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Mehr Platz fürs Rad bedeutet immer auch Verdrängungskampf gegen die Vormacht des Autos

Nils Dittbrenner
Nils Dittbrenner

 

 

(Nils Dittbrenner hat von 1998 bis 2007 in Lüneburg Kulturwissenschaften studiert, hier gearbeitet und ist hier gerne geradelt. Heute lebt er in Frankfurt am Main. Der Blog-Beitrag über die Lüneburger Rad-Visionen, die im rot-grünen Koalitionspapier verstauben, hat ihn angestachelt. Hier sein Beitrag.) 

 

 

Lüneburg, 9. Mai

Ich habe selbst von 1998-2007 in Lüneburg gewohnt und kehre immer noch jährlich zurück, seit 2008 wohne ich jedoch in Frankfurt/M und finde es daher äußerst interessant, das mal zu vergleichen.

In meiner Wahrnehmung war Lüneburg immer ein verkehrspolitisch progressives Örtchen (wohl aufgrund der autofreien Innenstadt, die ich als junger Student super fand), weswegen mir der Kommentar etwas die Augen geöffnet hat.

Sie haben nämlich Recht.

Einige der Probleme scheinen daher zu rühren, dass Lüneburg ein Subzentrum ist und Autos ihren Platz um die Stadt herum bekommen haben. Daran hat man sich gewöhnt.

In Frankfurt (immerhin die autofreundlichst geplante Stadt Deutschlands der 70er und 80er), hat sich der Fahrradanteil seit meiner Ankunft deutlich erhöht, was vor allem Frucht geänderten politischen Willens ist. Die Innenstadt wurde beruhigt, entgegen der Einbahnstraße darf nahezu überall gefahren werden, und wenn irgendwo was neu geplant wird, wird mit dem Fahrradverkehr geplant. Macht ja auch Sinn.
Dazu noch viele neue Abstellmöglichkeiten. Viel mehr als in Lüneburg.

Hier wie dort liegt vieles am nicht vorhandenen Platz, mehr jedoch am nicht vorhandenen politischen Willen.

Meine – vielleicht steile, weil wenig fundierte – These mit der autofreien Innenstadt war, dass vielleicht in Lüneburg einiges liegen gelassen wurde, um sich den Burgfrieden rund um die autofreie Innenstadt nicht zu verscherzen.

Frankfurter Bürger haben zur selben Zeit wie die Lüneburger erfahren, dass mehr Autos in der Stadt diese nicht schöner machen und kämpfen seither einen zähen Verdrängungskampf gegen die Vormachtstellung des Automobils. Das dauert, aber die Verkehrsflächen müssen dem Pkw abspenstig gemacht werden, was zu einer überlegteren Nutzung des freiwerdenden Platzes führt.

Ich hoffe für die Lüneburger, dass sich da bald etwas ändern wird und ein Radverkehrskonzept für die Bürger erarbeitet wird. Also Fahrradwege und -straßen und eine vernünftige, sichere Anbindung der verschiedenen Stadtteile an die Innenstadt. So oder so gilt aber: Es muss halt nur jemand machen 😉

Viele Grüße aus Frankfurt, Nils Dittbrenner

135 Kommentare

  1. Hi Nils,

    ich verstehe nicht genau, was du sagen willst. „Burgfrieden rund um die autofreie Innenstadt“? Wovon sprichst du? Autofreie Innenstadt Lüneburg? Grapengießer und Bäckerstraße im Wesentlichen. Seit den frühen Siebzigern Knapp 500 Meter Fußgängerzone eben, wie die Zeil zwischen Haupt- und Konstablerwache und der Römerberg auch. Frankfurter Bürger kämpfen „einen zähen Verdrängungskampf gegen die Vormachtstellung des Automobils“? Wie genau geht das vor sich? Sit-ins auf der Friedberger Landstraße und kalte Besetzung von zentralen Parkhäusern am Börsenplatz durch Radler? Es gibt mehr Abstellmöglichkeiten am Main? Frankfurt ist genau zehnmal so groß wie Lüneburg an der Ilmenau!

    Mehr Rad bedeutet weniger Auto. Das ist das theoretisch triviale, aber praktisch schwer zu erreichende Ziel des Bemühens überall auf der Welt (mit Ausnahme von Spiekeroog, Melbeck und Venedig).

    • Hi Tim.
      Nicht doch, Lüneburg’s Innenstadt ist „komplett“ autofrei, von Einsatzfahrzeugen und Bussen mal ausgenommen.
      Den Verdrängungskampf – etwas plakativ vielleicht – nehme ich immer wieder wahr, man wird mittlerweile aber weniger häufig angehupt wenn man zb die kurt-schumacher-str runterradelt.
      In meiner Wahrnehmung Sind beide Städte zu klein für die verschiedenen verkehrsformen, in Ffm hat sich in der Hinsicht die letzten Jahre aber scheinbar mehr getan als in Lg, siehe den Text auf den ich bezug nahm.

      • Oliver Buddenhagen

        Ahoi, Nils Dittbrenner, ich bin nicht der Meinung, dass „mehr Platz fürs Rad […] immer auch Verdrängungskampf gegen die Vormacht des Autos“ bedeutet. Ich glaube an eine Koexistenz. Wenn meine Freundin und ich freitags nach Hamburg ins Noho (im Hamburger „Melting Pot“ zwischen Reeperbahn und Große Freiheit auf der einen und Nobistor und Holstenstraße auf der anderen Seite) fetzen, nehmen wir mein 911 Turbo S Cabriolet, aber wenn wir uns sonnabends mit unseren Buddies zum Brunch in der Schröderstraße oder zum Hummerfrühstück in Bergströms Marina verabreden, schwingen wir uns aufs Fullsuspension SX Disc Tour City-Bike.

    • Nils Dittbrenner

      Hi Tim,
      die gesamte Innenstadt von Lüneburg ist autofrei mit Ausnahme von Einsatzfahrzeugen und ÖNV. Gemessen an der Größe der Stadt ist das schon ganz schön viel.
      (Kuhstraße, Apothekenstraße, Katzenstraße, Obere / Untere Schrangestraße, Am Berge, Glockenhof, nur um ein paar zu nennen die zu den o.g. zwei Straßen noch hinzukommen)

      Der „zähe Verdrängungskampf“ ist natürlich eher bildlich gemeint. Außer der Critical Mass „Demonstrationen“ gibt es natürlich keine Sit-Ins oder sonstige Aktionen.
      Was sich aber in den letzten Jahren geändert hat: Auf zweispurigen Verkehrsachsen wie der Kurt-Schumacher-Straße oder Berliner Straße werden Fahrradfahrer nur noch selten angehupt. Man kann sogar durchaus „mit“ dem Auto-Verkehr radeln. Entgegen der Einbahnstraßen sowieso (seit neuestem sogar die Berger Straße hoch), was nicht allen Autofahrern gefällt.
      Auf dem Alleenring sind Fahrspuren für Autos verengt worden, dafür gibt es nun Fahrradstreifen.

      FFM wie LG haben potenziell ein Platzproblem, um alle Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Fahrrad / Zweirad, Auto) vernünftig unterzubringen, in FFM wird jedoch wenigstens an der Infrastruktur gearbeitet, um die Platzverteilung etwas gerechter zu gestalten.

      Mein „Beitrag“ war ursprünglich eine Email an Herrn Jeckel auf seinen Blogartikel hin, der die Lüneburg Lokalpolitik kritisiert hat. Und dort scheint der politische Wille anders als in FFM irgendwo erstickt zu sein (daher die „Burgfrieden-These“)
      Die gesamte Innenstadt von Lüneburg ist autofrei, aber sie scheint dadurch nicht unbedingt Fahrradfreundlich zu sein. FFM ist weit davon entfernt, ein tipp-topp Gegenbeispiel zu sein, aber immerhin wird hier mittlerweile mit dem Fahrrad geplant. Voilà!

      • Hallo Nils, wusstest du, dass zu den wenig bekannten Fakten über Fakten gehört, dass auch Faktenschecks ungedeckt sein können?

    • Nils, super deine Reaktion, dankschön für die vielen Worte. Du hältst Lüneburg und Frankfurt tatsächlich für zu klein, um die Koexistenz von Auto und Fahrrad zu erlauben? A) Es gibt neben diesen beiden „Verkehrsformen“ noch weitere: in Ffm Busse, Straßen, U- und S-Bahnen, in LG Busse und Pferdekutschen — und in beiden Städten: die Fußgänger! B) Ich denke, es sollte in die Richtung gehen wie in Groningen: zwei große, kreuzförmig die gesamte Stadtfläche in alle vier Himmelsrichtungen querende reine Fahrradautobahnen, echte Autofreiheit zwischen Sand, Reichenbachstraße und in der gesamten Altstadt, ein sehr gut ausgebautes und gepflegtes Radwegenetz, generelle Vorrangschaltung für Radler im erweiterten Zentrum, inklusive Wetterschaltung mit verlängerten Grünphasen für Radler bei Regen und Schnee, aber nicht nur Verbote für PKW, sondern Erhöhung der Attraktion, schon allein aus praktischen Gründen lieber das Rad als das Auto zu benutzen. (Vgl. unten: Lesetip „Groningen“ von Kommentator Georg Dahlmann am 12. Mai 2016 um 19:39 h)

      Du hast recht, der Fußgängerbereich in LG ist nicht Fahrradfreundlich, aber a) andernfalls wäre es kein Fußgängerbereich, b) er ist klein, man erreicht jedes Ziel schiebend in weniger als 15 Minuten, c) der Bereich ist leicht zu umrunden und von jedem beliebigen Punkt einfach zu begehen (natürlich sollte es überall genügend Abstellplätze geben).

      Leider auch nur sehr eingeschränkt fahrradfreundlich sind die meisten sternförmig vom Sand an die Peripherie führenden Straßen und Wege sowie ihre (wie in einem Spinnennetz) ringförmig laufenden Verbindungspfade. Das ist unser eigentliches Radstadt-Problem. Du hoffst „für die Lüneburger, dass sich da bald etwas ändern wird und ein Radverkehrskonzept für die Bürger erarbeitet wird.“ Ich sage dir, „Konzepte“ werden da leider nicht genügen! Sie lassen sich nämlich während der „Legislaturperiode“ nur immer allzu leicht in der großen Aktenschrank- oder Schreibtischschublade des „Nachhaltigkeitsbeauftragten der Hansestadt Lüneburg“ einlagern, um wenige Wochen vor der nächsten Wahl aufgeregt wieder hervorgekramt und hektisch herumgewedelt zu werden, so dass viel scharf zischender Wind entsteht und mächtig Staub aufgewirbelt wird.

      Viel besser als das ewige „Konzipieren“ wäre also, wie du ja selbst schreibst, das stetige „Realisieren“, das Anlegen und Ausbauen von „Fahrradwegen und -straßen und eine vernünftige, sichere Anbindung der verschiedenen Stadtteile an die Innenstadt.“

      Dein Wort in OberUlis Ohr, Nils!

  2. tja, wenn man dann auch noch an zusätzlichen toiletten denkt, schmunzel, schließlich ist man mit dem rad nicht ganz so schnell unterwegs, oder vielleicht doch?und wenn dann noch der service der kaufleute hinzukommt und ein benehmen, was dem radfahren nicht abträglich ist, könnte man glatt glücklich werden. wenn das wörtchen wenn nicht wäre.

  3. … „ein benehmen, was dem radfahren nicht abträglich ist, könnte man glatt glücklich werden“

    Ja, das finde ich auch.
    Wenn ich bedenke( und ich bin Rad-und Autofahrer) wieviele Radfahrer gestern bei Sonnenschein auf dem Fussgängweg vor meinem Lieblingseiskaffee, Fussgänger angefahren, weggedrängt oder weggeklingelt haben( es waren in 1Std. 32!), sollte man meinen, es gäbe nur noch Radfahrer mit Sonderrechten gegenüber allen anderen, um glücklich zu werden.
    Der absolute Wahnsinn: Ein ca. 25 jähriger Radler( mit Aufkleber No Nazis, No AKW, No AFD auf dem Rad) raste an einer Frau mit „Rollator“ vorbei und berührte sie mit dem Lenker , wobei er klingelte. Wohlgemerkt; auf dem Fussweg!

    Wenn ich dann höre, wie über alle anderen gemeckert wird und dann noch das Verdrängen von Autos und LKW gefordert wird, wird mir übel.
    Das diejenigen , die absolut NICHTS zur Infrastruktur beitragen,während andere Verkehrsteilnehmer viel Geld zahlen müssen, die grössten Nutzniesser im Strassenverkehr werden sollen, macht mich wütend.

    Und das der italienische Cappuccino, die Mango, der griechische Joghurt nicht mit dem Fahrrad in den Supermarkt transportiert werden können,muss einem auch klar sein. Ebenso, daß eben nicht alle Arbeitnehmer im sozialpädagogischen Dienst nebenan tätig sind und Steuern zahlen, sondern auch Menschen, die 100 oder mehr Kilometer fahren und Schichtdienst verrichten , um zu arbeiten und letztlich ein vielfaches an Steuern ( KFZ St., Vers. St. ,Mineralöl St, Bevorratungszuschlag, Ökosteuer, Mwst auf Ersatzteile,usw.) zahlen müssen.
    Da stellt sich die Frage: Wer verdrängt wen?

    • @ Ricardo
      Sorry, anscheinend leben Sie auf einem anderen unbekannten Planeten.Gibt es ausser Ihnen dort noch andere Sozialpädagogen , die vor längerer Zeit aufgehört haben ihre Umwelt wahrzunehmen?

  4. Herbert Ramelow

    „entgegen der Einbahnstraße darf nahezu überall gefahren werden, und wenn irgendwo was neu geplant wird, wird mit dem Fahrradverkehr geplant. Macht ja auch Sinn.

    Bei diesem Satz habe ich aufgehört zu lesen! Sinn dabei entgegengesetzt zur Einbahnstrasse fahren!

    Wieviele Fussgänger haben Sie heute bei roter Ampel abgeschossen und auf dem Fussweg abgedrängt?

    • Nils Dittbrenner

      Hallo Herr Ramelow,
      in Frankfurt darf in den meisten Wohngebieten gegen die Einbahnstraßenrichtung geradelt werden.
      Das funktioniert sehr gut, die Autos sind eh meist auf Parkplatzsuche und langsam unterwegs.

      Und Ich habe auch heute keine rote Ampel missachtet, keine Fußgänger abgeschossen oder auf dem Fussweg abgedrängt.

      • Herbert Ramelow

        @Nils
        Grosses Lob von mir.Bitte weiter so.
        Sie können sich gar nicht vorstellen, was man erlebt wenn man ( nicht freiwllig) 30.000 km im Jahr fährt.

        • Nils Dittbrenner

          @Herbert
          Ich fahre jeden Tag 19 km mit dem Rad durch die Stadt. Ich habe auch schon viel erlebt.
          Zu Regelverstößen: Auch als Autofahrer habe ich hin & wieder vergessen, den Blinker zu setzen. Als Radfahrer halte ich nicht an jeder roten Ampel unbedigt.

          Als Autofahrer bewege ich jedoch eine gute Tonne an Gewicht, davon vieles, was mir Sicherheit verspricht. Beim Rad bewege ich nur mein eigenes + 25 kg, habe aber keine Knautschzone. Direkt vor meiner Wohnung ist eine Ampel an einer zweispurigen Straße. Subjektiv sind die Autos, die bei 70 km/h und dunkelorange noch rüberrutschen weitaus gefährlicher als die Radfahrer und Fußgänger, die ihr jeweiliges Signal missachten, aber wir sollten uns nicht zu gegenseitigen Schuldzuweisungen hinreißen lassen.
          Dennoch: Die Konsequenzen von derartigen Regelverstößen sind nicht zu vergleichen.

          Allein schon aus diesem Grund halte ich mich an Hauptstraßen, im Berufsverkehr bzw. im Verbund mit anderen PKW grundsätzlich an Ampeln (sehe aber täglich auch Idioten, die dies nicht tun).

          Mit etwas Rücksicht, etwas Demut und gegenseitigem Respekt v.a. dem jeweils schwächeren gegenüber (Auto->Rad->Fußgänger) wäre m.A.n. schon viel gewonnen.

          • Hallo Nils Dittbrenner. Sehe ich auch so. Meine Strecke von Kirchgellersen zur Arbeit in Kaltenmoor und zurück ist alles andere als idyllisch und führt größtenteils an stark befahrenen Straßen entlang. Dafür bin ich fast durchgehend auf Fahrradwegen unterwegs. Wobei ein Fahrradweg nicht gleich den Weg ins Glück bedeutet. Ein Fahrradweg ist halb Pfad der Tugend, halb „Fight Club“. Natürlich fühlt man sich den Autofahrern überlegen, die bräsig in ihren Spritfressern den Stau absitzen. Aber keine Fahrt auf dem Rad ohne Momente des Zorns.

            Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, Fahrradfahren sei entspannend. Ist es nicht, jedenfalls nicht in unserer Stadt. An schlechten Tagen möchte man am liebsten absteigen und mit einer Luftpumpe fremde Menschen verprügeln: den Fußgänger, der aufs Handy glotzend auf den Radweg rennt; den Radler, der einem den Weg abschneidet; die ungezählten Autofahrer, die einen fast plattmachen.

            Das Problem: Fahrradfahren bringt auch bei mir selbst Seiten zum Vorschein, die mir peinlich sind. Bei Rot über die Ampel, Überholen von anderen Radfahrern mit Millimeterabstand – um nicht aus dem Tritt zu kommen, benehme ich mich oft dreist. Als Radfahrer lege ich die Straßenverkehrsordnung jedenfalls flexibler aus als Autofahrer. Und ich pöble und gestikuliere mehr.

            Vielleicht liegt es daran, dass man sich auf dem Rad schutzloser fühlt als im Pkw und öfter provoziert wird; vor allem liegt es aber daran, dass man den feinen Unterschied zwischen Kavaliersdelikt und Rücksichtslosigkeit selbstgerechter auslegt. Mein Fußgänger-Ich und mein Autofahrer-Ich würden meinem Radfahrer-Ich bestimmt auch gerne mal eins mit der Luftpumpe verpassen.

