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Steht Rot-Grün in Lüneburg, oder beginnt nach der Wahl das Farbenspiel?

Lüneburg, 7. September

Nur mal angenommen, das Ergebnis der Kommunalwahl am Wochenende nimmt in Lüneburg einen ähnlichen Verlauf wie in Meck-Pomm, nur nicht so heftig, dann verlieren alle Sitze an die AfD. Alte Mehrheiten sind perdu. Aber wer kann dann noch mit wem regieren?

Mit der AfD, das hat das LZ-Online-Wahlforum gezeigt, will keiner. Das ist zwar eine stramme Widerstandshaltung, erreicht aber nicht die Gefühlswelt der AfD-Wähler und stärkt eher deren Bunkermentalität, die in der Flüchtlingsfrage so ausgeprägt ist.

Bleibt es also bei Rot-Grün? Das ist für die nächste Wahlperiode fraglich. Die gegensätzlichen A39-Prositionen von SPD (dafür) und Grünen (dagegen) konnten bisher im Gruppenvertrag umschifft werden. Schon das wird in der nächsten Periode schwer, weil die Autobahn dann oder nie gebaut wird. Doch es knirscht und knarzt noch bei einem anderen Punkt, der für Lüneburg ungleich wichtiger ist: der Baupolitik.

Lüneburgs Immobilienwelt ist aus den Fugen, die Preise haben die Bodenhaftung verloren. Mag sein, dass wir kaum Inflation in Deutschland haben, auf dem Lüneburger Immobilienmarkt herrscht Hyperinflation, befeuert von billigem Geld und großen Gewinnaussichten. Für Häuser und Wohnungen verschulden sich viele bis über beide Ohren, die Miete wird zum Einkommensfresser. Die Stadt muss gegensteuern, will sie nicht in Zukunft, wenn die Zinsen für Baukredite doch steigen, vor dem Scherbenhaufen einer verfehlten Politik stehen.

Die SPD steht deswegen vor allem auch für neue Baugebiete, die Grünen wollen vor allem Lücken und Dachgeschosse ausbauen und verdichten. Das ist gut, reicht aber nicht. Daran wird sich weiter der Streit und die Frage entzünden: Wer mit wem? In dem Punkt wären CDU oder FDP pflegeleichter. Aber gewinnen sie genug Sitze für ein Gruppen-Mandat?

Unterm Strich zählt für Rot-Grün erstmal die Bilanz der abgelaufenen Periode im Rat, bei der auch der Oberbürgermeister sein Urteil in die Waagschale wirft. Und die letzten fünf Jahre waren nicht frei von Zerwürfnissen. Ein Blick auf die neue Öko-Fraktion lohnt auch. Dann beginnt das Farbenspiel mit roten, grünen, schwarzen und gelben Bällen. Die blauen Bälle bleiben am Boden.

Und wenn nichts geht, erleben wir am Ende vielleicht statt einer Koalition der Starken eine kommunale Selbstverwaltung, in der der Rat eine tragende Säule ist, und der Charme der besten Ideen für Lüneburg gewinnt – mit wechselnden Mehrheiten.

Hans-Herbert Jenckel

2 Kommentare

  1. Rats-Billard nach der Wahl

    Dabei stößt der Rat mit dem Queue nur die weiße (Ideenkugel bzw. Themenkugel), die ihrerseits dann andere Kugeln (Objektkugeln/Bälle ) 1/9 = Gelb, 2/10 = Blau, 3/11 = Rot, 4/12 = Lila, 5/13 = Orange, 6/14 = Grün, 7/15 = Dunkelrot, 8 = Schwarz anstoßen kann.
    Die Aufnahme der Idee ist beendet, wenn der Rat mit seinem Stoß keine Objektkugel regelgerecht lochen konnte.

  2. das farbenspiel?
    es stimmt, um mehr geht es hier wirklich nicht. alle parteien sind in ihren zwängen zuhause. parteien eben. der bürger ist ja mit dem überleben beschäftigt. was versteht schon eine einzelne partei davon , was heutzutage überleben heißt und kostet? der eine baut sich solarzellen auf das dach und lässt es sich von seinem nachbarn bezahlen.es ist nur ein beispiel , was politik so anrichtet.