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Die CDU-Fraktion im Lüneburger Rat: runderneuert, aber weit entfernt von der Quote

Die CDU-Fraktion heute und vor fünf Jahren.

Die CDU-Fraktion heute und vor fünf Jahren.

Lüneburg, 13. September

Niels Webersinn sieht in seinem blauen Blazer mit Einstecktuch immer noch wie einer von der Jungen Union aus. Aber er hat Ellenbogen, und er hat sie eingesetzt und sich nach vorne gedrängelt.  Über die Methoden mögen Unionisten trefflich streiten und in Rage geraten. Vielen altgedienten Christdemokraten passt ja die ganze Linie nicht. Es gab Schmähbriefe und üble Anwürfe. Denn Webersinn hat offensichtlich auch weggebissen.

Aber, er hat geschafft, was seine Vorgänger mal behutsam, mal ohne Überredungskunst versucht haben, die Fraktion wirklich zu verjüngen. Sie sind mit der Mission gescheitert. Das gelang Eckhard Pols nicht und schon gar nicht Bernd Althusmann, dem neuen starken Mann der Niedersachsen-CDU und Ministerpräsident-Kandidaten in Wartestellung.

Nur Webersinn und Dr. Gerhard Scharf sind von der alten Fraktion übrig. Partei-interne Feuer muss Webersinn noch austreten, und er bietet noch genug Angriffsfläche. Denn er muss erst eine Fraktion formen und das Scherbengericht steht noch aus.

Allerdings: In einer Gruppe mit der SPD oder auch noch der FDP würde diese verjüngte Fraktion die Ratslehrjahre im Eiltempo durchlaufen und Webersinn müsste, wenn er denn nicht das Schicksal der Grünen erleiden will, schnell Format gewinnen.

Gründlich misslungen ist die Quote.  2011 lag sie in der CDU-Fraktion bei idealen 50 Prozent, dieses Mal  sind zwei von neun Fraktionsmitgliedern weiblich: 22 Prozent.  Auf den Listen standen deutlich mehr . Aber die Frauen haben sich bei den Wählern nicht durchgesetzt. Jetzt haben Webersinn und die CDU-Frauen fünf Jahre Zeit darüber nachzudenken, was da schiefgelaufen ist.

Hans-Herbert Jenckel

118 Kommentare

  1. Wenn Webersinn klug ist, lässt er sich in dieser Konstellation nicht aufs „Mitregieren“ ein, sondern profiliert sich und „die seinigen“ als eine prinzipienfeste und konstruktive „Opposition“, die durch Fleiß, durch Bürgernähe und durch die besseren eigenen Ideen überzeugt, durch Konzepte, die eins ums andere Mal vielleicht sogar die Mehrheit der Stimmen auf die Seite der Christdemokraten ziehen und die Schwächen der Sozialdemokraten deutlich sichtbar machen. Die CDU ist, selbst wenn sie die schwächliche FDP mit ins Boot holt, kein starker und gleichrangiger Partner in einer rechnerisch möglichen Mehrheitsgruppe. Sie würde zu Tode umarmt. Die mit ebenso vielen Sitzen ausgestatteten Grünen würden von Mädge und Salewski beständig als Drohung genutzt werden können, um Stromlinienförmigkeit zu erzwingen. Außerdem benötigt die unverbrauchte, junge Truppe um ihren Fraktionsvorsitzenden die Zeit, um sich endlich glaubhaft von den Altlasten der bedrückenden Ära Althusmann, Manzke, Baumgarten und Pols zu befreien und um Webersinn zu einem OB-Kandidaten reifen zu lassen, der die Lüneburger überzeugt und sich ihr Vertrauen verdient.

    • Liebe Frau Heinen, Ihr Ratschlag ist gut. Deswegen haben wir uns ja auch die letzten fünf Jahre nicht in die Abhängigkeit gebracht. Schon damals gab es den starken Wunsch der CDU-Mitglieder sich zu „befreien“. Das Ergebnis ist die konsequente Weiterentwicklung der Fraktion jetzt. Da ich ja kein Alleinherrscher in der Fraktion bin, muss ich dennoch auf die Wünsche meiner Fraktionskollegen eingehen. Nur wenn man gemeinsam offen diskutiert und die jeweiligen Möglichkeiten offenlegt – auch die Möglichkeiten der Umsetzung unserer Ideen aus dem Wahlkampf und den letzten fünf Jahren, wird man eine Entscheidung treffen, die aus unserer aller Sicht zum Wohle Lüneburgs ist. Mein Wunsch ist es auch die guten Ideen, die ich zusammen mit meinen Mitstreitern entwickelt habe in den letzten fünf Jahren, auch zu realisieren.

    • Lieber Herr Webersinn,

      vielen Dank für Ihre Antwort auf meinen – hoffentlich nicht zu schnodderig oder selbstherrlich vorgetragenen – Kommentar. Ich kann aber nicht anders als geradeheraus oder so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Darum hake ich gleich bei Ihrer ersten Bemerkung nach: Sie (und Ihre Fraktion) haben sich „die letzten fünf Jahre nicht in die Abhängigkeit gebracht“? In die Abhängigkeit vom Partner in der 2011 rechnerisch ebenfalls möglichen „Regierungskoalition“? Muss denn ein Juniorpartner sich notwendig am Nasenring vom Senior durch die Manegen führen lassen? Und sind Sie damals wirklich ein Anwärter für die Mehrheitsgruppe gewesen? Die Grünen hatten zwölf Sitze, die CDU zehn. Mit dem Aufwind der Fukushima-Katastrophe, in welchem auch im Land die Umweltpartei in die Höhe gezogen wurde, plus den obstruktiven Querelen aus dem Lager des mit seiner „Zurücksetzung“ durch Wulff unzufriedenen Bernd Busemann zeichnete sich bereits im September 2011 ab, das Kabinett McAllister würde den 20. Januar 2013 nicht überstehen, was „Rot-Grün“ auch bei uns in Lüneburg sinnvoll erscheinen ließ, und außerdem wäre Herr Pols im Mai 2014 gerne Oberbürgermeister (und Frau Scherf ebenso gerne Landrätin) geworden, was einen gewissen „profilbildenden“ Abstand zu den Sozialdemokraten erforderlich machte. Wie freiwillig war also Ihre Unabhängigkeit während der letzten fünf Jahre? Was ich Ihnen gerne glaube (auch deswegen, weil ich es weiß), ist, dass es schon damals den starken Wunsch mancher CDU-Mitglieder gab, sich zu „befreien“ — allerdings weniger aus dem Einflussbereich von Herrn Dörbaum und Herrn Mädge (Wie denn auch?), als vielmehr aus dem Bermudadreieck Althusmann, Porwol und Pols (in der Reihenfolge). Wie Herr Jenckel es oben schon beschrieben hat, haben Sie es geschafft, so sieht es für den Außenstehenden wenigstens aus, die Unteragentur der allzu offensichtlich vornehmlich an sich selbst Interessierten im Rat auszudünnen. Sie nennen dieses „Ergebnis“ diplomatisch „die konsequente Weiterentwicklung der Fraktion jetzt“. Doch werden Sie und Ihr Team ganz sicher noch eine gehörige Weile an Ihrer Erbschaft (mit gravierenden Dauerfolgen vor allem im Renommierbau- und daher im Finanzsektor) zu kauen haben. Dass Sie nun in Abstimmung mit Ihren Kolleginnen und Kollegen über Schranken und Chancen der Umsetzung ihres politischen Programms zu befinden haben und sich anschließend nach Maßgabe ihrer aller Einschätzung für einen Weg des Handelns entscheiden müssen, ist ebenso klar wie der Wunsch verständlich ist, dass Sie „die guten Ideen“ (Autobahnvotum, SVG-Hallenbekenntnis und Bürgerwehrphantasien zähle ich nicht dazu) realisieren möchten, die Sie zusammen mit Ihren Mitstreitern während der letzten Jahre entwickelt haben. Die Frage aber bleibt, ob Sie das Arm in Arm mit der Partei des Oberbürgermeisters versuchen und sehr wahrscheinlich bis zur Unkenntlichkeit erfolgreich sind oder ob Sie Ihre Konzepte, die sich größtenteils von denen der SPD gar nicht so sehr unterscheiden, in der konstruktiven Auseinandersetzung mit „Rot-Grün“ durch eindeutig christdemokratische Akzentsetzungen „nachhaltig“ (= dauerhaft) erkennbar machen — und sich so mittelfristig eine echte Macht- und Gestaltungsperspektive erarbeiten. (In spätestens fünf Jahren wird ein neuer Oberbürgermeister und ein neuer Landrat gewählt, im nächsten Jahr muss von Ihnen ein neuer Bundestagskandidat und ein neuer Landtagskandidat gekührt werden. Ich denke man macht keinen Fehler, wenn man auf einem dieser Spielfelder mit Sonja Jamme, mit Steffen Gärtner, mit Alexander Blume und mit Ihnen rechnet.)

    • Lieber Herr Webersinn, ich weiß, dass „küren“ ohne „h“ geschrieben wird. Nehmen Sie meine Wortbildung als morphologische Kreuzung von „einfrieren“ (das Kühlen der Amtsinhaber) und „aussuchen“ (das Küren ihrer Nachfolger).

  2. „Bernd Althusmann, der neue starke Mann der Niedersachsen-CDU und Ministerpräsidenten-Kandidat in Wartestellung“ ist geradezu die fleischgewordene Garantie dafür, dass es auch nach der Wahl im Frühjahr 2018 bei der Koalition von SPD und B90/Grünen in der Regierung des Landes Niedersachsen unter Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bleiben wird.

  3. Mit Dr. Gerhard Scharf hat Niels Webersinn genau den klugen, umfassend gebildeten und mit allen Wassern der Lokalpolitik gewaschenen Ratsfuchs neben sich, der ihm nach innen den Rücken freihält und auf den er sich hundertprozentig wird verlassen können, sofern er ihn nur jedesmal, wenn es darauf ankommt, von der Güte seiner Vorhaben überzeugt hat. Ein partizipativer, delegierender und aufrichtig zutrauender Führungsstil gegenüber den neuen Kolleginnen und Kollegen und einen solchen erfahrenen Mentor und Coach an ihrer Seite, was sollte Webersinn und seiner jungen Truppe eigentlich nicht gelingen?

  4. Sehr geehrter Herr Stadtrat Webersinn

    Ulrich Mädge meinte vorgestern Vormittag: „Weitere Themen, die einen großen Platz auf der Rats-Agenda haben, bleiben (…) die Arena Lüneburger Land und die Haushaltskonsolidierung.“

    Was denken Sie, stehen diese beiden Ziele nicht in krassestem Widerspruch zueinander? Brauchen wir wirklich so einen planerisch in jeder Hinsicht unausgegorenen Renommierbau? Wären nicht, wenn die zwölf bis fünfzehn Millionen tatsächlich da sind, andere Aufgaben (Straßen, Schulen, Kitas, Elbbrücke Darchhau, etc.) wichtiger, als eine Riesenhalle für eine Randsportart, die bestenfalls ein Prozent der Menschen im Kreis interessiert?

    MfG, Daniel Schubert

    • Sehr geehrter Herr Schubert,
      natürlich ist das so.

      Aber bedenken Sie: eine Brücke ist unfinanzierbar – eine Leichtbauhalle am falschen Standort, die in 20 Jahren abgewirtschaftet dann in öffentliche Hand übergeht, um teuer „sanieriert“ zu werden (vgl. Nordlandhalle!) ist finanzierbar.

      Es ist eine offensichtliche Verkehrung von verantwortlicher Politik – aber „die Macht“ in Lüneburg (namens SPD) und jede/r sechste Wähler/in (51% x 33%) betreiben diese Amigo-Politik seit Jahrzehnten erfolgreich. Mit kräftiger Unterstützung der Lokalpresse LZ.

      Erfolgreich? Auch hier kommt es auf die Perspektive an: für das eigene kleine Pöstchen mit Aussicht auf weitere Karriere im öffentlichen Dienst? Oder langfristig nachhaltig für die Bürger in Stadt und Kreis?

      Und da ist es richtig, dass Sie auch bei Herrn Webersinn beharrlich nachfragen.

      Denn die ÖPP-Konstruktion an diesem Standort mit dieser Planung und der Chancen-Kosten / Aufwand-Nutzen-Relation für eine Spassarena – steht in krassem Missverhältnis, Amt Neuhaus eine Brücke zu verweigern, die ökologisch und ökonomisch für die gesamte Region langfristig positive Entwicklungen fördern würde.

      Die Verträge sollten sogar ohne vorherige Zustimmung durch Kreistag und Stadtrat von Herren Nahrstedt und Mädge vollständig frei geändert und unterzeichnet werden können. Denn was „wesentliche Änderungen“ sind, wer fragt dann noch danach?

      • Luenebuerger
        jeder milchkanne eine brücke? stimmt, provokant gefragt, aber nicht böse gemeint. die milchkanne ist übrigens nicht von mir. warum hat neuhaus eigentlich geglaubt, sie würden schneller wohlhabender, wenn sie sich niedersachsen anschließen? viele niedersachsen und zwar die weit aus größere mehrheit ist es auch nicht.

      • Hallo Herr Lunebüreger, die LZ unterstützt die Amigo-Politik nicht, sie berichtet bloß darüber. Schlußfolgerungen aus Gelesenem zu ziehen, soviel trauen Jenckel und Steiner ihren Fans schon zu, ist Sache des kritischen Kopfes hinter dem bedruckten Zeitungspapier. Auch glaube ich nicht an böse Absicht. Mädge ist ein durch und durch redlicher Mann. Er will nur, dass was gemacht und nicht immer nur gebabbelt wird. Dass immer nur dieselben mitverdienen, liegt auch daran, dass es in einer Kleinstadt nicht so furchtbar viele gibt, die sich trauen und die wissen wie´s geht. Und Ausschreibungen? Wer würde denn zuerst anfangen zu schreien, wenn eine Tischlerei aus Polen und ein Elektriker aus Portugal den Innenausbau der neuen Volleyballhalle machen und der Betreiber aus dem Kosovo käme?

        • Nun, Herr Furhop,
          gewiss gibt es auch Licht, wo es Schatten gibt.

          Aber Ihre Antwort ist genau das Narrativ, mit dem die SPD und OB Mädge in Lüneburg ihre Amigo-Politik rechtfertigen:

          Herr Mädge ist immer nur Opfer der widrigen, äußeren Umstände. Mir kommen die Tränen.

          Die LZ berichtet sachlich. Das stimmt. Entscheidend ist aber im Journalismus, was man auslässt, weglässt, wo man nicht nachfragt und nachfragt und nachfragt.

          Das Macher-Image ist eine so unglaublich oberflächliche Sache – fragen Sie mal die Anwohner „Auf der Höhe“. Oder ÖPNV-Nutzer, die abends nach der Arbeit aus Hamburg nach 20.00 Uhr dann ein AST nehmen sollen – das mal fährt, mal vielleicht auch nicht. Busse kann sich die Stadt nicht leisten für Berufspendler, die massig Steuern zahlen. Aber Museen, Theater und Ausstellungsräume. Komisch nur, dass der Theaterintendant fest im Stadtrat wurzelt, und der Sohn des OB Theaterstücke schreibt.

          Das ist alles nett und in Ordnung – wenn nicht zugleich die Grundschulen unsaniert bleiben. Und sie bleiben es, denn es werden lediglich Mensen für Ganztagsbetrieb angebaut. Oder eben die Grundschule von Frau Thielböger, die fest in der SPD verwurzelt ist.

          Oder die Verkehrsprobleme am Wienebütteler Weg – das Straßennetz wurde nie weiter entwickelt seit Jahrzehnten – aber nun müssen neue Baugebiete her. Wieder ein Macher gefragt!

          Aber neue Hauptverkehrsstraßen? Die sind nämlich nötig, wenn sich eine Stadt erweitert und verdichtet. Die kommen nicht – es werden 7jährige mit dem Landrat zum Geschwindigkeitsmessen der LZ zum Aktionismus-Foto hingestellt. Es fehlte nur noch ein Tier auf dem Bild – Tiere sprechen immer die Herzen an!!

          Wissen Sie, was mich so stört?

          Alles ist so offensichtlich verlogen und getuschelt – und am Ende ist der OB ein redlicher Mann, der doch natürlich keine öffentlichen Ausschreibungen durchführen kann, weil sonst EU-Firmen bauen würden?

          Und natürlich gab es kein gesetzliches Vorkaufsrecht für das Grundstück – und das Auslassen einer Ausschreibung wird damit begründet, dass nur der Grundstückseigentümer auch Betreiberpartner werden könne – der Standort ist ja der einzig geeignete…

          Dumm nur, dass es nicht stimmt, dass es kein Vorkaufsrecht gab. Es wurde nur nicht ausgeübt.

          Und das stört mich: die Entscheidung wird falsch dargestellt – Sie können es auch Lüge nennen – um alles so zu konstruieren, bis es alternativlos ist.

          Und so viele in Lüneburg sind in das Amigo-Netzwerk tief verstrickt, dass ein Hauch von Dauerverlogenheit durch die Stadt wabert.

          Ich habe viel Verständnis für pragmatische Wege. Und ich respektiere Herrn OB Mädge auch für sein Engagement.

          Aber für blöd verkaufen lasse ich mich einfach ungern. So ungern, dass ich ab einem bestimmten Maß einfach nur wieder ehrliche Politik will. Und in Lüneburg ist die momentan nur noch ohne die SPD an der Macht zu haben.

          Ein sechstel der Wahlberechtigten sah dies anders – es wurde daher kräftig gefeiert am Sonntag, dass alles so vertuschelt bleiben kann, wie es sich in rd. 20 Jahren jetzt eingeschliffen hat.

          Transparenz und Teilhabe – ich lache mich kaputt.

          Vielleicht bin ich ja auch nur undankbar. Oder Wutbürger. Oder Querulant.

          Oder diesen Winter rutsche ich wieder mit dem Rad auf vereister Fahrbahn weg – weil diese so aufgerissen ist, dass sich in den Löcher Eisflächen bilden, die man nicht sehen kann bei Schnee.

          Vielleicht ist das ja die Taktik der SPD, Kritiker in der Stadt zu vertreiben?

          In Lüneburg ist alles vielleicht so, vielleicht anders.
          Nur Fakten ehrlich abwägen und klar entscheiden – das ist hier nicht en vouge.

          Entschuldigen Sie, Herr Furhop, dass ich etwas lang und emotional wurde, aber Ihre Entschuldigung „der arme OB kann ja nun wirklich nichts für die widrigen äußeren Umstände“ macht mich wirklich ärgerlich.

          Wäre es so, wie sie schreiben, dann wäre die Wahlbeteiligung nicht bei gigantischen 51%. Es ist ein Armutszeugnis, wie viele Einwohner sich vollständig abgewendet haben. Es ist aber kein Wunder, wenn politisch nur das läuft, was dem Amigo-Club genehm ist, alles Andere abgeblockt oder behindert wird.

          Sprechen Sie mal mit Taxifahrern. Ist in jeder Stadt interessant.

          • Was die „Sparkassen-Arena“ anbelangt, muss ich Lünebürger recht geben. Das „Projekt“ ist eine Art Symbol für empörendste „politische“ Dreistigkeit: von der Kreation des Märchens über den bemitleidenswerten leuphanatisch misshandelten Vamos-Hoppe über die Umstände der „streng geheimen“ Grundstücksbeschaffung durch einen „pfiffigen“ Investor bis hin zur Erfindung eines die Geschäftsinteressen kaschierenden Bedarfs im Schulsport und der frechen Behauptung, die durch keine einzige Tatsache belegbare bauliche „Notwendigkeit“ würde eine „Bereicherung“ für Stadt und Land darstellen.

