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Schlechte Nachrichten aus der Parallelwelt

Lüneburg, 22. Februar 2016

Ich betreibe diesen Blog seit 2014. In dieser Zeit sind rund 80 Beiträge erschienen. Die Kommentatoren haben teils unglaublich gute Texte für und gegen meine Thesen veröffentlicht. Perlen.

Über die Zahl der Kommentare konnte ich mich zu keiner Zeit beschweren. Alleine die letzten fünf Blog-Beiträge haben mehr als tausend Reaktionen ausgelöst. In letzter Zeit aber nimmt das Kommentieren einen unheilvollen Verlauf. Niemals zuvor ist ein Beitrag so oft kommentiert worden wie „Der Misthaufen als Berg der Weisen in der Flüchtlingskrise“. Und niemals zuvor haben sich Foristen so viele Entgleisungen erlaubt. Das deutete sich schon bei den vorherigen Kommentaren zum Thema Flüchtlinge an.

Ich habe die Kommentare, soweit es ging, trotzdem veröffentlicht, um zu zeigen, dass es vielen gar nicht mehr um das Blog-Thema geht, sondern um Diffamierung, ums Auskotzen und um Propaganda. Dass Foristen auch Selbstgespräche führen und wie ein Tucholsky mit Panter, Tiger und Co. unter verschiedenen Pseudonymen unterwegs sind, das ist Blog-Kultur.

Es gib heute schon „Cyberpsychologen“, die das Phänomen dieser Enthemmung im Netz zu ergründen versuchen. So vermutet Catarina Katzer in der Welt: „Im Netz agiert der Mensch entkörperlicht wie in einer Art Parallelwelt… Schubse ich im realen Leben jemanden, muss ich meinen Körper einsetzen, und ich sehe unmittelbar die Reaktion des Gegenüber, das kostet viel mehr Überwindung.“ In der Blog-Parallelwelt wird über andere Parallelwelten gewettert, etwa der des Islam in Deutschland. Im Netz springen User über ihren Schatten und lassen die Sau raus. Schlimm sei nur, mutmaßt Katzer, dass sich das Verhalten im Netz Zug um Zug ins reale Leben schleiche.

Und nach den Übergriffen und Anschlägen in Sachsen scheinen sich erneut die Befürchtungen der Cyberpsychologen zu bestätigen. Ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Einheit untermauern sächsische Unwillkommenskomitees, wie es um ihre Integration bestellt ist.

Hans-Herbert Jenckel

 

191 Kommentare

  1. Simone Brüggemann

    Sehr gut beobachtet, Herr Jenckel.

    Zwei Fragen:

    1. Beobachte ich ebenfalls gut, wenn ich feststelle, dass Sie Ihr Foto über Ihrem Blog-Beitrag immer dann weglassen, wenn Sie befürchten, der Austausch mit Ihren Kommentatoren könnte hässlich werden? Oder gibt es einen anderen Grund für Ihre „Bildpolitik“? Wollen Sie so tatsächlich etwas sagen? Oder handelt es sich einfach um Versehen oder um (vermeintliche) Signale ohne Botschaft?

    2. Sie schreiben vollkommen zu Recht, „schlimm sei nur, mutmaßt Katzer, dass sich das Verhalten im Netz Zug um Zug ins reale Leben schleiche.“ Indem Sie sie hier zitieren, machen Sie sich die Ansicht von Frau Katzer zu eigen. Ich bin auch, wie wahrscheinlich jeder, der an so etwas wie „Kommunikation“ zwischen mehr oder weniger vernunftbegabten Wesen und damit auch an persönliche Verantwortung glaubt, der Überzeugung, dass Worte zu Taten werden können und (öffentliches) Reden immer zugleich einen Handlungsaspekt hat. Glauben Sie, dass Besorgnis erregende Phänomene wie Pegida und die AfD, die – im Grunde ohne Thema und Substanz – hauptsächlich durch negative Affekte aufgepumpt werden, ohne die entfesselte und enthemmende verbale Tobsucht im Netz in ihren derzeitigen Dimensionen überhaupt möglich wären?

    • Liebe Frau Brüggemann,
      Sie liegen falsch. Das Foto fällt in diesem Fall weg, weil ich über den Blog selber schreibe.
      Und an hässlichen Kommentaren über mich, bis hin zu „Rübe ab“, mangelt es wirklich nicht. Daran habe ich mich gewöhnt.
      Obwohl ich zugebe, manchmal wurmt es mich schon, wenn so ein Anonymous mal wieder die Sau rauslässt.
      LG

      • Wirklich Herr Jenckel???
        Sowas schreiben Ihnen Leute, wie arm ist das denn!!!
        Ich hoffe Sie nehmen sich das nicht allzu Herzen.
        Denken Sie immer an den Spruch den Sie diesen „Menschen“ zurufen könnten:“Ich wollte mich mental mit Ihnen duellieren, aber wie ich merke sind sie unbewaffnet!“
        Leider merkt man an solchen Äusserungen das die Diskussionskultur tot ist!
        Denn Hetze und Diffamierung sind keine Argumente.

        • Polemon von Ilion

          Hallo Eratosthenes, stammt von Ihnen nicht die lange Abhandlung „Über Gutes und Böses“, aus der aber nur vier kleinere Fragmente als zitierte Passagen von späteren Gelehrten überliefert sind? Und enthielt sie nicht viel eigenes biographisches Material, mit dem Aussagen über Tugend und Schlechtigkeit veranschaulicht wurden? In diesem Zusammenhang ist doch auch von Todesarten prominenter Persönlichkeiten und von philosophischer Standhaftigkeit die Rede. Ein weiteres Ihrer Themen war die Personalpolitik Alexanders des Großen, an der Sie bekanntlich lobten, dass der König tugendhafte Männer unabhängig von ihrer Herkunft geschätzt und gefördert habe, statt sich nur auf Griechen zu stützen und die „Barbaren“ als unterworfene Feinde zu behandeln. Damit kritisierten schon im 3. vorchristlichen Jahrhundert die verbreitete Vorstellung eines naturgegebenen Rangunterschieds zwischen Griechen und Nichtgriechen, zu deren Vertretern leider auch Aristoteles gehörte.

          Wie immer, Sie wissen selber, dass Duldsamkeit bzw. Duldung als ein unvoreingenommenes Gelten- und Gewährenlassen fremder oder einfach nur ungewohnter anderer Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten von bornierten Eiferern schnell gegen den Mann gewendet werden kann, dem an vorurteilsfreier Aufklärung und an der Debatte von Gründen und Gegengründen im gedeihlichen Miteinander mehr gelegen ist, als an gedankenloser Abwehr und dogmenbewehrter Selbstüberhebung. Soweit ich weiß, zollte man doch auch Ihnen in weiten Kreisen für sehr lange Zeit nur widerwillig Anerkennung. Fachgelehrte suchten und fanden in Ihren Äußerungen Schwachpunkte, die sie zu teils überzogener Kritik nutzten. Strabon, aber auch Plinius der Ältere zum Beispiel lobten zwar allgemein Ihre Kompetenz in verschiedenen Wissensgebieten, doch wenn es um konkrete Einzelfragen geht, hatten Plinius, aber vor allem Strabon an Ihrer Sachkenntnis und Urteilskraft viel auszusetzen (Zu Strabons Kritik an Ihnen siehe Johannes Engels: „Die strabonische Kulturgeographie in der Tradition der antiken geographischen Schriften und ihre Bedeutung für die antike Kartographie“. In: Orbis Terrarum Bd. 4, 1998, S. 63–114, hier: 73, 76–81). Aber auch ich habe Ihnen in meiner mehrbändigen gegen Sie gerichteten Kampfschrift „Über die Anwesenheit des Eratosthenes in Athen“ mangelnde Kenntnis der Kulturgeschichte Athens vorgeworfen (Vergleichen Sie dazu bitte Pedro Pablo Fuentes González: „Ératosthène de Cyrène“. In: Richard Goulet (Hrsg.): „Dictionnaire des philosophes antiques“, Bd. 3, Paris 2000, S. 188–236, hier: 194).

          Heute möchte ich an Dreierlei erinnern:

          1) Es ist schön, dass Sie mit unserem Gastgeber mitfühlen, doch weiß ich nicht, wie man es sich nicht „allzu sehr zu Herzen“ nehmen könnte oder sollte, wenn Leser andere Leser auffordern, einem gemeinsam „die Rübe abzuhacken“.

          2) „Hetze und Diffamierung sind keine Argumente“? Ist das so? Ist nicht ein Argument einfach eine Aussage, die zur Begründung einer anderen Aussage gebraucht wird? Was aber ist für einen Drogensüchtigen eine Begründung? Flasch Schnaps? Wonna flash? Haben Sie schon einmal Tatjana Festerling hetzen hören? Sie und die sie umstehende Brüllmeute hält „Hetze und Diffamierung für Argumente“. Ich glaube, es ist nicht leicht zu verstehen, was es heißt, eine Person sei „mental unbewaffnet“ oder wolle sich „mental duellieren“. Ist das Mentale nicht das große Reich des Nicht-Materiellen und das Kognitiv-Deliberierende nur eine Provinz darin? Warum schreiben Sie nicht „dumm“, wenn Sie dumm meinen?

          3) Die „Diskussionskultur“ ist nicht tot, nur weil es ein paar aggressive Zombies gibt, denen die Mittel der Selbstkontrolle entglitten sind und die ihre nagenden Enttäuschungen gerne rücksichtslos auf dem Rücken irgendwelcher Sündenböcke abladen.

          Schauen Sie auf Jenckels Text. Er enthält jede Menge Behauptungen, die wie eine Aufforderung zum Diskutieren verstanden werden müssen:

          A) „Ich betreibe diesen Blog seit 2014.“ –> Wozu diese Info? Was ist der Zweck dieses Blogs?
          B) „In dieser Zeit sind rund 80 Beiträge erschienen.“ –> Ist das viel oder wenig? Ist das wichtig zu wissen? Warum?
          C) „Die Kommentatoren haben teils unglaublich gute Texte für und gegen meine Thesen veröffentlicht. Perlen.“ –> Perlen? Nach welchen Kriterien wird hier zwischen „gut“ und „weniger gut“ geschieden?
          D) „Über die Zahl der Kommentare konnte ich mich zu keiner Zeit beschweren.“ –> Schon wieder ein Hinweis auf Quantität. Was besagt „die Zahl der Kommentare“? Gibt es einen Zusammenhang von Quantität und Qualität? Liegt das nicht auf der „Argumentations“-Linie der Brüllaffen? (Die Mehrzahl ist im Recht?)
          E) „Alleine die letzten fünf Blog-Beiträge haben mehr als tausend Reaktionen ausgelöst.“ –> Und? Ist das mehr als ein u. U. ökonomisch interessanter Hinweis auf Reichweite? Oder sind LZ-Kommentator(inn)en Teilhaber(innen) einer in die Tiefe und die Breite wachsenden Debatten-Kultur?
          F) „In letzter Zeit aber nimmt das Kommentieren einen unheilvollen Verlauf.“ —> Unheilvoll? Inwiefern? Wer ist verantwortlich?
          G) „Niemals zuvor ist ein Beitrag so oft kommentiert worden wie ‚Der Misthaufen als Berg der Weisen in der Flüchtlingskrise‘.“ —> Woran lag das? Am Beitrag? An plötzlichen Änderungen des Sozialverhaltens von Lüneburger Leserbriefschreibern?
          H) „Und niemals zuvor haben sich Foristen so viele Entgleisungen erlaubt.“ –> Was sind „Entgleisungen“? Wann – und warum – wechselt Schärfe in den Bereich des sittlich und moralisch Anstößigen, wann sinkt sie in die Kloake des Unsittlichen, des Unanständigen und des offen Gesetzwidrigen?
          I) „Das deutete sich schon bei den vorherigen Kommentaren zum Thema Flüchtlinge an.“ –> Warum gerade bei diesem Thema? Und: Deutete die Tendenz zum aggressiv entgleisten Rechtbehaltenwollen sich nicht schon im Frühjahr beim Thema Auschwitz-Prozess an? Gibt es hier einen thematischen Zusammenhang? Welchen?
          J) „Ich habe die Kommentare, soweit es ging, trotzdem veröffentlicht, um zu zeigen, dass es vielen gar nicht mehr um das Blog-Thema geht, sondern um Diffamierung, ums Auskotzen und um Propaganda.“
          K) „Dass Foristen auch Selbstgespräche führen und wie ein Tucholsky mit Panter, Tiger und Co. unter verschiedenen Pseudonymen unterwegs sind, das ist Blog-Kultur.“
          L) „Es gib heute schon „Cyberpsychologen“, die das Phänomen dieser Enthemmung im Netz zu ergründen versuchen.“ —> Hat das was mit Anonymität zu tun? Die Ausbreitung der sozialen Medien im Internet kommentierte z. B. der große italienische Gelehrte Umberto Eco schon vor zehn Jahren so: „Sie erteilen Legionen von Dummköpfen das Wort.“
          M) „So vermutet Catarina Katzer in der Welt: „Im Netz agiert der Mensch entkörperlicht wie in einer Art Parallelwelt… Schubse ich im realen Leben jemanden, muss ich meinen Körper einsetzen, und ich sehe unmittelbar die Reaktion des Gegenüber, das kostet viel mehr Überwindung.“ —> Leicht zu verstehen, oder? Wenn ich (irrtümlich) glaube, dass mich niemand erwischen wird, bin ich für allerlei Bosheiten leicht zu haben. Is das „Auskotzen“ auch Triebabfuhr auf Kosten anderer?
          N) „In der Blog-Parallelwelt wird über andere Parallelwelten gewettert, etwa der des Islam in Deutschland.“ —> Ist „Parallelwelt“ ein glücklich gewähltes Wort, eine ideologisch unbelastete Vokabel? Sind „Parallelwelten“ immer automatisch schlecht? Ist nicht jede Ehe oder Liebesbeziehung eine „Parallelwelt“? Oder, wie George Orwell es formulierte: „Perhaps a lunatic was simply a minority of one. At one time it had been a sign of madness to believe that the Earth goes round the Sun; today, to believe the past is inalterable. He might be alone in holding that belief, and if alone, then a lunatic.“
          O) „Im Netz springen User über ihren Schatten und lassen die Sau raus.“ –> Über den eigenen „Schatten springen“, das klingt nach moralischer Anstrengung. Müsste es nicht heißen, sie lassen einfach die Zügel zivilisierten Benehmens fahren und offenbaren sich, wie sie sind oder sein möchten?
          P) „Schlimm sei nur, mutmaßt Katzer, dass sich das Verhalten im Netz Zug um Zug ins reale Leben schleiche.“ —> Gibt es einen erweisbaren Zusammenhang zwischen virtuellen Lynch- und Mordspielen und realen Lynch- und Tötungshandlungen? Und „schleicht“ das Verhalten wirklich nur? Oder galoppiert, springt und tobt es nicht schon ins reale Leben?
          Q) „Und nach den Übergriffen und Anschlägen in Sachsen scheinen sich erneut die Befürchtungen der Cyberpsychologen zu bestätigen.“ —> Sind für diese Art von Befürchtungen wirklich „Cyberpsychologen“ nötig? Ist nicht jedem klar, dass einsam kochende Wut ihr Ventil eines Tages auch in Übersprungshandlungen suchen wird?
          R) „Ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Einheit untermauern sächsische Unwillkommenskomitees, wie es um ihre Integration bestellt ist.“ —> Gibt es wirklich die viel besprochene sächsische Besonderheit? Dient das hypnotisierte Starren auf Sachsen, wo sich der Dumpfsinn häufiger als anderswo in Gewaltexzessen entladen hat, nicht auch dazu, davon abzulenken, dass die Sorte von Menschen, die in blind wütenden Horden zerstören, schlagen und töten möchte, überall – und das heißt: auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft – in gewisser Konzentration anzutreffen ist?

    • Zu Ihrem Punkt L), Herr Polemon: Die Ausbreitung der sozialen Medien im Internet kommentierte z. B. der große italienische Gelehrte Umberto Eco schon vor zehn Jahren so: „Sie erteilen Legionen von Dummköpfen das Wort.“

      Eco hat da eigentlich nur ausgesprochen, was der gesunde Menschenverstand jedem bestätigt: Bei sieben Milliarden Erdenbürgern muss im Medium für alle ein gewisser Prozentsatz an Schwachköpfen mitsprechen. Was Eco als alter Alleswisser auch wußte: Wie in jeder guten Bibliothek wird das Kluge erst durch Trennung vom Schwachsinnigen sichtbar. So hat Eco hat das Internet genau richtig verstanden. Als Wunderkammer, die durch Kritik und Rezensionen sortiert und bewertet werden will. Warum nicht in der Zeitung?

  2. mit bestimmten menschengruppen zu kommunizieren scheint witzlos zu sein. dieses thema flüchtlinge beweist es. wer sozial eingestellt ist, wird von den menschen, die ihre erfahrungen gemacht haben, wenn man egoist und die schotten dicht macht ,selbst am besten fährt, in die extrem linke ecke gestellt. ist mir hier passiert. eben auch per e-mail. ich bin um eine erfahrung reicher geworden und möchte mich dafür bei herrn jenckel bedanken. frage ist, was macht man mit solcher erfahrung? ich für mein teil werde meine einstellung zu menschen nicht verändern, aber mein verhalten zu einer bestimmten gruppe. sie tangiert mich ab jetzt peripher.

    • „mit bestimmten menschengruppen zu kommunizieren scheint witzlos zu sein“

      Das stimmt! Vor allem mit Menschen, die einen Flüchtling immer noch nicht von einem Migranten unterscheiden können, der aus einem sicheren Land hierher kommt und gesetzlich klar definiert, keinerlei Asylanspruch hat. Da ist Hopfen und Malz verloren und jegliche sachlich fundierte Diskussion mit Fakten von vornherein „Perlen vor die Säue werfen.“

      Und jetzt nochmal bitte die gebetsmühlenartig wiederholten (gesetzesmäßig falschen) Bahnhofsparolen( niemand ist illegal, Grenzen sind unnatürlich……).

    • Hallo Herr Bruns,

      über die Hard-Core-Verrückten braucht man, glaube ich, nicht weiter zu reden. Die gab es zu allen Zeiten in allen Lagern. Vor der Einführung des Internets hat man sie allerdings nur gesehen, wenn irgendwo im Gleichschritt randaliert wurde oder einer von ihnen in der Bäckerstraße von einem ollen Blumenkübel auf die vorüber strömenden Passanten und Shopper herab schamfudert hat. Heute stehen sie genauso einsam und belämmert da, glauben aber unter wahllos übergestülpten Aliasnamen eine Armee von Gleichgesinnten Sauertopfempörten simulieren zu können.

      Viel interessanter als solche armen, unbeholfenen Kasperlfiguren sind aber die giftigen Kartoffeltriebe der nassforschen „Bürgerlichen“, die als Anwälte, Geschäftsführer oder Studienräte vorläufig noch anonym und vom rechten Rand der CDU, der Grünen und der SPD aus hier bei Blog.JJ die Lage und deren „Business-Chancen“ sondieren, mal die von Petry, Gauland und Höcke eingeführten Tanzschritte nachzuahmen probieren und sich verständnissinnig wie „Thomas Schmid“, „Wolf“, „Michael Kohlhaas“, usw. in eleganter Freizeitgarderobe als neoliberal informierte und kulturhistorisch interessierte, also kultivierte Unmenschen der peitschenknallend sportlichen Sorte präsentieren. Das Drehbuch, nach dem diese Typen vorgehen, ist natürlich auch nicht von Josef Goebbels erfunden worden, wurde aber von ihm für den Alltagsgebrauch in medial gesteuerten Massendemokratien aufbereitet und gelangt in seiner derzeit gängigsten Version aus Russland wieder nach Sachsen und über Brüssel auch nach Lüneburg: http://www.merkur-zeitschrift.de/2016/01/21/die-luege-in-den-zeiten-putins/#more-3146

      • Uwe Schneider
        sie haben mit ihrer feststellung völlig recht, sehe ich ebenso. diese biedermänner öffentlich beim namen zu nennen, ist ziemlich schwierig. hatte es schon mal bei der lz mit einer andeutung versucht. es war eine reaktion von mir auf zwei leserbriefe. einer empfahl wasserwerfer , weil es bei stuttgart 21 damit angeblich auch so gut geklappt hat.

        Schau, dort spaziert Herr Biedermeier
        und seine Frau, den Sohn am Arm;
        sein Tritt ist sachte wie auf Eier,
        sein Wahlspruch: Weder kalt noch warm.

    • „mit bestimmten menschengruppen zu kommunizieren scheint witzlos zu sein“?

      So bitter?

      Was würde diese Erkenntnis für Ihre Vorstellungen von Demokratie bedeuten, wenn Sie die Gruppe der halsstarrigen Scheuklappenphilosophen schon nicht mehr erreichen oder sogar aufgeben? Wollten Sie nicht eigentlich viel näher an „die Basis“ ran? Angeblich ist das Internet doch ein ideales „demokratisches“ Medium, um „direktere“ Mitsprache „des“ Volkes zu ermöglichen. Fragt sich nur, ob nicht die Lautesten und Dreistesten auch hier am Ende obsiegen, oder? Befragungen und „Initiativen“ scheinen mir nur eine schwache „Alternative“ zu repräsentativen Prozessen. Auch die „direkte Demokratie“ übergäbe die Macht nur theoretisch an „das Volk“, praktisch aber an diejenigen, die „Öffentlichkeitsarbeit“ treiben und „des Volkes Meinung“ zu gestalten wissen. Sie erfüllt das Versprechen der Beteiligung an der Macht nur in sehr geringem Grad. Wie man in der Schweiz sieht, bekommen „die Menschen“ nicht, wovon sie träumen. Das bekommen nur die, die auf dem (medialen) Schaum dieser Träume ihre Befragungskampagnen „moderieren“ und ihren eigenen Sonderinteressen hinterher surfen. (Der ADAC oder die IHK machen im Kleinen doch immer wieder vor, wie sowas im Großen auch läuft.)

      Ludwig

      • mein lieber ludwig, menschen gebe ich nicht auf. ich verhalte mich natürlich gegenüber menschliche fassaden anders, als gegenüber menschen, die nur so aussehen. frage: wer über leichen geht, ist noch ein mensch?

      • Zitat: „Wie man in der Schweiz sieht, bekommen „die Menschen“ nicht, wovon sie träumen“

        Bekommt man das „ohne Volksabstimmung“ denn bei uns?
        Wenn man den wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Untergang des Volkes und eine Gestzgebung aus dem 6. Jh n. Chr. haben will: Uneingeschränkt Ja!

    • Sehr geehrte Herren Ludwig und Bruns,

      ich möchte vor leichtfertigen Idealisierungen warnen! Auf den ersten Blick scheint das Instrument der Volksinitiative in der Schweiz als Korrektiv gedacht, welches die angemessene Antwort auf stets neue Empörungswellen von Bürgern über die (zu große) Macht ihrer Repräsentanten ist und den gewählten Vertretern des Volkes auch zwischen den Wahlterminen den Willen des Volkes nahebringen soll. Doch das Instrument ist kein Allheilmittel, im Gegenteil! Heute müssen wir feststellen, dass es in der Schweiz vielmehr zu einer Schwächung der wichtigsten Errungenschaften einer demokratischen Gesellschaft zu führen droht. Nicht nur wird hier die Legitimität der gewählten Volksvertreter immer stärker untergraben – etwa wenn diese die populistischen Volksinitiativen beim besten Willen nicht in gültiges Gesetz umwandeln können -, sondern auch der Rechtsstaat und seine Institutionen werden einem Dauerbeschuss ausgesetzt und immer weiter ausgehöhlt. Volksinitiativen – das weiß man gerade aus der deutschen Geschichte – müssen nicht unbedingt eine Stärkung demokratischer Kultur bedeuten. Da sie in der Regel den Willen der Mehrheit – und nur diesen – zum Ausdruck bringen, können Sie zum Kampfinstrument gegen Minderheiten oder jede gerade unbeliebte Gruppe in der Bevölkerung werden.

      Vier Volksinitiativen sind in der Schweiz von den Stimmbürgern in jüngster Zeit abgesegnet worden, die alle in potentiellem Konflikt zur europäischen Menschenrechtskonvention stehen und bei deren Umsetzung es zu einer bedenklichen Verdrehung der rechtsstaatlichen Rahmenordnung kommen musste: Die muslimfeindliche Minarettinitiative, die 2010 erfolgreich abgesegnete ausländerfeindliche „Ausschaffungsinitiative“, und eine Initiative zur Unverjährbarkeit von pädophilen Straftaten und eine Vorlage zur Verschärfung der dauerhaften Verwahrung von sexuellen Straftätern.

