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Gedreht wird ab Februar

lkö Hamburg/Lüneburg. Marit Persiel schlürft an ihrem Strohhalm. Sie muss aufpassen, dass ihre Schminke nicht verwischt. Ihre Haut schimmert silbern, in ihren Augen glitzern eisblaue Kontaktlinsen, und auf ihrem Kopf türmt sich eindrucksvoll ein hoher Turm aus hellblonden Haaren. Vier Stunden lang hat die junge Schauspielerin in der Maske verbracht. Sie spielt die böse Königin Schiija im Märchenfilm „Die Krone von Arkus“. Dort herrscht die böse Königin und verwandelt jeden Bürger, der ihr kein Geld zahlen kann, in eine Statue. Gerade wurde der Teaser im Studio Hamburg gedreht, um einen Vorgeschmack auf den Film zu geben.

„Das ist quasi auch ein bisschen der Test. Denn viele aus dem 150-köpfigen Team sahen sich jetzt zum ersten Mal“, erklärt Eva-Maria Werner von der Produktionsleitung. Ab Februar heißt der Drehort dann Lüneburg.

„Die Lüneburger werden alles wiedererkennen“, versichert Heiko Franken von der Gesellschaft für Lüneburger Filmfreunde. Er ist der Ansprechpartner für die Investoren des Films, die meisten sind Lüneburger. „Der Film ist eigentlich ein No-Budget-Film. Auch die Schauspieler sind dabei, weil sie ein Teil des Projektes sein wollen. Sie arbeiten alle auf Gagenrückstellung“, erklärt Franke. Marit Persiel kann da nur zustimmen: „Wir sind jetzt schon wie eine Familie, wir lachen sehr viel zusammen. Jeder steckt seine eigene Kreativität in den Film, das gefällt mir.“

„Die Krone von Arkus“ ist Marits erster Spielfilm. Manche kennen die 24-Jährige aus dem Musical „Rent“, das im Lüneburger Theater große Erfolge gefeiert hat. „Dort hat Franziska mich gesehen und mich dann später angerufen, ob ich nicht Lust hätte, bei ihrem Film mitzuspielen, sie suche noch eine böse Königin“, erzählt Persiel. Natürlich war sie sofort angetan von der Idee. Jetzt steht sie in voller Königinnen-Montur in einem weißen Raum und strahlt Eiseskälte aus und gleichzeitig eine unglaubliche Anmut.

„Ich arbeite gerne mit Theaterschauspielern, auch im Film mag ich die Improvisation“, sagt Franziska Pohlmann. Sie steht in einem schwarzen Kleid und barfuß hinter der Kamera, gibt Anweisungen und Tipps, zupft hier und da an dem Kleid der bösen Königin. Der Märchenfilm ist eine Herzensangelegenheit. „Ich wollte unbedingt einen Weihnachtsfilm machen. Familie, Kakao und Gemütlichkeit, das mag ich einfach“, erzählt die Lüneburgerin, die bereits am Schauspielhaus in Hamburg gearbeitet hat.

Vorlage für den Film ist ihr Stück „Saraja Morius“, das auch schon in Lüneburg zu sehen war, auch am Theater. Etwas, das Franziska Pohlmann auch besonders am Herzen liegt, sind ihre jungen Schauspieler: „Ich liebe es, mit Kindern zu arbeiten, natürlich ist das immer ein bisschen aufwendiger, weil sie gesetzlich nur drei Stunden am Stück drehen dürfen, aber es lohnt sich.“

Die Straßenkinder von Arkus spielen auch eine ganz besondere Rolle in dem Film. Sie wollen die Macht der bösen Königin brechen. Wer wissen möchte, ob ihnen das gelingt, muss sich noch etwas gedulden. „Im Spätsommer sollte der Film fertig sein“, sagt Pohlmann. Bis dahin kann man ab Februar die Augen offen halten, vielleicht begegnet man ja ein paar Trollen oder bösen Königinnen in den Straßen von Lüneburg.