            Meine Frage:Warum machen es Sallier, Hoppe und Bahlburg nicht exklusiv zusammen mit der Sparkasse und tragen das volle Risiko ihrer Profiterwartungen alleine? Was haben Stadt und Kreis in so einem Venture-Capital-Business verloren? Falls tatsächlich mal eine größere Feier (bei der Pensionierung des Landrats etwa) ansteht und das Foyer im hippen Libeskind-Enterprise nicht ausreichen sollte, kann Gabriele Lukoschek ja bei Herrn Hoppe anrufen und für die Sause über einen Abend und eine Nacht reservieren.

          • Danke.

            Und jetzt ist doch der Punkt erreicht, wo wir sachlich sagen können: ja, natürlich gibt es Gründe auch für eine solche Halle. Und ja, man kann auch Steuermittel – momentan bei dieser Zinspolitik sogar als Kredit, der dann in 20 Jahren getilgt wird – dafür einsetzen.

            Und auch die Einbindung von Privatinvestoren und Unternehmern, die das Betreiberrisiko letztlich tragen müssen, dann auch damit Gewinne erarbeiten dürfen, wäre in Ordnung.

            Wenn, ja wenn…

            Schritt für Schritt sauber gegangen wird. Es gäbe dann auch viel Kritik. Und da müssten ebenso Pro-Argumente dann die Zustimmung der verantwortlichen Bürgervertreter legitimieren – gegen Kritik!

            Es waren Jahre Zeit. Wurden Standortalternativen gesucht? Über Bürgerbefragung? Wo seht Ihr geeignete Standorte?

            Wurden Grundstücke erworben? Nein? Warum nicht? Vielleicht weil Stadt und Kreis überschuldet sind?

            Ist dann aber der rechte Moment für eine solche Investition JETZT?

            Ja, weil eben jetzt ein Verein Bundesliga spielt und Bedarf an Sporthallen besteht, da öffentliche Schulsporthallen fehlen?

            Wenn dem so ist, sollten wir dann nicht zuerst Schulsporthallen bauen, um die Schüler nicht mehr mit dem Bus ineffizient durch die Stadt zu jagen, wo sich der Autoverkehr inzwischen staut, weil das Straßensystem nie mit der Siedlungsentwicklung mitentwickelt wurde?

            Wie kann es sein, dass Grüne und SPD Vamos-Hoppe-Halle auf Uni-Gelände für öffentlichen Gemeinwohlbedarf halten – dann aber nicht auf Hallen-Grundstück das Grundstück über gesetzliches Vorkaufsrecht sichern – wenn dieser Standort doch so super ist? Und dort ausreichend Parkplätze geschaffen werden?

            Das Vorkaufsrecht wurde schlicht nicht ausgeübt, wie Grundstücke nie gesichert oder erworben wurden. Siehe oben: warum?

            Kurzum: warum muss alles als Geheimsache behandelt werden, bis am Ende ein intransparentes Vertragsgeflecht entsteht, das seines Gleichen sucht?

            Ist das die erste Halle, die als ÖPP gebaut und betrieben wird? Gibt es keine best-practise-Beispiele, deren Verträge man eins zu eins übernehmen kann? Öffentlich erläutern?

            So wie es hier läuft – bis hin zu dem Antrag, dass am Ende die Verwaltung noch Verträge ändern kann ohne erneute Zustimmung der Gremien – verstehe ich es einfach nicht.

            Aber selbst wenn die Zeit knapp wurde und sich eine günstige Gelegenheit bot, so wie jetzt konstruiert zu realisieren – warum dann Scheinargumente?

            Und warum sitzt am Ende das Vamos noch immer auf dem Uni-Gelände und blockiert dort die Universitätsentwickung?

            Kein Wort wird dazu geäußert.

            Aber so wie reagiert wird, mit Abblocken und am Ende Diffamieren, so kann man sich nur abwenden.

            Das habe ich geschrieben. Und ich verorte es bei dieser SPD in Stadt und Landkreis – weil sie in der Verantwortung sind und sein wollen. Ich würde es jeder Partei / Gruppe, die sich so verhält, genauso vorhalten. Als Spiegel.

            Fragen Sie die anderen Parteien. Können Sie nicht, da ich es nicht unbedingt immer öffentlich mache.

            Dafür also werde ich dann aus irgendwelchen Gründen als Luenebundeskasper beschimpft.

            Sorry, aber das bestätigt mich in meiner Fundamentalkritik.

            Baut die Halle. Aber erzählt mir nicht, für die Elbbrücke sei kein Geld da – nachdem eine Mehrheit sich klar dafür aussprach, mit möglichst wenig Aufwand eine Planungslösung zu finden.

            Und das stelle ich nur als prominentes Einzelbeispiel dagegen.

            Wie gesagt: man kann für die Halle sein. Und sie finanzieren. Aber erzählt uns keinen vom Pferd.

            In Niedersachsen!

          • Da haben sie leider Recht Frau Langeaber der Klüngel funktioniert nunmal in Lüneburg und keiner ist in Sicht, der mal aufräumen könnte.

          • Und ein Wort zur Sparkasse:

            Wir brauchen lokale / regionale Banken, wir sind gut damit gefahren in Deutschland, auch wenn die EU die öffentlichen kleinen Banken gerne abschaffen würde.

            Und es geht ihnen aufgrund der EZB-/Euro-Politik momentan nicht gut. Unabhängig davon sollten Sparkassen nicht die öffentlichen Haushalte sanieren.

            Dies haben einige Bundesländer auch bei den Landesbanken getan – und sie in abenteuerliche Hoch-Risiko-Geschäfte getrieben, mit Renditeerwartungen, die niemals mit ihren eigentlichen Aufgaben ohne Zockerei auf den internationalen Finanzmärkten zu erwirtschaften waren!!

            Aber die Ergebnisabführungen haben eine Frau Simonis in Kiel und andere in anderen Landesregierungen gierig gemacht – sie brauchten das Geld, so verschuldet wie sie ihre Haushalte führten.

            Das Ergebnis ist ein Desaster.

            Und hier in Lüneburg muss jetzt die Sparkasse sponsoren – obwohl sie kaum mehr das Personal finanzieren kann, wenn es länger so weiter geht…

            Wir haben es ja!

            Mit einer fusionierten Sparkasse wäre das aus wirtschaftlichen Vernunftgründen nicht so einfach gewesen, in die Kasse zu greifen.

            Doch diese Verantwortung tragen die jetzt mit ja stimmenden Politiker dann in einigen Jahren nicht mehr…

            Da sehe ich ein Problem. Warum soll Sparkasse sponsoren, welchen Neukunden gewinnt sie damit?

            Während zugleich Privatinvestoren frei von Risiken zwanzig Jahre sicheren Ertrag vereinbaren. Was – wie gesagt – in Ordnung wäre, wenn nicht an anderer Stelle sich die Risiken und Schulden vergrößern.

            Nämlich bei unseren Kindern.

            Dazu höre ich kein Wort von SPD und CDU, die ja bisher dafür stimmten.

            Auch hier – wie gesagt – kann man dafür sein. Aber man muss dann eben den Vorteil klar den Nachteilen / Chancen den Risiken gegenüberstellen, und nicht so tun, als hätte man das Ei des Kolumbus entwickelt.

            Dieses Ei ist ein Überraschungsei.
            Nett. Wenn man es sich leisten kann.

            Mich hat bisher niemand überzeugt, dass sich Stadt und Landkreis dieses Überraschungsei leisten können.

            Und wenn die Landeskommunalaufsicht frei von Politik funktioniert – dann müssten sie ihre Genehmigung versagen. Mit Hinweis auf den Entschuldungsvertrag.

            Und genau darum finde ich – eine öffentliche Halle an geeignetem Standort, die wirklich für Schul- und Universitätssport nutzbar wäre, das wäre etwas ganz Anderes, als das, was nun geplant wurde.

            Aber so wird in Lüneburg eben nicht mit den Bürgern offen und gerne auch hart diskutierend, aber sachlich und klar, gerne am Ende auch gegen populistische Mecker-Attacken für eine Halle entscheidend (der Verkehrslärm, oh Gott, in der Stadt Verkehrslärm zum Beispiel nur…!).

            Aber dann eine Halle, die funktioniert und die langfristigen Nutzen bringt.

            Hätte wäre wenn. Ich weiß.
            Das noch zu Gegenvorschlägen, die nicht kommen.

            Habe fertig.

          • Herr Luenebuerger

            Sie schreiben ziemlich viel, haben aber offensichtlich ziemlich wenig Ahnung. Die Arena wird NICHT privat, sondern zu einhundert Prozent öffentlich finanziert, aber privat gebaut und bewirtschaftet. DESHALB liegt das Risiko ALLEIN bei Stadt und Kreis, aber die Gewinne fließen in die Taschen von Investor und Betreiber.

            Auch gibt es ein „Sporthallenkonzept für die Hansestadt Lüneburg“, präsentiert und bekräftigt im Sportausschuss vom 12. Juli 2012, in dem es im „Fazit“ auf Seite neun heißt: „… nach Fertigstellung der Sport- und Gymnastikhalle Saline ist die Hansestadt Lüneburg mit einem Überschuss von 3.374 qm ausreichend mit Hallensportflächen versorgt. (…) Mit einem Bestand von 11 Dreifeld-, 4 Zweifeld und 16 Einfeld/Gymnastikhallen ist Lüneburg an Hallensportflächen gut aufgestellt. Betrachtet man die Mitgliederentwicklung Lüneburger Sportvereine sowie die aktuelle Rangliste der vereinsmäßig beliebesten Sportarten, so ist EIN ZUSÄTZLICHER BEDARF an Kleinfeldsporthallen zur Zeit NICHT ERKENNBAR.“ (einsehbar als PDF unten auf dieser Seite: http://www.stadt.lueneburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=4592)

            Auch nach dem „Hallenbedarfsplan der Hansestadt Lüneburg (Stand April 2016)“ ist mit „einem Bestand von 10 Dreifeld-, 6 Zweifeld- und 16 Einfeld/Gymnastikhallen die Hansestadt Lüneburg an Hallensportflächen gut aufgestellt. Hervorzuheben ist, dass mit der Fertigstellung einer Einfeldsporthalle in Ochtmissen, der für den Schulsport sich unmittelbar ergebende BEDARF VOLLSTÄNDIG ABGEDECKT werden konnte.“ (Seite 17)
            (einsehbar als PDF unten auf dieser Seite: http://www.stadt.lueneburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=6545)

            MfG, Johannes Eickelpasch, Bezirksfahnenschwenkermeister Wachtendonk

          • Moin Luenebuerger,
            erstmal: ich konnte (und wollte) in der Kürze des Blog-Posts nicht alle Fragen klären, eher zum Denken anregen, was ja geklappt hat. Trotzdem sind deine Fragen berechtigt. Zur ersten: Ich habe mir das so gedacht, dass es mal, sagen wir in vielleicht den 70ern bis 90ern eine Zeit gab, in der man man selbst sein konnte, ohne wieder in einer Schublade zu stecken. Wenn man beispielsweise heute Schallplatten hört, weil man es gut findet, ist man ein Hipster. Wenn man Hanfklamotten trägt ein Hippie und es wird immer unterstellt, dass man dadurch nur etwas nach außen vermitteln will. Was bei vielen wohl leider auch der Fall ist. Dazu muss man aber sagen, auf viele Arten kann man heute eher „man selbst“ sein, beispielsweise werden Frauen weniger stark in Geschlechterrollen gedrängt oder Schwule diskriminiert.

            Zu Frage 2: Ich denke NICHT zu konsumieren, also wirklich so wenig wie möglich statt irgendwie Bio/Fairtrade etc. ist eine Art von Selbstbestimmung. Ansonsten sollte man sich einfach sicher sein, dass man Dinge wirklich tut, weil man will und nicht weil es erwartet wird oder gerade en vogue ist.

            Ich hoffe das war ausreichend.
            Liebe Grüße, danke fürs Lesen^^

          • @Erik
            Ja, das mit den Schubladen sehe ich exakt so.

            Einerseits sortieren wir jeden Eindruck irgendwo da hin, wo es unser Gehirn anhand unserer Erfahrungen hinsortiert – und darum ist natürlich Offenheit und Austausch so wichtig.

            Andererseits unterscheide ich immer zwischen Privat und Politisch. Meint: Private Lebensstile – und dazu gehört der religiöse Glaube – sollten vielfältig existieren. Wer da in Schubladen einordnet, ohne selbst aus der eigenen geschlüpft zu sein, verpasst viele Erlebnisse im Leben. Aber auch da gilt: Privatsache. Nicht jeder findet Vertrauen in und Mut zur Eigenständigkeit…

            Ja, und dann ist es witzig, wenn Jüngere meine Plattensammlung als respektabel ansehen – damals hatten wir einfach wenig Alternativen) Hip – mir egal. Zwischenzeitlich war es out of any mind.

            Beim Politischen sehe ich es differentiert: gute Politik sorgt sich um das Öffentliche, ich schrieb Allmende, das Gemeinwesen, um das sich kein Privater oder Unternehmen kümmern kann, weil es eben alle betrifft. Sauberes Trinkwasser sollte weder durch „ehrenamtliches Engagement“, noch einen Konzern bewirtschaftet werden. Es betrifft alle, alle haben sich darum zu kümmern – das ist Politik.

            Und die soll nur für Ausgleich und Ausgewogenheit sorgen. Langfristig. Vorsorgend. Ganz langweilig. Keine Experimente. Krieg und Frieden – erklären sich dann von selbst. Wer braucht Schlägertruppen auf der Straße?

            Genau. Da kommen wir zum Kern guter Politik: private Interessen, private Privilegien, Reichtum, Ruhm, Vergügen, Dogmen, Glaubenssätze, Ideologien – das gehört nicht in eine gute Regierung.

            Darum sage ich: macht nicht das Private zum Politischen!
            Ein Lebensgefühl, ein Milieu, eine Religion – die werten und urteilen immer über Andere. Oligarchen, Kapital – die werten die Inidividuen und die Allmende ihren eigenen Macht- und Ressourceninteressen unter.

            Beispiel? Eine Gesellschaft ist weder vollkommen offen, noch völkisch geschlossen. Warum diskutieren wir also permanent solchen unreifen Schwachsinn fernab jeglicher historischen und natürlichen-individuellen Erfahrung?

            Weil eben Begriffe dazu dienen, Machtinteressen zu bedienen: meine Sichtweise, privat, setze ich politisch jetzt durch.

            Ausgleich? Ausgewogenheit? Soziale Bindungen? Rücksicht auf Schwache und Minderheiten? Nachhaltigkeit? Stabilität? Friedfertigkeit?

            All das geht unter.

            Nun führt das weit weg von Lokalpolitik, über die wir hier sprachen? Ja und nein. Es sollte lokal gar keine solchen Verhärtungen geben – und doch werden sie eben bis auf die Nachbarschaftsebene getragen. In der Ukraine sind 2014 Familien und Freunde gespalten worden…

            Lokalpolitiker in Lüneburg schließen Gespräche mit Populisten kategorisch aus – ja, als gäbe es keine in ihren Reihen… Und auch ganz aktuell: würde so der Bürgermeister von Bautzen handeln – was würde er in seiner Stadt ins Positive verändern können? Nichts.

            Vor Jahren sah ich OB Mädge mit dem Polizeidirektor den Teilnehmern einer NPD-Demo auf der Straße abseits der City und fernab der Presse den Demonstranten hinterhergehen. Sie begleiteten sie zur Abfahrt ihrer drei Busse. Und sprachen sie wohl dort noch an.

            Das war richtig. Und es geht eben darum, Grenzen zu ziehen, zu erklären und dann auch durchzuhalten. Aber immer zu sehen – viele, die Ideologien folgen, erkennen gar nicht die Tragweite ihres Mitlaufens, und wem sie faktisch nutzen. Da gilt: wer die Allmende als Aufgabe guter Politik sieht, der wird immer und immer wieder darum ringen, dass Privates nicht Politisch werden darf.

            Und um die Kurve zu bekommen: so kann man auch banal sagen, dass selbst Grüne auch Straßen und Brücken bauen müssen.

            Und da sollten wir dazugelernt haben. Wie Sie schreiben: ja, heute können Frauen viel eigenständiger und selbstbewusster öffentlich leben. Und das ist ein großartiger Gewinn für uns alle!

            Die alten Dogmen haben da ihre Macht verloren. Zum Glück. Wir sollten sie eben nur nicht durch neue ersetzen.

            Eines dieser neuen Dogmen lautet nur: der Wandel ist unveränderbar hinzunehmen… Nun, panta rei. Gewiß. Aber das bedeutet doch nicht, dass nun (Achtung: konservativ!) Anstand oder Frauenrechte oder kulturelle Differenzen nicht mehr zählen, wie wir sie hier leben und leben wollen. Wir müssen doch gestalten, wie wir miteinander leben wollen. Und dazu gehört eben, dass die Straße nicht denjenigen gehört, die da abhängen und andere anmachen. Egal wer es ist. Grenzüberschreitung – also nennen wir es so.

            Natürlich weiß ich, dass ich jetzt wieder ein Negativbeispiel bringe. Aber diese Konflikte sind da, und sie wirken äußerst emotional. Wer Gäste in Lüneburg beherbergt, aus dem Ausland, die alleine die Stadt besichtigen und abends fragen, ob es normal ist, einfach so von jungen Männern als Frau gezielt angerempelt zu werden – soll ich dann sagen: ja, es ist normal, wir wandeln uns gerade?

            Nein, hier gilt eben auch: Privates hat Öffentliches nicht zu dominieren.

            Womit wir zur Spasshalle kommen)

            @ Fanhnenschwenker
            Das ist mir schon klar, dass eben öffentlich finanziert wird, aber privat betrieben. Und eben Erträge nicht kostenmindernd an den Steuerzahler zurückgeführt werden sollen. Das geht eben so nicht. Meine Meinung, wie Ihre.

            Und Ihren Auszug aus dem Bedarfsgutachten 2012 hatte ich vor Wochen hier bereits gelesen. Aber glaube, das war eher ein Auftragsgutachten, um eben öffentlichen Sporthallenbau nicht umsetzen zu müssen.

            Warum sonst haben Uni und Berufsschule Hallenbedarf? Und die Stadt wächst!! Und an Schulen müssen Kinder quer durch die Stadt zum Sportunterricht im Winter per Bus fahren…

            Ich glaube daher nicht, dass es keinen Bedarf an Sportflächen gibt. Wie hoch er ist, kann ich nicht sagen. Aber eine Event-Halle ist ja nun gerade KEINE Schulsporthalle… Die benötigen wir wohl schon, aber genau die kommen nicht, WEIL kein Geld da ist. Aber für die Event-Halle ist es da?

            Passt nicht. Und jetzt kommen die Stimmen hoch: ja, ein Fußballstadion, das brauchen wir doch schon viel länger… wo wir gerade die ersten Spiele der Saison gewinnen…

            Ich spreche mich jetzt hiermit öffentlich für zwei weitere Theater aus! Zwei reichen nicht – Lüneburg muß Theater zum überregionalen Markenkern machen. Das bringt Touristen.

            Heiligengeist-Grundschule – soll warten bitte. Sprachlernförderung ist sowieso dank Inklusion nicht mehr wichtig, da müssen wir die Grundschulen und Förderschulen nicht auf Top-Niveau halten.

            Ist leider keine Satire – sondern die Schwerpunktsetzung in Lüneburg bislang. Es wurde in Schulbau investiert, ja. Aber bei Weitem nicht ausreichend – nach Jahrzehnten der ausgebliebenen Instandsetzung und Modernisierung…

            Und bei den Straßen rollt ein Nachinvestitionsbedarf auf die Stadt zu – da werden sich die Eigenheimbesitzer und Mieter freuen. Aber dann werden die heute Verantwortlichen nicht mehr dabei sein.

            Diskutiert wird im Stadtrat allerdings auch gerne Resolutionen zu weltanschaulichen Fragen. Stundenlang.

            Nice. But not their duty.

