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Der Lüneburger Literaturbetrieb läuft

ff Lüneburg. Gerade hat Wladimir Kaminer in der ausverkauften Ritterakademie sein neues Buch „Diesseits von Eden“ vorgestellt, von seinen tapferen Versuchen berichtet, in seinem Garten der Vegetation Herr zu werden. Gleichzeitig las Mirko Bonné im gutbesuchten Heinrich-Heine-Haus aus „Nie mehr Nacht“, eine eher düstere Erzählung, die sich um einen Selbstmord dreht, um ein dunkles Geheimnis, um Leere und Melancholie. Das Jahr ist erst ein paar Tage alt, aber der Lüneburger Literaturbetrieb läuft bereits unter Volldampf. Eine Übersicht über die ersten sechs Monate gewährt der „Litarische Veranstaltungskalender“, herausgegeben vom Literaturbüro.

Im Mittelpunkt stehen die etablierten Reihen, also etwa „grenzenlos“ und „LiteraTour Nord“. Zu letzterer gehört etwa der Besuch von Marion Poschmann, sie stellt am Mittwoch, 22. Januar, „Die Sonnenposition“ vor. Der niederländische Autor Leon de Winter („Hoffmanns Hunger“) gehört zu den bekanntesten Autoren von „grenzenlos“, er präsentiert am Mittwoch, 19. Februar, im Heine-Haus seinen aktuellen Roman „Ein gutes Herz“. Ehemalige und aktuelle Stipendiaten des Heine-Hauses sind zu Gast, die in einem neuen Format, nämlich im Duo auftreten. Die nächste „Tandem-Lesung“ gestalten Akos Doma und Thomas Stangl am Dienstag, 28. Januar, im Heine-Haus.

Ehrengast 2011 des Heine-Hauses war der Philosoph und Autor Rüdiger Safranski, der für das ZDF mit Peter Sloterdijk 2002 bis 2012 das „Philosophische Quartett“ moderierte. Er stellt nun, eingeladen von Lünebuch, am nächsten Dienstag (14.) in der Ritterakademie seine Goethe-Biographie zur Debatte.

Bekannte TV-Gesichter wird es einige zu sehen geben: Gerd Ruge, Jahrgang 1928, Reisereporter und Urgestein des deutschen Fernseh-Journalismus, gehört ganz sicher dazu. Er liest am Dienstag, 25. Februar, im Saal der Musikschule aus „Unterwegs. Politische Erinnerungen“. Ganz anderen Charme wird der Auftritt der Schauspielerin und Autorin Andrea Sawatzki haben. Die heute in Berlin lebende Bayerin liest am Sonntag, 16. März, im Lüneburger Theater.

Ihr Kollege Dietmar Bär, als Tatort-Kommissar seit 1997 in Köln im Einsatz, kam für den Druck des Literatur-Faltblattes zu spät: Kurzfristig hat das Lünebuch-Team den Schauspieler zusammen mit dem vielfach preisgekrönten schwedischen Krimi-Autor HÔkan Nesser nach Lüneburg geholt. Sie stellen am Donnerstag, 16. Januar, um 20 Uhr in der Ritterakademie Nessers neuen Roman „Himmel über London“ vor.

Vorträge, Literatur-Abende mit Buch-Empfehlungen und Veranstaltungen für Kinder — etwe die Reihe „Butterbrot und Leselust“ in der Buchhandlung Bücher am Lambertiplatz — runden das Angebot ab. Und natürlich wird auch vor den Toren die Literatur gepflegt, vom Kultur- und Heimatkreis Bleckede beispielsweise, und im Kulturverein Konau 25.

Der nächste Termin an der Elbe: Anja Röhl liest am Sonnabend, 18. Januar, um 15 Uhr im Bleckeder Café Zeittraum aus „Die Frau meines Vaters — Erinnerungen an Ulrike“. Gemeint ist die Terroristin Ulrike Meinhof (1934-1976), Gründungsmitglied und Führungsperson der Rote Armee Fraktion (RAF). Sie war an einer Reihe von Sprengstoffanschlägen mit Todesopfern beteiligt.