Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Matthew Sly kann fliegen, Szene aus der dreistündigen Gala in der Rudolf-Steiner-Schule. Foto: t&w
Matthew Sly kann fliegen, Szene aus der dreistündigen Gala in der Rudolf-Steiner-Schule. Foto: t&w

Eine Gala zum Geburtstag

aat Lüneburg. Mit zwei ausverkauften und wunderbar gelungenen Gala-Vorstellungen krönte die Ballettschule Wojtasik ihr 40-jähriges Bestehen. Ein Höhepunkt war die Würdigung der Gründerin der Ballettschule Edith Kecsek-Barna, die ihre Schule 37 Jahre leitete, bevor sie diese 2011 an das Ehepaar Wojtasik übergab. 111 Ballett-Schülerinnen und drei -Schüler, unterstützt durch eine Tänzerin und zwei Tänzer des Theaters Lüneburg, boten ein abwechslungsreiches dreistündiges Programm, das die Vielfalt des Ballett-Tanzes demonstrierte.

Vom klassischen Spitzen- und modernen Ausdruckstanz nach Musik aus Klassik, Film und Musical über einen Gute-Laune-Tanz nach Hip-Hop bis hin zu russischen und ukrainischen Volkstänzen reichte die Palette der Darbietungen. Oft gab es Zwischenapplaus für Solo- und Gruppentanzszenen, nach jedem Auftritt Bravos und begeisterten Beifall, denn die Freude aller Beteiligten war stets spürbar, nebst hoher Konzentration und beeindruckendem Können auf verblüffend hohem künstlerischen Niveau.

Nach Tschaikowskis „Nussknacker“-Ballett vor einem Jahr hatten sich Christina und Artur Wojtasik wieder sehr viel Mühe gemacht, mit einem perfekt funktionierenden Team künstlerischer und technischer Asssistenten und freiwilliger Helfer. Bekannte Ballette hatte man ausgesucht, berühmte Choreographien mit teils hohem Schwierigkeitsgrad zum Vorbild genommen und arrangiert sowie eigene wunderschöne Choreographien erarbeitet. Alles stimmte, nicht nur die tänzerischen Leistungen, sondern auch die dazu gehörige Ausstattung: In ungezählten Stunden Heimarbeit hatten Tiana Doyen, Sonja Hauswirth und Kerstin Voß die Kostüme entworfen und genäht, vom Tüllröckchen über die Verkleidung eines ganzen Hühnerstalls bis zu Folklorekleidern.

Zur Eröffnung tanzten etwa vier Dutzend Kinder die Polonaise aus „Eugen Onegin“, der Größe nach geordnet und einheitlich Dutt-frisiert: ein reizendes Bild. Die Namen aller Mitwirkenden zu nennen ist kaum möglich. Alle im Programm aufgeführten Teilnehmer passten in die facettenreich getanzten Choreographien, darunter viele klassische, aber auch moderne wie jene aus dem Musical „A Chorus Line“ oder den Hip-Hop-Song „Blurred Lines“ der Claudia-Daniels-Gruppe oder diejenigen für die Kindergruppe der Klasse Petra Müschen. Einige Solisten haben beim Szenischen Tanz-Regionalwettbewerb Nord in Hamburg erste und andere vordere Preise gewonnen, zu Recht, wie die Moderatorin Claudine Tadlock erklärte.

Als Solistinnen (in der Reihenfolge des Programms) glänzten, teils in mehreren Szenen, Annabell Gernerth (Puppe, „Nussknacker“), Lydia Gernerth (Solowalzer, „Giselle“), Fabian von Lindern (Acteon-Solo, „Esmeralda“), Penelope Glantz (Solo „Harlekinade“, Duett „Everytime I see you“ mit F. v. Lindern), Clara Noa Rabeler (Solo 1. Akt „Giselle“), Linda Voß (Hahn, „La Fille mal Gardee“), in Solo-Ensembles auch Jule Spangenberg, Mara Paetsch, Ilsa Rampf, Alicia von Lindern, Hanna Ollmann und Julie Wünsche, dazu Dominik Wojtasik in fröhlichen Volkstanz-Duetten. Ausdrucksstark gerieten die Szenen aus dem „Spartakus“-Ballett, darunter Duette des Tänzerpaars Katerina Vlasova und Francesco Fernandez vom Theater Lüneburg. Als herausragend und von professioneller Qualität sind die Soli und Duette mit der 14-jährigen Gewinnerin der Deutschen Jugendtanzpreises, Clara Noa Rabeler, zu nennen, die mit außerordentlichem Können und viel Gefühl mit Matthew Sly vom Theater Lüneburg einen fabelhaften Pas de Deux (aus „Spartacus“) und das Adagio aus Rachmaninoffs 2. Klavierkonzert tanzte.

One comment

  1. vielen vielen Dank für den wunderbaren Artikel/Kritik für unsere Ballettschule.
    Liebe Grüße
    Christina Wojtasik