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Der Violinist, Konzertmeister und Dirigent Michael Wild bei einem kleinen Intermezzo im LZ-Hof.
Der Violinist, Konzertmeister und Dirigent Michael Wild bei einem kleinen Intermezzo im LZ-Hof.

Ein Konzert, drei Rollen

ff Reppenstedt. Mit der Geige ist Michael Wild nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen, er hat ja auch genug Erfahrung. Der in Reppenstedt lebende Musiker ist Konzertmeister an der Staatsoper Hannover, außerdem sitzt er seit zehn Jahren im Orchestergraben, wenn auf dem Grünen Hügel in Bayreuth mit großem musikalischem und gesellschaftlichem Brimborium die Wagner-Festspiele zelebriert werden. Jetzt aber hat er eine echte Herausforderung vor sich, nicht etwa in einer Musik-Metropole, sondern in Bergedorf. Dort eröffnet Michael Wild am Sonnabend, 26. April die 12. Bergedorfer Musiktage mit dem St. Simeon-Orchester, in Personalunion als Dirigent, Moderator und Solo-Violinist: „Da muss man vorher gut geschlafen haben.“

„Frühlingstöne“ ist der Titel des Konzerts in der Kirche St. Petri und Pauli, geboten wird ein bunter Strauß fröhlicher Melodien, der Csárdás von Vittorio Monti beispielsweise, dazu ein paar dunklere Töne, etwa der Libertango von Astor Piazzolla. Als weitere Solisten sind Ina Yoshikawa (Sopran), Alexandra Silina (Cello) und Detlef Mathy (Flöte) dabei. ,,Das Konzert soll Freude vermitteln“, sagt Michael Wild, also sollte der Moderator auch ganz entspannt gute Laune rüberbringen, was schon eine echte Aufgabe ist, wenn man/frau gerade eben noch ein ausgewachsenes Sinfonie-Orchester dirigiert und die Soli selbst gespielt hat. Denn diese Erfahrung hat Michael Wild gemacht: Publikum und Orchester reagieren schnell auf Stimmungs-Umschwünge; in jedem Fall gilt: „Ich freue mich darauf“, und das gilt offensichtlich auch für das Publikum. An der Theaterkasse der Landeszeitung sind noch Karten erhältlich  aber nicht mehr viele.

Michael Wild, geboren in Lüneburg, studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und wurde direkt nach dem Diplom 1989 als Konzertmeister beim Niedersächsischen Staatsorchester Hannover engagiert, da war er gerade 23 Jahre alt. Als Gast-Konzertmeister arbeitet Michael Wild für viele große Orchester, etwa das Münchener Rundfunkorchester des BR, das WDR-Rundfunkorchester und für die Hamburger Sinfoniker. Im Jahre 2002 begann der Geiger eine zweite Ausbildung als Dirigent, mit dem St. Simeon Orchester in Hamburg absolviert er vier bis fünf große Projekte pro Jahr, sowohl mit bedeutenden Chorwerken als auch mit der großen Konzertliteratur.

Auch wenn der Reppenstedter also landauf, landab auf vielen Hochzeiten tanzt  seiner ersten ausgewachsenen Geige ist er seit Jahrzehnten treu. Michael Wild spielt immer noch ein Instrument des Bubenreuther Geigenbauers Erich Werner, das er einst als junger Mann bekam, als klar war, dass die Violine den Mittelpunkt seines Berufslebens bilden würde.