Aktuell
Home | Kultur Lokal | Sie folgen ihrer Berufung
3553319.jpg

Sie folgen ihrer Berufung

oc Scharnebeck. Es gibt auf den schnellen Blick nicht sonderlich viel, was die beiden Preisträgerinnen verbindet, aber das Entscheidende dann doch: Sie brennen für das, was sie tun. Die eine singt, die andere malt. Am Freitag, 13. September, zeichnete der Landkreis Lüneburg in der Domäne Scharnebeck die Malerin Anja Struck aus Lüneburg und die Scharnebecker Musicalsängerin Annabelle Mierzwa mit seinem Kulturförderpreis aus. Der Preis, dotiert mit jeweils 1000 Euro, trifft zwei Künstlerinnen, die immer auf dem Sprung sind, in ihrem Tun nicht stillstehen – auch da findet sich eine Gemeinsamkeit.

Landrat Manfred Nahrstedt hielt eingangs ein Plädoyer gegen das Zentrieren von Kultur in den Metropolen, das mache ein Land arm. Breit aufgestellte Kulturangebote dagegen machten reich, meinte Nahrstedt, und das auch in einem ökonomischen Sinn. Denn dor, wo das Kultur-Angebot Qualität besitzt, siedeln sich auch gute Unternehmen gern an.

Anja Struck lebt und arbeitet in der Lüneburger Altstadt. Ihre Malerei ist gegenständlich, sie feiert den Menschen. Das Spiel von Licht und Schatten beschäftigt die Künstlerin in jüngerer Zeit, auch das Momenthafte des Blicks. Anja Struck zitiert in ihren Dankesworten ihren Lehrmeister Markus Lüpertz: „Je mehr ich mich der Malerei hingebe, desto mehr muss ich mich mit meiner eigenen Unzufriedenheit auseinandersetzen, und desto mehr fordert mich diese Arbeit heraus.“ Der Weg bleibt das Ziel. Laudatorin Karin-Ose Röckseisen würdigte Ästhetik und Originalität der Werke und die Konsequenz, mit der Anja Struck arbeitet. Eine Auswahl von Bildern ist noch heute, Sonnabend, von 15 bis 18 Uhr in der Domäne zu sehen – die nächste Ausstellung folgt in Istanbul.

Annabelle Mierzwa, 1982 geboren, ist zurzeit in Kassel zu erleben und am Ohnsorg-Theater, vergangene Spielzeit war sie in Lüneburg die Lucie in „Dracula“. Laudator Gerd Baumgarten würdigte die Vielseitigkeit und auch die Verbundenheit der Künstlerin mit der Region. Die Scharnebeckerin bedankte sich musikalisch mit Auszügen aus „Dracula“ und „Mamma Mia“, auch mit Freundin und Kollegin Tamina Ciskowski und mit Christian Tobias Müller am Klavier. Bei Evelyn Künnekes „Ham se nich nen Mann für mich“ wurde das Publikum einbezogen, was diese Feierstunde zu einer fröhlichen machte.