Donnerstag , 8. Dezember 2016
Aktuell
Home | Kultur Lokal | Die Halle des Bergkönigs
Beate Schmegel stellt im Wasserturm aus. Es geht auch der Fotografin um das Wasser, aber um die freie, ungebändigte und zuweilen ein bisschen rätselhafte Erscheinung des Elements. Foto: ff
Beate Schmegel stellt im Wasserturm aus. Es geht auch der Fotografin um das Wasser, aber um die freie, ungebändigte und zuweilen ein bisschen rätselhafte Erscheinung des Elements. Foto: ff

Die Halle des Bergkönigs

ff Lüneburg. Viel Arbeit hat es Ingenieure und Bauarbeiter gekostet, bis die ersten Lüneburger Haushalte zuverlässig mit Trinkwasser unter konstantem Druck aus der Leitung versorgt werden konnten. Darüber informiert eine Ausstellung am zentralen Ort, also im Wasserturm. Über das ungebändigte, frei sprudelnde, tropfende, frierende, rinnende und blubbernde Element gibt es jetzt eine zweite Präsentation, die dort, im Turm, wie eine perfekte Ergänzung erscheint: „Vom Wesen des Wassers“ erzählt die Fotografin Beate Schmegel. Sie führt in eine Welt, die zugleich vertraut und irritierend wirkt.

Beate Schmegel ist bei solchen Expeditionen mit einer extrakleinen Kamera und dem geübten Blick einer Grafik-Designerin unterwegs. Sie erkundet die Wunder des einheimischen Raumes, durchforstet den Waldboden, begegnet allerhand anderem Krabbelgetier (kleine Ausstellung bei Lünebuch). Nun also die Welt des Wassers: Friedliche Flussläufe, Bachbetten und Uferzonen entwickeln sich zu seltsamen Architekturen, bizarr gestaltet durch Steine, Blätter, Blüten, Eis und Insekten  alles aus nächster Nähe fotografiert, manchmal aus schrägem Winkel, aus der Ebene herausgekippt. Der Betrachter wird zum taumelnden Wanderer dieser Welten, die immer wieder neue Rätsel aufgeben: Wo ist oben und unten, über oder unter Wasser, wohin fließt es überhaupt? Was ist echt und was ist Spiegelung? Es gibt Bildertitel („Halle des Bergkönigs“, „Winterglöckchen“) und kurze Nebentexte, mit denen die Fantasy-Szenarien noch einmal erweitert werden.

Die Ausstellung umfasst auf mehreren Turm-Ebenen insgesamt 31 Arbeiten (Fotodruck auf Leinwand), sie läuft bis Ende August; geplant sind auch Führungen mit Beate Schmegel. Die erste: 15 Juni, 14 Uhr; der Eintritt kommt dem Erhalt des Wasserturms zugute.