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Katrin Wulff brachte eigene Stücke mit zur ersten Session des Jahres. Foto: t&w
Katrin Wulff brachte eigene Stücke mit zur ersten Session des Jahres. Foto: t&w

Covern ohne kopieren

hjr Lüneburg. Später wurde es deutlich lauter. Im ersten Teil genügten Stimme und Gitarre, um ein akustisches Vergnügen zu garantieren. Es dominierten leisere Töne, aber trotzdem mit geballter Power, einige angejahrte Hitparadenstürmer in frischen Arrangements. Julia Bergen und Mark Hertzer bestritten das musikalische Warm-Up der jüngsten 1st Class Session in der wieder gut besuchten Lüneburger Ritterakademie. Als „Two Blue“ setzt das Duo gerade zum Karrieresprung an. „Baby You Can Drive My Car“, „Time After Time“ oder „Sing mich nach Haus“ unterstrichen den künstlerischen Aufriss zwischen Rock und Ballade, und mit Blick auf die Zukunft schwebt den Interpreten ein Projekt mit Country, Blues und Rock vor.

Cross-Over-Ambitionen, damit hat Kolinda Brozovic bereits viele Erfahrungen. Sie begleitet Größen wie Grönemeyer oder Xavier Naidoo, beherrscht vier Oktaven und ist momentan mit „Rock meets Classics“ unterwegs. Ein Programm, das die Prager Symphoniker unter anderem mit Kim Wilde und Alice Cooper zusammenführt. „Artists Facts“ heißt eine weitere Spur, bei der sie sich als Jazz-Interpretin profiliert. Beim Lüneburger Gastspiel stellte Kolinda Brozovic ihre fast berstende Energie mit Nachdruck unter Beweis.

Der Sound ließ den Boden beben, angefeuert durch die erneut exzellente Band. Die bestand aus Torsten Haas (Bass), Michael Germer (Drums), Dario Karkovic (Keyboard) und dem bewährten Gitarristen Peer Frenzke. Verblüffend, wie das Quartett auf Anhieb in feinster Harmonie für Impulse sorgte und die beiden abwechselnd agierenden Solistinnen souverän durch jeden Song führte. Kolinda Brozovic covert Stücke, ohne die Originale zu kopieren. Sie findet stets eigene Akzente, gönnt den Beiträgen eine wirksame Anti-Aging-Kosmetik.

Die Kielerin Katrin Wulff mit Hamburger Wohnsitz machte sich in Norddeutschland einen Namen, lässt mit Eigenkreationen aufhorchen. Sie liefert zum Beispiel Udo Lindenberg den Background und produzierte bislang zwei Solo-CDs, die Rock mit lyrischen Balladen mischen. Hohe Professionalität und sichere Bühnenpräsenz zeichnen sie ebenfalls aus. Band und Sängerinnen drückten der 1st Class Session einen weiteren Stempel auf, das Publikum reagierte mit entsprechendem Zuspruch. Nächste Session: Freitag, 14. Februar, 20.30 Uhr mit den Sängerinnen Fatma Tazegül und Gladys Mwachiti.