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Blick auf den Ausstellungsflur der oberen Etage. Links geht es künftig zu Ateliers, rechts zur Kunstschule Ikarus. Foto: oc
Blick auf den Ausstellungsflur der oberen Etage. Links geht es künftig zu Ateliers, rechts zur Kunstschule Ikarus. Foto: oc

Die Zeit des Bewerbens bricht an

oc Lüneburg. Wände wurden gezogen, Türen werden eingebaut, der Fliesenleger legt los. Die Kulturbäckerei im Hanseviertel bekommt Konturen: Elf Ateliers entstehen auf zwei Etagen. Die Räume für die Kunstschule Ikarus, die ab Herbst etwa das Dreifache der bisherigen Fläche nutzen kann, sind abgegrenzt. Die Fronten der alten Backöfen unten im Theatersaal erinnern nach wie vor an die Geschichte des Hauses. Beeindruckt waren die Kulturpolitiker des Rates vom Baufortschritt, den Architekt Frank Plesse vorstellte, und zufrieden stellte sie die Aussage: „Wir liegen im Kosten- und im Zeitplan.“ Das sagte Carsten Junge, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung. Sie trägt das Projekt Kulturbäckerei, und nun liegen auch die Preise auf dem Tisch, die Mieten für Ateliers, Theater- und Ausstellungsflächen.

Ateliers von gut 25 bis mehr als 60 Quadratmeter entstehen, die Mietpreise staffeln sich von 192,58 bis 486,93 Euro, pro Quadratmeter werde mit Nebenkosten 7,60 Euro genommen. Laut Carsten Junge liegen diese Preise deutlich unter denen vergleichbarer Einrichtungen. Bereits ab 15. Februar können sich Künstler bei der Stiftung bewerben, bis 31. Mai soll die Vergabe entschieden sein. Bleibt die Nachfrage jetzt, wo es konkret wird, so groß wie bisher, wird das Auswahlgremium aus dem Stiftungsrat die Qual der Wahl haben. Neben fachlichen Kriterien wird eines bedeutsam: „Alle Mieter sollen und müssen sich ins Projekt einbringen“, sagt Junge. Denn überall, wo ein Haus lediglich zum Ort des (Ver-)Mietens wurde, sei man gescheitert. Ende Februar, Anfang März soll es die Möglichkeit geben, die entstehenden Ateliers in der Kulturbäckerei zu besichtigen.

Der teilbare Theatersaal (183 Quadratmeter groß) wird komplett für 100 Euro am Tag vermietet, halbiert für die Hälfte. Für Ausstellungen gelten andere Preise: Im Untergeschoss geht es um 300 Euro pro Tag, oben um 30 Euro. „Das Leben des Projektes wird sich aus dem Haus heraus entwickeln“, sagt Carsten Junge. Das Programm werde mit einem Hausbeirat, der Stiftung und möglichen Kuratoren erarbeitet. Start soll in diesem Jahr sein, im Oktober. Der Beirat sei sozusagen die „Backstube“, so nannte es Kulturreferent Jürgen Landmann.

„Die Eröffnung wird der Startpunkt, die Räume sind vorzüglich“, sagt der Ausschuss-Vorsitzende Ulrich Völker (Grüne), er wertet die Kulturbäckerei als „weitsichtiges und nachhaltiges Projekt“. Dass es Zeit brauchen werde, sich zu entwickeln, meinte Oberbürgermeister Ulrich Mädge, „aber wir schaffen hier Lebensqualität, ein Angebot für die Kreativwirtschaft und machen auch deutlich, dass das Hanseviertel nicht ein reines Schlafviertel ist.“ Lob gab es bei dieser Sitzung in den von-Morgenstern-Schulen aus allen Fraktionen.

Noch gibt es viel zu tun. Für Licht und Verdunklung, Stühle und Systeme für Schall, Ausstellung und für die Sicherheit wird die Stiftung sorgen. Gremien müssen sich bilden, die Hausmeisterei gefunden werden. Ab Oktober übernimmt Kunst.