    • Ludwig Hüttner

      Hallo Ricardo Ramelow,

      kann es sein, dass Sie massive Vorurteile haben und Ihre „Wut“ (!) und „Übelkeit“ (!) beim Gedanken an Velopedalisten vor allem daher rühren? Ich bin ein 47 jähriger Radler (ohne „Aufkleber No Nazis, No AKW, No AFD auf dem Rad“ (wo sollte ich die auch hinbappen?)), der seit 21 Jahren frühmorgens bei jedem Wetter von Oedeme zum Johanneum hochstrampelt und abends wieder zurück (manchmal fahre ich die Strecke auch zweimal am Tag, im Winter oft auch bei Dunkelheit). Noch nie habe ich solche von Ihnen beschriebenen Rüpeleien durch Radfahrer beobachtet, habe aber schon ungezählte Situationen erlebt, in denen die Führer von Kraftfahrzeugen es an Rücksicht, Achtsamkeit und Regelbefolgung haben fehlen lassen – und das vermutlich nicht aus Böswilligkeit, sondern weil die Straßen- bzw. die Verkehrswegeverhältnisse für alle Parteien unübersichtlich gewesen sind.

      Ihre Wortwahl, Herr Ricardo Ramelow, wenn Sie mit Herrn Dittbrenner über die Vor- und Nachteile der künftigen Fahrradstadt Lüneburg philosophieren, finde ich ziemlich daneben. Und dass Sie zweimal in Ihren direkt aufeinander folgenden Schimpfkanonaden allerhand schlecht durchdachte Vorwürfe (Ihre Infrastruktur-Finanzierungstheorie ist geradezu lachhaft grotesk) miteinander vermengen und von sicher denkbaren Einzelfällen auf eine ganze Gruppe von Verkehrsteilnehmern schließen (denen Sie dann absurder Weise auch noch bestimmte Einkaufs- und Ernährungsgewohnheiten unterstellen), verleiht Ihren übellaunigen Ausbrüchen eine Art von unfreiwilliger Komik, die mich sehr stark an Alfred Tetzlaff erinnert.

      • @ Ludwig Hüttner

        Eine Frage: Leben Sie auf Hallig Hooge?
        Mittlerweile nennt selbst die Polizei die Radfahrrambos, die “ 11.Plage auf 2 Rädern“.
        Unglaublich was sich tagtäglich abspielt. Mit einer geradezu egoistischen Selbstverständlichkeit werden rote Ampeln missachtet ,Fussgänger gefährdet und „UMGEFAHREN“ AUF dem *FUSSWEG*, dann geklingelt und die Person die *keinerlei Schuld hat* auch noch *angepöbelt* und dann *Fahrerflucht* begangen.
        Ich erlebe im Jahr bei meiner Tätigkeit im Aussendienst „Tausende“ solche Fälle. Incl. Fahrerflucht und offensichtlich eingebauter Vorfahrt bei Signalanlagen , die auf Rot stehen. Und solche Verkehrsrowdys wollen mehr Rechte und mehr Platz, mehr Akzeptanz?
        Man nimmt die gefühlten 10% die sich korrekt verhalten, gar nicht mehr wahr.
        Und Ihr Kommentar kann nur von einem zeugen; nämlich von der Empörung, erwischt worden zu sein. Sonst hätten Sie viel gelassener reagiert, da Sie nicht zu dieser Gruppe gehören und hätten sich nie angesprochen gefühlt.

    • Auch das gibt´s

      Berlin-Neukölln – 11. Mai 2016

      Eigentlich eine typische Szene im Berliner Straßenverkehr: Auto- und Radfahrer streiten. Für Piraten-Fraktionschef Steffen Burger (31) endete das jetzt jedoch mit Verletzungen im Krankenhaus.

      Der Neuköllner wurde ganz schön zugerichtet. Via Twitter verbreitete er ein Foto von seinem Gesicht mit schrammen an der Nase, Blut auf der Wange und aufgeplatztem Mundwinkel. Der Kommentar dazu: „Ich wurde heute angespuckt und verprügelt, weil ich Rad fahre.“

      Der Fraktionsvorsitzende der Neuköllner Piraten, der mittlerweile zu den Linken gewechselt ist, das Amt aber bis zur Wahl im September weiter ausführt, wurde am Montagnachmittag in der Karl-Marx-Straße von einem Autofahrer krankenhausreif geprügelt. Vorausgegangen war ein verbaler Streit um zu enges Überholen.

      Steffen Burger radelte nach seinen Angaben auf der rechten Fahrspur der Hasenheide, wo es keinen Radweg gibt. Dabei sei er von einem Autofahrer knapp überholt worden. Er habe ihm „Ey!“ hinterhergerufen, worauf der Mann am Steuer des Opel mit mehrfachem Ausbremsen und Überholen antwortete. Die Gewalttat passierte dann an einer roten Ampel an den Neukölln-Arcaden. Der Autofahrer sei ausgestiegen und habe auf den Piraten-Politiker so eingeprügelt, dass dieser per Rettungswagen in die Klinik gebracht werden musste.

      Die Polizei bestätigte, dass gegen den Opel-Fahrer(47) wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt werde. Der Autofahrer wiederum habe den Radfahrer wegen Beleidigung und Beschädigung seines Außenspiegels angezeigt.

      Lesen Sie mehr auf:
      http://www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/blutiger-streit-opel-fahrer-pruegelt-neukoellner-politiker-vom-fahrrad-24038246

  5. Volkmar Björnsen

    Hallo Herr Dittbrenner,

    Ihre – „vielleicht steile, weil wenig fundierte – These mit der autofreien Innenstadt war, dass vielleicht in Lüneburg einiges liegen gelassen wurde, um sich den Burgfrieden rund um die autofreie Innenstadt nicht zu verscherzen.“

    Wie Tim Wolff offenbar auch verstehe ich diese „These“ nicht. Wer wollte es sich mit wem nicht verscherzen? Was bezeichnen Sie als „autofreie Innenstadt“? Meines Erachtens hatte Lüneburg noch nie eine „autofreie Innenstadt“, jedenfalls nicht, nachdem das Auto erfunden worden war. Was meinen Sie mit „Burgfrieden“? In welchem „Hoheitsbereich“ um welche „Burg“, waren oder sind „Fehden“, also Feindeshandlungen von Privatpersonen untereinander, unter Androhung der „Acht“ verboten?

    Würden Sie Ihre These bitte ein wenig explizieren, damit ich begreife und mancher andere vielleicht auch versteht, worin die Behauptung besteht, für die Sie hier streiten?

    Mit Dank vorab

    Björnsen

    • Nils Dittbrenner

      Hallo Herr Björnsen.

      Ich wollte mit diesem Bild andeuten, dass die Lokalpolitik eventuell das Thema „fahrradfreundlicher Ausbau von Lüneburgs Verkehrswegen“ hat ruhen lassen, da der autofahrenden Bevölkerung ja damals bereits ein ordentlicher Teil Verkehrswege abspenstig gemacht wurde.

      Für Sie vielleicht: Hoheitsbereich der Autofahrer und jeder PKW seine feste Burg.
      Sicherlich können sie aber auch andere Metaphern finden.

      Ich fand die Gegenüberstellung der explizit so beworbenen „autofreien“ Innenstadt Lüneburgs mit jener „autofreundlichen“ Innenstadt Frankfurts reizvoll.

      In Frankfurt wurde o.g. als städteplanerisches Konzept während des Wiederaufbaus nach 1945 bis zu einem bestimmten Grad durchexerziert. (u.a. Straßenbahnlinien stillgelegt)
      Mittlerweile finden immer mehr Stadtbewohner Autos aber gar nicht mehr notwendig und sinnvoll, weswegen sich gerade viel verändert. VG!

      • Volkmar Björnsen

        Hallo Herr Dittbrenner,

        vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Sie präzisieren nun, Sie hätten andeuten wollen, „dass die Lokalpolitik eventuell das Thema ‚fahrradfreundlicher Ausbau von Lüneburgs Verkehrswegen‘ hat ruhen lassen, da der autofahrenden Bevölkerung ja damals bereits ein ordentlicher Teil Verkehrswege abspenstig gemacht wurde.“

        „Die Lokalpolitik“? Wer genau? Ich finde, man sollte immer Ross und Reiter (Vor- und Zunamen) nennen. „Damals“? Ein bisschen arg vage, finden Sie nicht? Dass „der autofahrenden Bevölkerung bereits ein ordentlicher Teil Verkehrswege abspenstig gemacht wurde“, ist, meine ich, eine mehr als verwegene Behauptung. Gibt es tatsächlich Menschen, deren wesentlichste Eigenschaft darin besteht, Autofahrer zu sein? Und würde dieser existentielle Status das Beanspruchen, Zuteilen oder Beachten von Sonderrechten legitimieren? „Abspenstig machen“ klingt nach „über den Tisch ziehen“. Wer wurde hier denn durch spitzbübische Überredung – von wem – dazu gebracht, etwas, das ihm gehörte, herzugeben? Zuletzt, die These dass ein „fahrradfreundlicher Ausbau von Lüneburgs Verkehrswegen“ in der Breite generell darum zurückzustehen habe, weil die Innenstadt (doch wohl vor allem von den Interessenverbänden des Handels) zum fußläufig durchkämmbaren Konsum- und Coffe-Karree „Kaufhaus Lüneburg“ umgewidmet wurde, wäre wohl als Argument bei der Maßnahmenplanung und der ihr entsprechenden Mittelzuteilung selbst dem um schrille, grobschlächtige Einfälle eigentlich nie verlegenen LCM-Vorsitzenden Heiko Meyer zu abenteuerlich.

        Einigen wir uns darauf, dass Lüneburg eine relativ „autoarme“ innerste Innenstadt oder einen verhältnismäßig „verkehrsberuhigten“ Innenstadtbereich besitzt. Dass das Zentrum nicht „autofrei“ sein kann, sollte auch von Frankfurt aus schon ein Blick auf die Parkplätze und Parkhäuser lehren (z. B. „Stadtmitte“, „Karstadt“, „Rathaus“, etc.), aber auch jedes Hotel und jede Behörde lässt sich problemlos mit dem PKW ansteuern.

        Zum „Burgfrieden“: Dachten Sie vielleicht daran, dass Verkehrsentwicklungspläne – besonders, wenn sie die „fahrradfreundlichen Wegekonzepte“ akzentuieren – in Lüneburg immer heftig umstritten waren und sind? Insbesondere der Einzelhandel sieht die autoverkehrsberuhigte Innenstadt wegen der regulierten Erreichbarkeit in ihrer Attraktivität beeinträchtigt und fürchtet Umsatzeinbußen. Weil man mit diesen Befürchtungen, die angeblich auch den Stadtsäckel schmälern und somit in der Folge die Innenstadt infrastrukturell schwächen können, vermeintlich kaum Gehör fand und findet, macht in der Kaufherrenschaft immer mal wieder das böse Wort vom „Politikerversagen“ die Runde.

        Dann wird in „Leuchttürme“ investiert, aber noch lange nicht über die sinnvolle Gestaltung der dazugehörenden Hafenanlagen nachgedacht.

        • Nils Dittbrenner

          Hallo Herr Björnsen,

          ich habe doch geschrieben „wenig fundiert und daher steil“, gerade weil ich weiß dass ich vieles nicht weiß. Daher bitte keine Spitzfindigkeiten.
          Ich lebe seit mehr als 8 Jahren nicht mehr in Lüneburg und kenne mich in der Lokalpolitik nicht aus. Ich weiß nicht genau, welche Akteure Herr Jeckel in seinem Artikel (auf den ich Bezug nahm) nun genau meinte, es ist mir eigentlich auch egal. Es wird wohl die rot-grüne Mehrheit in Lüneburg sein. Hier in Frankfurt regiert schwarz-grün.
          „Damals“ = für Sie: nachdem beschlossen wurde, die Verkehrspolitik dahingehend zu ändern, große Teile der Innenstadt in autoberuhigte Bereiche umzuwandeln.

          Lüneburgs Innenstadt ist wunderbar zu Fuß zu erkunden, irgendwie müssen die Fußgänger jedoch auch dorthin kommen, was die vielen Einfahrtmöglichkeiten und Ausnahmen von der Autofreiheit, die sie nennen, begründet.

          Mit dem Rad kann man durch die Innenstadt nur schwer. An der Innenstadt vorbei fehlt es an ausreichendem Platz, wenn ich mich recht entsinne. Ich habe in meiner Zeit in LG tagsüber häufig mein Rad am Rande der Innenstadt abgestellt und bin dann zu Fuß weiter. Ist ja eh alles Fußgängerzone.

          Was Sie im folgenden ansprechen (Erreichbarkeit, Einzelhändlerangst, Leuchttürme) deutet wohl darauf hin, dass auch für eine Kleinstadt ein neues Verkehrskonzept entwickelt werden muss, das den heutigen Lebenswirklichkeiten (zunehmende Unattraktivität des eigenen PKW, dafür mehr Car-Sharing, Fahrräder und vielleicht auch ÖNV) Rechnung trägt.

          Ich kenne viele Autofahrer, die für einen Ausbau der Fahrradwege sind, a) weil sie selbst auch häufig Radfahren und b) weil es für alle Beteiligten besser ist, wenn entsprechende Wege ausreichend und in guter Qualität vorhanden sind.

          • Lieber Herr Dittbrenner,

            ich danke Ihnen für Ihre geduldige Bereitschaft, auf die hier für Sie eingehende Post dermaßen ausführlich zu antworten. Indem Sie meine hoffentlich nicht zu pedantischen Fragen beantwortet haben, haben wir gemeinsam erreicht, dass Sie Ihre Überlegungen mit weiteren Details angereichert und insgesamt das Bild eines ebenso sympathischen wie sorgsam abwägenden Zeitgenossen abgeliefert haben, der ganz offensichtlich dem kühlen hanseatischen Charme unserer stolzen und schönen kleinen Stadt dauerhaft erlegen ist und dem die gesunde Entwicklung seines alten genauso wie seines neuen Lebensraums ein echtes und ernstes Anliegen zu sein scheint.

            Darf ich sagen, wie sehr es mich freut, wenn ich nun schon zum wiederholten Male sehe, dass Hans-Herbert Jenckel und sein Blog über einen großen Teil der Republik ausstrahlen und immer mehr Aufmerksamkeit von Lesern und Beiträgern auch weit außerhalb Lüneburgs gewinnen?

            Noch einmal, Herr Dittbrenner, ich danke Ihnen für Ihr Interesse und Ihr Engagement und dafür, dass Sie, wie ich annehme, sehr vielen Lüneburgern aus dem Herzen gesprochen haben.

            Mit besten Grüßen nach Frankfurt

            Volkmar Björnsen

      • @ Dittbrenner
        „Mittlerweile finden immer mehr Stadtbewohner Autos aber gar nicht mehr notwendig und sinnvoll, weswegen sich gerade viel verändert. VG!“

        Was heisst sinnvoll?
        Sie bringen uns viele Kilometer zur Arbeit, die wir nur erreichen würden, wenn wir jede Nacht um 3 aufstehen würden, um die Bahn zu nutzen, die eh zu spät kommt, sie bringt unsere Kinder durch den Regen und Schnee zum Kindergarten, sie bringen uns unser Paket vom Onlineshop, holt unseren Müll ab, unseren Strauchschnitt, bringt uns Lebensmittel( auch zm Ökoladen), usw.
        Da von wenig sinnvoll zu reden, ist realitätsfern.
        Im Übrigen will ich eben nicht neuerdings auf dem Heimweg nach der Spätschicht nachts auf dem Rad oder in öffentlichen Verkehrsmitteln mit dem Messer bedroht oder zusammengeschlagen werden. Gangs und
        Clans , die von allen schöngeredet werden , gibt es bei uns ( HH) reichlich.
        Auserdem gibt es in LG ja reichlich und vor allem grosse Fussgängerzonen, die man erhalten sollte. Sie zu vergrössern, sehe ich bei weitem nicht als Priorität an.
        Die Radfahrrüpel in Fussgängerzonen zur Kasse zu bitten, schon. Beim Autofahrer wird dies rigoros, selbst bei kleinsten Verstössen, umgesetzt.

        • Nils Dittbrenner

          @ Anton: Sie sprechen generell von KFZ, nicht von PKW. Ich kenne wenig Leute mit eigenem PKW. Die Vorteile des KFZ kann man doch auch per Car Sharing o.ä. mitnehmen. Einkäufe und Pakete gehen wunderbar mit dem Fahrrad zu transportieren. Sogar Kinder!

          Fußgängerzonen sind genau das. Zonen für Fußgänger. In solchen darf man generell (wenn überhaupt) nur Schrittgeschwindigkeit fahren.

          • @Nils Dittbrenner

            „Car sharing“ täglich bei 100km Hin-und Rückfahrt zur Arbeit und privaten Wegen, z. g. Teil schon frühmorgens vor 6 Uhr???
            Einkäufe , wie Selter (da wir 5 Personen sind, nehme ich 3X1,5 Liter) am Lenker???

            Zitat: „Fußgängerzonen sind genau das. Zonen für Fußgänger. In solchen darf man generell (wenn überhaupt) nur Schrittgeschwindigkeit fahren.“

            Warum gefährden dann die Radfahrrambos mit hoher Geschwindigjkeit die Menschen in Fussgängerzonen , vor allem Ältere und Gehbehinderte und nehmen NULL Rücksicht?
            M. A. n. bewusst, da sie wissen, daß sie kein Kennzeichen haben , mit dem man sie zur Rechenschaft ziehen kann.

          • Sorry, ich meinte natürlich 3x jeweils ein Sechserpack Selter mit jeweils 1,5 Liter Flaschen.

          • @ Nils dittbrenner

            „Zitat: „Fußgängerzonen sind genau das. Zonen für Fußgänger. In solchen darf man generell (wenn überhaupt) nur Schrittgeschwindigkeit fahren.“
            Warum macht das dann kein Radfahrer?

            https://www.youtube.com/watch?v=vmMxcPVUxDU

  6. Heinz Wischnat

    Alleine der Begriff Verdrängungskampf ist schon eine Anzeichen dafür, daß man auf Teufel komm raus ,auf Auseinandersetzung gebürstet ist. Von wegen friedliche Radfahrer! Erst Steuern für die Infrastruktur zahlen, dann fordern!

    • An dieser Stelle werfe ich mal die These in den Raum:
      Herbert Ramelow ist ein Alter Ego von Ricardo und Anton Wronka. Bestimmt stecken Heinz Wischnat und Miriam Kruse auch noch mit unter deren Decke und zusammen bildet ihr eine literarische ménage à quinze.
      Die Frage ist: ist das dann Inzest oder Masturbation?
      Versaut in jedem Fall.
      (Verschwörungstheoretiker behaupten sogar, dass alle so merkwürdig gleichklingend wutfiebernden Kommentare hier aus der Feder von Lydia Hebsen stammen.)

