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Es hat nicht lange gedauert: Die illegale Graffitiszene schlug am Museum Lüneburg zu. Foto: oc
Es hat nicht lange gedauert: Die illegale Graffitiszene schlug am Museum Lüneburg zu. Foto: oc

Schon gibt es Platzprobleme

oc Lüneburg. Probleme gibt es genug am Museum Lüneburg. Der Bau wird, wie berichtet, um einiges teurer. Ein Graffitisprayer verunzierte mittlerweile den Neubau. Der Etat für die Innenausstattung ist bereits ausgeschöpft. Der Vorstandsvorsitzende der Museumsstiftung, Dr. Christian Lamschus, ist langfristig krankgeschrieben. Fortschritte aber gibt es ebenso, und sie sind mittel- bis langfristig wesentlicher. Das machte mit einem kurzen Sachstandsbericht Dr. Heike Düselder, Direktorin des entstehenden Museums Lüneburg, dem Kulturausschuss auf dessen Sitzung im Museum deutlich.

„Wir wissen mittlerweile, was wie präsentiert wird“, sagte Dr. Düselder. In den sieben Abteilungen des Museums werden 1300 Exponate Platz finden, „das entspricht acht bis zehn Prozent unseres Bestandes“, sagt die Direktorin. Unterstützung findet das Museum bei nötigen Restaurierungen, unter anderem von der VGH-Stiftung und dem Landschaftsverband. Ein Altartuch (34 000 Euro) und die Decke der Alten Rats-Apotheke (17 000 Euro) gehören zu den Objekten, die vor dem Verfall bewahrt wurden.

Dr. Düselder hofft, am 1. April mit dem Einrichten beginnen zu können, die Eröffnung ist für den Herbst geplant. 17 Saal-, 36 Themen- und 100 Gruppentexte sind mittlerweile geschrieben. Mit der Agentur Designagenten (Hannover) wurde ein Logo für das Museum entwickelt, und nach wie vor wird überlegt, wie Platz für Sonderausstellungen geschaffen werden kann. Neben dem Foyer am alten Eingang könnte sich ein Kellerraum eignen, der auch als eine Art Schaumagazin dienen könnte. Es gibt noch weitere Platzfragen: Wo ist eigentlich Raum für die Museumspädagogik, für die Kerstin Batzel eingestellt wurde?

Die Museumsdirektorin hat viele Baustellen zu bedienen. Auch diese: Eine zeitgemäße Ausstellung lebt zwar vor allem vom Original, aber eine attraktive, mediengesteuerte Aufbereitung gehört gerade für ein jüngeres und mittelaltes Publikum dazu. Der Etat für die gesamte Ausstellung – rund eine Million Euro – reicht nicht, um Medienstationen in gewünschtem Umfang einrichten zu können. „Wir versuchen, mit Drittmitteln weiterzukommen“, sagt Dr. Düselder. Manches werde erst in der Zeit nach der Eröffnung hinzukommen.

Was die Museumsleiterin freut, ist der große Zuspruch für die Aktivitäten. Die Zahl der Kooperationen steigt, sichtbares Zeichen: eine Vortragsreihe mit der Leuphana-Universität. Dr. Düselder freut sich zudem über eine große Gruppe Ehrenamtlicher, 25 Frauen und Männer setzen sich schon jetzt, weit vor der Eröffnung, für das neue Museum ein.