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Die Bigband der Uni eröffnet das Festival auf der Galerie der Bibliothek. Foto: t&w
Die Bigband der Uni eröffnet das Festival auf der Galerie der Bibliothek. Foto: t&w

Bigband und Beethoven, Punk und Funk, Kunst und Tanz +++ Mit LZplay-Video

oc Lüneburg. Sie haben sich ein Logo gebaut und es auf T-Shirts gedruckt. So schafft man eine Marke und Identität. Die Marke heißt EXPearIENCE, über dem kleinen „ear“ sitzt ein Kopfhörer. Es geht also ums Hören und Ausprobieren. 40 Leuphana-Studierende hoben ein Festival aus der Taufe, 120 Mitwirkende sorgten für einen langen Abend und eine kurze Nacht im Hörsaal-Herzen der Uni mit Bigband und Beethoven, Punk und Funk, Kunst und Tanz. Gut 400 Besucher kamen. Bier und Brezel gab es auch.

Pünktlich spielt zum Start auf der Galerie der Bibliothek die Bigband, 20 junge Musiker, geleitet von Hans Malte Witte. Das Publikum drapiert sich drumherum, es ist eng. Im Stock da­runter trudelt das Uni-Orchester ein. Es wird gleich mit dem neuen Dirigenten Hyun-Jin Yun Beethovens erste Sinfonie spielen und die Erfahrung machen, wie es ist, wenn Publikum nicht nur kommt, sitzt und lauscht, sondern auch steht und geht, redet, mit Kameras umherstreicht. Am anderen Ende des Hörsaalgangs macht sich ein Nonett bereit, in einem Hörsaal raspelt der Sänger einer Punktruppe seine Stimmbänder, während auf dem Gang die Jungs von Loifior die Beine baumeln lassen. Sie sind später dran. Ein Graffity-Sprayer macht sich ans Werk, eine Truppe Tänzerinnen zieht durch die Säle, und Tüte Neumüller trommelt seine Toca Sambana zusammen. So geht es immer weiter bis 2 Uhr früh.

Die Idee mit dem Cross-Over-Festival brachte Prof. Dr. Michael Ahlers ein. Er ist Professor für Musikdidaktik mit Schwerpunkt Popularmusik. „Ich denke, das Konzept könnte in Lüneburg auf fruchtbaren Boden stoßen“, sagt er. Stimmt. Mit Mara Pelt schob Ahlers das Projekt an, das sicher noch ein paar nichtstudentische Besucher mehr vertragen könnte als beim Start. Gut wäre es auch, wenn die Besucher sich leichter einen Überblick verschaffen können, wer wann wo in Aktion tritt.

Zu einem Experiment gehört das Unvorhersehbare. Zum Beispiel, dass eine Nebelmaschine den Rauchelder auslöst und die Feuerwehr alarmiert. Der Löschzug konnte wieder abziehen. Das kostet aber und schmälert die Chance, aus erhofftem Überschuss den Künstlern etwas zukommen zu lassen. Nicht zu löschen war, auch das war so nicht geplant, der Durst. Selbst das Bier, das Prof. Ahlers nachholte, reichte nicht. Egal.

EXPearIENCE ist ein zukunftsfähiges Konzept, es baut Brücken zwischen Uni und Stadt. „Das Festival ist nicht beerdigt“, sagt Ahlers, er freut sich über die positiven Rückmeldungen und hofft, 2015 mehr Menschen aus der Stadt in die Uni locken zu können.