    • Hallo Heinz Wronka,

      zumindest hier im Forum sind eindeutig SIE der einzige, der auf Krawall und rein provozierende Unsachlichkeit „gebürstet“ ist. Wenn ich mir vorstelle, dass eine hochgradig gereizte, ja, explosive Natur wie Sie (Alfred Tetzlaff hatte oben einer geschrieben, ich denke da eher an Gernot Hassknecht von der heute-Show) jedes Jahr als Vertreter für Hundenahrung mit einer 66 PS-Verbrennungsmaschine wutschäumend über 30.000 km durch unsere Städte knasnagelt, wird mir – ehrlich gesagt – Angst und Bange.

      • Erika Schwabach

        @ Dietmar

        Wer fährt denn Menschen mit Rollator in der Fussgängerzone an, fährt zu 99% bei Rot über die Ampel und gefährdet Kinder, die über den Fussgängerüberweg gehen?Jeden Tag ist dies von den tollen Radfahrern, die immer nur Kritik für andere haben, zu beobachten. Konsequenzen? Keine!
        Im Gegenteil, bei uns wird man von Radlern angefahren ,liegen gelassen und dann noch beim Flüchten bepöbelt. Kein kennzeichen, keine Einsicht, keine Strafverfolgung-aber über andere meckern und Rechte einfordern.

        • Klingelingeling Karlheinz Fahrenwaldt

          Ich kenne Sie! Sie sind das Gespenst, das mich verfolgt! Nein? Das, dem ich nachjage? Kaffee?

          Erinnern Sie sich noch an das Jahr 1972? Joe Dassin und seinen Welthit „A velo dans Paris“? Auf Deutsch: „In Paris ringsumher / da ist überall Verkehr / aber mit einem Rad / kommt man durch die ganze Stadt“?

          Hier in der Version von Serge Nelson:

          https://www.youtube.com/watch?v=8FbJ3VNT9uk

          Ihre

          Teja Fischer

          • Das Radfahrerlied

            Ich greif in die Speichen und singe ein Lied

            Das Lied von dem Reiter zu Rade

            Der Runde um Runde und Runde sich müht

            Ganz niedrig um höhere Grade

            Er beherrscht seine Tretmühle aus dem Effeff

            Denn der Weg zum Erfolg führt über den Chef

            Klingeling-Blabla-Bluffbluff

            Der Reiter zu Rad ist von kräftigem Tritt

            Am kräftigsten tritt er nach unten

            Er frisst dunkle Punkte mit viel Appetit

            Und lässt ihre Meldung sich munden

            Eindruck schindet er aus dem Effeff

            Denn der Weg zum Erfolg führt über den Chef

            Klingeling-Blabla-Bluffbluff

            Und wird er gar selber einmal inspiziert

            Auf Einsatzbereitschaft und Lücken

            Hei, dann wird poliert und frisiert und rotiert

            Mit kräftigem Treten und Bücken

            Denn beherrscht man das Radfahren aus dem Effeff

            Dann ist auch, so denkt er, der Weg frei zum Chef

            Klingeling-Blabla-Bluffbluff

            Doch einmal durchschaute ein Andrer sein Spiel

            Und testete Reife und Reifen

            Der sagte: Mein Lieber, ich seh kein Profil!

            Doch wird das der Radler begreifen?

            So endet mein Lied mit besagtem Betreff

            So endet vielleicht auch der Radweg zum Chef

            Klingeling-Blabla-Bluffbluff

            Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, dann ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

          • Wenn der BH schlecht sitzt, dann kneift was. Sie waren auch schon länger nicht mehr bei der Wäscheverkäuferin Ihres Vertrauens, Klaus, oder?

  7. Georg Dahlmann

    In Groningen, einer Universitätsstadt mit etwas über 200.000 Einwohnern im Norden der Niederlande, so ist gerade eben zu lesen (http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-05/fahrrad-verkehr-groningen-wandel-infrastruktur-investition/komplettansicht), beträgt der Anteil der Fahrradfahrer am innerstädtischen Verkehr über sechzig Prozent. Und dieser Anteil wächst weiter. Der städtische Handel profitiert deutlich, weil viel mehr Menschen nun im Vorüberhuschen einkaufen. 85 Millionen Euro werden in den nächsten vier Jahren für die Fahrrad-Infrastruktur ausgegeben. Das macht 105 Euro pro Einwohner pro Jahr. In Berlin lag dieser Wert 2015 bei vier Euro. Wo lag er in Lüneburg? Wissen Sie das, Herr Jenckel? Waren es mehr als 20 Cent?

    Vielleicht wissen Stadträtin Claudia Schmidt oder Fraktionsboss Niels Webersinn etwas darüber?

    • @ Georg Dahlmann

      Sehr guter Hinweis! Danke. Da sieht man, was geht, wenn „Werbe- und Parkgemeinschaften“, Interessenverbände, die sich marketingrhetorisch zum „City-Management“ aufplustern, nicht mit der „Stimme der Stadt“ oder „der“ Bürgerschaft verwechselt werden. Allerdings weist Paul de Rook, der selbstbewusste und tatkräftige Verkehrsdezernent von Groningen, auch darauf hin: „Ganz unabhängig von der Größe können sich Kommunen eine grundsätzliche Denkweise von uns abschauen: Um das Fahrrad zu fördern, dürfen sie das Autofahren nicht komplett verbieten. Eine Stadt muss eine bessere Alternative dazu schaffen, muss also das Rad attraktiver machen. Zudem muss eine Kommune bei JEDEM Bauvorhaben mitdenken, wie sie das Fahrrad integrieren kann.“

      Man nimmt also „für die Verkehrswende zum Fahrrad“ ein, indem man die großen Vorteile des Neuen herausstellt, und NICHT, indem man ständig bloß die vielen Nachteile des Alten moniert. Man muss drüber reden und sachhaltig argumentieren, um die Anziehungskraft zu erhöhen, UND planerische Strukturentscheidungen müssen so getroffen werden, dass immer mehr innerstädtische Verkehrsteilnehmer freiwillig vom PKW auf das Fahrrad umsteigen.

      Gisela Jahnke

      • @ Gisela

        Zitat: „UND planerische Strukturentscheidungen müssen so getroffen werden, dass immer mehr innerstädtische Verkehrsteilnehmer freiwillig vom PKW auf das Fahrrad umsteigen.“

        Genau das hat man in Lübeck auch versucht. Und zwar nicht nur in Fussgängerzonen, wo ja eh keine Autos mehr fahren, sondern dort wo noch Kaufhäuser in der Innenstadt waren, die vielfach besucht wurden.

        Nur wollte verständlicherweise keiner der Käufer eines PC, eines TV Gerätes oder einer Microwelle, die er in der Innenstadt gekauft hatte, kilometerweit durch Lübeck zum Parkplatz ausserhalb der Stadt schleppen, oder sich bei Einfahrt in die Stadt(verboten bis 18.00 Uhr täglich) von einer eifrigen Politesse ein Knöllchen verpassen lassen.

        Das Ergebniss war ,daß viele traditionelle Läden zu machten. Rieckmann, Beutin Pagels, Haerder, C&A, usw. Die Käufer weichen auf die beiden grossen Einkaufszentren ausserhalb Lübecks ,das LUV Center und den Cittypark aus, mit hunderten kostenfreien Parkplätzen. Der nächste Schritt in HL-Innenstadt wird sein, das Karstadt verschwindet.
        Geht man in HL shoppen,hat man den Eindruck ,man ist in einer verlorenen Stadt, mt vielen Stellmöglichkeiten und Platz für PKW,aber Tausenden Verbotsschuldern ohne Sinn und Verstand.
        Touristen machen den Blödsinn nicht mehr mit und drehen um, wenn sie bemerken, daß man in Lübeck im Kreis fahren muss, und dann aus der Stadt mit dem Auto wegen vielen eingerichteten Sackgassen und Einbahnstrassen herausgeführt wird, während Radfahrer x- meter breite Radwege zur Verfügung haben und überall entgegen der Fahrtrichtung und in Fussgängerzonen „umhergurken“, wie sie wollen; leider ohne etwas zu kaufen.

        Dann fordern Sie mal weiter solche Entscheidungen und warten Sie ab, wie lange sich die Menschen verdummen und zwingen lassen, die auch noch Geld dort in den Städten lassen wollen. In HL hat es nicht lange gedauert und kostete viele Arbeitsplätze und macht Lübeck arm und uninteressant.

        Die Einkaufszentren ausserhalb freut es. Die vergrössern ständig und bauen Parkhäuser an , während man in Lübeck einen Laden nach dem anderen schliesst. Der von Herrn Dittbrenner erwähnte „Verdrängungskampf“ hat wirklich verdrängt-nämlich potenzielle und finanzstarke Käufer in die guten und grossen Einkaufszentren, wo man fast alles kaufen, essen, Kaffee trinken und kostenfrei parken kann.

        Und in den Städten mit den neu designten, 6 meter breiten Radwegen und Pollern macht man das Licht aus! Gute Nacht!

        • Sebastian Krüger

          Zwischen Essen und Mühlheim gibt es über 110 km einen Radschnellweg auf dem die Leute zur Arbeit und zurück pendeln:

          http://www.welt.de/vermischtes/article149262491/Dieser-Radschnellweg-ist-nicht-zum-Vergnuegen-da.html

          und

          http://www.taz.de/!5252081/

          Warum sollte das zwischen Lüneburg und Hannover bzw. zwischen Lüneburg und Lübeck nicht möglich sein?

        • @ Tobias

          Ihre Darstellung krankt an einigen fixen und verbreiteten, aber darum noch lange nicht richtigen Ideen und an einigen daraus hervor- und darauf emporblühenden Denkfehlern:

          Wo steht denn geschrieben, werter Herr, dass Innenstädte (in Lübeck oder sonstwo) „Kaufhäuser“ zu „sein“ (wie man in Lüneburg meint) oder in großer Zahl „vorzuhalten“ haben? Was ist schlecht daran, wenn Waschmaschinen, Laubbläser und selbststeuernde Rasenmäher neben dem Baumarkt am Rande der Gemeinde verkauft werden? Wer jammert denn eigentlich, wenn die Gastwirte und Boutiquenbetreiber, die Schneider, Friseure und Hutmacher die astronomischen Flächenmieten im Zentrum nicht länger bezahlen werden? Wenn die Quadratmeterpreise von 3.000 bis 9.000 wieder auf angemessene sechs oder acht Euro fallen? Wenn Familien mit Kindern wohnen, wo heute versucht wird, arme Irre mit Handy-Tarifen und „Allnet-LTE Highspeed Volumina“ über den Tisch zu ziehen? Die großen „Investmenthäuser“, welche im Laufe der letzten zwanzig Jahre die dort gelegenen immobilen „Sahnestücke“, d. h. ganze Straßenzeilen aufgekauft und ihren Pächtern bis dato das Fell samt darunter liegenden Hautschichten über die Ohren gezogen haben? Was spricht gegen weitgehend einkaufsfreie Stadtkerne, in denen man flanieren, essen und trinken, Galerien, Museen und Theater besuchen, lernen, sich auf umgrünten Plätzen entspannen, Ärzte, Heilpraktiker und Lebensberater finden, Kaffee und Sahnetorten genießen und durch Jahrhunderte alte Gassen spazieren und sich mit dort Ansässigen unterhalten kann? Vielleicht gibt es kleine Läden, die Handwerkliches anbieten? Vielleicht sind Kleidung, Nahrung und Dinge des täglichen Bedarfs in kleineren Geschäften, aber in größerer Vielfalt und Güte immer noch (oder erst dann wieder) zu finden? Vielleicht treten Geselligkeit, Kultur, „Lifestyle, Wellness“ und Unterhaltung an die Stelle von durch Fußgängerzonen geastete Sofagarnituren, Perserteppiche und Geschirrspülautomaten? Vielleicht ist das alles auch schon längst der Fall? Vielleicht haben Sie es nur nicht rechtzeitig bemerkt und korrekt einsortiert? Und vielleicht haben Globalisierung, demographischer Wandel und Digitalisierung bzw. das Internet und seine Versandgiganten viel mehr zu diesem Wandel beigetragen als Fahrradstraßen, Pedelec und Velo-Enthusiasten? War das Leben wirklich so viel besser, als man bei Karstadt noch TV-Schrankwände, Tonbandgeräte und koffergroße Transistorradios kaufen konnte? Vielleicht ist heute ja die gute, alte Zeit von morgen?

    • Lieber Stadtrat Michèl Pauly

      Mich, wie Herrn Dahlmann oben auch, würde ebenfalls interessieren, wie sich das Verhältnis von städtischen „Fahrradstadt-Investitionen“ zur Einwohnerzahl in Lüneburg darstellt. Also: wieviele Euros wurden in den letzten fünf Jahren jeweils pro Jahr pro Kopf für den Erhalt, die Sanierung und den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur ausgegeben? Wissen Sie das? Oder können Sie es herausfinden? Dieser Wert nämlich würde die Anstrengungen unseres Kandidaten für den Titel „Zukunftsstadt 2030+“ in einer entscheidenden Hinsicht vom bloßen Reklame-Gequatsche unterscheidbar und vergleichbar machen.

      LG, Tina Wirtz

      • An Stadtrat Michèl Pauly

        Sie haben die Erhebung der „Bettensteuer“ im Rat mit dem Benutzen von Straßen und Plätzen durch Hotelbewohner gerechtfertigt, die als Touristen, Gäste und Besucher durch Lüneburg streifen. (Warum Ihre Freunde aus Fehmarn, die Sie drei Wochen bei sich im Gästezimmerchen unterbringen und die auch über den Stint und durch die Schröderstraße flanieren, nicht ebenfalls blechen müssen, haben Sie zu erklären vergessen.) Könnte man den derart gewonnenen Wege- und Pflasterzoll von jährlich mindestens 300 000 Euro nicht so „nachhaltig“ beim ökologischen Triodos Sustainable Equity Fund anlegen, dass in ein- oder zweihundert Jahren der Bau einer ersten zweispurigen Fahrradautobahn von der Lüneburger Straße im Südwesten bist zur Ebstorfer Landstraße im Nordosten möglich wird?

        Sabine

      • Die Gesamtsumme der Investitionen in Fahrradstraßen könnte ich versuchen aus dem letzten Haushalt zu ersehen – dieser ist auch für Sie öffentlich einsehbar unter:
        http://www.hansestadtlueneburg.de/Home-Hansestadt-Lueneburg/Stadt-und-Politik/Rathaus/Haushalt.aspx

        Dabei sei aber angemerkt, dass wir vermutlich eine etwas höhere Summe sehen werden im Vergleich mit anderen Städten. Dies wird (auch) daran liegen, dass einige Umbaumaßnahmen die unter Fahrradwegeförderung/Ausbau firmieren und auf diesem Wege förderungsfähig durch Dritte waren, hauptsächlich der Sanierung maroder Straßen dienten. Also lautet die Formel. Marode Straße + Fahrradweg = geförderte Sanierung + neue Radwegeführung. Die Sinnhaftigkeit der Fördermittel verschiedenster Gebietskörperschaften sei mal dahingestellt. Lüneburg ist jedenfalls relativ „pfiffig“ auf diese (Steuermittel) zuzugreifen.

        Ansonsten stehe ich auch für den Ausbau der autofreien Innenstadt. Dies schafft einen ruhigen und entspannten Blick auf die historische Altstadt. Wir müssen versuchen das Abstellen oder stehenlassen von Autos noch weiter zu fördern, z.B. durch einen zugangsfreien, das heißt für mich einen perspektivisch umlagefinanzierten und damit fahrscheinlosen Nahverkehr. Gleichzeitig müssen wir auch den Busverkehr moderner aufstellen. Die zum Teil überalterten Dieselbusse müssen nach und nach durch ökologisch und ökonomisch vorzuziehende elektrische Busse ersetzt werden.

        Der Erfolg oder Misserfolg Lüneburgs für Fußgänger und Radfahrer entscheidet sich meiner Meinung nach nicht am Investitionsvolumen sondern daran wie ernst man den Vorrang von Fuß- und Radverkehr vor dem motorisierten Individualverkehr nimmt. So einige Radwegeführungen zeigen aber auf, dass wir noch allzu oft Autozentristisch denken.

        • mein lieber
          Michèl
          mit der pfiffigkeit ist das so eine sache. wenn diese steuererhöhungen(steuermittel) oder noch lustiger , die gemeinden schlagen gleich direkt zu, grundstücksteuer b zum beispiel, wenn diese zuschlagen, wird das fördern vor ort schnell zum erliegen gebracht. die feuerwehr wird verzweifeln. sie kann dann nur noch feuer mit gegen-feuer bekämpfen. in hannover wird viel unsinn veranstaltet, wie du weißt. und was das feuer betrifft,da kenne ich mich aus.

        • Lieber Stadtrat Michèl Pauly

          Vielen Dank für Ihre Antwort,

          wenn ich Sie richtig verstehe, halten Sie also die Angaben von Ihrer Kollegin, der Stadträtin Claudia Schmidt (11 € pro Jahr und Kopf), für weit übertrieben ? (Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/327433-verdraengungskampf-rad-und-auto#comment-69532)

          Ich nehme an, Frau Schmidt hat ihre Zahl aus dem Zeitungsartikel von Herrn Hempelmann (http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/316372-bessere-wege-fuer-radfahrer-2), auf den Doris (unten) aufmerksam gemacht hat. Für 2016 bleibt sie mehr als schwammig, nämlich im Grunde nichtssagend, oder besser: leider Nichts sagend.

          Die „Förderkulissenschieberei“, ohne die heute ja gar nichts mehr geht, finde ich – wie Sie auch – bizarr. Man kalkuliert nicht mehr wie ein freier hanseatischer Kaufmann mit erwartbaren Einnahmen, fixen Mitteln und Zahlungsströmen, sondern mit Politbühnensubventionen, die der Flinke einstreicht, der welcher die geschicktesten Zuwendungsspürhunde, die schamlosesten Netzwerkdramaturgen und die gewieftesten Antragslyriker bei sich in der Verwaltung sitzen oder auf dem Beratermarkt eingekauft hat. Vermutlich hat die Begrifflichkeit, die aus dem Halbdunkel der Theaterwelt stammt und in die Kämmereien diffundiert, ihre volle Berechtigung. Nicht die Sachlage, sondern die Zugriffsmöglichkeiten auf zweckgebundene Leistungen Dritter bedingt, was „gestaltet“ wird und was dann eben doch noch ein, zwei Dekaden vor sich hingammeln muss.