      Die Volksinitiativen werden dabei zum gefährlichen Instrument extremistischer Parteien, die durch populäre, aber praktisch undurchführbare Vorhaben die von ihnen bekämpfte „classe politique“ vor sich hertreiben und als Hilfsknechte des verschmähten europäischen Auslands denunzieren. Gleichzeitig entsteht eine gefährliche Illusion von „Demokratie“, die vom einheitlichen Willen des Volkes träumt und abweichendes Verhalten dämonisiert. Man fühlt sich an jakobinische Verfolgungen erinnert, wenn dabei jedem nicht dem angeblich einheitlichen Volkswillen Zustimmenden bedrohlich entgegengebrüllt wird: „Wir sind das Volk“. Derlei radikale Volksinitiativen führen zu einem Vertrauensverlust in die demokratisch gewählten Volksvertreter und zu einer regelrechten Zerstörung der bestehenden Rechtskultur.

      Dies geschieht nicht nur dann, wenn sie zu Verletzungen der europäischen Menschenrechtskonvention führen, sondern durch die gezielte Missachtung der für jedes Recht zentralen Verhältnismäßigkeit: So darf sich nun in der Schweiz ein Mörder nach Ablauf der Verjährungsfrist vor jeglicher Strafverfolgung auf immer sicher fühlen – ein Pädophiler dagegen kann auch nach fünfzig Jahren noch für eine Straftat verfolgt werden. Nach der gerade verabschiedeten sogenannten „Ausschaffungsinitiative“ ist es möglich, dass ein in zweiter oder dritter Generation in der Schweiz lebender Ausländer wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz bestraft wird und die Schweiz verlassen muss. Es findet zugleich eine doppelte Bestrafung der Ausländer statt: erst müssen sie das Strafmaß absitzen, dann werden sie „ausgeschafft“. Die Verhältnismäßigkeit wird dabei ausgehebelt, da die Initiative die Schwere des Vergehens explizit nicht für die Frage der „Ausschaffung“ als relevant gelten lässt. So kann ein Ausländer, der fünfzig Franken Sozialhilfe zu Unrecht bezogen hat, mit sofortiger Abschiebung „bestraft“ werden. Das mag mit der europäischen Menschenrechtskonvention nicht kollidieren, bedeutet aber die Schaffung grotesker Rechtsverhältnisse.

      Wir haben also in der Schweiz in den letzten Jahren ein Vorbild dafür, wie man es sich gerade NICHT wünschen kann: Die Schweizerische Volkspartei bringt unerbittlich eine menschenrechtsfeindliche und populistische Initiative nach der anderen vors Volk. Sie kann dabei stets nur gewinnen, denn es scheint ihr letztlich gar nicht um die Umsetzung ihrer jeweiligen Initiativbegehren zu gehen. Ihr Ziel ist größer. Sie führt in immer neuen Formen dem Volk das Ausland (in Form der europäischen Menschenrechtskonventionen und der Kritik am schweizerischen Abstimmungsverhalten) und das Establishment als Feinde des Volkes vor. Wird eine radikale Initiative umgesetzt, folgt sofort die nächste. Kann sie nicht umgesetzt werden, ist der Beweis erneut geführt, dass die „Stimme des Volkes“ verhöhnt werde. Dieser Kreislauf ist in der Schweiz seit einigen Jahren in voller Fahrt – und sein Ende keineswegs absehbar.

      Volksinitiativen können leicht zum Motor werden für aggressive populistische Strömungen, die das protodiktatorische Erstarken des politischen Extremismus und die Demontage demokratischer Strukturen in unvorhersehbarer Weise beschleunigen.

      • Sehr guter Kommentar! Vielen Dank.

        Hier etwas ganz Aktuelles dazu: Nach Ansicht des Parteienforschers Michael Hermann ist die SVP mit ihren ständigen Volksinitiativen zu einem erheblichen Standortrisiko für die Schweiz geworden:
        http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/abstimmung-in-der-schweiz-zu-auslaenderkriminalitaet-14081629.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

        • @Henrik Gräber

          Was ist denn ein Parteienforscher?
          Jemand ,der wie ein „Rechtsextremismusexperte“, der oder die sogar im TV auftritt , über keinerlei Studium oder abgeschlossene Berufsausbildung verfügt und sein Geld nun durch die Alimentierung der Regierenden in Berlin erhält?
          Nur zur Info: Ein Bernd Lucke hatte im Jahre 2013 köstlich gelacht, als ein Herr Stregner der Schweiz , die totale Pleite, die totale Isolierung und den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Untergang vorhersagte, wei man über die Zuwanderungspolitik den autochthonen Bürger abstimmen ließ.
          Heute ist Deutschland mit seiner Willkommenspolitik näher an dieser Situation und Katastrophe , als die Schweiz.

      • Lena Bergmann
        ich bin ein fan von bürgerentscheidungen, solange es sicher ist, dass es keine manipulation durch lobbyisten vorher gegeben hat. es kommt auf die fragestellung an. es kommt darauf an, wer fragt. und solange alles verfassungskonform ist, sehe ich da keine gefahren. ich verstehe ihre sorge, aber ,es gibt in der politik eben nur kompromisse. ein allheilmittel sind bürgerentscheide eben auch nicht. bei bürgerentscheide gibt es ein vorteil. es wird sich mit politik direkt auseinander gesetzt und niemand kann mehr behaupten, dass über ihre köpfe hinweg entschieden wurde.

      • Das Volk ist nicht blöd

        Genau Frau Bergmann, Volksinitiativen nur, wenn es um unbedeutende Themen geht oder der Ihnen genehme Ausgang gewiss ist.

        • Sie schreiben das offenbar scherzhaft ironisch, aber zynischer Weise ist genau dies die Maxime von Initiativen-Profis à la SVP. Eine Volksinitiative, deren Ergebnis durch weit ausgreifende Kampagnenarbeit in SVP-eigenen oder SVP-nahen Medien und Zeitungen nicht sicher ist, wird nicht auf den Weg gebracht — oder durch „kritische Diskussion“ im Pressekartell der SVP verhindert.

          Die Organisatoren der Bürgerbeteiligungen mit Sonderinteressen ersetzen parlamentarische Abgeordnete mit Parteiinteressen, ein geringerer Grad prozessualer Ordnung und institutionalisierter Kontrolle einen höheren. Worin besteht der Vorteil? Wer ist „das Volk“? Die 25 bis 35 Prozent, die sich in der Schweiz noch mobilisieren lassen und von denen – vielleicht – eine knappe Mehrheit für das aufwendig propagierte Begehren votiert?

      • Demokratie baut auf Mehrheiten

        Frau Bergmann, Ihr Verständnis lässt aber auch zu Wünschen übrig. Sie können scheinbar nur mit Volksinitiativen leben, wenn ihre Ansicht gewinnt und haben Angst, dass die Mehrheit über eine Minderheit bestimmt. Das ist aber doch genau das Ergebnis von Demokratie. Die Mehrheitsmeinung bestimmt. Dazu wird schließlich auch gewählt, um zu ermitteln, wer die Mehrheit hat. Die Minderheit hat diesen Wahlausgang schließlich zu akzeptieren.
        Ein Problem entsteht in der Regel erst, wenn in einer wie von Ihnen gutgeheißenen Multikulturellen Gesellschaft Minderheiten, in der Regel aus kulturellen oder religiösen Motiven, die Mehrheitsmeinung nicht mehr respektieren oder tolerieren und in Folge eine Parallel Struktur aufbauen. Die Gesellschaft verliert ihre Konsensfähigkeit und der Staat blockiert sich und zerbröckelt.

        • Sie übersehen, dass der Minderheitenschutz ein Zentralelement jeder echten Demokratie ist. Das spricht schon Artikel 1 unserer Verfassung mit Bezug auf die Minderheit, die jeder Einzelne darstellt, in aller wünschenswerten Deutlichkeit aus:

          (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

          (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

          Ihre unsachliche Polemik über angeblich (in Wahrheit aber mit keinem einzigen Wort) von mir „gutgeheißene multikulturelle Gesellschaften, in denen Minderheiten aus kulturellen oder religiösen Motiven die Mehrheitsmeinung nicht mehr respektieren oder tolerieren und in Folge eine Parallelstruktur aufbauen“, hätten Sie ebenso gut gleich an sich selbst richten können. Ghettobildung, also Stadtviertel, in welchen diskriminierte Minderheiten, Ausländer oder auch privilegierte Bevölkerungsschichten zusammenleben, lässt sich mit den Mitteln der „direkten Demokratie“ nicht besser als mit denen der „repräsentativen Demokratie“ verhindern oder abschaffen. Die Wahl und Gestaltung demokratischer Herrschaftsformen liegt logisch auf einer anderen Ebene als die Frage nach gelingender zivilgesellschaftlicher Integration im Spannungsverhältnis von rasant zunehmender Individualisierung und Globalisierung.

      • Sehr geehrter Anonymus,

        Ihnen gilt offensichtlich als ausgemacht, dass die althergebrachten Institutionen die von Ihnen empfundene Krise der Demokratie nicht mehr allein bewältigen können. Dagegen ließe sich einwenden, dass die Krise fast schon ein Wesensmerkmal der Demokratie ist. Schließlich bringt diese Regierungsform der Freiheit und des institutionalisierten Wandels naturgemäß ein hohes Maß an Unsicherheit mit sich. Doch kaum jemand stellt die einstmals strittige Forderung nach „mehr Demokratie“ noch infrage. Die Neuerungen, die vorgeschlagen werden, laufen jedoch nicht selten auf einen faktischen Demokratieabbau hinaus.

        Häufig wird eine wachsende Distanz zwischen politischen Eliten und Gesellschaft als Grund für die angenommene Krise der Demokratie ausgemacht. Peter Sloterdijk beklagt gar die „Ausschaltung der Bürger in der Demokratie“, denn bürgerschaftlicher Anspruch und tatsächlicher Einfluss klaffen weit auseinander. Im Umkehrschluss sollen mehr Partizipationsmöglichkeiten die Legitimität wiederherstellen. Der Historiker Paul Nolte spricht von einer „multiplen Demokratie“, der Politikwissenschaftler Hans Vorländer von der „responsiven und partizipatorischen Demokratie“.

        Quasi als Speerspitze fungiert dabei die Forderung nach mehr direkter Demokratie, die offensichtlich jedem Politiker gut zu Gesicht steht. Doch neben den altbekannten Fallstricken der direkten Demokratie (wer stellt wann welche Frage?) erweist sich vor allem die Wirkung gegenüber benachteiligten Gruppen als Problem.

        Beispielhaft zeigte sich das beim Hamburger Volksentscheid zur Schulreform 2010. Ein Parlamentsgesetz, welches das längere gemeinsame Lernen ermöglichte, also die Integration von Kindern aus unteren Bildungsschichten förderte, wurde durch eine mobilisierungsfähige „Mehrheit“ gekippt – bei nur 39 Prozent Wahlbeteiligung. Die Eltern derjenigen, denen die Schulreform helfen sollte, gingen dagegen kaum zur Abstimmung.

        Die parlamentarische Parteiendemokratie vertritt solche apathisch-desinteressierten Gruppen und viele andere Minderheiten besser. Wie die Langzeitstudie einer Forschergruppe um Adrian Vatter zeigte, haben Volksabstimmungen in der Schweiz zu einer systematischen Benachteiligung religiöser Minderheiten geführt. Vor allem schlecht integrierte Gruppen bekommen das zu spüren.

        Daneben sind zivilgesellschaftliche Beteiligungsformen derzeit en vogue – insbesondere Dialogprozesse zwischen Staat und Bürgern, die als „kooperative Demokratie“ bezeichnet werden. Das klingt zunächst hervorragend – die soziale Selektivität ist dabei jedoch noch größer als bei der Direktdemokratie, die Beteiligung selbst oft nur marginal. Hinzu kommen andere Probleme, die sich am Beispiel der immer beliebter werdenden Bürgerhaushalte festmachen lassen. Der Begriff impliziert eine direkte Beteiligung der Bürger an Haushaltsentscheidungen. In Wirklichkeit wird die Bevölkerung jedoch nur konsultiert – die kommunale Verwaltung behält zumeist die Federführung. Die Exekutive wird also gegenüber dem Kommunalparlament gestärkt: Zugespitzt könnte man in vielen Fällen sogar von einer reinen Beteiligungsshow sprechen.

        Oft werden solche Neuerungen in bester Absicht eingeführt. Doch es ist fatal, dabei jene Strukturprinzipien zu unterlaufen, welche unser politisches Gemeinwesen ausmachen, weil sie Orientierung geben und ein individuelles Urteil über breit diskutierte Alternativen ermöglichen. Statt eine neue Unübersichtlichkeit und damit neue soziale Spaltungen zu schaffen, gälte es, die Transparenz von Verfahren zu stärken, Wahlen nicht weiter zu entwerten und den Parlamentarismus zu beleben. Hier sind zunächst einmal die Parteien aufgefordert, die vielen Nichtwähler nicht vorschnell abzuschreiben. Das sollte im Eigeninteresse der Parteien liegen – die Branche der „professionellen“ Politikberater empfiehlt jedoch eher die hübsche Verpackung und Anpreisung vergleichsweise inhaltsgleicher Produkte.

        Die direkte Demokratie kann durchaus ein Mittel sein, die politische Landschaft zu beleben. Sie sollte im Bund jedoch nur in Form des aufschiebenden Vetos eingesetzt werden. Bei Erfüllung eines angemessen hohen Quorums wäre es der Bevölkerung dann gestattet, ein Gesetz zur Neuverhandlung ans Parlament zurückzuschicken. Allein die Möglichkeit einer solchen Vetoinitiative dürfte dazu beitragen, Elitenkartelle frühzeitig aufzubrechen und politische Fragen durch gesellschaftlichen Druck dem öffentlichen Parteienstreit zuzuführen.

        Was Elemente der kooperativen Demokratie anbelangt, so können diese vor allem auf der kommunalen Ebene einen positiven Beitrag zur Demokratiereform leisten. Wichtig sind jedoch vier Punkte, die für Beiräte oder Bürgerausschüsse aller Art gelten: Erstens muss klar sein, dass es sich um konsultative Gremien handelt, die die Verantwortlichkeit des Parlaments nicht untergraben. Zweitens sollte per Losverfahren einer sozialen Schieflage entgegengewirkt werden. Drittens sollten die Gremien fest institutionalisiert sein – also nicht nachträglich als Reaktion auf medial vermittelte Ereignisse eingesetzt werden. Viertens sind alle Formen der kooperativen Demokratie grundsätzlich an das Parlament anzuschließen, nicht an die Exekutive.

        Die wichtigste Reform besteht schließlich darin, radikal das Öffentlichkeitsprinzip durchzusetzen. Politische Repräsentation verlangt, dass repräsentatives Handeln jederzeit zurechenbar ist. Statt neue Institutionen und Verfahren einzuführen, ist es deshalb viel lohnender, die vorhandenen Gremien öffentlich zu machen – etwa den Vermittlungsausschuss und dessen Arbeitsgruppen, alle Parlamentsausschüsse oder den Koalitionsausschuss. Informelle Absprachen sind nicht gänzlich zu verhindern. Die Publizitätspflicht erschwert sie aber, setzt Repräsentanten unter einen gesteigerten Rechtfertigungsdruck und lässt einen offeneren Umgang mit Konflikten erwarten.

        Wer hingegen die politische Apathie und Intransparenz fördern möchte, sollte den Institutionendschungel bewässern.

      • @ Lena Bergmann
        Deswegen diskutiert man ja auch täglich in der Schweiz über die Masse an Flüchtlingen, die sozialen Probleme, das Geld das aufgewendet werden muss,(50-60 Milliarden p. A.) um diese Asylbewerber in 10-15 Jahren volkswirtschaftlich nützlich auszubilden und redet über die ständig steigenden Bedenken der Bürger, einschliesslich der Terrorgefahr und der importierten Kriminalität, sowie der gewaltigen sozialen und finanziellen Konsequenzen für die autochthone Bevölkerung.
        Und nicht etwa hier in Deutschland.
        Wie extrem die Situation in Deutschland bereits ist, weil man die Bürger bei den Entscheidungen, die die nächsten Jahrzehnte stark beeinflussen(EU- Rettungsschirme für Banken , Zuwanderungspolitik, Sozial-und Innenpolitik, Kompetenzverlagerung an die EU Führung,usw.) übergeht, erkennt man daran, daß Mitgründer der Grünen und Linken, die den Kurs der Frau Merkel unterstützen und unbedingt weiterführen wollen, die Parteien verlassen und die AFD favorisieren.
        Hätte man mir als Grünenwähler das vor 4 Jahren erzählt, hätte man bei mir ein müdes Lächen erzeugt.

        • Renate Schweigert

          @hagen

          „…über die Masse an Flüchtlingen, die sozialen Probleme, das Geld das aufgewendet werden muss,(50-60 Milliarden p. A.) um diese Asylbewerber in 10-15 Jahren volkswirtschaftlich nützlich auszubilden…hätte man bei mir ein müdes Lächen erzeugt.“

          Das ist ja nun völlig falsch interpretiert, da man nur ohne schlüssige Argumente und ohne Sach-oder Fachkenntnis über etwas als Vorurteil „vorschnell urteilen“ kann.
          Kennt man den Sachverhalt ,die Umstände und hat sich ausgebig informiert,ist man nicht mehr voller Vorurteile, sondern urteilt mit den Erfahrungswerten und Informationen, die man über einen längeren Zeitraum gesammelt hat.
          Und das ist legitim.

  3. @ hh jenckel

    „Und nach den Übergriffen und Anschlägen in Sachsen scheinen sich erneut die Befürchtungen der Cyberpsychologen zu bestätigen. Ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Einheit untermauern sächsische Unwillkommenskomitees, wie es um ihre Integration bestellt ist.

    Was hatten Sie erwartet, Herr Jenckel?

    Das angebliche „Flüchtlinge“ ,( die zu Hunderttausenden aus sicheren Herkunftsländern stammen, wie auch in Saßnitz) hier nach den monatelangen Fehlentscheidungen der Politik, der eindeutigen Gesetzeswidrigkeit der Herrschenden ,aufgrund der Herkunft der Migranten und der Beleidigungen der Bürger, die sich eindeutig positionieren und gegen eine weitere Migration von Millionen Nichtflüchtlingen aussprechen, freundlich empfangen werden?
    Vor allem, nachdem man seitens der Migranten( gerade eben angekommen), den Stinkefinger und das „Kopf ab Handzeichen“, sowie das übliche rotzfreche Spucken um sich herum, als Begrüssungsritual ausgewählt hat, um diejenigen , die das zukünftige Leben komplett sozial absichern müssen, schon im Vorwege zu beleidigen?

    Ganz schön naiv.
    Aber selbst die Grünen bemerken dies langsam. Siehe Palmer und Sauerborn:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/ex-gruener-unterstuetzt-die-afd-auch-bei-den-gruenen-habe-ich-strohpuppen-brennen-sehen-14060118.html

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/boris-palmer-gruene-cem-oezdemir-und-simone-peters-distanzieren-sich-a-1077322.html

    Zitat Boris Palmer:

    „Das bedeutet nicht, dass wir niemanden mehr reinlassen, aber wir entscheiden, wer reinkommt“, forderte Palmer. Die EU-Außengrenzen sollen nach dem Willen des Grünen mit einem Zaun und bewaffneten Grenzern gesichert werden, um deutlich mehr Flüchtlinge als bislang abzuweisen. Zudem erklärte Palmer, in der Bevölkerung schwinde die Akzeptanz: „Spätestens seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln kommen selbst grüne Professoren zu mir, die sagen: Ich habe zwei blonde Töchter, ich sorge mich, wenn jetzt 60 arabische Männer in 200 Meter Entfernung wohnen!“

    Und ein Herr Jenckel versteht eines Tages auch noch die gravierenden Unterschiede zwischen Migration und der temporären Aufnahme von Flüchtlingen, die wieder in ihr Heimatland reisen und berechtigt hier aufgenommen werden,nachdem sie Asyl beantragt haben.

    • Das ist doch alles wieder ein Riesenunfug, was Sie da schreiben, sehr geehrter, lieber Herr Hagen-Udo Hermann. Ich möchte Ihnen dringend raten, Thomas, die Texte, die Sie kommentieren wollen, erst einmal genau zu lesen und dann sehr ausführlich darüber nachzudenken, bevor Sie wieder irgendeinen alten Krempel zusammenpacken, nach draußen klicken und sich so erneut zum Deppen machen. Auch der Griff nach einem Wörterbuch oder einem Band Ihres fadengehefteten Konversationslexikons kann bei passender Gelegenheit nur Gutes wirken.

      Und erinnern Sie sich bitte an die Worte des geschäftsführenden Redakteurs der Landeszeitung für die Lüneburger Heide, Hans-Herbert Jenckel, die mir fast wie eigens für Sie geschrieben zu sein scheinen: „Ich habe“, lässt der LZ-Online-Chef nämlich auch Sie, Herrmann, wissen, „die Kommentare, soweit es ging, trotzdem (also trotz der vielen niederschmetternden Entgleisungen) veröffentlicht, um zu zeigen, dass es vielen gar nicht mehr um das Blog-Thema geht, sondern um Diffamierung, ums Auskotzen und um Propaganda.“

      Lieber Hagen, nehmen Sie sich ein Beispiel und verschone uns mit Ihrem Unsinn. Lassen Sie sich mal was Neues einfallen. Seien Sie kreativ und dichten Sie einfach mal etwas rundumFeines und Schönes zum gegenwärtigen Winterurlaub von Máxima und Willem-Alexander, dem Königspaar der Niederlande! http://www.tt.com/panorama/9675538-91/holländische-königsfamilie-verbringen-winterurlaub-in-lech.csp

      • @ Tina

        Zitat des Herrn Jenckel, daß Sie benutzten:

        „…um zu zeigen, dass es vielen gar nicht mehr um das Blog-Thema geht, sondern um Diffamierung, ums Auskotzen und um Propaganda.“

        Das sehe ich auch so. Ihr Kommentar, soweit man das faktenlose Gestammel so nennen kann, ist der Beweiss.Die typische Plüschtierwerferin, die „weiter so“ ruft, bis eigene Erfahrungen da sind. Ich kenne solche Typen von Frauen zur Genüge. Die wichtigste Bildung vom Bachelor und die neuen Socken und Putzmittel von HSE.
        Haben Sie noch etwas Konstruktives beizutragen?

        • hagen
          was konstruktives? wie wäre es damit? warum ist ihre frau weggelaufen? schmunzel. hatte sie genügend eigene erfahrung gesammelt?

          • @ bruns
            Na , Herr Bruns ich muss meine aber nicht aufpumpen, bevor ich Spass haben kann, wie bei Ihnen.
            Und das „Konstruktive“ sollten Sie bei der Kanzlerin suchen. Die macht das nun schon viele Jahre.

        • hagen
          hier ist noch was konstruktives.
          die katze lässt das mausen nicht. der bundeskater übrigens auch nicht.

    • Unter der Überschrift »Es gab genug Zeit für ein Umdenken« hat Joachim Zießler einen politischen Kommentar geschrieben, der zwar auch die (für mich nicht überzeugende, weil den Rest der Republik auf dort willkommene, jedoch sicher nicht haltbare Weise entlastende) These enthält, in Sachsen gebe es einen besonders hohen Sättigungsgrad von xenophoben Extremisten, der aber dennoch lesenswert ist, weil er geschichtspädagogisch argumentiert und das Aufblühen eines verhaltensprägenden Syndroms nicht auf anthropologisch invariable Dispositionen, sondern auf subkulturellen Wildwuchs im Inneren eines Kollektivsubjekts zurückführt, dem man mit erzieherisch aufklärerischen Maßnahmen – langfristig – beikommen könne. Da die Zeit des Gesundens durch Einsicht und moralisches Reifen im Augenblick aber nicht da ist, muss diese Veranstaltung wohl – so meine Vermutung – wie in den 50er („Vertriebene“) und 70er Jahren („Gastarbeiter“) mit strenger polizeilicher Achtsamkeit (und strafrechtlichen Sanktionen) „begleitet“ werden. Aber nur in Sachsen? Das ist die Frage. Hier Zießlers Text:

      »Sachsen kann einige historische Gründe anführen, warum das Herz der Intoleranz im Freistaat schlägt: Die fehlende Erfahrung mit anderen Kulturen und Menschen. Die fehlende Aufarbeitung des Nazi-Ungeistes in der DDR, weil sich die SED-Diktatur in die Tradition des linken Widerstandes stellte. Die misslungene, weil nicht auf Integration zielende Beschäftigung der Vertragsarbeiter aus den „sozialistischen Bruderstaaten“ in der DDR. Doch wie meist taugt die Geschichte auch in diesem Fall nicht als Steinbruch für Entschuldigungen. Denn: Die DDR ist seit über einem Vierteljahrhundert Geschichte. Zum Vergleich: Hätte man es der Bundesrepublik von 1970 durchgehen lassen, wenn damals rassistisch-völkische Weltanschauungen einen so üppigen Nährboden gefunden hätten? Mit dem Argument, man habe halt im Nationalsozialismus nichts anderes gekannt.
      Wohl kaum. Selbstverständlich konnte die Welt damals erwarten, dass der Ungeist durch die Erfahrungen in der Demokratie in eine Randposition gedrängt wurde. Dass dies in den neuen Bundesländern nicht gelang, verweist auf Versäumnisse in der jüngeren Vergangenheit.«

      Quelle: https://www.landeszeitung.de/kommentar (Zugriff am 23. Februar 2016 um 16:07 Uhr)

    • Hallo Bernd-Thomas Herrman-hagen

      Die Wahrheit über das Verbrechen, die Abweichung, den Normbruch, über seine Ursachen und über die gesellschaftlichen Reaktionen darauf ist mitnichten so simpel, wie es Ihr nur vermeinlich „gesundes“ Volksempfinden offenbar dringlich ersehnt. Und gewiss nicht so einfach, wie es uns die Vereinfacher der schlichten Sorte – also derzeit AfD und Pegida – weismachen wollen, deren Schreihälse die Presse der „Lüge“ bezichtigen, weil sie über die (ausländische) Nationalität von (angeblichen) Tätern nicht genügend berichtet habe.

