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Bleibt Merkels Platz im Politiker-Olymp frei ?

Hans-Herbert Jenckel
Hans-Herbert Jenckel

 

(Den Blog.jj schreibt Hans-Herbert Jenckel, der Geschäftsführende Redakteur und Online-Chef der LZ. Gastbeiträge sind willkommen.)

 

 

 

Lüneburg, 15. März

„Wir können als erstes Industrieland der Welt die Wende zum Zukunftsstrom schaffen.“

Angela Merkel zur Energiewende. Ihr Husarenstück.

„Ich möchte gerne unterstreichen, dass wir in der Tat in der gemeinsamen Verantwortung, die wir in der Bundesregierung fühlen, dafür Sorge tragen wollen, dass die Sparer in Deutschland nicht befürchten müssen, einen Euro ihrer Einlagen zu verlieren.“

Angela Merkel gibt den Sparern in der Finanzkrise eine Garantie. Sie spielt Vabanque

„Wir schaffen das.“

Angela Merkel zur Flüchtlingskrise, ein Aufruf, den große Teile der Bürger nicht glauben.

Angela Merkel steht nicht erst seit dem Wahlsonntag im Schach. Da steht sie schon länger.  Die eine Gruppe, die sich als Mehrheit der Deutschen versteht, schreit schon:  „Schachmatt!“  Und die andere Gruppe, die sich auch als Mehrheit der Deutschen versteht, ruft: „Nicht nachgeben, du schaffst das!“

Die zwei Lager spiegeln sich in den LZ-Leserbriefen zur Flüchtlingskrise wider.  Die Kanzlerin wird mal für ihre „historischer Leistung“ gelobt, die Flüchtlinge aufzunehmen, die Grenzen offen zu halten, mal für die „historischer Fehlleistung“ abgestraft, Deutschland nicht zur Festung  gegen den Ansturm der Wirtschaftsflüchtlinge ausgebaut zu haben.

Schon bald wird sich zeigen, ob es ihr am Ende so gut ergeht wie ihrem Ziehvater Helmut Kohl, der als „Birne“ und Aussitzer gestartet ist und heute als  Kanzler der  Einheit im Politiker-Olymp sitzt.  Oder ob Merkel die Kanzlerin wird, von der nur dieser eine Satz bleibt: „Wir schaffen das.“  Ein Versprechen, dass sich nicht mit noch so viel Geld erfüllen lässt, sondern nur im Konsens mit der Gesellschaft. Und darum steht es schlecht. Vielmehr passiert der CDU gerade mit der AfD, weil sie rechts ein Vakuum hinterlassen hat, was der SPD mit der „Linken“ passiert ist. Sie verliert Stammwähler an eine neue Partei.

Natürlich hätte Merkel Deutschland auf Zeit von den Krisen dieser Welt etwas fernhalten können.  Allerdings hätte sich nur die Verhältnisse von Zustimmung und Ablehnung  in der Flüchtlingskrise verkehrt. Die, die heute auf sie einhacken, wären still und zufrieden, und die, die ihr heute den Rücken stärken, würden ihr in den Rücken fallen. Im Schach stünde sie trotzdem.

Kanzlerin Merkel ist der Kristallisationspunkt, an der sich die Flüchtlingskrise festmacht. Die Interpretationen nach den Wahlen allerdings sind vielschichtig. Die einen sagen, Merkels Beharrlichkeit sei der Untergang der Union, sie habe den Aufstieg der AfD erst möglich gemacht. Die anderen interpretieren die Wahl  vielmehr so: Wer auf Merkels Kurs gefahren ist, hat gewonnen. Aber das alles lenkt völlig von der eigentlichen Tragödie ab, die sich Sonntag in harten Zahlen gezeigt hat: Der gesellschaftliche Konsens unter Demokraten ist durch die Kurzatmigkeit der Politiker in Europa, die nur noch auf Sicht fahren, verloren gegangen. Unwiederbringlich.