          Frau Bauer hat unten eine (bisher ignorierte) Frage an Claudia Schmidt gerichtet, deren Antwort aus Ihrem Munde, Herr Pauly, ich gerne hören würde. Ich zitiere:

          »Kollege Dahlmann hat (oben, am vergangenen Donnerstag, den 12. Mai um 19:39 Uhr auf einen Artikel in der Zeit aufmerksam gemacht, der sich mit der Stadt Groningen beschäftigt: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/327433-verdraengungskampf-rad-und-auto#comment-69445

          Was glauben Sie, warum ist die in sehr vielen Hinsichten unserer Stadt vergleichbare niederländische Gemeinde mit derart weitem Abstand erfolgreicher nicht beim Formulieren und großsprecherischen Verkünden, sondern beim Realisieren und konsequenten Umsetzen von Wegekonzepten für eine fahrradfreundliche Kommune?«

          LG, Tina Wirtz

        • @ Michèl Pauly

          „Einige Umbaumaßnahmen die unter Fahrradwegeförderung/Ausbau firmieren und auf diesem Wege förderungsfähig durch Dritte waren, dienten hauptsächlich der Sanierung maroder Straße. Also lautet die Formel. Marode Straße + Fahrradweg = geförderte Sanierung + neue Radwegeführung.“

          Gibt´s das tatsächlich? Die trickreiche Verwendung zweckgebundener Mittel, um hauptsächlich Anderes und nur en passant das Gemeinte zu erreichen. Ist das eine verbreitete Praxis?

          Karl Weber

          • Ja. Es ist eine verbreitete Praxis die Maßnahme anzupassen, bzw. „lyrisch auszugestalten“ so dass es dafür Fördermittel gibt.

          • Karsten Hilsen

            Radwege sind Bestandteil des Konzeptes der AUTO-gerechten Stadt.
            Daher ist das eine doppelte Unterstützung des Autoverkehrs unter Inkaufnahme einer größeren Zahl von unfallverletzten Radfahrern.

            Das ganze ist so irreführend, wie z.b. die Bezeichnung „StrahlenSCHUTZverordnung.
            Die tatsächlich eine Erlaubnis zur Schädigung durch radioaktive Strahlen ist.

    • Hallo Frau Wirtz, hallo Herr Dahlman,

      LZ lesen lohnt. Am 1. April (kein Scherz!) gab es einen längeren Artikel von Lokalredakteur Alexander Hempelmann, der einen Großteil Ihres Wissensdurstes stillen dürfte:

      http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/316372-bessere-wege-fuer-radfahrer-2

  8. aé(ex-sonic-fiction)

    Hej Nils, wie schön mal wieder von Dir zu hören – und das an so unerwartetem Orte! best, aé

    • Hallo André, wieso wundert Dich das? Erinnere Dich an Deine eigenen Worte:

      „Bei Sonic Fiction ist die Herangehensweise immer recht einfach gewesen: Warum seine Vorlieben nur mit den Leuten teilen, die man bereits kennt?“

  9. Werner Richelsen

    @ Dittbrenner

    Die ganze Stadt ist doch schon Fussgängerzone in Lüneburg!

    Wieso muss denn nun jeder Schwerbehinderte mit seinem Auto *ausserhalb* der Innenstadt noch „verdrängt“ werden?
    Vielleicht sollte man die in der Fussgängerzone umherrasenden Radfahrer endlich mal „verdrängen“, die jeden Tag Slalom dort fahren.

  10. @ Tim Wolff und Nils Dittbrenner

    Zwischen 500 000 und zwei Millionen Euro veranschlagen Fachleute der AGFS für jeden einzelnen Kilometer Radschnellweg….Deshalb sollten auch Fahrräder Nummernschilder aufweisen, haftpflichtversichert sein und jährlich mit einer Gebühr belegt werden, vor allem für E-Bikes, die mittlerweile auf normalen Radwegen zur Plage werden, weil Opa und Oma meinen mit 25 km/h den muskelbetriebenen Rest vom Radweg verscheuchen zu dürfen

  11. Brauchen wir Schnellwege fürs Fahrrad? Verkehrsplaner sind sich ziemlich einig: Ja. Aber wie könnten die aussehen? Das kann man in Göttingen praktisch erfahren: FAZ von Freitag, 13. Mai 2016:

    http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/auto-verkehr/schnellwege-fuers-fahrrad-das-blaue-band-der-e-mobilitaet-14222103.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    • @ Bernie
      bezahlen denn die Radfahrer auch den Spass oder wird das weiter durch die Autofahrer bezahlt?

      • Frank, wer glaubt, dass Autofahrer den Straßenbau finanzieren, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

        • Bernie
          so ist es.wenn ich hier lese und dabei bemerke, wie der umgang miteinander hier ist, kann ich nur den kopf schütteln. und dieses beim thema radfahren. was geht hier erst los, wenn es um weit aus wichtigere themen geht? kann man nicht mal an der eigenen streitkultur was tun? wollen doch alle so schlau sein.

          • Klaus, es ist nur EINE(R), die (oder der) hier an ihrer (seiner) Streitkultur arbeiten muss, und das ist eindeutig die (der) liebe FrankWernerTobiasErikaHeinzAntonMiriamHerbertRicardo. Alle anderen bemühen sich, beim Thema zu bleiben und in der Sache etwas beizutragen.

            Was könnten Sie denn Herrn Dittbrenner schreiben, wenn er Sie bäte, die Reppenstedter Fahrradkultur einmal mit der von Heiligenthal zu vergleichen?

          • @ Bruns
            Zitat: “ kann man nicht mal an der eigenen streitkultur was tun..“

            Dann fangen Sie mal an. Ihre Diffamierungen gegen Andersdenkende sprechen Bände. Bei Themen wie unkontrollierter Massenzuwanderung oder importierter Kriminalität hat man de Eindruck Sie wären die einzig richtungsweisende, fehlerlose Autorität.

          • Och Herr Bruns, rechnen Sie doch einfach mal: MwSt auf jeden PKW und LKW Kauf, LKW Maut, Kfz Steuer, Mineralölsteuer, Versicherungssteuer, Bußgelder etc. Wenn sie dann noch die Steuereinnahmen aus der Kfz Industrie und dem Kfz Handwerk und dem Handel und Zulieferbereich hinzunehmen, werden Sie feststellen, das Deutschland ohne die Einnahmen aus dem Kraftfahrzeug Bereich nicht ein Fahradweg bezahlen könnte. Erklären Sie mal wofür diese Milliarden jedes Jahr eingesetzt werden. Sie wollen doch schlau wirken.

        • KFZ Steuer, Mineraloelsteuer, Bevorratungszuschlag, Ökosteuer, Versicherungssteuer, Steuer auf Ersatzteile,geld für Prakraum pro Stunde, MWSt. beim Kauf vom KFZ….

          Wer glaubt, das Radfahrer die Infrastruktur unterstützen , glaubt auch das es „Steuergerechtigkeit“ gibt.

          • Walter Marsing

            Sie sind ein naiver Stänker-Quatschkopf mit erstaunlich vielen Namen!

            Ich, ein 39jähriger Elektroingenieur im Anlagenbau, habe einen großen Bekanntenkreis, in dem sicher niemand weniger als 60.000 Euro brutto pro Jahr verdient und doch bestimmt 80 % der Zugehörigen 90% ihrer privaten Wege auf dem Fahrrad zurück legen.

            Glauben Sie wirklich, Fahrradfahrer entsprächen überwiegend Ihren kindischen Vorstellungen von ungehobelten, Drogen konsumierenden Adoleszenz-Zauseln mit Migrationshintergrund, die Handtaschen klauen, auf Gesetze, Vorschriften und Regeln pfeifen und keine Steuern bezahlen?

            Das Fahrrad ist im Kommen, viele Bürgerinnen und Bürger haben in den letzten Jahren das Radfahren für sich neu entdeckt. Rund 80 Prozent aller Haushalte in Deutschland besitzen mindestens ein Fahrrad, in 30 % sind drei oder mehr Fahrräder vorhanden, das sind etwa 78 Millionen Fahrräder, die immer öfter zum Einsatz kommen. Über 40% der Viel- und Intensivradfahrer sind über 60 Jahre alt und beziehen überdurchschnittlich hohe Einkünfte (die sie ein Leben lang versteuert haben).

            Vgl.: http://www.fahrrad.de/info/content/uploads/umfrage-studie-fahrradnutzung1.pdf?ebook=

          • AndyUteFrankyEtc.,

            haben Sie schon mal vom Nonaffektationsprinzip gehört?

            Das ist der finanzwirtschaftliche Grundsatz der Unzulässigkeit einer Zweckbindung öffentlicher Einnahmen; sämtliche Einnahmen sind als Deckungsmittel für den gesamten Ausgabenbedarf bereitzuhalten bzw. keine Ausgabenleistung darf von dem tatsächlichen Aufkommen irgendeiner Steuer abhängig gemacht werden (§ 7 HGrG; Grundsatz der Gesamtdeckung).

            Ausnahmen bedürfen ausdrücklicher Bestimmung in den einzelnen Steuergesetzen.

            Hinter dem Nonaffektationsprinzip steht die Auffassung von der Gleichwertigkeit aller Staatszwecke und die Vorstellung, sich die Freiheit des politischen Handelns durch die Möglichkeit der Bildung von Ausgabeprioritäten von Fall zu Fall zu erhalten. Aus finanzpsychologischen Gründen wird jedoch gegen das Nonaffektationsprinzip dann verstoßen, wenn sich anders bestimmte Ziele nicht so leicht durchsetzen lassen (z.B. Behauptung der Zweckbindung bestimmter Teile der Mineralölsteuer für den Straßenbau).

            Eine Zweckbindung von Steuern gibt es also nicht. Sinn des Gesamtdeckungsprinzips ist es, dass der Staat flexibler planen kann. Trotzdem sind bestimmte Einnahmen generell aus rein logischen Gründen speziellen Ausgaben zugeordnet. Zum Teil sind solche Regelungen auch gesetzlich verankert. So müsste etwa laut Artikel 1 des Straßenbaufinanzierungsgesetzes die Hälfte der Mineralölsteuer in den Straßenbau fließen. Allerdings ist diese Zuordnung nicht bindend und wird jedes Jahr aufs Neue per Generalvollmacht außer Kraft gesetzt.

  12. Claudia Fischer

    Liebe Frau Uta Hesebeck, liebe Frau Susanne Puschmann, lieber Herr Heiko Dörbaum, die Stadt Lüneburg investiert in diesem Jahr rund 7,2 Millionen Euro in Straßen, Brücken, Plätze und Spielplätze. Unter anderem soll an der Uelzener Straße, Höhe Düvelsbrooker Weg, eine neue Kreuzung mit Ampel entstehen. Dies wird die Zufahrt zum Zentralgebäude der Universität. Sie soll noch in diesem Jahr realisiert werden, bevor das Gebäude voraussichtlich in 2017 fertiggestellt wird. Die Stadt hat für dieses Projekt 500.000 Euro in den Haushalt eingestellt.
    Siehe: http://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/328259-lueneburger-fahrbahnsanierung-verbreiterung-ist-vom-tisch

    Wenn ich richtig lese, ist für den Ausbau des Radwegenetzes der „Nachhaltigkeits- und Zukunfts-Fahrradstadt Lüneburg“ im Kommunalwahljahr 2016 KEIN EINZIGER CENT vorgesehen.

    Warum nicht?

    • Vanessa, Bernie und Jonas

      Hallo Frau Hesebeck, Frau Buschmann und Herr Heiko Dörbaum, die Antwort auf Frau Fischers Frage interessiert uns auch. Werden Sie sich noch aufraffen, sie zu geben?

  13. Jens-Peter Koplin

    Hallo Herr Dittbrenner,

    glauben Sie wirklich, dass „mehr Platz fürs Rad immer auch Verdrängungskampf gegen die Vormacht des Autos bedeutet“? Klingt das nicht ein wenig sehr nach mobilitätsdarwinistischen Voraussagen unseligsten Angedenkens?

    Um 1850 prognostizierten Stadtplaner, dass die Straßen New Yorks wegen der Zunahme an Kutschen bis zum Jahr 1910 in meterhohem Pferdemist ersticken würden. „Dass das Automobil praktisch die Grenzen der Entwicklung erreicht hat, wird dadurch deutlich, dass im vergangenen Jahr keine Verbesserungen radikaler Art eingeführt wurden“, soll im US-Magazin „Scientific American“ einmal zu lesen gewesen sein – im Januar 1909, um genau zu sein. Auch die Möglichkeit, ein Flugzeug zu bauen, wurde selbst von Spitzen-Wissenschaftlern stark bezweifelt. „Ein Ding der Unmöglichkeit sind Flugmaschinen, die schwerer als Luft sind“, posaunte Lord Kelvin, ein britischer Mathematiker und Physiker, etwa 1895 in die Welt hinaus.

    Ist für Sie kein Szenario denkbar, in dem die Anzahl und Häufigkeit der beiden Vehikel sich Hand in Hand auseinander entwickeln? Eine radikale Neuinterpretation des Park+Ride-Gedankens etwa? PKW müssen 5 km außerhalb des Zentrums abgestellt und dann muss auf Ilmenau-Shuttle, Solarbahnen, Elektrobusse oder Leihfahrräder umgestiegen werden.

    Oslo macht es vor: Endlich: Während wir hier noch über Stickoxide reden und darüber, ob Dieselautos nun 360 oder 570 Prozent mehr als eigentlich zulässig ausstoßen dürfen, packen sie in norwegens Hauptstadt das Problem einfach an der Wurzel. Keine Privatautos in der Innenstadt ab 2019. Punkt. Wer nicht laufen mag, der soll halt Rad fahren oder den öffentlichen Nahverkehr nehmen. Von solch einem Fortschritt sind Lüneburg und Frankfurt weit entfernt, obwohl es sicher nicht so ist, dass private PKWs das einzig ernstzunehmende Fortbewegungsmittel wären.

    Doch der Industrie ist jedes Mittel recht. Elektroautos, Car-Sharing-Angebote und selbst fahrende PKWs entwickeln die Konzerne sicher nicht, weil sie von den Konzepten so überzeugt sind. Sondern weil sie die Menschen um jeden Preis ans Auto binden wollen. An die individuelle und motorisierte Fortbewegung als der einzig Wahren.

    In Kopenhagen wissen sie schon lange, dass es Fußgänger und Radfahrer sind, die eine Stadt lebendig und lebenswert machen. London hat 2003 mit der City-Maut Maßstäbe gesetzt. Und nun Oslo, wo es übrigens jetzt schon eine Maut gibt. Währenddessen sind sie in Deutschland immer noch dabei, den Schock der Umweltzonen zu verdauen, und lassen sich eher von der EU-Kommission verklagen als Autos aus Innenstädten zu verbannen.
    Bloß nicht die Mobilität verändern. Es könnte ja besser werden.

    • Nils Dittbrenner

      Hallo Herr Koplin!
      Um Ihre Frage kurz zu beantworten: Nein!
      Die Überschrift ist nicht auf meinem Mist gewachsen und es würde in der Tat Sinn machen, über ganz andere Mobilitätskonzepte nachzudenken, wie Sie selbst anregen. Trotzdem würden auch diese Konzepte das Automobil (als alten Status Quo) verdrängen.
      Der verbrennungsmotorgestützte individuelle Personenverkehr für Wege >20 km ist ein Auslaufmodell. Das werden die Politiker auch irgendwann verstehen.
      Dennoch – siehe einige der Kommentare hier – sind viele Leute noch nicht in der Lage wirklich in Alternativen zu denken. (Lastenfahrräder, Pedelecs etc.)

  14. Hallo Stadträtin Claudia Schmidt, ich stelle fest, dass die demographische Entwicklung im Stadtrat offenbar noch nicht angekommen ist. Das moderne und junge Lüneburg fährt nun einmal gerne Rad, daher ist es durchaus nicht unvorstellbar, dass der Wunsch aufkommt, auch in den Parks Rad zu fahren. Vielleicht sollte man das Radfahrverbot im Kurpark nicht komplett aufheben, aber unbedingt einen Weg durch den Kurpark für Radfahrer schaffen. Mit dem Bau der Kurparkbrücke hat man vor knapp zehn Jahren für sehr viel Geld eine Möglichkeit geschaffen, unmittelbar von der Universität in den Kurpark zu kommen. Es wäre ein Unding, wenn es nicht endlich möglich sein sollte, auch mit dem Fahrrad dorthin zu gelangen. Die Universität plant immer noch, künftig einen autofreien Campus zu schaffen und auf ökologische Verkehre zu setzen. Lüneburg versteht sich zudem als fahrradfreundliche Stadt, aus diesen Gründen ist es sinnvoll, auch im Kurpark Fahrradfahrern bald einen breiten Raum zu geben. Der Kurpark sollte endlich zu einem Mehrgenerationenpark entwickelt werden, so dass man sich zwar nicht von dem Begriff ‚Kurpark’, aber von dem durch diesen Namen suggerierten Inhalt langsam einmal verabschieden muss. Der Kurpark wird von sehr vielen Menschen aus verschiedenen Altersgruppen genutzt, so dass man ein ‚Miteinander’ herstellen sollte. Mir ist jedoch von vornherein klar, dass eine Debatte darüber wieder zu einem Spiel werden wird, bei dem Senioren, Behinderte und Menschen mit Kindern gegen Radfahrer ausgespielt werden. Daher hat es wahrscheinlich wenig Sinn, dieses Thema derzeit in diesem Rat zu diskutieren. Mich erschreckten solche Argumente, wie die Störung durch das Klingeln. Das zeigt, wie hilflos man nach Argumenten sucht, um eine bestimmte Situation, die einem gefällt, nicht verändern und der Realität nicht ins Auge schauen zu müssen. Man wird mit vielen Problemen im Kurpark weiterleben müssen, wenn man damit beginnt, sich vor den Problemen und ihren Lösungen zu verschließen. Wollen Sie nicht mal mit einem Änderungsantrag das Problem auf eine Ebene heben, die zu einer Suche führt, wie man miteinander klarkommen könnte, um die Radfahrer besser zur Soltauer Straße und zur Uelzener Straße zu führen. Dabei hat der Vorrang der Fußgänger Priorität, was die vorgeschlagene Beschilderung zeigen sollte. Wenn man das einmal ausprobiert, sieht man, ob man mit dieser Lösung klarkommt. „Den Rowdy“ wird man letztlich mit keiner Lösung ganz ausschließen können, aber auch der Falschfahrer auf der Autobahn führt nicht zu deren Schließung, sondern man muss damit leben und versuchen, das in irgendeiner Art und Weise in den Griff zu bekommen. Wichtig ist es, für den Kurpark einen Kompromiss auf einer niedrigen Ebene zu finden, daher bitte ich um Antragstellung „Aufhebung des Radfahrverbotes im Kurpark“ und die Überweisung in den Verkehrsausschuss.