      Die meisten der armen Verschreckten, die das glauben, fürchten sich einfach vor der Zukunft und der Fremdheit der Welt und dem Untergang. Sie hätten ein paar Hundert Journalisten verdient, die sie verstehen und ernst nehmen. Wann, wenn nicht jetzt, wäre die Stunde des Erklärens, Aufklärens gekommen? Das muss auch gar nicht immer so sozialpädagogisch daherkommen: Redaktion besucht verwirrte Omi. Die Rollen und Positionen und Forderungen überschneiden sich halt. Die NS-Propaganda war ja nicht weniger erfolgreich, weil verwirrte Kriegerwitwen und verhetzte Mietdroschkenführer ihr Kreuzchen gegen „das System“ machten.

      Auf der anderen Seite, freilich, verehrte Rentner: Die Stunde der Abrechnung mit all Ihren Lebensenttäuschungen ist noch nicht deshalb gekommen, weil vor Ihnen an der Supermarkt-Kasse ein kohlpechrabenschwarzer Mann mit einer lila Mütze steht und französisch parliert. Sprechen Sie ihn an! Vielleicht antwortet er Ihnen auf Hessisch. Sollte er sich als kommunikativ unzugänglich erweisen, ist er wie Sie, also auch nicht wirklich schlecht.
      ____________________________________________

      Nehmen wir ein erstes Beispiel aus der Fülle dieser Tage: Dieselben Schreihälse, die aus lauter Liebe zur Wahrheit unbedingt über die Nationalität jedes Taschendiebs aufgeklärt werden möchten, halten es für eine Unverschämtheit, dass die „Qualitätspresse“ die Nase rümpfte über die „Vorbestraftheit“ des Pegida-Initiators Bachmann.

      Und zwar zu Recht: Die Vorstrafen dieses Menschen hatten mit seiner neu erträumten Rolle als Politiker vorerst (!) nichts zu tun. Ihre Erwähnung diente der Standard-Berichterstattung vielmehr allein zur Herabwürdigung und Ausgrenzung der Person. Es titelt die FAZ ja auch nicht: „Der vorbestrafte Bundeswirtschaftsminister Graf L.“; „der vorbestrafte Präsident des FCB“; „das wegen Blackouts schuldunfähige und daher nicht vorbestrafte Mitglied der Bundesregierung N. N.“

      Wie erbärmlich! Karl May aus Radebeul, großer sächsischer Fremdenfreund, war ebenfalls vorbestraft (Buchempfehlung: Jürgen Seul: Old Shatterhand vor Gericht, 2009, Karl May Verlag, 24.90 €). Er liebte Hadschi Halef Omar, den Islamisten ohne Familiennachzug, und war Pierre Brice, seinem Blutsbruder unter der Pferdedecke, offenkundig homoerotisch verbunden, was jeder weiß, der die Beschreibung der hirschkalbledernen Unterwäsche des Mescalero mit dem blauschwarzen Haar gelesen hat, und sprach ganz gewiss alle Sprachen des Wilden Kurdistan wie seine eigene. Jeden Tag aß er Döner oder Pilaw, sofern nicht unter dem Sattel gar gerittene Bärentatze auf der Tageskarte stand. Nach Sonnenuntergang schlich er, ein Walter Steinmeier auf Fingerspitzen, an Wladimir Putins Lagerfeuer, an welchem Baschar al-Assad und die saudische Prinzessin Angela lagen und den Verrat an den Menschenrechten sowie an Großdeutschland lautstark und in allen Einzelheiten planten. Und offenbarte alles, was er dort erlauschte, am nächsten Morgen der Weltpresse. Was könnte ein in Sachsen wohnhafter Flüchtling aus Pegidistan heute dagegen aufbieten?

      Soweit aber der vorgenannte Herr Bachmann sich zu Fragen der Gesetzestreue, des rechtsstaatlichen Durchgreifens und der Resozialisierung verurteilter Verbrecher äußerte oder zu äußern unternimmt, sollte man auf biografische Details durchaus noch einmal im Einzelnen zurückkommen. Es kommt halt darauf an, sagt der Jurist, und hat schon wieder recht.

      Bürgerinnen und Bürger von Pegidistan, so las man am 10. Februar in der Süddeutschen Zeitung, seien empört über die Kennzeichnung ihres Weltpolitikers als „vorbestraft“. Da schwingt eine zu Recht gespannte Saite der Gerechtigkeit. Genauso ist’s dann freilich mit den Herabwürdigungen und Diffamierungen, die – ähnlich Ihnen – der oben genannte Islamkenner auf Weltniveau gegen vermeintlich Fremde ausstößt.

      MfG, Tina Wirtz

    • Herr Thomas Herrman, den Diskurs und die von Ihnen gewünschte Wahrheitsfindung versuchen Sie doch in aller Regelmäßigkeit zu verhindern, indem Sie relativieren, indem Sie permanent andersdenkende versuchen zu Bündeln (meistens unter Antifa-Intelligenzbolzen…) und in die linke Ecke zu stellen, oder andere Meinungen als krank zu bezeichnen (in der Regel als rotgrünversifft) um gar nicht erst in einen Diskurs einzuschwenken . Ihre Ausführungen Menschen mit anderer Meinung als Trolle zu bezeichnen oder ihre Beschreibungen von Frau Merkel zeigen doch nur ihre permanente Stategie andere in Misskredit zu bringen, herabzusetzen, persönlich anzugreifen um letztendlich einer inhaltlichen Auseinandersetzung aus dem Wege zu gehen

      • @Bernd
        Das wäre nicht nur er. Nach neusten Umfragen denken rund 62% der Bürger so. Also eine richtige Massenmisskredition von rechten Geisteskranken, Ratten, Pöbel, Gesockse, Nazis.
        Unfassbar. Nach den Wohltaten am deutschen Volk, wie Hartz4 , GKV Erhöhungen einseitig für Arbeitnehmer, den Zahlungen an die EZB, an Griechenland, besser den Bankstern,usw.
        Das Eltern die Klassenräume ihrer Kinder selbst streichen, die Toiletten in Schulen von 1950 sind, überall gespart wird und kein Cent für die steuerzahlenden Bürger da ist, vor allem Arbeitnehmer im unteren Lohnbereich, die dann ihren Zahnersatz fast ganz alleine zahlen, die Brille komplett von ihrem Leiharbeitslohn (900€ netto bei StKl.1) , da dies vom Staat so verordnet wird, damit sich die Vorstände der Krankenkassen weiter die Taschen füllen können und es 250.000 Obdachlose in Deutschland gibt, über die man keinen Zeitungsartikel verfasst und die Menschen zu Recht langsam auf die Barrikaden gehen, weil sie selbst alles erwirtschaftet haben und nun seit Merkel, Gabriel, Schäuble ,Bartsch, Özdemir und Co. antideutsche und antiarbeitnehmerpolitik gemacht wird, ist Ihnen noch nicht aufgefallen?

        Hatten Sie erwartet, daß man weiter neue Iphones an Menschen verteilt, die aus rein wirtschaftlichen Gründen hier herkommen oder der Ideologie des Islam angehören, die zu Kriegen noch und nöcher geführt hat und ca. 50 Milliarden an Integrationskosten jährlich verursachen und die Bevölkerung, die Hartz4 kriegt und seit Jahren arbeitslos ist, was niemanden mehr interessiert seitens der Politik, obwohl man ihnen „blühende Landschaften“ versprochen hat, daneben steht und klatscht?

  4. @hh jenckel
    armseeliges geschmiere eines verzweifelten theoretikers ,der die andersdenkenden stigmatisieren will.

    • Mark-Stefan Tietze

      @ Thomas Herrman-hagen

      Sag mal, mein Kleiner, findest du es nicht auch schade, daß die gegenwärtige Lüneburger Gastrokritik immer noch so antiintellektuell an der Oberfläche klebt? In meinem nächsten Leben möchte ich gerne Gastrokritiker werden, allein um bloß mal folgendes schreiben zu können: »Dieses Gericht hat einen schlimmen, widerwärtigen, fast schon abstoßenden Geschmack, der aber durch die konzeptuellen Stärken mehr als aufgewogen wird.« Als Überschrift schwebt mir »Mind over Matter« vor. Was hältst du davon?

      • @Tietze

        Kennen Sie die Passage in der Loriot irrtümlicherweise Frau Kekse zu Frau Tietze sagt? Ich fand das lustig.

        Und was LG und den Rest Deutschlands betrifft, die paar Überfälle, Vergewaltigungen ,Schlägereien mit Gefahr für das Leben/Gesundheit der Opfer, die mutwilligen Zerstörungen von Eigentum und die zwei Morde an christlich orientierten Frauen durch den islamischen Ehemann ,sowie die Berlin, Köln und HH bekannten Erfahrungen , sowie die (ganz normalen) Schiessereien vor dem Gericht in LG , oder die Überfälle auf Frauen auf Spielplätzen in LG , haben Sie sicher nicht veranlasst, Ihr sinn-und faktenloses Gelaber zu überdenken?
        Dann können Sie nur ein lange etablierter Anhänger von Frau Roth, die das Grundgesetz selbst neu verfasst hat und Frau Merkel sein. Gratuliere! Weiter so, Sie schaffen das( Herr Kekse)!

    • TV-Moderator Armin Wolf:
      „Früher haben wir gehofft, dass Social Media die Welt besser machen könne, weil sie der Demokratisierung des Diskurses den Weg bereiten. Aber wie es aussieht, hat sich der Diskurs weniger demokratisiert als polarisiert.“

      • @hh jenckel

        Zitat:Aber wie es aussieht, hat sich der Diskurs weniger demokratisiert als polarisiert.“

        Dann tritt der Diskurs die Nachfolge der alternaivlosen Entscheidungen der Kanzlerin an.

  5. eine kleine medienschelte: was ich nicht weiß macht mich nicht heiß. da man aber gut mit katastrophen leben kann, wird gern darüber berichtet. stimmung entsteht durch stimmungsmache.
    schon erstaunlich, was hier für unterschiede gemacht werden. wirtschaftsflüchtling heißt übersetzt, er will nicht verhungern. kriegsflüchtling muss nicht übersetzt werden. demnächst klimaflüchtlinge heißt,nicht ertrinken ,oder verhungern. was wollen die menschenverächter an unseren grenzen stapeln? menschen? ein wirtschaftsflüchtling kann ein arzt sein, ein kriegsflüchtling ein verbrecher,ein klimaflüchtling alles. bei menschen unterschiede zu machen, wenn sie kommen, zeigt mir nur, wie beschränkt derjenige ist.
    hagen, kennen sie den fischerspruch aus dem deutschen bundestag? mit verlaub, sie sind ein arschloch?

  6. Sachsen ächzt unter Provo-Flüchtlingen

    Es ist kalt in Deutschland. Doch nicht nur in den Herzen der Menschen friert es, auch an der frischen Luft kann man sich derzeit leicht den Tod holen. Nirgends weiß man dies besser als in Sachsen. In Orten wie Clausnitz oder Bautzen, wo engagierte Bürger sonnenverwöhnte Südländer eindringlich vor der frostigen Stimmung im Land warnen. Weil sie die Kälte nicht mehr aushielten, zündeten beherzte Bautzener am Wochenende gar ein leerstehendes Hotel an, um sich ein paar Stunden gemeinsam für neue Wege bei der Verteilung temperamentvoller Reisegruppen zu erwärmen. In Clausnitz opferten zahlreiche Menschenfreunde ihre Freizeit, um die Polizei bei der gefährlichen Arbeit mit widerspenstigen Asylkindern zu unterstützen. „Wir haben es hier wirklich nicht leicht“, seufzt Streifenbeamter Julius Stramm* und schiebt die SA-Mütze ins Genick. „Auf der einen Seite möchten wir den Menschen hier zuhören, auf der anderen können wir sie wegen der weinenden Flüchtlingsbrut kaum verstehen. Und die hören einfach nicht auf, da kannste reinschlagen wie du willst!“ Hier vor der Asylunterkunft in Clausnitz haben sich die Szenen abgespielt, über die sich ganz Deutschland empört hat; hier haben Flüchtlinge aus dem Bus heraus den friedlich pöbelnden Mob durch vulgäre Gesten aufgestachelt, und damit die Polizei zum Einsatz von roher Gewalt zur Verhinderung von roher Gewalt genötigt. Heimleiter Thomas Hetze** versteht die Aufregung nicht: „Mein Bruder war mit ein paar Freunden vor Ort, um die Sache bei einem Bierchen näher in Augenschein zu nehmen. Jemand hatte ihm wohl einen heißen Tip gegeben. Daß die Ausländer sich gleich so unmöglich aufführen müssen, konnte ja niemand ahnen.“
    Man hat seine liebe Not mit dem fahrenden Volk, viele Sachsen sehen die Neuankömmlinge nicht nur positiv: „Vor 80 Jahren hätte man mit solchen Sandnegern kurzen Prozeß gemacht“, echauffiert sich KZ-Mechaniker Ernst Arschgesicht***. „Heute muß ein Pogrom zwei Wochen im Voraus bei der örtlichen Polizeidienststelle angemeldet werden, es sei denn, es entlädt sich spontan Volkszorn. Und dann helfen die Beamten noch nicht einmal richtig mit, sondern langen allenfalls halbherzig zu“, schäumt Arschgesicht. Sein Ressentiment gegen die Flüchtlinge ist nicht ganz unbegründet. Neben Gerüchten haben auch Horrormärchen und Hörensagen seine kritische Haltung geprägt, dazu kommen Vorurteile. „Fakt ist doch, daß die Araberaffen selbst Schuld sind, wenn wir ihnen eine mitgeben. Als Flüchtling muß ich mir darüber im klaren sein, daß meine Visage und meine alberne Sprache für jeden Einheimischen Provokation pur sind“, sächselt Arschgesicht. „Die was?“ fragen wir irritiert. „Die Spröööääääche!“ hyperventiliert Arschgesicht. Bei der Polizei teilt man Arschgesichts Einschätzung, sieht die Dinge jedoch nüchterner (1,2 Promille). Für deutsche Kultur und deutsche Bräuche habe man im Ausland einfach kein Gespür. „So viel Haß und Schadenfreude kann außer uns doch kein Mensch aufbringen, nicht mal die Kaffernkakerlaken“, bilanziert Stramm. Persönlich gefärbten Rassismus weist er von sich, für ihn zählen nur Befehle von ganz oben und harte Fakten aus der vergleichenden Kraniometrie. Doch auch engagierte Beamten wie Stramm wissen um die Probleme, die Flüchtlinge nun einmal sind, auch und gerade für Clausnitz und Bautzen und all die anderen Orte Sachsens: „Haben Sie sich mal umgesehen? Hier ist doch kein Fleck frei, alles voll mit Feldern, leerstehenden Gebäuden und extrem raumzehrendem Haß!“ Dieses Argument überzeugt schließlich auch uns. Es ist Zeit, Clausnitz zu verlassen. Die Galgen an der alten Eiche am Adolf-Hitler-Platz schwingen im Frostwind sacht hin und her, als wir auf den Februarbus warten. Fast so, als wollten Sie uns zum Abschied winken, lange winken, noch sehr lange winken…

    *Name ausgedacht, könnte aber echt sein
    **Name leider echt
    ***Name echt, könnte aber ausgedacht sein

    MlG, Dominik Bauer, Ganter, Flieger und Kotau

  7. Warum wird der Ton im Netz rauer, weshalb steigert sich die Hetze im Land?

    Es stehen Wahlen an! Nach längerer Zeit gibt es Wahlen und da wird es diesmal richtig spannend. Nicht nur für die Politiker, auch für die Wähler, die immer weniger zahlreich zur Wahl gehen. Denn auf sie kommt es normalerweise nicht an. Nur „auf den Kanzler kommt es an“, plakatierte früher die CDU. Und diese Bundeskanzlerin hat es verstanden: sie darf alles. Und sie macht es einfach ohne groß zu fragen. Oder überhaupt jemanden zu fragen. Diese Kanzlerin-Selbstherrlichkeit hat nun viele Leute auf die Barrikaden getrieben. Denn diesmal geht es nicht nur um Geld…

    Wenn Wahlen anstehen, dann wird der Wähler umgarnt, umschmeichelt oder mit Wahlgeschenken bestochen. Wahlen, das einzige kleine Machtmittel, das dem Bürger nicht verwehrt wurde.

    Warum wird der Ton im Netz rauer, weshalb steigert sich die Hetze im Land? Es stehen Wahlen an!
    Nach längerer Zeit gibt es Wahlen und es wird diesmal spannend. Nicht nur für die Politiker, auch für die Wähler, die immer weniger zahlreich wählen gehen. Denn auf sie kommt es normalerweise nicht an: nur „auf den Kanzler kommt es an“, plakatierte früher die CDU: Und diese Bundeskanzlerin hat es verstanden: sie darf fast alles und sie macht es einfach. Das gefällt nicht allen: Nach Meinungsumfragen folgt ihr eine Mehrheit der Bürger nicht mehr…

    Wenn Wahlen anstehen, dann wird der Wähler umgarnt, umschmeichelt oder mit Wahlgeschenken bestochen. Wahlen, das einzige kleine Machtmittel, das dem Bürger nicht verwehrt wurde.
    Und es wirkt: die eine ehemalige Volkspartei zittert sich abwärts und die Kanzlerin-Partei entwickelt gegenwärtig gehöriges Fracksausen.
    Warum? Wegen dem unerhörten Umstand, dass eine neue Partei sich erdreistet, 10 bis 17 Prozent der wunderschönen Pöstchen für sich zu erobern, auf welche die politische Klasse gemeint hatte, einen Gewohnheitsrechtsanspruch zu haben!

    • Stevning, warum sagen Sie alles zweimal? Sprung in der Schallplatte? Übrigens glaube ich nicht, dass der zunehmend grobe Ton, mit den Wahlen zu tun hat. Denn dieser Ton stößt sehr viele Wähler ab. Sie, die vielleicht nach einer anderen Perspektive suchen, ekeln sich vor Drohungen, Hassgesängen und kulturpessimistischem Krawall wie ihn AfD und Pegida anscheinend für angebracht halten. Ich denke, das Heer der Nichtwähler wird diesmal in der Mitte größer sein als jemals zuvor.

      Machen Sie den Test: Für einen kleinen Shitstorm wird schon das Zitieren des psychoanalytisch inspirierten US-Literaturwissenschaftlers Norman Holland genügen: „Verbale Fackelzüge im Internet gleichen dem Stinkefinger im Auto“, schreibt Holland. Viele Männer identifizierten sich mit ihren Computern und produzierten phallische Phantasien: „In dieser Pseudokörperlichkeit geraten Männer dann leicht in Meiner-ist-größer-als-deiner-Spiele.“

      • „Phallische Phantasien“ – hat man die immer noch ?? Opa erzählt aus dem Freudschen Nähkästlein…

        • Na sehen Sie, Stevning, unser kleiner Test funktioniert prima!

          Der erste hat sich die bereitgestellten Latschen schon übergestreift.

  8. Eine Horde tobt um einen Bus, in dem ein paar Menschen angekommen sind, die der Mob hier nicht haben will. Staatsvollzugsorgane schaffen die sichtlich verängstigten Neuankömmlinge aus dem Fahrzeug. Die Handgreiflichkeit ruft Unartikuliertes hervor, vielleicht Zustimmung, vielleicht bloßes Blöken Betrunkener. Aber auch eine Parole wird gebrüllt: „Wir sind das Volk, wir sind das Volk!“

    Was meinen die mit „Volk“? Einen Souverän, der sich staatlicher Gängelung erwehrt, offensichtlich nicht, denn man umstellt da kein Rathaus, keine Kaserne oder sonst eine Trutzburg der Macht, sondern ein ungeschütztes Fahrzeug und Leute in der Minderzahl. Auch eine Kulturgemeinschaft ist dieses „Volk“ nicht, das in Drohrotten gegen Fremde mobil macht: Hört und liest man, was diese Personen zu Anlässen wie dem geschilderten in Handymikrophone schreien und was sie in Netzforen oder Druckerzeugnissen so an Gründen für ihren Kampf gegen die als Invasionsarmee aufgefasste Zuwanderung vorbringen, dann ist das alles Mögliche, nur nicht deutsch, so brutal wird da durch Lexik, Syntax und Semantik (Drei Fremdwörter? Sofort ausweisen!) randaliert.

    Auch äußerlich dürfte dörflichen Großeltern die eigene zwölfmal im Gesicht gepiercte Enkelin, die den Tag im Internet vertrödelt, weil sie keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, fremder sein als der frömmste syrische Muslim, der am Bahnhof die Toilette hütet. Eine Trachten-, Sprach- und Feiertagsritualgemeinde ist das ominöse „Volk“ demnach ebenso wenig wie ein um Repräsentation in gesetzgebenden Versammlungen bemühtes politisches Subjekt. Was aber kann’s dann nur sein? Ein Schicksalszusammenhang des Blutes natürlich, gegliedert nicht in Berufe oder Frisurmoden, sondern Stämme, Clans.

    Bei den anderen, den Zugewanderten, macht sich das Ressentiment jetzt Gedanken über deren Tribalismus, der die hiesige Lebenswirklichkeit mit parallelgesellschaftlichen Spaltpilzen bedrohen soll: „Es geht um unsere Handys, unsere Brieftaschen, unsere Frauen, im Extremfall um unser Leben“, heißt es in einem Editorial der Zeitschrift „Compact“, und dass Frauen da nicht selbst „wir“ sind, sondern zu dem zählen, was „uns“ gehört (wie ein Handy oder das werte Leben), ist eine kleine Offenbarung, die nicht davon ablenken sollte, wie sich dasselbe Editorial den Plan der Stämme von auswärts vorstellt: „Migrantenbanden nutzen die Überlastung der Polizei durch Aufgaben bei der Terrorabwehr zur Ausdehnung der von ihnen kontrollierten No-go-Areas.“ Solche „No-go-Areas“ für alle, die unter ihre Feindbestimmung fallen, schaffen in der Wirklichkeit bekanntlich auch rechte Banden, etwa in Leipzig, wo Linksautonome, deren Alternativstämme, zusammengehalten von Gesinnung und Negativkonturen („gegen den Staat“, „gegen Deutschland“), neuerdings mit dem Eindringen rechter Rollkommandos in Räume konfrontiert werden, die sie für die ihren hielten.

    Dort und etwas weiter östlich gab es noch vor ein paar Jahren Staaten, die mit putzigen Wortkonstruktionen wie „Volksdemokratie“ den Umstand schmückten, dass ihr Verwaltungsideal das Verschwinden überkommener gesellschaftlicher Konflikte – auch tribaler – im Staat war. Seit dem Ende dieser Systeme spricht man von „failed states“, wo nicht das Gruppenegoistische im Staat verschwindet, sondern umgekehrt Staaten von Gruppenkämpfen (mit manch ausländischem Zuschuss) zermalmt werden.

