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Laut und herzlich: Die Sportfreunde Stiller boten zum Abschluss ihrer Tournee 2013 im Vamos ein lupenreines Rockkonzert, natürlich mit ihren Hits. Nur von Fußball war an diesem Abend nicht die Rede.
Foto: t&w
Laut und herzlich: Die Sportfreunde Stiller boten zum Abschluss ihrer Tournee 2013 im Vamos ein lupenreines Rockkonzert, natürlich mit ihren Hits. Nur von Fußball war an diesem Abend nicht die Rede. Foto: t&w

Applaus, Applaus

oc Lüneburg. Flo, Peter und Rüde mögen Fußball. Vor allem die Bayern und die Sechz’ger. Das muss man entschuldigen. Die Jungs kommen nun mal aus Germering, irgendwo an der Münchner Schotterebene. Dort drunten draußen trainierte einst ein Hans Stiller den Peter und den Flo, und darum nennt sich das vom Kick zum Rock gewechselte Trio heute Sportfreunde Stiller. Auf ihren Konzerten wird mehr gesungen als auf dem Fußballplatz und durchaus um einiges besser. Aktuell hat die Band eine bundesligareife Performance zu bieten, ihre Musik bedudelt das Radiovolk, und darum war das Vamos eigentlich zu klein für das seit Monaten ausverkaufte Gastspiel. Von Fußball aber kein Wort an diesem Abend.

Die Sportfreunde haben ein paar echte Hits gelandet, und das gelang ihnen gerade in jüngster Zeit wieder. Mit „New York, Rio, Rosenheim“ spielten sie nach längerer Pause ein Album ein, das es auf Platz zwei der Charts schaffte, und mit „Applaus, Applaus“ ist darauf ein Song, der eingängig, aber nicht doof ist. Im Radio ist das Pop, wird permament gespielt. Live aber packen die Sportfreunde auch bei den ruhigeren Titeln wie „Lass mich nie wieder los“ eine kräftige Schippe drauf und machen klar: Wir sind eine Rockband, laut und herzlich. Ihre Stücke sind übersichtlich gebaut, aufs Eingängige getrimmt, mit harten Gitarrenriffs, mächtig bollerndem Schlagzeug und blubberndem Bass, hier und da füllen Keyboard-Sounds die Songs auf.

Lüneburg war das Tourfinale der Sportfreunde, da blieb etwas mehr Raum zum Blödeln, Zeit für ein „Happy Birthday“, und Rüde, der Mann am Bass, war zwar wie die Kollegen zum ersten Mal in der Stadt, outete sich dennoch als Quasi-Lüneburger, schließlich sei sein Vater hier geboren. Das Geburtshaus habe er am Nachmittag besucht, sei da aber nicht auf großes Verständnis gestoßen, und auf die Einladung zum „Sportfreunde“-Konzert habe der junge Mann auch nur gesagt: „Muss ich mal googeln“.

Ein Spiel dauert 90 Minuten. Hier gab’s ordentlich Verlängerung, bevor die Ohren ins heimische Abklingbecken entlassen wurden.

Musikalisch war, bei Licht betrachtet, die Vorgruppe spannender. Moop Mama verbindet als Marching Band Jazz, Rock und Hip Hop, ein spannendes Konzept. Party aber war bei den Sportfreunden und den rund 1200 Besuchern. Zurzeit bespielt die Band eigentlich größere Hallen. Das ist wieder im Frühjahr der Fall, zum Beispiel am 4. April in der Sporthalle Hamburg.