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Julius Borderieux (vorn) mit senen Triokollegen Leon-Silas Gärtner (l.) und Thomas Blum. Foto: t&w
Julius Borderieux (vorn) mit senen Triokollegen Leon-Silas Gärtner (l.) und Thomas Blum. Foto: t&w

Einsatz für Äthiopien

oc Lüneburg. Eigentlich wird, wer in diese Familie geboren wird, Musiker. Die Mutter ist Cellistin, der Bruder trompetet zurzeit für seinen Bachelor, die Schwester wählt die Variante als Musikpädagogin, Und was macht Julius Borderieux, der Jüngste, der Klarinettist, der auch schon ins Niedersächsische Landesjugendorchester berufen wurde? Er geht jetzt nach Äthiopien, Bäume pflanzen. „Ich liebe die Musik“ sagt der 18-Jährige, „und ich liebe die Natur“. Bevor er geht, gibt er ein Konzert.

Auf die Idee mit dem Afrika-Einsatz kam er, als er einen Freund besuchte, der sich bei einem Baumprojekt in Uganda engagierte. Sechseinhalb Monate will Julius Borderieux am Rand der Hauptstadt Addis Abeba am Entoto-Berg bei einem Projekt zur Aufforstung helfen. Zwar wachsen Bäume an den Hängen des Bergs, dessen Gipfel bei 4000 Meter liegt, aber die falschen. Die dort gesetzten Eukalyptusbäume wachsen zwar schnell, aber ziehen das Wasser aus dem Boden, er wird unfruchtbar. Nun sollen bei dem von Äthiopiern auf den Weg gebrachten Projekt einheimische Baumarten den Wasserfresser ersetzen.

Wertvolle Arbeit, aber umsonst ist der Einsatz des jungen Lüneburgers nicht. Darum trommelt er sein Trio zusammen, um ein Benefiz in eigener Sache zu spielen: Am Freitag, 28. Februar, tritt das Trio col legno um 19 Uhr im Brömsehaus auf.

Zwar wird der Flug in das ostafrikanische Land von der Organisation seines Vertrauens bezahlt, aber Julius Borderieux muss trotzdem 250 Euro pro Monat aufbringen, um die laufenden Kosten mitzutragen. Darum hofft er, mit seinen Kollegen etwas Geld zur Unterstützung seines Afrika-Einsatzes einzuspielen. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten. Musik von Mozart bis zur Moderne wird es in dem etwa einstündigen Konzert geben.

Für das Trio mit zwei Klarinetten plus Fagott ist es ohnehin eine Art Abschiedskonzert, „nach fünf Jahren mit einer glücklichen Entwicklung“. Nun leben die Mitstreiter in Berlin und Hamburg  und bei Julius Borderieux werden sich noch Weichen stellen. Wenn er zurückkommt, will er ins Studium einsteigen. Es wird etwas in Sachen Umwelt und Natur sein, es sei denn, die Musik Äthiopiens stimmt ihn um. Seine Klarinette nimmt er beim Abflug am 7. März natürlich mit.