    Man beobachtet also den Polizisten vor dem Mob und fragt sich, auf welcher von drei möglichen Alarmstufen man sich befindet: der niedrigsten, wo der Staat gegen die Stämme noch handlungsfähig ist, der zweiten, auf der er sie ihren Zank unter sich ausmachen lässt, oder der schlimmsten, auf der er Partei ergreift und das Bündnis von Mob und Elite baut, das die Geschichtsschreibung „Faschismus“ nennt? Die Leute, die da brüllen und toben, so sagt eine beliebte Verharmlosung ihres Treibens, leben halt in einer Welt, in der sie keinen planbaren Lebenslauf mehr vor sich wissen – Familie, Schule, Beruf sind Gezeitenkräften ausgesetzt, die internationale Banker oder Bürokraten in Brüssel freisetzen und lenken.

    Wenn der Mob aber gerade nicht Banker und Bürokraten angreift, sondern Wehrlose, ist das keine Erklärung, sondern eine Ausrede. Der Rückfall ins Stammesverhalten soll daher kommen, dass Menschen ihr abstraktes modernes Leben nicht ertragen? Ach was, als Fußgänger oder Hartz-IV-Empfänger zwischen hochabstrakten Verkehrsregeln, Schildern und Paragraphen manövrieren können sie auch. Man soll Menschen, die heute Stammesfehde spielen, nicht mal für halb so dumm halten, wie sie sich aufführen. Die Absicht ist einfach: Sie wollen möglichst später arbeits- und obdachlos werden als Fremde, am besten gar nicht, es soll die anderen treffen. Zu schwach für Solidarität, aber schlau genug, um sich gegen möglicherweise noch Schwächere zusammenzurotten. Soll man sich Stallwärme wünschen, wo die Ochsen gelernt haben, das Stroh anzuzünden?

    • »Man soll Menschen, die heute Stammesfehde spielen, nicht mal für halb so dumm halten, wie sie sich aufführen. Die Absicht ist einfach: Sie wollen möglichst später arbeits- und obdachlos werden als Fremde, am besten gar nicht, es soll die anderen treffen.«

      Dazu scheint mir erneut Joachim Zießlers auch heute wieder lesenswerter politischer Kommentar zu passen, der ebenfalls eine »Gefahr kommender Verteilungskämpfe« sieht, aber nicht wie offenbar Sie, Dietmar, den – fehlgeleiteten – revolutionären Energien der Betroffenen allein die Schuld für »in den Hartz-IV-Ghettos drohende Radikalisierungsgefahren« gibt, sondern meint, eine Mit-, wenn nicht Hauptverantwortung in »der wirtschaftlichen Entwicklung«, in »Fehlern —etwa beim Erb- und beim Steuerrecht« und in viel zu niedrigen »Regelsätzen« erkennen zu können.

      Hier Zießlers Text:

      »Im Westen nichts Neues: Der Ruhrpott bleibt das Armenhaus Deutschlands. In der Republik nichts Neues: Eine der reichsten Nationen der Welt leistet sich noch immer 15 Prozent Arme. Beim Trend kaum Neues: Erstmals sank das Risiko, zu verarmen — aber nur in homöopathischer Dosis. Dieser Armutsbericht ist ein Armutszeugnis für die Politik. Denn die Unfähigkeit, etwa im Ruhrgebiet die Verelendung jedes fünften Bürgers zu verhindern, ist aus zwei Gründen ein Alarmsignal: Erstens hat sich Armut von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt. Brummt die Konjunktur, nützt es der Schicht der Abgehängten nicht. Zweitens ist bei diesem Armutsbericht die Zuwanderung von Flüchtlingen noch nicht berücksichtigt worden. Ohne Gegensteuern häuft sich am Sockel der Gesellschaft sozialer Zündstoff an.
      Seit Jahren wachsen in Deutschland die Profite und sinken die Arbeitslosenzahlen. Dass Alleinerziehende, Arbeitslose und Rentner davon nichts haben, ist kein Schicksal, sondern Folge von Fehlern — etwa beim Erb- und beim Steuerrecht.
      Die Tafeln erleben schon, was der Gesellschaft noch droht: den Verteilungskampf zwischen Flüchtlingen und Armen. In den Hartz-IV-Ghettos droht Radikalisierungsgefahr, wenn dort auch nur der Eindruck entsteht, dass die Integration der Flüchtlinge auf ihre Kosten erfolgt. Eine Aufstockung der Regelsätze könnte dies verhindern.«

      Quelle: https://www.landeszeitung.de/kommentar (Zugriff am 24. Februar 2016 um 12:23 Uhr)

    • ochsen und kamele war mein thema. schmunzel wer stellt sich schon gern den wettbewerb? wer bestechen kann, tut es. siemens lässt grüßen. und wenn das mogeln reicht, wie in der autoindustrie , wird es dort auch gemacht. eigentlich sollte es dort nicht an intelligenz fehlen, tut es aber. gegen diese art von stallwärme wird bei uns leider viel zu wenig unternommen. somit wundert es mich nicht, wenn der dumme michel es ebenfalls tut.

  9. schon seltsam, warum haben menschen angst vor anderen menschen? ganz einfach, wenn ich denke wie ein rassist, glaube ich natürlich auch, der andere ist auch einer. im kern haben diese menschen doch nur angst vor sich selbst. sie befürchten, der andere ist genau so bescheuert, wie man selbst.

  10. Maximilian Koerber

    Hallo Stadtrat Pauly,

    was weiß denn einer der intelligenteren Vertreter des politischen Lüneburgs einer (vielleicht seiner) jüngeren Wähler- und Studierendenschaft über den heiklen Zusammenhang von Netzkommunikation, Stimmungsmache, Enthemmung und politischer Großwetterlage im Hinblick auf näher rückende Landtags-, Kommunal- und Bundestagswahlen zu sagen?

    • Hallo Stadtrat Pauly

      Keine Meinung? Keine Zeit? Oder keine Traute?

      MfG, Maxi Koerber

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Lieber Maxi Koerber.
        Ich kann verstehen das mein Freund Michèl in diesem Forum nicht zu jedem Beitrag was zu sagen hat. Mir geht es ähnlich. Diskussion bedeutet für mich den Austausch verschiedener Meinungen. In diesem Blog werden aber in der Mehrzahl von Bloggern feststehende Äußerungen gepostet, die keiner Reflektion mehr bedürfen. Ich habe keinen Bock zum Monologisieren. Die Diskussionskultur in diesem Blog (und sicher auch in vielen anderen, das liegt halt nicht an jj) ist unter aller Sau und deshalb habe ich mich auch verabschiedet. Sicherlich weis Michèl genauso wie ich mit seiner Zeit besseres anzufangen.

        • Lieber Herr Fahrenwaldt

          Ich danke Ihnen für Ihre Hinweise. Wie Sie sehen, sprechen Sie zwar für Herrn Pauly, aber Sie denken und schreiben nicht für ihn. Auch für mich bedeutet Diskussion „den Austausch von Meinungen“. Wenn diese sich nicht in allem gleichen, kann die Sache sogar fruchtbar werden. So teile zum Beispiel ich weder Ihre Ansicht, dass in „diesem Blog in der Mehrzahl feststehende Äußerungen gepostet werden, die keiner Reflektion mehr bedürfen“, noch bin ich mit Ihrem Richtspruch einverstanden, „die Diskussionskultur in diesem Blog ist unter aller Sau“. Nach meinem Dafürhalten ist (A) im Vergleich mit anderen Foren von Tageszeitungen die Qualität der allermeisten Wortmeldungen und Kommentare bei Blog.jj weit überdurchschnittlich hoch, werden (B) Äußerungen zwar mit großer Entschiedenheit, aber auch mit hoher Debattenbereitschaft vorgetragen. Fragen Sie Herrn Pauly oder Herrn Petroll, die immer wenigstens zwei oder drei (manchmal auch über fünfzig) gute Reaktionen zu verzeichnen hatten. Auch (C) dürften Sie sich nicht beklagen. Denn Sie standen, soweit ich das mitbekommen habe, immer im muntersten Austausch mit verschiedensten Foren-Temperamenten, haben (D) aber selbst mehr als einmal den Dialog einfach abgebrochen, wenn Ihnen das Argumentieren beschwerlich wurde.

          Was nun den Schimmelpilzbefall der unbelehrbaren Propagandisten von Vorurteilsbeton aus schuhkartongroßen Gedankenkäfigen anbelangt, damit muss ein liberales Forum wie das Jenckelsche eben klarkommen. Diese Woche haben wir bisher nur ca. 25 empörungsdampfende Häufchen einer einzigen Person, die unter 15 verschiedenen Namen schreibt, aber an jeder Einzelheit auf den ersten Blick leicht zu erkennen — und zu ignorieren — ist.

          • Ach, Herr Fahrenwaldt

            die gerade übersandte Antwort an Sie war natürlich auch von mir.

            LG, Maxi Koerber

    • Das Netz enthemmt. Das können wir in diesem Blog oftmals und in fast jede politische Richtung bemerken. Das ist prinzipiell auch nicht schlecht. Auch nicht gut. Es ist erst einmal nur ein Fakt. Dass es auch in Deutschland, ebenso wie im Rest Europas, Personen mit rassistischen Vorurteilen gab und gibt, war mir immer bewusst. Dies allerdings geäußert stieß in der Öffentlichkeit auf keine Akzeptanz und sogar Widerstand. Das ist eine der Erfolge von Antifaschistischen und Antirassistischen Gruppen. Es gab Jahrzehnte einen antifaschistischen Grundkonsens, dass Stigmatisierung von Menschen nach ihrer Herkunft, nach ihrer Religion, (teilweise auch nach dem Geschlecht, aber da gab es nie eine emanzipatorische Hegemonialität) oder äußerer Merkmale tabu waren und kritisiert wurden. Dieser Konsens reichte bis in bürgerliche Medien und Parteien hinein. Leider erleben wir ein Abrücken von diesem Konsens, z.B. durch Medien wie die FAZ, bekanntermaßen auch der BILD aber auch ein Abrücken von Parteien von diesem Konsens, allen voran der CSU aber auch leider Teilen der CDU (so auch in Lüneburg) und der SPD. Dies führt nicht dazu, dass diese Parteien, die sich vorgeblich auf die unterdrückte Meinungsseite schlagen, besser da stehen. Es führt dazu, dass originär rassistische Bewegungen ihre Akzeptanz bekommen und die entsprechend guten Umfragewerte. Das ist in Frankreich der FN, in den Niederlande war es Fortuyn oder jetzt Wilders, in Österreich die FPÖ und in Deutschland die AfD. Wer rassistischen oder ausländerfeindlichen Positionen bewusst oder unbewusst auf den Leim geht, verstärkt diese durch Akzeptanz noch. Man sammelt eben nicht jene Menschen ein, die Sorgen haben, sondern man steigert die Sorgen, erklärt die Position für vertretbar und verliert einen Wähler an die AfD.

      Es ist unsere aller Aufgabe als aufgeklärte Menschen keine Stigmatisierung und keinen Rassismus zuzulassen, ihm offensiv entgegenzutreten. Das mag an einem Wahlabend das Ergebnis vielleicht nicht optimieren, langfristig wird es aber progressive Tendenzen wieder stärken. Für die kommenden Landtags- und Kommunalwahlen mag es sein (sicher ist ja nichts), dass sich die rassistische Rest-AfD der Post-Lucke-Ära in die Räte hetzt. Aber ihre Positionen aufzunehmen würde sie langfristig noch stärker machen.

      Dass jetzt, teilweise organisiert und vor allem online, gehetzt wird, ist furchtbar. Es bietet aber auch die Chance diesen Meinungen selbstbewusst und im eigenen Namen entgegenzutreten. Zu erklären: Rassismus habe ich nie akzeptiert und tue es auch jetzt nicht.

      • Lieber Herr Stadtrat Pauly

        Bravo! Vielen Dank für Ihre mutige Klarstellung. Ich unterschreibe jedes Wort. Einzige Ausnahme: Die soziale Ächtung der Diskriminierung ganzer Menschengruppen aufgrund von (projizierten) phänotypischen Unterschieden nennen Sie „einen der Erfolge von antifaschistischen und antirassistischen Gruppen“. Das ist mir zu vage. Wer sollen diese „Gruppen“ denn bitte sein? Ich glaube dagegen, der „Grundkonsens, dass Stigmatisierung von Menschen nach ihrer Herkunft, nach ihrer Religion oder nach äußeren Merkmalen tabu waren und kritisiert wurden“, ist vor allem das Ergebnis einer jahrzehntelangen, in die Breite und Tiefe wirkenden Aufklärung in Elternhäusern, Schulen, Kirchen und anderen Bildungseinrichtungen (zu denen ich, wenn ich an die Auschwitzprozesse in Frankfurt, Lüneburg und Detmold denke, sogar Gerichte zähle), die durch medial vermittelte kulturelle Lernprozesse begleitet wurden. Wie schnell jedoch solche Selbstverständlichkeiten, die etwa im Grundgesetz oder in den 30 Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Worte gefasst sind, beiseite geschoben werden können, haben wir in Europa zuletzt während des blutigen Schlachtens der Jugoslawienkriege von 1991 bis 2001 fassungslos beobachten dürfen, als sich Leute unter religiösen oder ethnischen Vorwänden plötzlich gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben, die am Vortag noch als gesellige Nachbarn miteinander Bier trinken waren. Man hat bei solchen Erinnerungen Anlass, an die Warnung von Thomas Mann zu denken, der geschrieben hat: „Einmal mehr ward ich bei dieser Gelegenheit gewahr, wie gering mein Glaube ist an die übermäßige Echtheit menschlicher Empfindungen, aus welchen die Menschen zu handeln vorgeben. Nicht aus sich selbst handeln sie, sondern nach Maßgabe einer Situation, die ihnen ein bestimmtes, conventionelles Verhaltenscliché an die Hand gibt. Ist es Grausamkeit, wozu die Situation Erlaubnis gibt – desto besser. Unbedenklich und gründlich nutzen sie diese Erlaubnis aus, machen so ausgiebigen Gebrauch von ihr, dass man nicht zweifeln kann: Die meisten Menschen warten nur darauf, daß endlich einmal die Umstände ihnen Roheit und Grausamkeit freigeben und ihnen gestatten, nach Herzenslust brutal zu sein.“ Dass der aus diesen Zeilen sprechende Pessimismus zumindest auch seine Berechtigung hat, leuchtet sofort ein, wenn man sich an den 21. Juni 1998 erinnert, als es im nordfranzösischen Lens nach dem Spiel Deutschland gegen Jugoslawien bei der Fußball-Weltmeisterschaft zu Straßenschlachten zwischen randalierenden deutschen Hooligans und der Polizei kam. Der französische Gendarm Daniel Nivel erlitt damals beinahe tödliche Kopfverletzungen, fiel sechs Wochen ins Koma und ist seitdem schwerbehindert. Die Bilder und Videos der Prügelszenen gingen um die ganze Welt. Ja, viele Menschen, wahrscheinlich sogar die allermeisten handeln im Alltag „nach Maßgabe einer Situation, die ihnen ein bestimmtes, conventionelles Verhaltenscliché an die Hand gibt“. Man kann einfach nicht ständig alles bedenken, sondern ist auf „das Geländer“ von „conventionellen Verhaltensclichés“ von Übereinkünften und Routinen angewiesen. Und darum, Herr Pauly, gebe ich Ihnen uneingeschränkt Recht. Wer öffentlich die Standards und Schemata, den Konsens also und, wenn Sie so wollen, die „Automatismen“ der Humanität und des humanitären Handelns in Frage stellt, um mit Reverenzen vor grassierenden inhumanen Vorurteilen und Anspielungen auf dumme Ressentiments „politisch“ zu punkten und sei es auch nur ein ganz klein wenig, um Wähler vom „rechten Rand“ ins eigene Lager zu ziehen, der macht sich mitschuldig, die wachsende Gefahr der (bekanntlich nicht mehr nur verbalen) Enthemmung auf die Straße zu tragen und bösartig pauschalisierende und verhaltensrelevante Angst- und Vernichtungsphantasien zu begünstigen.

        MfG, Maxi Koerber

      • Sehr geehrter Stadtrat Pauly,

        vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Ich bin ganz damit einverstanden. Das sich Schreiben über elektronische Medien macht vieles einfacher. Man kann sich schneller austauschen. Aber es macht auch vieles problematischer, weil man weniger überlegt, was man schreibt, und emotionaler zu Werke geht. Eine größere Direktheit wird von geringerer Förmlichkeit begleitet und die Aussagen werden oft so formuliert, als würde man seinen Dialogpartner schon aus der Schulzeit kennen und ihm mal probeweise und so ganz im Vertrauen vorerst noch Unausgegorenes mitteilen. Daher dann die oft furchtbaren Zuspitzungen in alle Richtungen. Wenn man sie sich im Gespräch erlaubte, würde man sofort als unerzogener Rüpel gelten. Hat man dann noch das Gefühl, man kann unerkannt schimpfen und werden einem von außen immer wieder die gleichen Stichworte zugerufen, brechen oft alle Dämme und die Menschen erweisen sich als Unmenschen. Das ist schlimm. Es besorgt mich sehr. Denn manchmal schwappt das giftige Sticheln und Zischeln ins richtige Leben. Dann laufen rotgesichtige Eiferer los und zerstören Sachen und Menschenleben. Schrecklich.

        Darf ich mir noch eine Frage erlauben. Ich habe vorhin den langen Artikel in der LZ über das Tohuwabohu bei den Grünen gelesen. Sie auch? Was sagen Sie dazu?

        Mit freundlichen Grüßen

        Hermann Kules

      • Guter Kommentar, Michèl Pauly. Dank dafür.

      • Dass jetzt, teilweise organisiert und vor allem online, gehetzt wird, ist furchtbar. Es bietet aber auch die Chance diesen Meinungen selbstbewusst und im eigenen Namen entgegenzutreten.
        stimmt, aber. tja, ich kenne eben auch das aber, so wie die angeblichen nicht-nazis. wer geht schon gern in die öffentlichkeit mit eigenem namen und zeigt da flagge? es ist eine minderheit. ich halte persönlich nichts von anonymität, wenn es um meinung geht. nach der meinung kommt die tat. und wenn ein täter anonym ist, hat die gesellschaft wieder ein problem. ich halte nichts von kontrollen, die die privatsphäre betreffen, aber ich möchte schon wissen, mit wem ich es zu tun habe, wenn derjenige mir probleme bereitet. wer leserbriefe schreibt, muss auch aus der deckung kommen. und diese regelung finde ich gut.

      • Hallo Michèl Pauly, wenn man zurückschaut und sich erinnert, unter welch gewaltigem Druck (der katastrophischen Lebensverhältnisse und der polizeilich rigorosen Besatzungsmächte) das Zurückdrängen von rassistischen Vorurteilen bzw. Fremden- und Vertriebenenressentiments sich bei uns in den ersten zwanzig Jahren nach Kriegsende vollzogen hat (Gerhard Scharf weiß darüber einiges zu berichten), scheint mir fast, dass es überhaupt nur zwei wirklich aussichtsreiche Ansätze zur Ausrottung eines Vorurteils gibt: grundlegende Veränderungen der sozialen und politischen Ordnung oder individualtherapeutische Interventionen. Beides dürfte schwer zu meistern sein. Für den Gesellschaftsumsturz gibt es (noch) keine „Förderkulisse“ und in der Regel übersteigt er den „Rahmen der Möglichkeiten von Präventionsprogrammen“, die individuelle Therapie dagegen ist „extrem kostenintensiv“ – was man sich allein schon angesichts der Zahl von Leuten, die man auf die Couch legen müsste, leicht vorstellen kann.

        Die Vermutung, fremdenfeindliche Vorurteile hätten ihren Nährboden in einer bestimmten Gesellschaftsform und könnten nur mit ihr zusammen beseitigt werden, geht meines Wissens auf die berühmte Theorie vom „autoritären Charakter“ zurück, die Max Horkheimer und Theodor W. Adorno Mitte des vorigen Jahrhunderts in den USA entwickelt haben. Der autoritäre Charakter ist gleichzeitig autoritätshörig und autoritär, er gibt die Unterdrückung, die er erfahren hat, an andere weiter. Für die Anpassungsleistung, die er erbringen muss, rächt er sich an denen, die weniger angepasst, weniger anpassungsfähig oder anpassungsbereit sind: den Fremden, Außenseitern und Verlierern einer Gesellschaft. Im Kern ist es Selbsthass, der die hasserfüllten Vorurteile gegen andere produziert. Verlierer kämpfen gegen Verlierer, und so gelingt es einer ungerechten Gesellschaft, ihre Opfer zu Erfüllungsgehilfen zu machen.

        Gegen solche Mechanismen hülfe tatsächlich nur eine Revolution, glaubte etwa auch die Lüneburger Studentenbewegung von 1968, die anfangs ganz im Banne Horkheimers und Adornos stand, und an der PH in dem von Hermann Schweppenhäuser. Die drei Philosophen sahen den Ausweg allerdings viel praktischer. Er müsse an den Schulen beginnen, in denen Kinder ihre ersten bitteren Erfahrungen von Anpassung und Ausgrenzung machten. Vor allem ein Muster gelte es zu durchbrechen, in dem Adorno auch das Urmodell für den nationalsozialistischen Aufstieg sah: Die geistig unterlegenen, aber körperlich überlegenen Schüler, die der Unterricht zu Verlierern mache, errichteten als Schläger auf dem Schulhof eine zweite, inoffizielle Hierarchie, in der sie eine eigene Elite bildeten und sich an den intellektuellen „Strebern“ rächten. Wer wollte bestreiten, dass es diesen Schulhof-Faschismus noch heute gibt? Aber unheimlicher als die politischen Parallelen zur Vergangenheit ist die Dialektik von Öffentlichkeit und Nichtöffentlichkeit, die Adorno hier erhellt.

        Wenn die wahren Machtverhältnisse nicht öffentlich sind (wie auf dem Schulhof), dann werden Wahrheiten überhaupt als etwas gelten, was nur in der Nichtöffentlichkeit existiert. Vor den Lehrern kann man sie nicht ansprechen, von der Schulöffentlichkeit werden sie geleugnet. Das entspricht ziemlich genau dem Konzept, das auch in der Rede von der „Lügenpresse“ steckt, mit der AfD und Pegida hausieren gehen: Die Wahrheit ist nicht öffentlich, denn die Öffentlichkeit wird von Lügen beherrscht. Die hasserfüllten Vorurteile müssen das Licht der Öffentlichkeit nicht mehr scheuen, wenn die Öffentlichkeit selbst diskreditiert ist. Im Gegenteil – es wird zum Erkennungszeichen einer Wahrheit, dass sie in der Öffentlichkeit verfemt ist, es ist dann die berühmte „unbequeme Wahrheit“, vor der sich Politiker und Journalisten angeblich drücken.

        Die meisten Soziologen sind sich darin einig, dass die subkulturelle Netz- oder Nichtöffentlichkeit das Biotop ist, in dem diskriminierende Vorurteile am besten gedeihen. Gegenüber einer politisch korrekten Umwelt kann man sie verstecken, es tut Vorurteilen sogar gut, als unterdrückte und verfolgte Ansicht zu gelten. Sie gewinnen dabei einen Doppelcharakter, der auch ihre Vitalität verdoppelt: Sie richten sich einmal nach unten, gegen die Fremden, die sie verachten, und einmal nach oben, gegen die herrschende Klasse, die das Vorurteil zensiert. Der Ausländerfeind wird sich zu seinem Hass doppelt legitimiert fühlen, wenn er seinerseits als Opfer eines Vorurteils auftreten kann – des angeblichen Vorurteils, das vermeintlich die Mächtigen gegen ihn hegen.

      • Lieber Herr Stadtrat Michèl Pauly

        Manchmal ist es auch andersherum: erst enthemmt, dann im Netz.

        Ein als Clown verkleideter Mann hat die AfD-Politikerin Beatrix von Storch mit einer Torte beworfen. Bei einer nicht-öffentlichen Sitzung der Bundesprogrammkommission der Alternative für Deutschland in einem Hotel in Kassel betraten am Sonntag nach Angaben von Parteisprecher Christian Lüth zwei verkleidete Männer den Raum. Einer von ihnen sang „Happy Birthday“. Dann warf er eine Sahnetorte auf die beiden stellvertretenden AfD-Vorsitzenden von Storch und Albrecht Glaser. Der zweite Mann habe die Aktion gefilmt, hieß es. Kurze Zeit später tauchte eine Videoaufnahme der Attacke auf YouTube auf (https://www.youtube.com/watch?v=b5N2pexvvy8).

        Einige der 19 Teilnehmer der AfD-Veranstaltung stürzten sich sofort nach der Wurfattacke auf die Eindringlinge und riefen dann die Polizei. Von Storch, die von oben bis unten mit Torte bekleckert war, sagte: „Wer keine Argumente hat, der reißt Plakate ab, verbrennt Autos oder stört Versammlungen mit Torten“.

