Aktuell
Home | Kultur Lokal | Positionen wie Puzzleteilchen
Arbeiten von Anja Struck (links), Gisela Tobias (vorn) und Gabriele Schmalfeldt zeigt die aktuelle Ausstellung des Kunst-Forums Gellersen. Foto: ff
Arbeiten von Anja Struck (links), Gisela Tobias (vorn) und Gabriele Schmalfeldt zeigt die aktuelle Ausstellung des Kunst-Forums Gellersen. Foto: ff

Positionen wie Puzzleteilchen

ff Reppenstedt. Abstrakte Malerei, figurative Skulpturen an der Grenze zum Ungegenständlichen, dann wieder Malerei, die über die Verzerrung zur Präzision führt: Drei Künstlerinnen des Kunst-Forums Gellersen gestalten die nächste Ausstellung im Sitzungssaal des Reppenstedter Rathauses, und ihre Positionen lassen sich  gewollt oder Zufall  fast nahtlos wie Puzzleteilchen ineinanderfügen. Die Ausstellung „figurativ trifft abstrakt“ mit Arbeiten von Anja Struck, Gabriele Schmalfeldt und Gisela Tobias wird am Freitag, 13. Juni, eröffnet.

Abstrakt  damit sind die Gemälde von Gabriele Schmalfeldt gemeint: kraftvolle Kompositionen, die in ihren Oberflächenstrukturen klare Spuren der Bearbeitung zeigen, und deren Formen von allerhand Spannungen, manchmal vom Chaos künden, von Geschiebe, Verdrängung, Explosion und Erstarrung  dabei mag zuweilen Rot für Glut und Schwarz für Asche stehen. Anderswo entwickelt sich die Assoziation zu grünweißer Gischt, also zu bewegter See.

Deutlich ruhiger wirken die Speckstein-Skulpturen von Gisela Tobias: Vier Gestalten stecken die Köpfe zusammen, anonyme Menschen werden in ihrer Seelenlage angedeutet, sie erscheinen entspannt, in sich gekehrt, abwartend. Der  formale wie inhaltliche  Schwerpunkt der kleinformatigen, kompakten, mal kantigen, mal gerundeten Arbeiten steckt tief unter den glattpolierten Oberflächen.

Anja Struck zeigt einen Zyklus von Gemälden mit dem Gerhard-Richter-Charme der Ungenauigkeit: Spaziergänger am nordischen Strand, Hunde, Radfahrer, Jogger, denen der (Pinsel-)Sturm die Konturen verwischt und den eigentlich ruhigen Szenarien eine irritierende Dramatik verleiht. Diese Dramatik findet sich auch in großformatigen Mädchen-Porträts, deren Gesichter zur Projektionsfläche auffälliger Licht- und Schattenspiele werden. Mit Tuschezeichnungen, kleinformatigen, zuweilen allegorischen Typen-Studien, wird die Ausstellung abgerundet.

Auf der Vernissage (19.30 Uhr) begrüßt Samtgemeinde-Bürgermeister Josef Röttgers die Gäste, zur Einführung spricht Nico Bernitzky. Das musikalische Rahmenprogramm gestalten Hye Yeon Kim (Piano) und Alexander Eissele (Klarinette). Die Ausstellung ist bis 29. Juni jeweils sonnabends/sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Anja Struck stellt außerdem vom 6. bis 27. Juli beim Kunstverein Stade unter dem Titel „Höhenflug“ mit Nine Winderlich im Schleusenhaus Stade aus. Vom 4. bis 20. Juli beteiligt sie sich außerdem an der Ausstellung „46° 36 | 13° 51 Malerei  Grenzenlos“ der internationalen Künstlergruppe Breitengrad im Kunsthaus Sudhaus in Villach/Österreich.