  15. oh, ich glaube, ich habe aufmerksamkeit erregt. wie schön. war das thema nicht radfahren? es gibt da viele arten. da ist so manche oma schon weiter, sie fährt im hühnerstall motorrad. es soll beleidigte leberwürste geben. so auf den ersten blick, sind sie schlecht zu erkennen. unter parteisoldaten ist das finden aber besonders einfach. man kann es hier erkennen. vergleiche sind mit vorsicht zu genießen. springt beim fahrrad öfters mal die kette ab, wird der fahrer schnell frustriert. er sucht nach alternativen. ob ein gesponsertes elektroauto das richtige wäre? dann braucht man weniger radwege, die von radfahrern angeblich ja nicht bezahlt werden. und der ärmste , der sich hier diffamiert fühlt, sollte mal zum arzt gehen. es wird den visionären ja auch empfohlen.

    • Thorsten Mausehund

      Klaus, es gibt auch viele Arten, sich und andere zu erregen. Den Zeitungen zufolge forderte etwa Sigmar Gabriel auf dem niedersächsischen Landesparteitag von seiner SPD, sie müsse wieder Schutzmacht des kleinen Mannes werden. Das unterstützen wir doch selbstredend! Oder? Denn als Schutzmacht des nicht ganz so kleinen, aber auch nicht besonders großen, trotzdem irgendwie dünkelhaften, verwirrten, traurigen, feigen und tölpelhaften Mannes hat die SPD ja nun alles erreicht, was es zu erreichen gibt.

      Auf zu neuen, alten Ufern, Gabriel! Und zwar zusammen mit Klaus Bruns und seiner Assistentin Anikó Hauch!

      Übrigens bin ich am Sonnabend reichlich verspätet auf dem Klassentreffen eingetroffen. Trotz erster abschätzig-fragender Blicke auf meine Person war die Stimmung bereits locker und gelöst, so daß ich mich schnell wohlfühlte und schließlich bis in die späte Nacht mit dem harten Kern durchfeierte. Die einhellige Meinung zum Abschied, daß ich, Klaus, gar nicht mehr so ein Arschloch wie früher sei, hat mich darin bestärkt, im nächsten Jahr auch einmal auf meine eigene Jahrgangsfeier zu gehen.

  16. Ludwig
    da sie mich direkt angesprochen haben, sollen sie auch eine antwort von mir bekommen. die reppenstedter arbeiten daran, einen fahrradweg zum bahnhof nach lüneburg hinzubekommen. huston wir haben ein problem. lüneburger stadtvertreter sehen das anders. nach dem motto, da könnte ja jeder kommen. die nachbargemeinden sollten wirklich da mal aus der deckung kommen. es wäre nämlich sinnvoll, radwege ,die sicher sind, direkt aus den nachbargemeinden zum lüneburger bahnhof zu lenken. es soll pendler geben, die sich darüber freuen, wenn sie preisgünstig zur arbeit kommen würden.

    • Sie meinen, Klaus Bruns, das General Management des hanseatischen Oberzentrums behindert vernünftige Initiativen des wohlhabenden Eingemeindungskandidaten im Westen aus Eitelkeit — und aus Angst, die Argumente für die Notwendigkeit des Anschlusses an den „Mutterkonzern“ könnten in ihrer Dringlichkeit abnehmen?

      Dann sehe ich schwarz für den Bau des U-Bahntunnels Reppenstedt-Lüneburg-Stuttgart und verstehe, warum Herr Sallier die entscheidenden Grundstücke noch nicht gekauft und Herr Hoppe sich noch nicht per Barm-Petition an Manfred Nahrstedt und Joachim Gauck um die Geschäftsführung der Betreibergesellschaft an den Bahnhöfen und Stationen bemüht hat.

  17. Claudia Schmidt

    Bevor ich mich zum Kurpark äußere vorweg noch ein paar allgemeine Anmerkungen, die mir beim Überfliegen der zahlreichen Kommentare aufgefallen sind. Persönlich fahre ich pro Tag ca. 20 bis 25 km Fahrrad quer durch Lüneburg. Ich bin Mitglied im VCD, der in den letzten Jahren einiges an Öffentlichkeitsarbeit für das Radfahren unternommen hat. Dazu gehört die Critical Mass, dazu gehört aber auch unser Geh-Zeug, denn natürlich geht es um die Frage des öffentlichen Raumes. Unser nächstes Ziel in dieser Richtung ist die Durchführung eines Parking Day im September. Der findet international statt und an diesem Tag werden die Autoparkplätze z. B. als Gartenbereich genutzt.

    Für Infrastrukturmaßnahmen im Radverkehr wurden in 2015: 811.000 € investiert und mit 11 €/Einwohner war das so viel wie noch nie in Lüneburg!! Und auch in 2016 gibt es zahlreiche Maßnahmen, unter anderem der Radweg in der Dahlenburger Landstraße.

    Weiter habe ich als Grüne Anfragen zum Abbau von Umlaufsperren und zur Radwegebenutzungspflicht gestellt. Zum Thema Kurpark habe ich keinen Antrag gestellt, weil ich nicht voll hinter so einem Antrag stehen würde. Natürlich würde ich auch gerne mit dem Fahrrad durch den Kurpark fahren, gleichzeitig gehe ich aber auch gerne mit kleinen Kindern in den Kurpark und ich möchte nicht dauernd sagen müssen: Pass auf Fahrradfahrer. Ich finde Kinder müssen sich auch ohne ein ständiges Pass Auf! bewegen können.

    Im Munstermannskampf gibt es KEINE Radwegebenutzungspflicht mehr! Meine Ideal-Lösung für die Relation Uni und Stadt auf dem Rad ist die Nutzung der Straßen mit folgenden Ergänzungen: Tempo 30 im Munstermannskamp und in der Uelzener Straße sowie das Auftragen von Symbolen auf der Fahrbahn des Munstermannskamps, die den Autofahrern und den Radfahrern klar machen, dass diese Fläche beiden gleichermaßen gehört – insbesondere beim Linksabbiegen in die Uelzener Str.

    Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Radfahrer ist in den letzten Jahren von 16 auf 18 km/h gestiegen. Fußgänger sind, zumal im Kurpark deutlich langsamer unterwegs (geschätzt vielleicht 3-4 km/h). Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Lüneburger Taxi-Fahrer liegt z.B. bei knapp 30 km/h. Vielleicht kann man über Schrittgeschwindigkeit für Radfahrer im Kurpark nachdenken. Argumente in die eine oder andere Richtung gerne.

    • Karlheinz Fahrenwaldt

      Liebe Frau Schmidt,
      der Radweg an der Dahlenburger Landstraße wurde nur auf einer Seite erneuert (siehe mein Beitrag unten aus diesem Forum) und soll wieder zurückgebaut werden! Und am Munstermannskamp ist laut LZ ein „Huckel“ in den Radweg eingebaut worden, der die Geschwindigkeit aus dem Radverkehr nehmen soll: Mehr Schüttelstrecken für Radfahrer. So sieht aktive Radwegpolitik in Lüneburg aus.

      Karlheinz Fahrenwaldt
      18. April 2016 at 09:14
      Liebe Frau Schmidt,
      es ist ein Armutszeugnis, das sich im Verkehrsausschuss die drei stimmberechtigten Radfahrer gegen die Autolobby nicht durchsetzen konnten. Ein Rückbau des stadtauswärts führenden Radwegs an der Dahlenburger Landstraße auf den jetzt noch bestehenden Hochbordradweg erfüllt nach meiner Meinung den Tatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung. Ich fahre seit über 10 Jahren mehrmals in der Woche die Dahlenburger Landstraße in Lüneburg mit dem Rad rauf und runter und gerade dieses Stück bis zur Einmündung des Fußwegs zum Ostlandring habe ich früher hauptsächlich auf dem Fußweg befahren, da dort nur alle 50 Zentimeter ein Hoppeln im Rücken zu spüren war. Ich möchte Ihnen einmal im Zeitraffermodus zeigen, was mir in dieser Zeit so alles auf dem für Radfahrer viel problematischeren gegenüber liegenden Radweg stadteinwärts passiert ist:
      Beim Start an der Stadtgrenze Richtung Innenstadt geht es gemächlich auf einem etwas holprigen Radweg los (alle Radwege in Lüneburg mit schwarzer Fahrbahn sind mehr oder weniger holprig). Wenn an der Igel Schule Schulschluss ist, hält man als Radfahrer besser an, da man nie weiß wohin die Kinder laufen und schiebt sein Rad. Dann fährt man weiter und ist wachsam an der Einmündung der Stadtkoppel (Busse, erhöhtes Verkehrsaufkommen, Links- und Rechtsabbieger die einem die Vorfahrt nehmen können oder den Radweg versperren). Wenn ein Bus an der Haltestelle hinter dem Wachholderweg anhält, steigt man besser erneut vom Rad (§1StVO), da es Buspassagiere gibt, die einfach losrennen ohne zu gucken und kann danach weiterfahren bis zum Ahornweg. Da der dort vor dem Radweg stehende Bus nach links in die Dahlenburger einfahren möchte, steigt man als Freund und Förderer des ÖPNV erneut ab, drückt dir dortige Fußgängerampel und der Bus kann dann gefahrlos einfahren und man kann erneut sein Rad besteigen. Wenn viel Verkehr auf der Landstraße ist, muss man gleich wieder an der Tankstelle absteigen, da 2 Autos den Rad- und Fußweg blockieren. Hinter der Kastanienallee beginnt die extreme Schüttelstrecke und vor der Ecke Spangenbergstraße lief mir ein Passant ins Rad, der am Geldautomaten war, sein Auto auf der Straße parkte und einfach losging beim Geldzählen. Und dann kommt Tempo in die Geschichte: Es geht stark bergab! Am ehemaligen Unfallschwerpunkt der Einmündung des Pulverwegs bin ich einer Frau trotz Vollbremsung in die Beifahrertür gefahren und sie behauptete allen Ernstes, ich sei zu schnell gefahren (mit dem 8-Gang-Damenrad maximal 25 kmh)! Durch das blinkende Warnschild und die knallrote Markierung des Radwegs hat sich hier die Situation verbessert. Wohl gemerkt. Das war nicht alles auf einer Fahrt! Aber ein Radweg auf der Straße ist wesentlich entspannter zu befahren und auch nicht so gesundheitsschädlich!

      • mein lieber karlheinz
        für meinen geschmack gehst du hier zu sehr vom ist-zustand aus. es gibt großstädte die für radfahrer sich besonders einsetzen und extra wege bauen. stockholm ist so eine stadt. es wird für neue straßen ständig viel geld ausgegeben, für reparaturen weniger, woran das wohl liegt? wer den radfahrer auf die strasse locken will, muss auch für seinen schutz garantieren können, es fehlt so manche knautschzone. deswegen halte ich nichts davon. wer will den verkehr so kontrollieren, dass beim mischverkehr auf der strasse,der schwächste nicht auf der strecke bleibt? es soll nicht nur rücksichtslose radfahrer geben. wo ein wille ist, ist auch immer ein weg.

      • Wenige Untersuchungen unterscheiden nach Geschlecht, wenn es um Mediennutzung und Medienrezeption bei Kindern — oder Erwachsenen — geht. Die Besonderheiten der Sozialisation und psychosexuellen Entwicklung von Mädchen und Jungen in der Familie, in der Gleichaltrigengruppe sowie die spezifisch kindlich-weiblichen oder kindlich-männlichen Konflikte, Phantasien und Beziehungsmuster, die das Mediennutzungsverhalten prägen, werden kaum betrachtet. Jan-Uwe Rogge, einer der wenigen Autoren, die sich mit geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Mediennutzung von Kindern und bei den spielerischen Nachinszenierungen des Gesehenen und Gehörten beschäftigen, nennt sowohl die quantitative als auch die qualitative Forschung eine „unausgesprochene ‚Jungenforschung‘“ (Rogge 1991, 191).

      • Sehr geehrter Herr Fahrenwaldt,
        bei dem von Ihnen oben am 17. Mai 2016 um 09:49 Uhr geposteten und an die Stadträtin Frau Claudia Schmidt adressierten Text handelt es sich zu etwas mehr als neunzig Prozent um das Plagiat eines Kommentars, der vor ziemlich genau vier Wochen an anderer Stelle schon einmal veröffentlicht worden ist, nämlich hier: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/319669-lueneburg-verstaubte-rad-visionen#comment-68382
        Wenn Sie an Ihre Dissertation mit dem gleichen C&P-Eifer herangehen, wie an Ihre Blog-Mails werden Sie am Ende noch Vorsitzender der niederländischen Kultusministerkonferenz in Europas aktueller Fahrradhauptstadt Groningen.

        Waltraud Obermeier-Reuzke

        • Karlheinz Fahrenwaldt

          Liebe Waltraut Obermeier-Reuzke,
          wer lesen kann ist im Vorteil! Ich stehe dazu, dass ich mich selbst „plagiiert“ habe und erwarte von Ihnen für meine Doktorarbeit eine 1+.
          🙂

          • Sehr geehrter Herr cand. Dr. med. Fahrenwaldt

            Auch die Eigentextverpflanzung kann eine haarige Sache sein, denn dass es das sogenannte „Selbstplagiat“ nicht gibt, ist unter den Experten umstritten.

            Das Abschreiben eigener Arbeiten, wie etwa die nochmalige textliche Verwendung einer Magister-, Diplom- oder Masterarbeit für eine Dissertation, hat sich zwar tatsächlich als kaum justiziabel erwiesen. Auf der Plattform Vroniplag Wiki werden Selbstplagiate in der Regel „nicht als Plagiate gewertet“. Wenn aber die Gliederung und umfangreiche Textteile, zumal ohne sorgfältige Zitierung, massiv wiederverwendet werden, dann wird dies jedoch das Vertrauen in die Qualität wissenschaftlichen Arbeitens und Schreibens erheblich und „nachhaltig“ in Frage stellen. (http://www.springerlink.com/content/u4155j204543h753/)

            Der Rechtswissenschaftler Marcel Bisges hat sich vor acht Jahren in einer juristischen Abhandlung eingehend mit den urheberrechtlichen Aspekten des Selbstplagiats befasst (Marcel Bisges, Das Selbstplagiat im Urheberrecht, UFITA III/2008, S. 643–699). Er definiert das Selbstplagiat im engeren juristischen Sinne als das rechtlich unzulässige Zurückgreifen auf eigene vorbestehende Werke bei späterem Werkschaffen (Bisges, 2008, 650) und kommt zu dem Ergebnis, dass es zunächst zwar jedem Urheber freistehe, seine eigenen Werke für späteres Schaffen zu benutzen – in welcher Form auch immer – sodass im Selbstplagiat kein Urheberrechtsverstoß zu sehen sei (ebd., 688). Wenn der Urheber zuvor allerdings einem anderen ein Nutzungsrecht eingeräumt hat, bspw. einem Verlag, dann müsse differenziert werden, ob es sich hierbei um ein einfaches oder ein ausschließliches Nutzungsrecht handle. In letzterem Fall läge jedenfalls im Falle einer 1:1-Übernahme grundsätzlich ein Verstoß gegen das Urheberrecht vor, wenn sich der Urheber die eigene Nutzung nicht vorbehalten habe (ebd., 689).

            Allerdings sei immer auch zu prüfen, wer Inhaber des Bearbeitungsrechts sei. Wenn der Urheber dem Verlag dieses Recht nicht eingeräumt hat, stünde es ihm nämlich frei, auf sein vorbestehendes Werk in Form einer Bearbeitung zurückzugreifen (ebd., 689). Und nicht zuletzt sei jedem Urheber, gleich wem er Nutzungsrechte an vorbestehenden Werken eingeräumt habe, noch ein Selbstzitat erlaubt.

            MfG, Ihr Balthus Doktormann

          • Karlheinz Fahrenwaldt

            Lieber Balthus Doktormann (oder so ähnlich),
            mit dem med. liegen Sie völlig falsch (die Suche nach meiner akademischen Reputation kann also weitergehen!).
            Vor Jahrzehnten haben mir meine Kollegen vom Bau den Titel Dr. Mast verliehen, da ich als Kranführer jede Tätigkeit für eine Fremdfirma mit einer Flasche Jägermeister entlohnt bekam, die wir dann in den Pausen gemeinsam leerten (etwaige Klagen wegen Bestechlichkeit sind zwecklos, da verjährt :-). Als Stefan Raab Fan und Mettbrötchenanhänger könnte ich heute eher Dr. Mett (aber mit ordentlich Zwiebeln drauf) genannt werden!

      • Kyrene von Eratosthenes

        Hallo Frau Waltraud Obermeier-Reuzke

        Ich bin ganz ihrer Meinung, aber wie man den Kommentaren zu unseren kommunalpolitischen „Superhelden“ entnehmen kann, werden sie es bei der sich nächstbietenden Möglichkeit wieder versuchen: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/321997-321997
        Die nächsten Wahlen sind ja nicht mehr weit – Stichwort Landtagswahl NDS 2018!

    • Claudia Schmidt
      in erster linie wollen studenten durch den park radeln, es ist eine abkürzung zur uni. also steckt dahinter ein egoistischer gedanke. ihr argument mit den kindern ist nachvollziehbar. was das thema radbenutzungspflicht angeht, sehe ich es so: radfahrer gehören auf den radweg. er muss so gebaut sein, dass weder fußgänger noch andere verkehrsteilnehmer in schwulitäten kommen. der radfahrer selbst gehört zu den schwächsten im strassenverkehr und sollte geschützt werden. dieses geht durch baumaßnahmen. wer will im kurpark die schrittgeschwindigkeit von radfahrern grantieren? schon wieder eine daseinsberechtigung für kontrollen?