        Von Storch ist Mitglied des Europäischen Parlaments und AfD-Landesvorsitzende in Berlin. Sie war zuletzt – ebenso wie Parteichefin Frauke Petry – wegen ihrer Äußerungen über einen möglichen Einsatz von Schusswaffen gegen Flüchtlinge an den deutschen Grenzen in die Kritik geraten.

        • es gibt menschen ,die mit torten beworfen werden. und andere mit schuhen. beides bedeutet das gleiche. die es tun, denken sich tatsächlich vorher was dabei. bei den beworfenenen, habe ich da meistens meine zweifel. sachbeschädigung ist dummes zeug. übrigens, torte ist viel zu aufwendig, eier reichen völlig. menschenverächter mit eiern zu bewerfen ist doch akzeptabel , oder? die gehen doch sonst über leichen. oder stehen sie auf leichen? hier, warum man darauf stehen könnte.
          https://www.google.de/search?q=gr%C3%BCndungsdarlehen+junge+familien+kfw&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=QiXTVsmBM4G9ygPC0bWoCg

          • Gewalt sollte kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein

            Ist das ihr Demokratieverständnis Herr Bruns? Bei uns kann jeder sein Wort erheben, da braucht es keine Gewalt. Wer sich mit Eiern, Schuhen, Torten oder Farbbeuteln zu Wort meldet, steht sicher nicht auf der Demokratischen Seite und akzeptiert keine anderen Meinungen. Wenn man sich nicht mehr mit Worten auseinandersetzt ist der Griff zur Waffe nicht mehr weit. Die klammheimlichen und offensichtlichen Unterstützer solcher Aktionen sollten lieber das Hirn einschalten.

    • … Grunau, Schmidt, Apking, Adam, Amri, von Mansberg und Webersinn, die mich und andere schon, noch oder bald im Stadtrat vertreten.

      Was ist nun, kommt da von Ihnen auch mal was zu diesem Thema?

      Denn Sie wissen doch, das Gefährliche an Halbwahrheiten ist, dass immer die falsche Hälfte geglaubt wird. Und: eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht. (Spricht der Dichter — gegenüber der Lüner Mühle)

      LG, Ferdi Willers

  11. Woher der Hass kommt, ist vielleicht gar nicht die zentrale Frage. Vielleicht geht es eher darum, wer alles mitschuld daran ist, dass sich in Deutschland rechte Hetzer und Täter so erstaunlich sicher fühlen.
    ich finde diese frage sehr berechtigt.

    • @ Klaus Bruns

      Sie sind eindeutig , wie alle anderen Aussenstehenden, nicht in der Lage den Begriff Hass zu definieren und schon gar nicht in der Lage zu bestimmen, ob die von Ihnen vorurteilsmässig und blind Angeklagten und im vorwege Verurteilten , sowie mit Ihrem Schubladendenken der Nachkriegsgeneration behafteten Floskeln , festzustellen ob die Betreffenden überhaupt hassen.
      Meiner Ansicht nach, ist bei vielen ein nachvollziehbares negatives Gefühl oder Angst vorhanden, die natürlich ist, wenn man die aktuellen Meldungen hört und liest.
      Es steht Ihnen als Gartenzwerg-und Gartenabschottungsexperte nicht zu, Menschen zu verurteilen, zu beleidigen oder zu verunglimpfen, die nicht Ihrer Meinung sind.

      • Lieber Harald Korfner!
        Sie haben sich als LZ-Leser zum beliebten Thema »Verschluderung des Deutschen« geäußert, und zwar so: »Arme deutsche Sprache. Was muß sie sich noch alles gefallen lassen? Warum sie nicht hegen und pflegen und in ihrer Eigenart bewahren? Was hindert, der sprachpflegerischen Sensitivität der Grande Nation nachzueifern? Warum die ständigen Anleihen am anglo-romanischen Sprachgut? Kurz: Wen kann es kaltlassen, zu was (›Im Jahre 15 danach‹, LZ vom 15. Februar) statt wofür lesen zu müssen? Präposition + Relativum: Das ist italienischer, französischer, englischer Sprachgebrauch. Das Deutsch hat dafür adverbiale Fügungen wie wozu, wofür, worin« usw., — und Sie haben natürlich recht. Was sich die arme deutsche Sprache alles gefallen lassen muß! Dummdeutsch wie »Sensitivität«, falsche Periphrasen wie »Grande Nation«, die in Frankreich nie wer benutzen würde, Anleihen »am« Sprachgut, wo es »beim« heißen muß – das Deutsch, lieber Harald Korfner, hat dafür einen Spezialausdruck, und der heißt: Glashaus. Und das »Das« nach dem Doppelpunkt gehört natürlich auch klein geschrieben, wenn schon. Was sagen eigentlich Ihre Heger und Pfleger zu dem?

      • Harald Korfner
        glauben sie mir, ich kann spinner und hass gut auseinander halten. und da ich zum beispiel weiß, wie sie wirklich heißen, könnte ich ihnen zu ihrer privaten e-mail , auch noch eine antwort geben, tu es aber nicht. wie sagte ein professor: man kann sie nicht überzeugen. er hat recht. kann man auch gut an den stammtischen erkennen. manchmal hilft da auch nur der steigende alkoholspiegel um kurzfristig einer meinung zu sein. aber wehe, man wird wieder nüchtern. schon sind sie wieder am anfang.

  12. Den latenten, aber ängstlichen Nörgler gab es schon immer, also den Duckmäuser. Er stand immer unter Dampf, aber er hatte keinen Kanal, wo er angstfrei Dampf ablassen konnte. Das hat sich durch die Anonymität des Netzes geändert, da hat eine unheilvolle Sozialisation stattgefunden. Die Ergebnisse sind bekannt. LG

    • Herr Jenckel
      Das hat sich durch die Anonymität des Netzes geändert, da hat eine unheilvolle Sozialisation stattgefunden.
      dieses kann man leicht ändern. wann fangen sie damit an?

      • Klaus Bruns, in Freiheit und Verantwortung, nicht hinter Gitterstäben, Mauern und polizeilich kontrollierten Grenzbarrieren wollen wir uns austauschen, miteinander umgehen und voneinander lernen.

        Oder?

        • Karsten
          ich bin gern dabei und was machen wir mit denen, die üble stimmung verbreiten? sie wirkt auf die dauer wie werbung. ich sehe kein problem ,nicht anonym in das netz zu gehen. besonders nicht in foren, wo ja eh schon eine kontrolle vorhanden ist. wenn es hart auf hart kommt, sind die, die hier anonym abkotzen nicht mehr anonym. die es glauben zu sein, glauben zuviel.

    • @jenckel

      Zitat: „Er stand immer unter Dampf, aber er hatte keinen Kanal, wo er angstfrei Dampf ablassen konnte. Das hat sich durch die Anonymität des Netzes geändert“

      Das ist faktisch falsch. Die linke Jugend und die Anhänger der Antifa haben ihrem Hass auf Andersdenkende, die Polizei und Politik, schon immer freien Lauf gelassen und auf Anonymität gepfiffen.

      Man denke an die Zeit, die nach Brokdorf und mit dem militanten Linken, Grünen und Co., sowie der RAF begann, die staatsfeindlich agierten und heute sind es Menschen wie Frau Roth mit den Slogans, “ Deutschland verrecke und Deutschland du mieses Stück Schei***.
      In besonderem Maße gilt dies für die Linken, die nicht davor zurückschrecken am Todestag von Zehntausenden ihrer Landsleute und Zivilisten in Dresden 1945 , mit dem Slogan aufzutreten: „Bomber Harrys, do it again!“
      Vom Schlagen, Treten und Angreifen von Demonstranten und dem Anzünden von Polizeifahrzeugen samt Polizisten in FFM bei der Eröffnung der EZB, mit dem Slogan , ES SIND NUR ACAB-BU****, ganz zu schweigen.

      Was ist das anderes als Hass? Allerdings vom Staat und den Gewerkschaften ,wie Verdi, finanzierter Hass.
      Aber, das sind ja die „Guten“,gell?

      • Aber S I E, Herr Kasper, sind doch das beste Beispiel dafür, dass Herr Jenckel absolut recht hat. Ohne die Ihnen großzügig gewährte (vermeinliche) Anonymität des Internets würden Sie vielleicht immer noch Teiche am Bockelsberg fotografieren und hier nicht als „Bernd-Sigmar-Andreas-Thomas Herrman-hagen“ den feige und obsessiv monologisierenden Giftzwerg geben, der meint, weil eine Gruppe von Blödmännern herumläuft und Polizisten angreift und Autos in Brand steckt, dürfe eine andere Gruppe herumlaufen und Asylsuchende angreifen und Flüchtlingsunterkünfte anzünden. Ist denn für Sie eine verbrecherische Unmenschlichkeit gerechtfertigt, wenn Sie nur sogleich mit dem Finger auf eine andere zeigen können? Heißt das nicht, als digitaler Heckenschütze das Faustrecht und den Bürgerkrieg predigen? Ist das nicht ekelhaft? Wie kommen Sie eigentlich dazu, hier im Forum honorige Männer und Frauen inklusive Herrn Jenckel, die sich große Mühe geben, ihre Debattenbeiträge zu begründen, ohne Unterlass mit Schimpfwörtern zu adressieren und jeden, der nicht Ihrer hysterisch vorgetragenen Meinung ist, als imbezilen Ungebildeten hinzustellen? Und was wollen Sie? Glauben Sie tatsächlich irgendetwas von dem, was Sie hier posten, und vor allem WIE Sie es tun, könne Ihrer „Sache“, worin immer auch diese bestehen mag, nützen? Irrtum! Fauliger Mundgeruch ist alles, was einem aus Ihren Wortmeldungen entgegenwrast.

        • @Witt

          „Ohne die Ihnen großzügig gewährte (vermeinliche) Anonymität des Internets würden Sie vielleicht immer noch Teiche am Bockelsberg fotografieren ..“

          Das habe ich zwar nie, es wäre aber immer noch erheblich angenehmer, als die Toilette im Dönerladen zu säubern.

          Stören Sie Andersdenkende prinzipiell, oder nur hier im Forum?
          Gottseidank, gibt es die Meinungsfreiheit und die Mauer ist abgerissen. Und Gottseidank, haben hier Wirrköpfe nicht das Sagen. Ansonsten hätten wir den antifaschistischen Schutzwall wieder und die Gulags für alle, die ihre Meinung sagen!

        • @ Andreas

          Wer nichts Konstruktives beizutragen hat, beleidigt andere, zieht deren Meinung durch den Schmutz und entzieht ihnen die Legitimation durch das angebliche Widerwärtige, unmenschliche un Abzulehnende in den Aussagen ds politischen Gegners.
          Übrigens, derjenige ,der so etwas wie Sie schreibt, eher daherschmiert, kann kein Demokrat sein. Denn dazu gehört fundamental der Respekt und die Anerkennung der Meinung anderer und die klare Meinung und andere Sichtweisen zu akzeptieren.

          Der antifaschistische Schutzwall ist gefallen, Andreas.Schon gehört?

      • Andreas
        wer den letzten schuss nicht gehört hat, stirbt trotzdem. zitate aus dem zusammenhang gerissen, sind meistens albern. wer angst hat, das braune gesocks könnte wieder überhand nehmen, neigt hin und wieder auch mal gern zu übertreibungen. deutschhasser sind da nicht dabei. ganz im gegenteil. sie wollen eben nur nicht, dass ihnen wieder von den braunen und den biedermännern,ihre freiheit weggenommen wird. gewerkschaften als deutschhasser zu sehen, zeigt mir nur, wie braun und taub sie wirklich sind.

        • @Bruns

          Deutschlands Promis sind eben schlau: Die wohnen nämlich nicht in Deutschland und benötigen kein Pfefferspray in ihren noblen Wohngegenden.

        • Oh, Sie sind der einzig Intelligente , der die wahren Zusammenhänge versteht.Wow.
          Was soll Deutschland bloss ohne Sie machen, wenn Sie den Planeten eines Tages verlassen?

      • Berthold Weinrich

        Andreas, du Pfeife, du hast schon wieder nicht genau hingeschaut, bevor du dich ausgekotzt und auf den Antworten-Button geklickt hast. Hier war nicht von „der linken Jugend und den Anhängern der Antifa“ die Rede, die, wie du selbst schreibst, „schon immer auf Anonymität gepfiffen“ haben, sondern es ging um Leute wie dich, um dauerentrüstete, „aber ängstliche Nörgler“, um dich, Andreas, „also den Duckmäuser“, der – wie du – „immer unter Dampf“ stand und steht, „aber keinen Kanal hatte, wo er angstfrei Dampf ablassen konnte“. Angstfrei meinst du deine persönlichen Angriffe, deine Beleidigungen und deinen ungaren Agitprop-Schwachsinn bei LZ-Online aber nur deshalb wieder und wieder abladen zu dürfen, weil du, wie du wähnst, eben nicht „auf deine Anonymität zu pfeifen“ und mit deinem Namen für deinen übel müffelnden Quark einzustehen brauchst. Früher, also vor weniger als fünfzehn Jahren, also vor der großflächigen Einführung der interaktiven Netzplattformen waren bösartige Schwächlinge wie du noch auf das eigenhändige Beschriften, Bemalen und Bekleben ihrer anonymen Hass-Postkarten und Droh-Briefe angewiesen, die manchmal belacht, meist jedoch ungelesen in die Papierkörbe der Redaktions- bzw. Amtsstuben wanderten, doch heute haben selbst ewig lamentierende Jammerexistenzen und Dreck schleudernde Miesepeterjunkies wie du, Andreas, ihre digitale Sozialisation längst hinter sich und wissen, dass die Möglichkeiten des Instant Messaging ihnen erlauben, ihren Müll wahllos und online nahezu verzögerungsfrei in alle nahen und fernen Nachbargärten zu kippen.

        • Herr Jenckel, ist das Beleidigen und Herabsetzen anderer Forumsteilnehmer jetzt offiziell erlaubt oder muss man noch etwas beachten? Wann dürfen hier andere angepöbelt werden?

        • Es geht nicht nur darum, dass alle dumm sind – das denke ich nicht und habe ich auch gar nicht geschrieben. Sondern es geht darum, dass eine spezielle Form von radikaler Vereinfachung besonders auf offene Ohren stößt bei Leuten, die Vernunftgründen gegenüber nicht aufgeschlossen sind. Weil sie es nicht sein wollen — oder nicht sein können und auf wahnsinnig dämliche Weise andere Lebensentwürfe geringschätzen.

          Man kann soziale Medien als Soziotop betrachten. Soziotope können (wie Ihre Teiche am Bockelsberg) umkippen — durch übersäuernde Netzwerkeffekte. Wenn man weiß, man geht ins Netz und dann kommen wieder irgendwelche Pöbler, macht das etwas mit einem. Und es kann das tatsächlich sein, dass so viel hasserfüllte Kommunikation stattfindet, dass sie sich selbst verstärkt und es am Ende ein großes Geschrei ist. Dagegen wollte ich angehen und darum bitten, dass auch diejenigen, die „Arschgesicht“ nicht für eine normale Anspracheform halten, sich häufiger im Netz äußern. Ob das jetzt Wirkung erzielt hat? Tendenziell nein, aber psychohygienisch als Wutausbruch hat es für mich selbst großartig funktioniert.

          Die leicht apokalyptische Herangehensweise — und das habe ich mir von Bundeskasper abgeschaut — ist eine sehr viel aktivierendere als eine positive Botschaft. Natürlich darf man nicht übertreiben. Aber wir stehen vor einem massiven Problem: Wir sehen eine direkte Verknüpfung zwischen rassistischer Hetze in den sozialen Medien und dem dramatischen Anstieg von Anschlägen auf Flüchtlingsheime und Flüchtlinge. Dann nicht zu sagen „Das kriegen wir in den Griff“, sondern „Da kommt etwas auf uns zu, das ist groß und böse und hat das Potenzial, die Gesellschaft massiv zu schädigen und einzelne Menschen ihres Lebens zu berauben“, halte ich für legitim.

          LG, Burckhard Witt

  13. Das Land wird gerade von der Politik verändert nicht von den Kritikern

    An diesem Kommentar ist mal wieder schön abzulesen woran es in dieser Demokratie krankt. Wenn man sich schon nicht über die derzeitigen Herausforderungen und Risiken der Politik und ihrer Auswirkungen auf die Zukunft unseres Landes unterhalten möchte, redet man halt von KZ, Führer, Kaiser, einer bevorstehenden Machtübernahme, garniert das noch mit Wörtern wie Kotzen usw. denunziert andere Menschen als Nazis, packt noch ein wenig Schiessbefehl und AfD rein und schwups braucht man sich inhaltlich nicht mehr Auseinandersetzen oder gar über Lösungen der Probleme die die derzeitige Politik unseren Land aufbürdet und die es zerstören wird Nachdenken. Weiter so, alles in Butter.

  14. unsere politik zeigt mal wieder wie arm sie ist. sie ist geistig arm. nicht der mensch spielt dort die hauptrolle, sondern das geld. selbst ein nazi ist solange zufrieden,solange es ihm gut geht. solange lässt er sich auch nicht so leicht verführen. wer satt ist, hat auch kein hunger. erst kommt das essen,dann die moral.

    • @ Klaus Bruns

      Sind Sie es wirklich? DER Klaus Bruns aus Reppenstedt? Der echte, der berühmte? Der, der sich selbst immer als „Zahlenmensch, als Analytiker mit Herz für die normalen Leute“ bezeichnet?

      „selbst ein nazi ist solange zufrieden, solange es ihm gut geht.“? Hatten Sie einen Cognac nach dem Mittagessen? „Geld allein macht nicht unglücklich“, hat meine Oma Suse immer gesagt. Was halten Sie davon?

      Ich dachte, Sie hätten das Kommentieren bei der LZ aufgegeben, um eine Erfolgslaufbahn in der FDP von Gellersen einzuschlagen und um endlich die 41-jährige Anikó Hauch aus dem Posten der großen Vorsitzenden zu drücken? Das hatte ich so von Stevning mitbekommen.

      Oder sind Sie einer der zahlreichen gefakten „Klaus Bruns“, die irgendwie versuchen, hier vom Nachruhm ihres berühmten Vorgängers zu profitieren?

      Bevor ich Ihnen auf Ihren Post oben antworte, möchte ich Sie bitten, in dieser Frage eindeutige Klarheit zu schaffen.

      Ich will nämlich auch nicht unbedingt in irgend so einem von Karlheinz Fahrenwaldt aufgezogenen Kasperltheaterdingens mitmachen müssen.

      • Sind Sie es wirklich? DER Klaus Bruns aus Reppenstedt?
        ihre frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. ich stelle mich gern in frage, bekomme aber selten antworten, mit denen ich was anfangen könnte. irgendwie doof, um so besser man informiert ist, um so mehr fragen stellen sich. ist ja wie in der wissenschaft. wie soll man da zu entschlüssen kommen? ob die leuphana-combo da helfen könnte?

  15. @Gesine

    „Ihr seid keine böse Menschen, Ihr seid Menschen, denen man Angst macht.
    Was ist Angst:

    ANGST …

    Ein normales Gefühl wie Wut, Trauer, Freude
    Tritt auf in real gefährlichen Situationen oder in Situationen, die als gefährlich, bedrohlich oder unkontrollierbar eingeschätzt werden
    Ist ein natürliches und im Organismus biologisch festgelegtes Gefühl und daher nicht gefährlich
    Gehört zur normalen Entwicklung, z. B. das Fremdeln bei Kleinkindern und tritt auch bei vielen Tieren
    Angst äußert sich unterschiedlich! Angstreaktionen sind individuell verschieden und abhängig von der Situation, z. B.: ängstliche Anspannung vor Prüfungen; ängstliche Irritationen bei unbekannten Geräuschen in der Nacht.
    Es gibt andauernde ängstliche Stimmungen oder Sorgen.
    Es gibt plötzlich auftretende starke Angstgefühle.
    Körperliche Reaktionen von Angst können sein: Herzrasen, Zittern, Beklemmungen,..
    Angst hat verschiedene Gründe.

    Schlagen Sie die Prsse auf und Sie wissen warum man Angst haben MUSS. Um die zukunft, seine Kinder, usw.
    Rotherham, Malmö und Paris lassen grüssen!

  16. Wolfgang Hartwich

    Hallo Otto,

    erinnern Sie sich noch an den sagenhaften Abwehrspieler Valentin Witt vom BV Cloppenburg (ehemals VfL Osnabrück) in der Regionalliga Nord? (https://www.fupa.net/spieler/valentin-witt-371320.html)

    Der hat Lüneburg und den Lüneburgern jetzt, auch um Verwaltung und Stadtrat Am Markt 1 nachträglich an den 65. Geburtstag von LZ-Chefkommentator Klaus Bruns zu erinnern, unter dem Titel „Sachsen zur Apologie“ eine Art gereimter Ehrenrettung des Freistaates im Osten der Bundesrepublik Deutschland geschenkt. Die geht so:

    O Sachsen, Perle der Natur!
    Du Land von Quirl und Neiße!
    Welch bitter Unrecht tut man nur
    dir wegen Faschoscheiße

    von ein paar Ochsen. Doch man glaubt,
    daß jeder dieser Stiere
    mit seinem Haß im dummen Haupt
    dich ganz repräsentiere.

    So ist das schöne Sachsen nicht,
    hier lebt Kultur und Fortschritt!
    Die Hightech-Uhr wie das Gedicht
    sind beide ein Exporthit.

    Das Land frisch auf und unverzagt
    soll blühen und soll wachsen!
    Es hat nur ein, Gott sei’s geklagt,
    Problem am Arsch: die Sachsen.

    Übrigens freut sich der BVC am Samstag, den 2. April auf einen geselligen Abend unter Freunden und lädt selbige, Sie, seine Mitglieder, Klaus Bruns und andere Förderer wieder herzlichst in den Dorfkrug (Museumsdorf) ein, um einen schönen unterhaltsamen Abend in festlicher Atmosphäre zu verbringen.

    Beginn der Veranstaltung ist um 19.00 Uhr und der All Iclusive Eintrittspreis beträgt 35 Euro pro Person. Kartenbestellungen sind über die Geschäftsstelle (04471/86138) möglich.
    (http://www.bvcloppenburg.de/meldung_detail.php?page=&key=te_ID&id=197&tab=termine&page=&PHPSESSID=7d9aa9b0832621b2f3b0f7d536e3b9d3)

    • Wolfgang Hartwich
      gelungen. nehmen sie auch dafür ein scheck? in bar darf ich leider die angedachte summe ja nicht mehr bezahlen.

    • Wolfgang
      kennen sie karl? ich befürchte sie kennen nur liesl. wann war nochmal der valentinstag? ich muss mal meine frau fragen, die klagt eh immer, sie kriegt zu wenig blumen. ich habe mal darauf hingewiesen, auf dem friedhof, wo viel geld gemacht wird, haben floristen, hallo herr jenckel, viele aufträge zu erledigen. nur, sehen die toten noch was?

  17. Hans-Herbert Jenckel
    Man muss ja auch mal zeigen, dass der Blog-Beitrag keine graue Theorie ist. Auf einige Floristen ist da immer Verlass . LG
    schmunzel, stimmt. hin und wieder macht es auch spaß, besonders, wenn man weß wie es geht.
    Bernd
    man muss dabei selbstverständlich etwas beachten. es gibt grenzen. sehen sie sich den bundeskater mal an. er möchte frauen aufpumpen. ich nehme aber an, er wird nicht mal das ventil dafür finden. schmunzel.

    • Verblühtes Glück?

      Hallo Herr Bruns, das wird jetzt aber unappetitlich und hat nichts mehr mit dem Thema zu tun.

      Was haben Sie gegen Floristen? Hing nicht östlich von Ihnen im Fenster der „Servicegärtnerei Casa Creativa“ jahrelang dieses üppig bunt ornamentierte Plakat, auf dem zu lesen war: „Das schönste am Blümchensex ist der florale Orgasmus“ ?

      Hermann Kules

    • Ist Ihnen schon aufgefallen, dass niemand außer Ihnen selbst über Ihre Merkwürdigkeiten schmunzelt ?

