Mittwoch , 28. September 2016
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Knapp eine Million Euro wird die Sanierung des Gebäudes kosten.
Knapp eine Million Euro wird die Sanierung des Gebäudes kosten.

Krüger-Bau wird zukunftssicher

oc Lüneburg. Eigentlich sollte das Haus abgerissen werden. Zu nass, Probleme bei der Statik, kaputte Fenster, Risse im Giebel, morsches Dachgebälk, nur zum Teil barrierfreie Erschließbarkeit  Sanierung zu teuer, hieß es. Doch dann passiertes etwas Gutes: Die Bürger protestierten, die Verwaltung gab nach, und Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder ist auch froh. Der sogenannte Krüger-Bau, Teil des Museums Lüneburg, bleibt erhalten. Vorläufig dient er als Lager, die auf 990000 Euro geschätzte Sanierung folgt frühestens 2017. Vorher aber wird der Bau gesichert, und damit das gelingt, hat der Museumsverein jetzt 10000 Euro an die Museumsstiftung gespendet, um die Heizungsanlage des Neubaus und die bestehende des Krüger-Baus zu verbinden.

1903 begann der Architekt Franz Krüger mit der Planung des Baus, der durch seinen Treppengiebel das prägende Merkmal Lüneburger Architektur aufgreift. 1907 wurde gebaut, mit Unterstützung durch Kaiser Wilhelm II. 1908 folgte die Eröffnung des Anbaus samt sechs ausgestellten Bauernstuben. Die sollen erhalten bleiben, insgesamt werden 110 Quadratmeter Magazinfläche und 285 Quadratmeter Ausstellungsfläche entstehen. Platz, den die Museumsmacher dringend brauchen können, unter anderem, weil sie im Neubau Platz für die Darstellung der Zeit von 1933 bis 1945 brauchen.

Vor 2017 aber werde der Krüger-Bau nicht saniert, sagt Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Priorität hat der Museumsneubau, der nach aktuellem Stand im Oktober/November eröffnet wird. „Dann steht noch eine Zwischensanierung des Salzmuseums an“, sagt Ulrich Mädge, für 60000 Euro sei dort bereits das Dach dicht gemacht worden. Signalisiert worden sei außerdem von überregionalen Stiftungen, dass auf die Schnelle keine Unterstützung für größere Maßnahmen zu erwarten ist. „Die Basubstanz aber muss jetzt gesichert werden, dafür gibt es auch entsprechende Ratsbeschlüsse“, sagt der OB.

„Wir wollen ein Zeichen setzen, dass nicht immer nur auf die Stadt gezeigt wird, sondern auch privates Engagement gefordert ist“, sagt Dr. Rolf Johannes, der Vorsitzende des Museumsvereins. Aus Spenden seien die 10000 Euro zusammengekommen, insgesamt bestehe beim Verein ein Fonds von 66000 Euro, der für den Krüger-Bau eingesetzt werden soll, „und das soll noch deutlich mehr werden.“ Im Museumsverein hat sich eine Arbeitsgruppe zum Thema Krüger-Bau gebildet.

Der Architekt Franz Krüger (1837-1936) arbeitete von 1899 bis zu seinem Tod in Lüneburg. Ab 1913 leitete er die Abteilung Ur- und Frühgeschichte im Fürstentum-Museum, 1932 wurde er an der Universität Hamburg zum Doktor der Philosophie ehrenhalber berufen. Zu seinen Bauten gehören Wohnhäuser, die heutige Hermann-Löns-Grundschule, der Wasserturm nach einem Entwurf von Stadtbaumeister Richard Kampf, Häuser der Heil- und Pflegeanstalt, der Bahnhof der Kleinbahn Lüneburg-Soltau und die Kurpark-Wandelhalle.