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Die Kulturrausch-Vorsitzenden Tina Wedmann und Marlin Nöthig wollen mit Genregrenzen und Vorurteilen aufräumen. Foto: sin
Die Kulturrausch-Vorsitzenden Tina Wedmann und Marlin Nöthig wollen mit Genregrenzen und Vorurteilen aufräumen. Foto: sin

Gemeinsam im Kulturrausch

sin Lüneburg Klassik ist langweilig und Hip-Hop dämlich  Studenten sind zügellos und Lüneburger spießig. Gegen diese und ähnliche Klischees will der studentische Verein Kulturrausch Zeichen setzen. Mit Lesungen, klassischen Konzerten, Kabarett und manchmal einer Mixtur aus mehreren dieser Zutaten möchte Kulturrausch Lüneburger und Studenten gemeinsam für Kultur begeistern.

Gegründet wurde der Verein, damals noch unter dem Namen Tritonus, vor etwa 15 Jahren von Studierenden der Universität Lüneburg. „Kultur, von Studenten für alle, das ist seither unser Motto“, sagt Tina Wedmann, die zweite Vorsitzende des Vereins. Dabei spiele Lüneburg als Stadt eine wichtige Rolle. „Es geht uns eben nicht nur darum, Menschen für Kultur zu begeistern, sondern vor allem auch darum, die Studenten und die Lüneburger zusammenzubringen.“

In drei bis vier Veranstaltungen pro Semester wurden schon diverse Einrichtungen Lüneburgs in „Kulturrausch“ versetzt. Das Kloster Lüne, das Café Stadtgespräch, das Heinrich-Heine-Haus oder auch die Ratsbücherei  Kulturrausch entwickelt für jede Veranstaltung an jedem Ort ein eigenes Konzept. „Es gibt ein bestehendes Grundgerüst und zum Teil feste Zuständigkeiten, die Details werden jedoch immer individuell zugeschnitten“, erklärt Marlin Nöthig, der erste Vorsitzende.

Für jede Veranstaltung ist eine Kleingruppe zuständig, einmal die Woche gibt es ein Treffen zum Austausch. „Der Austausch ist wichtig, weil wir eine relativ hohe Fluktuation von Mitgliedern haben“, so Marlin. „Eine enge Verzahnung von alten und neuen Mitgliedern ist wichtig. So können die Erfahrungen direkt weitergegeben werden“, sagt Tina.

Die 20 Mitglieder, sie kommen aus allen Fachbereichen der Leuphana, vor allem aber von den Kulturwissenschaften, seien durchweg hoch motiviert bei der Sache. „Wir begegnen Problemen nicht als solchen, sondern sehen sie als Herausforderungen, und bis jetzt haben wir noch alles gemeistert“, erzählt Tina.

Als dauerhaftes Problem ist das Finanzieren der Projekte zu lösen. Hauptförderer des Vereins ist die Universitätsgesellschaft. Je nach Kooperation steigen das Literaturbüro, das Kulturbüro des Studentenwerks und andere Institutionen ein.

„Der finanzielle Rahmen ist klein, deshalb übertreiben wir es nicht und geben lieber alles bei realistischen Projekten“, sagt Tina, die es wie viele andere Kulturrausch-Mitglieder genießt, ihr theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen zu können. Marlin hatte seine Leidenschaft für das Planen kultureller Veranstaltungen schon im Freiwilligen Sozialen Jahr bei einer Kulturorganisation entdeckt. Für ihn sei nun vor allem der Aspekt des gemischten Publikums spannend: „Die Lüneburger können ihr Klischee von den Party-Studenten überwinden und bekommen Kontakt zu studentischen Initiativen“.

Die nächste große Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen verschiedenen Studentischen Initiativen wie Kulturrausch, dem Verein Zum Kollektiv und gewerblichen Institutionen wie der Boulderhalle. Dort wird das sogenannte „Pulverfest“ am Sonnabend, 5. Juli, mit einem bunten Programm für alle aufwarten. Tina will auch noch die letzten Kulturskeptiker auf beiden Seiten überzeugen, dafür wird sie denn mal auch etwas pathetisch: „Tretet aus eurer Wohlfühlzone, verlasst euren Mikrokosmos, entdeckt neues und erlebt Kultur in einer tollen Atmosphäre“.

Mehr zum Kulturrausch findet sich im Internet: www.kulturrausch-lueneburg.de.