    • @ Jenckel
      Ich hoffe , sie finden Ihre Hauspantoffel und später Ihr Büro am frühen Morgen. *schmunzel*

  18. Zu Ihrem Thema, Herr Jenckel: Die Meinungen, die in sozialen Medien geäußert werden, sind praktisch nie reflektiert. Hier bei Ihnen ist das aber manchmal anders. Zum Beispiel Lena Bergmann, Tina Wirtz und Markus Linden? Da zieh ich den Hut. Hab ich so bisher noch nicht erlebt. Meistens hat man vielmehr Gefühlsäußerungen, die aus dem Bauch heraus, ohne Umweg über das Großhirn, in die Tastatur gehackt werden. Eine Radikalisierung findet hierdurch nicht statt, denn dadurch, dass keine Argumente ausgetauscht werden, wird auch niemand von irgend etwas überzeugt. Eigentlich bleibt jeder bei der Meinung, die er vorher hatte. Man sollte die Sozialen Medien deshalb nicht überbewerten. Viel wichtiger finde ich die Frage: Wo ist das Medium, in dem man Argumente austauschen kann, ohne von Trollen zugespamt zu werden? Wenn man sich z.B. das Gästebuch von „Anne Will“ durchliest, stellt man fest, dass dieses von vier Gestalten dominiert wird, die teilweise im Minutentakt andere Kommentatoren anpöbeln. Ich habe mich dort schnell wieder verabschiedet. Diskutieren kann ich eigentlich nur außerhalb der Medien, am besten mit Menschen, die mich und meine Grundeinstellungen schon länger kennen. Da kann ich auch kritische Gedanken vorbringen, ohne gleich in irgendeine Ecke gedrängt zu werden.

    • Brutalität der Politik

      Die äußerst Brutale und Unnachgiebige Haltung der Politik ihrer eigenen Bevölkerung gegenüber erzeugt ganz automatisch Hass und Gewalt. Wenn die Obrigkeit sich entscheidet mal eben das Land durch Zuwanderung von Menschen aus Ländern mit Gewalt- und Clangesellschaften unumkehrbar zu verändern und dazu noch einer Religion vortrieb geleistet wird, die im Kern unsere Werte und Kultur ablehnt, bis hin zum direktem Kampf und Terror und Protagonisten wie Göhring Eckardt rufen Deutschland wird sich massiv verändern und darauf freue Sie sich, bekommt man schon das Gefühl im falschen Film zu sein. Wenn das einzig verbindende Element der Gesellschaft dann noch das Grundgesetz sein soll, dem offensichtlich Flächendeckend nur noch mit erheblich steigenden Aufwand zur Geltung verholfen werden kann, braucht man sich auch nicht wundern. Wenn die Menschen dann von ihrem Recht Gebrauch machen und friedlich Demonstrieren gehen oder eine politische Partei gründen, um sich dieser zum scheitern verurteilten Plitik entgegen zu stellen, dann noch diffamiert und in die Ecke gedrängt werden, braucht sich keiner mehr über Hass und Gewalt wundern.

      • Hendrik Bannfeld

        Wenn Sie die richtigen Informationen und Formulierungen dazu gelesen hätten und nicht die weit verbreitete Propaganda dazu und dann das schreiben,was in Ihren Kommentar steht, können Sie nicht sehr schlau sein.

      • @ Andreas

        Zitat: Leute wie sie wollen die Wirklichkeit nicht erkennen … und wer da nun wirklich glaubt , mit den neuen Alternativen wird es anders , der wird wohl bald erfahren , daß er sich auch da wieder täuscht.

        Fragwürdige Schlussfolgerung von Ihnen lautet also: Die regierenden Parteien ahben nur Mist gemacht ud das land destabilisiert und eine neue Partei, die klar gegensteuert, muss es zwangsläufig früher oder später genauso machen???*schmunzel*

        Wenn man es nicht ausprobiert,wird man es nicht erfahren. Es kann nur besser werden. Ich bin lange Zeit Wähler der etablierten Parteien gewesen und fühle mich in den letzten 10 Jahren NIRGENDS mehr gehört. Themen wie Rettungspaket für Banken, Flüchtlinge, Zuwanderung,Renten ,Hartz4, usw. sind für mich und andere zur Katastrophe mutiert, aber nicht mehr zu diskussionswürdigen Themen, da man als „dumm ,unwissend, rechts, radikal, EU- Hasser ,Eurohasser, Ausländerfeind, braunes Gesockse“, seitens der Diktatoren( ! ) aus Berlin und Brüssel gebrandmarkt wird.

        Ich kann mich noch gut an das Jahr 2013 erinnern,indem ein Herr Lucke seine Meinung zu den planl-und wirkungslosen Rettungsschirmen und unkontrollierter Zuwanderung äusserte. Man hat ihn geradezu in der Luft zerrissen.

        Heute weiss ich, daß der Mann Sachverstand hatte und die etablierten Politiker bezahlte Lobbyisten und Versager sind, denn die unkontrollierte Zuwanderung nicht Asylfähiger ist da und Griechenland benötigt offensichtlich das 4.(!) Rettungspaket im Sommer 2016, nachdem man die Zwangsmassnahmen der EU umgesetzt hat.
        Von anderen Themen ganz zu schweigen!

        Und da redet einer wie Sie von „ungebildet!“
        Übriges gibt es wohl in der AfD doppelt so viele richtige Doktoren und Professoren und ebensoviele in der Wählergemeinschaft wie in den abgehalfterten Parteien, falsche!

  19. Ich glaube nicht, dass wir den Tiefpunkt bereits erreicht haben! Es ist leider grauenvoll, was sich auf Facebook & Co. bisweilen abspielt. Aber Radikalisierung hat es schon immer gegeben – es dauerte im Einzelfall nur etwas länger und sie lief anonymer ab. So anonym das WWW auch scheint, so öffentlich ist es letztlich doch. Ich denke, das Problem ist schlicht die einfache und trendige Möglichkeit, die jetzt jedermann hat und nutzt, mitzureden und Meinungen und auch Provokationen kund zu tun. Mit einmal hören wir eben auch die Stimmen, die wir früher nicht hörten, nicht hören wollten und nicht hören mussten.

    Aber ehrlich, ich glaube nicht, dass es mehr dumme oder arrogante oder überhebliche oder schräge oder kriminelle Menschen gibt. Und auch nicht mehr schwache oder wankelmütige. Nur dass genau diese „suchenden“ Menschen tatsächlich schneller „Opfer“ von Radikalisierung und Gehirnwäsche werden können. Es ist so wunderbar einfach sich als Mensch mit wenig Selbstvertrauen im Internet zu verstecken, aber leider auch genauso einfach von „maskierten Radikalisierern“ gefunden und „überzeugt“ zu werden. Denn auch das Radikalisieren ist sooo einfach geworden. Internet pimpt eben jedermanns Ego, positiv wie negativ.

    Martina Ebbe

    • Martina
      Ich glaube nicht, dass wir den Tiefpunkt bereits erreicht haben!
      da glauben wir das gleiche. die frage ist dann aber auch, wie kann man es ändern, oder verhindern? die menschen sind so, wie sie sind und man sollte es auch so akzeptieren. wenn eine dumpfbacke sich in seinen kreisen bewegt, ist es für die allgemeinheit nicht gefährlich. wehe, er will da ausbrechen. und genau dafür brauchen wir schranken. die schweiz hat gerade entschieden, bei uns zögern immer noch, die überheblichen politiker, dem volk mehr macht zurückzugeben. die schwarmintelligenz wird unterschätzt und die eigene intelligenz überbewertet. der einzelne wird schnell verführt. wer einer partei die macht überlässt, muss sich nicht wundern, wenn sie missbraucht wird. nsdap , sed,usw. nordkorea wird hier gern von den dumpfbacken als beispiel genannt, vergessen aber regelmäßig ihre eigene klientel dabei.

      • Herr Bruns, mir fällt es schwer, darüber zu urteilen, wie weit es mit der Schwarmintelligenz her ist, von der so viele schwärmen. Auf sie berufen sich nicht nur die «sozialen Medien», die von wenigen Großkonzernen beherrscht sind und ihr Geld durch Reklame und durch den Verkauf ihrer Nutzerdaten verdienen. Doch vom Potenzial des Netzes leben nicht sie allein. Dort florieren auch die zahllosen Foren, NGO, Oppositions-, Selbsthilfe- und Selbstverteidigungsgruppen, die sich überall gebildet haben, wo die Zensur nicht durchgreift. Diese Plattformen müssen sich in einem markt- und gewinnfixierten Umfeld behaupten. Deshalb finanzieren sie sich nicht an den Kapitalmärkten, sondern durch Spenden.

        Das eindrucksvollste und erfolgreichste Beispiel dafür ist das Projekt der Wikipedia. Diese nichtkommerzielle, werbefreie Enzyklopädie wird von unentgeltlich arbeitenden Autoren in fast dreihundert Sprachen verfasst und übertrifft durch ihren Umfang und ihre Reichweite alle anderen Nachschlagewerke. Zugleich toben sich im Internet Schwärme von Fanatikern, Denunzianten, Paranoikern, Hasspredigern und Kriminellen aller Art aus. Das legt die Hypothese nahe, dass die berühmte Schwarmintelligenz samt ihren Usancen die Geistesverfassung des Menschengeschlechts ziemlich exakt widerspiegelt. Sie vertritt den Mob ebenso wie die Helden des Alltags und kennt in diesem Sinn keine Grenzen.

        Doch steigt mit den anwachsenden Schwärmen auch die Intensität der Überwachung durch die Geheimdienste, deren Mitarbeiter sich jeder Kontrolle entziehen. Auch die Zahl der Verbote und der Sperren nimmt zu. Ein eher harmloses Indiz dafür sind die Barrikaden, die Kommunikationsunternehmen wie die Post, die Telefonkonzerne und die Reklame- und Datenkraken Google, Facebook und Apple errichten, um jede Kommunikation mit ihren «Endkunden» zu unterbinden. Ihr Ziel ist die Unerreichbarkeit. Sogenannte Hotlines dienen ihnen als Stacheldraht. Die Warteschleifen als „Todesstreifen“.

        Nicht nur unverschämt, sondern bedrohlich sind ganz andere Formen der Schwarmabwehr, bei denen es um Leben und Tod geht. Elizabeth Vallet, eine Beobachterin aus Montreal, hat anno 2014 eine Untersuchung über Borders, Fences and Walls veröffentlicht. Sie konnte beweisen, dass die Zahl der Mauern seit dem berühmten Fall des Berliner Bauwerks nicht etwa ab-, sondern überall zugenommen hat. Die Konjunktur der Verbarrikadierung wurde durch das Ende des Kalten Krieges nicht gedämpft, sondern stimuliert. Zwischen 1989 und 2014 sind mindestens 6000 Kilometer Neubauten dieser Art entstanden, in den USA an der mexikanischen Grenze, aber auch in Israel, Indien und Spanien. Saudiarabien plant angeblich einen Wall von 1000 Kilometern Länge, um sich von Jemen zu isolieren, Tunesien eine Befestigung gegen das libysche Chaos; Estland wünscht seine Ostgrenze mit einem langen Zaun zu sichern; Thailand möchte radikale malaysische Muslime aussperren; Indien hat vor, zur Verteidigung gegen Pakistan eine Linie von bis zu 2900 Kilometern Länge zu befestigen.

        Auch die europäischen Regierungen versuchen angesichts der rasant zunehmenden Völkerwanderung mit allen möglichen Tricks, den Andrang zu mindern, durch Entmutigung, Vorschriften, Kontrollen und Abschiebungen. Die Slowaken fürchten die Flucht vor dem ukrainischen Chaos; die Tschechen sperren sich gegen den Zustrom von Einwanderern aus dem Balkan. Mehr oder weniger zaghaft wird auf unserer Halbinsel allenthalben gebaut. Ungarn hat einen Sperrzaun an der serbischen Grenze errichtet und möchte sich am liebsten ganz isolieren. Die Briten bereuen, dass sie sich zu einem Tunnel unter dem Ärmelkanal überreden liessen. Überall trachten einwanderungsfeindliche Parteien danach, Europa in eine Festung zu verwandeln.

        Aber was heiß das alles? Glücklicherweise, muss man wohl sagen, ist unsere Fähigkeit zur Prognose viel zu schwach entwickelt, als dass sich vorhersehen ließe, wo unser Schwarmverhalten hinführen wird. Während die Rechenkapazität unserer Maschinen immer schneller zunimmt, entziehen sich unsere Zustände jedem Kalkül, das über ein paar Tage hinausreicht. Eindeutig ist nur, dass ihnen mit moralischen Erwägungen nicht beizukommen ist.

  20. Ich bin überzeugt, dass uns die social media nicht wirklich radikalisieren. Vielmehr haben sie nach meiner Auffassung letztlich eine Ventilfunktion. Jeder kann seine auch noch so abstruse Meinung ratzfatz kundtun. Natürlich findet er /sie damit in sekundenschnelle Anhänger oder Gegner. Alles wird schneller. Vieles verpufft aber eben auch schnell. Verharmlosen möchte ich diese Phänomen deshalb allerdings nicht. Für mich demaskieren sich meine “ Feinde “ somit auch schneller. Sie trauen sich raus. Auch, wenn das häufig das Erträgliche überschreitet.

  21. Man sollte nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Die Radikalisierung in den sozialen Medien spiegelt die zunehmende radikale Haltung von immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft wider. Ich denke, dass die Ursache woanders liegt. In den letzten Jahren bemerke ich mit zunehmender Tendenz in allen Bereichen unserer Gesellschaft, die immer kompromisslosere Haltung von Anhängern einer bestimmten Meinung gegenüber Andersdenkenden. Wenn die eigene Meinung nur lange genug kompromisslos vertreten wird, so erreicht man auch uneingeschränkt sein Ziel. Heute wird ein Entgegenkommen als Zurückweichen interpretiert. Menschen, die einen Kompromiss suchen, werden als Verlierer dargestellt. Etwas anderes als ein Entweder-Oder darf es offenbar gar nicht mehr geben. So wie wenn die Leute plötzlich alle überzeugt wären, dass alle Wege nach Rom führen, nur der Mittelweg auf keinen Fall.

    LG aus Heinsen, Eric-Jürgen Pahl

  22. Herr Jenckel, eine Frage: Florist, war das Absicht? So blumig finde ich die Sprache der Hetzer nun auch wieder nicht. schmunzeln.

    • Die grössten Hetzer stellen grundsätzlich andere an den Pranger, die eine andere Meinung haben. Vor allem ,wenn man in den eigenen 4 Wänden sitzt und nichts reales beizutragen hat, wie z.B diejenigen, die schon bereichert worden sind.Und das sind beachtlich viele.
      Wenn man ihre Kommentare liest, wird man an die Zeit von 1933-1945 erinnert. Speziell an den Blockwart und seine Anschei**taktik bei dem nächsten Funktionär der NSDAP und die Diktatur, die die Meinungsfreiheit einschränkte und dann zu Grabe trug.Zum Glück haben leute wie Sie nichts zu sagen und entscheiden.
      Und jetzt lamentieren Sie weiter über Menschen, die die Mär vom „Flüchtling“ aus Marokko, Tunesien, Ghana ,Algerien und Albanien nicht mehr glauben, weil sie bemerkt haben, das es dort weder Krieg noch Verfolgung gibt.

      • theodor badreczewski

        @Lothar Lantag

        Zitat: „Wenn man ihre Kommentare liest, wird man an die Zeit von 1933-1945 erinnert. Speziell an den Blockwart und seine Anschei**taktik bei dem nächsten Funktionär der NSDAP und die Diktatur, die die Meinungsfreiheit einschränkte und dann zu Grabe trug.Zum Glück haben leute wie Sie nichts zu sagen und entscheiden.“

        Wer so etwas schreibt,muss mit seiner eigenen person nicht im reinen und voller blindem und ungerechtfertigtem, persönlichen hass sein.
        ansonsten würde er andere meinungen akzeptieren,denn die meinungsfreiheit und der respekt vor der meinung andersdenkender , ist ein fundamentales element der demokratie.

  23. @ jenckel

    Das ist die Parallelwelt der Bereicherung, die Sie nicht erkennen und mittlerweile alltäglich, Sie Träumer:

    http://www.welt.de/regionales/hamburg/article152684700/Dutzende-Maenner-bedraengen-Maedchen-beim-Shopping.html

  24. SPIEGEL-ONLINE-Chefredakteur Florian Harms:

    Wir dulden keinen Hass im Forum und auf Facebook

    http://www.spiegel.de/video/florian-harms-kommentare-im-spiegel-online-forum-video-1652732.html

    Gepostet von Meli Schülke

  25. @ hans Herbrt jenckel

    Das sind die Nachrichten aus der realen Welt. „Gib uns unser täglich Reality in Germany“ heisst es:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article152703407/Im-Einkaufszentrum-dem-Maenner-Mob-ausgeliefert.html
    DARUM die teilweise unschönen Kommentare!

    • Herr Sabrina Lemkuhl, der Name “ Lügenpresse “ stimmt voll und ganz auf sie zu , sie sind der beste Beweis …

  26. Keine Sorge, die werden die ganze Härte des Gesetzes zu spüren bekommen, genau wie ihre geistigen Brüder aus Köln.

    • @Gemach, gemach
      Mit Ihrer verurteilenden Meinung stehen Sie offensichtlich ziemlich alleine da

    • Endlich mal einer, der den Unterschied von „geistlich“ und „geistig“ kennt. Andreas Barhan nämlich nicht. Schmunzel….

  27. Gute Nachrichten aus der Parallelwelt

    Die Schweizer haben die umstrittene Durchsetzungsinitative zur automatischen Abschiebung von straffälligen Ausländern laut ersten Hochrechnungen des Schweizer Fernsehens SRF klar abgelehnt. Die Zustimmung zum Volksbegehren der immer radikaler rechtspopulistischen SVP liegt demnach nur bei 41 Prozent, 59 Prozent sprachen sich dagegen aus.

    Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/schweiz-trendrechnung-sieht-absage-fuer-anti-auslaender-initiative-a-1079702.html

  28. @Gewalt sollte kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein

    gewalt ist relativ. verbale gewalt kann auch tödlich enden. sitzstreik ist passive gewalt und unsere gerichte haben einige zeit gebraucht, eine passende antwort darauf zu finden. im übrigen ist es ein frommer wunsch, gewaltfrei politik machen zu können. gut an unseren grenzen gerade zu erkennen. ich bin kein freund von gewalt, verstehe aber unsere natur. ich mag wölfe.

  29. Gewalt sollte kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein

    ihre frage zu meiner person ist in diesem zusammenhang ziemlich überflüssig. ich war soldat. sind soldaten nicht mittel zum zweck ? werden sie nicht politisch eingesetzt? mir sind eierwerfer lieber, als eierhandgranatenwerfer. leider kann man sich das als soldat nicht aussuchen. in jungen jahren war ich pazifist und habe geträumt. gewalt sollte überhaupt kein mittel für irgend etwas sein. die realität sieht aber nun mal anders aus. ihr zitat:Wer sich mit Eiern, Schuhen, Torten oder Farbbeuteln zu Wort meldet, steht sicher nicht auf der Demokratischen Seite und akzeptiert keine anderen Meinungen,stimmt nicht.

  30. @hh jenckel
    Apropo Parallelwelt: http://www.welt.de/regionales/hamburg/article152809984/Maedchen-in-Schwimmbad-bedraengt-und-unsittlich-beruehrt.html

    Es werden die Werte mit Gewalt aufgezwungen, Frauen laufen aus Angst nicht mehr alleine im Dunkeln herum, bekleiden sich mehr, Schritt für Schritt wird Deutschland die Freiheit genommen. Selbst bei den 1.3 mio ist das jetzt schon überalll in Deutschland so jeden Tag dutzende Übergriffe, aber natürlich kann Deutschland laut unserer Regierung noch viel mehr aufnehmen. Knapp 4 mio sollen es ja bis 2020 werden. Das kann überhaupt nicht funktionieren, irgendwann werden sich die Frauen dann aus Schutz schon bedecken und wir haben die gleichen Zustände wie in den Ländern aus denen Sie geflohen sind.
    Ich kann echt nicht glauben was sich gerade entwickelt und wovor die Politik aus Angst vor Machtverlust nicht nur die Augen verschließt, sondern gezielt sogar Informationen vorenthält und die die es aussprechen als Islamophob und Rechts hinstellt.

    Ich hoffe echt dass die Blase die sich gerade aufbaut zeitnah so richtig platzt und dann solche Leute sofort hart bestraft / abgeschoben werden. Dafür brauch es neue Gesetze, denn unsere momentanen Gesetze sind für aufgeklärte westliche Bürger und nicht für Männer, die die westliche Lebensweise nicht tolerieren und sogar absichtlich versuchen zu untergraben. Das ist der Versuch einer Machtdemonstration, wie Jugendliche in der Pubertät testen sie aus was sie machen können und was nicht und wenn hier nicht massiv eingeschritten wird, haben wir in 1-2 Jahrzehnten eine Gesellschaft, die weit aus näher am islamischen Lebensstil ist. Mit freundlichen Worten kann man der Gewalt und Intoleranz nicht Herr werden. Diese Schwäche nimmt nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa, die solche Menschen gewähren lässt, Stück für Stück, die über jahrzehnte/jahrhunderte erkämpfte Freiheit!

    • Übernahme des öffentlichen Raums

      Herr Ströbele und andere wurden schon vor ein paar Jahren bei Maischberger mit der schleichenden Übernahme der Straße und ganzer Stadtteile konfrontiert. Geschehen ist seitdem nichts. Also machen Sie sich keine Hoffnung. Das Land wird zerstört. Unweigerlich. Man kann schon fast sagen, die kommenden Wahlen sind Schiksalswahlen, wenn die Bevölkerung dort nicht gegen die derzeitige Politik stimmt, werden wir den Weg zur Gewaltgesellschaft nicht mehr stoppen können.
      http://youtu.be/P5rEeaiobnA

      • Das sind mal wieder die Lebenswirklichkeiten um die so gerne auch in diesem Forum herumpalavert wird. Bloß nicht hinschauen, Grüne Wirklichkeit. In letzter Zeit wird zumindest von den Medien über ein paar Übergriffe pflichtschuldig berichtet. Eine Debatte und politische Konsequenzen oder öffentlicher Protest findet nicht statt (Aussnahme Dresden). Es folgen höchsten ein paar Maßnahmen, wie mehr Wachschutz und Überwachung, ansonsten können die Bürger ja wohl ihre Töchter zu Hause lassen oder beim verlassen ein paar große Brüder mitschicken, dann passiert schon nichts. In ein paar Jahren werden sich die Deutschen schon daran gewöhnt haben und die, die das Leben im Land noch anders kannten sterben eh aus. Gute Besserung.

      • Ist schon interessant der Link, der zeigt deutlich, warum die Integration nicht gelingt. Ideen gibt es viele aber die Politik und die Öffentlichkeit sind aus Bequemlichkeit oder was auch immer nicht in der Lage dieses Land mit seinen Werten und Freiheiten zu verteidigen. Den Grünen wird man für ihre Feldversuche an der Bevölkerung irgendwann mal ans Grab pinkeln.

        • Juliane Schweigert

          @ Peter

          Soll Ihr Kommentar zum hundertsten Male das gänzliche Fehlen von faktenlosen Argumenten in Kommentaren demonstrieren?
          Man könnte meinen, daß ihre Bildung ausschliesslich aus der antiislamistischen Tageszeitung, “ Der antimigrantische Schutzwall und seine Helden“ stammt, deren Befürworter sich hartnäckig auch nach 25 Jahren halten.

    • https://netzpolitik.org/2016/von-storch-postet-namen-und-bild-des-tortenwerfers-auf-facebook-auf-den-pranger-folgen-morddrohungen/
      Ich hoffe echt dass die rechte Blase die sich gerade aufbaut zeitnah so richtig platzt und dann solche Leute sofort hart bestraft werden.

      • Was ist denn bei Ihnen die Rechte Blase? Sind das die Menschen, die andere bei ihrer politischen Betätigung behindern wollen und Menschen mit anderer Meinung öffentlichkeitswirksam durch Tortenwürfe erniedrigen? Den beliebten Nazivergleich lass ich mal lieber weg.

        • Bernd
          langsam sollten sie mich kennen. ich bin ein überzeugter demokrat. sie auch? wer wird erniedrigt? wie tief kann ein mensch sinken? nazivergleich? kann ein nazi tiefer sinken? ich habe schon mal geschrieben: nicht jeder in der afd ist ein nazi. demokraten geben aber dort nicht den ton an. behaupten sie was anderes? wenn ja was?

          • Nicht jeder ist ein Nazi, die anderen schon? Das ist nicht nur harter Populismus, sondern schon schwere Beleidigung. Es gibt mittlerweile keine schwerere politische Beleidigung als den Nazi Begriff. Da kann ich Sie als scheinbaren Demokraten nicht verstehen. Und wenn man Menschen wegen anderer Politischen Meinung Torten ins Gesicht Pflastert ist das für mich Erniedrigung eines politischen Gegners. Das die AfD eine demokratische Partei ist wird von den Verfassungsorganen nicht in Zweifel gezogen. Deren Asylpolitik und Ideen zum Zuwanderungsrecht sollten Sie sich mal ansehen, dann werden Sis sich evt. eine neue Meinung bilden. Der Nazi Begriff war mal eine sehr deutliche Bezeichnung und wird leider von Menschen wie Ihnen dermaßen verwässert, das man schon fast von Verharmlosung reden kann. Nazis haben unter anderem immer versucht den politischen Gegner an der Ausübung seiner politischen Tätigkeit zu hindern. Unter anderem durch Stören und Verhindern von Versammlungen. Dieses undemokratische Verhalten wird mittlerweile sehr häufig gegen die Demokratische AfD angewandt. Das ist meiner Meinung nicht nur unwürdig sondern zerstört demokratische Geflogenheiten und Selbstverständlichkeiten.

