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Der culturado-Vorstand: (v.l.) Sigrid Weihser, Raimund Wurzwallner-Becker, Kirstin Rechten, Gabriele Parnow-Kloth und Andreas Peschka. Foto: nh
Der culturado-Vorstand: (v.l.) Sigrid Weihser, Raimund Wurzwallner-Becker, Kirstin Rechten, Gabriele Parnow-Kloth und Andreas Peschka. Foto: nh

Kultur braucht Diskussion

oc Lüneburg. Der Kulturstammtisch Lüneburg ist an Siechtum eingegangen. Zu sehr und zu lange kreiste er um sein Selbstverständnis, bis er sich selbst den Gnadenschuss gab. Was bleibt, ist der Impuls für einen Verein, der sich im vergangenen November gründete. Jetzt zeigt culturado, wohin die Reise geht. „Wir verstehen uns nicht als Sprecher der gesamten Lüneburger Kulturschaffenden“, sagt der Vorsitzende Raimund Wurzwallner-Becker. Ein Fernziel allerdings sei das schon. Im Herbst wird culturado erst einmal mit einer Vortragsreihe starten: „20 Minutes“.

Einen kulturpolitischen Dialog anstoßen wolle der Verein, sagt der Schauspieler vom Theater zur weiten Welt, das zurzeit Moritz Rinkes „Wir lieben und wissen nichts“ im T.NT spielt. Wurzwallner-Becker selbst ist in Elternzeit, wird erst im Herbst wieder auf der Bühne stehen. Zeit findet er, sich um culturado zu kümmern. Die festgezurrte Reihe „20 Minutes“ soll stets mit einem Impulsvortrag beginnen, um ins Gespräch mit dem Publikum überzugehen. Begleitend ergänzen wechselnde Beiträge von Lüneburger Künstlern die Abende. Der Auftakt steht bereits fest: Am 20. Oktober wird das provozierende Buch vom „Kultur-Infarkt“ debattiert, in dem Auswüchse der Subventionskultur gegeißelt werden. Co-Autor Dieter Haselbach wird erwartet. Als Ort des Vortrags dient der Freiraum (Vierorten).

An einem zweiten Projekt strickt der Verein, es nennt sich culturado-Ticket. Dahinter steckt die Idee, dass Besucher zu einem kleinen Preis (drei Euro) Kulturveranstaltungen besuchen können. Anders aber als zum Beispiel beim Semesterticket der Leuphana soll der Veranstalter den vollen Preis seiner günstigsten Eintrittskarte erhalten. Funktionieren kann das nur, wenn es Veranstalter als Partner gibt und vor allem Sponsoren. „Das ist ein Versuch“, betont Wurzwallner-Becker, es gebe entsprechende Modelle andernorts. Die Culturados machen sich jetzt auf den Weg, um zu prüfen, ob sie das Ticket auf den Weg bekommen.

Der erste Vorstand des Vereins setzt sich aus Vertretern von Theater und Bildender Kunst zusammen. Neben Wurzwallner-Becker kommen Kirstin Rechten (Kunst und Fertig) und Puppenspielerin Gabriele Parnow-Kloth aus der Darstellenden, Andreas Peschka und Sigrid Weihser aus der Bildenden Kunst.