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Sex geht immer  zur Freude von Liefka Würdemann, Jan Kluczewitz, Jörg Schwedler und Viktor Hacker.
Sex geht immer  zur Freude von Liefka Würdemann, Jan Kluczewitz, Jörg Schwedler und Viktor Hacker.

Wonnemonat März

ina Lüneburg. Die Paarung Sex und Humor geht häufig extrem auf Kosten der Erotik. Daher wären Zuhörer mit Erwartungen an formulierter Sinneslust und stimulierender Lüsternheit bei der „Horst  Die Sex-Lesung“ im Salon Hansen sicher enttäuscht wieder abgezogen. Doch die meisten der zahlreichen Besucher sind längst Fans der häufig dort gastierenden Protagonisten.

Seit fünf Jahren schreiben, sinnieren und schwadronieren Liefka Würdemann, Jörg Schwedler, Jan Kluczewitz  diesmal mit Gastautor Viktor Hacker  im „Wonnemonat März“ über Freud und Leid der Geschlechtlichkeit. „Sex geht immer“ kommentierte Autorin Würdemann den vollen Raum.

Den Startschuss übernahm Jörg Schwedler mit einem Häme erregenden Rückblick auf seine ersten Kontaktversuche im Ferienlager. „Sie hatte ein süßes Lächeln, lange Haare und war das einzige Mädchen mit Brüsten.“ Beim „Trink-Röhrchen-Engtanz“ kamen sich die beiden näher, bis er in eine „Schockstarre“ verfiel, die sein gesamtes Blut statt in die Hose zwischen die Ohren pumpte. „Was sich mit den Jahren nicht änderte, daher war ich flirttechnisch eher devot unterwegs.“

Das „Standard-Haken-Prinzip“ von Büstenhaltern ließ ihn verzweifeln. „Wie wäre es denn hier mit dem guten, alten Klettverschluss?“ Wacker arbeitete er sich voran, „kaufte mal heimlich Kondome in einem Dorf in Sachsen-Anhalt.“ Mädchen mit aufs Zimmer nehmen war auch nicht leicht, da nervte der kleine Bruder, „bis er auf seinem Bett fixiert werden musste“. Erst durch die Lesebühne und die „Humor-Karte“ war er erstmals sexuell gut versorgt. „Ich war die Beute, die der Jägerin auflauerte.“

Als Jägerin der Pointen entpuppte sich im Anschluss Liefka Würdemann. Blumig, aber unverblümt berichtete sie in „Rüttelmechanismus“ über ihre freigeistige Mutter, die sie bereits mit elf Jahren fragte, wie sie es sich selbst machte. „Jeden Abend berichtete sie mir von meiner Zeugung.“ Tatort war ein Vollholzbett in der kühelastigen Urlaubsidylle inmitten der Schweizer Alpen. Dank laut ratterndem Vibrationsmechanismus hatten es die „quirligen Turbo-Spermien“ dann auch schnell geschafft, ihr Ziel zu finden.

Jan Kluczewitz hatte sein erstes Mal mit Rakira, einem Katalog-Girl für Satinunterwäsche. Den Namen hatte er ihr selbst gegeben, während er sich auf seiner Pritsche bei ihrem Anblick auf Seite 133 sofort heftig verliebte und schließlich Seite 284 vollsaute. „Sie reagierte darauf Null.“

Der von seinen Mitstreitern als „Sex-Gast“ eingeladene Viktor Hacker beschrieb radikal plastisch seine Erfahrungen mit einem so genannten „Prinz-Albert-Ring“  einem Intim-Piercing, das von der Harnröhre ausgehend durch die untere Peniswand verläuft und in Höhe des unteren Eichelrandes platziert wird. „Als mein John-Do Daphne sah, die Piercerin mit der Braunüle, machte er sich so klein wie möglich, bis er schließlich schmollend im Bauch verschwand.“