            Hiermit beende ich meine Beiträge – ich hoffe, die vielen neuen Ratsmitglieder kümmern sich die nächsten fünf Jahre um die GrundinfrastrukItur und lassen Ideologie daheim.

            Und wenn Herr OB Mädge einsieht, dass er in die Geschichte der Stadt nicht als Projektentwickler von Event-Hallen, sondern als ein engagierter Allmende-Sanierer eingehen kann, dann wird dieser Stadtrat auch etwas bewegen können – weil die Stadt sich als Wohnstandort positiv entwickelt. Das ist ein Wandel, den es zu nutzen und zu pflegen gilt.

            Ich hoffe sehr, dass ein solcher Schwerpunkt „Grundinfrastruktur sanieren“ jetzt von allen gesetzt und dann auch gegen Kritik durchgehalten wird.

          • @ Luenebuerger

            Bei all den dringenden Problemen, die es in den Städten und Gemeinden gibt, stand bei dieser Kommunalwahl am Ende nur eine Frage im Mittelpunkt: Wie stark wird die Alternative für Deutschland? Ihr Ergebnis schwankt zwischen ein- und zweistellig. Die AfD schneidet im Osten des Landes und in den Städten stark ab, etwa in Braunschweig, Wilhelmshaven und Delmenhorst; nicht aber in Oldenburg. Schwächer ist die AfD in ländlich geprägten Regionen wie Aurich oder Cloppenburg. In niedersächsischen Kommunalparlamenten wird sie aber kein Schwergewicht. Dennoch: Dieses kollektive Starren auf den Gegner hat die etablierten Parteien in ihrer Handlungsfähigkeit gelähmt.

            SPD und CDU gaben doch tatsächlich als Ziel aus, das Ergebnis von September 2011 zu halten. Politische Inhalte? Nebensache. Erst einmal musste sich mit der AfD beschäftigt werden. Dieses Dilemma der „Volksparteien“ stärkte vor allem die unabhängigen Wählergemeinschaften wie etwa in Varel oder in Emden. So wichtige Themen wie die Zukunft von Schulstandorten, Windräder oder neue Bebauungsgebiete traten im Straßenwahlkampf aber in den Hintergrund, weil sich die Lokalpolitik auf einmal für das Chaos in der Bundespolitik rechtfertigen musste. Das tut mir vor allem für die engagierten Straßenwahlkämpfer leid.

            Was bedeutet dieses Kommunalwahlergebnis für das Niedersachsen von morgen? Die wieder- oder neugewählten Räte sollten sich schnell auf ihre Arbeit bei sich Zuhause konzentrieren und vor allem die Hälfte der Bürger politisieren, die gar nicht erst zur Wahl gegangen sind. Eine Wahlbeteiligung mit knapp über 50 Prozent, ganz gleich ob höher als vor fünf Jahren, ist beschämend. Die Politik muss die Bürger mit Argumenten überzeugen und nicht mit der Lautstärke, mit der sie auf den politischen Gegner eindrischt.

            Nach der Wahl ist vor dem nächsten Wahlkampf. Die Union kürt in dieser Woche Bernd Althusmann zum Spitzenkandidaten. Er darf dann gleich den drittgrößten Landesverband in den wohl schwersten Bundestagswahlkampf der CDU führen. Die Union schwimmt indes auch in Niedersachsen nicht auf einer Erfolgswelle. Es sei denn, es genügt ihr wirklich, stärkste Kommunalkraft im Land zu sein. Dann geht die Peinlichkeit weiter.

          • Hallo Luenebuerger

            Erik bin ich. Oben haben Sie sich mit Ernst unterhalten, dessen Post ich ebenso wenig verstehe wie Ihre Antwort an ihn.

            Hier geht es auf 21 EDT zu. Wie spät ist es bei Ihnen?

        • Nein, Herr Lünebürger,

          es gibt Schatten NUR da, wo es Licht gibt. Sie sind der Typ, für den das Glas immer halb leer ist, wenn viele andere sagen, es sei halb voll, nicht wahr?

          Und es gibt NICHT NUR „das Narrativ“ und „den eigentlichen Mädge“. Es ist ein armseliges verschwörungstheoretisches Klischee, dass sich die „wahre Wirklickeit“ hinter einem Schleier verbirgt, dass das Leben ein Spiel von Schein und Sein ist. Doch gibt es fast niemals nur zwei Aspekte, fast niemals nur Schwarz und Weiß. Nichts und niemand ist entweder so oder so, sondern alles und jeder ist sowohl so als auch so. Denn nicht zwei Seelen wohnen, ach! in einer Brust, sondern meist sind es tausende!

          „Die LZ berichtet sachlich. Das stimmt. Entscheidend ist aber im Journalismus, was man auslässt, weglässt, wo man nicht nachfragt und nachfragt und nachfragt“? Ist das so? Ich glaube, es kommt auf eine vernünftige Mischung an. Alles Sprechen und Schreiben schlägt immer nur Pfade durchs Chaos. Und ein Lokalblatt wie die Landeszeitung ist kein quasi-kriminalistisches Investigativorgan wie etwa der Spiegel oder die New York Times es gerne sein möchten. In der LZ steht, was in unserer direkten Umgebung passiert, über welche Probleme im Rathaus diskutiert wird, ob die neue Schule gebaut wird, wie die Versorgung mit Krippenplätzen ist, welche Baustellen geplant sind und was man in seiner Freizeit machen kann. Diese Dinge haben die Menschen schon immer interessiert. Über viele Jahrhunderte hinweg war traditionell der Markt – neben dem Kaufmann und Gastwirt vor Ort – Austauschort für Neuigkeiten. Auch wenn immer noch Bäcker, Kneipen und Kioske Räume des lokalen Klatsch und Tratsch aus der Nachbarschaft sein können, an die Stelle des Marktplatzes und Aushangs am Rathaus sind die in Deutschland seit Ende des 19. Jahrhunderts regelmäßig und umfassend berichtenden Lokalzeitungen getreten. Vierzig Prozent aller Deutschen interessieren sich VOR ALLEM für das Lokale in den Medien, weitere gute vierzig Prozent immerhin noch EIN WENIG– und nur dreizehn Prozent sind KAUM oder GAR NICHT am Lokalen interessiert. Vergleichbare Werte kann kein anderes journalistisches Ressort aufweisen. Für regionale und lokale Abonnementzeitungen ist der Lokalteil das Herzstück: Die Leser interessieren sich besonders für das, was in ihrer Umgebung passiert. Sie möchten es dokumentiert, sortiert und in eine Rangfolge gebracht, aber keineswegs unbedingt bewertet oder gar problematisiert haben. Leser möchten sich die Urteilsbildung nicht abnehmen lassen. Und was „das Kritische“ betrifft, so finden Sie gerade hier im Blog sehr viele Jenckelsche Beiträge, die den Finger in Schwachstellen der „Regierungspolitik“ legen bzw. auf Versäumnisse, Maulheldentum und Fehlentwicklungen richten.

          Und wie ist es „mit den Verkehrsproblemen am Wienebütteler Weg“, den „unsanierten Grundschulen“, mit dem „unentwickelten Straßennetz“ und den „vermiedenen Ausschreibungen“ und albernen Fotografien unseres stark alternden Landrates? Alles das gibt es und noch viel mehr. Dem einen fehlen die Parkplätze, dem anderen die Fahrradstraßen. Der eine will Stadtvillen, der andere Sozialwohnungen. Mancher möchte ein schönes Theater, mancher möchte ein neues Fußballstadion. Es ist ein Gewirr und ein Gebrumm von unterschiedlichsten Wünschen und Erwartungen. Niemand kann es jedem recht machen, aber jeder wähnt, ganz besonders er werde in seinem Anspruch beschnitten. Sogar die Taxifahrer hegen und pflegen eine entschiedene Meinung. Herrlich wäre das Leben in einer vollkommenen Welt! Aber weil man „im Winter wieder mit dem Rad auf vereister Fahrbahn wegrutscht – weil diese so aufgerissen ist, dass sich in den Löchern Eisflächen bilden, die man nicht sehen kann bei Schnee“, lebt man in einer Hölle, durch deren faulende Katarakte „die Lüge wabert“, der Betrug „tuschelt“ und die reinen, unschuldigen Seelen sich enttäuscht abwenden und besonders an Wahltagen durch Nichtstun dem sensiblen, für die geheimen Schwingungen ihres motivationalen Karmas empfänglichen Lauscher die besondere moralische Güte des Unbeteiligtseins offenbaren.

          • Erik – genau das kritisiere ich, was Sie beschreiben:

            Ja, alle wollen irgend etwas. Das Leben ist vielschichtig, und fast niemand ist gut oder schlecht, wir sind eben selbst auch vielschichtig.

            Aber Handlungen können eher gute oder schlechte Folgen bewirken.

            Und was ich so stark kritisiere, das ist: die SPD in Lüneburg verspricht allen alles – 100% Populisten – was jemand wünscht, wird versprochen. Nur dass die Lüge und Unehrlichkeit darin besteht, dass dies oft nur getan wird, um gut da zu stehen, aber faktisch dann nichts umgesetzt wird.

            Ehrlich wäre zu sagen: nein, das wollen wir jetzt nicht, weil wir uns auf Folgendes konzentrieren.

            Nur ein Beispiel: seit über einem Jahrzehnt wird Eltern gesagt: oh, ja, wir fänden es so richtig, die Kiga-Beiträge abzuschaffen. Wir sind schon immer dafür! Aber jetzt geht es leider noch nicht.

            Fakt ist: Lüneburg hat mit die höchsten Beiträge – das Narrativ der so hohen Qualität mag ich nicht mehr hören, es ist hanebüchen, aber das führt hier jetzt zu weit. Anderswo gibt es scheinbar keine guten Kitas…

            Fakt ist: die SPD hat kein Interesse daran, auf dieses Drittel an Finanzierung zu verzichten.

            Aber sie steht nicht dazu. Und das ist bigott.

            Das hat null mit Glas halbleer / halbvoll zu tun.
            Sähe ich es halbleer – würde ich hier nicht antworten.

            All das Herumreden und Herauswinden hier im Forum – es überzeugt mich null. Es ist einfach Teil der Lüneburger SPD-Wagenburg-Mentalität einfach ALLES zu rechtfertigen und zu verteidigen.

            Noch nie habe ich Selbstkritik gehört, die – und das ist das Entscheidende – dann zu Änderungen geführt hat.

            Wagenburg – bleibt glücklich darin, aber bitte schreibt nicht jeden Kritiker immer persönlich herunter.

            Dieses persönliche Diffamieren – das ist Teil der moralischen Attacke. Und es läuft durchaus subtil, aber unerbittlich.

            Ja, so wabert es in der Stadt, das Karma: wer nicht mitmacht – wird eben persönlich angegangen. Und das geht sehr weit, zu weit.

            Das erinnert mich an alle möglichen Bewegungen, die mit gut/schlecht und Karma anfangen – wenn ich sage:

            Kümmert Euch um die Grundinfrastruktur! Und das ist nicht Wünsch-Dir-was, wie Sie es darstellen. Und es ist eben keine Lobby-Gruppen oder Einzelinteressen-Politik, sondern Gemeinwohl. Ich spreche über die Allmende – und Sie über nice-to-haves wie ein Theater.

            Lesen Sie heute einfach, was die Leiterin der Grundschule Heiligengeist sagt: Ihre Schule ist dringend sanierungsbedürftig. Und das sind eigentlich fast alle in dieser Stadt.

            Da ist das Glas seit Jahrzehnten leer – egal was ich denke. Es ist keine Ansichtssache, sondern Fakt.

            Sie antworten darauf mit: Wagenburg.

            Weiter so, hat ja bisher auch gut geklappt.
            Für Sie offenbar)

          • Luenebuerger,

            verzeihen Sie mir meine Unvollkommenheit, der ich nur mit dem Guten rechne und zufrieden bin und das Beste zu können und zu fordern den Perfekten überlasse. Ich bin kein ausgeklügelt Buch. Ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch. Mehr erwarte ich auch von anderen nicht.

          • Hallo Luenebuerger

            Warum sind Petra Güntner, Renate Thielbörger, Eugen Srugis, Holger Nowak, Jens Kiesel, Hubert Meißner, Eckhard Neubauer und Ronald Bast eigentlich nicht mehr in der SPD-Fraktion im Stadtrat? Was machen die wohl die nächsten fünf Jahre? Arbeiten die Frau Lotze zu?

            Erik

        • Wer antwortet auf unnützes Gespei, Der macht aus einem Unglück zwei.

          Frank Henschel

    • Sehr geehrter Herr Schubert,

      natürlich hören sich beide Ziele kontradiktorisch an. Allerdings muss man auch bedenken, dass man nicht nur Schuldenabbau betreiben darf, sondern auch in die wichtigsten Themen investieren muss. In den vergangenen fünf Jahren haben wir uns immer deshalb für regelmäßige Berichterstattung über die Finanzen ausgesprochen – nicht nur bei den Beratungen zum Haushalt…Dann kann man auch verantwortungsvoll entscheiden. Ich glaube es muss beides geben – aber man muss auch schauen, wo Geld einfach verbrannt wird ohne einen Mehrwert für die breite Bevölkerung zu bringen. Für die CDU ist neben dem Abbau der Schulden vor allem entscheidend, dass die Infrastruktur, die Bildung und die Sicherheit finanziert ist. Danach kommen für uns Sport und Kultur. Da wir derzeit sehr gute Steuereinnahmen haben, müssen wir einen Weg finden alle Bereiche gleichmäßig zu bedenken. Ihr Niels Webersinn

      • Hallo Niels Webersinn (Ratsherr), ich bin einverstanden, wenn ich das mal so sagen darf. Unaufgefordert und an Stelle von Daniel Schubert. Die Verwaltung muß Schulden abtragen und trotzdem investieren. Das muß Hand in Hand gehen. Denn nur Tilgen ist ungesund. Was nütz einem ein ausgeglichenes Konto, wenn das Haus über ihm zusammenstürzt, weil nicht in Erhalt, Pflege und Modernisierung investiert worden ist? Nur, was ist wichtig und was nicht? Das war hier die Frage. Wird mit der Sparkassenarena nicht viel Steuergeld verbrannt, das eigentlich die privaten Nutznießer aufbringen müssten? Es gibt große Überkapazitäten an Hallenflächen für Schul- und Vereinssport. Wer Veranstaltungen verkaufen möchte, nach denen von sich aus niemand velangt, sollte auch zusehen, wie er seinen Betrieb privat finanziert. Ist der Mehrwert der Event- und Volleyball-Arena für die breite Bevölkerung nicht eine reine Zweckbehauptung von Leuten, die sich nach dem Libeskind-Fiasko nun schon zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit etwas von „bereichernder“ regionaler „Leuchtturmwirkung“ haben aufschwatzen lassen, ohne in der Lage zu sein, das Eintreten und den Nutzen solcher Effekte mit Gründen plausibel zu machen?

        • Sehr geehrter Herr Tröger,

          zwischen Libeskind-Bau und der Halle muss unterschieden werden. Soweit ich richtig informiert bin, gibt es eher zu wenig Hallenkapazitäten für den Sport, sowohl natürlich im Profisport als auch im Breitensport. Auch an Flächen für Fußball etc. mangelt es – zumindest berichten mir es so die Vorsitzenden der Sportvereine und der jeweiligen Sparten.

          Insofern ist eine Halle, die sowohl vom Breiten- als auch Spitzensport – genutzt werden kann, wünschenswert.

          Hinsichtlich des Libeskindbaus kann ich den Ärger jedes einzelnen verstehen bei der Kostenexplosion. Solche Bauten fördern die Verdrossenheit und der Bürger bekommt das Gefühl, es wird ohne Rücksicht auf den Bürger immer mehr Geld in Prestigeobjekte versenkt. Zum Glück ist der Beitrag der Stadt schon immer auf die fünf Millionen begrenzt gewesen – seitdem meine Vorgänger im Rat diese Entscheidung getroffen haben.
          Dennoch gibt es auch eine positive Seite des Universitätsgebäudes: in zehn bis zwanzig Jahren spätestens wird vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in Niedersachsen die Schließung einer kleinen Universität diskutiert werden. Zur Diskussion stehen dann u.a. Vechta, Hildesheim und Lüneburg. Aber Lüneburg hat die jungen Menschen bitter nötig – sie bedeuten für uns nicht nur eine Verjüngung der Stadt mit all ihren positiven Aspekten, sondern auhc, dass wir nicht zu einer reinen Schlafstadt herab sinken, wie Pinneberg und co. Der Libeskindbau und seine Nutzungsmöglichkeiten werden wesentlich helfen die Lüneburger Universität hier zu sichern. Insofern stehe ich zu dem Bau.

          Ihr Niels Webersinn

        • Sehr geehrter Herr Tröger,

          zwischen Libeskind-Bau und der Halle muss unterschieden werden. Soweit ich richtig informiert bin, gibt es eher zu wenig Hallenkapazitäten für den Sport, sowohl natürlich im Profisport als auch im Breitensport. Auch an Flächen für Fußball etc. mangelt es – zumindest berichten mir es so die Vorsitzenden der Sportvereine und der jeweiligen Sparten.

          Insofern ist eine Halle, die sowohl vom Breiten- als auch Spitzensport – genutzt werden kann, wünschenswert.

          Hinsichtlich des Libeskindbaus kann ich den Ärger jedes einzelnen verstehen bei der Kostenexplosion. Solche Bauten fördern die Verdrossenheit und der Bürger bekommt das Gefühl, es wird ohne Rücksicht auf den Bürger immer mehr Geld in Prestigeobjekte versenkt. Zum Glück ist der Beitrag der Stadt schon immer auf die fünf Millionen begrenzt gewesen – seitdem meine Vorgänger im Rat diese Entscheidung getroffen haben.
          Dennoch gibt es auch eine positive Seite des Universitätsgebäudes: in zehn bis zwanzig Jahren spätestens wird vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in Niedersachsen die Schließung einer kleinen Universität diskutiert werden. Zur Diskussion stehen dann u.a. Vechta, Hildesheim und Lüneburg. Aber Lüneburg hat die jungen Menschen bitter nötig – sie bedeuten für uns nicht nur eine Verjüngung der Stadt mit all ihren positiven Aspekten, sondern auhc, dass wir nicht zu einer reinen Schlafstadt herab sinken, wie Pinneberg und co. Der Libeskindbau und seine Nutzungsmöglichkeiten werden wesentlich helfen die Lüneburger Universität hier zu sichern. Insofern stehe ich zu dem Bau.

          Ihr Niels Webersinn

          • Sehr geehrter Ratsherr Webersinn, ich stimme Ihnen mit Einschränkungen zu:
            1.) Die Schlachthofhalle ist gut, weil eine große Sporthalle gut ist. Ich bin Fußballer und liebe das schnelle Indoor-Kicken. Auch die Volleyballer sollen eine ordentliche Spielstätte haben. Usw. Was mir nicht gefällt, ist dieser undurchsichtige Komplex der Finanzierung und die Rolle von Herrn Hoppe und seinem Campus Verein. Da wird viel von Vorzeigeunternehmertum für die Jugend Lüneburgs geredet, aber in Wirklichkeit umweht alles, was dieser Herr anfasst der Ruch von Abstauberei und von fettigen Extrawürsten und vom Schweiß des eifersüchtigen Wegbeißens studentischer Initiativen, die ihn ja eventuell um einen Euro fünfundzwanzig Gewinn bringen könnten. Dazu kommt die merkwürdige Hast der Verwaltung, Unfertiges absegnen zu lassen und der völlig idiotische Standort der Halle, der keine annähernd ausreichende Verkehrsinfrastruktur für Veranstaltungen von vielen tausend Menschen bietet oder erlaubt. Sollen dort vielleicht noch Straßen verbreitert und ein Parkhaus gebaut werden? Drei- bis fünftausend Stellplätze? Wer soll das bezahlen? Und warum?
            2.) Initiatoren des Libeskind-Monstrums waren neben Herrn Mädge und Herrn Dörbaum (SPD) vor allem Frau Wanka, Herr Pols und Herr Althusmann (CDU), die alle, ohne dass die Finanzierung jemals nachvollziehbar gewesen wäre, auf das überdrehte Reklamegebrabbel eines geschäftstüchtigen Theaterimpresarios abgefahren sind. Nun haben wir die 100 Millionen-Bescherung am Bockelsberg, die viele, viele Jahre lang betrieben, beheizt, elekrifiziert, ausgelastet und gewartet werden muss, ohne dass klar ist, wie das bewerkstelligt und wer das bezahlen soll. Und ob so ein monumentaler Kostenfaktor wie dieses Gebäude tatsächlich dann in zehn bis fünfzehn Jahren das schlagende Argument für den Erhalt des Uni-Standortes Lüneburg sein kann, wenn die Studentenzahlen drastisch zurückgehen werden und die Blütenträume zerplatzen, Netzwerken, Marketing und „Wirtschaftspsychologie“ könnten technische und wissenschaftliche Kenntnisse oder eine solide Ausbildung von Lehrern ersetzen, wage ich offen gestanden zu bezweifeln.

