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Stefanie Schmoeckel und Johannes Kimstedt wollen das Potenzial des Kunstraums Tosterglope noch stärker nutzen.
Stefanie Schmoeckel und Johannes Kimstedt wollen das Potenzial des Kunstraums Tosterglope noch stärker nutzen.

Folinge am Landrand

ff Tosterglope. Der Kunstraum Tosterglope besteht aus einem Ensemble von malerischen Gebäuden. Eines davon: eine alte Scheune, direkt an der Straße Zum Alten Dorfe. Das Gasthaus von Tosterglope, ein paar Häuser weiter, hat dicht gemacht, es fehlt ein Treffpunkt. Dieser könnte in der Scheune entstehen, Inhaber Johannes Kimstedt denkt an ein lebendes Museum mit Shop und Café, ein Ort, an dem Konservierung, Kunst und Kommunikation eine Einheit bilden.

Zurzeit werden dafür Konzepte entwickelt, „noch ist das Ganze eine Wolke“, sagt Johannes Kimstedt. Fest steht: Der Kunstraum Tosterglope soll breiter aufgestellt werden. Konzerte und Ausstellungen  beziehungsweise Kunstprojekte im weiteren Sinne  bilden den Kern. Kunstvermittlung, etwa in den Schulen der Region, bildet einen weiteren Baustein.
Ein paar Meter die Straße hoch steht eine seltsame Skulptur mit konkreter Alltagsfunktion: eine Tauschbörse für Marmelade, gerade ist ein Glas Quittengelee im Angebot. Die Bushaltestelle an der Hauptstraße hat auch so eine Station, diesmal für Bücher.

So etwas mag etwas skurril wirken, aber es markiert einen Anfang. Die Stationen wurden im vergangenen Jahr im Rahmen des Projektes „Von Haus zu Haus“ des Künstlerkollektivs R&ST errichtet. Das sind Brigitte Raabe, Michael Stephan und Piet Trantel, die 2013 mit einer Würdigung im Rahmen des Lüneburger Daniel-Frese-Kunstpreises bedacht wurden. „Von Haus zu Haus“ soll Identität schaffen: Die Gemeinde Tosterglope besteht aus vier Teilen, aus Ventschau, Köhlingen, Gut Horndorf und Tosterglope selbst, und sie besteht aus viel Landschaft dazwischen, die erst einmal überwunden werden muss. So hatte R&ST etwa auf einer Wiese mit einer Werkstatt begonnen, deren kommunikative Arbeit von der Bevölkerung mitgetragen werden sollte.

Alles Anfänge, aber „Von Haus zu Haus“ wird in diesem Jahr fortgesetzt; Stichwort: Soziokultur. Darunter ist  laut Wikipedia  die Summe aus allen kulturellen, sozialen und politischen Interessen und Bedürfnissen einer Gesellschaft beziehungsweise einer gesellschaftlichen Gruppe zu verstehen. Und darum könnte sich eines Tages das Scheunen-Museum drehen. Einen ähnlichen Ansatz hat auch das für dieses Jahr angekündigte Projekt „Folinge“, ein Kunstwort aus follie und Findlinge, also etwa „verrückte Steine“. Damit sind Fundamente gemeint, die gegossen und als Grundlage für kommunikative Kunstprojekte dienen sollen.

Konkrete Termine für 2014 gibt es aber auch. Die nächsten: Am Freitag, 4. April, 19.30 Uhr, gastiert das Ensemble „Flamenco Kechio“ aus Berlin im Kunstraum; am 25. Mai spielt das Sheridan Ensemble (Cello und Vibraphon), es wird wieder ein „Pfingstfestivalchen“ (7. bis 9. Juni) geben, und am Sonntag, 22. Juni, laden Hawoli, Rupprecht Matthies und Thomas Müller zur Vernissage der Ausstellung „Landrand“.

2 Der allererste Termin aber betrifft den Wettbewerb „Sehfehler  Sehfelder“, Abgabeschluss ist bereits am Dienstag, 1. April. Infos für Kurzentschlossene unter www.kunstraum-tosterglope.de.