Dienstag , 27. September 2016
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Gudrun Jakubeit (r.) bekommt Hilfe von Oberbürgermeister Ulrich Mädge, auch die Malerin Sigrid Weihser ist in der Artothek vertreten. Foto: t&w
Gudrun Jakubeit (r.) bekommt Hilfe von Oberbürgermeister Ulrich Mädge, auch die Malerin Sigrid Weihser ist in der Artothek vertreten. Foto: t&w

Erfolg der leisen Art

oc Lüneburg. Die Ratsbücherei beherbergt seit den 90er-Jahren nicht nur alte und neue Bücher, sie dient auch als besondere Art der Galerie: Sie bietet Kunst zum Ausleihen an. Das Modell der Artothek als Möglichkeit, jedem Kunst zur Verfügung zu stellen, hat sich als Erfolg der leisen Art etabliert. Das zeigt eine kleine Zwischenbilanz, die nach einer Durchsicht des Bestands und Auflage eines neuen Flyers fällig war. „Rund 30 Prozent der Bilder sind laufend unterwegs“, sagt Claudia Bußjäger von der Ratsbücherei, die Zahl der Ausleihen ist im vergangenen Jahr gestiegen.

Artotheken kamen Ende der 60er-Jahre in Mode. Rund 130 Artotheken bestehen in Deutschland, die Lüneburger Version wurde von der Sparkassenstiftung eingerichtet. Ausschlaggebend war der damalige Oberstadtdirektor Hans-Heinrich Stelljes, als er der Sparkassenstiftung vorstand. „Ohne ihn hätte es die Artothek nicht gegeben“, sagt Carsten Junge, Geschäftsführer der Stiftung. Als Grundbestand diente eine Graphik-Sammlung, die Vera Scharff zur Verfügung stellte. Die Stiftung kümmert sich nach wie vor um den Bestand, die Ratsbücherei organisiert die Ausleihe, hält einen Katalog der Bilder bereit. Eine Auswahl aus dem Bestand hängt in den Treppenhäusern und kann den Appetit auf neue Bilder im eigenen Heim anregen.

Die Zahl der Ausleihen, die in der Regel über ein halbes Jahr laufen und aus maximal drei Bildern bestehen, ist in den vergangenen Jahren gestiegen, auf 233 im vergangenen Jahr. 2013 wurde außerdem „aufgeräumt“, sagt Nicole Bloch von der Sparkassenstiftung. „Was über lange Zeit nicht ausgeliehen wurde, kam ins Kunstarchiv nach Neuhaus.“ Gefragt sind besonders Lüneburg-Motive  von Gudrun Jakubeit, Swantje Crone, Herbert Kessler und anderen. Etliche Bilder mit Lüneburg-Motiven wurden in jüngerer Zeit angekauft. 3000 bis 5000 Euro stehen im Jahr für Neuanschaffungen zur Verfügung. Über die Ankäufe betreibe die Artothek zugleich regionale Kunstförderung, hebt Oberbürgermeister  und Stiftungsvorstand  Ulrich Mädge hervor. Das wird von den Künstlern begrüßt. Gudrun Jakubeit sieht darin auch ein Stück Werbung für ihre Arbeit und setzt doch hinzu: „Es ist interessant, dass man als Künstlerin oft andere Werke aus seinem Schaffen gut findet.“ Ausschließlich Lüneburg malen, das ist nicht unbedingt spannend.

Die Artothek öffnet zu den üblichen Zeiten der Ratsbücherei am Marienplatz. Interessierte müssen lediglich einen gültigen Leseausweis der Bücherei besitzen. Dann können sie sich ihre persönliche Wechselausstellung einrichten, ohne weiteres Geld ausgeben zu müssen. Nur wenn etwas kaputt geht, dann müssen sie den Schaden ersetzen  was bei Kunst nicht so einfach ist.