  5. Johannes Roeßler

    Wo hat den die LZ die Grafik her – hoffentlich nicht selbst gemacht… bei 50-50 ist ja egal, welches Symbol wofür steht – aber so sieht es aus, als wäre die Frauenquote eher massiv übererfüllt… 🙂

    • Sie sehen offensichtlich was anderes als ich , die Symbole stimmen LG hhjenckel

      • Korrekt, Herr Jenckel. Mars für die Männleins, Venus für die Frolleins.

        Herr Roeßler wollte etwas zum Nörgeln finden, aber sein Riecher hat versagt.

        „Wie die Nase eines Mannes, so sein Johannes“, behauptet der völkische Mund.

        • Johannes Roeßler

          mh. Vielleicht sehen Sie tatsächlich was anderes – bei mir wird die 78 im Kreis mit dem Kreuz nach unten angezeigt – für mich das Venus-Symbol… (für Wikipedia übrigens auch) – Eigene Nase, Frau Böhmer?

          • Ja, sagen Sie mal, wie haben Sie das gemacht? Vor einer Stunde waren die Zahlen noch genau andersrum zugeordnet. Machen Sie Hacker-Scherzchen mit den Lesern der Lz ?

          • Vermutlich war in Ihrem Cache/Puffer die falsche Grafik, die einen Wimpernschlag online war. Auch ich hatte Probleme mit den Symbolen. LG hhjenckel

      • Johannes Roeßler

        in dem weiblichen „Genderzeichen“ (Kreis mit Kreuz nach unten – Venus) steht doch die 78 – oder sehe ich da was falsch?!?

        • sehe ich auch so. und meinen cache habe ich vorher gelöscht.

          • Dann, nehme ich an, war´s ZUERST (also um 9:48 Uhr in meinem Cache/Puffer) die RICHTIGE Grafik, die einen Wimpernschlag online war. Jetzt isse jedenfalls falsch. Und Johannes Roeßler lag ZUERST (also um 8:52 Uhr) FALSCH. Jetzt liegt er richtig.

            Das astronomische Symbol des Planeten Venus gilt als stilisierte Repräsentation des Handspiegels der namensgebenden römischen Liebesgöttin Venus: ♀
            Das Venussymbol ♀ (Unicode U+2640 FEMALE SIGN oder unter MS-Windows Alt+12 auf dem Ziffernblock) steht
            * in der Astronomie und Astrologie für den Planeten Venus und ist damit eines der astronomischen Symbole,
            * in der römischen Mythologie für Venus, die Göttin der Liebe, des erotischen Verlangens und der Schönheit,
            * in der Biologie für das weibliche Geschlecht,
            in der Gesellschaft als Gender-Symbol für Weiblichkeit und Frau, sowie – gelegentlich ergänzt durch eine von dem Kreis umschlossene, geballte Faust – für Frauenbewegung und Feminismus,
            * in der Alchemie für das Planetenmetall Kupfer,
            * in mittelalterlichen und barocken Dokumenten (etwa Tagebüchern) für den Freitag (lateinisch dies Veneris, Tag der Venus),

            http://solarsystem.nasa.gov/galleries/solar-system-symbols

            https://de.wikipedia.org/wiki/Venussymbol

          • Ohh, ohh, wenn ich wieder in LG bin muss ich nochmals neu laden danke

          • Huch — jetzt ist bei mir das alte KORREKTE Cache auf einmal wieder sichtbar.

          • Georg Wüstenhagen

            Ja, so war das richtige Bild heute Morgen. Das mit den abgeschnittenen Gesichtern und nur der Hälfte drauf, aber die Zahlen stimmten.

            Ich bestätige das von Reppenstedt aus.

        • Ich möchte mich bei Herrn Rößler entschuldigen. Sein Riecher hat nicht enttäuscht. Er darf stolz auf seinen Vornamen sein.

    • Also, wenn selbst in der Graphik von Herrn Jenckel schon so einfach von außen reimgefummelt werden kann, dann müssen wir Holm Kellers anämische „Finanzierungsplanungen“ für das opulente Libeskind-Debakel am Bockelsberg vielleicht noch einmal ganz neu evaluieren. Am Ende hat Johannes Roeßler da auch mit Zahlendrehern und Kommastellenverschiebungen auf Kosten des armen flügelschlagenden Theatermannes sein Allotria getrieben.

  6. Ja, Herr Jenckel,
    die Quote bei der CDU im Stadtrat ist ein herausragendes Problem für diese Stadt.

    Immerhin marschiert die CDU gemeinsam mit der Partei DIE LINKE (25% Frauenquote!) in falsche Richtung der AfD (100% Männerquote).

    Wie wäre die Frage, wer in der SPD im Stadtrat (nach LZ „die Macht“ in Lüneburg) sich zutraut, Inhalte auch gegen OB Mädge zu beantragen und mehrheitlich im Stadtrat durchzusetzen?

    Das ist eine Frage, die Lüneburger bewegt. Denn nach 25 Jahren an der Macht ist eine Quote von 51% Wahlbeteiligung ein dramatischer Nachweis, dass Politik von einer Minderheit für eine Minderheit in der Stadt betrieben wird – denn die Mehrheit wendet sich immer zahlreicher ab vom „closed shop“ der „Lüneburger Macht“.

    Die Frauenquote der CDU war am Wahlabend übrigens noch bei 33%, als Regina Baumgarten noch als vorläufig gewählte Stadträtin aufgeführt wurde.

    Statistiken sind wie Laternen, Herr Jenckel: jeder kann sich bequem von jeder Seite anlehnen, sie beleuchten aber nur eine.

    Weiter so, Lüneburg.

    Die beiden einzig fundierten Aussagen zum Wahlergebnis las ich gestern von Linkspartei und AfD:
    Wechselnde Mehrheiten im Stadtrat (Pauly) und Sprachkurse für Flüchtlinge (Bothe).

    OB Mädge sprach von Spassarena als vordringlicher Aufgabe.

    Weiter so, LZ.

    • Luenebuerger
      Wie wäre die Frage, wer in der SPD im Stadtrat (nach LZ „die Macht“ in Lüneburg) sich zutraut, Inhalte auch gegen OB Mädge zu beantragen und mehrheitlich im Stadtrat durchzusetzen?
      es wird nicht stattfinden. seilschaften werden es verhindern.

    • Wechselnde Mehrheiten ist übliche Praxis in Gemeindevertretungen, die ja keine Parlamente, sondern, wie der Name schon sagt, beratschlagende, kontrollierende und ausführende Organe der kommunalen Selbstverwaltung sind. Soviel zu Pauly. Bevor Herr Bothe Sprachkurse für Flüchtlinge gibt, sollte er vielleicht erst selbst mal einen besuchen.

      • Gastleser
        Wechselnde Mehrheiten ist übliche Praxis in Gemeindevertretungen, die ja keine Parlamente, sondern, wie der Name schon sagt, beratschlagende, kontrollierende und ausführende Organe der kommunalen Selbstverwaltung sind.
        ach, wäre das schön. schmunzel p.s. es ist leider nicht so.die ausnahme bestätigt die regel.

    • Hallo „Luenebuerger“,

      woher wissen Sie, dass die Frauenquote bei der CDU kein herausragendes Problem für diese Stadt ist? Frau Baumgarten hat 2011 mit diesem Argument unseren langjährigen Bürgermeister Dr. Scharf vom Thron gestoßen und ist zur Regina aufgestiegen. Können Sie eigentlich nicht eine Leserzuschrift lancieren, ohne die AfD zu erwähnen? In der SPD gibt es sehr häufig heftige Meinungsverschiedenheiten, die keineswegs immer Ulrich Mädge für sich entscheidet. Doch brauchen derartige Debatten nicht öffentlich ausgetragen zu werden. Vor Ratssitzungen hat man sich dann meist schon auf eine Linie geeinigt. So kommt man weiter. Sind 51% Wahlbeteiligung „ein dramatischer Nachweis, dass Politik von einer Minderheit für eine Minderheit in der Stadt betrieben wird“? Von welcher Minderheit für welche Minderheit? Die Mehrheit wendet sich ab? Für mich sind 51 immer noch mehr als 49. Im Übrigen haben auch Ihre Lieblinge von der AfD von diesen 51% profitiert, aber die Abgewandten offenbar nicht ansprechen können. Sind Herr Runkel, Dr. Dingeldey, Professor Gaberle und Dirk Neumann denn nun „das“ Volk oder nicht? Statistiken sind wie Laternen, Herr „Luenebuerger“: jeder kann sich bequem von jeder Seite anlehnen, sie beleuchten aber nur eine. OB Mädge sprach von Spaßarena als vordringlicher Aufgabe? Er sagte: „Wir haben in der Stadt eine Menge Herausforderungen zu bewältigen. ALLEN VORAN müssen wir die Frage des Wohnungsbaus auch für normale und kleinere Geldbeutel weiter voran bringen. Ich erwarte, dass der neue Rat das im März dieses Jahres einstimmig beschlossene Wohnungsbauförderprogramm konsequent weiter umsetzt.“ Ihre Häme gegenüber der LZ ist nicht angebracht, wenn Sie selbst nicht den Anstand besitzen, ohne polemische Tendenz zu zitieren. Außerdem wissen Sie 99% dessen, was Sie über Lüneburger Stadtkultur und Lokalpolitik wissen, aus der LZ.

      • Gisela
        Vor Ratssitzungen hat man sich dann meist schon auf eine Linie geeinigt. So kommt man weiter. wirklich?
        leider ist es so, wie sie es hier beschreiben. es soll parteien geben, die ihre internen sitzungen für die öffentlichkeit zugänglich machen, damit der verdacht der kungelei garnicht erst aufkommt. lassen die cdu und spd, sogenannte volksparteien, das volk auch bei solchen gesprächen anwesend sein? mir ist gegenteiliges bekannt. soll nicht jeder nach seiner überzeugung handeln dürfen?

      • Hallo Gisela,
        ich erwähnte auch die Linkspartei – und wechselnde Mehrheiten. Das erwähnen Sie nicht.

        99% Wissen über Lokalpolitik, die Sie – als offensichtlich SPD-Aktive – ja nur nicht öffentlich betreiben, habe ich dank eigener Beobachtung.

        Wen ich politisch unterstütze – das wissen Sie nicht. Aber Sie meinen, es zu wissen. Nun gut. Und in Zeiten, in denen Aktive einer Partei als „Menschenfeinde“ von Frau Lotze bezeichnet werden, beziehe ich mich auf diese Art, andere Perspektiven nicht tolerant verstehen zu versuchen, sondern über soziale Ächtung von vorneherein zu verdrängen.

        Ja, darauf beziehe ich mich relativ oft. Das stimmt.

        Im Übrigen spricht Bände, wenn Sie das Bürgermeisteramt als Thron bezeichnen.

        So wird Politik gemacht von der SPD in Lüneburg. Natürlich gibt es auch da Diskussionen um den richtigen Kurs. Und es ist absolut in Ordnung, als Partei oder Fraktion dies nicht in der Zeitung, sondern im Gespräch untereinander Entscheidungen vorzubereiten, zu treffen und zu begründen.

        Was aber nicht in Ordnung ist, wenn dann Amigo-Politik herauskommt, deren Begründungen einfach sachlich und fachlich so krass hingebogen werden, dass es an Lüge grenzt. Und das geschieht in Lüneburg regelmäßig. Und das nervt.

        Der fehlende Wohnungsbau ist nach 25 Jahren SPD in Lüneburg – wie in vielen, vielen anderen Kommunen – hausgemacht. Sie haben beschlossen, mit der Lüwobau lieber energetisch zu sanieren und BHKW zu installieren, auf dass die meist sozial schwache, ältere Bewohnerschaft nun höhere Nebenkosten bei weniger Verbrauch zahlen müssen – weil BHKW teurer im Betrieb sind. Und die Sanierungsumlage von 11% erhöht die Bestandsmieten.

        Für Neubau ist dann keine Kapazität mehr übrig gewesen. Oder nach Abführung der Jahresergebnisse an den Stadthaushalt keine Mittel mehr übrig, um aus Mieterträgen Neubauten mit sozial geförderten Mieten zu bauen.

        Was daran habe ich aus der LZ? Nichts.
        Wahrscheinlich stimmen alle diese Argumente nicht, richtig?

        Jedenfalls kommt jetzt der Wohnungsbau – kommt auch der notwendige Straßenbau? Oder fahren alle Neubürger wie in den letzten 20 Jahren über das bestehende STraßennetz immer schön via Innenstadtring – wo im Berufsverkehr nun Autoschlangen stehen, wie es logische Folge ist, wenn man nur Baugebiet um Baugebiet andockt, ansonsten aber den hässlichen Verkehrsbau (Lärm) für Autos (bäh!) liegen lässt.

        Das wird tatsächlich schon in der LZ thematisiert.

        Und?

        Was diskutieren Sie intern? Eine Verbindungsstraße von der Hamburger Straße am neuen Wohngebiet Wienebüttler Weg bis nach Reppenstedt / Volgershall?

        Oder ist das: männliche Betonfraktion, wenn das thematisiert wird?

        PS: Ich besitze im Übrigen kein Auto.

        Und neben dem Wohnungsbau – den die Stadt Lüneburg nicht selbst betreibt – nannte er als zweites vordringliches Thema die Arena. Dementsprechend habe ich nicht falsch zitiert. Wohnungsbau = Stadt investiert nicht selbst. Arena = Stadt investiert schuldenfinanziert.

        So sieht es aus, Gisela.

        Und da verstehe ich, dass nur noch knapp 17% die stärkste Partei wählen. Das nenne ich nicht mehrheitlich, Gisela. Sie etwa?

    • Sehr richtig, Gisela ! Seniorissimus Luneburgensis bleibt seinem Verhaltensmuster treu und übt sich im Stänkern und Schlechtreden, ohne Gegenvorschläge anbieten zu können. Wenn nur 51 Prozent der Berechtigten zum Wählen gegangen sind, ist das Ergebnis genauso legitim (legal ohnehin) als wenn 91 Prozent oder 24 Prozent von ihnen ihre Stimme abgegeben hätten. Jeder Einzelne war frei, das zu tun oder zu lassen, was er getan oder gelassen hat. Wer aus Faulheit, Desinteresse oder Dummheit zu Hause bleibt oder an den Baggersee fährt, anstatt seine Wahlkabine aufzusuchen, sollte sich hinterher nicht beschweren. Hysterisch herumzubelfern, dass „51% Wahlbeteiligung ein dramatischer Nachweis [ist], dass Politik von einer Minderheit für eine Minderheit in der Stadt betrieben wird“, weil „die Mehrheit […] sich immer zahlreicher […] vom ›closed shop‹ der ›Lüneburger Macht‹ [abwendet]“, ist entweder ein Symptom mangelhafter Selbstkontrolle oder reine verlogene Demagogie. Nur wenn ein Teil (oder gar die Mehrheit) der Wahlberechtigten gewaltsam daran gehindert worden wäre, sein (bzw. ihr) gesetzlich verbürgtes Grundrecht wahrzunehmen, könnte man von einer illegitimen Oligarchie oder Timokratie und korrespondierendem Klientelismus sprechen.

      • Oh, Vorschläge habe ich angeboten.

        Ich erinnere mich sehr sehr gut daran, wie Herr SPD-Fraktionschef Heiko Dörbaum darauf reagierte, als wir uns persönlich trafen: in der Sache antwortete er nicht, aber wurde persönlich und verletzend.

        Seitdem biete ich das nicht mehr an: Vorschläge, wo besser investiert wird, weil Mangel herrscht.

        Die Spass-Arena nun bringt mich wieder hier in dieses Forum – weil es wirklich abstrus ist, mit welchen Verbiegungen hier argumentiert wird.

        Es wäre in Ordnung zu sagen: „Wir hauen hierfür Geld raus, das woanders dringend fehlt, weil wir so einen Spass uns gönnen. Und der Privatinvestor verdient daran vielleicht auch ganz gut. Wir machen das jetzt mal.“ Und es stimmen dann die Mehrheit der Abgeordneten zu.

        Das wäre ehrlich und klar.

        Sie fangen jedoch an, Demagogie ins Spiel zu bringen. Hä?

        Wenn ein Sportverein, ein Investor, ein steuersubventionierter Disko-Betreiber und vor der Wahl „die Macht“ in Lüneburg profitieren, dann ist das nicht die Mehrheit, oder?

        Die Mehrheit sind nicht die 17% Wähler der SPD plus jeweils 10% der CDU bzw. Grünen. Addiert ist das etwas mehr als jeder dritte Wahlberechtigte.
        Und das ist nicht die Mehrheit der Bürger.

        die Übrigen rd. 60% sind die Mehrheit. Die sich auf Kleinstparteien und 49% Nicht-Wähler verteilen. Und diese – stellen Sie auch noch verächtlich dar.

        Und die Mehrheit der Lüneburger sind noch immer Steuerzahler, die zunächst einmal die Grundinfrastruktur saniert sehen wollen. Straßen, Schulen, Brücken, usw.

        Alles Demagogie, würden Sie jetzt meinen, nicht wahr?

        Sie wollen keine Gegenvorschläge – und nennen Kritiker Stänkerer ohne Gegenvorschläge. Hohes Ross, Frau Vossler.

        Interessant ist übrigens, dass Kritik inzwischen regelmäßig als „hysterisch“ bezeichnet wird. Es ist ein Reflex, der seit kurzem immer nur eines zu verteidigen versucht: den status-quo.

        Ja, gegen den habe ich etwas in Lüneburg. Da haben Sie recht.

        • Zur Volleyballhalle braucht man nicht viel zu sagen. So wie das eingefädelt und durchgezogen worden ist, ist es ein Skandal. Der Ratsherr Pauly, den ich schätze, obgleich ich mit der Linken nichts am Hut habe, hat das als einziger klar ausgesprochen. Er hat aber auch gesagt, wir brauchten eine Eventhalle, nur eben nicht so und nicht dort, fernab ohne ausreichenden Transport für drei- bis viertausend Menschen. WARUM wir eine solche Eventhalle brauchen, hat Pauly aber auch nicht verraten. NIEMAND hat das bisher begründen können. Wem fehlte diese Halle? Mir nicht. Und ich kenne auch niemanden, der ohne nicht weiterleben möchte. Es geht um Hoppe, der ums Vamos weint, aber anstatt sich um einen neuen Platz zu bemühen, lieber erpresserische Petitionen nach Hannover expedieren lässt und jetzt offenbar ins Schwof-, Schlager- und Softrockbusiness wechseln will. Und es geht um die SVG, die es irgendwie schafft, davon abzulenken, dass der Verein ganz allein für die Ausstattung und Finanzierung seines tollen Bundesligageschäfts verantwortlich ist. Ich kann doch auch nicht sagen, Herr Nahrstedt, ich fahre ab dem 1. Oktober mal Formel 1, jetzt kauft mir beim Kreis bitte einen Rennboliden und die Stadt bezahlt dann Sprit und das Technik-Team. Slalom trainiere ich ab heute unentgeltlich beim ADAC-FSZ in Embsen.

