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Peer Frenzke hatte wieder eine starke Band zusammengestellt, dazu die Sängerinen Fatma Tazegül (rechts) und Maya Sedef gebucht. Foto: t&w
Peer Frenzke hatte wieder eine starke Band zusammengestellt, dazu die Sängerinen Fatma Tazegül (rechts) und Maya Sedef gebucht. Foto: t&w

Vertraut und doch neu

oc Lüneburg. Die 1st Class Session ist so etwas wie ein sicherer Erholungsurlaub. Man fährt an einen Ort, den man schon kennt und hofft, dort neben dem Vertrauten auch etwas Neues zu entdecken. Man kann das blind buchen, man wird nicht enttäuscht. So ist das mit der Session. Organisator Peer Frenzke bucht verlässlich gute Musiker, er spielt ja auch selbst weitaus mehr als gut Gitarre. Manche Gäste kommen wieder, andere sind neu, alle zusammen garantieren Qualität in Sachen Rock, Pop, Funk, Soul und was darum noch so an Stilen kreist. So war es am vergangenen Wochenende, so könnte es weitergehen.

Runde 300 Besucher, das füllt die Ritterakademie, haben eine Menge Spaß an diesem langen Abend. Sängerin Fatma Tazegül war schon einmal da, sie hat eine Stimme, die auf Soul und Funk passt, und fühlt sich auf der Bühne spürbar wohl. Neu in diesem Kreis  und recht kurzfristig gebucht  präsentierte sich Maya Sedef, die in Istanbul eine Opernausbildung bekam, sich musikalisch neu orientiert und an diesem Abend die rockigen Elemente beschwor. Die Session ist attraktiv für all die Sängerinnen, die sich im unüberschaubar großen Meer von Kolleginnen freischwimmen müssen. Hier können sie auspacken, was in ihnen steckt. Peer Frenzkes Konzept öffnet ihnen Freiräume, bis hin zum Improvisieren, bei dem das grob Geprobte Spontaneität verlangt.

Gleiches gilt für die Instrumentalisten, die alle eine Menge Erfahrung als Dienstleistungsmusiker auflisten können  im Studio, als Tourneebegleiter etc. An diesem Abend spielten Drummer Moritz Müller, Keyboarder Michael Vajna und Bassist Robbee Mariano. Bei Peer Frenzke rücken sie alle in den Vordergrund und nutzen den Raum für Soloflüge, für die es in der Formatmusik in der Regel keinen Platz gibt. Frenzke, auch an der Akustischen, schaffte es an diesem Abend sogar, mitten im Solo die Gitarre zu wechseln  da war ihm eine Saite gerissen.

Das Publikum der 1st Class Session ist überwiegend im Alter, dass es sich erinnernd freut, ob über Stevie Wonders „Higher Ground“ oder Dusty Springfields „Son Of A Preacherman“. Songs von Christina Aguilera und Xavier Naidoo sorgten für leisere Töne. Es gab aber auch eine Menge Geradeausrock mit Jets „Are You Gonna Be My Girl“, und zum Ende gings auf den unverwüstlichen „Highway To Hell“, bevor die gute alte „Proud Mary“ den Abend in die Nacht schaufelte.

Das Vorprogramm half, den Abend rund zu machen. Oliver Schwarz, einst mit Zucker und Mama Boom, zurzeit mit den Bartellos häufiger in der Stadt, stellte sein noch recht frisches Projekt Die jungen Leute vor. Sie hübschen den deutschen Pop rockig auf, demnächst im Studio und dann mal sehen, wohin es geht.

Die nächste 1st Class Session steigt am 14. März in der Ritterakademie, u.a. mit den Sängerinnen Christin Kieu und Linda Kyei.