Dienstag , 27. September 2016
Aktuell
Home | Kultur Lokal | Die Kraft, die Hoffnung heißt
PJ Rebullida tanzt in der Michaeliskirche eine Improvisation zu einem Song von Joh Lowmax (r.), der von Ben Turner begleitet wird. Foto: t&w
PJ Rebullida tanzt in der Michaeliskirche eine Improvisation zu einem Song von Joh Lowmax (r.), der von Ben Turner begleitet wird. Foto: t&w

Die Kraft, die Hoffnung heißt

oc Lüneburg. Wenn es am Schönsten ist, soll man angeblich aufhören. Demnach kann dieses Jahr getrost gehen, es hat zum Ende noch wirklich Schönes beschert, zwei und eine halbe Stunde für einen guten Zweck. Mehr als 500 Menschen füllten die Michaeliskirche an diesem Abend, sie besuchten das „Paradiso“-Benefiz für die Philippinen und wurden reich beschenkt. Künstler des Theaters und ihre Freunde gestalteten ein buntes, ernstes, humorvolles und immer wieder berührendes Programm. Dass am Ende 5000 Euro herauskamen, überwältigte die vom Zuspruch begeisterten Organisatoren um den Tänzer PJ Rebullida.

Rebullida stammt von den Philippinen und kehrt heute, Montag, dorthin zurück. Zwei Jahre hat er am Theater Lüneburg getanzt, zuletzt war er im Weihnachtsmärchen zu erleben. Tief getroffen von den Nachrichten aus seiner vom Taifun Haiyan mit Tod und Verwüstung überzogenen Heimat hatte er die Idee für ein Benefiz, um befreundete Familien zu unterstützen, die ihr Heim wiederaufbauen müssen. Rebullida wird nun weit mehr Menschen als erhofft helfen können.

Musik und Tanz prägten das Programm, für das eine Fülle von Künstlern und helfenden Händen im Hintergrund aktiv waren, angefangen bei den Initiatoren und der Kirche, für die Pastor Olaf Ideker-Harr das Publikum begrüßte. Zwei Punkte nur seien stellvertretrend für das Gesamte genannt: Mackenzie und Mahina Gallinger sangen an ihrem fünften Hochzeitstag „The Prayer“, eigentlich ein nicht gerade kitschfreies Lied, aber hier so geradeaus und liebevoll gesungen, dass es zu Herzen ging, Happy-End-Kuss inklusive. Und den wunderbaren Schlusspunkt des Programms setzte die Tänzerin Katerina Vlasova mit einer eindringlichen Choreographie, die Fragen stellte an das, was Heimat genannt wird.

Es ging an diesem Abend nicht um künstlerische Perfektion, obwohl es davon so einiges zu erleben gab. Es ging um Aufrichtigkeit, Empathie und dieses große Gefühl von Zusammengehörigkeit – zwischen den Künstlern, zwischen ihnen und dem Publikum, zwischen denen in der Kirche an diesem Abend und denen, die wo auch immer auf der Welt kein Dach über dem Kopf haben. Dieser, von Thorsten Dara moderierte Abend symbolisierte die Kraft, die Hoffnung heißt.

Die Liste derer, die – außer Genannten – auf der Künstlerseite mitwirkten, ist lang: Hye Yeon Kim (Klavier), Matthew Sly (Tanz), Antje Dampel (Viola), Alexander Eissele (Klarinette), Joh Lowmax (Gitarre, Gesang), Ben Turner (Gitarre, Gesang), Vivien Friedenreich (Gesang), Britta Focht (Rezitation), Deborah Coombe (Orgel, Klavier), Asako Sugihara (Englischhorn), Jun Ogata und Takahiro Kasuya (Oboe), Sandra Neutze (Gesang), Robina Steyer und Francesc Fernández Marsal (Tanz), Jacqueline Heil und Volker Tancke (Gesang), Gabriele Wiethe und Barbara Thiele (Violine) und Karl Schneider (Gesang).

Das Publikum dankte mit Spenden und Standing Ovations. „Maraming salamat!“, sagte Rebullida – vielen Dank!. Ein schönes Kulturfinale für das Jahr 2013.