          Was die „Demagogie“ angeht, ich bleibe dabei. Auf dem Feld der Prozentakrobatik haben Sie nur laues Geschwätz zu bieten. Wer die Gelegenheit hatte, einen Birne zu essen und nicht zugriff, hat eben Pech gehabt, wenn er später feststellt, dass Herr von Ribbeck ins Havelland weitergereist ist und erst in fünf Jahren wiederkommt. Punkt. Da nützt es gar nichts, wenn Sie uns ganz genau vorrechnen, dass dieser Pechvogel einer von 60% gewesen ist. Es adelt niemanden, eine Gelegenheit nicht wahrgenommen zu haben. Aber es ist sogar lächerlich, sich hinterher als ausgegrenzt und unverstanden zu deklarieren.

          Ich zitiere für Sie, was ich dazu geschrieben habe, OHNE jemanden verächtlich darzustellen:

          „Wenn nur 51 Prozent der Berechtigten zum Wählen gegangen sind, ist das Ergebnis genauso legitim (legal ohnehin) als wenn 91 Prozent oder 24 Prozent von ihnen ihre Stimme abgegeben hätten. Jeder Einzelne war frei, das zu tun oder zu lassen, was er getan oder gelassen hat. Wer aus Faulheit, Desinteresse oder Dummheit zu Hause bleibt oder an den Baggersee fährt, anstatt seine Wahlkabine aufzusuchen, sollte sich hinterher nicht beschweren. […] Nur wenn ein Teil (oder gar die Mehrheit) der Wahlberechtigten gewaltsam daran gehindert worden wäre, sein (bzw. ihr) gesetzlich verbürgtes Grundrecht wahrzunehmen, könnte man von einer illegitimen Oligarchie oder Timokratie und korrespondierendem Klientelismus sprechen.“

          • Das ist der Punkt, und es stimmt: warum benötigen wir eine Eventhalle? Aktuell wegen Hoppe, vor allem aber Herrn Bahlenburgs erfolgreiche SVG-Volleyballer.

            Ich halte das ganze Konstrukt für falsch aufgezogen (sagt mir hier Erik: ich sähe das Glas immer halb leer… na gut).

            Richtig wäre: eine privat finanzierte und betriebene Halle von Sallier / Hoppe – und eine Grundauslastung durch einen aktuell Bundesliga-Sportverein kann gerne öffentlich gefördert werden, auch Zuschüsse wären für ÖPNV / Parken vorstellbar.

            Aber es ist dann nicht gleich die Vollfinanzierung eines ansonsten privaten Geschäftsmodells.

            Und zu der Frage Mehrheit / Minderheit:
            Sie haben absolut recht, dass sich nicht beschweren darf, wer passiv lebt, nicht kandidiert oder nicht einmal wählen geht. Zumal vor fünf Tagen Einzelpersonen gewählt werden konnten, und es gab und gibt engagierte Aktive.

            Und ich beschwere mich nicht.

            Was ich aber deutlich machen will: die Überheblichkeit derjenigen, die gar nicht mehr beachten, welche wirkliche Unterstützung sie noch legitimiert, die unterhöhlt unsere Demokratie immer weiter.

            Denn selbst wenn nur noch 25% wählen gehen – es werden dann immer noch Wahlsieger gefeiert…

            Wer die SPD in Lüneburg als Macht bezeichnet, hat faktisch recht: unter den gewählten Verhältnissen kommt niemand an ihnen vorbei. Und ich kritisiere da die Wagenburg-Mentalität der SPD gegenüber allem, was sie stört.

            Weil sich die SPD aber auch selbst als Macht aufführt – gebe ich nur zu bedenken, dass 17% der Wähler weit, weit weg von einer mehrheitlichen Unterstützung dieser Gruppe sind.

            Und das – gilt für alle, die noch weniger Stimmen erhalten um so mehr.

            Gut ist diese Entwicklung jedenfalls nicht – oder finden Sie das gut, wenn keine Verantwortlichkeit mehr für das öffentliche Lebensumfeld empfunden wird? Darauf läuft das Desinteresse bzw. die Abkehr von 49% Nichtwählern nämlich hinaus.

            Das dürften wir beide nicht für optimal halten.

          • Das Nicht-Wählengehen ist als Symptom nicht „optimal“. Da haben Sie recht. Und 49%, die Zuhause bleiben, sind für alle Demokraten ein Grund, sich Gedanken zu machen. Offenbar werden diese 49% aber von KEINER Partei erreicht, auch nicht von der, deren Führungspersonal seinen Wählern (4,6% der Wahlberechtigten) einredet, sie – und NUR sie – SEIEN „das Volk“ bzw. deren Stimme. Doch WEIL sogar die KEINE Verbindung zu ihnen haben, die unredlicher Weise mit der Quantität der Verweigerer argumentieren, als seien diese IHRE Unterstützer, halte ich die These, Wahlmüdigkeit sei Ausdruck und Zeichen von Ablehnung (was ja Überlegung voraussetzen würde) für puren Unsinn. Die Mehrzahl geht nicht, weil jede(r) Einzelne aus ihr annimmt eine Stimme mehr oder weniger mache den Kohl auch nicht fett. Es ist überwiegend Dummheit gepaart mit Bequemlichkeit UND NICHT reflektierte politexpressive Intention die Wurzel des Phlegmas. Und ich finde es einfach unerträglich, wenn die Herde der lethargischen Ignoranten als die „eigentliche“ Hälfte politischer Bewusstheit glorifiziert wird, während die andere Hälfte, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch macht, als Ansammlung von Schafen, Wagenburgmentalitäten und „weiter-so-Trotteln“ hingestellt wird, die noch nicht mitbekommen haben, dass die „Altparteien“ bloß „Schein“ bieten, das „Sein“ aber bei denen ist, die vermeintlich mit den angeblich höheren Einsichten der schweigenden Abgewandten eine divinatorische Dutzbrüderschaft unterhalten.

          • @Doris Vossler

            Warum antworten Sie mir, ich hätte etwas von „Altparteien“ geschrieben? Oder die AfD als Retter der Nichtwähler propagiert?

            Ja, die SPD in Lüneburg erlebe ich seit gut einem Jahrzehnt als absolute Wagenburg. Mit wechselnden Hilfskräften von FDP über CDU bis Grüne – deren Frakitionsführungen immer nach Status aus waren, auch Herr Meihsies zuletzt.

            Konstruktive Kritik? Nein. Entsprechend fällt vielen die Wahl schwer, die eben weder AfD, noch LINKE wählen wollen. Wen in Lüneburg Stadt konnte man als neue, engagierte Gruppe wählen?

            So, das habe ich geschrieben – und Sie drehen es in eine Anti-AfD-Antwort. Das allerdings ist Ihre, nicht meine eingeschränkte Perspektive.

            Und gerne gebe ich Ihnen ein Gegenargument, es seien nur bequeme, faule, desinteressierte Menschen Nichtwähler:
            glauben Sie, bei der Duma-Wahl in Russland waren 52% Nichtwähler – trotz organisierten Wahlbetrugs – alle desinteressiert?

            Oh, nein, bestimmt nicht! Nur gab es keinerlei funktionierende Opposition mehr, die ist entweder ausgewandert, inhaftiert, eingeschüchtert, ausgegrenzt oder aber kämpfte verloren als Einzelperson irgendwo. Selbst der chancenreichste echte und integre oppositionelle Kandidat in Moskau konnte gegen „Einiges Lüneburg“ – kleiner Scherz – nicht genügend Nichtwähler aktivieren.

            Warum nicht? Weil genau dort dann plötzlich die Wahlbeteiligung angestiegen war und er verlor.

            Nun haben wir in Lüneburg glücklicherweise keinen Wahlbetrug, sondern freie geheime Wahlen. Von daher ist bei uns aber eher die Frage, ob die angetretenen Parteien überhaupt daran interessiert sind, eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen?

            Wenn ich nach drei Wahlsonntagen diesen September jeweils die SPD jubeln sehe, sie seien Sieger – weil sie immer wieder in die Regierung kommen – dann ist offensichtlich, dass diese Kandidaten schon lange nur noch und ausschließlich an sich selbst, ihre Position und berufliche Karriere im Öffentlichen Dienst / politischen Mandat denken. Und wer stört, wird abgewertet: als bequem, unmündig etc. und somit irrelevant?

            Das ist die Perspektive aus der Wagenburg. Sorry. Denn gewiß werden 10-20% der Wähler nie wählen gehen, aus welchen Gründen auch immer.

            Aber 50% Desinteressierte? Nein – das ist immer das Ergebnis von Regierenden, die kein Interesse an hoher Wahlbeteiligung haben, sondern primär an die eigene Position denken.

            Das ist aus Sicht eines Amtsinhabers, der aus dem Amt persönliche Vorteile zieht, und sei es mittelbar, logisch und konsequent. Denn bei Wahlen und Politik geht es um Gestaltungsmacht.

            Aber weil wir für Politik, die das Gesamte sieht, an anderer Stelle schrieb ich von der Allmende, für solche gute Politik checks and balances benötigen, um Pfründe auch in der Demokratie zu miminieren, kritisiere ich die Situation in Lüneburg Stadt. Und weder die Nicht-Wähler, noch die Wähler.

            In Russland verstehe ich die 48% sehr gut. Leider ist ihre Entscheidung für ihr Land nicht gut. Nicht auf Dauer.

            Bin mal gespannt, ob Grüne oder CDU in der Stadt sagen: wir bilden nur eine Gruppe mit der SPD, wenn die Event-Halle nicht so wie geplant an diesem Standort realisiert wird, weil wir das Geld für Anderes viel, viel, viel dringender benötigen.

            Glauben Sie, die sagen das? Und wären sogar bereit, wechselnde Mehrheiten zu akzeptieren und so einen echten „Rat“ der Bürger für die Verwaltung zu bilden?

            Ich wette: das kommt nicht. Und null davon hat etwas mit „Populisten“ zu tun, wie sie es thematisierten.

            Denken Sie einfach mal in Ruhe nach. Jetzt ist ja Zeit dafür)

    • Angeblich, lieber Luenebundeskasper,

      ist ja F. Beckenbauer der Kaiser und Bruce Springsteen der Boß, so wie Elvis der King war und Hüttler der Führer. Du bist, möchten wir meinen und zu Deinem 75. Geburtstag gern schriftlich versichern, unter den Blog.jj-Kommentatoren dies alles und noch viel mehr: Vorbild, Präzeptor, Doyen und Grandseigneur, letztlich quasi Gott; und müßten wir malen, was wir ohne Dich wären, dann malten wir dies:
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      Nix. Nüschte! Rien! Und drum fahr’n wir gleich raus nach Maria Schnee und zünden Dir 75 Kerzlein an; oder lesen, falls es regnet, einfach noch mal alles weg und durch, was Du uns an Heiligen Schriften hinterlassen hast. Und wenn wir dereinst ins Reich des anderen allmächtigen Vaters einfahren, dann wird der letzte Satz, der uns durchs verlöschende Hirn fahren wird, vermutlich von Dir sein; zumindest von Hans Duschke. Vielleicht »Ein Futurist ist ein Arschgesicht, der lebt von gestern«?

      Ad multos annos!

      Deine ewigen Jünger auf ewig Deiner LzOnline-Kommentarspalte

      • ???

        Das muß ich nicht verstehen, oder?

        Was soll das?
        Luenebundeskasper?

        Ich habe keine Ahnung, wen Sie vor Augen haben.
        Es klingt jedenfalls nicht nach einer Antwort, die Sie einem Bürger auf der Straße geben würden. Oder denken Sie so?

        Sachlich streiten ist – wie ich schrieb – in dieser Stadtpolitik wohl erst wieder möglich, wenn hier einige ihre biographischen Rucksäcke aus der Diskussion lassen.

        Bedauernswerter Beitrag, ich hoffe, Sie denken und agieren nur hier so.

        Angesprochen fühle ich mich jedenfalls nicht.
        Und damit belasse ich es dann auch – siehe oben – so ähnlich war es auch mit Herrn Dörbaum.

        Was soll man dazu dann noch sagen?
        Weiter so nicht.

    • Mein Gott, Herr „Lüneburger“, Sie überfluten diesen Blog ja regelrecht mit Ihren Posts. Die Arena hat es Ihnen offenbar mächtig angetan. Leider geht da bei Ihnen sehr vieles bunt durcheinander. Wie wäre es, wenn Sie sich die entsprechenden Vorlagen und Dokumente erst einmal durchläsen, bevor Sie weiter schamfudern? Alles Wesentliche ist leicht einsehbar übers städtische Ratsinformationssystem: http://www.stadt.lueneburg.de/bi/allris.net.asp

      Bisher ist mein Eindruck von Ihnen, dass Ihre Erregung Ihre Sachkenntnisse weit überragt und daher vollumfänglich auf Sie zutrifft, was im ersten Band der Tagebücher von Friedrich Hebbel aus den Jahren 1835 bis 39 unter der Nummer 676 eingetragen ist:

      „Der Philister hat oft in der Sache recht, aber nie in den Gründen“.

      • Danke, Herr Petersen.
        Im Ratsinfosystem war nicht einmal die Planung als Anlage hinterlegt. Vertragsentwürfe schon gar nicht!
        So viel zum kundig machen – ich habe es getan und siehe: alles Wesentliche war nicht zu finden. Dennoch kenne ich den Plan, wer noch?
        Es ist wie bei TTIP.
        Schein statt Sein.
        So viel zum Philistern)

        Mehr gibt’s von mir nicht mehr zu lesen.
        Grüße

        • Sie müssen schon auf die Sites der entsprechenden Ausschuss- und Ratssitzungen gehen und die Anhänge und Protokolle lesen. Ohne ein wenig Recherche ist da natürlich nichts zu machen.
          Die Vertragsentwürfe können im Rechtsamt, ich glaube bei Herrn Sorger +49-4131-309-3552, eingesehen werden. Kontakt: Frau Menke, Raum 50, Am Ochsenmarkt 1, 04131-309-3550

          Doch wem sage ich das? Sie gehören ja zu den Eingeweihten und durften schon hinter das verschleierte Bild zu Sais schauen.

          Noch ein Tipp: Gehen Sie dem Besserwisser aus dem Weg!

          Seine Meinung ist die rechte,
          Wenn er spricht, müßt ihr verstummen,
          Sonst erklärt er euch für Schlechte
          Oder nennt euch gar die Dummen.

          Leider sind dergleichen Strolche
          Keine seltene Erscheinung.
          Wer nicht taub, der meidet solche
          Ritter von der eignen Meinung.

    • Lieber Lueneburger,

      Sie müllen uns hier seit Tagen mit Ihrem wirren Hallengezeter zu. Das Thema des Blogs ist aber die CDU in Lüneburg nach den Kommunalwahlen als ein Exempel für „die politische Kultur“ (oder auch Unkultur) in unserer Stadt.

      Könnten Sie sich vielleicht zu diesem Thema äußern, worum sich die meisten anderen Foristen auch bemühen? Oder möchten Sie als ein Exempel für die kommunikative Unkultur des anonymen Eiferns in die Historie dieses Blogs eingehen?

      Im Übrigen, schauen Sie, was oben zu lesen ist: „Gastkommentare sind willkommen (Mail an: jj@landeszeitung.de)“. Ich bin mir sicher: Sollten Sie den Mumm haben, als Person mit Ihrem bürgerlichen Namen für das einzustehen, was Sie alles Gewichtiges zum Arena-Projekt anzumerken haben, wird Herr Jenckel Ihnen die Gelegenheit geben, das Notwendige in einem eigenen Blog.jj-Artikel am Kopfe eines anschließend von Ihnen selbst moderierten Threads pointiert darzulegen.

  7. „Webersinn müsste, wenn er denn nicht [mit seiner Fraktion] das Schicksal der Grünen erleiden will, schnell an Format gewinnen.“

    Das müsste er in der Tat. Aber das Format zum Formatgewinnen hat er! Nötig wäre, da stimme ich Frau Heinen unbedingt zu, eine Erziehungs- und Selbstfindungskur in der hart und konstruktiv arbeitenden Opposition. Und das Gequatsche vom Angewiesensein auf die „wahrhaftigen“ Auskünfte politisch und wirtschaftlich interessierter Dritter muss aufhören. Kenntnisse und Fähigkeiten erlangt man nur, wenn man sich an deren Erwerb beteiligt. So ist das leider mit dem Lernen. Das kann kein anderer für einen erledigen. Wenn Webersinn die lange Talfahrt der Lüneburger CDU in den kommenden fünf Jahren beenden und seine Partei wieder als gewichtigen Faktor in unserer Kommune etablieren will, muss er ein Vorbild an Leistungsbereitschaft und Leistungskraft sein, muss auf das übliche (abstoßend ekelhafte) Fassadenvokabular verzichten und zu einer klaren, sachhaltigen, von Informiertsein zeugenden und die Dinge auf den Punkt bringenden, kurz: zu einer eigenen Sprache finden und er muss sich endlich voll und ganz zum vorbehaltlosen Engagement in seinem Ehrenamt bekennen (so, als würde er gut dafür bezahlt). Ich bin sicher, wenn Herr Webersinn sich reinhängt und den Lüneburger(inne)n seine Aktivitäten außerdem regelmäßig so erläutert, dass man ihm glauben kann, wird er eine gute Zukunft bei der Mitgestaltung unserer schönen Stadt haben.

    • Sehr geehrter Herr Achimsen,

      vielen Dank für Ihre Worte! Ja, ich betreibe das Ehrenamt, welches ich seit fünf Jahren bekleide – Ratsherr – mit großer Freude, auch wenn aufgrund der Gruppenpolitik von rot und grün unter der Regie des OB Mädge, wenig Chancen bestanden Ideen umzusetzen.

      Aber ich lasse mich nicht davon schrecken – mir macht es Spaß und Freude mit den Mitbürgern in Lüneburg zu sprechen, ihre Sorgen aufzunehmen und Lösungen zu entwickeln für die Stadt in der ich groß geworden bin.
      Aber es gilt auch, dass ich nur soweit richtig handeln kann, wie ich die richtige Information vorliegen habe. Dafür bedarf es vieler Arbeit und oftmals hat man das Gefühl nicht immer optimal aus dem Rathaus versorgt zu werden. Als Beispiel sei hier mein Antrag zur Verstärkung der Mitarbeiter des Lüneburger Ordnungsamtes genannt – damit diese die subjektive Sicherheit erhöhen durch ihre Präsenz.
      Die Verwaltung tat in ihrer Stellungnahme so, als ob ich schießwütige Cowboys in die Stadt schicken wollte und hat dementsprechend falsche Information zusammengeschrieben, die mit meinem ursprünglichen Antrag nichts zu tuen hatte. Diese Situation hat sich in der Vergangenheit oftmals wiederholt und dann sind Ihnen als Ehrenamtler mehr oder weniger die Hände gebunden und sinnvolle Ideen werden „wegargumentiert“.

      Ihr Niels Webersinn

      • Sehr geehrter Herr Stadtrat Niels Webersinn,

        ich danke Ihnen für Ihre Reaktion und entschuldige mich zugleich für die verbale Drastik meines Kommentars. Es macht eben einen Unterschied, ob man etwas Allgemeines ins Blaue hinein anmerkt oder ob man sich in einer kommunikativen Beziehung mit einer bestimmten Person weiß. Das möchte ich sofort auf das von Ihnen angesprochene Sicherheitsthema übertragen. Meiner Meinung nach ist eine öffentliche Diskussion über subjektive Gefühlslagen meist kontraproduktiv, weil sie in der Regel das befördert (manchmal sogar erzeugt), was sie zu mildern oder zu beseitigen vorgibt — besonders aber dann, wenn sie sich auf Furcht (hier: Kriminalitätsfurcht) bezieht. So kann m. E. auch ein lautstark artikulierter „Antrag zur Verstärkung der Mitarbeiter des Lüneburger Ordnungsamtes –, damit diese durch ihre Präsenz die subjektive Sicherheit erhöhen“, gerade dazu beitragen, die subjektive Sicherheit zu verringern, ohne die objektive zu erhöhen, da die damit ausgelöste Debatte die Aufmerksamkeit auf ein Phänomen richtet, welches dadurch wächst, dass man darüber spricht, wie man es eindämmt. (Und darüber hinaus leitet man, obwohl man das Gegenteil will, auch noch Wasser auf die Mühlen derjenigen, die das Geschäft mit der Angst zur alleinigen Grundlage ihrer autoritären Stellvertreterpropaganda gemacht haben.)