          • Sehr geehrter Bernd,

            Das Problem der AfD ist , das sie nach der Trennung von den Alfa-Anhängern einen massiven Rechtsruck vollzogen hat.
            Warum kann ein Herr Höcke seine „völkischen“ und schon deutlichen rassistischen Äußerungen tätigen ohne das er von AfD-Mitgliedern entschieden verurteilt wird?
            Warum kann Frau von Storch ihre Äußerung, das man auf unbewaffnete Menschen an den Grenzen schießen darf, was an Kaltherzigkeit und Menschenverachtung kaum zu überbieten ist, tätigen ohne das AfD-Mitglieder das entschieden verurteilen?
            Ich will nicht behaupten ,das es bei der AfD keine demokratischen, aufrichtigen Menschen gibt aber diese sollten langsam mal aufhorchen und erkennen in welch einem faschistoiden Sammelbecken sie gelandet sind.

        • Wie das Leben im AfD-Pegida-Idyll konkret aussehen würde, kann man derzeit in Polen gut beobachten. Louis Mourier hat seine Erlebnisse beschrieben:

          http://www2.leuphana.de/univativ/polens-stolz-ein-erfahrungsbericht/comment-page-1/#comment-28782

          • Niklas
            sehr schöner beitrag ,obwohl sehr traurig. ich habe es mir so gedacht. deswegen kann ich hier ja auch nur warnen. dieses würde uns auch drohen. und für europa wäre es das ende.

  31. Juliane Schweigert

    hh jenckel
    Ich habe keine Ahnung, Herr Jenckel, wie eine Parallelwelt Ihrer Meinung nach aussieht.

    Aber es vergeht mittlerweile nicht ein „einziger tag“ ohne diverse ,zahlreiche Meldungen über Schläge an Menschen, Tritte und Schläge im Flüchtlingsheim…..(stark gekürzt)…

    Diese Art von Gesellschaft macht mir berechtigterweise Angst und ich werde tagtäglich in meiner Befürchtung und Angst vielfach bestätigt. Aber, es scheint so,als ob dies nicht mehr wahrgenommen wird und man „flüchtlingsbesoffen“ ist.
    Also, eine wirklich gefährliche Parallelwelt. Ein eWelt, in der Kommentare wie meiner, als radikal gebrabndmarkt wird. Wie ich festestellte, auch hier.Da die LZ für Fairness bekannnt ist, werden meine Befürchtungen im Kommentar doch nicht gelöscht, oder?
    Mfg
    Juliane

    • Juliane Schweigert

      hh jenckel

      danke fürs kürzen meiner Beobachtungen und Erfahrungen, die (um Gottes Willen) niemand erfahren darf!
      alle handeln so wie die Funktionäre in der DDR. Der „Feind “ ist die Afd, die die Dinge beim namen nennt.Traurig!
      „Es kann nicht sein, was nicht sein darf!“

      • Liebe Frau Schweigert,
        das habe ich gerne gemacht.

        Es sei Ihnen aber gesagt, es geht nicht darum, Informationen zu verschleiern oder zu unterdrücken, wenn es denn harte Fakten sind.
        Es geht vielmehr darum, Halbwahrheiten, übler Nachrede, Hörensagen, Verschwörungstheorien und anderem Geschwurbel, das zurzeit Konjunktur hat, und das Geschickt mit Fakten vermengt wird, hier nicht auch noch ein Forum zu bieten. lg jj

        • Juliane Schweigert

          hh jenckel

          sie bezeichnen fakten, die in der presse FÜR JEDEN nachgelesen werden können und keine erfindungen von mir sind, als Geschwurbel?
          dazu kann ich nur sagen: armer ideologisch verblendeter alter mann.
          ihre enkel werden es ihnen danken, daß auch sie sich daran beteiligt haben, daß kriminalität, hass und das ideologisch verblendete gehabe weitergegeben wurde.sie können stolz sein, der meinungsfreiheit und demokratie ins gesicht getreten zu haben.

          ich rate ihnen , ihr geschwurbel einer frau, die man vergewaltigt hat ins gesicht zu sagen, sie träumer.

          • Liebe Juliane, lesen Sie einfach die Blog-Beiträge zum Thema, alle, und lesen Sie nicht nur, was Sie lesen möchten. Auch wenn die selektive Wahrnehmung Ihre größte Stärke ist. Widerstehen Sie und lesen Sie. Dann werden Sie schon bei den ersten Beiträgen lesen, dass wir im Grunde nicht so diametral entgegengesetzt liege.n.
            Gerne dürfen Sie mich auch in der Redaktion besuchen. Vermutlich fehlt es Ihnen an Mut.
            PS
            Wut ist ein schlechter Begleiter. Er macht blind. LG jj

        • …das ist billig, zu billig, Herr Jenckel. Sie sehen sich als Oberschiedsrichter, der entscheidet, was Halbwahrheiten, üble Nachrede, Verschwörungstheorien etc. sind, in Wirklichkeit spielen Sie mit und treten auch gern mal nach („Geschwurbel“). Ihr Blog hat mir wesentlich besser gefallen, als Sie sich noch zurückhielten, ich gebe zu, mein damaliges Bid von Ihnen war eines der Überschätzung. Ihre jetzige Rolle hat mit Fairness nichts mehr zu tun. War das jetzt auch „Geschwurbel“ ?

          • Völlig okay.
            Vielleicht haben Sie recht.

            Ich bin wohl etwas gereizt. LG jj

          • Sebastian
            ihre argumente hinken. für was sind sie verantwortlich? schon erstaunlich, herr jenckel zeigt wirkung? ist eben so, wenn man geister ruft. herr jenckel sollte sich hierbei nicht in frage stellen. es ist immer der anfang vom ende. dabei ist dieses forum doch klasse.
            Vielleicht haben Sie recht.
            nein!
            Sebastian, fairness, kommt dieses auch von ihnen? eine einseitige forderung in diesem fall und derem nachgeben , sorgt vorher schon für einen sieger.

      • Lieber Herr Jenckel, es ist nicht „völlig okay“, was „Sebastian“ sagt, und es ist auch nicht „völlig okay“, ihm zu konzedieren, dass er vielleicht recht hat.

        Er ist im Unrecht und nichts daran ist okay.

        Wir haben ZWEI AUTOREN hier im Forum, von denen DER EINE diesmal unter den Alias-Namen „Thomas Herrman“, „hagen“, „Susan“, „Horst Hinze“, „Stevning“, „Sigmar“, „gerd“, „Andreas“, „Heinz Ehlers“, „Connie“, „Thomas Hinrichs“, „Lothar Lantag“, „Fatma Uysal“, „Sabrina Lemkuhl“, „Kuddel“, „Tuna Meinrath“, „Juliane Schweigert“, „Horst“ und „Micael Wagner“ uns ununterbrochen irgendwelchen zusammengeklaubten Nachrichtenmüll vor die Füße baggert und behauptet, damit die „Islamisierung des Abendlandes“ BEWEISEN zu können, und wir haben DEN ANDEREN, der diesmal unter den Alias-Namen „Bernd“, „Peter“ und „Sebastian“ im insistierend larmoyanten Ton beleidigter Lauterkeit das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit und zugleich die Einhaltung journalistischer Unparteilichkeit einfordert, UM DURCH REPETITIVE MONOTONIE PRIMITIVE VÖLKISCHE PAROLEN, ANGSTSCHÜRENDE DROH- UND UNTERGANGSSZENARIEN UND FREMDENFEINDLICHE ABWEHRNEIGUNGEN ZU VERBRITEN UND EINZUHÄMMERN, und dies entweder, weil sie, wie vermutlich der erste Autor, bösartig und destruktiv veranlagt sind ODER weil sie, wie vermutlich der zweite Autor, aus Dummheit oder Berechnung annehmen, sie könnten ihrer Partei, der extremistischen AfD, durch derartig abstoßende Stimmungsmache Wähler gewinnen.

        „Bernd“, „Peter“ und „Sebastian“ fordern Meinungsfreiheit ausschließlich FÜR IHRE MEINUNG und für das exklusive Recht, gegenteilige Meinungen als rotgrünversifften Schwachsinn oder als Diffamierung, Diskreditierung oder Denunziation abtun zu dürfen.

        „Billig, zu billig, Herr Jenckel“, ist NICHT, wenn Sie „entscheiden, was üble Nachreden, Halbwahrheiten, Verschwörungstheorien und völlig verblödete und verstrahlte Schwurbeleien, etc. sind“.

        Bernd schreibt: „Ihr Blog hat mir wesentlich besser gefallen, als Sie sich noch zurückhielten, ich gebe zu, mein damaliges Bid von Ihnen war eines der Überschätzung. Ihre jetzige Rolle hat mit Fairness nichts mehr zu tun.“

        „Billig, zu billig, Herr Jenckel“, wäre, wenn Sie sich von einem zerbeulten Satzunglück wie diesem, davon abhalten ließen, Ihrer Rolle als Gastgeber und Blog-Moderator wie bisher nachzukommen und „billig, zu billig, Herr Jenckel“, wäre es auch, wenn Sie – anders als bisher – künftig darauf verzichteten, unerträglich geistlosen Propagandamüll auch als unerträglich geistlosen Propagandamüll zu bezeichnen. Sie brauchen sich NICHT vorhalten zu lassen, Sie sähen sich „als Oberschiedsrichter“. In Ihrem Blog SIND Sie der Oberschiedsrichter. Punkt! Beleidigungen von Einzelpersonen und Personengruppen, Volksverhetzung und Wahlpropaganda ist verboten. Und wer damit nicht klarkommt, weil er seinen weltanschaulichen, von ekligen Vorurteilen und historisch halbverwestem ideologischem Unflat hier nicht abladen darf, der soll E-Mails an Herrn Runkel und Herrn Höcke schreiben und sich darüber beschweren.

        Bitte bleiben Sie weiterhin gereizt, Herr Jenckel. Das ist wahrscheinlich jeder Forumsbesucher und Blog.JJ-Kommentator außer den beiden oben genannten mit den vielen Pseudonymen. Denn diese beiden sind es ja hauptsächlich, die jedes keimende Gespräch sofort ersticken, indem Sie ihren miefenden Dreck auf Schachbrett schmeißen und sich freuen über die von ihnen verursachte Beschmutzung.

        Wahrscheinlich hilft es nicht wirklich, Dummköpfe, Rassisten und Extremisten als Dummköpfe, Rassisten und Extremisten zu bezeichnen.

        Das heißt aber nicht, dass man nicht klar und hart sein soll – man soll genau das. Klar wie ein verdammter Bergsee und hart wie ebenjener See, wenn er zufriert. Wahrscheinlich ist der Kampf gegen Scharfmacher und Ausgrenzer nicht mit Scharfmacherei und Ausgrenzung zu gewinnen. Mag sein. Aber mit Radikalität und Distanzierung schon. Es ist richtig, wenn man die Phrasen von Populisten oder Rassisten kontert, aber man muss präzise kontern. Tucho hat geschrieben: »Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf. Wer schludert, der sei verlacht, für und für. Wer aus Zeitungswörtern und Versammlungssätzen seines dahinlabert, der sei ausgewischt, immerdar.«

        Das ist der Auftrag. Kritisiert die Dummheit, die Rohheit und das gemeine Kalkül, aber seid genau und differenziert.

        Keinen Millimeter Geländegewinn für die Unmenschlichkeit . Warum finden viele Dunja Hayali und Anja Reschke so cool, wenn die sich über Hass äußern, über Verleumdungen und die pauschale Vorverurteilung kompletter Bevölkerungsgruppen oder über Lügenpressevorwürfe? Weil die sich selbst und ihre Arbeit ernst nehmen – aber andere Menschen eben auch. Sie machen es sich nicht einfach. Sie geben zu, dass Dinge kompliziert sind, und machen trotzdem weiter. Und das bedeutet nicht unbedingt, Bildung zu zeigen, sondern Haltung: Und die ist nicht im Gehirn, sondern im Herzen.

        • Lisa
          ein sehr schöner beitrag. ich halte sowas gern immer in der kurzform. da bleibt manchmal auch was auf der strecke. aber dafür gibt es ja euch.

        • Ihre überbordende Phantasie in allen Ehren, Lisa, aber an Ihren Verschwörungstheorien, wer alles unter welchen Alias- Namen hier kommentiert, ist absolut nichts dran. Und: Wie erleichternd sind doch Beschimpfungen und Beleidigungen. Wer wie Sie sich auf der richtigen Seite wähnt, meint, das Recht dazu zu haben. Auch das nenne ich „billig, zu billig „!

  32. Heinz-Rüdiger Flora

    Liebe Juliane, wenn ich im Frühjahr in meinem Riesenpark im Roten Feld mit der Säge in den Obstbäumen herumklettere, werden die Vögel deutlich zutraulicher. Sie akzeptieren mich als entfernt verwandt, als eine aus den Fugen geratene Amsel vielleicht. Die mangelnden Flugeigenschaften und das lahme Von-Ast-zu-Ast-Gehangele sehen sie mir großzügig nach.

  33. Laurenz Johannes

    Sehr geehrter Herr Bruns, niemand muss uns Journalisten lieben. Aber wo Kollegen und Kolleginnen Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt sind, da haben jedes Verständnis und jede Toleranz ein Ende. Vor allem aus der rechten Ecke wird der Journalist an sich zunehmend als Feindbild aufgebaut. Zunächst mit Worten. Doch es bleibt nicht bei verbalen Attacken, zunehmend wird von Übergriffen auf Journalisten berichtet. Im Januar 2015 stand die MDR-Journalistin Uta Deckow bei einer Pegida-Demo in Dresden an der Bühne, als ein Ordner ihr zuraunt: „Ich schlage normalerweise keine Frauen, aber bei dir mach ich schon mal eine Ausnahme.“ Mitte September letzten Jahres wurden ein MDR-Reporter und ein Mitarbeiter der Dresdner Neuesten Nachrichten von Teilnehmern einer Pegida-Demo getreten und geschlagen – unter Applaus der Mitdemonstranten. Diese Beispiele sind längst keine Einzelfälle und sie beschränken sich nicht auf Dresden. Die Leipziger Internetzeitung, die seit über einem Jahr über die Aufmärsche von Legida berichtet, hat vergangene Woche angekündigt, ihre Live-Berichterstattung einzustellen, weil sich die Kollegen – stellen Sie sich das bitte mal vor! – von der Polizei nicht mehr ausreichend vor den Übergriffen der Demonstranten geschützt fühlen! An dieser Stelle, wo ein Grundrecht zugunsten der eigenen Sicherheit aufgegeben wird, muss ich wirklich einmal den historischen Vergleich zu sehr belasteten Zeiten ziehen, was ich sonst nie tue: Das klingt für mich nach Weimar! Ein Staat wird so lange akzeptiert, wie seine Regeln für alle gelten, durchgesetzt werden und die Nichteinhaltung auch mit allen Konsequenzen geahndet wird. Das gilt für stehlende und grapschende Migranten aus Nordafrika ebenso wie für pöbelnde Demonstranten in Clausnitz oder Brandstifter in Bautzen. Das gilt für einen Gewalttäter, der aus fremdenfeindlichen Motiven die spätere Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einem Messer lebensgefährlich verletzte, genauso wie für den, der mit einer Schreckschusspistole auf einen Mann in Karlsruhe geschossen hat, der AfD-Plakate anbrachte. Diese Täter müssen das Gesetz unverzüglich und unmittelbar zu spüren kriegen – alles andere ist ein Freibrief für weitere Aktionen. Umso konsequenter, dass Arno Schupp, Ressortleiter Berlin/Brandenburg bei der Berliner Zeitung, vor einem Monat verkündet hat, die Berliner Zeitung werde ab sofort juristisch gegen jeden vorgehen, der ihre Redakteure bedroht oder diffamiert – das gilt auch für Kommentatoren in sozialen Netzwerken. Diese Übergriffe müssen aufhören, sie sind eine Schande für unser Land und ein Generalangriff auf die Freiheit der Berichterstattung.

    • Laurenz Johannes
      ich weiß und kenne die problematik. wer heute haitzinger in der lz sich anschaut, sieht das problem. unsere sogenannte mitte unserer gesellschaft wird plötzlich sehr schüchtern, wenn es um farbebekennen geht. klammheimliche freude ist auch dabei. es wird zeit, wie die berliner zeitung sich in dieser frage zu verhalten. ich habe mich schon länger gewundert, warum man hetzern so lange die möglichkeiten menschenverachtende kommentare von sich zu geben, gegeben hat. mordaufrufe scheinen ja bei der afd ,pegida und npd zum normalen verhalten zu gehören. oder distanziert sich da jemand? da hat jemand geschrieben: wer die afd mit torten bewirft, wird mit mord bedroht. genau so sieht es aus. wer sich außerhalb der gesetze bewegt gehört ohne ansehen seiner person bestraft. und da ja unsere rechten freunde die ,,sanfte,, rechtsprechung in unserem land ständig beklagen, könnte man da ja schon mal mit einer härten gangart für begeisterung sorgen, finden sie nicht?

    • Das ist doch Kleinkram und kommt doch nur auf, weil die Medien sich um die Berichterstattung und Mobilisierung bei den eigentlichen Probleme drücken. Als Beispiel nenne ich mal die fehlende Berichterstattung über die permanente Rekrutierung von Islamisten in Moscheen, die Indoktrination von Kindern in Koranschulen, und Religionsunterricht, die Finanzierung der Imame durch den türkischen Staat, die Verfolgung von Christen selbst in Deutschland, die mangelhafte Aufklärung über den Koran, den Hadithen und der Blutspur im Leben Mohameds, die Ausländerkrimminalität etc.

      • Horst
        sie sind mir so ein horst.
        ihr zitat:Das ist doch Kleinkram und kommt doch nur auf, weil die Medien sich um die Berichterstattung und Mobilisierung bei den eigentlichen Probleme drücken.
        denken sie mal über die folgen dieser aussage nach. können sie das? dann zeigen sie es doch mal.

        • Michael Wagner

          @Bruns

          Sie sollten mal schnellstens den Augenarzt wechseln. Es könnte sein, daß sie auf dem linken und nichtdeutschen Auge blind sind.
          Man nennt dies auch Antifa-Schwerkriminellen-Migrations-Ignoranz-Syndrom im fortgeschrittenem Stadium bis zur Selbstaufgabe.
          Zu gut deutsch: völlig blind.

          • Herr Wagner heißt das indirekt das sie Gewalt-und Mordaufrufe von Pegida,Legida,NPD etc. tolerieren.
            Es klingt nämlich danach das sie auf ihrem rechten „volks“-deutschen Auge blind.
            Um es ganz klar zu sagen, Extremismus -egal ob links,rechts,islamistisch,ultra-orthodox jüdisch oder christlich-fundamental sind falsch und deutlich zu verurteilen.
            Leider geht unser Staat nicht „aggressiv“ genug gegen all diese Gruppen vor, was meiner Meinung nach ein großer Fehler ist. Denn eine Demokratie muss standhafter und härter gegen diejenigen vorgehen die die gegebenen Freiheiten beugen oder missbrauchen.

          • Michael Wagner
            ich weiß ja nicht, ob sie es begreifen werden, ich versuche es einfach nochmal. ich denke. ich passe in keine schublade. ich bin sozial eingestellt. nazis sind nazis, eine andere beschreibung fällt mir gerade nicht ein. ich mache unterschiede zwischen konservativ, rechte konservative, extrem rechte konservative und nazis. dieses geht auch in richtung links. wo sie mich einordnen ist mir wurscht.

        • Übernehmen Sie Verantwortung Herr Bruns

          Diese Entwicklungen sind vorprogrammiert. Es gibt genügend Beispiele, aber die wollen Leute wie Sie Herr Bruns nicht hören, weil Sie dann ihr bequemes Sofa verlassen müssten umVerantwortung zu zeigen. Freunde von mir sind Marokkaner und haben immer wieder erzählt, wie sich ihr Land nach der Unabhängigkeit massiv verändert hat. Als erstes zog wie ein feiner Nebel immer mehr der Islam durch die Stassen der Städte und Dörfer ein. Ganz unscheinbar und harmlos kam er daher, doch langsam wurde der Nebel dichter und dichter und zog in jede Ritze bis man irgendwann merkte, das die Freundinnen sich anders kleideten und sich immer weniger allein auf die Strasse trauten. Fröhliche verliebte und ausgelassene Pärchen sah man immer seltener. Die Zeitungen trauten sich immer weniger über die Veränderungen zu schreiben, wer Kritik oder Fragen stellte wurde körperlich bedrängt, die Frauen wurden wieder nach und nach Eigentum einer Männer dominierten Gesellschaft. Wer ohne Kopftuch auf die Straße geht, wird als Schlampe bezeichnet und sexuell wie Freiwild gedemütigt. Mit etwas Neugier werden Sie Herr Bruns noch weitere Beispiele finden. Nehmen sie mal das Kabul der 50er und 60er Jahre und vergleichen es mit heute. Oder fahren Sie mal nach Neuköln und Kreuzberg in Berlin, da können Sie schon die Nebelschwaden sehen die langsam die Straßen raufkriechen.
          Und wer stellt sich dem entgegen? Aus ihrer Sicht die Falschen. Ich meine Hauptsache es stellt sich überhaupt jemand dagegen. Von daher kann ich mit AfD und Pegida leben. Sie leisten wahrscheinlich Pionierarbeit, bis sich die aus ihrer Sicht richtigen den aufziehenden Problemen annehmen.

          • Hallo Unbekannter,

            Sie wollen doch nicht etwa Äpfel mit Birnen vergleichen –
            Marokko,Afghanistan mit Deutschland – trotz der vielen Flüchtinge, von denen nicht alle Moslems sind(können einige verbohrte Leute nicht begreifen), liegt die Gesamtzahl der Moslems in Deutschland bei unter 4%!!!
            Sie versuchen hier ein Szenario herbeizureden ,was so nicht eintreten wird, nämlich das der Großteil der deutschen Bevölkerung islamisiert wird und Deutschland zur Islamischen Republik wird.
            Was gelinde gesagt der Witz des Jahrhunderts wird und wissen auch warum? Nein? Ein Drittel der deutschen Gesamtbevölkerung ist Konfessionslos, d.h.das davon 80-90% Atheisten sind.
            Ich habe noch keinen Atheisten getroffen der auf die „Märchen“ der Religionen hereinfällt oder nochmal hereinfällt!

          • 100% Zustimmung.
            Man kann seht wohl verchiedene Länder vergleichen, wenn es um die Entwicklung von religiösen Fanatikern und deren verherende Ideologie geht. Und da sehe ich bei den heutigen Politikern schwarz für die Zukunft.
            Wer mit Transparenten wie die Linken und Grünen durch Deutschland läuft, wie „Deutschland verrecke“, wird einem religiösen Fanatismus aus der arabischen Welt eher Vorschub leisten, um die Ziele zu verwirklichen.

          • @ Pia

            Natürlich kann man verschiedene Länder vergleichen aber nicht Marokko/Afghanistan mit Deutschland.
            Marokko/Afghanistan = archaisch-partiachalisch geprägt und
            Deutschland humanistisch-emanzipatorisch ,jedenfalls vom Grundgesetz aus!

