Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Olaf Schmidt lädt am Sonntag zur Premiere seiner Matineen-Reihe. Der erste Teil dreht sich um Kaspar Hauser. Foto: A/t&w
Olaf Schmidt lädt am Sonntag zur Premiere seiner Matineen-Reihe. Der erste Teil dreht sich um Kaspar Hauser. Foto: A/t&w

Premiere mit Kaspar Hauser

ff Lüneburg. Eine Reihe neuer Veranstaltungs-Formate wird zurzeit im Lüneburger Theater ausprobiert. Das gilt natürlich auch für die Sparte Ballett: Am Sonntag, 12. Januar, 11 Uhr, lädt Ballettdirektor Olaf Schmidt zur Premiere der Veranstaltungsreihe „Vor der Premiere“ ein — Einführungsmatineen zu den Ballettpremieren im Großen Haus. In der ersten Ausgabe widmet sich Olaf Schmidt der Uraufführung seines Tanzstücks „Kaspar Hauser“, das am 18. Januar Premiere feiert. Im Mittelpunkt steht ein rätselhafter Mensch, um den sich viele dramatische (und meistens unzutreffende) Geschichten ranken.

Der Ballettchef erläutert Hintergründe, präsentiert mit dem Ballettensemble erste Ausschnitte auf der großen Bühne und lässt die Verantwortlichen von Musik und Dramaturgie der Produktion über ihre Arbeit zu Wort kommen. Neben den thematisch eng am Aspekt Choreographie/Tanz orientierten Ballett-Werkstätten, die Olaf Schmidt in dieser Spielzeit ebenfalls gestartet hat und die restlos ausverkauft waren, soll auch dieses Format einen unterhaltsamen und informativen Einstieg in die Welt des Tanzes bieten. Er schließt die an einer Tanzproduktion beteiligten Aspekte wie Musik, Dramaturgie und Ausstattung sowie die Herausforderung der großen Bühne mit ein. Am Sonntag begrüßt Olaf Schmidt neben seinen Tänzerinnen und Tänzern voraussichtlich den Musikalischen Leiter Nezih Seckin sowie die Dramaturgin Christina Schmidt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Die Rätsel um Kaspar Hauser, der am 26. Mai 1828 in Nürnberg als etwa 16-jähriger Jugendlicher ohne erkennbare Herkunft auftauchte, sind heute dank moderner medizinischer Analysemethoden weitgehend gelöst: Er ist kein verstoßener Thronfolger gewesen, wie zuweilen gemunkelt wurde, seine Herkunft ist erheblich prosaischer. Auch viele seiner eigenen Behauptungen erwiesen sich als offenkundig falsch.

Doch die Faszination, die von Kaspar Hauser ausgeht, ist ungebrochen. Unzählige Aufsätze und Bücher wurden über ihn geschrieben. Fünfeinhalb Jahre spielte sich das Leben des begabten „Wolfskinds“ in einer ständig wachsenden Öffentlichkeit ab. Bis zu seinem Tod im Jahr 1833 rankten sich die unterschiedlichsten Theorien um seine Herkunft: War er ein Prinz, ein wiedergeborener Atlantis-Bewohner, eine Art edler Wilder, ein „Kind Europas“? Parallel zur Historie gesicherter Fakten begibt sich Ballettdirektor Olaf Schmidt in seinem Tanzstück auf die Suche nach dem Menschen Kaspar Hauser.