      • @Klaus Bruns: Ihr Wunsch nach Radwegzwang entspricht der Gesetzeslage von 1934. Die Bundesregierung hat diese antiquierte Vorschrift aus dem Dritten Reich 1998 aufgehoben und die allgemeine Radwegbenutzungspflicht abgeschafft.Als liberal denkender und handelnder Mensch habe ich etwas gegen überzogene staatliche Bevormundung. Deshalb neige ich nicht dazu, mich nach entsorgten Vorschriften aus den Jahren 1933-45 zurückzusehnen. Ich nehme aber zur Kenntnis, daß dies neuerdings immer mehr Wählerinnen und Wähler anders sehen.

        • Marco
          es war nicht alles schlecht,schmunzel. wie gefährlich radfahrer leben,können sie tagtäglich zwischen dachtmissen und vögelsen bewundern. sogenannte radrennfahrer sind auf der straße unterwegs, obwohl es ein guten ausgebauten radweg gibt. ich möchte nicht in deren haut stecken, wenn lkw und pkw sich überholen und dabei diese,,rennfahrer,, übersehen. aber wenn es denn so sein soll, sterben müssen wir ja alle mal.

          • Hallo Klaus Bruns, gemeinsam mit einem befreundeten Regisseur arbeite ich gerade an einem TV-Konzept, das die beiden aktuell sehr populären Genres der Kochshow und des Zombiefilms aufs spektakulärste mit dem Thema Fahrradfahren vereint. Arbeitstitel: »The Rice of the Biking Dead«.

            Andreas Maier

          • Karsten Hilsen

            @Klaus Bruns:
            Ich möchte es mal ein wenig deutlicher schreiben, was Andreas Maier, (19. Mai 2016 at 23:54)
            mit seinem Text umschrieb:
            Ihr Statement ist doppelter Stuss!
            Die Radwegbenutzungspflicht wurde von den Nazis 1934 auch deshalb eingeführt, um den Propagandaeffekt der Olympischen Spiele zwei Jahre später zu unterstützen,
            ————————————————————————-
            „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“
            © NSDAP, NSKK und DDAC (letzterer heißt heute ADAC).
            —————————————————————————-
            Seit Jahrzehnten ist bei Verkehrs- und Unfallforschern völlig unstrittig, dass Radwege das Unfall- und Verletzungsrisiko für Radfahrer nicht verringern, sondern signifikant erhöhen.
            Das war der sachlich-wissenschaftliche Hintergrund für die Aufhebung der allgemeinen Radwegbenutzungspflicht vor ca zwanzig Jahren.
            Siehe dazu z.b.:
            http://www.erika-ciesla.privat.t-online.de/radweg-sicher.html
            (private übersichtliche Zusammenfassung)

          • Radfahrer sind auf der Fahrbahn richtig

            @ Klaus Bruns & Karsten Hilsen

            § 2 Abs. 4 Satz 2 StVO: Eine Pflicht, Radwege in der jeweiligen Fahrtrichtung zu benutzen, besteht nur, wenn dies durch Zeichen 237 (Radfahrer), 240 (Gemeinsamer Fuß- und Radweg) oder 241 (Getrennter Rad- und Fußweg) angeordnet ist.

            Für manche Autofahrer ist es noch immer unvorstellbar: Radfahrer gehören grundsätzlich auf die Fahrbahn und gelten laut Gesetzgeber dort als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. So steht es seit dem 1. September 1997 in der StVO und wurde 2010 vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigt. Das heißt: Das Fahren auf dem Radweg soll die Ausnahme sein. Es darf nur dann verpflichtend angeordnet werden, wenn die örtlichen Verhältnisse den Radfahrer besonders gefährden.

            Hermann Kules

          • Karlheinz Fahrenwaldt

            Sehr geehrter Herr Kules,
            vielen Dank für Ihre klärenden Worte über die rechtliche Ordnung des Straßenverkehrs, aber der richtige Auto-fahrer (bewußt ohne *innen) definiert Recht Auto-nom!
            Sind Sie der Kumpel vom Sams? Sie wissen schon: für den Montag der Tag des Mohns, Dienstag der Tag des Dienstes, Mittwoch die Mitte der Woche, Donnerstag der Tag des Donners, Freitag der freie Tag und Samstag der Tag des Sams ist?

    • An Stadträtin Schmidt

      Im Vergleich zur Situation vor 15 Jahren kommt man heute in Lüneburg schon ganz ordentlich mit dem Fahrrad voran. Es fahren ja auch immer mehr Lüneburger und Pendler aus umliegenden Ortschaften mit dem Rad zur Arbeit, zur Ausbildung oder zum Einkaufen. Es ist aber noch vielerorts stressig und unkomfortabel, manch einer hat noch Angst vor dem Radfahren auf der Straße. Von einer richtigen Fahrradstadt sind wir noch weit entfernt.

      In einer „kompakten fahrradfreundlichen Stadt“ müssten Barrieren wie Bahntrassen, Autobahnen, zusammenhängende Grundstücke überbrückt, untertunnelt oder querbar werden. Keine Planung, die Radler vergisst, darf zum Zuge kommen! Mehr überdachte Abstellplätze müssen her, etwa an Bike-and-Ride-Knoten.

      Die Stadt muss auch insgesamt mehr und kontinuierlich in den Radverkehr investieren. Radfahren entwicklt sich zum Lebensstil. Zehn Euro pro Einwohner und Jahr sind eine Faustformel fürs jährliche Minimum. Auf Lüneburg übertragen wären das wenigstens 750.000 Euro im Jahr. (105 Euro pro Kopf pro Jahr wie in Groningen [http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-05/fahrrad-verkehr-groningen-wandel-infrastruktur-investition/komplettansicht] würden für uns Radel-Ausgaben von 7.875.000 Euro per annum bedeuten, was für eine notorisch klamme Kommune wie unsere wohl absolut illusorisch ist.)

      Auch die Blockierung des Radverkehrs an Baustellen, Umlaufsperren, die zum Absteigen nötigten und Brücken und Unterführungen, bei denen das Rad oder das schwere Pedelec getragen werden müssen, ist zu ändern.

      Wenn die schon vorhandenen und beschlossenen Konzepte zu einem stadtweiten Radwegenetz mit wegweisender Beschilderung und die dazu nötigen Lückenschlüsse der Fahrradautobahnen energisch und tatkräftig angegangen werden, kämen wir einer „Velocity Lüneburg 2030“ ein gutes Stück näher.

      Rudolf Künne

  18. Liebe Frau Stadträtin Schmidt,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Die Frage an Michèl Pauly haben Sie dankenswerter Weise ja gleich für ihn beantwortet. Ich möchte hervorheben, dass ich mit manchem, was die Grünen in der zurückliegenden Periode an politischen Entscheidungen mitgetragen und daher mit zu verantworten haben (vor allem im Sektor Energie, Bau, Bauplanung und Baufinanzierung) nicht einverstanden bin, dass ich Ihre Anmerkungen zum Komplex Rat-, Rad und Radstadt aber voll unterschreibe. Eine klare und zielgerichtete Positionierung zu diesem wichtigen Zukunftsthema war – in der Praxis – während der vergangenen fast fünf Jahren unter dem Regime Meihsies leider nicht zu erkennen. Insbesondere gefallen mir die von Ihnen genannten Aktionen, die regelmäßig das Bewusstsein dafür wiederbeleben sollen, dass Radfahrer (mindestens) gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer neben den Steuerpersonen im Kfz sind. Auch Ihren Standpunkt gegenüber den immer wiederkehrenden Initiativen zur Aufhebung des Radfahrverbotes im Kurpark teile ich ohne Einschränkung. Sogar in der fahrradfreundlichsten Kommune der Welt, die zu werden Lüneburg angeblich „nachhaltig“ unterwegs ist, muss es zusammenhängende fahrzeugfreie Zonen und Fußgängerstraßen geben, in denen Menschenkinder aller Altersklassen sich sorgenfrei und gesetzesbewehrt darauf sollten verlassen können, dass sie nicht auf hin- und herschießende Rollvehikel zu achten haben. Im Übrigen erinnert mich der lange und reichlich wirre Sermon von Herrn Fuchs an eine ermüdende Ratsdebatte im Juni 2008, in der – wenn ich mich recht erinnere – vor allem Ratsherr Riechey und der Beigeordnete Löb ähnliche Argumente ins Feld führten, jedoch vor allem von OB Mädge darauf hingewiesen wurden, dass einem Aufgeben der fahrzeugfreien Oase Kurpark eine das Umfahren um maximal 80 Meter verkürzende Radelstrecke und ein Baukostenaufwand von mindestens 300.000 Euro gegenüber stünden.

    Zuletzt, liebe Frau Schmidt, habe auch ich noch eine Frage. Kollege Dahlmann hat (oben, am vergangenen Donnerstag, den 12. Mai um 19:39 Uhr auf einen Artikel in der Zeit aufmerksam gemacht, der sich mit der Stadt Groningen beschäftigt: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/327433-verdraengungskampf-rad-und-auto#comment-69445

    Was glauben Sie, warum ist die in sehr vielen Hinsichten unserer Stadt vergleichbare niederländische Gemeinde mit derart weitem Abstand erfolgreicher nicht beim Formulieren und großsprecherischen Verkünden, sondern beim Realisieren und konsequenten Umsetzen von Wegekonzepten für eine fahrradfreundliche Kommune? (Den Verweis auf „holländische Tradition und Mentalität“ sparen wir uns bitte beim Erklären. Das wäre Ausweichen in magisches Denken und ins Mythobramarbasieren.) Meinen Sie nicht, ein ausgedehntes Gespräch mit Paul de Rook, dem Verkehrsdezernenten von Groningen, wäre für die Mitglieder des Lüneburger Verkehrsausschusses (inklusive OB sowie Nachhaltigkeits- und Radbeauftragtem) eine baldige Reise wert?

    Wie immer, ich danke Ihnen noch einmal für Ihren Mut, Ihre Überzeugungen hier online-öffentlich zu vertreten und würde mir wünschen, Sie (und Ihre Ratskolleginnen und -kollegen aus den anderen Fraktionen ebenfalls) würden viel häufiger auf das Angebot von Herrn Jenckel eingehen und hin und wieder ihre Sicht auf einen Debattengegenstand in einem Namensbeitrag im digitalen „Forum für Lokalpolitik und Stadtkultur“ darlegen und anschließend im Gespräch mit Kommentatoren gegen Einwände verteidigen und auf Nachfrage erläutern. Ich glaube, es gibt in Lüneburg kaum bessere Möglichkeiten Klarheit und Profil bei wichtigen Positionen zu demonstrieren und Begründungen für diese zu nachvollziehbar zu machen und damit für die Teilnahme am politischen Leben und am Ende sogar für die Lust an der überlegten Mitsprache und also für Gesprächskultur zu werben.

    MfG, Gesine Bauer

  19. Immer mehr berufstätige Deutsche setzen ganzjährig auf Diensträder statt auf Dienstwagen.
    (…)
    Das Freiburger Unternehmen JobRad, das Dienstrad-Leasingangebote an Firmen und Arbeitnehmer vermittelt und abwickelt, hat bereits mehr als 1.500 Arbeitgeber deutschlandweit für das Modell gewonnen, darunter auch den Software-Riesen SAP : Seit gut einem Jahr können Mitarbeiter des Dax -Konzerns mit festem Arbeitsvertrag ein Dienstrad leasen – und auf Wunsch gibt es ein zweites Rad für ein Familienmitglied dazu.

    Mit dem Programm sollen Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten unterstützt und die Umwelt geschont werden, wie Projektleiter Marcus Wagner sagt. Per Gehaltsumwandlung nutzen die Mitarbeiter dabei Steuervorteile und an deren Ende günstige Kaufoptionen. Sie können so zwischen 20 und 40 Prozent im Vergleich zum Preis bei einem Barkauf des Rades sparen.
    (…)
    Um noch mehr Menschen für das Rad zu begeistern – auch für das Dienstrad – müssten vor allem die Kommunen aus Sicht des ADFC für eine sichere und komfortable Rad-Infrastruktur und gute Abstellmöglichkeiten sorgen. Fast die Hälfte der Radler fühle sich im Verkehr nicht sicher. „Ganz zu schweigen von denen, die sich wegen des bedrohlichen Autoverkehrs erst gar nicht auf das Rad trauen. Und niemand will ein 1000-Euro-Rad an einem Bauzaun anschließen müssen.“

    Siehe: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/dienstrad-statt-dienstwagen-kommt-gut-bei-arbeitnehmern-an-14237390.html

    • Das macht auch Sinn. Aber nur wenn relativ kurze Strecken in akzeptabler Zeit bewältigt werden müssen. Da sind die Städte und Gemeinden gefragt, das günstigste Verkehrsmittel auszuwählen, dß die Umwelt am wenigsten belastet.
      Wer aber privat grosse Strecken fahren muss, weil er ausserhalb wohnt, das Kind schon morgens um 6 oder 7 Uhr in den Kindergarten fahren muss, der 20 Km weit entfernt liegt und dann 100 km zur Arbeit fährt oder im Aussendienst Hunderte Kilometer abreissen muss, darf nicht benachteiligt werden.Punkt.

      Ich liebe immer Argumente von sog. Ökospezies, die keine Kinder haben, oder zur Arbeit im Ökocafe` 5 Minuten Fahrzeit haben.Leute, die Welt ist grösser als in Eurem Lebensradius von 1/qm/2.

      • Es hat ja auch niemand verlangt, Richard, das per Ukas im ganzen Land alle privaten PKW über Nacht stillgelegt werden oder verschwinden müssen. Hier geht es um die erweiterte Innenstadt von Lüneburg, in die, wer will (oder muss), flott, sicher und einigermaßen komfortabel mit dem Fahrrad zur Schule, zur Arbeit bzw. zum Arzt, zum Einkaufen oder zum Kaffeetrinken sollte gelangen können, selbst wenn er oder sie aus Deutsch Evern, aus Barendorf, Adendorf, Reppenstedt, Oerzen oder sogar aus Bienenbüttel anpedaliert kommen.

        Davon, dass Menschen in von Ihnen geschilderten Situationen benachteiligt werden sollten, war an keiner Stelle die Rede.

        Gerade deshalb geht es aber wahrscheinlich auch Klaus Bruns und vielen anderen Kommentatoren und Kommentatorinnen so gewaltig auf den Keks, dass Sie hier im Blog — unter ständig wechselnden Alias-Namen — immer wieder mit den gleichen maximalen Befürchtungen aufwarten und Ihre (vermeintlichen) ideellen „Gegner“ auf einfallsloseste Weise als gedankenlose, selbstbezogene und weltfremde „sog. Ökospezies“ abzutun versuchen, „die keine Kinder haben, oder zur Arbeit im Ökocafe` 5 Minuten Fahrzeit haben“.

        Leute, die Fahrrad fahren, gehören aber ähnlich wie Leute, die blaue Pullover tragen oder Sommersprossen haben, oder wie Leute, deren Lieblingsgericht Grünkohl mit Pinkel ist, zu allen Gesellschaftsschichten, können männlich oder weiblich und jeden beliebigen Alters sein. Mit anderen Worten: Fahrradfahrer in Lüneburg zu sein verrät über die betreffende Person nichts anderes, als dass sie Fahrradfahrer in Lüneburg ist — und alles, was SIE ihr andichten, um sie in Bausch und Bogen als verblödeten, egoistischen und aggressiven rotgrünen Verkehrsparasiten zu diskreditieren, muss daher Folge einer gravierenden, habituellen gedanklichen Fehlleistung sein, deren Merkmale (unbelegter und ungenügender Realitätsgehalt, Mangel an Reflexionen, richtende Bewertungen von Menschen mit dem stereotypen Charakter von Klischees, fehlerhafte und vor allem starre Verallgemeinerung, Abwertung und Ablehnung von Personen nur aufgrund von deren angeblicher Gruppenzugehörigkeit, etc.) auf tief sitzende Vorurteile bei Ihnen hinweisen.

    • Claudia Schmidt

      Schön, dass Sie das Thema JobRad anführen. In den Lüneburger Firmen Werum und Panasonic wurde dieses Leasing-Angebot für die Mitarbeiter realisiert. Andere, mit denen ich auch in Kontakt stand haben das leider, leider nicht aufgegriffen. Besser läuft oft das Angebot „Mit dem Rad zur Arbeit“.

  20. Die Vormachstellung des eigenen Ich´s. Auto oder Fahrrad, egal ich brauche schnelle Fahrspuren. Ich bin alles, vorallem Wichtig! Primaten die unterwegs an jeden Baum pinkeln!
    Verkehrsteilnemer sind ihre eigenen Könige, sollte ein Kaiser an Ihnen vorbeiziehen folgt emotionale Kränkung. Instabile Persönlichkeiten, ihre Traumatherapien haben nie stattgefunden. Serientäter spalten alles ab und legalisieren sich in der Verkehrs-Rationalität.
    Gleichberechtigung? Viel Spaß und Erfolg auf der Überholspur!
    Möge Gutmütigkeit nie als schwäche abgewertet werden.

    • Ich fahre mit meinem Tourenrad bis zu 130 Kilometer am Tag und nenne mich einen »Velomanen«.
      Ich fahre mir davon in der Hoffnung, als jemand zurückzukehren, der nicht identisch ist mit dem, der weggefahren war. Die Utopie beim Radfahren ist, dass man irgendwann schneller wird als die schädlichen Gedanken, die die freie Kapazität der Großhirnrinde in Beschlag nehmen. Meine Erfahrung sagt mir, dass man nach reichlich einer Stunde an die Grenze kommt, wo der parameditative Zustand eintritt. Man fährt dann seinem alten Adam ein paar Meter davon. Ich behaupte, der heimkehrende Radfahrer ist ein besserer Mensch. Jedenfalls ähnelt er weniger dem Neurotiker, der sich auf den Sattel geschwungen hatte.

      Peter

  21. „Insgesamt erfasste die Polizei im vergangenen Jahr (2014) 340.000 Fahrraddiebstähle, sieben Prozent mehr als 2013. Ist das Rad erst einmal weg, dann bleibt es das meist auch: Nur knapp zehn Prozent der Fahrraddiebstähle werden von der Polizei aufgeklärt.“ (Quelle: http://www.gdv.de/2015/07/fahrraddiebstaehle-auf-fuenf-jahres-hoch/).

    Dagegen wurden in 2014 aber nur rund 18.500 PKW gestohlen. Da ist es doch viel zu riskant Fahrrad zu fahren 😉 .

