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Volker Geball (Deutsch-japanische Gesellschaft), Karl Maier (Film Medienbüro Niedersachsen), Jörg Witte (Medienagentur M7), Ulrike Westermann (AG Dokumentationsfilm) und Elke Rickert (Scala, v.l.). Foto: ff
Volker Geball (Deutsch-japanische Gesellschaft), Karl Maier (Film Medienbüro Niedersachsen), Jörg Witte (Medienagentur M7), Ulrike Westermann (AG Dokumentationsfilm) und Elke Rickert (Scala, v.l.). Foto: ff

Wenn Feinde zu Freunden werden

ff Lüneburg. Ein eigener Fernseher im Zimmer — das war für Teenager immer das Größte. Heute sitzen zwar Jugendliche daheim meistens vor dem Bildschirm, aber sie gucken Internet. Wie können die Fernsehsender ihr junges Publikum zurückerobern? Darum und um viele aktuelle Themen mehr soll es bei dem Film- und Medienforum Niedersachsen gehen, zu dem sich Produzenten, Kinobetreiber und Filmschaffende aller Art ab Donnerstag, 14. November, im Kloster Lüne treffen. Begleitet wird das Symposium in der Scala von einem Film-Programm. Der allererste Film aber führt in den Wasserturm.

Hier wird morgen, Mittwoch, eine Ausstellung rund um die Städtepartnerschaft zwischen Lüneburg und Naruto eröffnet — und zwar mit dem rund zehnminütigen Dokumentarfilm „Patenschaft Leben“. Thematisiert wird eine Freundschaft, die ausgerechnet 1917, im Ersten Weltkrieg also, in dem japanischen Kriegsgefangenenlager Bando (nahe Naruto) begann: Japanische und deutsche Soldaten entdecken über alle politischen und gesellschaftlichen Grenzen hinweg, dass Feindschaft und Verständnis einander nicht ausschließen müssen. Spuren dieser Geschichte, die mit Bruno Ganz verfilmt wurde („Ode an die Freude“, 2006), und die mit einer gemeinsamen Aufführung von Beethovens Neunter Sinfonie endet, führen auch nach Lüneburg.

Ausführlicher wird diese Geschichte in Brigitte Krauses 78-minütiger Doku „Feinde/Brüder — Deutsche Kriegsgefangene in Japan“ geschildert, damit wird am Donnerstag, 14. November, das Scala-Programm eröffnet. Auch „Patenschaft Leben“ wird gezeigt, anschließend gibt es Wortbeiträge: Staatssekretärin Birgit Honé begrüßt die Gäste, Regisseurin Brigitte Krause berichtet über ihre Recherchen, Volker Geball von der Deutsch-japanischen Gesellschaft Lüneburg spricht über den lokalen Aspekt: 18 Familien haben Wurzeln, die nach Bando reichen.

Das vom Film Medienbüro Niedersachsen und der Medienagentur M7 veranstaltete Forum (14./15. November) im Kloster Lüne dreht sich dann um aktuelle Medien-Themen, eingeladen ist eine Reihe von Fachleuten. Der Dokumentarfilmer Thomas Frickel spricht beispielsweise über „Youtube, Rapidshare Co.: Vom Umgang mit illegalen Kopien im Netz“, es geht um den geplanten Jugendkanal der öffentlich-rechtlichen Sender, um Filmarbeit im Kampf gegen Rechtsradikalismus und vieles mehr. Wichtig: Anmeldung erforderlich (Infos: www.filmmedienforum.de).

Angesprochen wird wohl auch noch einmal ein Thema, das im vergangenen Jahr an gleicher Stelle diskutiert wurde: die Einrichtung von Kinderjurys im Dienste der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW), die Gütesiegel wie etwa „besonders wertvoll“ vergibt. Dieses Projekt, das wohl auch in Lüneburg realisiert worden wäre, wird in den Gremien aber zurzeit als zu teuer eingestuft.