        • Sehr geehrter Herr Achimsen,

          natürlich ist die Diskussion über Sicherheit immer ein zweischneidiges Schwert. Aber es ist gerade Aufgabe der Politik auch denen mit ihren Sorgen und Nöten eine Stimme zu geben, die alleine nicht an die Öffentlichkeit dringen und andere von der Notwendigkeit der Lösung ihrer Probleme überzeugen können.
          Dies betrifft die Sicherheit in Lüneburg ungemein. neben der Berichterstattung in den Medien haben sich immer mehr Personen bei mir gemeldet, die es leid sind eine latente Unsicherheit in lüneburg ertragen zu müssen. Hauptsächlich Frauen, egal welchen Alters und egal woher, fühlen sich Abends in unserer Stadt immer unwohler. Der Stint und der Sand sind hier im besonderen Fokus. Sie sind es leid dumm angemacht zu werden von der Seite, von vermeintlich Halbstarken mit Blicken ausgezogen zu werden und belästigt zu werden, damit sie ihre Handynummern heraus geben.
          Hier ist die Politik in der Verantwortung. Ein Schweigen und Wegsehen darf es nicht geben! Nur wenn man die Führung in einer solchen Diskussion übernimmt, wird man den Effekthaschern die Grundlage nehmen.
          Daher ist es notwendig,

  8. Sehr geehrter Herr Stadtrat Niels Webersinn

    Was sagen Sie denn nun zu all den Fragen an sie und all den guten Ratschlägen für Sie?

    Ihr Georg Wüstenhagen aus Reppenstedt

    • Sehr geehrter Herr Wüstenhagen,

      derzeit bin ich vollauf beschäftigt mit Ehrenamt und beruf. Sobald ich aber Luft habe, werde ich auf diesen positiven Blog und die Kommentare eingehen. So lange werde ich die Fragen hier sammeln.

      Herzliche Grüße, Ihr Niels Webersinn

      • Sehr geehrter Herr Webersinn

        Ich finde, Sie machen einen tollen Job. Hier im Forum UND im Rat. Weiter so! Wenn Sie NOCH besser werden, werden Sie mal ein ganz Großer.

        Ihr Georg Wüstenhagen aus Reppenstedt

  9. Lieber Niels Webersin,

    in Ihrem Sommerinterview im Juli von diesem Jahr haben Sie „die Rückkehr einer echten Diskussionskultur im Rathaus und außerhalb davon gefordert, nicht nur das Gespräch unter den Parteien, sondern auch den offenen Dialog mit dem Bürger. Denn ein Dialog, zum Beispiel über die Notwendigkeit der Arena Lüneburger Land, findet“ Ihrer Meinung nach nicht statt.

    Hier haben Sie die tolle Gelegenheit zum Austausch.

    Bitte machen Sie davon Gebrauch

    Nadeshda und Dennis

    • Liebe Frau Nadeshda, lieber Dennis,

      mit einzelnen Beiträgen hier habe ich versucht den Austausch voran zu bringen. Für mich ist es vor allem wichtig die Meinungen der Bürger zu lesen – denn nur dann, wenn ich offen bleibe für die Meinung der Bürger kann ich auch in Ihrem/ihrem Sinne entscheiden.

      Ja, ich würde mich über eine lebendigere Diskussionskultur in der Stadt, wie es sie beispielsweise Anfang der 90er Jahre, als mein Vater den Verkehrsentwicklungsplan umsetzen musste, freuen. Wo bleiben denn die Beiträge der großen Vereine, Clubs etc. derzeit? Ich würde mich sehr freuen, wenn wir große Themen breit öffentlich diskutieren und nicht nur die Verwaltung dann vorne sitzt und Rede und Antwort steht, sondern die gesamte Politik… Es ist wenig zielführend, wenn die SPD zusammen mit dem Oberbürgermeister einen Diskussionsabend zu brennenden Fragen machen, um sich selbst in Szene zu setzen. Vielmehr muss Politik dort gemeinsam stehen, ohne dass sich eine Partei als Veranstalter zu profilieren sucht. Nur dann wird man auch Bürger dieser Stadt wieder mehr für Politik begeistern können.

      Ihr Niels Webersinn

      • Hallo Niels Webersin,

        hervorragend! So sollte es sein! Schon als Ziel ist das sehr gut: Echte, Themenzentrierte Debatten, gerne auch feurig, solange der Gegenstand im Mittelpunkt steht und der Austausch zuvor durch unparteiische Information hinreichen vorbereitet wurde, sind ganz wichtig (und wahrscheinlich das einzige wirksame Mittel um Populisten den Wind aus den Segeln ihrer demagogischen Desinformation zu nehmen). Seit ehrlich zu den Leuten, hört sie an, nehmt sie ernst, mutet ihnen die Wahrheit zu (auch wenn sie für einige oder sogar für alle unerfreulich ist) und verzichtet aufs eitle Schaulaufen und die Herabsetzung des politischen Mitbewerbers. Zurück zu den Sachen! All das ist in der Vergangenheit in Lüneburg aber nicht nur von der SPD, sondern leider auch von der CDU so manches Mal missachtet worden. (Ausnahme war vielleicht die Fracking-Anhörung mit den MdBs im Februar letzten Jahres im Glockenhaus.) Ich hoffe, Sie und Ihre klugen, jungen Pendants in den anderen Parteien bekommen das nach und nach besser hin.

    • Lieber Niels Webersin,

      das ist voll nett wie Sie geantwortet haben. Offen bleiben für die Meinungen der Bürger ist wichtig, selber ein Bürger bleiben auch. Man ist ja nichts anderes plötzlich, wenn man in einer Vertretung sitzt. Man ist Diener von allen und hat mehr Verantwortung für alle und ihr Bestes. So jetzt muss ich zur Kita und dann zur Arbeit. Alles Gute!

      Liebe Grüße, Nadeshda und Dennis

      • Liebe Frau Nadeshda, lieber Dennis,

        selbstverständlich bleibe ich Bürger – die besten Ideen für Anträge in den letzten fünf Jahren sind mir gekommen, wenn ich meinem ganz normalen Leben als Bürger der Stadt nachgegangen bin. Wenn man mit offenen Augen und offenen Ohren durch Lüneburg geht kann man immer wieder Probleme sehen, die es zu lösen gilt zum Wohle aller.
        Genießen Sie ein bißchen das tolle Wetter in diesem Spätsommer! Ihr Niels Webersinn

  10. es ist in der grafik was passiert. jetzt stimmt es. schmunzel. leider.

  11. Anstatt über Frauenanteil, Altersdurchschnitt und das Verhältnis von Wieder- und Neugewählten zu palavern, sollte mal was zu Programminhalten sowie zu konkreten Vorhaben und Zielen geschrieben werden.

    Wofür stehen Webersinn und sein Team? Was dürfen wir von ihnen erwarten? Was werden sie besser machen als in der Vergangenheit? Was wollen sie erreichen? Was werden sie verhindern?

  12. Sehr geehrter Herr Jenckel,

    ich bedanke mich ganz herzlich für den Link, der auf Ihre Wahlseite führt. Das ist eine exzellent aufgebaute Einführung in die großen Themen der Lüneburger Kommunalpolitik. Da ich als ehemaliger Lüneburger von Hamburg aus zwar häufig, jedoch nur unregelmäßig bei Ihnen im Forum vorbei schaue, war ich über das Spezielle Ihrer Betrachtungsart diesmal erstaunt, hatte aber vorher nicht nachgesehen, was Sie alles an Infos aufbereitet hatten. Auch die vielen Kommentare auf der Seite „Wohnen“ ergänzen das Bild. Trotz oder gerade wegen dieser Fülle, sollten Sie Herrn Webersinn bitten, einmal in einem kleinen Blog-Essay die Synthese seiner Anliegen und Vorhaben zu skizzieren, ähnlich wie es z. B. Julia Verlinden, Hiltrud Lotze, Ulrich Löb und Michèl Pauly im letzten Jahr vorgemacht haben. Überhaupt Pauly! Ich glaube, er, Rainer Petroll und Karlheinz Fahrenwaldt haben durch ihre regelmäßigen Aktivitäten hier im Forum erheblich zu der Verdoppelung ihrer Wahlwerte beigetragen. Aber auch Jens-Peter Schultz und Frau Lotze waren rege und sind, wie mir scheint, von den vielen Wählern unter den LZ-Foristen belohnt worden.

    • Sehr geehrter Herr Müller,

      ein entsprechender Blog-Beitrag wird von mir noch sicherlich in diesem Jahr kommen – zum richtigen Zeitpunkt und auf lokale Themen bezogen, denn ich bin Lokalpolitiker. Sollte der Wunsch bestehen, dass ich mich darüber hinaus zur Bundespolitik äußere, wird dies beizeiten geschehen.

      Ihr Niels Webersinn

  13. Lieber Herr Webersinn,

    der Dirk spielt Ihnen über die Jenckelsche Bande den Tipp zu, die Zuneigung der jjungen Blogger-Garde in Lüneburg durch das Publizieren »eines kleinen Essays« vollends für sich zu gewinnen, durch einen Namensartikel, in welchem Sie »die Synthese Ihrer Anliegen und Vorhaben skizzieren«. Ich dagegen meine, Sie sollten aus Ihrem Herzen keine Mördergrube machen und in solch einem Originalbeitrag einfach zu einem aktuellen Thema, das Sie wirklich umtreibt, ganz offen Stellung beziehen. Der Titel könnte meiner Ansicht nach beispielsweise lauten: »Die Bayer-Monsanto-Fusion katapultiert uns direkt ins 21. Jahrhundert«. Und sogar den darunter zu platzierenden Text habe ich für Sie bereits vorformuliert. Ich schenke ihn Ihnen und gelobe vor aller Welt, niemandem zu verraten, auch nicht Michael Zeinert, dem Hauptgeschäftsführer von der IHK Lüneburg-Wolfsburg, dass die Scribbelei nicht zu hundert Prozent von Ihnen stammt. Was halten Sie von meiner Idee? Hier ist Ihr Aufsatz:

    »Viel Kritisches ist dieser Tage über den Megadeal geschrieben worden: Für 66 Milliarden Euro hat der Leverkusener Chemiefabrikant Bayer den amerikanischen Samenhändler Monsanto im Winterschlußverkauf ergattert. Der Preis sei zu hoch, hieß es. Außerdem sei Monsanto ein zweifelhafter Konzern, der das Saatgut heimlich genmanipuliere und „zufällig“ auch noch dazu passendes Insektengift verkaufe. Und am Ende, so die einhellige Meinung, litten am stärksten mal wieder die Aktienkurse darunter. Nun sollte man keinen Horrormärchen glauben, die man nicht selbst erfunden hat, wußte schon Altkanzler Konrad Adenauer. Die Nörgelpeter mögen recht haben oder nicht; in jedem Fall übersehen sie, welch großer Wurf Bayer mit diesem Zukauf geglückt ist. Hier geht es nicht um kurzfristige Bilanzfälschung, sondern um langfristige Weichenstellungen, um die ganz großen Züge mit lauter guten Sachen für die Entwicklungsländer darin.

    Es stimmt, die Firma Monsanto hat nicht überall einen guten Ruf. Von dubiosen Geschäftspraktiken ist häufig die Rede. Monsanto-Angestellte würden in ländlichen Kneipen arglose Bauern betrunken machen, und am nächsten Tag fänden sich diese mit einem unterschriebenen Vertrag und mehreren Tonnen Saatgut auf ihrem Acker wieder. Das ist natürlich Unsinn, wie mir der soeben eingetretene Mitarbeiter aus der Serviceabteilung des freundlichen Agrarriesen mit vorgehaltenem Revolver ins Ohr flüstert. Nein, mit Bayer und Monsanto wächst nun endlich zusammen, was zusammengehört. Dem deutschen Unternehmen verdanken wir Segnungen der Menschheit wie Aspirin, Heroin, Senfgas und Asbest (Kunstwort aus Aspirin-Beststoff), der amerikanische Partner gab uns Hybridmais, Hybridautos, Glyphosat und Coca Cola (gezuckertes Glyphosat). Und gemeinsam gelang beiden mit dem Herbstbeschleuniger Agent Orange in der Vergangenheit bereits ein hübscher Verkaufsschlager.

    Das Innovationspotential der nun miteinander am Patient Erde operierenden High-Tech-Konzerne ist gigantisch. Unter dem Namen „Aggro Chemie“ sollen ganz neuartige Pflanzen und Herbizide entwickelt werden, mit denen das Ernährungsproblem zukünftig unsere kleinste Sorge sein dürfte. Die Übernahme Monsantos macht Bayer zur weltweiten Nummer eins im Agrarchemiegeschäft und katapultiert uns direkt ins 21. Jahrhundert. Mehr Größe bedeutet aber auch mehr Verantwortung. Bayer darf seine neue Marktmacht jetzt nicht mißbrauchen!«

  14. Sehr geehrter Herr Stadtrat Webersinn

    Ich habe zwei Fragen an Sie:

    A) Halten Sie eine Mehrheitsgruppe, die aus Ihrer Fraktion, den B90/Grünen (ohne Meihsies!) und den Linken besteht (22 Sitze = absolute Majorität), für eine Option, um während der kommenden fünf Jahre gute Politik im Sinne der Bürger zu machen und um der Verwaltung endlich einmal konsequent auf die Finger (und in die Bücher) schauen zu können?

    B) Bedeutet die Tatsache, dass mit Herrn Henrik Philipp Morgenstern der Presse- und Marketing-Chef der SVG in die Ratsfraktion der CDU eingezogen ist, dass Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen in der Angelegenheit „Sparkassen-Arena“ die Vor- und Nachteile dieses (vor allem unter betriebs-, aber auch unter volkswirtschaftlichen Aspekten) Hochrisikoprojekts nicht mehr unvoreingenommen werden abwägen können?

    Mit freundlichen Grüßen, Dirk Müller

    • Sehr geehrter Herr Dirk Müller,

      a) wie ich in den letzten fünf Jahren an verschiedener Stelle deutlich gemacht habe, auch im Wahlkampf, halte ich das starre Denken in Gruppen nicht besonders förderlich für Lüneburg. Unabhängig davon habe ich immer das offene Gespräch mit den jungen Kollegen der anderen Fraktionen gesucht. Dabei habe ich viele Gemeinsamkeiten festgestellt, die sich daraus ergeben, dass wir Kommunalpolitik machen und keine ideologische Landes- oder Bundespolitik. Hier sind Lösungen gefordert.
      Hinsichtlich einer solchen Gruppe, ebenso wie hinsichtlich einer Gruppe mit der SPD möglicherweise, hat meine neue Fraktion das letzte Wort. Nur gemeinsam entscheiden wir, welches Modell für uns das beste für die kommenden Jahre ist und ob eine Gruppe trotzdem die Möglichkeit des fairen Umgangs aller Parteien bietet oder ob sie nur dem systematischen Ausschalten aller anderer politischen Meinungen dient. Die letzten fünf Jahre der Mehrheitsgruppe fand ich sehr ernüchternd – ich finde es wenig hilfreich, dass Ideen systematisch abgekanzelt werden, weil sie nicht aus der Mehrheitsgruppe kamen.
      Ich warne aber davor Zuviel Euphorie zu verbreiten mit der Möglichkeit des Blickes in die Bücher – ich kann zwar den Haushalt lesen und verstehen. Aber für viele Bereiche, beispielsweise wenn Kostenansätze für Neubau, Investitionen oder Sanierung eingestellt werden, muss ich mich auf die Fachexpertise der Verwaltung. die letztendlich im Sinne von Herrn Oberbürgermeister Mädge arbeitet, verlassen.

      b) Henrik Morgenstern ist ja nicht nur Mitglied der SVG. Insofern wird er die Diskussion in der CDU-Fraktion in vielen Bereichen bereichern. Aber natürlich wird er uns auch seine Sichtweise hinsichtlich der neuen Mehrzweckhalle schildern. Ob sich unsere bisherige Haltung dann ändert, weiß ich nicht. Allerdings ist für mich selbstverständlich, dass sowohl Herr Morgenstern als auch Herr Dr. Buller bei den Entscheidungen dem Mitwirkungsverbot unterliegen. Sollte ich von der CDU-Fraktion als Fraktionsvorsitzender bestätigt werden, werde ich darauf achten, dass insbesondere diese Regeln umgesetzt werden, damit keinerlei Anschein der Mauschelei aufkommt. Alles andere würde unsere jeweilige Position unglaubwürdig machen.

      • Lieber Herr Stadtrat Webersinn

        Sehr gute und wohldurchdachte Antwort. Vielen Dank. Besonders hat mir gefallen, dass Sie die Ideen unabhängig davon prüfen wollen, von wem sie stammen. Bravo! Nicht wer etwas sagt, sondern was gesagt wird, sollte zählen. Das nennt man dann Sacharbeit.

        Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

        Mit freundlichen Grüßen, Dirk Müller (zur Zeit Hamburg, Eimsbüttel)

      • Hallo Herr Webersinn,

        Sie schreiben:

        „Die letzten fünf Jahre der Mehrheitsgruppe fand ich sehr ernüchternd – ich finde es wenig hilfreich, dass Ideen systematisch abgekanzelt werden, weil sie nicht aus der Mehrheitsgruppe kamen.“

        Ich empfinde ebenso.

        Gebe Gott, dass sich das herrenreiterische Abmeiern von nicht OB-Konformen durch dessen Kutscher und Vorkoster nicht fortsetzt, wie es in den vergangenen Jahren an der Tagesordnung war.

  15. Hallo Herr Webersinn

    Zur Forderung aus Ihrem Wahlprogramm nach einer „Stärkung der öffentlichen Sicherheit durch den Einsatz eines städtischen Ordnungsdienstes insbesondere auch in den späten Abendstunden“ möchte ich Ihnen folgende Geschichte erzählen:

    Als ich vor ein paar Tagen nachts in Kaltenmoor mit dem Skateboard nach Hause fuhr, kamen mir drei gewaltbereit wirkende Jugendliche entgegen. Sie lieferten genau das ab, was ich mir immer als Auftaktkommunikation einer Klatsche im Unterschichtenviertel vorgestellt hatte: »Ey, bist du Gangsta-Rapper?«, »Macht du hier einen auf Tom Hanks oder was?« (gemeint war wohl Tony Hawk) und dergleichen mehr. Nachdem ich alle Fragen brav und schon fast komplett eingeschissen vor Angst beantwortet hatte und eine gehörige Tracht Prügel schon kaum mehr abwendbar schien, fragte mich einer von ihnen, ob er mal auf dem Skateboard fahren dürfe, gab mir sein Handy als Pfand, und nachdem ich auch noch die Handys seiner Freunde eingesammelt hatte, fuhr er los. Ich blieb mit seinen Homies zurück und versuchte, bloß nicht wie ein International-Media-Administration-&-Sustainability-Entrepreneurship-Studierender von der Leuphana zu wirken, der sich auf Begegnungen mit den Herausforderungen der Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts erst noch vorbereitet. Nach zwei Stürzen des Fahrenden war der Spuk vorbei, und die drei verabschiedeten sich mit dem Angebot, mich demnächst bei Problemen, die sich mit Gewalt lösen lassen, an sie zu wenden. Das Ghetto beschützt einen eben auch, wenn man als gelangweiltes Mittelklassekind aus Hipnessgründen hingezogen ist und es den Gangstas qua Gentrifizierung langsam wegnimmt.

