbe Faust aufs zarte Auge? Oder passt sie nicht? Sowenig sich „Faust“ auf „Auge“ reimt, bringt Ihre Wendung zum Ausdruck, dass zwei Dinge zusammengehören. Sie tun es, DAS ist die Bedeutung, natürlich absolut überhaupt nicht. („Das Kissen passt zum Sofa wie die Faust aufs Auge“ heißt: „Das Kissen dort sieht zum Augenkrebs kriegen scheiße aus.“ Nur Regina Halmich meinte einmal: „Das ist doch auf jeden Fall gut, wenn ich jemandem mit der Faust aufs Auge haue. Das ist ein wirkungsvoller Schlag“. Sie sehen, das ist eine Version der Relativitätstheorie: Beide Boxerinnen haben eine Faust auf dem Auge, aber Regina Halmich ist relativ besser dran.

  30. Jasmin Münchgstettner

    Hallo Herr Bruns, haben Sie es mitbekommen? Als der neue polnische Außenminister neulich die aus seiner Sicht elementaren Probleme seines Landes benannte – dass es nämlich von der Vorgängerregierung hineingetrieben wurde „in einen neuen Mix von Kulturen und Rassen, eine Welt aus Radfahrern und Vegetariern, die nur noch auf erneuerbare Energien setzen und gegen jede Form der Religion kämpfen“ –, was wollte er damit eigentlich sagen?

    Folgt man Witold Waszczykowski, dann sind nicht Putin, IS-Terror und religiöser Fanatismus, sondern vor allem Vegetarier, Radfahrer und Rassenmix das, was die abendländische Gesellschaft und insbesondere Polen in ihrem Kern bedroht, wohingegen die faktische Lahmlegung des polnischen Verfassungsgerichts und die Direkternennung der Fernsehintendanten den Staat nur „von einigen Krankheiten heilen“ solle, zu denen man jetzt offenbar auch das zählt, wozu das alte Polen sich im Vertrag von Lissabon verpflichtet hatte, nämlich Rechtsstaatlichkeit, vor allem aber mit Lauchstangen bewaffnete Radfahrer.

    Witold Waszczykowski, der sichtbar selten Fahrrad fährt und offensichtlich nicht auf Fleisch verzichten mag, ist nun mit dieser einen Bemerkung auch und gerade in Deutschland zum Helden aller fleischfressenden weißen Männer geworden, die das Abendland vor allem von Bratlingen, Windrädern und Frauenquoten bedroht sehen und Trost nur noch in den wenigen Rotary-Clubs finden, in denen Frauen noch immer nicht zugelassen sind und entsprechend ungestraft politisch unkorrekte Witze übers Kotelett hinübergekichert werden können.

    Könnte Waszczykowskis Ideal-Polen, das flüchtlingsfreie vollgaskatholische Atomwurstland, auch Bundeskaspers, Lydias und Jochen Rollwagens neue Heimat werden? Könnte man als Lüneburger(in) nach Polen fliehen, wo Jaroslaw Kaczynski sich eben mit dem ungarischen Regierungschef Victor Orbán traf, um herauszufinden, wie man aus Warschau ein „Budapest an der Weichsel“ machen könnte? Wird die AfD, deren Mitglieder bisher nicht durch übertriebene Polenfreundlichkeit, aber entschlossene Kulturmix-, Windrad- und Frauenquotenfeindschaft auffielen, jetzt geschlossen Waszczykowskis neuem Polen beitreten? Oder Polen der AfD?

    • es ist schon komisch, gerade konservative beschweren sich über das verhalten gegenüber frauen. dabei sind sie es doch, die bis heute den frauen die gleichen rechte streitig machen . frau gehört an den herd und hat die kinder zu erziehen, also musste die ,,herdprämie,, her. ich könnte da noch einiges aufzählen. ich glaube eher , diese klientel vermisst bei uns das patriarchat. rosinenpicken ist in deren kreisen ein volkssport.

    • @ jasmin
      Sie möchten lieber solche Zustände, wen Sie abends mit Ihren Freundinnen unterwegs sind:

      http://www.welt.de/politik/deutschland/article150798244/Hunderte-sollen-Bielefelder-Disko-attackiert-haben.html
      Na dann viel Spass!

      • Bernd Bacher
        wir haben ein problem. die nicht vorhandene zivilcourage in deutschland. wenn einer blödsinn macht, machen sich hundert andere dabei in die hosen. wo sind denn die deutschen helden, wenn frauen belästigt werden? ich weiß nur, in meiner nähe würde ich so was nicht dulden. entweder polizei rufen, oder , wenn man in der lage ist, selbst eingreifen. angsthasen vom rechten rand fühlen sich nur dann immer stark, wenn sie als rudel auftreten.

        • @ Bruns

          Das ist ja nun absolut und einmalig daneben analysiert.

          1. WAR die Polizei bereits vor Ort ,man muss sie also nicht rufen. Offensichtlich hatte man verständlicherweise vor hartem Eingreifen Angst ( Angst wie so oft, als Rassist abgeurteilt und angeklagt zu werden, wennman uch nur eunem von diesen “ Flüchtlingen“ ein Haar krümmen würde) und offensichtlich auch keinen klaren Einsatzbefehl!

