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Sogar eine deutsche Erstaufführung hatte der Augustus-Chor bei seinem Nicolai-Konzert gestern im Programm. Foto: t&w
Sogar eine deutsche Erstaufführung hatte der Augustus-Chor bei seinem Nicolai-Konzert gestern im Programm. Foto: t&w

Adventsfinale der Chorkonzerte

oc Lüneburg. Das Finale in der großen Zeit der Chorkonzerte gehört dem Augustus-Chor. Wie immer war die Nicolaikirche sehr gut besucht, wie immer brachte sich der von Michail Vetrinski geleitete Chor Gäste mit. In diesem Jahr lud er vorwiegend junge Ensembles ein und gestaltete ein mit viel Abwechslung aufwartendes Zwei-Stunden-Programm. Darin enthalten war eine deutsche Erstaufführung, und einen überraschenden Star hatte das Konzert auch.

Die Erstaufführung stammt vom Russen Michail Ippolitow-Iwanow (1859-1935). Bei seinen „7 Psalmen König David“ schöpft er aus dem Folkloristischen seines großen Landes und schuf kraftvolle, wirkungsbewusste Sätze. Der Augustus-Chor ging diese, begleitet von Mitgliedern der Lüneburger Symphoniker, beherzt und kompetent an. Zum Ende werden die Sätze solistisch, da stieg auch der Dirigent mit ein.

Vetrinski ist ein fordernder Dirigent. Ein paar Klassiker wie Bruckners „Locus iste“ und Mozarts „Ave verum corpus“ ließ er im Programm, aber er setzte mit kleinen Formationen aus dem Augustus-Umfeld auf ambitioniertes Liedgut und keineswegs locker zu singende Werke. Bortnianskis „Tebje pajom“ (Vokalensemble Vivace) wurde auf Russisch mit angemessenem Pathos bereichert. Auch Otto Grolls Satz zu „Dona nobis pacem“, gesungen von Vivace und dem Augustus-Projektchor, bekam große Fülle, das passte sehr gut.

Kontraste setzten Andreas Vespers Bläser von Michaelis Brass aus Bienenbüttel, unter anderem mit einem eindrucksvollen „Carol of the Bells“ von Mykola Leontovych, und die groß besetzte Jugendkantorei der Nachbarkirche St. Johannis. Christiane Maiwald ließ mit den Kindern und Jugendlichen ausgesprochen präzise und zugleich freudvoll gesungene Stücke zur Zeit hören.

Star des Abends war ein junges Mädchen: Franziska Meier sang seelenvoll und klangschön eine Romanze von Glinka, am Klavier begleitet von Michail Vetrinski. Dass sie den größten Applaus bekam, wunderte nicht. Mit einem gemeinsamen Finale entließ der Augustus-Chor seine Zuhörer – bis zum vierten Advent 2014. Pastor Eckhard Oldenburg sicherte Gastfreundschaft zu.