    Mit burschenschaftlichen Grüßen, Akçaabat Kuczinskij

  16. Lüneburg kann mehr - Aufbruch in die Chancenstadt

    Lüneburgs große Herausforderungen:

    DEMOGRAFIE: Fachkräfte fehlen, das Durchschnittsalter der Beschäftigten steigt, immer mehr Reppenstedter beziehen schon jetzt staatliche Altersversorgung. In 30 Jahren wird die Zahl der Erwerbspersonen in Lüneburg um bis zu achttausend sinken und jeder dritte Lüneburger wird älter als 65 sein.

    DIGITALISIERUNG: Digitale Innovationen finden verstärkt im Uelzen und Hamburg statt. Der Inkubator kreißte und gebar nicht mal eine Maus. Zudem bremsen Datenschutzbeschränkungen, unattraktive Investitionsregeln für Startups, fehlende Schnittstellen und mangelhafte Internetangebote der Verwaltung sowie unterentwickelter Breitbandausbau und mangelhafte politische Verantwortlichkeiten Lüneburgs Potenziale.

    TRIMODALITÄT JETZT UND ÜBERALL ! Unsere Forderungen:

    • Die KFZ-Steuer soll im Landkreis Lüneburg komplett abgeschafft werden! Als Beitrag zum Erhalt bzw. Ausbau der Verkehrsinfrastruktur soll eine PKW-Maut auf Bundes- und Landstraßen und auf allen städtischen Durchgangsstraßen eingeführt sowie ein deutlich höherer Anteil der Mineralölsteuer in den kommunalen Haushalt eingestellt werden! Lüneburgs Hafen muss trimodal, muss Hamburgs internationale Container-Zentrale, logistischer Knotenpunkt und Verlade-Drehkreuz für Europa und die Weltmeere werden! Der Drei-Schienen-Railhighway in der „XXLYZ-Variante“ für den 24-Stunden-Güterverkehr von und nach Lüneburg ist ein Must-Have!

    • Es soll ein umfassender Infrastrukturplan erstellt werden! Dieser soll eine trimodal-nahrstedtsche Strategie für alle Verkehrswege (Straße, Schiene, Wasser), ergänzt um innerstädtische Fahrradstraßen und die digitalen Infrastrukturvorhaben, beinhalten. Wir müssen virtuelle Brücken bauen!

    • Das Planungsrecht soll überarbeitet und Bürger sowie Betroffene sollen von Anfang an unter Nutzung digitaler Methoden stärker in Bau- und Ausbaumaßnahmen jeder Art eingebunden werden! Zugleich soll das Verfahren gestrafft werden, u. a. mit einem verkürzten Flexi-Rechtsschutz! Dies führt zu größerer Partizipation und zugleich schnellerer Umsetzung.

    Dr. Manuela Reisner-Luthschlüssel

    • Harburgs neue Kreisrätin Monika Scherf erläutert die Beschlussempfehlung für die Lüneburger Kreisverwaltung: „Nachteilige Wirkungen der Bedingungen der Möglichkeit von Trimodalität (dreigleisige Gütertrasse durch Deutsch Evern, Elb- und Ilmenauvertiefung um sechzehn Meter, achtspuriger Lückenschluss der A39 zwischen Lüneburg und Bienenbüttel) auch auf naturschutzfachlich wertvolle Bereiche sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit letzter Gewissheit auszuschließen. Anders ist es beim Fracking. Da sind nachteilige Wirkungen noch nicht einmal mit vorletzter Gewissheit auszuschließen.“

      lg, Herbert

  17. Was sagen Sie dazu, Herr Fahrenwaldt

    Bei den Kommunalwahlen in Lüneburg (Stadt und Kreis) war es nicht so, aber im Rest Niedersachsens und bei den Landtagswahlen in diesem Jahr hat die Linke erhebliche Verluste erlitten. Viele ihrer Wähler entschieden sich für die AfD. Ein Grund dafür war: Der Protest wanderte von links nach rechts. Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern lag die Linke gar acht Prozentpunkte hinter der AfD. Im Nordosten wechselten 16.000 Wähler von ihr zur rechtspopulistischen Partei. Insgesamt hat die Linke etwa ein Sechstel ihrer Wählerschaft an die AfD verloren.

    Wie nah aber sind sich Anhänger der Linkspartei und der AfD? Eigentlich sollte man meinen, dass die am weitesten links stehende politische Kraft des Landes der am weitesten rechts stehenden Partei im parlamentarischen Spektrum besonders feindlich gesinnt ist – und umgekehrt. Eine bisher unveröffentlichte repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach, aus der die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (F.A.S, 18. September 2016, Nr. 37, Seite 3) berichtet, zeichnet allerdings ein anderes Bild.

    Demnach nennt rund ein Drittel der AfD-Anhänger, nämlich 31 Prozent, die Linkspartei als zweitliebste unter allen Parteien. Das sind deutlich mehr als bei den Grünen oder der SPD, bei denen 24 beziehungsweise 15 Prozent die Linkspartei als zweitliebste Partei nennen. Bei den Linken-Wähler nennen immerhin 22 Prozent die AfD als ihre zweitliebste Partei. Das sind erheblich mehr als bei allen anderen Parteien: Bei der CDU kommt die AfD nur bei fünf Prozent der Anhänger auf Platz zwei der Sympathien, bei den Grünen sind es drei, bei der SPD zwei Prozent. „Bei aller Abgrenzung überschneidet sich ein beträchtlicher Teil der Anhängerschaft von Linken und AfD“, sagte Thomas Petersen vom Allensbach-Institut.

    Dieses Ergebnis wird gestützt durch die Antworten auf die Frage, welche Partei am wenigsten sympathisch sei. Bei den Anhängern der Linken nannten 57 Prozent die AfD als unsympathischste Partei. Bei den Anhängern anderer Parteien ist dieser Prozentsatz allerdings deutlich höher: 64 Prozent bei der FDP, 69 Prozent bei der CDU, 77 Prozent bei der SPD und 78 Prozent bei den Grünen. Bei den AfD-Anhängern nennen 34 Prozent die Linke als unsympathischste Partei, gefolgt von FDP und CDU mit 27 und 21 Prozent.

    Die Abneigung der AfD-Anhänger gegenüber der Linkspartei ist also geringer als jene der Linken-Wähler gegenüber den Rechtspopulisten. Aber dennoch lehnen die Anhänger aller anderen Parteien die AfD in weit höherer Zahl ab als die Linken-Wähler. „Es gibt strukturell eine relative Nähe zwischen AfD und Linkspartei“, sagte Meinungsforscher Petersen der F.A.S. Für die Umfrage wurden 1429 Personen befragt.

    MfG, Thorsten

    • Karlheinz Fahrenwaldt

      Lieber Thorsten,
      ich traue nur der Meinungsumfrage, die ich selbst in Auftrag gegeben habe. 😉

      • Lieber Herr Fahrenwaldt,
        meine Kritik an der Politik der Stiftungsuniversität Leuphana – Universität Lüneburg – richtet sich insbesondere auf folgende Punkte:
        – Reduzierung der Anzahl der Studierenden um die Hälfte zur Erreichung eines besseren Professoren-Studierenden-Schlüssels.
        – Umwandlung vom Schwerpunkt der Ausbildung von in der Region benötigten akademischen Berufe wie Lehrer*innen, Ingenieure*innen usw. in eine Eliteuniversität unter verstärkter Einflussnahme privater Unternehmen.
        – Reduzierung der Mitbestimmungsmöglichkeiten des nichtwissenschaftlichen Personals und der Studierenden bei gleichzeitiger Ausweitung der Befugnisse der Unileitung und der Professoren.
        – Und natürlich der überzogene finanzielle Aufwand für Prestigebauten wie das Audimax, was am Ende auch auf die Mittel für Lehre und Forschung Auswirkungen haben kann.

        Und was die Leuphana, das Kapital und die Leuchtkraft des Spektakulären betrifft: Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.

        • Karlheinz Fahrenwaldt

          Liebe Margot Winter,
          das könnte von mir sein ;-). Da muss ich doch mal die „Plagiatsüberprüfungsabteilung“ der LZ informieren!

    • Aus der Tatsache, dass unter AfD-Wählern und Harry-Potter-Fans mehr Snickers-Liebhaber zu finden sind als unter den Mars bevorzugenden NPD-Wählern und Menschen mit Neigung zur Sinistralität, folgt meiner Meinung nach: „Es gibt strukturell eine relative Nähe zwischen AfD-Wählern und Fantasy-Märchen-Fans, aber keine zwischen AfD-Wählern und Linkshändern“.

      DARAUS folgt:

      Auf Umfragen gebe ich keine Antwort, um Meinungsmüll zu vermeiden. Stattdessen gebe ich eine hochwertige Leuphana-Studie in Auftrag, die zeigt, dass nussige Karamelriegel mit knackig zartbrauner Milchschokoladenglasur verbrauchte politische Energie sofort in jeden Mediendiskurs zurückbringen.

    • mein lieber thorsten, die faz hat ebenfalls behauptet, es gibt eine nähe zwischen afd-wählern und linke-wähler. dabei ist die antwort ganz einfach. es gibt mitleid. die linke wurde jahrelang von den medien zerlegt. sie weiß also, wie es ist. das ist auch die einzige gemeinsamkeit. jetzt sind die afd-wähler die schmuddelkinder geworden. es ist kein zufall. die eliten wollen den status quo erhalten. nur so geht es ihnen am besten. ich halte nichts von der afd. sie ist eine überflüssige partei. wir haben ja schon die csu. über 60 % der afd-wähler könnten sich auch vorstellen , die csu zu wählen, wenn sie deutschlandweit auftreten würde. ich bin dafür, wenn sie es täte. so haben wir bürger nur zusätzliche kosten und theater was überflüssig ist.

  18. Sehr geehrter Herr Fahrenwaldt,
    das ist keine Antwort auf die gestellte Frage von Thorsten. Warum weichen Sie aus?

    Natürlich gibt es Übereinstimmungen bei AfD und LINKE – TTIP/Ceta-Abstimmung ist da zweifelsfrei ein Beispiel.

    Und natürlich gibt es auch die Anfälligkeit von Bürgern/Wählern für einfache Parolen der klaren Kante: so wandern Protestwähler eben von äußerst links zu äußert rechts und zurück.

    Wo Sie wiederum recht haben: wer Allensbach beauftragt, möchte Botschaften in die Presselandschaft senden können. Und was Allensbach in FAS wegfallen lässt:

    Es sind vor allem auch kleinbürgerliche SPD-Wähler, die sich AfD zuwenden, wie sich viele überzeugte linke Gewerkschafter in den 2000er Jahren der Lafontaine-Bewegung anschlossen, die nun LINKE ist.

    Und es sind viele Ex-CDU-Funktionäre nun in der AfD aktiv. Die treuen Kirchenmitglieder in der CDU hingegen folgen noch immer Mutti. Oder wahlweise Kathrin Göring-Eckhard.

    Womit wir bei den Grünen / Kirchen wären: von diesen beiden Parteien stammen die wenigsten Wähler der AfD, was wenig verwundert, weil

    a) in Bezug auf Religion die AfD so klar anti-religiös / laizistisch ist, wie es Sozialisten / LINKE sind
    b) in Bezug auf politische Dogmen die AfD ja nun gerade die Anwort auf die stark moralisch argumentierenden Grünen sind, so dass diese beiden Gruppen als Antipoden zu betrachten sind, ergo kaum ein Wähleraustausch stattfindet, weil unterschiedliche Milieus bestehen: (Grüne: studiert/Stadt/gentrifizierter Stadtteil/hohes Einkommen) vs. (AfD: niedriges Einkommen/Land/bodenständig/konservativ/Handwerk+nicht-akademische Berufe).

    Was daran entscheidend ist: Wenn man bei Anne Will sieht, wie Ministerin Schwesig (SPD) noch immer Probleme wegdiskutiert, zugleich am selben Tag ihre Klientel in Masse sich Parteien zuwendet, die das thematisieren, was sie von Politik anders diskutiert und behandelt sehen möchte, als es eben Frau Schwesig et al tun, dann kann man natürlich weiter tabuisieren und moralisieren. Die SPD/Grünen machen das am stärksten, CDU und LINKE folgen etwas verhaltener (Grund: siehe oben).

    Momentan profitieren SPD und Grüne sogar davon, da sie nun in jede neue Regierung hineinkommen. Aber ob dieser Weg der richtige ist, mit Verbohrtheit alles ändern zu wollen, nur sich selbst nicht?

    Also, Herr Fahrenwaldt, lernen Sie von ihrem jüngeren Kollegen, Herrn Webersinn, der hier in diesem Blog offen und ehrlich Position bezieht!

    Damit können wir etwas anfangen. Mit ihrem netten Ausweichen – was sollen wir damit anfangen, wegdiskutieren, ausweichen, totschweigen – wollen Sie da mitmachen?

    Hoffen wir, Sie gehen an die Probleme offener als so heran!!

    • Karlheinz Fahrenwaldt

      Lieber Lueneburger,
      die einzige Übereinstimmung der Linkspartei mit der AfD ist die Ablehnung von TTIP und Ceta. Diese Ablehnung wird durch ein breites Bündnis unterschiedlicher gesellschaftlicher Kräfte getragen (Gewerkschaften, Umwelt- und Verbraucherschutzverbände, linke SPD Mitglieder, Grüne, die Kirchen) denen Sie eine Nähe zur AfD unterstellen wollen? Bei der Demo am vergangenen Samstag waren mehr als 320.000 Menschen gegen TTIP und Ceta am Start. Unterstellen Sie denen auch eine Nähe zur AfD?
      Und noch was zu Meinungsumfragen: Wer Institute beauftragt, Gutachten oder Meinungsumfragen zu erstellen, beschreibt in der Regel auch die Zielrichtung der Aufträge (fragen Sie doch mal in der SPD nach, warum sie eine von ihr bezahlte Meinungsumfrage nicht veröffentlicht hat und den Landrat Nahrstedt können Sie fragen, warum das Mietwertgutachten des Landkreises für mehrere zehntausende Euro vor Gericht keinen Bestand hatte).

    • Es gibt noch mehr etliche weitere Übereinstimmungen. Beispielsweise der Wunsch nach einem starken Staat, der etliche Dinge für uns regelt. So auch die Akzeptanz der russischen Politik, die die Einen eher als Anti-Kapitalismus, die Anderen eher als nationale Selbstbestimmung verstehen, aber in jedem Fall einer Politik, die im Zweifel den dominanten und teils auch willkürlich-gewaltsam agierenden Staatslenker über die eigenverantwortliche Bürgergesellschaft stellt. Denn beide sehen, was jeder sehen kann: die Politik der USA und EU ist letztlich auch gewalttätig bzw. nicht im Interesse von demokratisch vom Volk selbstbestimmten Nationalstaaten.

      Worauf es hinaus läuft: worin liegt Ihr Problem, diese Nähe anzuerkennen, die nun einmal vorhanden und spätestens aufgrund der identischen (Wechsel-)Wähler nicht abzustreiten ist?

      Mir geht all die moralische Überhöhung politischer Ziele auf die Nerven, weil sie immer dazu führt, dass nicht Perspektiven und Standpunkte ausgetauscht und abgeglichen werden, was in einer Situation die aktuell beste Problemlösung bietet – sondern es wird pauschal in den Boden gestampft, gnadenlos, was „feindlich“ ist.

      Die von Ihnen „unterschiedlich“ genannten Kräfte sind übrigens nicht unterschiedlich – sie sind ein und dasselbe überwiegend urbane Dienstleistungs-Milieu, das seine Partikularinteressen zwar gerne als „breiteste gesellschaftliche Kräfte“ darstellt, aber immer gemeinsam auftritt, seit Jahrzehnten. Sie decken z.B. weder die Erdogan-Anhänger ab, noch eben die Bevölkerung in Berlin-Marzahn, die ehedem zu rd. 30% Linkspartei wählte, und vorgestern zu rd. 28% AfD.

      Ich unterstelle niemandem etwas. Warum sollte ich?
      Ich beobachte und sage, was ich zu erkennen meine.

      Welche Umfrage hatte die SPD nicht veröffentlicht? Also es gibt davon viele, aber welche meinen Sie? Immer interessant)

      Und LZ / FAZ / SZ / Die Zeit etc. werden im Laufe der nächsten Monate bis zur BTW 2017 auch eine Menge Studien der Bertelsmann-Stiftung fett abdrucken – ganz PR ohne nachzufragen, oder aber weil sie die Botschaften unterstützen.

      Was war diese Woche zu lesen: „Eltern halten Ganztagsschule für besser als Halbtagsschule“, so der Leiter des Projektes der Bertelsmann-Stiftung (56% der befragten Eltern sagten das). Wie sich zwischen den Zeilen herausstellte, ging es um Vereinbarkeit mit beruflichen Anforderungen.

      Die an eine gute Politik gerichtete Frage, was für die Kinder gut ist, speziell in der Elementarschule, wurde dann hinten runter fallen gelassen: GTS seien pädagogisch besser, wenn sie qualitativ besser seien… hä? Eine bessere Schule ist eine bessere Schule – aber das spricht weder für noch gegen Ganztagsbetrieb. Sicher ist nur: eine mangelhaft ausgestattete Schule malträtiert die Kinder besser nicht gleich übermäßig von morgens bis abends.

      Herr Fahrenwaldt – ja, klar werden Interessen immer schön in Umfragen und Studien gepackt. Die LZ druckt ja auch unkritisch alles ab, was zu den politischen Kommentaren gut passt)

      Wer aber sich für die sozial Schwachen stark macht, der weiß doch: bei manchem Elternhaus bietet eine Ganztagsschule unvergleichlich viel bessere Bildungs- und Erziehungsimpulse für die Kinder, allerdings NUR, wenn diese Ganztagsschule auch wirklich mit viel, viel Geld optimal ausgestattet und Lehrerkapazitäten und Ruhe-/Freiräume anbietet.

      Warum ich diese Schleife drehe?
      Wer setzt sich SO für Ganztags-, aber eben auch klassische Halbtagsschulen ein? Nämlich danach, wo jeweils eine Schule ihre Stärken hat und der Bedarf besteht – aus Sicht der Kinder?

      Und jetzt gehen Sie den nächsten Schritt: erst wenn Sie Übereinstimmungen bei der Wählerschaft von AfD und LINKE akzeptieren, können Sie kluge und richtige Schlussfolgerungen daraus ziehen.

      Die ideologischen Borniertheiten nerven nur noch – und sie werden derzeit überholt. Es ist an den politisch Aktiven, nun auf die Bürger einzugehen.

      Darum fände ich es wichtig, dass Sie auf die Ursprungsfrage einmal Ihre ehrliche Analyse schreiben – aber dazu müssten Sie natürlich links-rechts-Schema aufgeben, was einer Partei, die sich exakt darüber definiert, natürlich schwer fällt.

      Die Linke sollte aus der Ideologie herauswachsen. Wenn ich allerdings sehe, welche Kräfte die Partei weiterhin unterstützt, die offene Diskussionen verhindern und bekämpfen, werden Sie wohl auch nicht dazu bereit sein. Oder?

    • @Herr Fahrenwaldt

      Warum antworten Sie nicht hierauf:

      Welche Umfrage hatte die SPD nicht veröffentlicht? Also es gibt davon viele, aber welche meinen Sie?

      Ansonsten ist es interessant, dass Sie nicht weiter auf die Wählerwanderung von LINKE zu AfD eingehen. Verschweigen hilft aber nicht, wenn etwas unangenehm zuzugeben ist. Und so wollte ich letztlich nur wissen, wie selbstkritisch und ehrlich Sie – als sonst immer so kritischer Lokalpolitiker im Kreistag – in eigener Sache und somit tatsächlich sind.