    • Sieglinde Reimers

      Hallo Heidi, drei Anmerkungen: 1.) Wir haben 2016. Das „vergangene Jahr“ ist also 2015, nicht 2014. 2.) Sieben Prozent von 340.000 sind 23.800, sieben Prozent von 2.013 sind 140,9 und addiert ergibt das 23.940,9, was Sie vielleicht mit 2.013 verwechselt haben. Daher können 340.000 nie und nimmer sieben Prozent mehr als 2.013 sein, aber auch nicht sieben Prozent mehr als 23.940,9. 3.) Dieser Tage kommen sie wieder aus ihren Höhlen: die Radfahrer und die Spargelesser, genauer: die radfahrenden Spargelesser. Einst ein Arme-Leute-Essen, auf das der Bauer in Zeiten von Mißernte zurückgriff, und auch nur dann, wenn schon jeder Mehlwurm verzehrt war, jede Heuschrecke verspeist und sich partout keine Ratte in die selbstgebastelte Falle verirren wollte, ist Spargel, als barbarischer Ausreißer des Zivilisationsprozesses, auch in der mittleren und gehobenen Küche salonfähig geworden. Unter dem Deckmantel der Kultur frönen Menschen, die man in anderem Kontext sonst durchaus für zurechnungsfähig und vernunftbegabt halten würde, jener bizarren Leidenschaft und geben sich schamlos dem Spargelessen hin. Nicht selten wird zuvor scheinheilig die halbe Weinkarte vorgekostet und nebenbei ein flapsiges Schwätzchen mit dem Sommelier gehalten um öffentlich den Anschein der Genußfähigkeit und Kultiviertheit zu erwecken, nur um sich im Anschluß die bitteren, fasrigen Holzstöcke aus dem dunkelsten Erdreich in den Wanst zu schlagen. Um die Stangengewächse mit seinen gichtigen Fingern und seinem fiebrigem Eifer überhaupt ohne Würgen herunter in den Saumagen zu bekommen, benötigt der Spargelesser die typische Sauce Hollandaise als schleimiges Schmiermittel für Rachen und Speiseröhre. Wem sein Schamgefühl noch nicht gänzlich abhanden gekommen ist, der versucht den Spargel meist unter einer auffallend unauffälligen Schicht Schinken vor der Außenwelt zu verstecken. Ohnehin dienen dem Spargelesser sämtliche Beilagen in seinem virtuos eingeübten Vexierspiel mit Messer und Gabel einzig der Ablenkung, Vertuschung und Relativierung seiner primitiven Gelüste und seines übermenschlichen Verlangens, das nur eines kennt: Spargel, Spargel, Spargel! Möglichst viel Spargel! Spätestens beim Toilettengang nach dem Essen jedoch fällt selbst die beste Fassade, und der Spargelesser wird enttarnt, woraufhin er für gewöhnlich in einem späten Anfall von Reue, schnellen Schrittes von dannen schreitet. So verstörend Auftritte wie diese auch sein mögen, beschränken Sie sich doch größtenteils auf die Frühjahrsmonate während der Spargelsaison, den Rest des Jahres zieht sich der radfahrende Spargelesser nach dem Radfahren stets wieder in sein dunkles Kämmerlein zurück und lebt vom Lutschen eingefrorener Spargelstangen, bis es ihn im nächsten Frühjahr wieder hinaustreibt. Genuß geht anders!

  22. Meine zwei Laster

    Ich bin Radfahrfanatiker und prokrastiniere. Blöd nur, dass ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen bin, mir ein Stahlross anzuschaffen. Aber morgen lege ich los. Ganz sicher.

    Sebastian Austerdal

  23. Cord-Hermann Brockmann

    Lieber Herr Dittbrenner, wer die Salz- und Hansestadt Lüneburg und ihre reizvolle Umgebung aktiv kennenlernen möchte, findet auf dem Fahrradsattel die besten Voraussetzungen dafür. Sieben attraktive, gut beschilderte Thementouren mit unterschiedlicher Streckenführung und -länge führen durch Stadt und Region. Radeln Sie entlang der Elbe, genießen Sie die die Schönheit der Heide oder folgen Sie der Backsteinroute mit ihren kulturellen Höhepunkten. Hier ist für jeden Radler die richtige Strecke dabei. Eine Rad- und Ausflugskarte ist in der Lüneburger Tourist-Information erhältlich. Zugleich ist Lüneburg Knotenpunkt für mehrere Fernradwege wie zum Beispiel den Weser-Harz-Heide-Radweg, den Mecklenburgischen Seenradweg, der bis nach Usedom führt, den Elberadweg und den Radweg entlang der Alten Salzstrasse, auf dem früher das in Lüneburg gewonnene Salz bis nach Lübeck und von dort in die ganze Welt transportiert wurde.
    Ein eigenes „Bike“ ist in Lüneburg keine Voraussetzung fürs Radeln –– ganz problemlos können Sie sich mitten in der Stadt eines kaufen.

  24. 10 Ziele für die Fahrradstadt Lüneburg

    Ziel 1: 50 Kilometer sichere Fahrradstraßen auch für Kinder

    Fahrradstraßen werden in Nebenstraßen ausgewiesen und bilden das Rückgrat des künftigen Lüneburger Fahrradnetzes. Bis 2025 sollen jedes Jahr mindestens 5 Kilometer neue Fahrradstraßen ausgewiesen werden, um Lücken zu schließen und neue Verbindungen zu schaffen. Die Fahrradstraßen und das Netz sind so umzusetzen, dass insbesondere Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, wie Schulen und Sportplätze, sicher und komfortabel erreichbar sind. Die Fahrradstraßen sollen mindestens fünf Meter breit sein, möglichst Vorfahrt haben und der Autoverkehr ist durch entsprechende Maßnahmen zu reduzieren.

    Ziel 2: Zwei Meter breite Radverkehrsanlagen an jeder Hauptstraße

    An allen Hauptverkehrsstraßen sind gut befahrbare Radwege, Radfahrstreifen oder Schutzstreifen einzurichten. Fußgänger sollen dabei möglichst nicht eingeschränkt werden. Die Breite der Radverkehrsanlage muss ausreichen, dass Radfahrer einander sicher überholen können. Der Puffer zu parkenden Kfz beträgt einen Meter, damit keine Gefahren durch unachtsam geöffnete Autotüren entstehen. Der Radverkehr soll nicht mehr in Busspuren oder auf Bürgersteigen geführt werden, sondern grundsätzlich eigenen Raum erhalten.

    Ziel 3: 25 gefährliche Kreuzungen pro Jahr sicher machen

    Kreuzungen sind innerorts Unfallquelle Nummer eins für Radfahrer. Lüneburg soll deshalb jährlich 10 der gefährlichsten Kreuzungen sicher umbauen und regelmäßig über einen Radverkehrsdialog ermitteln, wo Radfahrer sich unsicher fühlen. Bei jedem Umbau werden klare Sichtbeziehungen geschaffen, um Abbiegeunfälle zu verhindern und jährlich erhalten 15 Kreuzungen Aufstellstreifen. Nach jedem schweren Unfall mit Radfahrerbeteiligung muss geprüft werden, ob die Verkehrsführung zu den Unfallursachen zählt. Falls ja, ist die Kreuzung gegebenenfalls innerhalb von sechs Monaten entsprechend umzugestalten.

    Ziel 4: Transparente, schnelle und effektive Mängelbeseitigung

    Radfahrer werden oft durch vermeintliche Kleinigkeiten am sicheren und komfortablen Vorankommen gehindert. Dazu zählen Wurzelschäden oder unzureichend abgesenkte Bordsteine. Derartige Mängel sind schnell und nachhaltig zu beseitigen. Dazu wird eine Liste mit bestehenden Mängeln erstellt und kontinuierlich aktualisiert. Schäden werden innerhalb von sechs Monaten behoben. Für Altfälle gibt es eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2022. Die Kommunikation über Online-Kanäle macht die Arbeit der sonst „unsichtbaren“ Helfer und den Stand der Arbeiten für die Öffentlichkeit transparent.

    Ziel 5: 40.000 mal Fahrradparken an ÖPNV-Haltestellen und Straßen

    Überall in der Stadt mangelt es an Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Bis 2025 sollen an allen Busstationen und Plätzen insgesamt 20.000 neue, sichere Abstellmöglichkeiten mit angeschlossenen Fahrradstationen entstehen. Nochmals 20.000 Abstellmöglichkeiten werden in den Wohngebieten so aufgestellt, dass sie die Gehwege nicht blockieren. Sie werden regelmäßig von offensichtlichen Fahrradleichen befreit. Bei privaten und öffentlichen Neubauten ist eine größere Zahl an Fahrradstellplätzen einzuplanen.

    Ziel 6: 50 Grüne Wellen fürs Fahrrad

    Bisher wird bei Ampelschaltungen ein zügiges Vorankommen von Radfahrern nicht berücksichtigt. Alle paar Meter anhalten zu müssen, kostet Zeit und Kraft. Bis 2020 sind daher auf mindestens 50 Abschnitten von Hauptstraßen Grüne Wellen für den Radverkehr einzurichten. Dem ÖPNV sollen Vorrangschaltungen gewährt werden, und Fußgängerampeln sollen so lange Grün zeigen, dass auch Senioren und Rollstuhlfahrer die Straße problemlos überqueren können.

    Ziel 7: 40 Kilometer Radschnellwege für den Pendelverkehr

    Vier Meter breite Radschnellwege ermöglichen ein schnelles Vorankommen über weite Strecken. Entlang der Hauptpendelströme werden die neuen Hochgeschwindigkeitstrassen als Teil des Fahrradroutennetzes kreuzungsfrei durch und um die Stadt führen. Bis 2025 werden mindestens 40 Kilometer dieses Netzes eingerichtet. Die einzelnen Routen werden farblich gekennzeichnet und umfassen eine Länge von zwei bis zehn Kilometern.

    Ziel 8: Fahrradstaffeln und eine Sondereinheit Fahrraddiebstahl

    Die beste Infrastruktur ist wertlos, wenn sie nicht benutzbar ist. Zugeparkte Fahrradstreifen gehören in Lüneburg bislang zum Alltag. Mitarbeiter von Ordnungsamt und Polizei können als Fahrradstaffel künftig diese und andere Sicherheitsverstöße gegen Verkehrsteilnehmer, die zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs sind, ahnden. Sie betreiben Aufklärung und fördern ein rücksichtsvolles Miteinander auf den Straßen. Die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen wird durch die Zentralisierung der Ermittlungsarbeit erhöht.

    Ziel 9: Mehr Planerstellen und zentrale Fahrradabteilungen

    Für die Umsetzung der Ziele des Fahrradgesetzes muss genügend Personal in der Lüneburger Stadtverwaltung zur Verfügung stehen. Dies ist momentan nicht der Fall. Es bedarf klarer Zuständigkeiten und einer neuen Priorität: In der zentralen Fachabteilung für den Radverkehr laufen die Fäden für alle entsprechenden Belange zusammen. In den Bezirken und bei der Verkehrslenkung werden Koordinierungs- und Planungsstellen eingerichtet, die der Fachabteilung zuarbeiten. Schulung der Mitarbeiter und Einbindung der Interessenvertretungen fallen ebenfalls in den Aufgabenbereich der Fachabteilung.

    Ziel 10: Lüneburger für mehr Radverkehr sensibilisieren

    Fahrradfahren macht Spaß, ist für jeden erschwinglich, gesundheitsfördernd und trägt dazu bei, die urbanen Qualitäten der Stadt zu steigern. Der Anteil der Fahrradfahrer am Gesamtverkehr nimmt stetig zu. Andere möchten noch überzeugt werden oder wünschen sich Informationen zum partnerschaftlichen Verhalten im Verkehr, zum Umgang mit steigendem Radverkehr. Die breite Öffentlichkeit sowie LKW-, Bus- und Taxi-Fahrer sollen mit gezielten Kampagnen und Ausbildungsangeboten informiert und sensibilisiert werden. Aggressives Verkehrsverhaltens soll verringert, Fahrradmobilität gefördert und als Teil eines positiven Lebensgefühls beworben werden.

    Meine Meinung, Kevin

    • Claudia Schmidt

      Danke, da wird sich sicher einiges in unserem Kommunal-Wahlprogramm, das wir gerade erstellen, wiederfinden!

  25. Frankfurt schneidet nicht bei allen gut ab, zumindest nicht in der taz:

    http://m.taz.de/!5301927;m/

    • sehr hübscher beitrag. bitte weiter so. schmunzel

    • An Herrn Kasper

      Herrlich Bernd,

      als Anton Wronka haben Sie abgelehnt, mit Alfred Tetzlaff gleichgesetzt zu werden, aber in der von Andreas Rebers dargestellten Bühnenfigur des Spießers erkennen Sie sich wieder? Es ist wirklich großartig, an Ihrem Beispiel zu erfahren, wie der Kabarettist die Zuhörer und Zuschauer offenbar selbst noch bei Youtube in die Falle laufen lässt und sie als die Person gewordene Karikatur ihrer eigenen Vorurteile zum Lachen bringt.

      Frauke Böhmer

      • Liebe Frauke Petry – ups – Frau Böhmermann – nein Frauke Böhm,

        Sie sollten Sich an den Gedanken gewöhnen, dass es viel mehr Spießer gibt, als Sie denken.
        Und wenn schon, dann bitte BUNDESkasper -soviel Zeit muss sein.
        Noch eins, ich bin und bleibe Einzelkämpfer.
        Ich stelle Ihnen mal einen Link zur Selbsterkennung hintan, vllt. erkennen Sie ja bei sich ebenfalls die ersten Anzeichen?
        Was jetzt Unterstellungen anbetrifft, lasse ich Sie gern aus dem reichhaltigen Erfahrungsschatz meines Lebens schöpfen – fragen Sie mich ruhig.
        Dann klappt es beim nächsten Versuch auch besser.

        Mit vorzüglicher Hochachtung
        Der Bundeskasper

        http://www.spiegel.de/fotostrecke/erwischt-zehn-anzeichen-dass-ich-spiesser-werde-fotostrecke-104317.html

        • Frauke Böhmer

          Vielen Dank für Richtigstellung und Hinweis.

          ZWEI absolut untrügliche Philistrositätsindizien sind in Ihrer Aufstellung allerdings nicht enthalten:

          1) Das Durchmustern von Spiegel Online-Fotostrecken

          2) Das Schreiben von Richtigstellungen in digitalen Kommentarforen

          • Liebe Frau Böhmer,

            da sind wir uns ja doch ähnlicher als wir beide dachten.

            Lassen Sie mich mit Nietzsche antworten:

            »Als ich jung war, bin ich einer gefährlichen Gottheit begegnet, und ich möchte Niemandem das wieder erzählen, was mir damals über die Seele gelaufen ist — sowohl von guten als von schlimmen Dingen. So lernte ich bei Zeiten schweigen, so wie, dass man reden lernen müsse, um recht zu schweigen: dass ein Mensch mit Hintergründen Vordergründe nötig habe, sei es für Andere, sei es für sich selber: denn die Vordergründe sind einem nötig, um von sich selber sich zu erholen, und um es Anderen möglich zu machen, mit uns zu leben.«
            Friedrich Nietzsche 1885

            Und wie gesagt, fragen Sie mich ruhig.

            Gruß

  26. Andreas Maier
    https://www.strava.com/athletes/6882752?hl=de-DE mitmachen ist ein olympischer gedanke.

    • @ bruns

      was bringt ein bussgeldkatalog wenn man ohne kennzeichen andere umherfährt, andere auf dem bürgersteig oder bei roter ampel gefährdet,umfährt oder verletzt und aufgrund fehlenden kennzeichens bei fahrerflucht nicht identifiziert werden kann.
      alle(!) verletzten bei uns in der stadt, sind auf ihren kosten sitzengeblieben,weil die achtsamen und gesetzestreuen radfahrer fahrerflucht begangen haben und bei sichtbaren kontrollen oder verstössen schnell im vorwege im kleingartengelände verschwunden sind.also, nutzlos.

      • andy
        ich werde bei der lz keine kommentare mehr abgeben. es bringt nichts mehr, mich hier direkt anzusprechen, oder zu erwähnen. wünsche allen noch viel spaß, möglichst mit viel tiefgang. tschüss allerseits.

  27. Die typische Reaktion ist bei *3:20* zu hören.
    Und das natürlich nur vorsichtig, da es ein Beamter der Polizei ist, der dort gegenübersteht. Mit anderen Worten: Was gehen mich die anderen an, die bei *GRÜN* über die Kreuzung oder Einmündung wollen und die Kinder und alten Menschen. Wenn die mit Knochenbrüchen in die Kinik müssen, „Pech gehabt!“

    https://www.youtube.com/watch?v=cVrAOWeKk1M

    Und so etwas spielt den Moralapostel gegen die bösen anderen Verkehrsteilnehmer.

  28. Mein Vorurteil

    Der Straßenverkehr in Deutschland unterliegt festen Regeln. Nur für Radfahrer scheinen die nicht wirklich zu gelten. Gerade in kleineren, unruhig träumenden Landstädtchen wie Lüneburg, in denen sich einfache, rotgesichtige Naturen bäurischer Abstammung mit jungen, weltgewandten Studierenden aus Celle, Winsen oder Oldenburg mischen, ist die Straßenverkehrsordnung für viele offenbar nur ein lästiges Fremdwort. Als Fußgänger wird man von Zweirad-Rambos geschnitten, an der Bushaltestelle wartend beinahe umgefahren, und rote Ampeln sind für viele nur eine unverbindliche Empfehlung.

    Gewiss, es mag Radfahrer nerven, wenn sie bis zum Stand bremsen und anschließend sich und ihr Rad aus eigener Kraft wieder von 0 auf 25 km/h bringen müssen. Aber so funktioniert komplexer Straßenverkehr nun einmal. Viel mehr nervt es aber die anderen Verkehrsteilnehmer, wenn Radfahrer glauben, sie hätten Vorrang vor allen anderen und könnten alle Regeln der Rück- und Vorsichtnahme missachten.

    Besonders gefährlich kann es werden, wenn Radfahrer auf dem Gehweg unterwegs sind. Es wäre nicht weiter verwerflich, wenn sie sich bewusst wären, dass sie gerade von den Fußgängern lediglich geduldet werden (§ 2, Abs. 5 StVO), und darum ihren Fahrstil anpassen würden. Rücksichtsvoll, vorsichtig und langsam – eben dem Tempo der Gehenden angepasst – kann man auch auf dem Gehweg radeln. Auch wenn es eigentlich verboten ist.

    Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus: Gerade viele Ältere reduzieren ihre Geschwindigkeit kaum, und die Fußgänger fühlen sich wie die Slalomstangen beim Hahnenkammrennen. Auch hier ist es reiner Egoismus, der die Radler auf den Gehweg treibt. Es ist uns Fußgängern aber herzlich egal, ob Euch die Pflastersteine auf der Fahrbahn stören.

