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Zehn Jugendliche von vier Lüneburger Schulen standen im Mittelpunkt der ,,Winterreise, die am Dienstagabend im T.3 aufgeführt wurde.
Zehn Jugendliche von vier Lüneburger Schulen standen im Mittelpunkt der ,,Winterreise, die am Dienstagabend im T.3 aufgeführt wurde.

Winterreise anders und klassisch

pet Lüneburg. Dass Jugendliche sich mit der ,,Winterreise“ beschäftigen, und das auch noch freiwillig, ist selten. Vor fast 200 Jahren komponierte Franz Schubert die Musik, Wilhelm Müller schrieb zur gleichen Zeit die Texte für die 24 Lieder, für ,,Gute Nacht“, ,,Einsamkeit“ oder ,,Der Leiermann“. Zehn Schülerinnen und Schüler von vier Lüneburger Schulen haben sich in den vrgangenen Monaten mit der ,,Winterreise“ beschäftigt  und hatten jetzt im T.3 ihren großen Abend.

,,Ihr seid heute Abend die Hauptpersonen“, hatte Friedrich von Mansberg, Tenor und Chefdramaturg am Theater Lüneburg, den Jugendlichen Minuten vor ihrem Auftritt mit auf den Weg gegeben. Er hatte in den letzten sechs Wochen hart mit den Schülerinnen und Schülern der Christianischule, der Herderschule, der Hauptschule Stadtmitte und der Wilhelm-Raabe-Schule gearbeitet.

Die Probenarbeiten hatten sogar schon im vergangenen Herbst begonnen, so manchen Nachmittag und so manches Wochenende steckten die Schüler in das Projekt  das waren Lea Felice Schocker, Lucie Hintemann, Jens Walther, Sabrina Exner, Janika Kaal, Jördis Strack, Mathilde Gogolin, Wilhelm Gogolin, Laura Stahmer und Kaja Petersen.

Von Mansberg leitete den Abend im vollbesetzten Theater ,,klassisch“ ein  mit ,,Der Leiermann“, eigentlich der Abschluss der ,,Winterreise“. Dann stürmten die Jugendlichen von der Tribüne aus die Spielfläche, interpretierten die ,,Winterreise“ auf ihre Art, mit Tanz, mit Gesang, mit Schauspiel. ,,Uns war es wichtig, dass die Jugendlichen sich möglichst viel in die Arbeit einbringen“, erklärt Friedrich von Mansberg. ,,Und das haben sie bis zum letzten Tag getan.“

Die ,,Winterreise“ erzählt die Geschichte eines einsamen Wanderers, der ohne Ziel und Hoffnung in die Winternacht hinauszieht. Stimmungen, Ängste, Sorgen, Not sind Themen der 24 Lieder  vier davon trug Friedrich von Mansberg vor. Die Jugendlichen interpretierten die Themen rappend, tanzend, singend, spielend, stellten etwa dar, wie es ist, wenn eine Gruppe zusammenkommt und sich stark fühlt und einen einzelnen ausstößt. Den ganzen Liederzyklus durchzieht eine Abwärtsspirale. ,,Das wollten wir so nicht stehenlassen, wir wollten optimistisch aufhören“, erzählt von Mansberg und so endet die ,,Winterreise“ der Lüneburger Schüler mit ,,Mut“  auch Bestandteil des Originals, aber bearbeitet von Daniel Stickan.

Für das Projekt Winterreise haben viele gearbeitet. Heinz-Jürgen Rickert, Landeskoordinator für die Unesco-Projekt-Schulen, hatte es ins Rollen gebracht, Lothar Nierenz, stellvertretender Leiter der Musikschule, übernahm die Koordination, Tanzlehrerin Nicola Nädler erarbeitete die Choreographie, Daniel Stickan steuerte eigene Musik bei und studierte sie mit den Jugendlichen ein, Friedrich von Mansberg erarbeitete Szenen und sang. 30 Köpfe stark spielten am Dienstag die Lüneburger Symphoniker unter Leitung von Thomas Dorsch, dabei war auch eine Band der Musikschule Lüneburg. Mit bis zu 3000 Euro unterstützt der Lüneburgsche Landschaftsverband das Projekt.