      Die fehlende Antwort bzw. Analyse der Wahlergebnisse spricht eine klare Sprache. Sie trifft meine Erwartungen. Leider.

      Andere kritisieren, aber sich selbst davon auszunehmen – ist nicht gut. Unglaubwürdig.

      Warum fällt es so schwer zuzugeben, dass viele früher „Linkspopulisten“ wählten, die nun „Rechtspopulisten“ wählen? Wäre es nicht der erste Schritt zu überdenken, ob der eigene Populismus weiterbringt?

      Dazu antworten Sie nicht mehr.
      Meine Frage haben Sie damit beantwortet.

  19. ich bin froh, dass wir die lz haben. ich habe mir die mühe gemacht, die welt , die faz und die bild zu analysieren. es sind sprachrohre der eliten aus der konservativen ecke. es wird manipuliert was das zeug hält. journalismus findet nur am rande statt. man möchte möglichst den jetzigen zustand beibehalten. kein wunder, wer stört schon bei der ausbeutung? die es tun, werden niedergemacht.

  20. Sehr geehrter Herr Stadtrat Niels Webersinn

    haben Sie vom Schicksalsschlag (bzw. vom Rück- oder Manzkeschlag) Ihres fast gleichaltrigen Ratskollegen Michèl Pauly gehört oder gelesen? Was sagen Sie dazu? Ist es nicht schrecklich, dass sogar im Jahre 2016 das rücksichtslose Abstrafen politischer Kontrahenten (= Streitparteien und Vertragspartner) unter Ratskollegen wie zu Zeiten von Lutke von Dassel oder Johannes Bisterfeld noch üblich ist?

    Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/361670-michel-pauly-verliert-job-vermutlich-wegen-eines-plakats#comment-72317

    Neugierig auf Ihre Antwort ist Ihre alte Rita Böttjer

    • Liebe Tante Rita, ich bin zwar nicht gefragt aber antworte mal um ihren erlahmten Geist zu beschleunigen: Wer lässt sich schon gerne provozieren und das noch auf so dämliche Art, von jemanden den man eigentlich vertrauen möchte? Ich glaube kaum, dass Herr Pauly und die Linken so kurz gestrickt sind, dass sie die Konsequenz dieses selten blöden Plakates nicht bedacht hätten. Ich denke sie wussten, das es aus dem Wald heraushalt, wenn man hinein schreit. Es war also kein Manzkeschlag sondern lediglich das Echo. Wenn Herr Pauly es nicht gewusst haben sollte, ist er sicherlich für eine Führungsposition nicht geeignet, denn da braucht es heutzutage mehr denn je auch Fingerspitzengefühl.

      • Peter, Loyalität nicht vergessen, ansonsten kurz und bündig beschrieben. Ich gehe mittlerweile sogar soweit, dass Herr Pauly aus politischen Kalkül die Kündigung bewusst in Kauf genommen hat. Von daher hat Herr Manzke weise gehandelt bis nach der Wahl zu warten.

    • Liebes, liebes, gutes Peterle

      Du hast recht! Der Herr Stadtrat Niels Webersinn war gefragt. Es ist unartig und zeugt nicht von guter Kinderstube, einfach dazwischen zu reden, wenn sich erwachsene Menschen miteinander unterhalten. Und dann, Peterle: „Tante Rita“? Ich bin am 8. August 96 Jahre alt geworden. Urgroßtante Rita würde es wohl allenfalls treffen, denn ich glaube nicht, daß Du älter als fünfzig bist, mein Kleiner. Du fragst, wer sich schon gerne provozieren lasse? Ich nicht. Jedenfalls nicht von Dir. Weißt Du, Peterle, ich habe viele Maulhelden wie Dich beobachten können, die ihre beschränkten Ansichten für universell gültige Gewißheiten gehalten haben, weil sie niemals mit denen auch nur ein Wort gesprochen hatten, über die sie vom hohen Roß herab gestanzte Urteile fällten. Herr Pauly ist ein Ehrenmann. Das darfst Du mir gerne glauben, auch wenn Du wahrscheinlich nicht begreifst, was das heißt. Er hat drei Jahre in der Geschäftsführung der Manzke-Unternehmungen gearbeitet und dort volles Vertrauen genossen, ohne dieses jemals zu enttäuschen. Herr Pauly wollte dieses Plakat nicht, weil er natürlich wußte, wie es bei seinem Arbeitgeber aufgenommen werden würde. Aber er ist als Fraktionsvorsitzender im Rat nicht der Dominator seiner Parteiangehörigen. Also mußte er sorgenvoll akzeptieren, was die Mehrheit in großer Rücksichts- und Verantwortungslosigkeit beschlossen hatte. Andererseits wußte aber auch Eberhard Manzke, wen er aufgrund seiner außerordentlichen fachlichen Qualifikationen für seine Baubetriebe engagiert hatte. Daß es niemals zu Reibungen von Amt und Anstellung kommen würde, konnte das Firmenoberhaupt nicht annehmen. Nun ist so ein erwartbarer ideeller Konflikt zwischen dem CDU-Mann und vielfach ins ökonomische Getriebe Lüneburgs verflochtenen Ratsherren Manzke und Pauly, dem Chef der LüneLinken und Kritiker intransparenter wirtschaftlicher Abhängigkeiten und Einflußnahmen da. Wer sich in der Reaktion auf diesen, ich möchte fast sagen mit Naturnotwendigkeit auch einmal offen hervortretenden Gegensatz politischer Haltungen grundfalsch, engherzig, umsouverän, humorlos und auch ein wenig sehr dümmlich benimmt, weil er durch sein Verhalten seine Weitsicht und, ja, seine Loyalität einem unbescholtenen Angestellten und Ratskollegen gegenüber in Frage stellt, kurz, wer Fingerspitzengefühl und Führungsqualitäten vermissen läßt, ist noch sehr die Frage.

      Peterle, falls du lesen kannst, Herr Fahrenwaldt hat am 9. August eine Ehrenerklärung für Herrn Pauly abgegeben:

      http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/luneburg/348726-schlachthof-wartet-auf-abriss-freigabe#comment-71301

      Herr Pauly selbst hat sich ebenfalls geäußert:

      http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/luneburg/348726-schlachthof-wartet-auf-abriss-freigabe#comment-71316

      Und nun, Peterle, sag uns einmal: Wie kommt eigentlich ein frecher Naseweis und nach Maßgabe seiner sehr begrenzten Vorstellungskraft wild herumspekulierender Feigling wie Du dazu, als anonymer Heckenschütze die Lauterkeit und Aufrichtigkeit eines Mannes wie Michèl Pauly vor aller Welt in Zweifel zu ziehen?

      Weißt Du da eine Antwort für Herrn Webersinn und den erlahmenden Geist von Tante Rita?

      Liebe Grüße

      Deine Böttjer

      • liebe frau böttjer, da sie ein schönes lebensalter schon erreicht haben, gestatten sie mir einen scherz. mein hausarzt hat mir mal wieder mitgeteilt, ich darf mir meinen tod aussuchen. herz, oder hirninfakt. beides droht. sie wissen bestimmt , was der satz: sich die radieschen von unten anzuschauen ,bedeutet.sie wissen vielleicht ,in der friedhofsatzung steht nichts geschrieben, die es verhindert, radieschen dort zu pflanzen. wann sollte man es tun,oder überhaupt, was soll man auf dem friedhof? schmunzel,nur damit die verwaltung was zu tun bekommt?

        • Herr Bruns, mit Peter und Bert sollten Sie darüber sprechen, nicht mit mir. Meine Augen sind schon viel zu getrübt. Aber beachten Sie, beim Check-In: Auch ein Toter der von Radieschen lebt, ist deshalb noch lange kein Radikaler! Wichtig ist auch noch: Wenn Sie heute Radieschen säen, können Sie morgen keine Ananas ernten. Und: Warten Sie mit der Ernte zu lange, kann die Knolle verholzen und der Geschmack wird unangenehm. Außerdem glaube ich, der Reppenstedter Kommunismus ist wie ein Radieschen. Nur äußerlich rot, aber nicht im Innern. (Dem geht´s wie Anikó Hauch, wenn Sie ihr wieder mit Ihren zotigen Alter-Uhu-Späßchen zusetzen.)

          • (Dem geht´s wie Anikó Hauch, wenn Sie ihr wieder mit Ihren zotigen Alter-Uhu-Späßchen zusetzen.)?????????????????
            meinen sie die dame, die gemeint hat, psychopaten sind raus? welche zoten? sie machen mich neugierig.

    • Sehr geehrte Frau Böttjer,

      soweit ich richtig informiert bin ist derzeit noch ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht am Laufen. Da ich ein großer Freund der freien Gerichtsbarkeit bin und es schrecklich finde, wie oftmals über die Arbeit von Gerichten geurteilt wird, werde ich mir auch hier kein Urteil anmaßen. Ich kenne nicht alle Fakten – wer vor dem Hintergrund unvollständiger Information urteilt, handelt diesbezüglich zu schnell…hier gilt es abwarten und dann bei Vorlage aller Details eine Wertung abgeben.

      Ich erlaube mir bloß daran zu erinnern, dass man vor vier oder fünf Jahren Herrn Manzke als Verbrecher dargestellt hat öffentlich, weil ein ehemaliger Geschäftspartner eine Anzeige erstattet hat. DIese Anzeige und der Prozess ist im Sande verlaufen und Herr Manzke freigesprochen worden, da er unschuldig war. Niemand hat danach seine damaligen Vorverurteilungen zurück genommen. Das finde ich persönlich schlimm.

      Unsere Gesellschaft hat sich angewöhnt zu schnell zu urteilen und nicht eine saubere Klärung der Faktenlage abzuwarten.

      Herzliche Grüße, Ihr Niels Webersinn

  21. Sehr geehrter Herr Stadtrat Niels Webersinn

    Sie sollen Bundestagskandidat werden! Ich lese gerade in der Landeszeitung, daß Sie von der Mehrzahl Ihrer Parteifreunde inständig darum gebeten werden. Bitte machen Sie es im nächsten Jahr! Wenn Sie 2021 ohne Ministeramt sein sollten, können Sie sich immer noch um den Posten als Oberbürgermeister von Lüneburg bewerben.

    Ihr Georg Wüstenhagen aus Reppenstedt

  22. Lieber Herr Stadtrat Webersinn

    Sie haben es bestimmt gelesen: Nachdem die junge CDU-Politikerin Jenna Behrends öffentlich von ihren Sexismuserfahrungen innerhalb der Partei berichtet (http://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez—stadt/sexismus-vorwurf-bei-der-cdu-jetzt-packt-jenna-behrends-aus–24800070) und sich die Partei vom ersten Schock erholt hatte, folgte ein beispielloses Krisenmanagement: CDU-Generalsekretär Peter Tauber räumte ein, dass ihm mehr anonyme Fälle bekannt seien und es eine größere Sensibilität brauche. Die Vorsitzende der Frauen Union, Annette Widmann-Mauz, forderte eine „Kultur des Respekts“, und die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, sagte: „Sexismus hat in einer modernen Großstadtpartei keinen Platz.“ Ich meine, auch in einer modernen Kleinstadt wie Lüneburg nicht. Was sagen Sie, Herr Webersinn?

    Es ist allerdings einfacher, in Interviews Missstände zu verurteilen, als sie konkret anzugehen. Was jetzt nicht hilft, ist der ständige Hinweis, dass Sexismus ein gesamtgesellschaftliches Problem sei. Natürlich ist Sexismus ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wer das aber übermäßig betont, meint eigentlich: Die Lösung liegt bei den anderen.

    Konsequenter wäre eine genauere Analyse der Symptome und Ursachen. Bislang weiß niemand, wie groß das Problem innerhalb der CDU ist. Sowohl Tauber als auch Behrends berufen sich auf Hörensagen. Der Frauen Union sind keine Fälle bekannt, bei denen Politikerinnen im Vertrauen um Rat gebeten hätten. Betroffene Frauen gingen laut der Pressesprecherin Silke Adam gleich an die Öffentlichkeit.

    Daraus könnte man ableiten, dass das Problem darüber hinaus nicht existiert. Man könnte aber auch annehmen, dass viele Frauen alltägliche Schikanen hinnehmen – oder sich unnötig kleinmachen und zurückziehen. Um dem zu begegnen, haben andere Parteien gute Erfahrungen mit Antidiskriminierungsstellen gemacht. Dort können Frauen geschützt über ihre Erfahrung sprechen und innerhalb der Partei Lösungen entwickeln. Wie ist es in der CDU in Lüneburg? Wohin können Frauen sich wenden?

    Eine „Kultur des Respekts“ fällt auch in Lüneburg nicht vom Himmel. Ein Ansatz, um Respekt zu fördern, wäre die Existenz erfolgreicher Politikerinnen selbstverständlich zu machen. Davon ist die Partei aber weit entfernt. Zwar stellt die CDU seit 2005 eine Kanzlerin, und die Frauen Union bietet jungen Politikerinnen ein Mentoringprogramm, dennoch stagniert die Anzahl weiblicher Parteimitglieder seit Anfang der neunziger Jahre bei knapp 26 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt der Bundestag: Dort sind 80 von 310 CDU-Abgeordneten weiblich. Keine andere Partei hat so wenige weibliche Abgeordnete. Wie Herr Jenckel oben festgestellt hat, ist die CDU-Quote auch im Stadtrat und im Kreistag nicht gerade doll.

    Entsprechend wird das im aktuellen Parteiprogramm angestrebte Frauenquorum von 30 Prozent für interne Abstimmungen auch in Lüneburg selten eingehalten und die angestrebte gleichmäßige Besetzung von Diskussionsrunden findet ebenfalls kaum statt. Sogar bei den letzten drei öffentlichen Veranstaltungen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion waren nur 10 von 41 Referenten Frauen. Das letzte Wirtschaftsfachgespräch fand sogar nur unter Männern statt. Wer es z. B. in Lüneburg ernst meint mit Frauenförderung, Herr Webersinn, kann nicht darauf warten, dass aus unverbindlichen Wünschen eines Tages Wirklichkeit wird. Er sollte die Prioritäten anders setzen. Meinen Sie nicht, Herr Webersinn?

    Warum also nicht einfach mal eine CDU-BundestagskandidatIN als NachfolgerIN von Eckhard Pols im nächsten Jahr?

    MfG, Henrike Gause

    • Sehr geehrte Frau Gause,

      vielen Dank für ihre Anmerkungen. Ich habe mich immer öffentlich dafür eingesetzt, dass Frauen nach vorne kommen innerhalb des Stadtverbandes und der Fraktion. Als 2011 die Chance des dritten Bürgermeisters für die CDU bestand, habe ich mich dafür stark gemacht, dass wir diese Position mit Regina Baumgarten besetzt haben, denn ich wollte ganz klar das Signal nach außen geben, dass bei uns nicht nur eine Männerrige herrscht.
      Auch in den fünf zurück liegenden Jahren habe ich immer wieder versucht Frauen zu fördern. Ich habe selbst eine junge Dame als Mentee gehabt, um sie mit der Welt der Politik vertraut zu machen. Ich gewähre jeder Frau einen Vertrauensvorschuß. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass auf jeder Wahlliste eine Frau unter den drei ersten Positionen ist. Ich habe mich dafür starkt gemacht, dass Sonja Jamme auf Listenplatz zwei kommt. Im Vorstand des Stadtverbandes versuche ich immer wieder Frauen nach vorne zu bringen. Wie jeder engagierte Mann genießen auch Frauen bei mir einen Vertrauensvorschuß.
      Allerdings sind auch Frauen dann verpflichtet zuverlässig zu arbeiten, Termine einzuhalten, sich mit zu engagieren. Gerecht ist es bei einem gewährten Vertrauensvorschuß nur, wenn man denjenigen, dem man diesen Vorschuß gewährt hat, dann auch in die Pflicht nimmt und an seinen erbrachten Leistungen misst. Deswegen bin ich im übrigen sehr begeistert von Regina Baumgarten: ich kenne kaum ein Ratsmitglied – egal ob mämmlich oder weiblich – das so fleißig, ehrlich und zuverlässig gearbeitet hat. An ihr kann sich jede Frau und jeder Mann ein Beispiel nehmen! Aber auch mit den anderen vier Frauen in der „alten“ Ratsfraktion habe ich hervorragend zusammen gearbeitet – manchmal besser als mit den Männern, da es weniger um Konkurrenz im innerparteilichen Bereich ging, sondern um dasgute Vorankommen mit der Partei für den Bürger.
      Ich selbst bin sehr unzufrieden darüber, dass die neue Ratsfraktion der CDU nur zwei Frauen umfasst. Ich kann aber den Wählerwillen nicht ändern in einer Demokratie. Daher ist es für mich schon heute eine Verpflichtung Frauen für die Kommunalpolitik zu begeistern und sie dazu zu bringen 2021 für uns zu kandidieren.

      Ihr Niels Webersinn

    • Hallo Herr Webersinn

      „Die CDU-Fraktion im Lüneburger Rat: runderneuert, aber weit entfernt von der Quote“

      Das war das Thema von Hans-Herbert Jenckels Artikel, unter dem sich diesmal ein schöner, in viele Richtungen schweifender Gedankenaustausch mit Ihnen als teilnehmender Hauptperson entwickelt hat.

      Henrike Gause führt zum Thema zurück.

      Ich bin auf Ihre Antwort gespannt.

      Mit lieben Grüßen

      Ihre Mechthild Schülke

  23. Quote und Sexismus? Es soll wohl beruhigend wirken, dass sich die Bundesregierung gegen Sexismus ausgesprochen hat. Ist es aber nicht. Es sollte schließlich selbstverständlich sein, dass die Regierung auf dem Boden der Verfassung steht – und hoffentlich nicht nur dort eine „ganz klare Haltung, nämlich ablehnende Haltung“ (so der Regierungssprecher) zeigt, wo Frauen „als Frauen“ herabgewürdigt werden.

    Die Bundesfamilienministerin geht noch ein Schrittchen weiter und nennt auch sogenannte Herrenwitze „nicht nur altmodisch, sondern völlig inakzeptabel“. Doch bevor der Justizminister nun deshalb das Strafrecht verschärfen will, sollten sich gerade die Böhmermann-Fans daran erinnern, dass es gerade bei Zoten (aber auch sonst eigentlich immer) auf den Zusammenhang ankommt (Siehe dazu auch: )

    Beleidigungen sind Straftaten – und bei Anleihen aus dem Tierreich ist diese Schwelle schnell überschritten. Zudem ist in einem Arbeitsverhältnis überall dort, wo es um Abhängigkeiten geht, jedwede Anzüglichkeit tabu – sie kann eine sofortige Kündigung zur Folge haben.

    Ansonsten aber ist es mit Witzen so eine Sache. Was der eine geschmacklos nennt, findet die andere zum Lachen. Und das Zwischenmenschliche, ja das Zwischengeschlechterliche (falls diese Bezeichnung noch erlaubt ist) ist ja nicht frei von Witz und Ironie – nicht nur im Lüneburger Rathaus und im Alten Uhu in Reppenstedt, sondern sogar in Berlin-Mitte. Manches geht gar nicht, manches gerade noch – und ist genau deshalb komisch. Die aus der Berliner CDU kolportierten Zitate sprechen für sich. Was geschah genau? Man wüsste es gern zeitnah. Späte Vorwürfe erinnern daran, dass „Sexismus“ in mehrfacher Hinsicht eine Waffe sein kann (um einen jungen Lüneburger Fraktionsvorsitzenden an einer Bundestagskandidatur zu hindern zum Beispiel). Aber das ist für niedersächsische CDU-Vorstände (und die Bundesregierung) wohl zu komplex.

  24. Lieber Herr Stadtrat Webersinn

    wahnsinnig aufregend, wie die Wogen auf einmal in die Höhe schlagen, finden Sie nicht?

    lg, Kevin