  34. Heinrich Fromme

    Sehr geehrter Herr Bruns, zu Ihren vermutlich fruchtlosen Bemühungen um „Bernd“, „Hagen“, „Horst“ und ihren ungezählten „Brüdern und Schwestern“ hier im Forum: psychische Störungen, in deren Mittelpunkt Wahnbildungen stehen, haben wir uns angewöhnt, „Paranoia“ zu nennen. Paranoia als individualpathologisches, psychiatrisches Syndrom ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gut erforscht worden. Wegweisend war vor allem die Arbeit des deutschen Psychiaters Emil Kraepelin (1856–1926), dessen „Lehrbuch der Psychiatrie“ in der Ausgabe von 1899 die psychotische Ausprägung definierte als »die aus inneren Ursachen erfolgende, schleichende Entwicklung eines dauernden, unerschütterlichen Wahnsystems, das mit vollkommener Erhaltung der Klarheit und Ordnung im Denken, Wollen und Handeln einhergeht.«

    Kraepelin präzisierte 1893 in der vierten Auflage: »Als Verrücktheit bezeichnen wir die chronische Entwicklung eines dauernden Wahnsystems bei vollkommener Erhaltung der Besonnenheit.«

    »Der Patient hat das Gefühl, verfolgt zu werden, und entwickelt Verschwörungstheorien aller Art. Ein paranoider Mensch glaubt oft, dass andere beabsichtigen, ihn zu schädigen, zu betrügen oder auch zu töten. Oft kann er dafür auch „Beweise“ präsentieren, die für ihn völlig überzeugend scheinen, für Außenstehende dagegen wenig bis überhaupt nichts besagen. Diese Überzeugungen sind wahnhaft. Der Patient ist durch nichts von ihnen abzubringen, rationale Argumente und Überzeugungsversuche von Außenstehenden haben keinen Erfolg und sind vielmehr kontraproduktiv, da sie das Misstrauen der paranoiden Person nur noch verstärken.«

    Das Objekt des Verfolgungswahns ist von Fall zu Fall sehr verschieden. Manchmal wird beispielsweise der Geheimdienst des jeweiligen Landes hinter der Verfolgung vermutet und sehr oft sind es fremde Bevölkerungsgruppen im eigenen Land, die wiederum diese Dienste oder die Presse lenken. Die Methoden etwa der Überwachung im wahnhaften Szenario passen sich dabei tendenziell dem jeweils aktuellen Stand der Technik an. Bei Systemwechseln (z. B. nach dem Zweiten Weltkrieg, nach der Wiedervereinigung Deutschlands) wechselt oft auch der vermeintliche Verfolger (z. B. Stasi – BND – Mossad – CIA oder gern auch die eigene Regierung). Hierin zeigt sich, dass der Verfolgungswahn vor allem in einer Unveränderlichkeit der Denkvorgänge besteht, während die Denkinhalte variieren können.

    Die absolute Obergrenze der Einsichtsfähigkeit in solchen Lagen stammt aus Joseph Hellers berühmten Roman Catch-22 von 1961: „Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.“

    • @ Heinrich
      Na, so schlimm ist der Bruns auch nicht, obwohl er hinter jeder Mülltonne einen NSDAP-Anhänger sieht. Man bemerkt schon, daß viele 1933 stehengeblieben sind. Aber Wahnvorstellungen und Verfolgungswahn würde ich das nicht nennen, eher eine kindliche Naivität und Unreife, Dinge zu analysieren und richtig zu deuten. Manchmal auch Realitätsverweigerung.Anhand der aktuellen meldungen der Presse und des TV ( auch Lügenpresse) genannt, ein eganz normale Entwicklung bei vielen älteren Menschen, die den Fortschritt als zu rasant ansehen.

  35. Bernd
    die nsdap war am anfang auch eine demokratische partei. was glauben sie denn, wer alles bei der afd mitmischt? haiztinger hat es mit seinen bussen wunderbar auf den punkt gebracht. warum gibt es wohl die alfa? henckel, lucke und andere haben es rechtzeitig noch erkannt und die afd verlassen. warum wohl? warum verlässt ein parteigründer wie lucke die selbstgegründete partei? er will mit den nazis nichts zu tun haben. kann ich verstehen. bernd, sie können sich drehen wie sie wollen, die geister die die afd gerufen hat, wird sie nicht wieder los. ehemalige npd-mitglieder sind doch schon längst dabei, kann doch jeder überprüfen. hat nichts mit populismus zu tun. http://www.tagesspiegel.de/politik/afd-nach-dem-parteitag-npd-mit-schafspelz/12019006.html
    wie sie sehen, bin ich mit meiner meinung zur afd nicht allein. und das aber , was gern benutzt wird , um sich von den nazi abzugrenzen , klingt nicht nur unglaubwürdig, ist es auch. mitgefangen mitgehangen. wie sie erkennen können, soll ich ein antifa schwerkrimineller sein, warum? weil ich braun erkennen kann? dann können sie henckel und lucke das gleiche vorwerfen. finde ich irgendwie lustig.

  36. Sehr geehrter Herr Bruns, ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich persönlich habe den Eindruck, dass die Bevölkerung Flüchtlingen heute viel offener und engagierter begegnet als noch vor 20, 25 Jahren – das finde ich großartig. Zum Glück gibt es sehr viel weniger Fremdenfeinde als solche Bürger, die es richtig finden, dass Deutschland Menschen in Not aufnimmt. Trotz unerträglicher Anfeindungen gegen Flüchtlinge in manchen Orten ist die Grundstimmung in unserem Land nicht fremdenfeindlich. Und deswegen muss man auch nicht befürchten, dass eine fremdenfeindliche Partei hierzulande politisch dominierend sein wird.

    Anders als in anderen europäischen Ländern gibt es in unserem nationalen Parlament keine fremdenfeindliche Partei. Deutschland war durch seine nationalistische Hybris während der NS-Zeit in eine so nachhaltig prägende Katastrophe geraten, dass es – soweit man das heute absehen kann – immer nur Randgruppen sein werden, die mit Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit oder Antisemitismus punkten können. Ich sehe bisher keine nennenswerte Konjunktur für Parteien, die gegen Einwanderer, gegen das vereinte Europa oder die Demokratie allgemein hetzen. Dafür sind die Erinnerungen an Zeiten der Diktatur zu tief im kollektiven Gedächtnis verankert.

    Natürlich gibt es Bewegungen wie Pegida und ihren organisierten Arm, die AfD. Aber es fällt auf, dass beide ihre Wurzeln und den größten Zulauf im Osten unseres Landes haben. In Lüneburg dagegen gibt es – vielleicht – 20 bis 25 Personen, die mit denen sympathisieren.

    Es macht eben einen Unterschied, ob, wie im Osten, Menschen gut 20 Jahre lang lernen, wie eine Zivilgesellschaft funktioniert oder ob sie, wie im Westen, dazu schon mehr als 60 Jahre lang Gelegenheit hatten. In Ostdeutschland gab es auch nach dem Krieg keine freien Wahlen, keine freien Medien, keine freien Gewerkschaften, keine freie Forschung, nicht einmal freie Klassensprecher. Man lernte, dass man es mit Anpassung in diesem System am weitesten bringt. Trotzdem war 1989 der Wille nach Freiheit bei vielen so stark, dass sich daraus politische Veränderung ergeben hat. Die Rolle des aktiven, eigenverantwortlichen Bürgers aber haben danach die Menschen nur teilweise eingeübt. Der Westen und der Osten sind nicht durch Charakterschranken getrennt, sondern sie boten sehr unterschiedliche Möglichkeiten, bürgerschaftliches Engagement zu trainieren. Die Gruppierungen, auf die Sie anspielen, bedienen genau das Selbstbild des vermeintlich ohnmächtigen Bürgers, der meint, die offene Gesellschaft von Menschen unterschiedlicher Herkunft, ein zusammenwachsendes Europa und die Demokratie verlangten ihm zu viel ab.

    Das bedeutet für unsere Regierung nun allerdings nicht, dass sie Ängsten und Stimmungsmachern einfach nur folgen dürfte. Und für die Bevölkerungsteile, die gegen eine vermeintliche Überfremdung protestieren, bedeutet es vor allem eins – und das möchte ich nach den jüngsten Zwischenfällen einigen Landsleuten hier im Blog mit großem Nachdruck ins Stammbuch schreiben: Richtet Eure Unzufriedenheit und Eure Wut nicht gegen jene, die viel schwächer und viel verletzlicher sind, als Ihr es seid! Isoliert die Hetzer, die Brandstifter, die Gewalttäter! Wenn Ihr protestieren wollt, dann achtet die Regeln!

    Werdet meinetwegen laut gegenüber Euren Bürgermeistern, Abgeordneten oder Ministern, aber hört dann auch zu, was sie Euch zu sagen haben. Und vor allem: Wer davon lebt, dass Gesetze ihn schützen und dass Solidarität ihn trägt, wenn es ihm schlecht geht, der darf das Recht nicht brechen und die Solidarität mit Anderen nicht aufkündigen.

    Es geht längst nicht mehr allein um die Lösung der Flüchtlingskrise. Wir begreifen, dass unter den Kontroversen und Debatten eine tieferliegende Furcht liegt und Ängste, kaum definiert, die damit zusammenhängen, dass es in vielen Menschen eine Angst vor Entgrenzung gibt, eine Angst vor dem Erlernen einer neuen Rolle. Es geht nicht nur allein um die Flüchtlingskrise und darum, sie zu lösen. Vielmehr sind die vielfältigen Spannungen, die jetzt aufbrechen innerhalb der Europäischen Union, stärker als je zuvor, und darauf müssen wir reagieren. In den Disput über Verteilungsquoten, Aufnahmebereitschaft, Sicherung der Außengrenzen mischt sich der Disput über die Rolle der Nationalstaaten und über ihr Verhältnis zur Europäischen Union, und damit geht es auch um das Verhältnis der Mitgliedsstaaten untereinander. Der ehrliche Wille zur Gemeinsamkeit ist derzeit schlicht und einfach schwach. Und im Ergebnis ist die Europäische Union schwach.

    Aber wollen wir tatsächlich hinnehmen, dass die Flüchtlingskrise die Europäische Union auseinander treibt? Wollen wir etwa, statt uns mit vereinten Kräften den Herausforderungen der globalisierten Welt zu stellen, in die Nischenexistenz einzelner Nationalstaaten zurückfallen, wollen wir das? Sollen wir uns aus der Verantwortung für das stehlen, was uns doch nur gemeinsam gelingen kann? Ein Europa, das seine Ressourcen nicht bündelt, wird Flüchtlinge weder auf dem europäischen Kontinent noch dicht bei ihrer Heimat so unterstützen können, wie es nötig, ja eigentlich auch möglich wäre. Und ein Europa, das sein politisches Gewicht nicht vereint, wird auch keinen wirksamen Beitrag leisten können zur Eindämmung von Fluchtursachen und zur Bekämpfung von Fluchtverursachern.

    • Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen „ich“ und „ich persönlich“? Das zweite ist sehr oft hier in Kommentaren zu lesen und ich frage mich immer wer denn nun gemeint ist.

      • Thorsten Mausehund

        Naja, Heidi, als Mensch des öffentlichen Lebens kann ich unter Umständen einen Eindruck haben, der sich scharf von dem unterscheidet, den ich als Privatperson erlangte. Denken Sie etwa an Frau von Storch. Vorstellbar ist ja immerhin, dass sie sich persönlich auch gerne mal die eine oder andere Torte ins Gesicht gepfeffert hätte, was aber mit der Rolle, die sie öffentlich in ihrer Partei zu spielen hat, natürlich nicht zu vereinbaren ist. Sowas kann zu schweren Neurosen führen. Und die Wendung „ich persönlich“ weist dann ungewollt auf derartige unterschwellig schwelende Probleme hin. Oder denken Sie an die innere Gespaltenheit von Volker Beck, der als Privatmann vielleicht nichts gegen das Herumtragen kleinerer Mengen von synthetisch hergestellten Substanzen aus der Stoffgruppe der Phenylethylamine hatte, welche Teil nicht-halluzinogener euphorisierender Drogen ist, der aber als öffentliche Person sicher wusste, dass die Herstellung, der Besitz oder das Inverkehrbringen von Methamphetamin ohne Erlaubnis in Deutschland strafbar ist.

        Doch bin ich persönlich, ich ganz persönlich und ich höchstpersönlich auch der Überzeugung, dass es sich hier (wie übrigens beim berühmten „diametralen Gegensatz“ ebenfalls) um eine wichtigtuerische, floskelhaft leere und daher extrabesonders blöde Wortblähung handelt. Ich kann dieses „Persönlich“, dieses umgangssprachliche Leergut, dieses bombastische Nichts, auch nicht mehr hören. Ich nicht und ich persönlich schon gar nicht. Das schreibe ich Ihnen alles aus distanzierter Entfernung, denn, wie sagte Heinz Erhardt so schön? Eigentlich wollte ich ja persönlich erscheinen, aber dann bin ich doch lieber selbst gekommen.

  37. Joachim
    ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich persönlich habe den Eindruck, dass die Bevölkerung Flüchtlingen heute viel offener und engagierter begegnet als noch vor 20, 25 Jahren – das finde ich großartig
    sehe ich auch so, wenn es das aber nicht geben würde. eine schleichende verschlechterung der stimmungslage ist besonders in konservativen kreisen zu erkennen. die sogenannten christlichen werte werden nicht so ernst genommen, wie bestimmte kreise immer gern behaupten. ich beobachte es eben auch in meinem direkten umfeld. schon unter kohl gab es eine zeit ,wo verstärkt in diesen kreisen gejammert wurde: das boot ist voll. es war bei uns noch nie voll.
    Ein Europa, das seine Ressourcen nicht bündelt, wird Flüchtlinge weder auf dem europäischen Kontinent noch dicht bei ihrer Heimat so unterstützen können, wie es nötig, ja eigentlich auch möglich wäre. Und ein Europa, das sein politisches Gewicht nicht vereint, wird auch keinen wirksamen Beitrag leisten können zur Eindämmung von Fluchtursachen und zur Bekämpfung von Fluchtverursachern.
    kann ich nur bestätigen. krämerseelen werden uns noch viel ärger bereiten.

    • Am 15.11.1998 sagte der damalige Innenminister Otto Schily, dass der Zuzug weiterer Ausländer nicht zu verkraften ist.Die Zuwanderungsquote müsse auf >null gesetzt werden<.

  38. hh jenckel

    meinen sie diese parallelwelten , sie sich langsam etablieren und bei denen man sich als bürger in deutschland jetzt ungefragt „anzupassen hat?“

    http://www.welt.de/vermischtes/article152914908/Maenner-und-Frauen-nur-noch-getrennt-auf-die-Rutsche.html

    der nächste schritt ist eine kleiderodnung im sommer für frauen ( vielleicht kopftuch und umhang) und ein ausgehverbot, weil vergewaltigung droht? dann sind wir bereits auf dem besten weg ein saudi arabien des nordens zu werden.
    wer als „armer flüchtling“ aus marokko, tunesien,ghana, albanien, algerien…..( also KEIN Flüchtling ist) hierher kommt und vergewaltigt, schlägt oder sonstwie kriminell wird, hat hier absolut NICHTS verloren und gehört SOFORT ausgewiesen.

    ansonsten haben wird die „parallelwelt“, die uns zerstört. und die besteht nicht aus 200 glatzen aus dem osten, die der vfs beobachtet!

    • Sabrina Lemkuhl

      @ anonymer Verfasser „amika oksal“ am 4. März 2016 um 05:26:

      Ich denke Sie leiden unter Verfolgungswahn. Vor zwei Jahren befand ich mich beruflich im Ausland. Ihre geistigen Ergüsse können Sie gerne an andere weitergeben.

      Aber danke für den Kommentar zu den Dingen, die Ihnen fremd sein dürften. Leider haben nicht Sie die Deutungshoheit in Deutschland. Und wenn es um Fachkompetenz geht, auch nicht die Bildung um Relevantes beizutragen.

      Sie möchten wol Ihr verbleibendes Leben mit Hass, Rachegefühlen, Verdruss und dem ständigen Nachdenken über die Zukunft verbringen? Ich bin der Meinung, das für die Beteiligten rein GAR NICHTS positives oder greifbares mit Ihren zusammenfantasirte Horrorgemälden erreicht wird. Es werden lediglich alte Wunden emotional wieder aufgerissen und Menschen an die Zukunft erinnert, indem man in Einzelheiten das Leid, die Grausamkeiten und das Elend gedanklich reprodiziert.

      Meinen Sie ernsthaft , das dies zu besserer Gesundheit, besserem emotionalen Wohlbefinden oder zu sonst irgendetwas Positivem bei den Angesprochenen beiträgt?

      Es ist ein „Wiederkäuen“ von emotionalen Katastrophen und Traumata der Zukunft , die nur zu Traurigkeit, Verdruss und dem Unverständniss über fehlende Gerechtigkeit und dem Unverständniss des Zulassens seitens Gottes bei gläubigen Menschen auf der Welt beiträgt.

      Allerdings sollten Sie sich fragen, wenn sie hier schon die moralische Keule herausholen, welche Partei Sie inden letzten Jahren gewählt haben.

      Und abschliessend, gebe ich Ihnen den Rat, sich weniger Gedanken über meine Lektüre und meine menschlichen Eigenschaften zu machen und lieber Ihre eigene politische Weiterbildung im Auge zu behalten. Aber Vorurteile über Andersdenkende sind ja bekanntlich treuer als Hunde.

      • @ sabrina

        Wie man schon an meinm Namen erkennen sollte, habe ich eine nichtdeutsche Abstammung. Ihre Versuche mich als unwissend abzuqualifizieren ,schlagen leider fehl. Ich stamme aus Afghanistan und habe dort meine komplette Kindheit und Jugend verbracht. Und wenn mir jemand etwas zum Thema erklären will, sollte er nicht mit faktenlosen Blödheiten aus der B*** Zeitung kommen. Grüssen Sie Ihre treuen Hunde.

        • Abdhel Taifun Khoury ibn Hanbal al-Aschʿarī

          @ amika oksal

          Komisch, das letzte Mal haben Sie behauptet, Sie kämen aus dem Irak und hätten jahrzehntelang auf einer russischen Ölplattform im südchinesischen Meer für saudische Prinzen das Abendessen gekocht. Wieder heimlich an Omis Cognac-Flasche geschnuppert? Sie scheinen mir recht verwirrt, junge Frau, amika oksal. Als Einstieg ins Thema möchte ich Ihnen für die nächsten sechs, sieben Jahre das genaue Studium aller 48 Bände von „The biographical encyclopaedia of Islamic philosophy.“ empfehlen (Rsg.: Oliver Leaman, Thoemmes Continuum, London u. a. 2006 ff).

      • @ Sabrina Lehmkuhl

        „Sie möchten wol Ihr verbleibendes Leben mit Hass, Rachegefühlen, Verdruss und dem ständigen Nachdenken über die Zukunft verbringen?“
        Nein , vielleicht mit lesen und lachen über einfältige Kommentare dementer Foristen, die das Haus 1978 das letzte Mal verlassen haben.

        • Hermine Schneider-Biesenbringck

          Ulrike, pfui, pfui, pfui !

          Wie Sie hier mit der Kleinen von Familie Dr. Lemkuhl umspringen, ist nicht schön. Sie scheinen mir nicht sehr viel auf die Gedanken und Meinungen von jungen studierenden Menschen zu geben, die nicht einfach nur nachplappern, was SIE, Ulrike, gerne hätten. Diese sehr ungezogene Art der Herabsetzung und der Menschenverachtung stellt eigentlich sofort alles infrage, was Sie hier im Blog bisher unter Ihren anderen Pseudonymen geschrieben haben, „Ulrike“ bzw. „amika oksal“, „Pia S.“, „Iris Damm“, „Thomas Herrman“, „hagen“, „Susan“, „Horst Hinze“, „Stevning“, „Sigmar“, „gerd“, „Andreas“, „Heinz Ehlers“, „Connie“, „Thomas Hinrichs“, „Lothar Lantag“, „Fatma Uysal“, „Sabrina Lemkuhl“, „Kuddel“, „Tuna Meinrath“, „Juliane Schweigert“, „Horst“ und „Micael Wagner“

    • Der Soziologe Hans-Georg Soeffner hat neulich in der „FAZ“ noch mal erklärt, dass der „Wir sind das Volk“-Ruf ins Mythisch-Leere geht: „Seit 1945 führten Flüchtlingsbewegungen, Aus- und Rückwanderung, Armuts- und Arbeitsmigration, politische Asylsuche und gezielte Anwerbung von Fachkräften, aber auch ganz alltägliche studentische und berufliche Mobilität dazu, dass sich, bezogen auf die jüngsten vier Generationen, fast in jeder dritten deutschen Familie Zuwanderer finden. Heute hat jeder zweite Deutsche nichtdeutsche Wurzeln und ist jeder achte Einwohner Deutschlands im Ausland geboren und innerhalb der vergangenen 60 Jahre als Einwanderer nach Deutschland gekommen. Schon 2013 lebten 10,7 Millionen Einwanderer aus 194 Ländern in Deutschland.“

      Deutschland ist eine Verfassungsnation. Auf dem Grundgesetz gründet der deutsche Patriotismus nach dem Krieg. Und diesem Staat ist auch die DDR beigetreten. Wir leben im Staat des Grundgesetzes, nicht im Ethno-Deutschen Reich irgendwie „erdgeborener“ Autochthoner. Unsere Kultur und unsere Werte sind von solcher Art, dass man ihnen beitreten kann. Es ist eine Bekenntniskultur, keine Abstammungskultur.

      • Zitat: „Unsere Kultur und unsere Werte sind von solcher Art, dass man ihnen beitreten kann. Es ist eine Bekenntniskultur, keine Abstammungskultur.

        Man kann ihr sicher beitreten. Aber nur wenn man Willens ist.
        Wenn man es vorzieht einer diktatorischen, faschistoiden und politisch-religiös geprägten Ideologie hinterherzulaufen,die dogmatisch andere Menschen als Ungläubige und Untermenschen abqualifiziert und bekämpft, ist dieser Wille wohl kaum vorhanden.

  39. hier ein schönes beispiel für das größte raubtier auf erden, den menschen.
    http://quelleinternet.faz.net/
    Tierisch gute Freunde.

  40. http://www.sueddeutsche.de/politik/spd-vor-den-wahlen-fuenf-gruende-warum-die-lage-der-spd-so-schwierig-ist-1.2892405
    die spd ist einfach nicht mehr lernfähig. zuviele kleben an ihren stühlen. und wenn es der stuhl vom katzentisch der cdu ist.

  41. @ hh jenckel

    Hier noch einmal ein Hinweiss wegen die vielen Behauptungen und den Gegendarstellungen über „Flüchtlinge“:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article152833966/Nur-jeder-Zehnte-flieht-vor-Krieg-und-Verfolgung.html

    Wenigstens die Griechen haben es erkannt. Bei HH Jenckel und Bruns dauert es noch ein paar Jahre.dann erkennen sie auch den entscheidenden Unterschied.

    • Na sehn Sie, Iris Damm, so geht’s doch auch !
      Von einem Freund, der einige Jahre als Pfleger in der Psychiatrie gearbeitet hat, hörte ich sogar einmal die folgende Geschichte: Ein Patient wurde dabei beobachtet, wie er stundenlang auf die Uhr schaute und in regelmäßigen Abständen lauthals fluchte und Verwünschungen ausstieß. Darauf angesprochen, was er denn da mache, jammerte die arme Seele, daß er befürchte, nicht mehr ganz richtig im Kopf zu sein, weil früher, da habe er durchaus eine Stunde schon mal in zwanzig Minuten geschafft.

    • Iris Damm
      unterscheiden christliche werte klimaflüchtlinge ,kriegsflüchtlinge ,wirtschaftsflüchtlinge? da ich atheist bin muss ich wohl diese frage eher einem christen stellen, oder sind sie einer?

      • @ bruns

        Nein, aber der Gesetzgeber hat klare Richtlinien für die Zuwanderung, Migration und die Einreise durch Flüchtlinge, ebenso die EU und die Regelungen Dublin und Schengen. Da der christliche Glaube nicht über dem Gesetz steht, ist klar, was in einem säkularen, demokratischen Land angewendet wird.

        • Andreas
          Nein, aber der Gesetzgeber
          wer ist denn der gesetzgeber? nicht wir? welches abgehobene wesen soll es denn sein?

      • Mensch Bruns, wir leben nicht in einem Gottesstaat, die Regierung hat dem Land und dem deutschen Volk zu dienen, sie sollten mal ins Grundgesetz schauen und ihre Weltanschauungen nicht immer nach der Wetterlage ausrichten.

        • Ginster
          wo leben wir denn? die kirche hat ein eigenes arbeitsrecht und eine eigene gerichtsbarkeit.
          ob das eine parallelwelt ist, oder ist sie doch mitten unter uns? wenn sie ein kind haben und es in einen evangelischen , oder katholischen kindergarten bringen, werden sie eine antwort auf meine frage sehen.

      • Iris Damm
        eine kleine denkhilfe für scheinheilige christen
        Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

        41Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!

        42Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben.

        43Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht.

        44Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient?

        45Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.

        46Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.

        • @ bruns

          Das Sie Atheist sind , erkennt man an den Zitaten , die Sie im Zusammenhang zum Thema erwähnen. Die Worte waren nicht an die jenigen gerichtet, die Christen und Juden als Todfeinde ansahen und ihnen nach dem Leben trachteten.
          Ausserdem, wurde ja bereits klar, daß in einem säkularen Staat, die Religion dem Gesetz untergeordnet ist.

  42. ihr lieben user, hier darf man sogar chinese sein, selbst wenn man ein prachtvoller neger ist. roberto lässt euch alle grüßen. er teilte mir mit: ein bisschen spaß muss sein.