Mittwoch , 28. September 2016
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Sänger Faiz Mangat übernahm auch das Entertainment, Session-Organisator Peer Frenzke widmete sich derweil seiner Stratocaster.
Sänger Faiz Mangat übernahm auch das Entertainment, Session-Organisator Peer Frenzke widmete sich derweil seiner Stratocaster.

Ruhige und rockige Töne

sel Lüneburg. „Am Ende des Tages“, so hatte Sänger Faiz Mangat zu Beginn des Haupt-Acts bei der jüngsten 1st Class Session in der Ritterakademie angekündigt, „werdet ihr alle auf den Tischen tanzen. Nina will feiern!“. Ein (etwas zu) vollmundiges Versprechen, auf den Tischen tanzte das Publikum nicht, es blieb eher verhalten auf dem Boden der musikalischen Tatsachen. So recht sprang der Funke nicht über von der Bühne, auf der Faiz Mangat und Nina Kutschera Balladen, eigene Stücke, Pop und Rockiges präsentierten, begleitet von einer Band um den Organisator Peer Frenzke (git).

Am Lüneburger Publikum lags nicht, das ist eigentlich bekannt dafür, sich gerne überraschen zu lassen. Eher wohl daran, dass Mangat und Kutschera das Konzert zweigeteilt hatten, im Grunde zwei recht unterschiedliche Konzerte in einem präsentierten. „In der ersten Runde singen wir eigene Sachen. In der zweiten Runde singen wir das, was andere machen und wir gut finden“, hatte der ehemalige BroSis-Sänger angekündigt und selbst einige Stücke seines bald erscheinenden Albums „Liebe und Bass“ zum Besten gegeben.

Für die Stimmung wäre es besser gewesen, mit einem Hammer wie „Superstitious“ zu beginnen, das den Auftakt zur zweiten Runde bildete und begeistert aufgenommen wurde. Auch wenn Nina Kutschera, die man aus der ersten Staffel von „Voice of Germany“ kennt, das gemeinsame Covern scherzhaft mit „Malen nach Zahlen“ verglich. Und sich damit selbst, ihrem Kollegen und der Band durchaus Unrecht tat, wie spätestens ein clever arrangierter Mix aus eingängigen Pop-, House-, Soul- und Hip-Hop-Stücken bewies. Kutschera, der The Boss Hoss einst „Feuer in der Stimme“ bescheinigt hatten, sollte bei Soul und Disko bleiben  das liegt ihr eher als getragene Balladen. Und offensichtlich fühlt sich die 30-Jährige mit souligen Klassikern auch wohler  und nicht zuletzt textsicherer.

Das Entertainment hatte der 33-jährige Mangat übernommen, und es gelegentlich ein wenig übertrieben. „Ich bin einer von den nervigen Sängern, die wollen, dass ihr mitsingt. Das muss nicht schön sein, aber laut.“ Tatsächlich können zu viele Ansagen („Ihr hebt die linke Hand, guckt sie böse an und haut mit der rechten rein, das ist dann Klatschen“) mitunter etwas stören. Denn zur 1st Class Session kommen Leute, die handgemachte Musik lieben, starke Stimmen und Improvisationen der Band schätzen. Und die war neben Frenzke erstklassig mit Rainer Scheithauer (keys), Theofilos Fotiadis (bass) und Benni Koch (drums) besetzt.

Mit einer Menge Zugaben hatte die Lüneburger Band „Just Big“ den Abend als „support“ begonnen und mit Klassikern von Queen, Joe Cocker und anderen eingeheizt. Stimmlich wird Bandleader Mirko Heil dabei von Wiebke Fellenberg unterstützt. Heil selbst weiß sowieso, wies geht  er ist im besten Sinne eine „Rampensau“.