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Im Forum der Musikschule werden Szenen für das Musik-Tanz-Schauspiel-Winterreise-Projekt geprobt. Foto: t&w
Im Forum der Musikschule werden Szenen für das Musik-Tanz-Schauspiel-Winterreise-Projekt geprobt. Foto: t&w

Was machen wir mit Schubert?

oc Lüneburg. Was Lennon/McCartney und Jagger/Richards im 20. Jahrhundert für die Generation Stromgitarre waren, das war ein sattes Jahrhundert zuvor das Top-Romantik-Duo Schubert/Müller. Ihre Liederzyklen „Winterreise“ und „Schöne Müllerin“ sind noch heute Hits für Tenöre und Pianisten. Mit der „Winterreise“ setzen sich jetzt in Lüneburg Schulen, Theater, Musikschule auseinander  dabei kommt etwas Neues heraus.

Franz Schubert, berühmt bis heute, wurde nur 31 Jahre alt. Sein Texter Wilhelm Müller ein Jahr älter. „Live Fast, Love Hard, Die Young“ sang ein Country-Star gut 100 Jahre später. Es wurde zum Motto vieler Rockmusiker, und mancher lebte und starb danach. Auch Schubert lebte nicht gerade vorbildlich, ihm wird zum Beispiel nachgerufen, Alkoholiker gewesen zu sein. Die Musik bleibt.

Schuberts „Winterreise“ aus dem Jahr 1827 hat schon Hannes Wader auf die Ebene der Liedermacher heruntergebrochen, und Knackis haben aus den 24 Liedern eine Hip-Hop-Fassung gezimmert. 20 der 24 Stücke bekommen nun ebenfalls ein neues Gepräge und zugleich eine Verpackung mit Schauspiel und Tanz. Die Idee kommt aus der Christiani-Schule, schlug Kreise in weiteren UNESCO-Schulen und hat nun Hauptschüler und Gymnasiasten gleichermaßen angezogen.

Musikalisch arbeiten Daniel Stickan, der sich zwischen Jazz und Kirchenorgel bewegt, und Symphoniker-Chef Thomas Dorsch mit am Projekt „Rea­ching Out: Die Winterreise“, das am Dienstag, 18. März, um 20 Uhr im T.3 gezeigt wird. Choreografin Nicola Nädler von der Musikschule bringt tänzerische Ideen auf den Punkt, und Theater-Chefdramaturg Friedrich von Mansberg sorgt nicht nur für das Schauspielerische, er ist ja im Erstberuf Tenor, er wird ein paar Schubert-Originalklänge einbringen.

Die Schüler setzen eigene Musikstücke mit Bezug zur heutigen Erlebniswelt von Jugendlichen gegen das Original. Das Gesamtergebnis wird mit den Lüneburger Symphonikern unter der Leitung von Thomas Dorsch am 18. März um 20 Uhr im T.3 vorgestellt.