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Thomas Dorsch bei den Proben für Carmina Burana, die Premiere am Sonnabend ist ausverkauft. Foto: t&w
Thomas Dorsch bei den Proben für Carmina Burana, die Premiere am Sonnabend ist ausverkauft. Foto: t&w

„Carmina“ und Herr Sumsemann

oc Lüneburg. Pasta mit Gemüse, etwas Salat. Sieht schon lecker aus. „Entschuldigung, ich habe heute noch gar nichts gegessen“, sagt Thomas Dorsch beim Treff in der Theaterkantine. Zeit ist ein rares Gut für den Musikdirektor des Theaters Lüneburg. Im Moment teilt er sie dreifach: mit „O Fortuna“, mit „Ruslan und Ludmilla“, und dann ist da auch noch der Herr Sumsemann, ein alter Bekannter aus der Kindheit.

Projekt eins und ganz aktuell ist die seit Langem ausverkaufte Premiere von „Carmina Burana“ morgen, Sonnabend, 20 Uhr. Da wirds mit 150 Mitwirkenden richtig eng auf der Bühne. Das Theater kooperiert bei dieser Produktion mit den Lüneburger Kantoreien von St. Johannis und St. Michaelis, stellt selbst Haus-, Extra- und Kinderchor auf die Bretter. So sollte „O Fortuna“, der beliebteste aller Chöre von TV-Werbung bis Heavy-Metal-Bands, machtvoll zur Geltung kommen. Als Solisten mischen Ruth Fiedler, Mac­Kenzie Gallinger (alternierend Alexander Panitsch) und Ulrich Kratz mit. Das Orchester wird hinten auf der Bühne platziert, der Chor steht darüber, die Vorbühne wird vom Ballett genutzt.

Carl Orff hatte sein Werk als szenische Kantate bezeichnet, Hajo Fouquet (Regie) und Olaf Schmidt (Choreografie) werden dem Gedanken folgen, mit einer Rahmenhandlung und tänzerischen Bildern. „Carmina Burana“ steht elfmal im Spielplan, eine Verlängerung ist möglich. Beim Dirigat wird sich Dorsch von Abend zu Abend mit den Kantoren abwechseln, also mit Joachim Vogelsänger und Henning Voss. „Jeder macht es in Teilen anders“, sagt Thomas Dorsch, „aber der Chor reagiert unglaublich flexibel, es ist frisch und spannend.“

„Ruslan und Ludmilla“, Dorsch-Projekt zwei, sorgt dafür, dass der Dirigent reisen muss. Denn er leitet einen Abend unter dem Titel „Russische Seele“. Den wird die genannte Glinka-Ouvertüre eröffnen. Spielen wird beim vierten Meisterkonzert im Theater Lüneburg am Sonntag, 30. März, um 19 Uhr das Staatsorchester Braunschweig. Geprobt wird natürlich in Braunschweig, Musik von Rachmaninoff, Lutoslawski und Tschaikowsky steht noch auf dem Programm. Lutoslaw­ski allerdings, das muss korrekterweise gesagt sein, war Pole.

Vorher noch reist Thomas Dorsch auf den Mond und nimmt alle Zuhörer ab fünf Jahren mit. Thomas Lange (Text) und Dorsch (Musik) haben den Kinderbuchklassiker „Peterchens Mondfahrt“ von Gerdt von Bassewitz bühnenreif gemacht. Die Konzertfassung wurde 2009 in Oldenburg uraufgeführt, taucht seither auf vielen Spielplänen auf und erschien als CD. Es geht bekanntlich um die Sumsemanns. Ihrem Ur-Ur-Urgroßvater wurde einst ein Bein abgeschlagen, seither humpeln und fliegen alle Sumsemanns auf fünf Beinen durch die Welt. Das fehlende Bein ist auf dem Mond gelandet und muss nun wieder zurück  dann wird alles gut. Darum startet Herr Sumsemann mit den Kindern Peterchen und Anneliese auf eine abenteuerliche Reise. Text und Musik verschränken sich in der Bearbeitung. Das gut 50-minütige Stück mit Friedrich von Mansberg als Sprecher wird am Sonntag, 16. März, um 11.30 Uhr im Theater aufgeführt.