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Carolin George (links) und Berit Neß haben die Kulturszene in Stadt und Land durchforstet.
Carolin George (links) und Berit Neß haben die Kulturszene in Stadt und Land durchforstet.

Hier kommt alles zusammen

oc Lüneburg. Fast, aber nur fast wäre ihnen das Projekt über den Kopf gewachsen. „Zu jeder Information, die wir sammelten, kamen gleich fünf, sechs neue hinzu“, sagt Carolin George. Ein rundes Jahr lang haben George und Berit Neß in Stadt und Kreis Lüneburg alles gesammelt, was sie über Kunst, Kino und Musik fanden, über Literatur und Theater und alles, was sonst noch in den Kulturbeutel passt. Sie haben Themen, Namen, Sparten und Orte sortiert und aus all den Daten den ersten „Kulturführer für die Hansestadt und den Landkreis Lüneburg“ erstellt, im Auftrag des Verkehrsvereins und mit Unterstützung der Sparkassenstiftung. Jetzt liegt das Werk vor, und lebte Heinrich Heine noch, er würde den von ihm auf dem Rathaus entdeckten „Kulturableiter“ höchstpersönlich abschrauben.

Das Autorengespann George/Neß hat bereits einen Museums-, einen Kirchen- und einen Freizeitführer für Stadt und Land auf den Weg gebracht. „Wir haben geahnt, dass der Kulturführer das dickste der Hefte werden würde“, sagt Carolin George. Dass es so dicke kommt, das ahnten die Autorinnen nicht. Aufgelistet sind nun rund 400 Einrichtungen, Vereine, Initiativen, Festivals und Personen. Der Großteil wird kurz porträtiert, alles ist mit Kontaktdaten versehen, eine Fülle von Fotos sorgt für Anschaulichkeit.

In neun Kapiteln geht es von den Theatern über die Musik bis zu einer „Querbeet“-Rubrik. Bekanntes und Unerkanntes reihen sich aneinander, die großen Spielstätten treffen auf kleine, die mancher als Insider-Tipp bezeichnen mag. An die Komponisten Bach und Kücken wird erinnert, an die Maler Fietz und Leppien, und natürlich rücken viele in den Vordergrund, die aktuell das Kulturgeschehen der Region mitprägen.

„Es sind unglaublich viele Anregungen in dem Buch zu finden“, sagt Carsten Junge (Sparkassenstiftung). „Es ist uns aber bewusst, dass wir trotz aller Recherche nicht alle, nicht alles erfasst haben“, fügt Junge hinzu. Im kommenden Jahr soll der Kulturführer eine Internet-Version erhalten, da kann gegebenenfalls nachgebessert und aktualisiert werden.

„Der Kulturführer bestätigt, dass wir für Kultur doppelt so viel ausgeben wie vergleichbare Städte“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Das reiche Kulturangebot sei ein wesentlicher Punkt für die Anziehungskraft der wachsenden Stadt. Mädge wandte sich zugleich gegen eine „statische Kulturförderung“ und kündigte an, dass ab Herbst eine nicht aus der Verwaltung kommende Kraft eingestellt werden soll, die Kulturschaffenden als Ansprechpartner dienen kann, wenn diese nach Möglichkeiten der Präsentation, der Förderung etc. suchen.

Deutlich mache der Kulturführer, dass wir in einer profilierten Bildungs- und Kulturregion leben, betont Landrat Manfred Nahrstedt bei der Präsentation im Heinrich-Heine-Haus. Als „gelungene Arbeit und umfassende Momentaufnahme der gegenwärtigen Kulturszene“ würdigt ein Grußwort des städtischen Kulturausschuss-Vorsitzenden Ulrich Völker den Kulturführer.

Das Werk ist nun für fünf Euro erhältlich, bei der LZ-Veranstaltungskasse, Am Sande, und im Buchhandel.