    Vor zwei Jahren starb in Berlin ein 70-Jähriger nach der Kollision mit einem Radfahrer an einer Bushaltestelle, an der ein Radweg vorbeiführte (http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/polizei-sucht-unfallverursacher-und-zeugen-rentner-gestorben-nach-unfall-mit-radfahrer-in-berlin/10122354.html). Auch für Radler gilt Artikel 1 der Straßenverkehrsordnung: „Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“ Eine schlichte Grundregel – die selbst dann gilt, wenn man sich im Recht fühlt oder meint, Vorfahrt zu haben.

    Bei manchen Fahrradfahrern hat man allerdings den Eindruck, dass er oder sie sich eines Regelverstoßes gar nicht bewusst ist. Wie offenbar eine Radfahrerin, die auf einem Radweg unterwegs war, der zwischen Bushaltestellen und Straße entlangführte. An einem Haltepunkt stieß sie, ohne ihr Tempo gedrosselt zu haben, mit einem Aussteigenden zusammen, verletzte sich – und verklagte anschließend den Busfahrgast auf Schmerzensgeld. Das Gericht sah jedoch 80 Prozent Verschulden bei ihr (http://www.stern.de/auto/service/trotz-vorfahrt-an-bushaltestelle–radfahrerin-muss-schaden-selbst-zahlen-5920228.html).

    Das Problem ist: Radfahren ist scheinbar einfach. Wer es einmal gelernt hat, verlernt es nicht, setzt sich einfach auf den Sattel und radelt los. Vielen ist dabei offenbar nicht klar, dass sie sich in einen komplexen Straßenverkehr begeben, der nur funktionieren kann, wenn alle sich an Regeln halten: rechts vor links, Vorfahrt achten auf untergeordneten Straßen, warten an Bushaltestellen, wenn gerade ein Bus hält.

    Doch wer bringt einem diese Regeln bei? Beim Autofahren übernimmt das die Fahrschule mit ihrem Theorieunterricht. Aber fürs Fahrrad? Man darf zu Recht erwarten, dass diejenigen, die anderen das Radfahren beibringen – in vielen Fällen wohl die Eltern ihren Kindern –, auch die Verkehrsregeln vermitteln. Und ebenso darf man von denen, die sich aufs Rad setzen, erwarten, dass sie sich mit dem groben Regelwerk vertraut gemacht haben, ehe sie sich ins Gewühl der Straße stürzen. Den Erfahrungen der Berliner Polizei zufolge sind mangelhafte Regelkenntnisse aber eher die Ausnahme – die meisten, die bei Kontrollen wegen Verstößen angehalten wurden, hätten durchaus Bescheid gewusst.

    Natürlich kann man an das Verantwortungsbewusstsein der „Ich-gehe-vor“-Radler appellieren, von ihnen Rücksicht fordern. Doch das wird sie nicht interessieren. Hier tut Aufklärung not – und zwar nicht nur über die Regeln, sondern auch darüber, welche saftigen Bußgelder bei bestimmten Verstößen drohen. Allerdings muss auch die Polizei stärker kontrollieren. Solange Radler das Gefühl haben, die Straßenverkehrsordnung existiere lediglich auf dem Papier und Regelbrüche blieben meist folgenlos, wird man als Fußgänger weiter Angst vor den Rambos auf zwei Rädern haben.

    LG, Ingeborg Woltersen, von der Autoindustrie (Stichworte: Dieselbetrug, A 39-Kampagne, Subventionsabzocke, ADAC, Vorstandsboni, etc.) bezahlte Propaganda-Lobbyistin

    • Bestimmt sehr vieles richtig beschrieben, Ingeborg. — JEDOCH, es sind einige, manche oder auch zu viele, ABER bestimmt nicht die meisten, bestimmt nicht alle und ganz bestimmt nicht „die“ Radfahrer, die sich so verhalten.

    • Karsten Hilsen

      @Mein Vorurteil(20. Mai 2016 at 15:19)
      Auch für die von Ihnen aufgeführten Unfälle gilt:
      Es waren Radwegunfälle, die sich nicht ereignet hätten, wenn die RadlerInnen auf der Fahrbahn gefahren wären.
      Wie sie völlig richtig bemerkten, sind Fahrräder Fahrzeuge.
      Fahrzeuge fahren auf den Fahrbahnen.
      Kraftfahrzeugführer besitzen ein Kraftfahrzeug – nicht die Fahrbahn!

      Radwege haben keine Fehler
      Radwege sind der Fehler

      Gruss
      Karsten Hilsen

  29. Karsten Hilsen
    sie sollten nicht alles glauben, was ihnen vorgesetzt wird. eigene erfahrungen machen klug. radwege sind nur so gut, wie sie geplant und gebaut wurden. warum nazis was ausgeheckt haben ist, für mich vergangenheit . was heute alles ausgeheckt wird ,die gegenwart und was noch alles so ausgeheckt wird, die zukunft. wenn sie sich gern auf der straße von einem selbsternannten schumi über die haufen fahren lassen wollen ,nur zu.

    • Karsten Hilsen

      Alle Fahrradunfälle, über welche die LZ in den letzten Wochen berichtete waren z.b. Radweg-Unfälle.
      Ebenso, wie die Mehrheit der- insgesamt sehr wenigen- tödlichen Fahrradunfälle der letzten Jahre in Lüneburg.
      (Fahrradfahren ja wesentlich sicherer als das Fahren mit einem KFZ!)
      „Eigene Erfahrung macht klug“ Wie war!

      Wo kommen wir hin,
      wenn alle sagen,
      „Wo kommen wir hin?“
      Und Niemand ginge
      um zu sehen,
      wohin man käme
      wenn man ginge.

      Die Dahlenburger Landstrasse pflege ich z.b. mit meinem Fahrrad stadteinwärts meistens auf der Fahrbahn zu nutzen.
      Ich habe dabei wundersamerweise niemals die von Karlheinz Fahrenwaldt beschriebenen Probleme.

      Radwege haben keine Fehler
      Radwege sind der Fehler.

      • Karsten Hilsen
        ich weiß ja nicht, wie alt sie sind, aber ich weiß, wie lange ich schon rad fahre. und zwar auf radwegen und dieses mit hirn. ohne ist es einfach nicht zu empfehlen. ich hatte nie ein unfall und habe es auch nicht vor, einen zu haben. deswegen fahre ich auf dem radweg und verlasse mich eben nicht dabei auf andere, sonst könnte man schnell verlassen sein. rechthaberei bei vorfahrtsfragen helfen da auch nicht weiter. was nützt es, wenn auf dem grabstein steht: ich hatte doch vorfahrt? ich habe die führerscheine 1 2 3 4 und besitze erfahrungen mit allen fahrzeugklassen. vielleicht hift dieses ja für weitsicht zu sorgen. lebensmüde zweiradfahrer mit und ohne motor sind mir dabei nicht unbekannt geblieben.

      • Karsten Hilsen nur für sie, kennen sie hc? kennen sie den ort in deutschland , wo man die bürgersteige hochgeklappt hat, damit alles ebenerdig ist? durch baumaßnahmen vertragen sich da fußgänger, radfahrer und motorisierte. wenn der verkehr entschleunigt wird, klappt sowas. ob die adac-mitglieder da mitmachen?

      • Hallo Klaus Bruns, ich kenne hc. HC ist eine Abkürzung für:

        – Aviaction, ehemalige deutsche Fluggesellschaft (IATA-Code)
        – Bahnhof Celle (Betriebsstellenverzeichnis)
        – Hamiltonian Circuit, dt. Hamiltonkreis
        – Handball-Club
        – Hardcore, diverse Bedeutungen
        – Hardcover, bei Büchern: mit Festeinband
        – Havana Club, alkoholhaltiges Getränk
        – Heimcomputer in der DDR
        – Heinz-Christian, Vorname
        – High Council, dt. Hoher Rat
        – Hockey-Club, siehe Hockey
        – Hors Catégorie, eine schwere Bergwertung bei bestimmten Radrennen
        – Hospitality Club, ein Online-Gastgeberdienst
        – Hydrocarbons, dt. Kohlenwasserstoffe
        – Hydrocephalus, krankhafte Erweiterung der liquorgefüllten Flüssigkeitsräume
        – Koerzitivfeldstärke (H … magnetische Feldstärke, C … coercivity)
        – Somalia nach dem ICAO-Code
        – Staatszugehörigkeitszeichen für Luftfahrzeuge aus Ecuador
        – als H.C. Hinweis auf Sterbeeintrag in den Registern des Standesamtes, vgl. H.A. Hinweis auf Geburtsregister und H.B. Hinweis auf Heiratsregister

        Mehr zu „Spaß auf der Straß“ lesen Sie hier: http://www.focus.de/auto/diverses/verkehr-erster-ort-ohne-verkehrsschilder-und-regeln_aid_313046.html

        • mein lieber hc, hanz -christian würde auch passen. wie ist es auf der liste der spd? schon heimisch geworden?

  30. Lieber Karlheinz Fahrenwaldt

    mit dem Berühmtwerden ist es genau wie mit der Lüneburger Fahrradstadt:

    Willst du was ganz stark und fest,
    geht´s auch ohne Wunschmaschine.
    Selbst ein Schwein lernt Violine,
    Wenn es nur nicht locker lässt.

    Mit Grüßen

    Bruno Taschenbier

    • Karlheinz Fahrenwaldt

      Sehr geehrter Herr Taschenbier,
      ich möchte Sie an Ihre Worte erinnern:
      „Wenn du eigene Wünsche hast
      dann greif ruhig nach den Sternen.
      Wünsch Dir alles, was Du willst.
      Das kannst Du von mir lernen.“
      Oder wie das Sams sagte:
      „Ich bin kein Mensch, bin kein Marsianer,
      bin weder Cowboy noch Indianer,
      bin keineswegs ein Wunderknabe,
      kein Affe und kein Unglücksrabe,
      ich bin kein Frosch und auch kein Rind
      und bin auch ganz bestimmt kein Kind!“

  31. Sehr geehrter Herr Dittbrenner

    Seit knapp zwei Wochen diskutieren wir hier Ihre steilen Thesen zur Evolution der Fahrradkultur in Lüneburg und Frankfurt. Wie wäre es jetzt mal mit einer Zwischenbilanz von Ihrer Seite? Meinen Sie nicht, Ihr vorläufiges Fazit über Inhalt und Form der hiesigen Debattenkultur könnte letzten Schwung aus ganz neu gewonnenen Einsichten für alle kitzeln? Meines Erachtens steht eines fest: Die Dinge in der empfindsamen Konfliktbeziehung zwischen Radlern und Autofahrern, die garantiert nicht funktionieren, sind die bekannten Klassiker:
    a) den anderen ausreden lassen
    b) „immer“ immer vermeiden, nie „nie“ verwenden
    c) „wertschätzendes Feedback“
    d) auf die Verschiedenheit der Geschlechter verweisen
    e) Paartherapie mit Vorglühen vereinbaren
    f) „Abstand gewinnen“
    g) Abschiedssex

    Sehr geehrter Herr Dittbrenner, was meinen Sie? Was sind Ihre Learnings?

    MfG, Sebasian Kunze

  32. Sehr geehrter Anton Wronka, eine gut platzierte Wutrede ist das Allheilmittel, um Misserfolge im Meinungskampf bei Blog.jj ein paar Tage in den Hintergrund rücken zu lassen. Unlängst probierten sich Werner Richelsen und Heino Linge mal wieder an einer Schelte im ganz großen Stil. Doch oft wirken die Standpauken unbeholfen, impulsiv, mitunter sogar vollkommen unverständlich. Deswegen haben wir die besten Wutexperten des Landkreises gebeten, die perfekte Wutrede für Sie und Ihresgleichen zu erarbeiten. Hier ist das Ergebnis.

    Halten Sie sie unbedingt live, also analog! Organisieren Sie z. B. eine persönliche Pressekonferenz um neun Uhr vormittags im Glockenhaus. Seien Sie wesentlich strenger und übellauniger als Sie es Zuhause ohnehin immer sind. Während sich die LZ-Redakteure noch ausgiebig am Bockwurst-Buffet verlustieren und klammheimlich Bier in ihre Kaffeebecher füllen, sollten Sie bereits kerzengerade auf dem Podium sitzen. Ihr Blick ist unbeweglich geradeaus gerichtet. Auf die ersten lästigen Journalistenfragen antworten Sie allenfalls einsilbig, kratzen sich mehrfach gelangweilt am Kopf, blicken immer wieder mürrisch zu Boden. Spätestens bei der fünften Frage schnellt ihr Blick hoch, Sie fixieren Carlo Eggeling und blicken ihn minutenlang scharf an. Warten Sie noch drei weitere Frage ab, auf ein Stichwort Ihres Pressesprechers atmen Sie dann ein letztes Mal tief durch – dann schlagen Sie zu:

    »Jetzt möchte ich mal in aller Deutlichkeit was sagen: Mir reicht es! Wirklich! Wenn ich den Namen ______ (hier bitte den Namen eines/einer (früheren Gast-)Autors/Autorin einfügen) schon höre, kommt mir das Frühstück wieder hoch. Das ist schade um das Omelett, aber es geht nicht anders. Wer hat denn hier in den letzten Jahren den Ruf des Blogs gerettet? War das ________ (hier bitte den Namen eines Andersmeinenden einfügen)? So ein Schwachsinn!

    Jungs oder Mädchen wie ______(hier bitte den Namen eines hoffnungsvollen Meinungs-Talents einfügen), ______ (hier bitte den Namen eines alternden Dauerkommentators einfügen) oder ______ (hier bitte den Namen eines Orthographie-Kritikers mit maximal drei Moser-Einsätzen pro Themen-Thread einfügen), die reißen sich hier für die Kommentierenden, für die Fans, für den Blog, auf gut Deutsch gesagt, den Arsch auf. Und dann müssen die sich jeden Tag anhören, dass sie nur Mitläufer sind. Da kotze ich doch im Strahl!

    (jetzt energisch nachsetzen) Und was macht ________ (hier bitte den Namen des/der o.g. Ex-Autors/Autorin einfügen)? Der/die ist weg! Seit mittlerweile ______ (hier bitte eine Zahl einfügen) Jahren verdient der/die sich beim ______ (hier bitte den Name des jeweiligen Arbeitgebers einfügen) dumm und dämlich. Dem/der weint hier intern keiner eine Träne nach. Ihr seid die einzigen, die den vermissen. Bis heute braucht der/die doch sowieso nur richtig den eigenen Namen zu schreiben, dann kriegt der/die von euch schon Puderzucker hinten reingeblasen. Da lache ich mich doch kaputt! (Kunstpause, schnaufen Sie vor Wut, setzten Sie mit ruhiger Stimme wieder an)

    Ich bin jetzt auch schon ein paar Jahre dabei und weiß, wie das hier läuft. Und da muss ich mir echt mal die Frage stellen: Mach ich das noch mit? Oder scheiß ich auf den ganzen Laden? Auf das ganze Geschäft. (lauter werdend) Man muss doch auch mal sehen, mit welchen Mitteln wir hier zurechtkommen müssen. Natürlich hätten wir auch gern einen ______ (hier bitte den Namen eines überteuerten Blog.jj-Superstars aus einem anderen Bundesland einfügen), aber wer soll den bezahlen? Ein ______ (hier bitte den Namen des Vorstandsvorsitzenden der Campus Management GmbH, des Hauptsponsors, einfügen)? Oder die LZ-Leser? Oder ihr? Wer denn nun? Da seid ihr still, was? Da fällt euch nichts mehr ein. Dabei fallen euch doch auch sonst immer so viele schlaue Sachen ein. Mir fällt aber was ein: Eurer ganzer Mist steht mir echt bis hier (führen Sie Ihre Hand mit theatralische Geste von der Brust bis zum Haaransatz hoch, kurze Pause, dann krachend auf den Tisch hauen anschließend kleine Pause)

    (leise) Leute, Ihr kommt hier jeden Tag hin, kreiselt um das Blog-Kommentar-Portal, stellt schwachsinnige Fragen – und ich bin so blöd und mache das Spielchen auch noch mit. Und was kommt zurück? Kein bisschen Dank. Nur Häme. (enttäuschtes Kopfnicken, dann schlucken, noch enttäuschter weitersprechen)
    Warum hab ich euch alle eigentlich damals in meiner ersten Woche zum Grillen eingeladen? (Kunstpause, bissiger nachsetzen) Damit ihr mir hier Woche für Woche die Stöcker zwischen die Beine werft? Na schönen Dank! (fassungsloses Kopfschütteln)

    Und wenn ich dann jeden Tag in eurem Käseblatt lesen muss (bestenfalls das entsprechende Käseblatt in die Luft halten und zerknüllen), was hier alles falsch läuft, dann frag ich mich, wo ihr euch überhaupt eure Informationen zusammen klaut. Wahrscheinlich aus diesem Internet! Pah! (Verächtliches Lachen)

    Da hol ich mir doch lieber die „Apotheken Umschau“. Die ist wenigstens umsonst!«

    Lieber Herbert Ramelow, für einen gelungenen Abschluss ist eine lange Kunstpause unverzichtbar. Blicken Sie noch einmal scharf in das verdutzte Rund. Dann stehen Sie abrupt auf, nehmen einen obligatorischen Schluck aus der ohnehin leeren Kaffeetasse, schütteln Ihrem Pressesprecher die Hand und treten energisch vom Podest. Wichtig: Beim Verlassen der Pressekonferenz lassen Sie noch einmal die Tür knallen, damit auch der letzte Schreiberling verstanden hat, was das Stündchen geschlagen hat. In den folgenden zwei Wochen blocken Sie alle Interviews ab und verrichten eisern schweigend Ihre Blog.jj-Post- und Kommentatoren-Arbeit. Der Erfolg, erkundigen Sie sich bei Klaus Bruns, ist garantiert!

    • Wolfgang
      schmunzeln, wissen sie wie wolfsrudel auf denglisch heißt? wolf-gang .

  33. Michèl Pauly
    24. Mai 2016 at 09:30

    Ja. Es ist eine verbreitete Praxis die Maßnahme anzupassen, bzw. „lyrisch auszugestalten“
    STIMMT LEIDER, wer will es ändern, wenn nicht die Politiker selbst? oder soll es erst eine revolution ala frankreich geben? ich bin darauf vorbereitet, michel ,du auch?