Zum Abschluss also noch einmal Merkel:  „Überall stoßen wir auf ein Denken, das kein Morgen kennt.“

 

Hans-Herbert Jenckel

13 Kommentare

  1. die frage ist, ist die demokratie, wie es die politiker verstehen, denn überhaupt die richtige für ihre bürger? parteiendiktatur hat mit demokratie nichts am hut. sie sucht nur stimmvieh. ihr wählt uns, den rest machen wir, oder wie war der spruch einer sogenannten demokratin noch mal ? menschen mit visionen sollen doch zum arzt geschickt werden,oder? welche demokraten haben das gesagt!?
    Merkel: „Überall stoßen wir auf ein Denken, das kein Morgen kennt.“ stimmt leider schon länger.

  2. https://www.youtube.com/watch?v=NZlU0zA-gNI
    für die afd zum lernen. und für andere parteisoldaten

  3. „Kein unauflösbarer Widerspruch“

    Grünen-Chef Cem Özdemir stellt Bedingungen für eine schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene: Kohle-Ausstieg, Integration und soziale Gerechtigkeit.
    so reagiert eine beliebige partei. futtertröge sind eben sehr wichtig.

  4. https://www.youtube.com/watch?v=_ByyFE2FW3I
    in der politik gibt es kein olymp. da gibt es nur gewinner und verlierer. die mehrzahl verliert.

  5. Georg Schramm: Hans-Olaf Henkel ist ein neoliberaler Rassist, weil er in Amerika gesagt hat …die Finanzkrise gäbe es nicht, wenn man der schwarzen Unterschicht verboten hätte, Kredite aufzunehmen.http://www.youtube.com/watch?v=SlY6Gg5Riek&feature=player_embedded#!
    so sind sie ,unsere biederen politiker. treten gern als wölfe im schafspelz auf.

    • Leider hatte Henkel recht, er hätte es aber bei Unterschicht belassen können, denn auch die Kredite an Weiße, die nie in der Lage waren diese zurückzuzahlen gehörten zum Startpunkt der Finanzkrise in deren Verlauf diese faulen Kredite, die bis zum Platzen, ein riesiges Sozialprogramm für die amerikanische Unterschicht darstellten, unkenntlich gemacht wurden und an die Welt und insbesondere Deutsche Landesbanken verkauft wurden.

    • Was hat die Aussage von Herrn Henkel mit Rassimus zu tun?
      Wenn ich behaupte, die Probleme mit der Finanzkrise hätten so nicht stattgefunden, wenn die Dönerlädenbeseitzer keine Kredite bekommen hätten, wäre ich Rassist? Was wäre daran rassistisch? Es geht weder um die Person( die auch blonder Schwede sein könnte) noch um eine nationale Zugehörigkeit, sondern um die Tatsache das die Kredite eine bestimmte Situation hervorgerufen hätten. Mehr nicht.

  6. Bernd
    zwei dumme sprüche. ich lasse mein geld arbeiten. die starken schultern müssen mehr tragen ,als die schwachen. zu punkt eins. geld hat noch nie gearbeitet und wird es auch nicht. zu punkt zwei, bei uns tragen die schwachen schultern die schweren geldsäcke der reichen. warum? wer zahlt die zinsen? wer muss also für die wertschöpfung sorgen? der reiche sitzt auf seinem geldsack und wartet, dass er schwerer wird. der arme soll sich gefälligst was einfallen lassen, damit er für den gewinn des reichen aufkommen kann. dabei wird er völlig allein gelassen. dazu kommt noch, wer was gutes tun will, muss erstmal für die bedingungen sorgen. ich bin reich ,weil du arm bist. deswegen gibt es bei uns die tafel. ein maschmeier beutet vorher aus, um dann angeblich großzügig zu sein. er spendet. dieses system findet nicht nur bei uns statt, in den usa ist es nicht anders. und wenn dort ein milliardär die hälfte seines vermögens spendet , ist er ein guter mensch. wie er zu diesem reichtum gekommen ist, wird leider nie gefragt.

  7. hier ein grund ,warum die afd so erfolgreich ist. rot-grüne politik 2004 https://www.youtube.com/watch?v=zeXfMu2u3Do