          2.Die Zivilcourage in Deutschand ist im obigen Falle völlig unangebracht. Die Kriminellen waren über Tausend und die Polizei war bereits vor Ort. Ein Eingreifen von Zivilpersonen, selbst in Gruppen, hätte u. U. ein schlimmes Nachspiel gehabt, wäre ein“ Flüchtling“ verletzt worden ( die Schlagzeile überall wäre schnell auf den armen verletzten Flüchtling gelenkt worden, der von „Rechten“ verletzt worden wäre und weg von der Gruppe der Verbrecher), im anderen Falle, hätte man, wie so oft Schwerverletzte Helfer einsammeln können, die eine grosse Menge mit Fäusten, vielfach mit Messern bearbeitet hätte. Wer weiß, wie das ausgegangen wäre.

          3. Und es ist einfach lächerlich, jetzt von „nicht dulden“ in Ihrer Nähe zu schwadronieren, wenn skrupellose GRUPPEN VON JÜNGEREN Angreifern dort das ziel wären. Glauben Sie mir, ich als langjähriger Kampfsportler und früher Boxer , hätte anhand der „gewaltigen Zahl“ von Angreifern und der völlig unübersichtlichen Situation , nicht im Traum an eigenmächtiges Eingreifen gedacht. Ich kenne Auseinandersetzungen mit 5 Mitgliedern einer Familie . Und denken Sie nicht einmal im Traum daran, daß Sie in Ihrem Alter und bei der wohl kaum extrem sportlichen Verfassung , eine Chance gehabt hätten. Zumal weder fair, noch ohne Messer gekämpft wird, seitens dieser Gruppen. Feige sind die Mitglieder solcher Familien und deren „Rudel“ , sowie Gangs und Grossfamilien bis zum Abwinken. Immer in grosser Überzahl, immer mit Messern ausgestattet und nie an Deeskalation interessiert, sondern nur am „Opfer machen“ und die „Ehre herstellen“. Vor allem, wenn Frauen dabei sind.

          Solch völlig unangebrachtes blindes, sinnloses Eingreifen hat schon Hunderten einen Platz auf dem Friedhof gebracht.
          Und die völlig dämlichen Sprüche, daß Rechte in Rudeln auftreten, können Sie sich und uns ersparen. Dies gilt bei den „gelobten Ethien“ mit Familie, incl. Kumpel, Cousins, Bruder, Onkel, Schwager ,usw. , die erfahrungsgemäss per Handy herbeibeordert werden, wohl tausendfach eher!

    • Klaus Bachmann

      Klasse.Anscheinend sind nicht die POLEN ein Riesenproblem in Europa:

      http://www.katholisches.info/2015/08/20/in-schweden-gibt-es-ein-problem-islam-aber-niemand-darf-es-aussprechen/

      http://www.welt.de/vermischtes/article131710087/Die-perverse-Kehrseite-des-Multikulti-Kults.html

      http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article13688685/Islamische-Moralpolizisten-fordern-Scharia-Zonen.html
      http://www.welt.de/vermischtes/article150772785/Silvester-Uebergriffe-auch-in-Wien-und-Salzburg.html
      Also, als Frau würde ich mich warm anziehen,Jasmin.Es könnte sein, daß Sie als Opfer eines Gangbangs auf der Polizeiwache sitzen und Sie der Beamte als Erstes auffordert, die Täter bloss nicht beim Namen zu nennen und nicht über die Tat zu berichten, wenn Sie die Einstellung des Strafverfahrens wegen Nichtermittlung des Täters erhalten..

      • Klasse.Anscheinend sind nicht die POLEN ein Riesenproblem in Europa:
        sehe ich nicht so eindeutig. wer anfängt, die medien zu verstaatlichen, hört so schnell mit konservativem gedöns nicht auf. und ruckzug sind wir in der vergangenheit angekommen.

        • @ Klaus Bruns

          Ihre „Genossen“ wollen doch das gleiche. Die Medien verstaatlichen, wie man es bereits jenseits des antifaschistischen Schutzwalles in der Vergangenheit hatte.

          Das wir in Deutschland bereits ein staatlich gesteuertes Unterhaltungs-und Nachrichtenprogramm geniessen ist völlig klar, wenn man verfolgt welche gefilterten Nachrichten man vorgesetzt bekommt und welche Informationen einem vorenthalten werden,bzw. wie gezielt 2,3 Attacken im Jahr von radikalen Rechten hochstilisiert werden und dabei Gangs ,die aus hunderten Mitgliedern schwerkrimineller Zuwanderer bestehen, wie in Duisburg, bei Tausenden von Straftaten kaum erwähnt oder als Einzelfälle bezeichnet werden.
          Ebenso Tätergruppe in Köln, Österreich, Schweden, Finnland und dergl. Hier kommt von den Berichten über die Zustände dort, kaum etwas an.
          Die perversen Fälle in Rotherham wurden ebenso lange unter Verschluss gehalten, wie andere Informationen, die z. B. in Osteuropa, Spanien, Türkei, u.ä bezüglich Deutschland, zeitnah, realitätsnah und detailliert gesendet werden.
          Die Zusammensetzung bei Mitgliedern des ÖR Rundfunk/ TV Beirates , der aus Verwandten, Schwagern ,Cousins von Parteimitgliedern der etablierten Parteien besteht, sprechen Bände über die staatlich beeinflusste Informationspolitik.
          Daher, „wer ( in Deutschland) im Glashaus sitzt , sollte zum Sch**** in den Keller gehen.“

  31. warum wird bei uns für die börse so viel reklame gemacht? ganz einfach, man will noch mehr zum spielen animieren, um ohne arbeit weiterhin bequem sein geld zu verdienen. die flüchtlingsdebatten sind schlechte witze. sie sollen nur ablenken. die flüchtlingskosten sind peanuts, im gegensatz zu den bankenrettungen . dieses spielgeld muss wieder reingeholt werden, koste es, was es wolle.