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Schauspieler Leif Scheele beäugt die Kolleginnen (v.l.) Agnes Müller, Isabella Golinski und Birgit Becker. Foto: t&w
Schauspieler Leif Scheele beäugt die Kolleginnen (v.l.) Agnes Müller, Isabella Golinski und Birgit Becker. Foto: t&w

Drei Frauen streiten sich

oc Lüneburg. Der vielleicht spannendste Ort für die Kulturszene liegt zurzeit an der Heiligengeiststraße, er nennt sich „Zum Kollektiv“ und bietet im sogenannten Scharffschen Haus einen Mix aus Alternativem und Konventionellem, aus Kunst, Musik und nun Theater. Zurzeit probt in dem Haus, das künftig als Baumasse für das wachsende Ostpreußische Landesmuseum dient, das Theater zur weiten Welt. „Wartezone“ heißt das Stück, in dem Rüdiger W. Kunze drei berühmte Frauen zum Streit zusammenführt: Virginia Woolf, Sylvia Plath und Hannah Arendt.

„Das geht natürlich gar nicht, die konnten sich ja nicht kennen, also brauchte ich ein Konstrukt, um die Damen in eine Geschichte zu bekommen. Aber zu viel will ich nicht verraten“, sagt Kunze, der auch Regie führt – wie eigentlich immer beim Theater zur weiten Welt. Gründer des freien Theaters ist das Ehepaar Birgit Becker und Raimund Wurzwallner-Becker. Er macht gerade Vaterschaftsurlaub, da lag als neue Produktion ein Frauenstück nahe. Virginia Woolf als Thema hatten die Theatermacher schon länger im Kopf. Kunze hatte sich dann den Hannah-Arendt-Film angesehen, da wuchs die Idee, in die Richtung etwas zu machen.

Herauskommt ein Theaterstück über drei Schriftstellerinnen, eine Art Rückschau, mit ihrer Literatur und ihrer Philosophie, mit ihren kleinen und großen Sünden und mit der Frage: Was ist gelingendes Leben? Klingt anstrengend. Wird es aber wohl nicht. Der Ton des Stücks sei boulevardesk, sagt Kunze. Und Leif Scheele, der als einziger Mann im Stück auftaucht, meint, dass es ja eigentlich ein Krimi sei. Der Lüneburger Leif Scheele ist erneut Gast des Theaters zur weiten Welt, erstmalig stößt Isabella Golinski hinzu. Außerdem spielen vom Stamm-Team Birgit Becker und Agnes Müller.

Das Theater zur weiten Welt tritt oft an ungewohnten Orten auf. Die Bühne kooperiert mal mit dem Theater Lüneburg, mal mit dem Salon Hansen, sie buchte im Sommer den Innenhof der alten Musikschule. Jetzt bereichert sie das Programm im Scharffschen Haus, das der Kollektiv-Verein bis Weihnachten bespielt. Das Haus ist nicht als Bühne gebaut, anders gesagt: „Wir spielen mit so einer Art Cinemascope-Effekt“ (Kunze), und Platz sein wird wohl für maximal 40 Besucher. Termine: 5. bis 7. Dezember, 13. und 15. sowie 18., bis 20. Dezember, jeweils um 20 Uhr im Scharffschen Haus, Heiligengeiststraße 38. Reservierungen sind möglich unter Tel.: 04131/9996661, eine Abendkasse gibt es auch. Die rund einstündige Produktion wird unterstützt vom Lüneburgischen Landschaftsverband und der Sparkassenstiftung Lüneburg.